Organisationen im Ökologischen Lanbau

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Organisationen im Ökologischen Lanbau

Post#1by angler rotvieh 15 » Thursday 9. April 2009, 16:47

Hallo an alle,

Ich möchte mal Kurz die wichtigsten Organistaionen /Organe des Ökologischen Landbaus nach der Wichtigkeit auf nationaler und internationaler Ebene vorstellen.

1. IFOAM- International Ferderation of Organic Management

Die IFOAM ist die internationale Dachorganisation des ökologischenLandbaus und wurde 1972 gegründet. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereitsüber 750 Mitgliedsorganisationen in mehr als 108 Ländern unter IFOAMvereinigt. Zu den Mitgliedern gehören beispielsweise Öko-Anbauverbände,Unternehmen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft,Forschungseinrichtungen sowie einzelne Öko-Landwirte. IFOAM übernimmtdie internationale Koordination dieser unterschiedlichenInteressengruppen unter Ausrichtung an einem gemeinsamen Leitbild. Dasübergeordnete Ziel der IFOAM ist die Etablierung einer ökologisch,sozial und ökonomisch ausgewogenen und verantwortlichen Politik.

Aufgaben:
  • Information und Aufklärung mit dem Ziel der weltweiten Verbreitung ökologischer Produktionsweisen
  • Austausch von Wissen und Erfahrung zwischen den Mitgliedern, z. B. durch Konferenzen, Messen und Publikationen
  • Entwicklung internationaler Standards und Zertifikate zur Qualitätssicherung der ökologischen Landwirtschaft
  • Repräsentation der biologischen Landwirtschaft in internationalen Institutionen und Organisationen, u.a. UNO und WTO
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2. Länderebene - Beipielsweise Europäische Union

In den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau wirdgenau definiert, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel,die als Öko-Produkte gekennzeichnet sind, erzeugt und hergestelltwerden müssen.


Verordnung (EG) Nr. 834/2007 und Durchführungsbestimmungen, Stand: Januar 2009
Diese Verordnung ist für ALLE Betriebe und Verarbeiter /Vermarkter verbindlich und kann bei nicht Einhaltung der Vorschriften rechtlich verfolgt werden.

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3. Nationale Ebene -Beispielsweise Verbandsrichtlinien
Zusätzlich zur Eu-Verordnung gibt es dann die Richtlinien der Verbände,die nur eingehalten werden müssen,wenn man dort Mitglied ist.
Derzeit gibt es 9 Bioverbände


1.Biokreis e.V.
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Biokreis wurde1979 als "Biokreis Ostbayern" von Bauern und Verbrauchern gegründet.Der Biokreis e.V. will die Zusammenarbeit von Erzeugern, Verbrauchernund Verarbeitern in einer überschaubaren Region nach ökologischenGrundsätzen fördern und eine bäuerliche Landwirtschaft auf der Basisdes ökologischen Landbaus erhalten. Der ursprünglich vor allem inOstbayern tätige Verband mit Sitz in Passau ist mittlerweile bundesweit.www.biokreis.de


2.Biopark e.V.
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Bioparke.V. mit Sitz in Güstrow wurde 1991 von 16 Betrieben inMecklenburg-Vorpommern gegründet. Inzwischen ist der Verband bundesweitvertreten. Hauptproduktionsrichtungen der Betriebe sind Mutterkuh- undMutterschafhaltung , Schweine- und Geflügelmast, Landschaftspflege mitNutztieren sowie Anbau von Marktfrüchten.
Imagewww.biopark.de


3.Gäa - Vereinigung Ökologischer Landbau e.V.
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DieGäa hat ihre Wurzeln in der kirchlichen Umweltbewegung der ehemaligenDDR. Der nach der griechischen Göttin der Erde benannte Verband wurde1989 in Goppeln bei Dresden gegründet. Seitdem widmet sich Gäa vorallem der Umstellung von Agrarbetrieben in den neuen Bundesländern.Hauptsitz der Gäa ist Dresden mit Landesgeschäftsstellen inBrandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Anbauverband Gäaarbeitet seit dem 1. Juli 2004 mit dem 1988 gegründetenniedersächsischen Anbauverband Ökosiegel zusammen. Ökosiegel bleibt alsVerein bestehen und setzt als Regionalgruppe von Gäa Sachsen die Arbeitfort.
Imagewww.gaea.de
4.Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.
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Naturland wurde1982 von Praktikern und Wissenschaftlern gegründet. Weltweit gehört derVerband zu den großen Zertifizierungsorganisationen für Öko-Produkte.Seine Aufgaben sieht Naturland im Schutz der Umwelt und in derErhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen durch eine naturgemäßeWirtschaftsweise in allen Bereichen des Landbaus. Naturland e.V. hatseinen Hauptsitz in Gräfelfing bei München, ist regional gegliedert undföderalistisch aufgebaut.
Imagewww.naturland.de


2.Verbund Ökohöfe
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DerVerbund Ökohöfe ist ein Verband für landwirtschaftliche und gärtnerischarbeitende ökologische Betriebe, sowie für Betriebe der ökologischenLebensmittelverarbeitung. Zur Zeit haben sich hier ungefähr 80 Betriebeorganisiert; die meisten befinden sich in Sachsen-Anhalt.
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Diese Verbände haben nur ergänzende Richtlinien,unterscheiden sich aber sonst relativ wenig von der EU-Verordnung.

