Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

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Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#1by Christina » Saturday 28. September 2013, 18:35

Ob ihr das glaubt oder nicht, eben ruft mich ein Kumpel an, dass die Jäger im Nachbardorf Wölfe gesehen haben!!!!!
O.K. Das Thema ist nun also auch für mich aktuell! Meine Güte Ed, Du bist "just in time", um es mal modern auszudrücken.

Wie sichere ich also meine Tiere vor dem Wolf?
Gegen den Fuchs wird das Geflügel nachts eingesperrt und morgens erst ab 8 Uhr raus gelassen. Das reicht. Keine Verluste. Gegen den Waschbären, Marder und Marderhund (der hier ebenfalls vorkommen soll) ist der Stall ebenfalls gesichert. Ich denke, die Ställe reichen auch vor dem Wolf?!
An erwachsene Schafe und Pferde geht der Fuchs nicht ran.
Wie sieht das mit Wölfen aus? Da wird der normale Stromflechtzaun den Schafen wohl nicht weit helfen oder? Und Pferde? Ab welcher Größe mögen die sicher sein????
Aus der Traum vom Sommeroffenstallleben für die Schafe? Pferde nachts auch einsperren? Puh, die drehen mir durch.
Was mache ich also sinnvoll und bin ich richtig mit der Annahme, dass ich mir tagsüber eher keine Gedanken wegen der Wölfe machen muss?
Beste Grüße,
Christina

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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#2by Uwe » Saturday 28. September 2013, 19:01

Hallo Christina,
Wölfe sind in der Lüneburger Heide - insbes. auf dem Truppenübungsplätzen Munster, Ehra und Bergen schon länger "angesiedelt"!
Das die sich Schafe holen ist auch bekannt - von Pferden/Ponys habe ich es noch nicht gehört - aber eigentlich nur in der Nacht! Wenn bei euch am Dorf ein Wolf auftaucht stimmt etwas nicht mit dem. Dem Menschen geht er aus dem Weg ... alles nichts neues.
Wenn es arg kommt müssen die Schafe wohl nachts rein.

Habe ich gefunden. Vlt. gibt es dort qualifizierte Informationen?
27313 Dörverden-Barme, Kasernenstrasse

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Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#3by Christina » Saturday 28. September 2013, 19:13

Ja, die Wolfstation kenne ich. Liegt Nähe Verden in der ehemaligen Kaserne. Quasi direkt um die Ecke unseres Büros. Ich bin dort aber noch nicht gewesen, weil mich die Werbeplakate nicht ansprechen. Aber meine Freundin war dort. Muss ich sie doch mal ansprechen...

Ich meinte nicht, dass er im Dorf selbst gesehen wurde, sondern in den Feldern und Wäldern, die zu diesem Dorf gehören. War missverständlich, aber da das Dort, in dem ich von Geburt an wohnte, und das, in dem ich jetzt wohne, stets etwas zerstritten sind, trennt man hier genau in wessen Feldmark was passiert ist.
Wir haben dort auch unseren Wald und zwei Weiden... was aber nur 1,5 km von uns jetzt entfernt ist. Für den Wolf also ein Witz.
In Munster und Umgebung bin ich wegen der Kasernen ja viel beruflich und da ich mich von jeher sehr für Wölfe interessiert habe, hatte ich mir schon länger Gedanken darüber gemacht. Uns trennt nicht wirlich was von dort, deshalb war es nur eine Frage der Zeit. Bei dem starken Wildaufkommen wird es wenig Hunger geben...
Beste Grüße,
Christina

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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#4by Deichwolf » Saturday 28. September 2013, 20:00

Moin Moin,
bei uns in Dithmarschen ist der Wolf mittlerweile angekommen. In die Photofalle getappt und per DNA nachgewiesener Riss in zwei Schafherden. Das Riesenproblem ist das der eine ´´Überfall´´ in unserem Nachbarort stattfand. Nachdem wir nun Wolfsgebiet sind telefonierte ich mit dem Wildpark Eckholt, das offizielle Wolfszentrum des Landes Schleswig-Holstein und bat um Beratung. Leider waren die sog. Wolfsbetreuer nicht zugegen und man notierte sich unsere Telenr und versprach zurück zu rufen. Auf den Rückruf warte ich jetzt seit 6 Wochen. Also helfe ich mir bzw. unseren Schafen selbst. 5-6 Stromführende Litzen die richtig weh tun und immer ein offenes Ohr des Nachts. Allerdings, auch wenn sich einige jetzt wieder aufregen,bin ich auch zu drastischeren Maßnahmen bereit. Wir haben an ofizieller Stelle um Hilfe geben die nicht erfolgt ist. Sollte sich also Isegrim auf unsere Koppeln verirren trage ich Jack Wolfskin, allerding im original.
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#5by Christina » Saturday 28. September 2013, 20:14

Generell halte ich es eher für richtig, dass der Wolf das natürliche Gleichgewicht hier wieder in Ordnung bringt.
Mir sind es einfach viel zu viele Rehe, Wildschweine etc. geworden. Da kommen die Jäger nicht gegen an, zumal sie bei heutiger Jagd auf Wildschweine hier nicht ein einziges erwischt haben. Die sind einfach zu schlau. Der Wolf gehört in unsere Region und zeigt es durch seine Verbreitung gerade deutlich (wobei sich auch Marderhund verbreitet haben, die ursprünglich nicht hierher gehören).
Wichtig ist jetzt, wie wir uns mit ihm arrangieren! Aufhalten wirst Du sie ebenso wenig können wie die Füchse oder Greifvögel. Schießt Du einen, kommen zwei nach. Ich meine mich zu erinnern, dass gerade bei Marderhunden das Abschießen sogar zu einem deutlichen Anstieg der Population führt.
Die Frage ist, ob 5-6 Litzen helfen. Wie hoch gehst Du da? Ich vermute, dass der Wolf hoch springen kann, höher als der Fuchs. Aber dazu haben wir hier sicher bald mehr Infos.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#6by Deichwolf » Saturday 28. September 2013, 20:26

Moin,
also das Problem ist ja das wir vermutlich einen Marderhund (meine Vermutung)hier haben.
Die Katzenklappe im Untergeschoß lag Vorgestern in Trümmern im Haus und die Futternäpfe von Kater Piet waren blankgeputzt.
Zum Thema Litze:
10 cm über dem Boden ein Glattdraht dann alle 20 cm so kommen wir gur und gerne auf 1 Meter Höhe. In 1,35 Meter Höhe verläuft eine weitere.
Klar springt der Wolf da rüber, mein Malinois springt locker 2 Meter hoch, jedoch hoffe ich das die nähe zum Haus abschreckt.
Das Gleichgewicht zwischen Rauwolligem Pommerschen Landschaf und dem Wolf muß nicht wieder hergestellt werden, da hab ich was gegen. 2 Läufig und ca 1,50 meter lang.
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#7by Christina » Saturday 28. September 2013, 20:49

Ich hoffe, dass "unser" Fuchs, der die Geflügelklappen nicht hoch schiebt, Marderhund und Waschbär von unserem Grundstück fern hält. Allerdings entbehrt diese Hoffnung jeglicher Wissensgrundlage.

Nein, mein lieber Deichwolf, es wäre ein Akt der Selbsttötung, wenn Du Deinen Namensvetter angreifen würdest... und es würde Dir, außer dem Ausleben von Hass, rein gar nichts bringen. Füchse wandern in zwei Nächten von Bremen nach Hamburg. Bist Du einen los, rückt sein Bruder nach... Denkst Du, der ist noch da, ist er lange bei mir!
Am Ende erwischst Du Deinen Hund, ein Schaf oder Deinen Fuß... und nach einer Woche musst Du Dich wieder mit dem nächsten abeseln.
Ich denke, ebenso wie mit den anderen Raubtieren, müssen wir uns auch mit den Wölfen arrangieren.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#8by Claudia » Saturday 28. September 2013, 20:54

Ich finde das Schreiben nicht mehr das unser Veterinäramt seit einigen Jahren an Schaf und Ziegenhalter schickt.
Das Amt hält auch "Notfall-Kits" bereit falls ein Wolf in direkter Nähe gesichtet wird.
Wenn ich mich recht entsinne war das Stromzaun und ich meine Flatterband was man an den Zaun machen kann zur Abschreckung. Außerdem empfehlen die Herdenschutzhunde.
Die Hunde finde ich persönlich eher zweifelhaft, weil ich meine, das für die meisten dieser Rassen wir einfach zu dicht besiedelt sind und das es dann mehr Probleme als nutzen gibt.

Christina für die Pferde brauchst doch eh Litze von mindestens 1,50 m, mach noch eine drüber und gut ist. Sicherlich kann er höher springen, aber wird sich gut überlegen ob es die Mühe wert ist.

