Wie motiviert ihr euch?

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Wie motiviert ihr euch?

Post#1by Herwig » Tuesday 25. September 2007, 19:19

Angesichts der vielen Tierseuchen der letzten paar Jahre kann man ja echt die Lust verlieren, laut Statistik sind im Geflügelbereich der größten Rückschläge in der Haltung der gefährdeten Nutztierrassen von 2005 auf 2006 wurden 17 % weniger Hühner, 11% weniger Puten, 18% weniger Gänse und 9% weniger Enten gehalten. Das ist eine katastrophale Entwicklung, finde ich.
Nun kommt noch zur H5N1 die Blauzungenkrankheit dazu, das wird vermutlich im nächsten Jahr noch mal herbe Rückschläge bei den Wiederkäuern geben.
Wir müssen also uns und unsere Züchterkollegen dringend motivieren weiterzumachen. Besser wäre es sogar neue Züchter zu werben.
Hier könnten wir eine Argumenten Sammlung anlegen, nach dem Motto: Warum ich nicht aufgebe!

Also ich habe notgedrungender Weise meine Geflügelbestände reduziert, weil mein Stallraum bei einer Einstallpflicht nicht ausreicht.
Aber, ohne Geflügel das wäre nichts für mcih. Denn selbst die Bio Eier vom Markt schmecken mir nicht so gut wie meine vom Lachshuhn oder Vorwerkhuhn. Ich habe auch das Vertrauen in die Fleischindustrie absolut verloren. Schaut man in die Angebotsblätter der Großmärkte muss man erkennen, das zu den Preisen kein Fleisch mit artgerechter Haltung produziert werden kann.
Ne, meine Hühner können die mir nicht madig machen!!
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Ohne mein Geflügel fehlt mir was !!!!

Post#2by Ingo » Tuesday 25. September 2007, 20:01

Moin Moin

Als reine Geflügel-Nutztier-Arche habe ich in Moment einen schweren Stand.
Verkaufe 50% weniger Tiere, Futter wird teurer, H5N1 usw.
Aber 100% mehr Hofbesichtigungen!
Passt irgendwie nicht zusammen!

Für mich sind die Hühner,Gänse und Enten, nach der Arbeit reine Erholung.

Es macht Spaß die Tiere zubeobachten, grade bei den verschiedenen Gänserassen
kann man die Laute und Warnrufe mittlerweile gut unterscheiden.
Oder das Verhalten der Hühner, wer kennt den bei seinen Hühner die Leithenne?

MfG
Ingo Grossnick
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Arterhaltung fängt Zuhaus an !

Zuchtring zur Erhaltung der Emdener Gans
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Geflügelpest und Blauzungenkrankheit

Post#3by knüllbergfarm » Wednesday 26. September 2007, 07:00

Also mir geht das ganze gemache und getue von den Medien über die Politik aufm keks es wird in Deutschen Lande immer gleich alles so hochgespielt das man eigentlich garkeine lust mehr hat das ganze wahrzunehmen.Unsere Ramelsloher hängen imer noch nach und das wir nurnoch die hälfte von den Tieren die wegen der Lieben Gesetze von der Stange gefallen sind ist denen doch egal auf einer weise wollen die Artgerechte Haltung auf der anderen seite hat unserlieber Herr Seehofer läst die Tierhaltung inHühnerställen von 40000auf 60000 erhöht.Die Politiker wollen unsere Haltung garnicht weil sie die grossen Subfensionirten Ställe besser kontrolieren können .Ist bei unserer Haltung schon mal ein Tier erkrankt nein aber inden Mastställen hört man dauernd davon.Ich lasse mich deswegen auch nicht davon abbringen meine Tiere artgerecht zuhalten weil ich die TIERQUÄLERREI der Heutigen Landwirtschaft Provitlandwirtschaft nicht billige das Hat doch nurnoch mit Profit zutun und nichts mehr mit Tierhaltung ausserdem ist es schön anzusehen wen die Tiere sich wolfühlen
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Post#4by karinenhof » Wednesday 26. September 2007, 15:20

sind nicht die vielen Seuchen die Chance für unsere kleinen Höfe?
Wir sind ein klassisches Beispiel dafür.
Unser Hof ist groß genug für ein paar Schafe (leider zu klein für noch mehr Getier im Moment). Was suchen wir uns für welche aus? Nicht das große Fleischschaf od. Milchschaf. Sondern eins, wo es notwendig ist, die Art zu erhalten und wir einen ganz klitzeklitzekleinen Beitrag dazu leisten möchten. Den Aufwand ´zig km für einen HB Bock zu fahren od. neue Muttertiere zu holen, kann sich kaum einer leisten, der von den Tieren leben muß. Dazu sind unsere Schafe einfach zu klein. Wir Hobbyhalter leisten uns das, auch weil wir die Notwendigkeit sehen.

Karin vom Karinenhof im Havelland
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Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
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Post#5by Herwig » Wednesday 26. September 2007, 15:39

Ja, Thomas, hast schon recht, manchmal kann einen das ganz schön frusten. Aber genau das ist ja das Problem. Warum macht ihr trotzdem weiter,
wie Karin schon schreibt, leben könnte man gar nicht davon, wenn mann 100te von Kilometer für einen Blutwechsel zurücklegen muss.

Aber wenn Leute stehen bleiben am Zaun und mich fragen was das denn für eine tolle Rasse ist und sie sowas ja noch gar nicht gesehen haben. Kommt man mit Ihnen ins Gespräch und ich habe noch nie erlebt das die Leute das für Blödsinn gehalten haben was ich da mache.

