Weideproblem

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Weideproblem

Beitrag#1von Alex » Donnerstag 29. August 2013, 00:25

Hallo,

bei mir sind Anfang August zwei Hinterwälder Kälber mit fünf Monaten aus reiner Stallhaltung eingezogen. Eigentlich ganz liebe und verschmuste Mädels. Nun wollte ich sie an die Weide gewöhnen, mit der einen null Problem, hat alle vier Seiten ausprobiert, hat überall geschnalzt, somit Respekt vorm Band. sie kommt auch problemlos her und lässt sich wieder in den Stall führen. Nr. 2 ist genau das Gegenteil, Die hat auch schon übel eine am Zaun gekriegt, hat aber geschnallt, dass wenn sie mit Anlauf einfach durchrennt, tuts zwar kurz weh, aber dann ist sie frei, sie lässt sich auch absolut auf der Wiese nicht mehr anfassen, obwohl sie im Stall auch handzahm ist. Ich habe normale weiße Weidestöcke und zwei Litzen, einen festen Zaun kann ich bei mir auf der Wiese nicht bauen, das darf ich nicht, ausserdem will ich mit den Kühen und Ziegen im Wechsel beweiden und da brauch ich Wanderzäune.

Wie handhabt ihr so "ungezogene" Kälber.

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Re: Weideproblem

Beitrag#2von Herwig » Donnerstag 29. August 2013, 06:50

Kannst Du sie mit einem "leckerlie" an den Zaun locken?
Obwohl, das schon fast zu spät ist. Ihr fehlt eindeutig der Respekt vor dem Zaun.
Es ist bei uns z.B. gerade sehr trocken, also mindestens einen Eimer Wasser an den Erdungsstab kippen.
Ich hatte mal eine Ziege die das auch nicht hatte...
Es geht kein Weg daran vorbei, sie muss einen kräftigeren Schlag bekommen. Wenn das Ezaun Gerät gut ist und gut geerdet ist, muss die Kuh eben auch noch geerdet werden.
Mein Großvater machte das einfach mit einer Kette, die das Tier um den Hals bekam, das Ende muss großzügig auf der Erde schleifen.
Besser ist noch, einen Eisenpfahl in die ERde schlagen und die Kuh mit langer Kette daran anbinden in der Nähe des Zaunes. Die Kuh kann dann nicht direkt durch knattern und kriegt mächtig einen geschossen. Außerdem gewöhnst du sie daran, am Halfter abgeholt zu werden...
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Re: Weideproblem

Beitrag#3von Christina » Donnerstag 29. August 2013, 06:57

Oder erst wieder raus lassen, wenn es schon eine Zeit geregnet hat und noch die letzten Tropfen kommen, so dass das Kalb auch nass wird.
Während der Trockenheit hatte ich das letzte Jahr hier mit einer Stute auch immer Probleme. Die ist einfach zu dickfellig. In den Regenphasen hat sie aber ein paar Mal so ordentlich einen abbekommen, dass sie nun artig ist. Ich hoffe, das bleibt auch.
Vielleicht schaust Du mal, ob Du genug Erdung hast. Wieviel ist denn auf dem Zaun drauf???

Beste Grüße, Christina
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Re: Weideproblem

Beitrag#4von Alex » Donnerstag 29. August 2013, 22:58

Hallo,

dann werde ich das mit dem Anketten innerhalb des Zaunes versuchen, das Problem war, das sie beim ersten Weidegang ordentlich eine bekommen hat, aber sie ging nicht nach hinten, sondern sprang vor Schreck direkt nach vorn in den Zaun und rannte dann weiter und durch, das hat sie sich scheinbar gemerkt und wenn sie meint, sie möchte nicht mehr auf der Weide bleiben oder ich siee abholen will, dann fängt sie an wie ein junger Hengst auf der Wiese umherzuspringen, nimmt Anlauf und schießt einfach durch den Zaun. Saft ist ordentlich drauf, da kriegt man mächtig eine gewazt. Daran liegts nicht.

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Re: Weideproblem

Beitrag#5von Herwig » Freitag 30. August 2013, 06:52

Dann gibt es noch die Variante, erst fest anketten und dann noch vorübergehend die Aktivitäten der Kuh einzuschränken:
Habe ich mal bei einem "wilden" Ziegenbock erfolgreich angewendet, ist aber auch bei meinem Opa und seinen Rindern abgeschaut.
Ein Halsband oder Halfter mit einer 2 bis 3 Meter langen Kette, daran einen Holzklotz befestigen. Die Kuh kann gemütlich herumgrasen und den Klotz mitziehen. Will sie allerdings rennen, geht das nicht, weil ihr der Holzklotz und die Kette unter dem Bauch und zwischen den Beinen unangenehm herumspringt. Später nach 4-5 Wochen reicht das Halfter, das Ausbrechen hat sie dann total vergessen.
Einfangen lässt sie sich dann auch besser.
Meine kommen schon immer an wenn sie mich sehen, weil sie wissen, es gibt immer etwas leckeres, im Moment jeden Tag ein paar Äpfel, oder Kanten Brot, alte Kartoffel, wurmige Möhre etc.
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Re: Weideproblem

Beitrag#6von matt23 » Freitag 30. August 2013, 21:49

Wenn die Tiere an den Zaun gewöhnt werden sollen ist es gut, wenn hinter dem Zaun noch andere Hindernisse stehen, wo sie nicht durchrennen können (Mauer, Traktor usw.).
Ein anderer Tipp den ich mal gelesen habe, um Tiere schnell an einen E-Zaun zu gewöhnen, ist, die Tiere hungrig bei nassem Wetter auf eine abgefressene Weide stellen. Weil die Tiere dort dann schnell rauswollen kommen sie ziemlich bald an den Zaun. Wenn sie dann noch ordentlich eine gewischt bekommen, wissen sie sehr schnell das der Zaun "böse" ist.
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Re: Weideproblem

Beitrag#7von Claudia » Sonntag 1. September 2013, 07:16

von kühen hab ich keine ahnung, aber ich kenne das problem von ponys :)

einem shetty, der besonders schnell auch unter mehreren litzen durchkugelte, haben ich mal eine draht-antenne oben ans halter gebastelt, damit nützte es ihm auch nichts mehr, das er den kopf tiefer nahm beim durchdüsen.

herwig, geben die nicht erst gas, wenn da so unter dem bauch was poltert, aus angst?
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Re: Weideproblem

Beitrag#8von Jaegertom » Samstag 5. Oktober 2013, 02:14

Hatte genau das gleiche Problem mit 2 Hinterwälder Färsen. Am Anfang hats geklappt, nach einiger Zeit hat eine gemerkt, dass man durch den Zaun rennen kann. Alles probiert, nass gemacht , 3 Litzen, dann ist sie drübergesprungen so 1,20 aus dem Stand.
Dann ist sie täglich ausgebüchst und hat die zweite noch mitgeführt.
2 Tiroler Grauviehfärsen die auch auf der Weide waren hat das nicht gekümmert, die sind brav drin geblieben.
Die eine Hinterwälder wurde zudem so scheu, dass sie zum Blutnehmen BHV1 mit dem Blasrohr schlafen gelegt wurde.
Zum Winteranfang letzten Jahres gabs dann lecker Braten von der. Seither ist auch die andere ganz brav und nicht mehr ausgebüxt.
Der Trick von Herwig ist nicht schlecht, aber ein Vet datf das nicht sehen wegen Verletzungsgefahr blablabla.
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Re: Weideproblem

Beitrag#9von Alex » Samstag 5. Oktober 2013, 22:25

Hallo,

also zur Info. Die Tiere sind ja von Haus aus sehr zahm, verwildernn kann nicht geschehen, weil sie ja jeden Abend in den Stall geführt werden. Wir haben sie jetzt so drei Wochen angehängt, so das sie mit der Nase an den Zaun kommt, aber nicht durch konnte, Zum Abholen gabs ein Stückchen Brot. Jetzt ist der Spuk vorbei, sie bleibt ganz brav im Zaun und zum Abholen kommen sie beide regelrecht angeschossen, deshalb muss ich das mit dem Brot wieder etwas runterschrauben, weil beim runterführen stupsen und schubsen sie, damit es noch mehr gibt, das ist jetzt noch nicht so tragisch, aber wenn da mal kräftige Hörner sind ist das nicht mehr so lustig. Mittlerweilen kann meine zwöfjährige aber auch schon die eine führen, also wie gesagt es wird immer besser.

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Re: Weideproblem

Beitrag#10von Jaegertom » Montag 7. Oktober 2013, 13:37

Toll das es bei dir so gut geklappt hat.
Meine hat die Scheu nicht überwunden, vermutlich auch weil sie einmal abends auf der Koppel von betrunkenen Jugendlichen hergeschlagen wurde. Die anderen habens verziehen.
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Re: Weideproblem

Beitrag#11von Alex » Montag 7. Oktober 2013, 21:58

@Jägertom, solche Mitmenschen sind einer der Gründe warum ich meine Tiere nur tagsüber und nur wenn ich nicht den ganzen Tag weg bin, auf die Weiden lasse. Ich arbeite zum Glück nicht Vollzeit.

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