Pferde und Rindergespanne sichern zukünftig Nahrung ......

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Pferde und Rindergespanne sichern zukünftig Nahrung ......

Post#1by Fuhrmann » Thursday 23. July 2009, 09:39

Pferde und Rindergespanne sichern zukünftig Nahrung und Beschäftigung !

Unter folgendem Link kann man sich sehr gut die Auswirkungen der schweren Landmaschinen auf den Boden anschauen.

Schön zu sehen am Anfang des Filmes, daß Pferdegespanne keine Bodenverdichtungen verursachen. Das läßt sich ebenso auf die Rinder übertragen.

Schade nur das die Wissenschaft den modernen Pferdeeinsatz noch nichtentdeckt hat, im Grunde geben sich die Wissenschaftler am Anfang des Filmes die Antwort zur Lösung des Problems schon selbst, sehen aber den modernen Pferdeeinsatz nicht als Lösung:

Folgende Punkte könnte man nennen:

Steigerung des Etrages auf Grund verringerter Bodenverdichtung
Minimierung der Bodenerosion
Treibstoff selbst produzieren damit Unabbhängigkeit vom Öl
Düngung mit Dung anstatt mit Erdölprodukten ( Bodenleben steigern, Wasseraufnahme verbessern)
Kosten senken im Hochwasserschutz
Mehr Beschäftigung in der Landwirtschaft ( Beschäftigungsicherung im eigenen Land)

Die Zukunft hat vier Beine !

In diesem Sinne
[color=#00BF00]MIt Arbeitspferden sollte man Arbeiten, sonst sehen sie irgendwann nur noch so aus, aber können es nicht mehr !
Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Post#2by Frankenvieh » Thursday 23. July 2009, 11:09

Huhu Fuhrmann! Ich selber spann ja Küh' an ABER ich halte das für Utopisch. Unser Betrieb umfast 2700ha LW-Nutzfläche. Ich glaube bei solchen Zahlen hört's dann auf. Umso mehr Menschen in der LW arbeiten umso teurer werden die Lebensmittel. Wer soll die dann bezahlen können??

Wer will denn heutzutage noch in der LW arbeiten??? Fachkräftemangel haben wir jetzt schon.
Wer von euch arbeitet hauptberuflich in der LW? Wer will denn hinter wackelnden Pferdehintern herlaufen wo auf Johnny und Co doch Radio, Klimaanlage.... sind? Man muss ja auch ein Händchen für die Tiere haben, sooo einfach ist das auch nicht.

Und zum Diesel kann ich nur Rapsöl sagen....

Ich finde es prima wenn es einer schafft Pferde/Rinder in seinem Betrieb einzusetzen... im Gemüsebau, Baumschulen sieht man sie ja wieder. Im Wald sind sie sowieso unschlagbar. Aber in großem Umfang denke ich, wird das keine Zukunft haben.
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Post#3by Fuhrmann » Thursday 23. July 2009, 11:46

Frankenvieh wrote:Huhu Fuhrmann! Ich selber spann ja Küh' an ABER ich halte das für Utopisch. Unser Betrieb umfast 2700ha LW-Nutzfläche. Ich glaube bei solchen Zahlen hört's dann auf. Umso mehr Menschen in der LW arbeiten umso teurer werden die Lebensmittel. Wer soll die dann bezahlen können??


Die Flächengröße: Wendel Berry hat vor jahren schon Pferde und Traktorenbetriebe verglichen:

250 ha Trakor-Farm = 25.000 USD Gewinn
50 ha Amish-PFerde-Farm = 25.000 USD Gewin

D.h. auf einer 250 ha Farm könnten 125.000 USD erwirtschaftet werden, die Region wäre reicher und es wären 5 Familien in Arbeit und Brot.
An den großen Betrieben verdient nur die Industrie und nicht der Bauer.

In Deutschland haben rund 4 Mio. Menschen keine Arbeit und werden trotzdem bezahlt. Es ist wohl eher einer Frage der Einteilung und Organisation oder besser gesagt der Rahmenbedingungen.


Frankenvieh wrote:Wer will denn heutzutage noch in der LW arbeiten??? Fachkräftemangel haben wir jetzt schon.
Wervon euch arbeitet hauptberuflich in der LW? Wer will denn hinterwackelnden Pferdehintern herlaufen wo auf Johnny und Co doch Radio,Klimaanlage.... sind? Man muss ja auch ein Händchen für die Tierehaben, sooo einfach ist das auch nicht.


Aus deinem Beitrag muss ich schließen es will keiner auf den Johnny und Co. Wenn ein Fachkräftemangel herrscht kann Radio und Klima nicht attraktiv sein ?

Ich laufe lieber hinter dem Pferdearsch her als auf dem Trekker zu sitzen. Was wir brauchen sind morderne Maschinen für den Pferdezug, hier fehlt es. Aber schau mal hier *** The link is only visible for members, go to login. ***


Frankenvieh wrote:Und zum Diesel kann ich nur Rapsöl sagen....


Wie schaut denn dein Wirkungsgrad von Rapsöl aus ? Wie viel Liter Erdöl brauchst du um 1 Liter Raspöl zu erzeugen ?
Rechne mal Diesel, Bau des Traktors, Dünger, Spritzmittel, Bau der Rapsölanlage, Transporte etc mit ein.
Es kursieren zahlen zw. 30 und 80 % je nach dem wer sie erstellt.

Zimmermann sagte in seiner Dipl. Arbeit:

100 ha LW mit Raspöl zu betreiben ( inkl. Schlepperbau) benötigt 29 ha der Fläche !
100 ha LW mit Pferden bewirtschaften braucht 9 ha Fläche !

Frankenvieh wrote:Ichfinde es prima wenn es einer schafft Pferde/Rinder in seinem Betriebeinzusetzen... im Gemüsebau, Baumschulen sieht man sie ja wieder. ImWald sind sie sowieso unschlagbar. Aber in großem Umfang denke ich,wird das keine Zukunft haben.


