Pferde und Rindergespanne sichern zukünftig Nahrung ......

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Post#26by Patrizia » Wednesday 29. July 2009, 13:56

Frankenvieh wrote:also bin ich doch viel billiger mit 2500-3000€ für meinen Trecker mit Wender, Schwader, Mähbalken, Wasserfass, HängerImageImageImage Vielleicht gibt's die Pferdegeräte auch mal gebraucht (nicht uralt)

Ach Fuhrmann wie wurden die 30Kühe den gehalten? Und gemolken?


in Bayern besteht überhaupt keine Chance, für den genannten Preis einen halbwegs brauchbaren Traktor zu bekommen, schon gar nicht mit Gerätschaften.

Wie die 30 Kühe dort in den USA gehalten werden, wird Fuhrman sicher beantworten...
aber mir kam so ein Gedanke: warum hat eigentlich niemand (außer einigen Naturvölkern) folgendes Konzept: Mutterkühe auf der Weide, die (von Hand) auch noch gemolken werden? Hat den Vorteil, daß nicht "ausgemolken" werden muß, weil das das Kalb besorgt, die Gefahren von Mastitis sind auf die Art erheblich geringer (auch der Kälberspeichel hat eine desinifzierende Wirkung) und das Milchangebot pendelt sich ja auch gemäß der Nachfrage ein (Melker + Kalb entspricht - ganz grob gesagt - der Nachfrage von Zwillingskälbern). Wer dann auch noch den ursprünglichen Zweck einer Mutterkuhhaltung erreichen will, hat diesen zusätzlich. (Wobei für mich persönlich nur die Alternative des Einsatzes der Nachzucht als Zug- und Arbeitstiere in Frage käme, aber das steht auf einem anderen Blatt).

Und so zeitaufwendig ist nun das Melken von Hand bei einem kleinen Bestand nun wirklich nicht (vorausgesetzt man kann's gscheit). Auch die Ausrede, die Kühe würden auf der Weide erst eingefangen werden müssen, damit man sie melken kann, stimmt so eigentlich nicht. Naturvölker machen ja auch die Eutermassage von hinten, da bleibt jede Kuh stehen. Ich musste das zwangsläufig an unserer ausprobieren, als der Kleine nach der Geburt Durchfall hatte und ein paar Nächte am Tropf in einer Box hing, da mussten wir etwas abmelken, damit's keine Probleme gab, und sie blieb brav stehen, sobald man anfing, sie am Euter zu kraulen. Sie wurde dazu nicht angebunden, hatte nicht mal ein Halfter an.

Mir widerstrebt der Gedanke, daß bei dem grausig niedrigen Milchpreis nur über die große Anzahl der Tiere (die dann zwangsläufig ohne hohen Arbeitskräfteeinsatz überhaupt nicht artgerecht gehalten werden können) der notwendige Verdienst (oft ja nicht mal mehr der) erwirtschaftet werden kann, der die Familie ernährt, die Betriebskosten trägt etc.
Das kann's doch nicht sein?

Und überhaupt: jetzt wird ja an höherer Stelle erwogen, Milchkühe zu schlachten, weil man zwar erkannt hat, daß die Bestände zu groß sind, aber freilich wieder einmal zum falschen Mittel greift. Wie immer wird nicht die Ursache bekämpft, sondern an den Symptomen herumgedoktert.
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Post#27by Christina » Wednesday 29. July 2009, 14:07

Patrizia wrote:warum hat eigentlich niemand (außer einigen Naturvölkern) folgendes Konzept: Mutterkühe auf der Weide, die (von Hand) auch noch gemolken werden?


Die Idee hatte ich auch mal, hab dann Bekannte gefragt, die früher immer etliche Milchkühe hatten und nun im Ruhestand sind und nur noch zwei Kühe zur jährlichen Kalbaufzucht haben, ob sie gar keine eigene Milch mehr hätten. Sie meinten, sie hätten anfangs noch nebenher abgemolken, aber die Milch würde irgendwie anders / merkwürdig schmecken. Warum, das wussten sie aber auch nicht. Hat da jemand eine Idee? Oder weiß am Ende jemand, dass das nicht stimmt?
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Post#28by Patrizia » Wednesday 29. July 2009, 14:56

ein bisserl anders schmeckte sie (zumindest bei unserer Kuh) schon, was aber meiner Meinung nach nur daran liegt, was die Kuh frisst. Mutterkühe werden ja meist anders ernährt als melkende Hochleistungskühe.
Unsere frisst vorwiegend Heu und Gras, bekommt abends ein klein wenig Kraftfutter (weil sie vor lauter Eifern auf die Pferde bei deren Fütterung sonst den Stall zerlegen würde) für die Psyche, außerdem Karotten und ab und zu einen Apfel oder eine Banane oder Topinambur. Brauchen tät sie das Kraftfutter und die "Obst- und Gemüsebeilagen" aber nicht.