Pferde sind nachts aufmerksamer als Schafe, das spricht dafür sie bei Wolfsaufkommen zusammen halten, So werden die Schafis vielleicht gewarnt.
Ich kann mir nicht vorstellen das Wolf bei dem hiesigen Futteraufkommen auf wehrhafte Pferde und Ponys geht und ich stelle jetzt mal die Theorie auf, das Ziegen auch aufmerksamer sind (und vor allem wehrhafter als ein Schaf). Vielleicht packst ein paar Ziegen in Deine Herden, die ergänzen sich auch gut vom Fress-verhalten her mit Schafen und Pferden :viannen_102:
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#9by Deichwolf » Saturday 28. September 2013, 20:56

Klingt jetzt komisch aber ich brauche und vermisse den Wolf nicht. Niemand wünscht sich z.B. Mammuts zurück, obwohl bei Ice Age, der Manni ist cool...
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#10by Claudia » Saturday 28. September 2013, 20:59

Nur weil Du die Mammuts nicht vermisst, hat das noch lange keine Allgemeingültigkeit und Manni nervt. So.

Ich bin froh das der Wolf zurück ist, da fehlte ein Teil im Gleichgewicht.
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#11by Deichwolf » Saturday 28. September 2013, 21:07

Ich sag mal, der Hunger treibts rein ?!
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#12by Claudia » Saturday 28. September 2013, 21:12

Ach und was ist mit den vielgefürchteten Mutterinstinkten?

Schon mal ne Kuh gesehen die einem Hund/Wolf wehrlos die Menükarte reicht?
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#13by Uwe » Saturday 28. September 2013, 21:50

... ist alles so ein bischen Panikmache, oder? Ist denn die Bedrohung so real und nah?
Glaube ich nicht!
In Relation zu den Vorkommnissen erscheint es mir doch etwas übertrieben!
Der Wolf ist da - und Informationen dazu sicher gut und wichtig ... aber nun gleich in den Bunker?
Ich weiß nicht ...
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#14by Claudia » Saturday 28. September 2013, 22:02

Vor nicht allzu langer Zeit ist ein betrunkener Autofahrer (hier im Landkreis) in eine kleine Schafsherde gefahren. Da müssen Herr und Frau Wolf sich ganz schön anstrengen um auf die Quote toter Schafe zu kommen.
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#15by Finn » Saturday 28. September 2013, 22:51

pferde werden wohl eher seltener angegriffen, besonders da es sich meist noch um einzelne wölfe handelt. für die ist es nicht möglich ein größeres tier, wie z.b. pferd, kuh oder auch einen größeren hirsch alleine zu erlegen.
da braucht es schon ein rudel für. abgesehen davon, dass das zu viel auf einmal wäre und reste vor allem beutediebe anlocken.
bei kleineren ponys kann es natürlich eher sein, dass ein angriff erfolgt, aber die wehren sich. stuten mehr als wallache, hengste mehr als stuten.

die mongolen z.b. hielten tatsächlich ziegen in ihren relativ großen schafherden, da diese die schafe, den schäfer und die schutzhunde frühzeitig warnen. natürlich gab und gibt es immer wieder verluste durch wölfe, insbesondere durch säugende mütter auf der suche nach leichter beute.
aber trotzdem war der wolf ein heiliges tier dort. die wölfe haben nämlich auch jagd auf gazellen gemacht. die wiederum haben das ohnehin schon begrenzte futtervorkommen für die nutztiere eingeschränkt.

außerdem stehlen der mensch und der wolf sich schon seit tausenden jahren gegenseitig die beute. der mensch macht es dem wolf nur einfacher indem er den tieren, besonders den hochleistungstieren, ihren instinkt durch zu starke zucht teilweise nimmt und sie fett und langsam macht.
womit wir wieder bei den alten rassen wären, die diesen instinkt zum großteil oder sogar noch ganz (siehe zackelschafe) haben.

man sollte sich auch nicht zu sehr in eine panik hineinsteigern. natürlich ist es gut sich zu informieren, wie man sich vor eventuellen angriffen schützen kann, aber auch wenn ich jetzt keine genauen zahlen vorliegen habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass so extrem viele nutztiere von wölfen gerissen werden, dafür gibt es zu viele (zaun)hindernisse zu überqueren.
denn im gegensatz zu manchem agilityhund springt der wolf nur über ein hohes hinderniss wenn es wirklich unumgänglich ist und er kurz vor dem hungertod steht.
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#16by Deichwolf » Sunday 29. September 2013, 06:59

Uwe wrote:... ist alles so ein bischen Panikmache, oder? Ist denn die Bedrohung so real und nah?
Glaube ich nicht!
In Relation zu den Vorkommnissen erscheint es mir doch etwas übertrieben!
Der Wolf ist da - und Informationen dazu sicher gut und wichtig ... aber nun gleich in den Bunker?
Ich weiß nicht ...


Hmmm, Panik? Nein es gibt mir nur zu denken wenn einen Ort weiter Schafe von einem Wolf gerissen wurden. Hier kollidieren zwei Spezies die auf der roten Liste stehen. Der Punkt ist nunmal
das wir uns für die Erhaltungszucht von Schafen entschieden haben und da bin ich natürlich nicht so begeistert wenn ich Gefahr laufe Tiere zu verlieren. Klar ist die Wahrscheinlichkeit gering das Isegrim ausgerechnet bei uns zuschlägt. Ich hoffe sehr das die nähe der Koppeln zum Haus, der E-Zaun und die Pferde (grosse Pferde) abschreckung genug sind.
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#17by Christina » Sunday 29. September 2013, 09:20

Ich schätze nach einem Abend nachdenken, dass im Moment die Gefahr für die Pferde auf der Weide eher von irren Menschen ausgeht als von Wölfen.
Meine Zossen sind nicht so groß, deshalb ist der Zaun nur 1,20 m mit drei Litzen. Ich vermute, da steigt der sogar durch. Allerdings gehe ich auch davon aus, dass ihm für die Pferde das Rudel fehlt und mein Welsh Cob greift Hunde, die widerrechtlich auf der Weide sind, zur Not an. Vielleicht würde er das auch beim Wolf machen, wobei da die Scheu sicher größer wäre. Gefährdet ist wohl nur der Shetywallach, der auch oft allein seine Runde geht. Aber davon stehen näher am Wald noch mehr... Ich setze jetzt mal auf Wahrscheinlichkeit und hoffe, dass er genug Rehe im Wald findet, die hier sooooo viel vorhanden sind. Wenn er dann noch die Wildschweine dezimiert...

Anders sieht es da wohl bei den Schafen aus. Wachsamkeit hin oder her... Wo sollen die eingezäunten Schafe denn hin, wenn sie flüchten wollen??? Zum Winter kommen die wieder auf die Weide direkt am Haus und dann hoffe ich ebenfalls, dass die Nähe abschreckt. Wenn das Vorkommen bestätigt wird und es zu den ersten Rissen kommt, kann ich nachts dort einsperren, was ich zur Lammzeit hin ja eh machen wollte.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#18by Herwig » Sunday 29. September 2013, 10:20

Mich würden ja mal richtige Zahlen interessieren:

Wie viel "Risse" gibt es konkret in Deutschland?
Wie verteilen die sich auf die Tierrassen?
Wie stehen die proportional zu den vergangenen Jahren, wie ist die Tendenz?
Gab es Entschädigung für Risse, wie hoch waren die?
Gibt es Förderung für präventive Maßnahmen, wie hoch sind die, wer darf die abrufen?
Hat die Anzahl und Qualität der Risse etwas mit der Größe des Rudels zu tun?

Dagegen könnten wir dann andere Statistiken stellen. Vermutlich wird dabei herauskommen, das die Wahrscheinlichkeit, das ein Rind vom Wolf gerissen wird geringer ist, als die vom Blitz zu erschlagen zu werden, vom Auto überrollt zu werden oder von perversen Menschen getötet zu werden.

Ich finde grundsätzlich sollte man als Tierhalter mehr Energie darauf verwenden, die Nutztiere vor Resistenzen von Arzneimitteln und versehentlichen Strangulationen in Weidezäunen zu schützen, als Geschichten vom "Hörensagen" aus Usbekistan über Wolfsangriffe zu bejammern.

Schutzmaßnahmen sind wichtig und erforderlich, wir haben gelernt mit Fuchs und Habicht umzugehen, warum sollten wir nicht lernen mit Wolf und Bär zu leben?? Viele Jahrhunderte hat das geklappt und es wird auch künftig klappen.

Eines Tages werden die Wolfspopulationen auch in D so gr0ß sein, das kaum noch ein Schutz der Wölfe notwendig ist. Dann wird es auch legale Abschüsse geben, von Tieren die es besonders auf Nutztiere abgesehen haben. Bis dahin sehe ich dem Wolf gelassen entgegen, der auch bestrebt ist, den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen, wenn es um die Futterbeschaffung geht. Ich muss lediglich den Widerstand erhöhen.
Der Truppenübungsplatz mit dem Wolfsrudel ist gerade mal 20 km entfernt von mir, garantiert sind die schon unbemerkt bei mir vorbeigekommen. Nix passiert, alle Pferde und Elefanten im Safari-Park Hodenhagen haben sogar überlebt, ich bin darum guter Hoffnung.
Im Jahre 1948 wurde hier bei uns, quasi vor der Tür,(Luftlinie 10km) der letzte Wolf erlegt. Es war der "Würger vom Lichtenmoor". Beobachter und Landwirte sprachen von einem monströsen Tier, allein die Tötungsrate des Tieres war gigantisch. Über 100 Schafe, 65 Rinder und jede Menge Wildtiere sollte die „Bestie“ in einem Sommer auf dem Gewissen haben.
Lest das und bildet euch eine eigene Meinung:
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Man berücksichtige dabei folgenden Umstand: In der Nachkriegszeit war es den Bauern verboten, eigenverantwortlich Tiere zu schlachten, es bedurfte eine Genehmigung der Militärregierung. Inoffizielle Schlachtungen wurden mit Gefängnis bestraft. Im Dorf bei uns wird heute ganz offen darüber berichtet, dass nach dem Abschuß des Wolfes die Ablieferung der Schlachttiere enorm angestiegen ist. Es kam zu Rissen, per Nacht bis zu 20 Stück Vieh, bis zu 30 km entfernt voneinander. Oftmals bliben nur Fell und Knochen über (ach was??!!)
Wer mehr und sachlicheres wissen möchte liest Wikipedia:
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#19by Claudia » Sunday 29. September 2013, 12:29

Christina wrote:.......... Wenn er dann noch die Wildschweine dezimiert...




Das Rudel braucht schon eine gewissen Größe um sich an ein Wildschwein zu trauen, die sind doch auch nicht blöd.

Und würdest Du das auch so sehen wenn Du Schweine auf der Weide halten würdest? ;)
Oder würde das Schwein dann ein Schild bekommen "Ich bin kein Wildschwein" :aufgeben:

Alles im Leben hat zwei Seiten, wir können uns nicht "freuen" das Wolf Jagd auf Wildschweine macht und dann klagen das er das Hausschwein auch auf die Menükarte setzt, weil er nicht lesen kann.
Gleiches gilt für Mufflons/Schafe.

Herwigs Argument mit den Antibiotikaresistenzen, Anthelminthikaresistenzen und sonstige "Betriebsunfälle" finde ich übrigens unschlagbar : )
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#20by Christina » Sunday 29. September 2013, 12:40

Nein, an die großen Wildschweine habe ich gar nicht gedacht. Wenn, dann müssen sie die Frischlinge schon kriegen, in einem Augenblick der mütterlichen Unaufmerksamkeit... und die laufen hier in Massen durch die Wälder.
Die Schweine sind genauso von uns zu behüten wie die Schafe und ich hoffe, dass die Hausnähe abschreckt, so lange die Wälder und Felder noch voll sind.

Dass natürlich viel kleinere Feinde wie auch die Mücke mit der Blauzungenkrankheit im Großen viel gefährlicher ist, ist mir auch klar. Trotzdem ist das eine neue Geschichte, mit der ich mich intensiv auseinander setze und dann meinen Frieden mache, wenn ich MEINE Vorgehensweise gefunden habe.

Mir scheint jedenfalls, dass der E-Zaun da schon eine gute Variante ist, die erst einmal ausreichen sollte...
Beste Grüße,
Christina

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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#21by Claudia » Sunday 29. September 2013, 12:54

Wildschweine sind nicht unaufmerksam, die legen ihren Nachwuchs auch nicht ab, wie Rehe oder Ziegen.

Ich sehe das bei meinen Wollschweinen und Wildscheine sind da wohl genauso.
Eine passt immer direkt auf und liegt mit oder neben der Burg (je nach dem wie kalt es ist), dass muss nicht mal eine säugende Sau sein.
Es sind nie (wie auch bei Ponys) geichzeitig alle im Tiefschlaf, wenn Ferkel da sind. Meistens passen sogar 2 auf, meist dann mit Abstand zu den anderen, so eine Art Vorhut. Die haben ein richtiges System wenn Spielstunde der kleinen ist, wer nach aussen hin aufpasst, wer direkt auf die kleinen aufpasst, welche säugende Sau sich für ein Mittagsstündchen zurückziehen darf.

Ich glaube da ist wenig Hoffnung, das sich Wolf an Wildschwein sattfrisst ; )

Ich denke auch das E-Zaun ausreicht.

Es gab mal ein Urteil, das Pferdezäune mindestens 1,50 m haben müssen, wobei sich das wohl auch nochmal aus der Widerristhöhe des größten Pferdes errechnet.Auf jeden Fall brauchte die Versicherung bei einem Unfall wegen ausbrechender Pferde nicht zahlen, weil der E-Zaun nicht hoch genug war. (nur so am Rande)
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#22by Christina » Sunday 29. September 2013, 12:58

Ja, Claudia, die Zaunhöhe hängt mit dem Widerrist zusammen. Bei mir reichen 1,25 m (3 Litzen auf 50,90,125). Ich werde alt, will nicht mehr so hoch steigen und bleibe deshalb bei den Pferden im Endponymaß oder knapp darüber. ;-)

edit: Wobei ich gerade gelesen habe, dass ein E-Zaun von 90-100 cm Höhe bei Wölfen ausreichen soll. Wäre für mich also nur zu überlegen, ob ich unten noch zwei Litzen dazwischen ziehe... Vielleicht ein Projekt für nächsten Sommer.
Am besten sollen E-Netze funktionieren, weil die Wölfe versuchen zu untergraben und dann unten einen gewischt bekommen. Aber eine weitere Litze auf 25-30 und eine auf 70 müsste es ja auch tun... Halt wie Deichwolf das auch schon gemacht hat...
Da ich die Pferde außen rum über einen Laufgang ständig laufen habe und die Schafe im Innenbereich auf dem Gras stehen, da noch einmal hinter Netz stehen, sollte es also keine Probleme bei mir geben.

So, laut NABU fressen unsere Deutschen Wölfe am liebsten Rehe, was ich schon befürchtet hatte und womit meine Hoffnung wegen der Wildschweine (nur 17,7 %) dahin ist.... Nutztiere fressen sie nur zu unter 1 %! Wenn man dann bedenkt, dass 1 Wolf 4.000 ha Fläche braucht, sind es wirklich nur wenige Schafe... Keine Ahnung, wieviel kg Fleisch bei einem Wolf pro Tag 100% sind, aber wenn ich mir meinen Hund anschaue, wird das nicht sooo viel sein.

Da überall zu Elektrozäunen geraten wird, stellt sich mir die Frage wie wohl die Schafe in Deichwolfs Nachbarort gehalten wurden.
Beste Grüße,
Christina

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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#23by Christina » Sunday 29. September 2013, 14:14

Herwig wrote:Wie verteilen die sich auf die Tierrassen?

Nach dem, was ich jetzt gelesen habe, sollen bei den Haustieren nur Schafe und Ziegen betroffen sein.

Herwig wrote:Gibt es Förderung für präventive Maßnahmen, wie hoch sind die, wer darf die abrufen?

In Wolfsgebieten angeblich zu 100 %... Aber genaueres konnte ich noch nicht lesen. Da wird Ed uns wohl weiter aufklären.

Herwig wrote:Eines Tages werden die Wolfspopulationen auch in D so gr0ß sein, das kaum noch ein Schutz der Wölfe notwendig ist. Dann wird es auch legale Abschüsse geben, von Tieren die es besonders auf Nutztiere abgesehen haben.

Nach dem, was ich nun beim NABU gelesen habe, geht man derzeit nicht davon aus, dass die Wolfspopulation wirklich groß werden wird, weil Wölfe, die nicht genügend Wild finden, abwandern werden, ihr Gebiet vergrößern, weniger Junge aufziehen können etc. Es sieht wohl im Moment so aus, als würde langfristig nur der Abschuss einzelner Tiere notwendig sein, die krank oder anders auffällig sind. Das fällt dann aber nicht unter Jagdrecht, sondern Management, wie ja heute alles heißt! Krass, dass man das Wort nun auch schon im Naturschutz nutzt.