Wenn Erdöl als Dünger und Rohstofflieferant (Pflanzenschutzmittel) wegfällt oder sich stark verteuert brauchen wir andere Mglichkeiten der Ertragssteigerung ( Beispiele Kessler im Gemüsebau + 60 % durch Pferdeeinsatz, Strüber rechtsl links Versuch, Pferdeseite 270 % gegenüber der Traktorseite)

Wenn sich jetzt große Konzerne Gedanken machen Solarkraftwerke in der Wüste zu bauen und den Strom hier her zu transportieren, hat das den anschein als wäre der Peak-Oil überschritten, dann wird sich die Welt sehr verändern.

in diesem Sinne !
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Post#4by Frankenvieh » Thursday 23. July 2009, 12:22

Fuhrmann wrote:[In Deutschland haben rund 4 Mio. Menschen keine Arbeit und werden trotzdem bezahlt. Es ist wohl eher einer Frage der Einteilung und Organisation oder besser gesagt der Rahmenbedingungen.





!
Und? Wieviele haben da das Kreuz kaputt? Irgentwelche Knalltüten wollten das doch schon die A-Losen auf den Acker schicken. Nein, mein Gespann würde ich dafür nicht zur Verfügung stellen.
Vergleiche bitte nicht das Amiland mit DE, was da funktioniert muss hier noch lange nicht gehen. Und zu den Amish möchte ich nicht gehören, auch wenn diese Gesellschaftsform immer so gepriesen wird. Die "Inzuchtrate" mit all ihren Defekten ist dort sehr hoch, wieso wohl?

In der Landwirtschaft zu Arbeiten wollen viele nicht, das ist einfach so und ich glaube nicht das sich das mit körperlicher Arbeit mit Zugtieren ändern wirdImage Mach dir doch mal den Spaß und geh auf's A-Amt und frage wieviele bereit wären mit Zugtieren auf den Acker zugehen.... Man muss das wollen/das Feeling haben, ansonsten wäre das Tierquälerei. Uns fällt es leicht, uns macht das Spaß, aber wie sieht es bei den anderen aus?

2700ha mit Pferden bearbeiten? Wieviele bräuchte man da? Wieviele Fuhrleute/Landwirte? Wieviel ha fressen die Pferde? Geschirre, Pferdepfleger, Tierarzt, Hufschmied, geräte... ach du liebe Zeit.

Aber weißt du was diese Zugtierarbeit für mich ist? Therapie, sich voll und ganz dem Wiederkäuerrythmus hingeben, das Rasseln der Ketten, das Knarren des Kumts, der Geruch,..... Vielleicht wäre sowas für Therapiezwecke einsetzbar, Wiedereingliederung für Suchtkranke oder streßbewältigung...

Unser Viehzeugs ist doch sooo VIEHlfältig...
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Post#5by karinenhof » Thursday 23. July 2009, 12:29

die Informationen vom "Furhrmann" finde ich wichtig uns für mich sehr interessant. So, in diese Richtung habe ich noch nicht nachgedacht. Auch die Gegenargumente vom "Frankenvieh" kann ich verstehen.

Vor wenigen Jahren waren hier in Brandenburg viele Flächen lange unter Wasser. Warum? War nur der Regen schuld? Irgendwann war das Wasser weg und die meisten haben es inzwischen mehr od. weniger vergessen.

Nicht weit von uns ist ein Weg, den wir als Abkürzung nehmen um schneller von A nach B zu kommen. Der Weg führt über einen Graben. So richtig voll habe ich den Graben noch nie gesehen, auch nicht zu Zeiten des vielen Wassers auf den Feldern.
Aber mich wundert es auch nicht. Direkt am Graben ist ein Feld, auf dem steht das Wasser. Der Boden scheint so verdichtet, dass es die 5 m nicht überwinden kann um abzusickern und in den Graben abzufließen.

Und da kommen dann wieder die Pferde od. andere Zugtiere in´s Spiel. Die Bilder von neuen Maschinen für Pferde habe mich echt beeindruckt. Ich finde auch, dass hier mehr gemacht werden muss.
Warum gibt es nicht mal ein Sternfahrt mit Pferden nach z.B. Berlin?

Das muss ja nicht bedeuten, dass keinerlei Technik auf dem Hof existieren darf. Eine gesunde Mischung für die Menschen und den Boden ist gut.

Ich fahre z.B. unseren Kompost (mit Dung und Gartenabfällen) per Auto und Hänger auf meine Schafswiese. Anstrengend, aber immer noch besser als mit synthetischen Dünger. Da finde ich die Variante mit dem Pferd viel besser.

Sollten wir uns statt nach einem Traktor, doch besser nach einem Pferd umsehen? Aber die Anschaffung alleine macht es ja auch nicht. Traktor darf ich fahren, Pferd kann ich nur ein klitzekleines bisschen. Auch nur vor dem Wagen und auch nur einspännig. Mein Mann kann mit einem Pferd überhaupt nichts anfangen.

nachdenkliche Karin vom Karinenhof im Havelland
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Post#6by Frankenvieh » Thursday 23. July 2009, 12:40

Das Problem ist ja auch diese ganze Bürokratie die es solchen Leuten schwer macht. da braucht man schonmal eine Fahrerlaubnis und eine TÜV geprüfte Kutsche. Oder man fährt nur alleine und Nachbars Kinder haben das Nachsehen. Versicherung ist da auch ein Must have. Die neuen Pferdegeräte sind für mich unerschwinglich und die alten leider oft unbrauchbar. In Thüringen gibt's ein Reitwegenetz, verläßt du diesen zahlste Strafe, Pferde tragen Nummernschild, ich glaube das gilt auch für Gespanne.