Die Nachbarskühe (Milchvieh in Anbindehaltung mit Hochleistungsfutter) geben ganz andere Milch, die ist rahmiger.
Ein Stall weiter (Milchvieh in Laufstallhaltung mit Hochleistungsfutter) die geben wiederum andere Milch, weniger rahmig, ich vermute, weil sie etwas Fett auch für die eigene Bewegung verbrauchen, was bei den armen Teufeln, die angebunden sind, wegfällt.
Beide halten dieselbe Rasse wie wir: Fleckvieh

Kann also fast nur am Futter und dem "Eigenverbrauch" der Nährstoffe des Kuhkörpers liegen, ist zumindest meine Theorie.
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Post#29by Fuhrmann » Friday 31. July 2009, 07:52

Frankenvieh wrote:Ach Fuhrmann wie wurden die 30Kühe den gehalten? Und gemolken?



Anbindestall und Auslauf und Weide, die Kühe kommen eigentlich nur zum melken rein, werden teils auch draussen gefüttert.
Gemolken mit einer Melkanlage mit Rohrsystem.


Frankenvieh wrote:also bin ich doch viel billiger mit 2500-3000€ fürmeinen Trecker mit Wender, Schwader, Mähbalken, Wasserfass, HängerImageImageImage Vielleicht gibt's die Pferdegeräte auch mal gebraucht (nicht uralt)


Naja ein Vorderwagen von Hisko ist für rund 7000,- € zu haben. Das hat der Trecker in ein paar Jahren an Versicherung, Sprit, TüV, etc. schon alleine verbraten.
Aber man kann auch gebraucht nicht mit neu vergleichen. Ja es wird noch mal interessant wenn mehr gerbauchtes auf den europäischen Markt kommt.


Frankenvieh wrote:Ichhabe gestern bei der Ernte zugeschaut. Die Jungs waren mit 3 ClaasLexion560 unterwegs, hinterher gleich die Ballenpresse, teleskoplader.Das Feld war schnell leergeräumt und heute geht's ans vorrichten. Mitdiesem dreschtempo kommt kein Pferd nach, vorallem braucht der Drescherkeine Pause.


..und damit schließt sich der Kreis dieses Threads.....es nutzt dem Lexion und dem Teleskoplader nix, wenn es kaum noch Ernte gibt auf Grund verdichteter Böden......
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Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Post#30by Frankenvieh » Saturday 1. August 2009, 19:51

Fuhrmann wrote:[

..und damit schließt sich der Kreis dieses Threads.....es nutzt dem Lexion und dem Teleskoplader nix, wenn es kaum noch Ernte gibt auf Grund verdichteter Böden......

Ähm, da müsste hier schon Wüste sein.....ist es aber nichtImage

Und Pferde sind teurer in der Unterhaltung als unser kleiner Trecker... und nur der Vorderwagen ist ja nix. Ich glaube auch kaum das so ein Vorderwagen über 40 Jahre hält
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Post#31by Patrizia » Monday 3. August 2009, 16:36

hier in Bayern hat man vielleicht nicht Wüste, was aber die Verdichtung an geneigten Flächen anrichtet, sieht man. Und vor allem bei schweren Regenfällen sieht man es deutlich, wenn's die Saat abschwemmt...
bei viel Regen sieht man's dann übrigens auch an nicht geneigten Flächen, wenn das Wasser überhaupt nicht mehr versickern kann, sondern auf dem (fast schon versiegelten) Boden stehenbleibt

auch weitere Kollateralschäden ergeben sich durch die Höher-Schneller-Weiter-Maschinen: zermähte Katzen, Rehkitze, Bodenbrüter und kürzlich habe ich in einem (zugekauften) Rundballen Heu sogar das linke Hinterbein einer Wildsau gefunden... sowas kann eigentlich nur passieren, wenn mit zu schnellem Gerät (flotter Traktor mit unübersichtlichem Frontmähwerk) gearbeitet wird.

Bei einem pferdegezogenen Mähwerk möchte ich solche Sachen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen. Erstens ist anzunehmen, daß die Pferde entweder scheuen oder zumindest rechtzeitig eine Stutzreaktion zeigen würden, wenn da plötzlich was vor ihnen im Gras ist und zweitens ist die Arbeitsgeschwindigkeit niedrig genug, daß die meisten Tiere eine Chance hätten zu flüchten. Rehkitze und Bodenbrüter hätten zumindest die Chance, daß man außenrum mäht und eine "Insel" stehenlässt.

Das Wildschweinbein war für mich ein ziemliches Indiz dafür, daß der Bauer sehr flott unterwegs war. Wildschweine sind nämlich auch verdammt schnell...
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Post#32by Ihrwißtschon » Tuesday 4. August 2009, 13:57

@Herwig: klar sollen die Kiddies was tun, aber man kann sie nicht als Basis für den 100 ha Betrieb betrachten von dem hier die Rede war. Und Papi darf Trecker fahren, alles ganz offiziell. Was Du meinst betrifft eher Leute mit Betriebsaufgaberente oder sowas.

Q Vicki: ich denk auch das Deine angeschaffte Technik nur was fürs Hobby ist,im Profi-Betrieb muß da was verläßliches sein, weißte ja selber.

Neupreis PS 1000 Euro finde ich etwas hochgegriffen, vor allem je mehr Ps desto günstiger das Verhältnis. Bis 80 Ps ist alles recht teuer. Mit was größerem komme ich leider nicht mehr durchs Hoftor.

Fuhrmann wrote:Wir haben in den USA einen Milchviehbetieb kalkuliert. 30 melkende Kühe, Nachzucht und 8 Arbeitspferde, dieser Betrieb ist mit 70.000 € komplett ausgestattet dass man eine Generation lang damit arbeiten kann. Ausser die Pferde natürlich, aber die kann man selbst nachziehen.

