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lähmung

PostPosted: Monday 11. January 2010, 10:38
by pattevogel
hallo,

seit letzter woche leidet eins unserer jungböcke an einer lähmung der vorderbeine und der halsmuskulatur. unser tierarzt weiss keinen rat und spricht nur über vermutungen. hat jemand schon so einen fall gehabt.

gruss
patrik

PostPosted: Monday 11. January 2010, 11:33
by Conny
Hallo,

diese Symptome können viele Ursachen haben, so z. B. Maedi–Symptomenkomplex oder Tetanus. Man müsste mehr wissen,. Wie ist die Temp., hat es Durchfall, sind Vorerkrankungen bekannt, hatte es in letzter Zeit eine offene Wunde (und sei sie noch so klein gewesen), ist es gestürzt.....

LG
Conny

PostPosted: Monday 11. January 2010, 12:45
by pattevogel
hallo,

test auf tetanus war negativ. temperatur ist normal. das schaf frisst normal und verdauung ist auch ok. äussere und innere verletzungungen hat der tierarzt auch nicht feststellen können. es ist auch so eigentlich ganz fit, kann eben nur vorne nicht aufstehen und seinen kopf nicht halten.

lg patrik

PostPosted: Monday 11. January 2010, 12:55
by Conny
Hallo Patrick,

ich schaue heute Abend einmal in meine schlauen Bücher bezüglich Schafkrankheiten nach. Bisher konnte ich diese Symptome bei meinen Schafen nicht verzeichnen. Lediglich bei einer Stute kamen die Syptome - Lähmungen der Hinterbeine - immer wieder mal, vor allem im Sommer, vor und man wusste lange Zeit nicht, um was es sich hier handelte, bis sich herausstelte, es war ein Herpesvirus, der sich im zentralen Nervensystem eingenistet hatte. Schmerzen soll sie angeblich keine gehabt haben, stand auch dann und wann mal auf, nach längerer Zeit ging es auch wieder, als wäre nichts gewesen, bis sie wieder lag. Die Stute war ansonsten fit, fraß und trank, halt überwiegend im Liegen im Offenstall. Da nicht therapiebar, mussten wir Sie einschläfern lassen.

Melde mich wieder.

LG
Conny

PostPosted: Monday 11. January 2010, 19:47
by Conny
Nabend Patrick,

ich habe Krankheiten in Verbindung mit Lähmungen nur gefunden, wenn es sich um Erkrankungen des Zentralen Nervensystems handelt. So um die Krankheit Listeriose, welche eine ansteckende Erkrankung ist, die zur Gehirnhautentzündung führt. Unter anderem sind hier Lähmungen des Kopfbereishes festzustellen, wie auch noch andere, aber sie müssen nicht unbedingt zusammen auftreten. Hervorgerufen wird die Listeriose durch nicht genügend gesäuerte Silage mit einem PH-Wert von 6, die größere Mengen von Listerien enthält.

Eine andere Erkrankung, die CAE (Gehirnform von Caprinen Arthritis und Enzephalitis), betrifft überwiegend zwar Lämmer, aber auch seltener erwachsene Tiere. Hier werden auch Lähmungen beobachtet. Zum Schluss komt es zum Festliegen, aber während der gesamten Erkrankung wird Futter und Wasser aufgenommen.

Dann bleiben noch Tumore, die evt. auf Nerven im Rücken- bzw. Kopfbereich drücken, oder Gehirntumore.

Andere Erkrankungen mit Lähmungen konnte ich in meinen Büchern nicht finden, was nicht heißen soll, dass es sie nicht gibt.

Wünsche viel Glück für dein Schaf.

LG
Conny

PostPosted: Tuesday 12. January 2010, 10:14
by Herwig
Nicht unwarscheinlich bei Lämmern ist auch Rotlauf, allerdings sind deine Symptome nicht typisch.
War der Nabel desinfiziert??

PostPosted: Tuesday 12. January 2010, 10:25
by karinenhof
hallo,

was bekommen Deine Tiere an Futter?