Von den Freunden der Rinderanspannung hat das schon mal eine versucht, Wandern mit Kuh und Ochs, soweit so gut..... ABER verlasse mal das BundeslandImage, überall wo sie kampieren wollte musste sie die Betriebsnummer aufschreiben, BHV frei oder nicht, ach du meine Nase..... da merkt man erstmal was das alles für ein Bürokratenquatsch ist was da die Hefter füllt.
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Post#7by Christina » Thursday 23. July 2009, 14:09

Nehmt als Beispiel meine Pferdeweide und die des Nachbarn direkt nebenan:

Meine Weide: portionsweise abgrasen, Pferde kommen ca. 2-3 Mal im Jahr für 1-2 Wochen drauf, ich äppel mit der Karre ab, die andere Zeit über passiert dort nichts.
Ich hab schönes Gras, muss mir irgendwann Gedanken über die Düngung machen, aber vielleicht kommt diesen Winter wieder eine schöne Überschwemmung und das reicht dann wieder für 1-2 Jahre. Bodenwerte waren letztes Jahr in Ordnung, werde im kommenden Frühjahr mal wieder testen.

Die Nachbarweide: Die Pferde laufen ständig auf dem ganzen Stück, es ist immer sehr kurz gefressen, wird regelmäßig mit dem Trecker abgeschleppt, gewalzt und gedüngt. Außer Hahnenfuß wächst dort kaum etwas. Wahrscheinlich soll dieses Jahr Gift gespritzt werden.

Ich kann dem Ansatz vom Fuhrmann also durchaus folgen!!!Mehr Maschineneinsatz ist nicht zwangsläufig mehr Ertrag. Da gehören schon etliche Faktoren mehr dazu. Und Hahnenfuß - um beim Beispiel zu bleiben - ist im Grunde immer ein Zeichen von Misswirtschaft. Da werden (in meinen Augen planlos - natürlich findet mein Nachbar es sehr geplant!) Maschinen eingesetzt, die in dem Umfang gar nicht vorteilhaft sind, sie bringen einfach nicht, außer einer aalglatten Fläche.

TÜV und Führerschein braucht man für den Trecker auch... Das allein kann nicht der Gegengrund sein. Für die Pferde braucht man wohl mehr Wissen als die meisten haben, aber wenn man den Trecker und die ganzen Maschinen nicht auch mal selbst reparieren kann (also Wissen hat) wird es ganz schön teuer.

Letztendlich können wir nichst daran ändern, ob die Arbeitskräfte in unseren Augen sinnvoll eingesetzt und verteilt sind, aber für uns selbst und unser Umfeld können wir schon etwas schaffen und verändern.Wenn es jemand schafft, mit Pferden und Menschen (anstatt einem Fuhrpark) zu arbeiten und wirtschaftlich zu arbeiten, finde ich das absolut bewundernswert und nachahmenswert!

Bei uns im Dorf ist der Bauer mit dem größten Trecker übrigens schon 2 x pleite. Das allein reicht also auch nicht. Im Gegenteil, ich glaube, viele übernehmen sich mit der Anschaffung gnadenlos und müssen als Folge dann auch massenweise produzieren.
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Post#8by Fuhrmann » Thursday 23. July 2009, 20:39

Frankenvieh wrote:2700ha mit Pferden bearbeiten?


Das wäre ein Traum.....

Das wären 27 Betriebe a 100 ha die sicher gut leben könnten !

Je Betrieb wären das 8 Pferde und 2 Gespannführer, ergo 216 Arbeitspferde und 54 Fuhrleute !

Dazu würde sich in der Region mindestens 1 Sattler, 1 Schmied und ein Maschinenschlosser und -bauer ansieldeln.

Die Betriebsausgaben würden zum größten Teil in der Region bleiben und nur noch ein kleiner Teil irgendwelche Investoren irgendwo auf der Welt Geld verdienen lassen. Das groß der Ausgaben dieser Betriebe kommt den Menschen in unmittelbarer Nähe zu gute.

27 Pferdebetriebe auf Regionaler Ebene bietet Chancen für eine erfolgreiche Arbeitspferdezucht

Die Bio-Diversität welche die Betriebe in die Region bringen würden senkt sicherlich den Krankheitsdruck in den Kulturen, schafft langfristig ertragreiche und wasserspeichernde Böden.....

Wenn dann noch Biologisch gewirtschaftet würde.....kommt man einem Paradies schon recht nah!

Wie viel Maschinen-PS stehen denn auf eurem Betrieb zu Verfügung ?
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Post#9by Frankenvieh » Thursday 23. July 2009, 21:03

Hallo Christina!

Also wenn man das so liest möchte man meinen wer Technik einsetzt macht alles kaputt. Aber wie man sieht ist das dann Unwissenheit vom BetreiberImage und wie man sieht können auch Pferde eine Fläche kaputt machen, infolge falscher Beweidung. Da sehe ich nur die falsche Pflege der Wiese und nicht Einsatz von Technik. Mir fehlt leider die Zeit alle Wiesen mit Kuh zu schleppen und wir setzen geringfügig Kunstdünger ein. Löwenzahn, Gräser, Schlüsselblumen, etc, pp alles wächst da und es sieht kunterbunt aus. Hier tummeln sich auch Erdkröte, Feuersalamder und co..Trotz des Treckers und Kunstdünger. Es ist immer eine Frage das was -wann -wo -wie. Viel hilft nicht viel...
Wenn die Bauern hier auf ihre Felder die Gülle ausbringen fahren die große Gülle LKW und das Teil was die Gülle in den Boden eingrubbert ist so groß wie ein Haus..... aber von festgefahrenen, verdichteten Boden sehe ich nichts.
Was ist dieses Jahr mit der Ernte? mal einen Tag Sonne und wieder Regen, ums Heu trocken rein zu kriegen, spannst du dann auch den Trecker an....

Wer mit Pferden arbeiten will und es kann, der hat auch meine Zustimmung. Aber man kann es nicht auf ganz DE ummünzen, weil die Betriebe zu verschieden sind. Und wie gesagt: wer von den 4Mio A-Losen will auf den Acker? (im übrigen sind das viel mehr, leute mit Lehrgängen, H4,...zählen da nicht rein)

Den Führerschein fürs Auto= Trecker brauche ich, der fürs Pferd wäre Luxus und mittlerweile auch unbezahlbar. Pferde sind leider zu Luxustieren geworden, geschirre, Pferdegeräte, etc pp kosten viel zu viel.
Für den Traktor haben wir 1000€ bezahlt, für Schwader, wender, div. Hänger nochmals 1800€. Ein Pferd allein wäre Tierquälerei, ..... für 2800€ bekomm ich nicht mal ein ausgebildetes Arbeitspferd.
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Post#10by Frankenvieh » Thursday 23. July 2009, 21:19

Fuhrmann wrote:
Frankenvieh wrote:2700ha mit Pferden bearbeiten?