.


Fuhrmann ich hab den Eindruck Du antwortest bei mir aus Prinzip nicht, trotzdem mal die ganz sachliche Bitte: erläutere doch diese Kalkulation mal näher. Betriebliche Fläche, Verteilung auf Acker- und Grünland, Früchte, Arbeitskräfte usw.

Schonmal vorab: wir haben einen 5 Tonner- Miststreuer für 25 Großvieheinheiten,mit dem habe ich im Winter alle vier Wochen 2 Tage Arbeit. Also halbtags, komme ja nur zwischen den Melkzeiten dazu. Beladung mit Kran. Dein kleiner Pferdemiststreuer,damit wäre ich verloren. Und ich kann mir nicht vorstellen, das dieser, voll Kuhmist geladen, in drei Minuten leergestreut ist. Hast Du das schon mal ausprobiert?
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Post#33by Ihrwißtschon » Wednesday 5. August 2009, 21:15

Patrizia wrote:Das Wildschweinbein war für mich ein ziemliches Indiz dafür, daß der Bauer sehr flott unterwegs war. Wildschweine sind nämlich auch verdammt schnell...


Oder es war schon vorher tot. Gemäht wird laut Herstellerangaben mit bis zu 12 km/h. Aber dabei fällt man in der Regel aus dem Traktor. Ich mähe so mit 8 bis 10 km/h. Wenn der Weg gut ist Image

Die Pferde würden bei einem Kitz wohl nicht scheuen, weil es nicht vor ihnen im Gras ist,sondern seitlich neben Ihnen liegt. Und Rehkitze flüchten in den ersten Tagen nicht. Heute wird ja meist siliert, Anfang Mai, ich glaub da haben die Rehe noch gar nicht gezickelt.

@Fuhrmann: Bei Anbindehaltung fällt in Deutschland schonmal die Möglichkeit der Bio-Milch aus.
Hast Du mal reingeguckt bei der Dammkultur, www.haeufelpflug.de , das finde ich ist eine ernstzunehmende Möglichkeit der Vermeidung der Bodenverdichtung.
Aber auch bei uns ist keine Wüste, die Genossenschaften fahren Jahr für Jahr Spitzenerträge ein.
Im vorigen Jahr dachte ich auch schon das Ende des Traktors ist nahe. Aber nun lassen ja doch zumindest die Automobilhersteller immer mehr die Katze aus dem Sack, was sie für Pläne für die nach-Erdöl-Ära haben. Da ist sicherlich auch was für die Sicherung der menschlichen Ernährung brauchbar.

Nichtdestotrotz interessiert mich diese Kalkulation. Ich bin Milcherzeuger, ich hab Kaltblüter, ich würde sie gerne mehr einsetzen, weshalb kommunizierst Du nicht mit mir? Das ist eine Sache die ich der ganzen IGZ ankreide-sie findet keinen Weg der Kommunikation mit den Landwirten.
.
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Post#34by klosterbauer » Thursday 6. August 2009, 10:58

Hallo in die Runde

dank Urlaub und Heuernte bin ich derzeit arg ruhig im Forum - aber hierzu steure ich doch gerne noch meinen Senf dazu.

Denn ich denke, im Prinzip haben Trecker- und Pferdefraktion recht. So stimme ich Fuhrmann gerne zu, dass die Pferdearbeit bodenschonender, angenehmer und arbeitsplatzbringender ist. Keine Frage und volle Zustimmung. Wäre auch eher mein Ideal.

Die Welt heute aber ist viel arbeitsteiliger - und das gilt auch für Tierhalter/Landwirtschaft. Solange sich viele Tierhalter damit begnügen (darunter auch und vielleicht sogar ganz besonders die vielen Pferdebesitzer), ihr Grundfutter zuzukaufen, muss es ja gemacht werden. Ist ja ein Geschäft und das den Kollegen gegönnt. Der selbstversorgende Tierbesitzer könnte dies vielleicht noch mit dem PFerd erledigen (und dabei auf Ausritte, Urlaub und Co verzichten), erwarten die meisten Tierbesitzer gerne Heu in bester Qualität frei Stall (jetzt ist nicht der Streit um Heuqualität gemeint!). Das heißt, andere müssen schneller arbeiten, über den eigenen Bedarf produzieren - also rauf auf den Trecker. Gleiches gilt natürlich auch für die Versorgung mit Futtergetreide etc.

Das Problem würde sich ein wenig lösen, wenn die Tierbesitzer sich verstärkt auch der Futterproduktion zuwenden und die Nahrungsgrundlage für Schaf und Pferd (Grundfutter) selbst produzieren. Der Nachteil natürlich für die anderen Landwirte: Abgabe von Fläche und Verlust von Kundschaft. So leben heute beide Seiten mehr (die Tierhalter) oder weniger (die Landwirte) gut von dieser Arbeitsteilung. Bleibt es dabei, dann können wir nur versuchen, mit weniger bodenverdichtenden Maschinen (leichter Traktor, ev. Häufelpflug, kenne ich nicht) zu arbeiten und gleichzeitig ausprobieren, wie effizient den Pferdearbeit wirklich ist.

