Nutztierarche werden?

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Nutztierarche werden?

Post#1by Piz » Sunday 20. January 2008, 22:08

seit kurzem bin ich (durch Zufall eigentlich) stolze Besitzerin eines Noriker-Junghengstes aus der seltenen Elmar-Linie geworden.
Nachdem ich mich informiert habe, daß die Noriker ja zu den gefährdeten Rassen gehören sollen, liegt der Gedanke nahe, vielleicht Nutztierarche zu werden, zumal mir der Hintergrund dazu gefällt... alte Rassen bewahren...

Weiß hier jemand, ob das überhaupt möglich ist, wenn man bisher nur den potentiellen Hengst hat, der aber freilich im Moment noch zu jung zur Körvorstellung, geschweige denn zum Decken ist?

All meine anderen Tiere (Ponys, Zwergziegen, Hühner, Kaninchen) gehören keiner bedrohten Rasse an, würden also in Bezug auf Arche nicht relevant sein.

Braucht man zur Gründung einer Arche nicht zumindest einen "Zuchtstamm", d.h. in diesem Fall mindestens 1 Hengst und 1 Stute im zuchtfähigen Alter?

Danke für Tipps!
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Post#2by Rouven » Monday 21. January 2008, 10:19

Hallo,
zu den Vorraussetzungen guggst du am besten hier:
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Da du ja auch Hühner, Kaninchen usw. hast, vll. hast du ja Lust und Interesse da langsam aber sicher auf alte, bedrohte Rassen "umzusatteln"?
So bin ich auch zu den alten Rassen gekommen, erst hatte ich die "Wochenmarkthühner und Enten" und das drauf folgende Jahr hab ich dann langsam aber beständig "umgesattelt".
Aber am besten ist, du setzt dich da mal mit Herwig in Verbindung ... zumal du einen Norikerhengst hast, denn Herwig wird es bestimmt freuen, er hast auch Noriker Image

Gruss Rouven
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Post#3by Piz » Monday 21. January 2008, 22:22

nachdem meine Tiere ja Familienanschluß haben, dürfen sie auch nach der sog. Nutzung alt werden und ihren Lebensabend genießen. Also einfach "umsatteln" geht nicht, da der Platz für Bestandserweiterung z.B. bei den Hühnern sonst eng wird. Höchstens könnte ich Bestandsergänzungen dann durch bedrohte Rassen vornehmen.
Das mit den Kaninchen kam vielleicht so rüber, als würde ich die auch züchten. Ist aber so, daß einer als Tierschutzfall zu uns kam und als feststand, er würde dauerhaft bleiben, wurde er kastriert und bekam eine Gefährtin.

Wenn ich die Bedingungen richtig verstanden habe, soll man schon züchten (können), was freilich mit einem Junghengst alleine nicht geht.
Auf der anderen Seite kann man doch auch alte bedrohte Nutztiere "halten" (nicht zwangsläufig zur Zucht) und traditionell nutzen, z.B. soll der Noriker später die landwirtschaftlichen Arbeiten übernehmen, die für die Ponys zu schwer sind bzw. diese nur im Mehrspänner erledigen können. Den "Beweis" des Nutzens, den die alten Rassen bringen, kann man ja auch ohne den Schwerpunkt Zucht, also nur mit der Haltung und traditionellen Nutzung der Öffentlichkeit nahebringen?
Oder sehe ich das falsch?
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Post#4by Herwig » Tuesday 22. January 2008, 19:39

Hallo Piz,

natürlich hast du recht mit der Annahme das die Haltung einer gefährdeten Nutztierrassen ausreicht um Nutztier-Arche zu werden. So ist das auch konzeptionell angelegt.

Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen und ein paar Anmerkungen dazu machen.
Wenn du deine Nutztiere nicht entsprechend nutzt (Kaninchen etc)und alt werden lässt, bis sie eines natürlichen Todes sterben, betreibst du einen Gnadenhof für Nutztiere. Das wiederum würde sich nicht mit unserem Anliegen decken.
Wir sind der Meinung, das alte Nutztiere nur erhalten werden können, wenn sie auch entsprechend genutzt werden. Mit anderen Worten: erhaltet das Meißner Widderkaninchen und esst mehr Kaninchenfleisch!
Natürlich schließt das nicht aus, das jemand, weil er sowieso für die Kinder ein Kaninchen halten möchte, ein Belgisches Bartkaninchen hält, das nie geschlachtet wird.
Bei Pferden und Eseln verhält es sich wieder anders, weil die Nutzung der Tiere auch woanders liegt. Es reicht also die Haltung eines gefährdeten Tieres aus um Nutztier-Arche zu werden.

Ich erinnere aber in diesem Zusammenhang an die Richtlinien, die verpflichten zur warheitsgemäßen Schilderung der Situation der gefährdeten Nutztierrassen. Es könnte schwierig werden und kontrovers, wenn man unseren Erhaltungsslogan "Mit Genuss erhalten" zitiert und gleichzeitig keines der eigenen Nutztiere schlachtet.
Die Nutzung eines Pferde leigt natürlich ganz woanders, klar.
Was übrigens ist bei einem Kaninchen " nach der Nutzung" oder ein Huhn ? Ein Suppenhuhn nach der Nutzung? Viele Hühner sind Zweinutzungsrassen.

Natürlich kannst du Nutztier-Arche werden, auch als Vegetarier, ich habe es aber nicht so verstanden als wärst du Vegetarier? Das bedeutet für mich: Du kaufst evtl. im Großmarkt Fleisch und Fleischprodukte, unterstützt damit die Massentierhaltung und Hybridzüchtung und bei dir zu hause dürfen die Hühner eines natürlichen Todes sterben. Da hast du dann nichts für die Erhaltung der alten Nutztierrassen getan.

Ich will dich nicht angreifen mit meinen Äußerungen, lediglich unsere Position klar machen und vielleicht bewirken, das du darüber nochmal nachdenkst. (Nicht der Antrag auf Nutztier-Arche sondern der Gnadenhof)
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Post#5by Piz » Tuesday 22. January 2008, 21:30

nein, ich fühle mich nicht angegriffenImage, bin übrigens auch kein 100%iger Vegetarier. Fleisch kaufe ich nicht im Supermarkt, sondern hole es beim Nachbarn, wenn der hausschlachtet, weil ich da weiß, wo das Fleisch herkommt, wie die Tiere gehalten wurden und daß ihnen ein Schlachttransportstreß erspart blieb. Die Massentierhaltung und die Hybridzuchten will ich nicht unterstützen, nicht zuletzt, weil da bei der Haltung die Artgerechtigkeit auf der Strecke bleibt. Genau deshalb haben wir uns nämlich eigene Hühner (Zwerglachse, Zwergmix, Marans-Barthuhnmix und 3 Hybridhennen, wovon eine vom Nachbarn zu uns umgezogen ist und die beiden anderen eine Schnellanschaffung waren, um unsere Gockel auszulasten) angeschafft, deren Nutzung allerdings auf die Eier beschränkt bleibt, weil ich keins meiner Tiere esse. Den Eierüberschuß verkaufen wir und zwar zu einem recht guten Preis, ich bekomme 2,-- für 6 Eier, weil unsere Dauerkunden es toll finden, daß sie ihre "Eierlieferanten" persönlich kennenlernen und knuddeln können, sie kommen ja auch Zuruf angerannt. Bei den Hühnern langfristig auf eine bedrohte Rasse umzusteigen, wäre durchaus eine Option. Ursprünglich wollten wir das auch und waren hinter Lachshühnern (sind ja auch bedroht meines Wissens) her. Die waren aber in der Region nicht zu bekommen, so haben wir Zwerglachse genommen (die aber wohl nicht bedroht sind).

Der Noriker soll wie gesagt in der Landwirtschaft genutzt werden sowie evtl. in der Zucht, wobei man aber jetzt noch nicht vorhersehen kann, ob er in 2 Jahren gekört wird.