Das wäre ein Traum.....

Das wären 27 Betriebe a 100 ha die sicher gut leben könnten !

Je Betrieb wären das 8 Pferde und 2 Gespannführer, ergo 216 Arbeitspferde und 54 Fuhrleute !

Dazu würde sich in der Region mindestens 1 Sattler, 1 Schmied und ein Maschinenschlosser und -bauer ansieldeln.

Die Betriebsausgaben würden zum größten Teil in der Region bleiben und nur noch ein kleiner Teil irgendwelche Investoren irgendwo auf der Welt Geld verdienen lassen. Das groß der Ausgaben dieser Betriebe kommt den Menschen in unmittelbarer Nähe zu gute.

27 Pferdebetriebe auf Regionaler Ebene bietet Chancen für eine erfolgreiche Arbeitspferdezucht

Die Bio-Diversität welche die Betriebe in die Region bringen würden senkt sicherlich den Krankheitsdruck in den Kulturen, schafft langfristig ertragreiche und wasserspeichernde Böden.....

Wenn dann noch Biologisch gewirtschaftet würde.....kommt man einem Paradies schon recht nah!

Wie viel Maschinen-PS stehen denn auf eurem Betrieb zu Verfügung ?


Von der Technik habe ich nicht den Plan, etliche Fendts, johnnys, JCB und wie die alle heißen. Der Betrieb beschäftigt 120 Menschen. 800 Milchvieh+ Nachzucht, 1500Mastschweine, Fleischerladen, Landhandel, Küche für Schulessen und co.....Direktvermarkter.... bleibt auch fast alles in der Region, bis auf die Milch die geht weiterwegImage.

Hier haben auch welche mit Bio angefangen und schnell wieder aufgehört. Ich sagte schon, dazu muss man geboren sein, das kann man nicht einfach so. Ich denke das wird ein Traum bleiben...
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Post#11by Ihrwißtschon » Friday 24. July 2009, 09:55

Kennt jemand 27 Familien, die jeweils einen 100 Ha-Betrieb führen wollen, und auch können, noch dazu mit Pferden?

Es ist ein Traum, nicht mehr,und nicht weniger. Die Amish spannen Pferde ein, weil sie nichts anderes dürfen. Sie würden m. E. liebend gerne anders wirtschaften, denn sie sind dem Fortschritt generell nicht abgeneigt. In Deutschland fehlen einem dafür auch schlankweg die Arbeitskräfte, bzw sind sie nicht bezahlbar.

Für Deutschland kann man weder die Sichtweise der Amish, noch deren Geräte anwenden. Siehe letzte Starke Pferde , die Scheibenegge. Mir tut der Mann leid, erfüllt sich einen Traum und holt so ein Teil übern Teich, und vier Kalte bringen es kaum fort. Was nun? Noch ein Kaltblut, noch mehr Futterfläche für die Pferde, für paar Tage im Jahr,oder Traktor davorhängen?

Die Zukunft der deutschen Pferdearbeit liegt für mich in Schnittstellen zwischen Traktor und Gespann. Schwere Arbeit mit dem Trecker, leichte mit zwei oder drei Pferden. Für die Leute die das möchten. Man kann auch den Traktor für alles nutzen, das geht momentan problemloser. Stimmts Herwig?

Thomas Isenberg (sein Vater hat die Schleswiger gerettet) , dem kann man doch bestimt keine Abneigung gegenüber Pferdearbeit vorwerfen. Er ist für mich einer, der absolut auf dem Boden der Realität steht, und er sagt es ist bei ihm sinnvoller/lukrativer die Pferde laufen vorm Planwagen oder im Wald, als auf dem Acker. Mich wundert weshalb noch keine Vorstellung seines Betriebes in der StPf war.

Weshalb hat Bernd Scholl seine Pferde aufgegeben? M.E. wäre man dafür eine Begründung den StpF Lesern schuldig.

Ich hab da auch was von einem Lehrgang der IGZ gelesen, wo man lernen kann hinter einem Pferd herzulaufen und mal am rechten und mal am linken Zügel zu ähm einzuwirken. Wie lange werden Deine Schüler brauchen, bis sie 100 ha bewirtschaften können? Ich nehm an das dauert auch wieder Generationen.

Und speziell bei mir merk ich grad wie es ist wenn man zu den Pferdearbeiten alleine dasteht.Die Pferde sind die Hackarbeit nicht gewöhnt, da brauchste jemand zum Führen. Macht jeder Laie? Nicht unbedingt, wenn das Pferd so ungewöhnlich groß und schwer ist. Und wenn ich tagsüber aufn Acker will, sind die arbeiten,und wenn die Feierabend haben, bin ich melken. Also kümmerste Dich alleine, bist frustriert wenn der Hans einfach mal abbiegt und hinten die Saatkartoffeln rausfliegen, und es kommt keine rechte Qualitätsarbeit raus. Oder man verschiebt die Arbeit aufs Wochenende und der Ausflug mit der Freundin fällt dafür ins Wasser. Oder man läßt das hacken ganz, um die Rüben nicht zu gefährden, und rupft das Unkraut nachher auf den Knien mit der Hand raus. Knapp 20 a. (hatte dies Jahr nicht gespritzt, wegen dauerndem Regen, und euren Kommentaren im Hinterkopp). Ich lese die St.Pf seit sie bunt ist, und ich kann nicht sagen das sich in dieser Zeit in meinem Bekanntenkreis etwas getan hätte im Bezug auf vermehrten Pferdeeinsatz in derLandwirtschaft. Pflügewettbewerbe sind entstanden, aber das ist für mich eine Sportart, keine Arbeit.
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Post#12by Ihrwißtschon » Friday 24. July 2009, 21:35

Die Minus 5 ist erreicht, deshalb noch schnell eine Ergänzung: Betrieb ist ja nicht gleich Betrieb. Welche Betriebszweige soll denn so ein 100 ha Pferdebetrieb haben? Marktfrucht, Milchvieh,Mutterkühe, Gemüse, Schweine?
Noch ein Zitat aus der letzten Starke Pferde. Seite 44 : der versuchsbetrieb hat 13,5 ha Ackerland mit einer 6jährigen Fruchtfolge und ein Gespann Pferde. Deren Leistungen reichen nicht , um die Arbeiten(vor allem das Pflügen) termingerecht durchzuführen.