Wir werden bei uns im kommenden Jahr die ersten Gehversuche starten ... Aber ohne Maschine geht´s nicht. (Oder hoch subventioniert wie die Alm- und Steilhang-Wirtschaft in Hochgebirge, aber da ist bei uns nicht dran zu denken - und das wäre ja auch nicht das Ziel unserer Arbeit).

Also: Ziel Pferdearbeit ist spitze, der Weg dahin wichtig. Aber dazu gehört auch mehr Verantwortung der Tierhalter, sich in eigener Zuständigkeit ums Grundfutter zu kümmern. Und zwar dann gerne mit sanfter Technik. Wer sich verwöhnen lässt, der sorgt genau für die Strukturen der Arbeitsteilung, die Industriealisierung und besondere Maschinenleistung braucht. Dass dabei allzuleicht auch die Landwirtschaft in schwierigen Lagen (Mittelgebirge etc.) unter die Räder kommt, ist ein weiterer, für mich unerwünschter, Nebeneffekt. Darum ist es so wichtig, neue Aktzente zu setzen.

Insofern hoffe ich, dass Fuhrmann auch bei uns noch Anhänger und später praktizierende Pferdearbeiter findet - aber nur da, wo es passt. Nur durch Wirtschaftlichkeit lässt sich die Landwirtschaft überzeugen.

Beste Grüße
Peter aus dem Bergischen
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Post#35by Frankenvieh » Thursday 6. August 2009, 12:01

@Fuhrmann: Bei Anbindehaltung fällt in Deutschland schonmal die Möglichkeit der Bio-Milch aus.
Falsch! Mit Sondergenehmigung geht das! Sogar in Uropas alten dunklen Kreuzgewölbe von neunzehnhunderthakenkreuz!

@Peter Genau! Schön geschrieben. Vielleicht wird es ja eine interessante Mischung! Aber reine Pferdebauern im Haupterwerb wird's wohl nicht geben. Einige Pferdebegeisterte Landwirte setzen sie ja (wieder) ein, da wo möglich.

Vom Fuhrmann möchte ich gerne mal wissen was er Hauptberuflich so "treibt".
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Post#36by Patrizia » Thursday 6. August 2009, 17:03

Ihrwißtschon wrote:
Patrizia wrote:
Das Wildschweinbein war für mich ein ziemliches Indiz dafür, daß der Bauer sehr flott unterwegs war. Wildschweine sind nämlich auch verdammt schnell...


Oder es war schon vorher tot. Gemäht wird laut Herstellerangaben mit bis zu 12 km/h. Aber dabei fällt man in der Regel aus dem Traktor. Ich mähe so mit 8 bis 10 km/h. Wenn der Weg gut ist Image

Die Pferde würden bei einem Kitz wohl nicht scheuen, weil es nicht vor ihnen im Gras ist,sondern seitlich neben Ihnen liegt. Und Rehkitze flüchten in den ersten Tagen nicht. Heute wird ja meist siliert, Anfang Mai, ich glaub da haben die Rehe noch gar nicht gezickelt.
.


Ich denke mal, eine komplette tote Sau (selbst wenn "zerlegt"... makaber) wäre dem Bauern spätetens beim Kreiseln aufgefallen.

Was auch immer der Hersteller vorschreibt, ich hab hier schon welche (speziell einen) in einer Geschwindigkeit mähen sehen, die mich mit den Ohren schlackern ließ. Der war mit seinem Gerödel schneller den Berg runter unterwegs als ich, der ich parallel dazu den (guten) Feldweg mit dem Geländewagen runtergefahren bin.

Und: meine Pferde reagieren (fast alle) durchaus auf Rehkitze! Selbst wenn diese nicht direkt vor ihnen lagern. Tiere sind da um einiges mit schärferen Sinnen ausgestattet als der Mensch.
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Post#37by Christina » Thursday 6. August 2009, 18:39

Klosterbauer wrote:
Aber dazu gehört auch mehr Verantwortung der Tierhalter, sich in eigener Zuständigkeit ums Grundfutter zu kümmern.



Im Grunde wäre schon viel erreicht, wenn - um bei deinem Beispiel zu bleiben - Pferdehalter mehr Weiden von den Bauern pachten würden, um das Gras vor Ort zu verwerten.... Die wenigsten Pferde grasen das ganze Jahr oder zumindest 8-9 Monate.
Ebenso sieht es wohl bei allen anderen Haustierarten aus.

Also: Zurück zur ursprünglichen Lebensweise!
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Post#38by Patrizia » Friday 7. August 2009, 12:31

Christina wrote:Im Grunde wäre schon viel erreicht, wenn - um bei deinem Beispiel zu bleiben - Pferdehalter mehr Weiden von den Bauern pachten würden, um das Gras vor Ort zu verwerten....


aber genau da liegt der Hase im Pfeffer:
viele Pferdehalter würden gerne Weideflächen pachten, aber die Bauern sind meist nicht sonderlich erpicht darauf. Der Grund liegt an den "schwarzen Schafen" unter den Pferdehaltern. Leider fehlt denen oft einfach die Erfahrung, wie man eine Weide zu pflegen hat.