Vielfalt finden alle gut!
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Post#6by armin » Wednesday 26. September 2007, 18:40

Ich stimme Thomas auch zu. All diese Auflagen begünstigen nur die industrielle Landwirtschaft und fördern die Bildung immer größerer Agrarkonzerne, die sich eingene Verwaltungs- und Rechtsabteilungen leisten können, um den Papierkrieg zu bewältigen.
Es liegt aber nicht nur an der Politik. Politiker sind nur ausführendes Organ, die tun das, wovon sie glauben, dass ihre Wähler das wollen. Und in einem Land, in dem die Öffentlichkeit immer hysterischer auf vermeindliche Gefahren, z. B. Gesundheitsgefahren durch Tierseuchen reagiert, wird eine Aufstallpflicht allgemein begrüßt. In den Augen der meißten Menschen hat der Seehofer genau das richtige getan, den kann man wieder wählen...
Aber die gleichen Leute, die zentnerweise Tamiflu gegen das bedrohliche H5N1-Virus gebunkert haben, stehen bei Herwig am Zaun und finden die ganzen unbekannten Tierrassen ganz toll. Und mit jedem neuen Lebensmittelskandal besinnen sich ein paar mehr Leute darauf, mal beim Bauern nebenan direkt zu kaufen. Und dann kann man ins Gespräch kommen, kann ein bisschen zur Aufklärung beitragen.
Für solche Fälle sollten wir auch ein bisschen Informationmaterial vorhalten. Vielleicht kann man ja mal einen Fleyer zur Vogelgrippe oder zur Blauzungenkrankheit machen? Muss ja nicht gleich in riesiger Auflage gedruckt werden, ausdrucken können wir ja alle selbst.
Und übrigens, ich freue mich auf unseren Bergischen Kräher, die wir im nächsten Jahr auf unserem neuen Hof halten werden! Und auch wenn die ganze Welt durchdreht - nie aufgeben!!!

Gruß
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Post#7by knüllbergfarm » Friday 28. September 2007, 22:46

Genau Gleichgesinte nich aufgeben wie Armin sacht lass die anderen doch machen wie sie wollen wir machen es doch ingrundegenomen richtig mit unseren Rassen hört man ja auch schon ab und zu
und wenn die Hooochleistungsrassen nicht mehr höher können mussen die erstmal wieder von vornanfangen und es geht doch davon zuleben.Armin war am 210907 bei uns und hat nich schlecht gestaunt das es geht ist zwar n bischen enger aber geht un alle unsre Tiere fühlen sich sichtlich woll

Gruss Thomas vone KnüllbergfarmImage
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Post#8by Tobias » Saturday 29. September 2007, 15:32

Infomaterial ist gut (von den preisen dafür mal abgesehen), nur fürchte ich, dass wir dann auch ne eigene Rechtsabteilung bräuchten, wenn wir etwas zur Vogelgrippe oder dergleichen darin schreiben...
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Post#9by Herwig » Saturday 29. September 2007, 17:19

Ich muß, wenn auch ungern, Tobias recht geben. Nicht das ich Tobias ungern recht gebe, nein es geht viel mehr um die Klagefreudigkeit mancher Institute und vor allem auch von Mitbewerbern. Im Laufe der Zeit habe ich zwei offene Androhungen einer Klage und eine versteckte Androhung bekommen. Es gab sogar einen Rückruf eines Fotos, das uns zur Verfügung gestellt wurde vom Copyrightinhaber selbst, weil er unter Druck gesetzt wurde etc etc etc.
Ich habe unseren Flyer auch erst von einer Rechtsanwältin quer lesen lassen. Obwohl das ja auch wenig Sinn hat, weil die auch nicht weiß was so alles geschrienben wurde und worauf jemand geistiges Eigentum anmelden kann. das sind die unangenehmen Nebenerscheinungen des www.
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Eben Querköpfe

Post#10by Januschka » Friday 16. October 2009, 23:20

Herwig,

ich denke, wenn ich ausgeschlafen bin, reagiere ich genau gegenteilige von Dir.

Bin ich schlecht drauf, schimpfe ich auf Politik die nur Arm von Multis ist und von Werbung die Menschen die leise Stimme ihres ureigenen Wissens totlabert.

Dennoch:

Fertig geräkelt, Rudel begrüßt und aus der Tür getreten, sehe ich Schafe grüßen, zur rechten Jahreszeit meine (also die in meiner Obhut lebenden) Bienen herumsausen, Kaninchen kommen erwartungsvoll, Geflügel grüßt.

Keiner kann mir das Gefühl wegnehmen, die Befriedigung und das Schmunzeln, wenn was da lebt unter meiner Obhut und Pflege so richtig mit dem Leben zufrieden ist.

Und wie Ihr auch schreibt, das öffentliche Interesse wird mehr. Die Leute kommen zum Hof und wollen Honig und Eier und ach, Schafe habt Ihr auch.. habt Ihr noch Renfleisch zu verkaufen? Journalisten und Journaille kümmern sich. Und ja, es scheint, als wären wir altmodischen Genießer und Ethiker irgendwem ein Dorn im Auge. Schön! Anstrengend und nur im Netzwerk wegzustecken zuweilen doch ein Zeichen, daß irgendwas funktioniert. Hier in Schweden macht Lidl nun auf Öko, nachdem sie schon gezwungen waren, auf schwedische Produkte umzusteigen, weil die Kunden ausblieben. Brav! Das Fernsehen mit 101 unnötigen Kochsendungen hat 'Gourmetköche' die das Loblied der alten Rassen und artgerechten Haltung singen. Feini!


Machen wir es also wie andere Altmodische Leute vor uns: Outlasting the enemy. Laughing at the devil.

Nichts ist so vernichtend wie Lachen, darum fürchten es die Mächtigen. Also nicht verlernen!


Denkt sich
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