Ich bin durchaus offen für Pro-Argumente. Bloß dies Jahr würden wohl die Körner in den Puppen zu wachsen anfangen.
Bei uns steht ein Bekannter mit dem Oldtimer-Mähdrescher in den Startlöchern. 2m Schnittbreite, er veranschlagt 6 Stunden für die 1,8 ha. Wenn doch mal Wetter würde...
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Post#13by Christina » Saturday 25. July 2009, 07:31

@ Ihrwißtschon: Ich denke, es ist schon viel getan, wenn man über den Einsatz der goßen Trecker nachdenkt. Wenn man sich bewusst ist, welche Wirkung sie auf den Boden haben... Und wenn man überlegt, wo man etwas ändern kann.
Viele Änderungen scheitern, weil die Leute denken, wenn, dann ganz... oder gar nicht. Das ist sehr schade!!!
Natürlich ist es besser, mit einem Trecker die Existenz zu erhalten als auf ihn zu verzichten! Aber viele Treckereinsätze, die man macht, weil man sie macht, kann man auch sein lassen. Vielleicht nicht jeder Landwirt, aber doch einige. Das ewige Walzen der Weiden nur als Beispiel.
Wenn du Hilfsleute brauchst bei deinen Pferden, dann hättest du zum Beispiel die Möglichkeit eine Interessengruppe zu bilden. Du könntest per Zeitung Leute suchen. Du könntest über die VHS einen Pflügekurs anbieten, dich an den nächsten Heimatverein wenden usw. Klar muss das nicht zwangsläufig zum Erfolg führen, aber du machst deinen Kopf damit frei für Lösungen, du schaffst Raum für Wege zum Ziel.


@ Frankenvieh: Naja, ich denke schon, es ist die Kombination. Es wird nun überlegt, wieder den Trecker zu nehmen und die ganze Weide mal zu spritzen.... Der Nachbar fährt einfach zu gerne mit dem Ding. Wäre der nicht da, müsste über andere Lösungen nachgedacht werden, andere Weidepolitik. Damit will ich nicht sagen, dass die Trecker abgeschafft werden sollen! Ich hab ja auch viele Vorteile dadurch, die ich auf keinen Fall missen möchte!! Trotzdem glaube ich, dass ein bewussterer Umgang damit der gesamten Menschheit gut tun würde.
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Post#14by Frankenvieh » Saturday 25. July 2009, 09:36

Hallo Christina!

Den Bauern den du da beschreibst, ich glaube der ist gar kein Bauer. Ein jeder wird sich hüten seine Böden zu verdichten oder sinnlos Fahrten mit dem Trecker zumachen! Des kostet Geld, massiv Geld. Bei 2700ha braucht man große Maschinen! da geht die Arbeit zügig vorran und man kann kombinierte Gerätschaften anhängen und fährt nur einmal anstatt 2-3mal. Außerdem gibt es Zwillingsbereifung und Ballonreifen. Braucht man nicht eine Erlaubnis um die Wiese totzuspritzen? (als Nichtlandwirt?)

@Fuhrmann
Meine Kollegin ist auf einem Hof aufgewachsen (wird heuer 60). Sie erzählte als sie mit 5(!!!!) mit dem Ochsengespann vom Feld die Kartoffeln geholt hat, ALLEIN. Sie kannte zu diesem Zeitpunkt NUR Arbeit, noch nicht mal Hausaufgaben durfte sie machen (heimlich mit Taschenlampe, 24uhr). Sie war froh als sie dann auszog! Das ist keine Kindheit/Jugend!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Bei den Amish ist das nicht anders. Ich finde das auch sehr bedenklich, das diese Gesellschaftsform immer in der SP so angepriesen wird.
Sie sagte: Wer sich das zurückwünscht und Kinder auf den Acker schickt, der hat in seinem Leben noch nicht gearbeitet. Sie ist froh über arbeitserleichternde Technik!

Mein Sohn ist jetzt 7, nie würde ich ihn zwingen solche Schuftereien zu vollbringen, obwohl er gern mal mithilft! Männe und ich könnten niemals 100ha nur mit Pferden bewirtschaften, 24h Tag reicht da nicht! Kinder dazu zu zwingen mitzuarbeiten finde ich seeeehr weit hergeholt. Ich rede hier von Arbeit und nicht von den kleinen Aufgaben die sie gerne übernehmen. Wir hatten ja noch Kartoffelferien, haben wir das gehasst!!!
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Post#15by Ihrwißtschon » Saturday 25. July 2009, 21:17

Christina wrote:@
Wenn du Hilfsleute brauchst bei deinen Pferden, dann hättest du zum Beispiel die Möglichkeit eine Interessengruppe zu bilden. Du könntest per Zeitung Leute suchen. Du könntest über die VHS einen Pflügekurs anbieten, dich an den nächsten Heimatverein wenden usw. Klar muss das nicht zwangsläufig zum Erfolg führen, aber du machst deinen Kopf damit frei für Lösungen, du schaffst Raum für Wege zum Ziel. .


Das ist voll an der Praxis vorbei. Diese Leute kommen ein zwei mal , so als Abwechslung. Aber doch nicht unentgeltlich,um mir den Acker zu pflegen, damit ich Geld verdiene. Für sowas braucht man verläßliche Festangestellte. Oder die Pferde funktionieren im Alleingang. Wobei immer noch ein Restrisiko für Unfälle bleibt.