Imagele Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland

PostPosted: Tuesday 12. January 2010, 13:21
by Conny
Was mir noch einfällt. Wenn Lämmer während der Geburt, durch welche Umstände auch immer, nicht genügend Sauerstoff bekommen, können sich später (muss nicht sofort zu erkennen sein bzw. auftreten) Schädigungen am Gehirn einstellen, die ebenfalls zu Ausfällen führen können. Dieses kenne ich aus eigener Erfahrung von Ziegenlämmern Image

LG
Conny

PostPosted: Tuesday 12. January 2010, 21:56
by Alex
Hallo,

das könnte auch E-Selenmangel sein, daß hatte ich schon bei Ziegenlämmern und auch bei Schafen, wir haben hier sehr Selenarme Böden, prophylaktisch hilft gutes Mineralfutter und akut kann man E-Selen spritzen. Hilft aber nur wenns rechtzeitig verabreicht wird.Zu viel E-Selen darf man auch nicht geben, dann wirds giftig und geht auf die Leber. Habe es damals aufgrund eines verstorbenen Lammes in der Pathologie feststellen lassen.

Typisch ist eine Muskelschwäche, die Lämmer kommen meist vorne nicht mehr hoch und rutschen auf den Knien oder kippen mit dem Hinterteil ständig ein. Wenn man es nicht in den Griff kriegt verenden sie in der Regel an Herzversagen.

Wünsche gute Besserung

Alex

PostPosted: Wednesday 13. January 2010, 12:47
by pattevogel
hallo,

lamm ist heute morgen endgültig eingeschlafen. ich habe es jetzt zur obduktion gebracht.

lg patrik

PostPosted: Wednesday 13. January 2010, 18:15
by Conny
Nabend Patrick,

tut mir wirklich leid. Wäre schön, wenn du uns über das Ergebnis informieren würdest. Wir könnten alle daraus lernen.

LG
Conny

PostPosted: Wednesday 13. January 2010, 18:49
by pattevogel
hallo,

selbstverständlich werde ich das ergebnis hier mitteilen.

lg patrik

PostPosted: Sunday 7. February 2010, 10:55
by pattevogel
hallo,

wir haben gestern das ergebnis der obduktion erhalten. leider 4 schafe zu spät. das obduzierte schaf ist an extremen parasitenbefall von kokzidien + peitschenwürmern verendet. da auch das gehirn befallen war sind hiermit auch die lähmungen zu erklären.

ursache des befalls war eine hühnermistdüngung unserer weide durch den vorbesitzer. hiervon haben wir aber erst jetzt durch nachfragen erfahren. alle tiere werden jetzt entsprechend behandelt und nach erfolgreicher entwurmung sofort umgeweidet. uns ist das eine lehre gewesen, sich auf jeden fall über die vorherige nutzung einer weide zu informieren.

lieber gruss
patrik

PostPosted: Sunday 7. February 2010, 16:05
by Conny
Danke für die Info. Wieder etwas dazugelernt.

LG
Conny

PostPosted: Wednesday 10. February 2010, 13:57
by Gothic
Au Backe. Das ist ja heftig.
Aber wieder mal etwas, für mich, interessantes in Punkto Weidenutzung dazu gelernt.

PostPosted: Wednesday 10. February 2010, 22:10
by karinenhof
das ist schon heftig. Vier Tiere ist eine Menge!

Hm, was ich nun schreibe liest sich evt. etwas herzlos. Ist aber ganz sicher nicht so gemeint.

Ich bin ein Verfechter der Kotproben. Wir schicken eine Sammelkotprobe zur Untersuchung. Wenn das Ergebnis vorliegt, wird gehandelt - oder auch nicht.
Nur bei einem Ergebnis kann das richtige Mittel in der richtigen Dosierung angewandt werden.

Ich bin gegen die prohylaktischen Wurmkuren. Ich nehme ja auch heute keine Schmerztablette, weil evt. morgen etwas weh tun könnte. Der Vergleich hinkt, ist mir klar. Er soll nur meine Meinung dazu zeigen.

Imagele Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland