Welche Gülle auf Rinder-Mähweide?

Moderator: Frankenvieh


AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 663

Re: Welche Gülle auf Rinder-Mähweide?

Beitrag#1von Herwig » Montag 20. August 2012, 08:59

Biogas- und Hühnergülle sollte wegen der Botulismusgefahr ebenfalls nicht auf Rinderweiden eingesetzt werden.
Aber eine Frage, warum überhaupt düngen, wenn es keine Heuwiese ist??
Heuwiesen dünge ich mit abgelagerten Dung, zwei Jahre alt. Ganz dünn ausbringen und dann noch mit der Wiesenegge verteilen.
Also mein Vorschlag:
In diesem Herbst mit dem Mulcher rüber, danach Kompostmist, fertig.
Du wirst die Erfolge aber nicht gleich im ersten Jahr sehen, die Nährstoffe brauchen etwas, um aufgenommen zu werden.
Wenn du die Weide im Folgejahr nicht aberntest, reicht der Dung der Rinder aus, um die Wiese zu düngen. Ntürlich schön striegeln im Frühjahr...
Es werden sich mit der Zeit Standortgerechte Gräser durchsetzen und der Boden wird auch entsäuert.
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3422
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 203
Geschlecht: männlich

Re: Welche Gülle auf Rinder-Mähweide?

Beitrag#2von Herwig » Dienstag 21. August 2012, 17:38

Clostridium botulinum bzw. seine Sporen sind in der Umwelt weit verbreitet und äußerst widerstandsfähig gegen Hitze, Frost und Austrocknen. Im Boden können sie sehr lange überdauern.(Mehrere Jahre) Unter anaeroben Bedingungen keimen sie aus und setzen das Gift Botulinumtoxin frei, eines der gefährlichsten Gifte. Streng genommen ist Botulinumtoxin eine Sammelbezeichnung, denn es werden acht Botulinumtoxine unterschieden, die teilweise wirtsspezifisch und unterschiedlich stark giftig sind. Rinder werden vor allem von den Typen C und D betroffen, seltener vom Typ B, der bevorzugt in pflanzlichem Material (fehlgegorenen Silagen) vorkommt.

Clostridium botulinum wächst wie alle Clostridien nur anaerob, d.h. unter Luftabschluss. Es vermehrt sich rasch in Tierkadavern, die vermehrt in z.B. Hühnertrockenkot aus Geflügelindustriellen Ställen vorkommen. Dort werden oft Kadaver in den Dung eingetreten ohne das sie abgesammlet werden können. Gelangen Tierkadaver z. B. in Heu oder Silage, werden die Futtermittel mit Botulinumtoxinen kontaminiert.
Die Verhütung von Botulismus setzt eine hygienische Futtererzeugung voraus. Wirtschaftsdünger und Silagen dürfen keinerlei Tierkadaver enthalten. Grünlandflächen müssen von innen nach außen gemäht werden, dass evtl. darin befindliche Tiere herausgedrängt werden. Stall, Weide, Tränken und Futterlagerstätten müssen auf das Vorkommen von Tierkadavern überwacht werden. Ratten und Mäuse müssen fachgerecht bekämpft werden (Gift und Fallen). Weiden sollten nicht mit Geflügelmist oder -kot gedüngt werden.
Biogasanlagen sind quasi eine Art von Brutmaschine für Botulismus, wenn Schlachtabfälle oder Geflügelmist mit Kadavern in diese eingebracht werden.
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3422
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 203
Geschlecht: männlich


Beteilige Dich mit einer Spende
cron