Wer ist die VHS? Pflügekurs kann ich leider keinen anbieten, weil ich da erstmal selber einen brauche Image. Vicky, weißte noch, "Pflügst Du richtig?", wie kannst Du sowas nur versteigern?

Diese Kinderarbeit wie sie Vicky beschreibt geht natürlich überhaupt nicht. Aber genau das waren die Helfer die früher die Pferde geführt haben. Ich hab Schriften , da steht direkt drin: Dabei ist das Pferd von einem Jungen zu führen! oder: Mit Ochsengespannen schaffen drei Polenjungen mehr als dieses kombinierte Gerät.
Was ich mir vorstellen könnte wäre ein Angebot "Fahren" über die Ganztagsschulen. Wo die Kiddies bißchen Fahrlehrgerät und Kontakt zum Pferd vermittelt kriegen. Und wer dann noch Lust hat findet auch den Weg zum nächsten Pferdebauern.
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Post#16by Herwig » Sunday 26. July 2009, 09:17

Hmm, ich habe mich da ja geflissendlich rausgehalten aber nun finde ich doch mal ein paar Ansatzpunkte, speziell zur Hetze auf die sogenannte Kinderarbeit in der Landwirtschaft.
Ich glaube generell tut es Kindern gut feste Strukturen zu haben, da darf es ruhig schon mal eine feste Aufgabe im Haushalt oder auf dem Hof sein, wenn man es genau nimmt, heißt Kinderzimmer aufräumen, Flur fegen, Hof fegen, Katzenklo saubermachen ja auch nicht gleich Kinderarbeit. Wo ist da die Grenze??
Ich kenne auch heute, kaum noch einen Landwirt, dessen Kinder nicht auch im Haus und Hof mithelfen. Früher ist der Bauerssohn ein paar Stunden neben dem Pferd gegangen, heute pflügt er mit 11 Jahren und riesen Monstertreckern hektarweise den Acker (Und hat auch noch Spaß dabei). Ich sehe da keinen Unterschied!!Image Ist es bedenklich wenn die Kids dazu angehalten werden sich am Haushaltseinkommen zu beteiligen und das ist der Fall, wenn Kids heute Pflügen, Heu mit auf den Boden stapeln, Füttern etc. all das was heute täglich auf einem Bauernhof passiert. Was ist mit Hilfe im Gemüsegarten?? Ich könnte ähnlich über Senioren nachdenken, die eigentlich Rente beziehen und sich schon rein gestztlich nicht am Familieneinkommen beteiligen dürfen, darf der Opa mit 72 noch auf den Traktor beim Heu pressen??
Sehen wir das zu eng? Vielleicht sollten Kinder generell etwas mehr mithelfen, da lernen sie etwas fürs Leben und brauchen nicht ständig über Langeweile zu klagen und für teures Geld bespaßt werden. Grenzerfahrung im Garten, statt beim SBahn surfen!!??
Fest steht das viele negativen Auswirkungen der Erziehung auf dem Lande immer erst verspätet ankommen.
Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, als würde ich es billigen, das Kinder in der 3. Welt sich prostetuieren müssen, Teppiche Knüpfen oder auf Müllhalden nach genießbarem für die Familie suchen müssen. Es geht um Mithilfe auf dem Hof, bei der auch Werte vermittelt werden die für Kinder und deren Entwicklung hochbedeutend sind.
Last edited by Herwig on Sunday 26. July 2009, 09:28, edited 2 times in total.
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Post#17by Fuhrmann » Sunday 26. July 2009, 09:22

Frankenvieh wrote:Meine Kollegin ist auf einem Hof aufgewachsen (wird heuer 60). Sie erzählte als sie mit 5(


Ah Frankenvieh, ja jetzt verstehe ich dich....nein so eine Pferdearbeit wird es nicht mehr geben, da gebe ich dir recht ! Jetzt verstehe ich auch Dein Denken.

Leider ist mit der Pferdearbeit in Deutschland immer noch Schinderei und Plackerei, Hunger und Mangel verbunden ! Nur, das lag ja nicht an den Zugtieren sondern an den beiden Kriegen davor.

55 Jahre zurück, das heisst 1954, 10 Jahre nach dem Krieg, ein ausgemergeltes Land, von 2 Kriegen gebeutelt, im Neuaufbau, gestiegene Bevölkerung durch die Vertriebenen, Mangel an Pferden weil viele im Krieg getötet wurden etc.

Die Zugtierverwendung oder Pferdearbeit der Zukunkft wird eine andere sein als nach dem Krieg. Im Grunde wird sie ähnlich der Schleppertechnik sein, nur eben leichter, energieeffizienter.

Aber vieleicht mal das eine oder andere Beisspiel:

Kessler fährt auf seinem Betrieb einen Möhrenvollernter mit 3 oder 4 Pferden, den kann er alleine fahren, steuert Pferde und den Roder. Die Möhren werden in Kisten auf dem Roder abgelegt. Dann kommt ein 2. Gespann mit einem Tieflader und die Kisten rollen auf den Tieflader und werden abgefahren. Da ist kaum noch Handarbeit.

Ein anders: Rundballenpressen auf den Horse Progress Days in Ohio 2008, 4 Pferde, kleiner Aufbaumotor und die PFerde pressen. Ihnen folgt ein 2 Wagen mit Pferden der die Rundballen aufsammelt und in die Scheune fährt.

Pferdearbeit heisst nicht zurück zu mehr körperlicher Arbeit, vielmehr heisst es gute Maschinen für die Landwirtschaft zu entwicklen, und das findet nun auch mehr und mehr in Europa statt.

Man wird nicht mehr dem Einscharpflug hinterherlaufen, es werden vielleicht 3 oder 4 Scharpflüge sein, vielleicht sind bis dahin auch noch modernere Pflüge im Ensatz. Der Fuhrmann wird auf dem Pflug sitzen und die Pferde steuern.