Wir haben hier einige Paradebeispiele in der Gegend: Flächen, die überweidet sind, hohe Trittschäden aufweisen, verunkrautet sind... die sehen im Grundsatz aus wie ein Mittelding zwischen einem zertrampelten Acker und einer Kurzrasenweide mit Horsten von Hahnenfuß, Ampfer, Brennesseln...Geilstellen...
auf den kahlen Stellen breitet sich dann auch noch das Jakobskreuzkraut aus, wo dann der Ruf nach einem Landwirt, der doch bitte mit der Spritze kommen soll, laut wird.

Ehrlich gesagt, kann ich beim Anblick solcher Flächen durchaus verstehen, warum die Bauern mit der Verpachtung von Weideland an private Pferdehalter äußerst zurückhaltend sind.
Es gibt immer noch zuviele Pferdehalter, die meinen, man müsse die Rösser einfach nur aufs Gras stellen und gut ist's.
Auch ich wäre nicht bereit, an einen anderen Pferdehalter Flächen zu verpachten, wenn ich nicht ganz sicher wüsste, daß der sein Handwerk versteht.

Mit den Mähwiesen ist es ähnlich. Die Pferdehalter benötigen meist nur den ersten Schnitt fürs Heu. Bei einer Voll-Verpachtung, ohne daß der Landwirt ggfs. weitere Schnitte für sich nutzen kann, liegen die Flächen mehr oder weniger nach diesem ersten Schnitt brach.

Gäbe es nicht so viele gegenseitige (nach dem o.g. sicher teils auch verständliche) Vorbehalte zwischen den Rosserern und den Rinderbauern, wäre eine gemeinsame Nutzung und Pflege leichter möglich.
Wir praktizieren die gemeinschaftliche Nutzung mit einem Milchviehbetrieb zusammen nun seit ein paar Jahren und beide Seiten haben eigentlich nur Vorteile davon.
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Post#39by Christina » Friday 7. August 2009, 16:25

Ach, wisst ihr, natürlich kann man alles genau so - wie es jetzt ist - als richtig, sinnvoll und logische Schlussfolgerung begründen. Ist mir auch klar! Deshalb ist es ja so! Es gibt gute Gründe, warum es z.B. große Traktoren für riesige Felder gibt, Pferdehalter nur schlecht Weiden bekommen, die Massentierhaltung immer gigantischere Ausmaße annimmt...
Trotzdem ist es eine ungesunde Entwicklung und es gibt andere Möglichkeiten.

Wie diese wirklich effektiv werden können, das ist die wichtige Frage.
...und da hat Fuhrmann einen guten Ansatz, der mich sehr interessiert.


@ Patrizia: Klar, ist mir auch bekannt. Und trotzdem wäre das der gesündere Weg, wenn er ordentlich praktiziert würde.
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Post#40by Ihrwißtschon » Saturday 8. August 2009, 11:06

Frankenvieh wrote:
@Fuhrmann: Bei Anbindehaltung fällt in Deutschland schonmal die Möglichkeit der Bio-Milch aus.
Falsch! Mit Sondergenehmigung geht das! Sogar in Uropas alten dunklen Kreuzgewölbe von neunzehnhunderthakenkreuz!

Bei Neubauten auch? Wußte ich nicht. Aber findest Du das gut?

@Peter Genau! Schön geschrieben. Vielleicht wird es ja eine interessante Mischung! Aber reine Pferdebauern im Haupterwerb wird's wohl nicht geben. Einige Pferdebegeisterte Landwirte setzen sie ja (wieder) ein, da wo möglich.

Schön geschrieben, aber wenig sinnvoll. Am Heumachen für andere liegts gewiß nicht das so wenig Bauern Pferde einsetzen. Arbeitsteilung, aber natürlich. Der Bauer produziert Lebens- und Futtermittel, der Industriearbeiter Geräte z. B. .
Produktion nur für Eigenbedarf- was wollt IHR dann essen? Oder Euren Tieren einstreuen usw.. Leistungssportreiter haben gar keine Zeit , und kein Interesse an eigener Heuproduktion.

Vom Fuhrmann möchte ich gerne mal wissen was er Hauptberuflich so "treibt".

Ich glaub auf konkrete derartige Fragen hat er noch nie geantwortet.
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Post#41by klosterbauer » Saturday 8. August 2009, 11:26

@ Ach "Ihrwißtschon"

geschrieben habe ich NICHT, dass die Bauern für andere kein Heu machen sollen, sondern dass z.B. Pferdebesitzer sich auch mal mehr um Flächen und Grundfutter in eigener Verantwortung kümmern sollen. Und die könnten ja dann auch die Flächen schon mal mit ihren Pferden bewirtschaften ... (Hat irgend jemand gesagt, dass jetzt der Bauer auch noch seine Maschinen selber konstruieren soll???)
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Post#42by Ihrwißtschon » Sunday 9. August 2009, 21:25

Mich stört dieses Vorschläge machen für andere. Immer wieder Die könnten, die sollten usw. .Bei sich selber muß man anfangen.