Bei manchen meiner Tiere stimmt sicher der Ausdruck "Gnadenhof", wobei ja die Kombination aus der Haltung und Nutzung von alten Rassen die gleichzeitige Beherberhung von Rentnertieren nicht ausschließen sollte.
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Post#6by alfredo » Tuesday 22. January 2008, 22:29

Hallo Piz,
Du schreibst, dass Du Dich mit dem Gedanken der Deutschen Lachshühnerhaltung getragen hattest.

An Tieren soll es nicht scheitern. Auch wenn ich natürlich nicht voraussagen kann wieviel Glucken es bei mir in diesem Frühjahr geben wird...

Aber ich kann Dir einen Züchter vermitteln, der auch Kücken aus verschiedenen Zuchtstämmen verschickt-
allerdings freilich nicht aus Naturbrut. Die Chancen den Brutinstinkt wieder aufleben zu lassen sind dennoch gut.

Das Leben ist Veränderung--- nur Mut zur Neugestaltung um wirklich altbewährte Rassen zu bewahren.

Image Grüße
alfredo

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Post#7by steinadlerehemann » Tuesday 22. January 2008, 23:55

Hallo Herwig,
ich überlege auch schon die ganze Zeit, ob ich eine Nutztier-Arche hier aufmachen kann.
Mit nur einer Rasse, denke ich aber, ist es nicht so interessant bei mir.
Da müßte ich auch langfristig umstellen, richtig?
Denn ich halte ja nur Enten, Gänse, Hühner und Puten.
Schlachten tun wir auch, aber so vermarkten wie die anderen,
tun wir ja nicht, zumindest bin ich Rentnerin, auch wenn mein Schatzimausi
noch lange nicht Rentner wird Image.

Hier im Ort würden auf alle Fälle viele das interessant finden.
Hast Du ne Idee?

Ganz liebe Grüße
Christiane
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Post#8by Herwig » Wednesday 23. January 2008, 11:18

Hallo Christiane,
es gilt für alle, wenn jemand eine Rasse gefährdeter Nutztiere hält kann er Nutztier-Arche werden.

Ich möchte dazu auch kurz Stellung nehmen warum das so ist.

Viele sagen eben, nur eine alte Rasse, dass lohnt ja nicht. Hier genau ist der Ansatz, ...was lohnt sich schon und wie stellt man fest ob sich etwas lohnt. Lohnt sich Fußballspielen oder Fotografieren?

Ich finde eben das es sich lohnt, wegen der Freude und Selbstbestimmung, also wegen einem Stückchen Freiheit.
Die alten Rassen profitieren enorm, denn in der Regel finden die Leute Gefallen daran, die Züchter und auch die Besucher. Vermarktung betreiben fast alle im großen oder kleinem Stil. Wenn du 10 Eier als Mitbringsel zu einem Besuch bei einer Freundin mitnimmst, hast du bereits vermarktet, denn du hast das Geld für eine Tafel Schokolade oder einen Blumenstrauß eingespart und statt dessen Eier mitgenommen. Macht rein rechnerisch eine Einnahme von 1,50 EuroImage

Jeden Tierhalter sehe ich als Multiplikator in Sachen Biodiversität in der Landwirtschaft. Das Hofschild dokumentiert das nach außen, erweckt Aufmerksamkeit, bildet die Grundlage für viele Gespräche und gibt somit Denkanstöße. Das ist wichtig. Viele Nutztier-Archen haben dann nach und nach ihre Tierbestände umgestellt, weil Interesse und Ergeiz geweckt werden, weil Besuchern etwas geboten werden soll und weil das Verständnis für die Gesamtsituation wächst.
Darum erhalten Nutztier-Archen im doppelten Sinne die alten Nutztierrassen, als Rasse eben, aber auch als ideologische Einstellung beim Züchter und Verbraucher.
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Post#9by karinenhof » Wednesday 23. January 2008, 13:02

nur ran Christiane,

ich habe derzeit auch "nur" eine Rasse. Dennoch bin ich für die Erhaltung. Ein kleiner Beitrag, wie auch schon Herwig schreibt. Aber jeder hat doch mal klein angefangen.