Wir werden auch andere Pferde haben, Pferde die einen schnelleren Schritt laufen, und denen kann man nicht mehr den ganzen Tag hinterherlaufen, die laufen so schnell, da muss man auf den Maschinen mitfahren. Ich hatte bzw. habe das Glück in den USA mit Belgians zu arbeiten und nun auch hier die Möglichkeit Flämische Pferde ( Wiederenstehung der Flämischen Pferde aus Belgians) einzusetzen, mit deren Schritt kommen unsere Rassen kaum mit.

Und es werden auch Höfe in gewisser Größe sein müssen um die Vielanspannung zu realisieren. 10 Morgen-Betriebe wie in der Nachkriegszeit wird es nicht geben. Höchstens noch für Selbstversorger im Nebenerwerb.

In diesem Sinne....gutes Wetter für die Ernte....
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Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Post#18by Frankenvieh » Sunday 26. July 2009, 09:52

@Herwig: Ich denke diese Aufgabenverteilung kommt auch auf die Kinder an, es gibt auch welche die haben Null Interesse an dem Hof, feste Strukturen das ist schon klar! Aber Fuhrmann ging von der Familienarbeit aus. Was ist wenn das Kind 14/15 ist und in die Lehre geht? Weit weg vielleicht? Dann fehlt eine Arbeitskraft.... Ich denke solche reinen Pferdearbeitshöfe werden nicht die Zukunft sein oder man hat Genossenschaften mit Angestellten. Ich kann ja heute mal meine 2Lehrlinge fragen was sie da von halten würden.... Sind wir gespannt was da noch kommt!

Wir legen unseren Hof so aus, das die Arbeit zu zweit geschafft werden kann und das neben dem Job. Wer weiß ob mein Sohn in 5Jahren immer noch sooooo ein großes Interesse an der Lawi hat.
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Post#19by Patrizia » Sunday 26. July 2009, 23:30

dann oute ich mich jetzt gleich mal als "Träumer"...
bewirtschafte derzeit ca. 3,5ha Grünland (1,5ha Weide mit zusätzlicher Schnittnutzung und 2ha reine Mähwiesen). Davon soll ein kleiner Teil in Ackerfläche umgewandelt werden (bzw. evtl. auch zugepachtet werden), um biologisch (nur für die Selbstversorgung) verschiedenes anzubauen.
Bearbeitet soll dies dann vorwiegend mit den Tieren werden (Ponys und Kaltblut, 2 Rinder, 2 Ziegen). Zum Teil werden sie bereits jetzt für leichte Arbeiten eingesetzt, aber auch für die schwereren (wie Mähen) sollen sie antrainiert werden. Hab grad das Glück gehabt, für 200,-- ein antikes 2-spänner-Mähwerk mit Vorderwagen in einwandfreiem Zustand aufzutreiben, das immer nur gewartet wurde, aber nie im Einsatz war, da es nur als Reservegerät dienen sollte. Ist also im Prinzip nagelneu.
Ein kleiner Traktor soll zwar auch her (habe immer noch nicht den passenden gefunden), aber eigentlich nur, weil es manchmal mit der Zeit knapp wird, wenn schon die Gewitterwolken am Himmel stehen und das Heu eingebracht werden soll. Da ist der Traktor doch schneller und belastbarer als die Tiere, die man ja nicht über Gebühr belasten möchte. Wenn's sein múß, zieht mein kleiner russischer Geländewagen auch einen Heuwender über meine Hangflächen (mit einer Wechseldeichsel für Pferde-/Autozug wirds's möglich).

Freilich lacht manch einer der (motorisierten) Bauern von seinen Großgeräten herunter, wenn er mich wurschteln sieht. Aber: mit seinen Maschinen hat er im Prinzip auch keinen Zeitgewinn, da er immer größere Flächen bewirtschaften muß, damit sich die sauteuren Maschinen auch rechnen.
Ich teil es mir entsprechend ein, mach nur soviel, wie ich für uns brauche, verdichte weder meinen Boden noch ruiniere ich die Grasnarbe mit meinen Leichtgewichten...

Sollte jemand übrigens einen Ladewagen wissen, wo der Kratzboden über Bodenantrieb läuft und der somit auch mit Zugtieren genutzt werden kann (gibt's sowas überhaupt?), kann er es mich gerne wissen lassen. Das würde das zeitaufwendige Heuaufgabeln auf den Heuwagen sparen...
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Post#20by Fuhrmann » Monday 27. July 2009, 07:11

Hallo Patrizia,

willkommen im Club.

Mach Dir nix draus, dass man über dich lacht oder als Spinner oder Träumer bezeichnet. So ging es mir Anfangs auch. Aber gerade im letzten Jahr als in der Heuernte der Dieselpreis bei 1,5 € lag, hat keiner mehr gelacht.

Überlege es dir mit dem Traktor gut, oder ob du lieber in moderne Pferdetechnik investierst.

Meines Wissens gibt es keinen bodengetriebenen Ladewagen, zumindest habe ich noch keinen gesehen.
Die Alternative wäre ein normaler Ackerwagen und ein angehängter Hecklader dazu.

In diesem Sinne
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Post#21by Patrizia » Monday 27. July 2009, 21:13

der Traktor soll schon auch sein, aber halt wirklich nur ein kleiner, der für unsere Zwecke ausreicht. Grund ist ganz einfach, daß ich auch noch einen Job habe und es schon auch mal zeitlich sehr knapp werden kann. So kurzfristig, wie ich mir für die Heuernte letzte Woche Urlaub genommen habe, klappt nicht immer.
Und wenn's dann wirklich mal Hektik und Schinderei sein muß, dann reicht es, wenn ich mich schinde, die Tiere müssen in so einer Situation dann nicht ran. Ich möchte ja lange was von ihnen haben.
Oder man kann die Arbeit ja auch aufteilen:Traktor erledigt die (schwerere) Mäharbeit, wenden können die Pferde, schwaden der Traktor und einbringen die Pferde... oder wenn gepresst werden soll, kann das auch der Traktor, da das Gewicht der Presse für Zugtiere schon nicht ohne ist. Außerdem ist die Presse (Welger ND-Kleinballenpresse), auf die ich ein Auge geworfen habe, nicht für Pferdezug ausgelegt. Hab mir da schon eine angeschaut, kostet 300,-- und ist voll einsatzfähig, die wird's wohl werden. Über den Preis kann man nicht meckern.
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Post#22by Frankenvieh » Tuesday 28. July 2009, 07:09