Christinas Gedanken hab ich bißchen mit mir rumgetragen. Wieso ist alles so wies jetzt ist? Weil sich das alles so entwickelt hat. Vielleicht kann man das als Evolution bezeichen. Kein Bauer wurde gezwungen seine Pferde gegen einen Traktor einzutauschen.
Und wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, dann ändert sich auch die Bewirtschaftungsart. Im Moment ist dafür wohl noch keine Notwendigkeit.
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Post#43by klosterbauer » Sunday 9. August 2009, 21:55

@ Ihrwißtschon
Ich setz meine Vorschläge schon für mich um .... - und ich kenn auch die Arbeit, die dran hängt. Also bitte urteile nicht, ich würde Vorschläge für andere machen. Die Frage ist aber auch: Welche Trends wollen wir - und da darf man auch darüber nachdenken, was wäre, wenn es mehrere tun würden ...Hier gehts nicht um Vorschriften und Besserwisserei, sondern um die Suche nach dem richtigen Weg. Man muss auch mal denken können, ohne dass sich gleich jeder oder irgendjemand angegriffen fühlt.

Die zweite Frage ist: Ist der Bauer den Rahmenbedingungen ausgesetzt (und reagiert nur) oder kann er sie auch gestalten/verändern? Das ist aber ein anderer Thread.
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Post#44by Fuhrmann » Monday 10. August 2009, 07:52

Frankenvieh wrote:Vom Fuhrmann möchte ich gerne mal wissen was er Hauptberuflich so "treibt".


Fuhrmann !
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Post#45by ShadowOfMe » Monday 10. August 2009, 13:24

Klosterbauer wrote:@ Ach "Ihrwißtschon"

geschrieben habe ich NICHT, dass die Bauern für andere kein Heu machen sollen, sondern dass z.B. Pferdebesitzer sich auch mal mehr um Flächen und Grundfutter in eigener Verantwortung kümmern sollen. Und die könnten ja dann auch die Flächen schon mal mit ihren Pferden bewirtschaften ... (Hat irgend jemand gesagt, dass jetzt der Bauer auch noch seine Maschinen selber konstruieren soll???)


Meinen Senf gibts gratis dazu :wink:
Ich war lange genug selbst privater Pferdebesitzer bzw. Reiter und ich denke, das es ein gewaltiger Unterschied ist ob man nun ein Reit- oder Arbeitspferd hat. Welcher (Warmblut)reiter hat den heutzutage die Zeit, das Wissen und die Gerätschaften um eine Fläche mit dem eigenen Pferd zu bewirtschaften? Ich möchte fast behaupten, das es weit unter 10% sind. Es ist schon schwierig genug, günstige und Einsatzfähige Gerätschaften zu finden... das Wissen, wie man wann was auf einer Weidefläche macht, liegt auch nich auf der Strasse. Sicher, man kann es sich aneignen.. aber das ist doch wohl bei den meisten Freizeit/Privatreitern garnicht 'Sinn der Sache'.
Diese Menschen haben einfach völlig andere Interessen als 'Ackern'. Da geht es um's reiten und meistens um den Spass mit dem Pferd. Ich kann mir leider kein Dressur/Spring/Westernpferd vor einem Mähwerk vorstellen. Sorry.
Und ganz ehrlich, welcher Pferdehalter hat neben seinem Hauptjob denn noch Zeit für einen Nebenjob in der Landwirtschaft?
Ich arbeite selbst mit Pferden, wir mähen, wenden Heu und bestellen einen (zugebenen) kleinen Acker. In meiner (sowieso knappen) Freizeit kann ich mir durchaus nettere und angenehmere Sachen vorstellen... Klar, es macht Spass und ich seh auch den Sinn dahinter. Aber doch nicht jeder sieht das genauso, nur weil's ein Reiter ist.

P.S. wieso sollte Fuhrmann der Frage nach seiner Tätigkeit aus dem Weg gehen? Seine Internetseite ist doch nun mehr als aussagekräftig :wink:
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Post#46by Fuhrmann » Monday 10. August 2009, 22:50

Für mich stellt sich die Frage: " Ob mit Pferden oder nicht " nicht mehr, die einzige Frage die sich mir stellt ist: "wie" ?

Und in dieser Richtung würde ich gerne weiter Diskutieren.

Ich glaube nicht dass es am Ende Gemischt-betriebe geben wird, also Pferd und Schlepper.
Vom Gedanken her würde es sich anbieten die Pflegearbeiten mit den Pferden zu machen und auch die Saat, aber dann in der Ernte wieder alles zusammenfahren was die Pferde vorher geschont haben macht keinen Sinn.
Die Entwicklung wird in gute Ernteverfahren mit Pferden münden.

Die Gemischt-betriebe werden vielleicht eine Übergangslösung, einen Zwischenstufe sein. So wie vom Pferd zum Schlepper der Übergang fließend war, wird er auch zurückgehen aufs Pferd.

Ein Schlepper wird vielleicht noch für Transportarbeiten vom Feld zum Hof und vom Hof zum Verkauf in Gebrauch sein. Aber auf dem Feld werden die Schlepper größtenteils verschwinden.
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Post#47by Herwig » Tuesday 11. August 2009, 09:40

Genau, mich interessiert auch nur das wie und nicht ob es nun utopisch ist oder nicht.
Wer wann, wie und in welchem Umfang seinen Betrieb mit Pferden gestaltet ist mir auch ziemlich wurscht. Mir ist wichtig, das etwas passiert, es eine Besinnung gibt auf diese Art der Arbeit.
Ob das für den eigenen Betrieb umzusetzen ist muß doch jeder individuell für sich entscheiden. Es zerreden, weil es ja nicht für jeden in Frage kommt, ist völlig unproduktiv.