Die Verbände Bioland und Demeter haben wesentlich strengere Richtlinien und klare Wirtschaftsweise.
1.Bioland e.V.
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1971wurde in Baden-Württemberg die Fördergemeinschaftorganisch-biologischer Land- und Gartenbau gegründet. Seit 1987 trägtsie den Namen Bioland e.V.. Bioland ist der nach Fläche undMitgliederzahl größte ökologische Anbauverband in Deutschland. DerBundesverband hat seinen Sitz in Mainz und acht Landesverbände betreuendie Mitglieder in den jeweiligen Regionen.
Imagewww.bioland.de

2.Demeter-Bund
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DerDemeter-Bund ist der einzige Anbauverband der biologisch-dynamischenLandwirtschaft. Seine Gründung geht auf die Vortragsreihe"Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft"des Anthroposophen Rudolf Steiner im Jahre 1924 zurück. Der weltweittätige Verband ist vielfältig gegliedert. In Deutschland ist Demetermit regionalen Gruppierungen in allen Bundesländern vertreten.
Imagewww.demeter.de

Dazu kommen noch Verbände für die Weinerzeugung.

Quelle: http://www.oekolandbau.de/erzeuger/grundlagen/geschichte-und-verbaende/anbau-verbaende/

In den jewiligen Kategorien kann man nun die spezifischen Wirtschaftsweisen näher vorstellen.

Freue mich über Kommentare
Gruß
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Post#2by klosterbauer » Friday 10. April 2009, 06:18

Hallo Du,

erstmal herzlichen Dank für Übersicht und Engagement. Supi!

Ich habe die Richtlinien hauptsächlich für den Grünlandbereich verglichen und gebe Dir Recht, dass Demeter sich mit der bio-dynamischen Wirtschaftsweise wirklich andere und über EU hinausgehende Richtlinien gibt (habe ich nicht gemacht, da ich noch anderweitig berufstätig bin und die Dinge dann vielleicht doch nicht so gut zusammenpassen ..., freiwillig kann man ja so viel wie geht immer umsetzen).

Aber zumindest in dem Tierhaltungsbereich habe ich keine besonders weitergehenden Anforderungen bei bioland gefunden - war ich blind?

Die Betonung bei Biokreis auf Regionalität war für mich mit ausschlaggebend (bio und regional, das ist aus meiner Sicht die Lösung). Ähnlich scheint die Vereinigung der Ökohöfe ja auch zu wirtschaften. Während mich bei Biopark wundert, wieviele Metzger die weit verstreut in NRW haben, aber auch, wie wenige Fleischerzeuger es in der gleichen Region gibt.

Grundsätzlich würde ich jedem raten, immer auch zu schauen, wer denn wie in der Heimatregion berät - denn man arbeitet mit Menschen zusammen. Auch das muss passen.

Komplex ist die Gebühren- und Beitragssituation: Da muss jeder selbst rechnen, ist alles sehr individuell und von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Gut, wer einen Taschenrechner hat - aus meiner Sicht zeichnet sich Naturland durch eine verwirrende Gebührenstruktur aus. Aber das soll wohl bereinigt werden im Laufe der Zeit.

Es grüßt aus dem Bergischen

Peter
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Post#3by angler rotvieh 15 » Friday 10. April 2009, 08:28

Danke Peter !!

Ich versuche ebenfalls durch das Studium so neutral wie möglich zu sein und ich arbeite mit ALLEN Landwirten und sonstigen Leuten zusammen.

Es ist falsch wenn man sich immer abgrenzt oder gar behauptet das sein eigenes Verhalten und wirtschaften DAS richtige ist.

Bei Bioland gefällt mir die sehr klare und freundliche Formulierung der Richtlinien (bei Geflügel sind die wesentlich strenger als bei Demeter).
Anfangs fand ich bei demeter die Formulierungen wie obligatorisch,verpflichtend usw. eher abschreckend.

Ich habe auch mal mit Naturland gesprochen und auch mit Biopark und mit der Gäa. Aber diese kennt der Verbraucher zu wenig und da sind bei uns die Kunden skeptisch.

In Brandenburg arbeitet man eigentlich sehr sehr gut miteinander und die Verbandszugehörigkeit ist eher Nebensache. Auch die extensiven Konvi sind mit im Boot und das ist wichtig.
Im Norden ist es sehr ähnlich und auch Nicht-Anthroposophen kommen gerne zu den Treffen und werden sehr herzlich aufgenommen.

Es kommt sehr auf die Verbandsvorsitzenden an und dass sie den Betrieb gut beraten und vor allem im ersten Jahr nicht alleine lassen.

Das ist bei Demeter in manchen Regionen auch der Fall. Im Norden möchte man da andere Wege gehen und die Situtation der Umstellbetriebe verbessern. Auch das "Über einen Kamm "scheren der Betriebe ist nicht gerechtfertigt ,denn es gibt so unterschiedliche Konvibetriebe.

Ich denke,das künfitg die Verbände mehr zusammenarbeiten sollten und trotzdem jeder seine Eigenheiten behält.

Da wir gerne im therapeutischen Bereich arbeiten wollen,ist die bio-dynamische Weise für uns am besten geeignet,weil die Leute da auf fast 100 Jahre Erfahrung zurückblicken.
Die anderen Verbände haben da zu wenig Erfahrung und somit sind gesetzliche Grenzen gesetzt.

Gruß
Juliane
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