Eben, das ist auch alles eine Preisfrage. Wenn ich daran denke was so ein Vorderwagen kostet, oder ein GeschirrImage. Bin ich mit meiner Technik und Zugmaschine aber 10mal billiger....
Das Pferd ist ein Luxustier, wollen wir hoffen das sich das wieder ändert.
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Post#23by Patrizia » Tuesday 28. July 2009, 23:00

Frankenvieh wrote: Wenn ich daran denke was so ein Vorderwagen kostet, oder ein GeschirrImage. Bin ich mit meiner Technik und Zugmaschine aber 10mal billiger....
Das Pferd ist ein Luxustier, wollen wir hoffen das sich das wieder ändert.


Daß ein Pferd ein "Luxustier" ist, merke ich vor allem an den Tierarztrechnungen:
Kastration Kaltblut 300,-- und Kastration Stierkalb 30,--

Übrigens, wenn ich mir die Preise für Traktoren und Geräte so ansehe, weiß ich nicht, ob das Pferd/Zugtier nicht doch die billigere Lösung ist. Dazu kommt die erheblich teurere Wartung und die hohen Betriebskosten bei Zugmaschinen. Den Ansatz der höheren Arbeitszeit kann ich nicht gelten lassen, das ist meiner Meinung nach eine Milchmädchenrechnung. Diese Arbeitszeit wird ja beim Landwirt auch nicht real vergütet. Insofern ist es eigentlich ein Selbstbetrug, wenn man z.B. sagt, man arbeitet mit dem Pferd mehr Stunden, um dieselbe Fläche zu bewirtschaften und deshalb sinkt der Stundenlohn. Klar, mit dem Traktor ist die aufgewendete Zeit kürzer, aber kommt da real mehr dabei raus? Mitnichten. Führt eigentlich nur dazu, daß man, um wirtschaftlich zu arbeiten, immer größere Flächen bearbeiten muß, damit was rumkommt. Und: hat der Pferdebauer nach seinem längeren Arbeitstag weniger Geld in der Tasche? Eigentlich doch nicht?
Einen Zeitgewinn sehe ich beim technisierten Landwirt auch nicht grade. Meine Nachbarn, die mit großen Geräten arbeiten und meist gleich einen Fuhrpark von mehreren leistungsstarken Traktoren haben, sind mehr imStreß als mancher Manager. Die stehen früh um 5 auf und schuften bis ca. 7 abends bei 1 Std. Mittagspause, fallen dann groggy um 9 ins Bett... trotzdem reicht's oft hinten und vorne nicht in finanzieller Hinsicht. Zu Erntezeiten (Mais) ist Chaos angesagt. Riesenflächen müssen abgearbeitet werden und das Einfahren für Maissilage geht die ganze Nacht hindurch. Der Roßbauer macht's dagegen parzellenweise, und kann sich die Arbeitsbelastung besser einteilen. Hinzu kommt, daß derjenige, der mit Zugtieren statt mit schweren Maschinen arbeitet, meist ohnehin einen kleineren Tierbestand hat, für den er solche Mengen gar nicht braucht.

Auch viele Kleinigkeiten sollte man bedenken: Traktorenbetriebe schmeißen Baum- und Strauchschnitt üblicherweise in einen Häcksler, der Energie verbraucht.
Tierbetriebe können dies Zeugs gut auch verfüttern, übrig bleiben vertrocknete abgenagte Zweige, die man perfekt im WInter verheizen kann. Baum- und Strauchschnitt landet bei mir als Haufen mitten im AUslauf und die Pferde, Ziegen und Rinder machen sich mit Genuß drüber her. Die abgenagten Reste werden aufgeklaubt, sind meist schon so zerkleinert, daß man nur noch die Stammteile auf Ofenlänge sägen muß. Sind durch Sonne schon so gut vorgetrocknet, daß man sie problemlos im selben Jahr bereits verfeuern kann, meist sogar direkt in der holzbeheizten Wintertränke der Tiere (= alter Waschkessel).

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.
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Post#24by Fuhrmann » Wednesday 29. July 2009, 08:24

Das sehe ich ähnlich wie Patrizia,

Ein Vorderwagen wie der Hisko ist für ca: 7000,- € derzeit zu haben.
Wenn man die Schlepper sieht, pro PS 1000,- € und unter 50 PS ist ja kaum noch was zu haben.

Wir haben in den USA einen Milchviehbetieb kalkuliert. 30 melkende Kühe, Nachzucht und 8 Arbeitspferde, dieser Betrieb ist mit 70.000 € komplett ausgestattet dass man eine Generation lang damit arbeiten kann. Ausser die Pferde natürlich, aber die kann man selbst nachziehen.

Allein ein Schlepper für einen Deutschen Betrieb würde diesen Betrag schon fressen und müsste nach 10 Jahren ersetzt werden.
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Post#25by Frankenvieh » Wednesday 29. July 2009, 11:07

also bin ich doch viel billiger mit 2500-3000€ für meinen Trecker mit Wender, Schwader, Mähbalken, Wasserfass, HängerImageImageImage Vielleicht gibt's die Pferdegeräte auch mal gebraucht (nicht uralt)

Ich habe gestern bei der Ernte zugeschaut. Die Jungs waren mit 3 Claas Lexion560 unterwegs, hinterher gleich die Ballenpresse, teleskoplader. Das Feld war schnell leergeräumt und heute geht's ans vorrichten. Mit diesem dreschtempo kommt kein Pferd nach, vorallem braucht der Drescher keine Pause.

Für kleinere Betriebe könnte ich mir Zugtiere vorstellen, aber nicht die 2000ha+ Betriebe die wir hier haben. Die jungs hatten gestern richtig Hummeln im A...., naja bei der Witterung dieses Jahr....

Ach Fuhrmann wie wurden die 30Kühe den gehalten? Und gemolken?
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