Ich kann mich jedenfalls daran erfreuen, wenn ich Leute sehe die mit Pferden arbeiten und tatsächlich etwas schaffen. (Im Gegensatz dazu sthet für mich: Seine Freizeit in Fitnessstudio zu verbringen, also arbeiten ohne etwas zu schaffen und noch dafürt Geld zu bezahlen!)
Gelingt es, Fuhrhalterei über das Hobby hinaus zu betreiben, ist das anerkennenswert so finde ich.

Mich schrecken da eher die Gesetzesvorlagen ab und der Gebrauchtmaschinenmarkt für pferdegezogene Geräte, (als der Gedanke, ob der Boden nun bereits vollends verdichtet ist oder doch noch der eine oder andere Tropfen versickert.)

Ich habe Probleme mit der Umstellung auf Pferde aus finanziellen Gründen.

Vor zwei Tagen habe ich mir einen gebrauchten Kreiselschwader gekauft, Arbeitsbreite 3m für 400 Euro.

Habe lange überlegt ob ich mir nicht etwas Pferdegezogenes anschaffen sollte, dagegen sprach:

Kein richtiges Pferdegeschirr (Anschaffung ca 1500 Euro)
Pferd nicht ausgebildet ( Zeitaufwand)
Kein Forderwagen (Anschaffung ca 7000.- Euro)

Immer wieder nehme ich mir vor, mit den Pferden zu arbeiten, aber an irgendetwas scheitert es ständig, so beschränkt sich unsere "Pferdearbeit" auf Ausritte meiner Frau und Tochter. Die Standardausrede von mir ist: Keine Zeit!
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Post#48by Fuhrmann » Tuesday 11. August 2009, 13:20

@ Herwig:

Welche Gesetzesvorlagen denkst Du denn, schrecken dich vom Pferdeeinsatz ab ?


Deine finanziellen Gründe kann ich nachvollziehen, darum hast du mit dem Kreiselschwader auch gut gekauft. Sofern er Schwenkrollen hat, bzw. als Nachläufer einzustellen ist, oder vielleicht ist es gar eine gezogene Variante. ( so eine suche ich)

Aus meiner Erfahrung muss ich sagen, dass es sich nicht lohnt in historische Geräte zu investieren, weil diese mit den heutigen Erntemengen nicht mehr zurecht kommen. Ich habe die alten Geräte wieder verkauft. Sie dienen lediglich dazu sich ins Thema einzuarbeiten......

Die Kosten, Du könntest Deine Investition von 8500 € ( 7000 + 1500) reduzieren. Du nimmst den Hisko erst mal nur in der Variante Vorderwagen und Aufbaumotor (ohne Hinterwagen) dürfte so um 5000 liegen (nagelt mich bitte nicht auf den Euro in den Preisen fest) und das Geschirr.
Dazu evtl. ein Projekt Starten was das Geld einbringt ! ( Förderung, Hoffest, Lohnarbeit, Privatinvest, ??? )

In der Winter- oder arbeitsärmeren Zeit wird das Pferd ausgebildet.

Im nächsten Sommer schwadet deine Frau oder Tochter mit dem Pferd während Du schon pressen kannst mit dem Schlepper (Zeitersparnis).

Die Zeit das Pferd auszubilden fällt 1 mal an, in den folgenden Jahren wird sich bei der o.g. Arbeitsteilung die Zeitinvestition um ein mehrfaches amortiesieren.

Allein schon durch den geringeren Spritverbrauch beginnt sich auch die monetäre Investition zu rechnen. Dann gehen wir mal von einer Erttragssteigerung auf Grund geringeren Bodendrucks aus, der Verschleiss am Traktor geringer, evtl. wäre durch die freigewordene Zeit noch Einkommen zu erzielen...

Ist der Vorderwagen erst einmal am Hof, kann er sicher einige Schlepperarbeiten ersetzen (Kosten reduzieren, Bodendruck senken) und je mehr Du das Pferd einsetzt um so geübter werden Pferd und Mensch und kommen noch mehr arbeiten für das Pferd hinzu. Eine Spirale dreht sich.

Dazu ein Beispiel aus meiner Erfahrung: Das erste mal mit den Pferden den Heuwagen rückwärts von der Straße durch den Hof in die Scheue fahren, das war schon aufregend. Dieses Jahr war es selbstverständlich....
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Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Post#49by Herwig » Wednesday 12. August 2009, 09:44

Also, Ralf, eins ist klar, für das Rückwärtseinsetzen des vollgeladenen Heuwagens in die enge Scheune hast du meine vollste Hochahctung, das schaffe ich nicht mal mit dem Traktor!!!!!!!!!!!!!!!!! Dein Filmchen habe ich auch schon mal im Newsletter veröffentlicht.

Mit der Berechnung der Unkosten hast du schon recht, denke ich.

Gesetzliche Vorgaben wären z.B. der Fahrschein/Fahrabzeichen

Mein alter Schwader hatte Schwenkrollen, das war für die Ackerschiene nix, außerdem hatte er nur eine Arbeitsbreite von 2 m und die mit einem 65PS Schlepper über den Acker zu schleifen fan ich uneffektiv, dazu kam, das es ein Gemeinschaftsbesitz war mit einem anderen Bauern, ( wenn der Wender gebraucht wurde war immer was kaputt...)
Meinen neuen habe ich mit Bedacht gekauftImage, er kommt zwar in den Dreipunkt, wird aber quasi nur gezogen und in der Balance gehalten, denn die gefederte Achse wird in der Höhe verstellt. Ich dachte, sowas lässt sich später mal besser umbauen, weil er quasi nicht zwingend über die Hydraulik ausgehoben werden muß, allerdings wird er natürlich über die Zapfwelle angetrieben, wird also ohne Vorderwagen auch nix.

Gedanken zur Pferdearbeit mache ich mir auch noch bei meinem Mistvorkommen und kann mir meine kleine Wirtschaft ohne Frontlader nur schwerlich vorstellen.
Wie regeslt du das? Verlädst du alles per Hand?
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Post#50by Fuhrmann » Wednesday 12. August 2009, 19:06

Herwig wrote:Also, Ralf, eins ist klar, für das Rückwärtseinsetzen des vollgeladenen Heuwagens in die enge Scheune hast du meine vollste Hochahctung, das schaffe ich nicht mal mit dem Traktor!!!!!!!!!!!!!!!!! Dein Filmchen habe ich auch schon mal im Newsletter veröffentlicht.


Danke für die Achtung, nun ich war damals sehr positiv überrascht als mir der Newsletter ins Postfach fiel und ich mich darin wieder fand.

Herwig wrote:Gesetzliche Vorgaben wären z.B. der Fahrschein/Fahrabzeichen


Es gibt definitiv kein Gesetz dass einen Fahrscheinvorschreibt. Allerdings fragt die Rechtsprechung im Falle eines Unfalles imöffentlichen Verkehr nach einer Befähigung. Das kann ein Fahrabzeichen sein,kann aber auch anders erworben werden.


Herwig wrote:Meinalter Schwader (....) Meinen neuen habe ich mit Bedacht gekauftImage,(....)allerdingswird er natürlich über die Zapfwelle angetrieben, wird also ohneVorderwagen auch nix.



Vorderwagen:

In den saueren Apfel wird man im Moment beissen müssen wenn man die Pferde sinnvoll in einem produktiven Betrieb einsetzen will.

Der Hisko ist modular aufgebaut, ergo kann ich ihn Schrittweise kaufen _ Vorderwagen – Aufbaumotor – Hinterwagen so kommt nicht zuviel invest auf einmal zusammen.
Gestern habe ich mit Frank Waibler von MF Tech gesprochen,er macht sich derzeit auch Gedanken über einen modularen Aufbau seiner Vorderwagen. Denkbar sind: Basisvorderwagen – Aufbaumotor – Bodenantriebseinheit– Hinterwagen
So kannman sich je nach eigenen Bedarf und Betriebsentwicklung die passenden Einheiten anschaffen.


Herwig wrote:Gedanken zur Pferdearbeit mache ich mirauch noch bei meinem Mistvorkommen und kann mir meine kleine Wirtschaftohne Frontlader nur schwerlich vorstellen. Wie regeslt du das? Verlädst du alles per Hand?


Nun hier kommt es auf dieBetriebsstruktur an:

Ich lade von Ende August ( nach dem 2.Schnitt) bis März/April den Dung aus dem Stall direkt auf den Miststreuer und fahre den auf das Grünland. Also quasi 8 Monate lang.

Von Mai bis Oktober versuche ich die Pferde so viel wie möglich auf die Weide zu bekommen, nicht nur dass sie ihr Rauhfutter selbst ernten auch um den Mistanfall zu reduzieren. D.h. ich habe nur von 2-3 Monaten Dung zu lagern. Diesen lade ich von Hand.

Auf der Miete auf der Wiese will ich nicht mit dem Frontlader laden. Da fahre ich zu viel kaputt. Wenn ich den Reparaturaufwand der Grasnarbe rechne, dann kann ich auch mit der Hand laden.

Bei einem höheren Tierbesatz und bei einem Betrieb mit mehr Ackerbau sieht das natürlich wieder anders aus.

Was mir bei einer Betriebsvergrößerung vorschwebt ist ein kleiner Heckbagger, oder so ein Bauernlader/ mistlader. Den könnte ich die erste Zeit an dem noch vorhandenen Schlepper betreiben und später dann an den Vorderwagen mit Aufbaumotor koppeln. Theoretisch könnte man auch einen kleinen Aufbaumotor auf den Bauernlader bauen. Dann kann ich den Dung mit dem Lader auf den pferdegezogenen Miststeuer laden.

Eine weitere Idee schwebt in meinenKopf:

Einen pferdegezogenen Forwarderfür den Wald anzuschaffen. Dieser hat einen Kran, den könnte man auch zum Dung laden verwenden. Bzw. könnte ich mit diesem Gerät auch den Dung vom Hof fahren und auf einer Aussenmiete aufsetzen. Damit würde auch der Dung besser auf dem Haufen sitzen, die Jauchespuren durch das anfahren zum abkippen verschwinden und das zusammenschieben des abgekippten Mistes entfallen.

Letztere Probleme habe ich im Momentnicht weil ich auch den Dung auf die Miete von Hand ablade und nicht kippe.
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