liebe Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
***********************************************************************
Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
Nutztier- Arche Karinenhof, Hof Nr. 81
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Post#10by Canaria111 » Wednesday 23. January 2008, 15:59

auf jeden Fall christiane, Du weisst doch, wie ich angefangen habe. Mit garkeinen Tier, bzw. auf jeden Fall nicht bei mir *lach* und immerhin hast Du ja noch so einige Bronzeputen *zwinker*

also, ich sehe das so wie Herwig, Pferde sind einfach anders einzusetzen, sind Nutztiere im anderen sinne. Naja und gerade bei Hengsten, denke ich mir, dass man einiges für den erhalt der Rasse tut, wenn man einen Hengst hält, wenn man grundsätzlich ihn für die Zucht nutzen will. Allerdings, wie wird der Hengst denn gehalten ? Ich habe grosse Probleme mit Hengsthaltung, weil die meisten in Boxenhaft sind, bzw. allein stehen müssen, was nicht artgerecht ist. Artgerechte Hengsthaltung....schwierig....
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Post#11by Rouven » Wednesday 23. January 2008, 16:35

Hallo Canaria,
Hengste artgerecht zu halten, ist genauso schwierig wie Eber (siehst du den Zusammenhang, den ich meine ;-)
Also, wenn er seine Stuten im Familienverband hat und die bis kurz vor dem Abfohlen mit ihm zusammen sind, ist es gar kein Problem. Man muss nur vernüftig eingezäunt haben, aber dass ist bei allen Rassen so.
Aber ich merk grad, passt nicht sooo ganz in diesen Tread.

Gruss Rouven
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Post#12by ranulf » Wednesday 23. January 2008, 22:36

Moin, Moin,

Ich hab da mal ne Frage,

Wenn ich mich als Nutztierarche anerkennen lasse und meine seltenen Rassen sind aus dem Geflügelbereich. (Dementsprechend gehalten und gezüchtet), kann ich dann an meiner Heidschnucken (graue) und Pelzschafkoppel auch ein Logohofschlid aufstellen, oder führt dies zu Irritationen. Dadurch hätte ich ja die Möglichkeit trotzdem auf die Erhaltungsarbeit hinzuweisen.

Schöne Grüße

Ralf
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Post#13by Piz » Wednesday 23. January 2008, 23:51

wie schwierig Eber zu halten sind, kann ich nicht beurteilen, aber daß man Hengste durchaus artgerecht halten kann, weiß ich aus eigenen Erfahrungen. Auf unserem Hof leben 3 erwachsene Hengste (vier-, fünf- und sechsjährig), 1 Wallach, 4 Stuten, 2 Hengstfohlen (davon eines eben der besagte Noriker).
2 der Hengste sind gemeinsam aufgewachsen, gehen bis heute gemeinsam auf die Koppel (keine Einzelkoppeln!) und haben auch im Stall nur durch ein Panel abgetrennte Boxen. Sie haben durchaus Stutenkontakt (auch im Stall, die Damen stehen ihnen gegenüber), benehmen sich aber absolut anständig und rivalisieren nicht. Der 6-jährige ist so brav, daß man ihn außerhalb der Rosse problemlos mit den Stuten laufen lassen kann, weil die Stuten ihm das nötige Sozialverhalten beigebracht haben.
Der 4-jährige Hengst läuft mit dem (dominanten) Wallach zusammen und ist ebenfalls problemlos zu händeln. Nachts im Stall hat er direkten Nasenkontakt zu einer Stute in der benachbarten Box und sie teilen sich einen Futtertisch, was außer Begrüßungsbrömmeln keinerlei Trara bewirkt.