Achja, der wirtschaftliche Schaden nach einem Riss soll auch zu 100% beglichen werden.
Sehr informative Seite, die mich voll befriedigt:
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Da stellt sich mir glatt die Frage, ob ich im NABU wieder aktiv werden sollte... Aber alles geht irgendwie auch nicht...
Beste Grüße,
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#24by schnuckened » Sunday 29. September 2013, 16:04

deichwolf, dein allgemeiner umgangston im bezug auf raubwild gefällt mir leider gar nicht. wir reden hier oftmals über streng geschütze tiere , deren illegaler abschuß unter strafe steht. das ist ein fakt, an den auch du dich halten musst! es gibt nur streß, wenn du weiter diese meinung vertrittst! ich bitte dich, wenn du schon nicht anders denken kannst, das hier nicht öffendlich kund zu tun, ok? das westerwalddesaster dürfte dir sicher bekannt sein! das ist noch nicht zu ende!

ansonsten bin ich schon mal erstaunt, wieviel nachholebedarf hier im forum in sachen zahlen und fakten besteht. es gibt ein problem, denn naturschutz ist wie allgemein bekannt ländersache und darum sind solche statistiken auch meist auf länderebene verfasst. jedes bundesland hat seinen eigenen managementplan, der als richtlinie zur entscheidungsfindung dient. einheitliche förder- und entschädigungsrichtlinien gibt es nicht.

die empfehlungen zum wolfschutz sind allerdings annähernd gleich.

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voriges jahr war ich bei einem seminar der LUGV mc pom und brbg. zu gast, bei dem es um wolfssichere zäunung ging. hier wurde dringlich darauf hingewiesen, dass strom der effektivste schutz vor wölfe sein soll. (5 litzen, erste 20 cm über dem boden). wölfe spüren das magnetfeld und sind nach der ersten berührung gewarnt! wichtig immer ausreichend gut geerdeter strom drauf. und das ist das problem. das bedeutet tägliche kontrolle, litze freischneiden, was ist bei viel schnee?! wie bei dauerfrost umkoppeln? frei pferchen ist wenig möglich!

knotengitter, die empfehlung von mind. 1,2 m halte ich für nicht ausreichend. wölfe sind in der lage, straff gespannten knotengitterzaun zu überklettern. auch ein zu loses anbringen ist gefährlich, wenn diese abbiegen können. um die höhenüberwindung effektiver zu verhindern habe ich bei mir über den in der regel 1,5 m hohen zaun ein band stacheldraht gezogen, mein nachbar sogar 2-reihig. gelegendlich halte ich meine schafe in der eichen-neuanpflanzung. hier benutze ich ein flatterband (breitbandlitze) als optischen schutz! jedoch nur in der wachstumsperiode.
noch wichtiger ist für ausreichenden untergrabungsschutz zu sorgen, der häufigsten ursache von eindringen der wölfe in gehegen oder koppeln. selbst habe ich erdnah einen spanndraht gezogen, mit erdhaken gesichert, an dem im jan ´12 ein wolf gescheitert ist. seither verstärke ich den untergrabungsschutz durch verschiedene maßnahmen. teils betonpfähle , teils ne art faschinen, knotengitterstreifen, rundhölzer, dachplattenstreifen. im jan ´13 wurden im damwildgehege, 1 km von meinen koppeln entfernt 2 tiere gerissen. wolf hatte 2 m knotengitter untergraben. trotz immer wieder schnee habe ich bei mir keine einzige wolfsfährte gefunden.
desweiteren dürfen keine möglichkeiten gegeben werden, dass wölfe den zaun einfach überspringen können. wölfe springen in der regel nicht, wenn sie es nicht auf bequeme weise lernen können. zb. vorgelagerte komposthaufen, erdhügel, schuttberge, brennholzstapel/haufen etc.
der nächste winter steht vor der tür, die hauptsaison der schadensfälle.

grüße

ed
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Re: Wie sichere ich meine Tiere vor dem Wolf

Post#25by Christina » Sunday 29. September 2013, 17:35

Das stimmt Mettbrötchen und dann können wir es noch immer diskutieren. Davon sind wir aber jetzt noch einige Jährchen entfernt, wenn es denn überhaupt eintreten wird.

Und ein bisschen hat Schnuckened schon recht, es wird zwar nicht zur Straftat aufgerufen, aber doch gesschrieben, dass sie im Falles des Falles begangen werden soll.
Versuchen wir also alle etwas sensibler damit umzugehen.
Beste Grüße,
Christina

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