Die Hengste haben wir von klein auf aufgezogen, der jüngste ist sogar bei uns geboren. Sie sind von meinem Sohn (12 Jahre) ebenso angenehm zu händeln wie von mir. Der 5-jährige z.B. wird von Kindern geritten und wird demnächst auch noch eingefahren.

Am Anfang meinte jeder, unser Stall- und Koppel-/Auslaufkonzept würde nie und nimmer funktionieren, weil die Hengste mit soviel Stuten und direktem Kontakt unausgeglichen oder gar gefährlich würden. Und ich müsste zumindest die Boxen in geschlossener Bauweise ausführen und nicht nur mit einem 4-reihigen Panel dazwischen. Ich habe dennoch an dem Konzept festgehalten (damals voller Idealismus und eigentlich noch ohne großartige Hengsterfahrung) und bin im Nachhinein froh darüber, daß ich mich nicht beirren habe lassen. Wir haben den Stall vor etwas über 5 Jahren so konzipiert und es hat sich bewährt.

Wir haben absolut zufriedene, ausgeglichene Hengste und glücklicherweise keine solchen armen verhaltensgestörten Monster, wie man sie auf Hengstkörungen leider oft sieht - Produkte ihrer teilweise katastrophalen Haltungsformen.

Die angebliche Schwierigkeit der Hengsthaltung sollte niemanden pauschal abschrecken... es geht auch anders!

So und ich glaube, mit meinem Norikerchen werde ich nun mal den Antrag stellen...
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Geflügel-Nutztier-Arche

Post#14by Ingo » Thursday 24. January 2008, 00:38

Moin Moin

Ich (bin) habe eine reine Geflügel-Nutztier-Arche.
- Deutsches Lachshuhn ( in Doppelnutzung )
- Deutsches Reichshuhn
- Emdener Gans
- Leinegans
- Lippegans
- Cröllwitzer Puten
- (Araucaner,Wyandotten gestreift,Steinbacher Kampfgans,Höckergänse,Tschechische Gans)

Es geht auch nur mit einer Tierart.
Ich erhalte die Rassen in dem ich Zuchttiere und ihr Fleisch ...........
Ich sage nur Slowfood.
Die alten Rassen brauchen lange bis sie fertig sind, aber das Fleisch schmeckt ganz anders
als das aus dem Supermarkt.
Ich vermarke auch nur durch "Stille Post" und kann nicht alle mehr bedienen!

Also auch wer nur eine alte Rasse hält oder zuchtet werde Nutztier-Arche.

MfG Ingo
Ingo Grossnick
Nutztier-Arche-Norderwisch

Arterhaltung fängt Zuhaus an !

Zuchtring zur Erhaltung der Emdener Gans
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Post#15by steinadlerehemann » Thursday 24. January 2008, 01:37

Hallo Herwig,
dann wirste meinen Antrag bald auf den Tisch bekommen.
Wie gesagt, erst mal eine Rasse, und dann mal sehen.
Ich möchte gerne dann später eine Hühnerrasse, die auch im Winter legt
und nicht so ganz den Bruttrieb verloren hat.
Und sich dann mit den Leinegänsen auch verträgt auf einem Grundstück.

Huhu Canaria,
ich habe ja bis dato gedacht, ich bekomme noch nen weißen Puter,
man ---- jetzt zieh ich doch langsam ein Gesicht.
Für eine Nutztierarche hab ich ja genügend Bronceputen hier.... smile...
die wesentlich leichter zu bekommen sind.... weiße ist aussichtslos scheint
mir..... Die müßte man doch wirklich in die Liste mit aufnehmen, so lange wie
ich schon suche und andere sogar bitte auch danach zu suchen... unglaublich...
Hast Du auch schon einen Antrag für die Nutztier-Arche gestellt, Cris?

Na hoffentlich fülle ich alles richtig aus Image - sonst hab ich es nicht nur an den Ohren....
Image.

Wünsch Euch Allen ein gut Nächtle
Liebe Grüße
Christiane
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Post#16by Canaria111 » Thursday 24. January 2008, 13:04

@ranulf über dieses Thema hatten wir schon diskutiert. Bitte geh mal suchen. Wir hatten uns geeinigt, dass bei nicht gefährdeten Rassen Schilder ohne Arche-Aufdruck aufzustellen, damit deutlich zu sehen ist, was gefährdet und was nicht ist.

@Piz toll. Ich bin begeistert. Respekt, das hört sich nach ner prima Hengsthaltung an. Nein, ich sehe das eher wie Du, je mehr der Hengst "natürlich" und mit normalen Sozialkontakt aufwachsen und leben kann umso ausgeglichener sind sie. Vollkommen normale Pferde halt.

@steinadlerehepaar *lach* wir können uns auch über die Puten einigen und verrechnen mit Bruteiern, wenn es Dich doch zu den Bronzenen zieht *zwinker*

*räusper* ich bin scho länger Nutztierarche. Die Finca Tairona Image
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Post#17by steinadlerehemann » Thursday 24. January 2008, 20:42

Hallo Cris,
eigentlich zieht es mich ja gar nicht zu den bronzenen, weil ich zwei süße weiße Mädels habe, soooo lieb.
Nur Männer sind dafür einfach nicht zu bekommen.
Ich muss jetzt versuchen, denen die eine Zehe zu schneiden und zu schmirgeln, damit sie keine Verletzungen
erleiden wenn diese Monster mal po.... tun.
Nene, die broncenen gehen ab zu Dir, damit ich weniger Schei....erei habe .... grins....
Heute abend oder morgen werde ich dann mal das Formular ausfüllen und dem Herwig dann zusenden.

Hier im Ort fragt sich unser Rathaus, ob sie mitmachen wollen....
aber eigentlich bin ich Einzelgänger, Besuche zwar erwünscht, aber Entscheidungen lieber in Eigenregie...
Wieviele Tiere hast Du schon, die in der Liste drin stehen?
Bei den Hühnern würde ich vielleicht umschwenken, aber weiß halt noch nicht so recht, welche Rasse,
Ramelsloher oder Altsteirer in weiß oder bergische Schlotterkämme.
Es sollten schon Hühner sein, die einigermaßen sich mit Meck-Pomm identifizieren und auch das rauhe
Klima hier vertragen, wenn dick Schnee liegt.

Mal sehen, wer hier ne Idee hat.
Übrigens - wenn es nicht klappen sollte bei Dir mit den Puten, dann kann conny ja eine Pute haben.

So - bis denne erst mal und liebe Grüße
Christiane
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Post#18by ranulf » Sunday 27. January 2008, 20:54

Hallo Christiane,

Deine weißen Puten stehen im übrigen unter *** The link is only visible for members, go to login. *** auf der Roten Liste. Diese Liste wird u.a. in der zusammenarbeit mit der GEH erstellt und bietet eine relativ genauen Überblick. Auf dieser Liste stehen überigens auch fast alle anderen Putenfarbenschläge in den stark gefährdeten Kategorien. Dein Gefühl scheint nicht zutrügen, wenn Du glaubst Bronzeputen Hähne sind leichter zu bekommen. Die Bronzeputen stehen in der vierten Kategorie, sind nicht akut bedroht.

Im übrigen kann ich Dir zu den Ramelslohern raten. Wie auch anderer Stelle beriets beschrieben steht, ist es mit der Legeleistung vielleicht nicht weit her, aber gerade für unsere Norddeutsche Region ist diese Rasse sehr angepasst. Im laufe der letzte Jahre, ist mir aufgefallen wie robust die Hühner zuhalten sind. Dazu muss ich sage, das ich in einem sehr windigen Gebiet, selbst für Nordfriesland liege! Die Legeleistung bei meinen Ramelsloher liegen im Schnitt so zwischen 120-140 Eier, in der Größe ab 56,00 gr.

Die Leistung und der züchterische Erhalt dieser sehr aktraktiven Rasse soll durch eine Initiative der GEH und des Sondervereins verbessert werden. ( Grüße an Mathias Voigt). Wobei der genetisch spannendere Farbenschlag die Weißen ist, denn diese sind nicht wie der gelbe Farbenschlag nachgezüchtet worden.

Weitere infos zum Ramelsloher Huhn erhälst Du unter *** The link is only visible for members, go to login. ***, SV Ramlelsoher Huhn.

schöne grüße
Ralf
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Post#19by knüllbergfarm » Sunday 27. January 2008, 23:27

Auch mit nur einer Rasse helft ihr mit zur erhaltung

Nur mut Antrag stellen und alles wird gut

Imagele grüsse vone Daumendrückenden Nutztier-Arche Knüllbergfarm
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Post#20by steinadlerehemann » Sunday 27. January 2008, 23:59

Hallo Ralf und knüllbergfarm,
dann hat mich also mein Gefühl nicht getrogen.
Somit muss ich also mit dem weißen großen Puter meine Zucht aufbauen, damit ich überhaupt
eine Nachzucht habe.
Aber warum stehen dann die weißen Puten hier nicht auf der roten Liste, das wundert mich doch
sehr - nur unter Deinem Link sind sie zu finden!!!
Und - die Leinegänse sind nicht mal erwähnt worden, denn die sind auch in Kategorie I !!!!!

Dann denke ich, dass mich die Ramelsloher in weiß eher interessieren.
Aber die Eierleistung ist ncht sehr pralle Image - gibt es da Möglichkeiten, diese zu verbessern?
Aber glaube, sind genauso schwer zu bekommen wie ich meinen weißen Puter gesucht habe.
Und mir hinterher anhören muss - ich hätte keine Ahnung von Putenzucht - sogar all die Putenzüchter
hier!!!!!! um mich herum auch nicht. Na - ich bin erst mal bedient heute seit dem Telefonat.
So´ne Selbstherrlichkeit.....

Aber Ralf, danke für den Link. Den kannte ich noch nicht.
An BE für Ramelsloher ranzukommen weißt Du auch???
Das wäre dann toll.

Übrigens hab ich dann zwei Rassen von der Kategorie I Image

Ganz liebe Grüße und recht herzlichen Dank nochmals
Christiane
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Post#21by Herwig » Monday 28. January 2008, 11:05

Hallo Christiane,

an anderer Stelle haben wir schon sehr lang und breit über die sogenannte rote Liste diskutiert, für uns stand fest, das weder die eine noch die andere vollständig ist, verschiedene Prioritäten gesetzt werden und bestimmte Situationen nicht berücksichtigt werden.
An gleicher Stelle haben wir auch diskutiert eine eigene bzw alternative Liste herauszugeben.

Für unsere Listung bei den gefährdeten Rassen haben wir aus verschiedenen Gründen die Liste der GEH anerkannt, das muß nicht so bleiben, ist aber momentan für mich noch ohne Alternative.
Es ist jedoch keine gesetzlich festgelegte Liste und durchaus erweiterbar oder veränderbar, wir haben ja sogar schon darüber diskutiert evtl. Rückzüchtungen in unsere Liste aufzunehmen, weil diese auch zur Biodiversität beitragen, es steht aber außer Frage, das Rückzüchtungen KEINE alten Nutztierrassen sind.
Ob und wie die GEH an der Festlegung der Liste des VHGW beteiligt sind entzieht sich meiner Kenntnis, fest steht das hier intern zwischen sogenannten Nutztier- und Ausstellungszuchten unterschieden wird.
Da gibt es eben Unterschiede (siehe speziell Aylesburryenten, oder Bronzepute als Nutztierrasse des Jahres)

Was gab es mit Putenzüchtern für einen Streß?
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Post#22by ranulf » Monday 28. January 2008, 12:47

Hallo Christiane,

Die Eierleistung der Ramelsloher lassen sich bestimmt steigern. Dafür brauht man aber einre konsequente Eierkontrolle und die starke Selektion nach Leistung. Da die meisten Ramelsloher Züchter ihre Prioritäten in der zucht zur Schau legen ist die Leistung so nur bedingt steigerungsfähig, andererseits bedeutet eine Legekontrolle viel Aufwand. Ich fand es gut wie Ingo seine Hühnerkontrolliert. Siehe ents. Thread.) Es gibt bestimmt Züchter der Ramelsloher, die eine Leistungskontrolle führen, vieleicht hilft Dir das Zuchtbuch in M-V weiter. Diese Züchter haben sich verpflichtet eine Legekontrolle durchzuführen.

Im übrigen finde ich sehr gut, wenn man sich auf eine bestimmte Rasse konzentriert und diese gezielt fördert. Dadurch kann man gerade im Geflügelbereich viel Erreichen, den nur so konnten die gelben Ramelsloher unter Alfred Schweitzer wieder erzüchtet werden. Ich werde in Zukunft auch nur die beiden Farbenschläge der Ramelsloher als Hühnerrasse halten und züchten, vielleicht mit Leistungkontrolle (nach Ingo).

Im übrigen stehen die Leinegänse nicht in der VHGW- Liste, da es sich nicht um eine anerkannte Rasse im Sinne der VHGW handelt, glaub ich.

BE von Ramelsloher solltest Du probieren über die SV Züchter zu erhalten (Liste auf der Home), Eier von gelben könnte ich Dir schicken, sofern die Hühner endlich wieder legen.

Schöne Grüße

Ralf
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Post#23by steinadlerehemann » Tuesday 29. January 2008, 00:53

Hallo Herwig, hallo Ralf,

Herwig ich habe Dir zum letzten Satz eine PN geschickt, und denke, dass es als PN auch besser aufgehoben ist.

Ralf,
wo bekomme ich die Liste für M-V denn her?
Wenn ich eine Rasse halte, denke ich reicht es mir.
Nach und nach werde ich dann die Brahma und New Hampshire denke ich
in andere Hände geben.

In diesem Jahr werde ich erst mal sehen, was meine Gänse machen und die Puten.
Wenn das geklärt ist, sehe ich mit den Ramelslohern dann weiter.
Lieber ein Schritt nach dem anderen.
Danke Dir aber sehr sehr lieb für das Angebot.
Wenn Du welche haben solltest, BE, für mich - dann sag Bescheid.

Einen ganz schönen Abend noch und liebe Grüße
Christiane

p.s. ich selektiere die Tiere auf Eierleistung, Robustheit.
Nicht auf Schönheit. Aber Brüten sollen sie auch, notfalls
lernen sie es erst mal durch andere. Das ginge auch.
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Post#24by ranulf » Tuesday 29. January 2008, 13:08

Hallo Christiane,

Unterwww.rassegefluegelmv.de findest Du die Zuchtbuchsparte in MV. Leider sind dort keine Ramelsloher aufgelistet, auch insgesamt recht wenige Zuchtbuchführungen. Leider scheint sich in der Rassegeflügelzucht es immer weniger zu werden, das Leistung protokoliert wird.

Vielleicht schafft es die Induatrie, eine finanzierbare Fallnestkontroole für berfustätige Züchter umzustezen. Schön wär es.

im übrigen habe ich jedes Jahr Glucken, die fleißg brüten und sehr gut ihre Küken führen.

Gruß
Ralf
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Post#25by steinadlerehemann » Tuesday 29. January 2008, 21:04

Hallo Ralf,
vielen Dank für den Link.
Wenn Dein Stamm auch gut gluckt und führt, werden auch die Nachkommen es tun.
Ich denke, es ist "stamm"-abhängig.
Meist sehen gute und robuste Eierleger eher zersaust aus als ne Schönheit zu sein.
Den Link werde ich mir nachher mal genau anschauen.
Dir noch einen schönen Abend wünsche.
Christiane

p.s. Ralf,
da steht nicht viel drin im Herdbuch.
Diese Notizen haste ja schon selber Zuhause, ohne Herdbuch zu führen.
Gibt es nicht genauere Notizen und Bücherführungen???
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steinadlerehemann
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