Fragen zu Ochsen, + Angebot!

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Fragen zu Ochsen, + Angebot!

Beitrag#1von viehev » Samstag 31. Oktober 2009, 23:51

Hallo,
Also ich hab da mal einige Fragen bezüglich Ochsen die mich interessieren würden, wäre nett wenn sie mir jemand beantworten könnte!

1. Wann werden denn Bullen kastriert, als Kälber oder Erwachsene?

2. Wie wird ein Bulle, dazu deklariert, Ochse zu werden?

3. Wenn er als Kalb kastriert wird, ist er dann von anfang an "ruhiger" oder immer noch so Wild wie nicht Kastrierte?

4. Könnte ein Ochse (kastriert) zusammen mit einer Kuh (Milchspender + hin und wieder ein Kalb) gehalten werden,und trotzdem z.B eingesetzt werden um ein Gespann zu ziehen?

5. Kann auch jemand, so wie ich (160, 60kg) mit einem Ochsen fertig werden?
Ich meine damit, ob ich mit ihm gerichtet werden würde, und wie dann der Umgang mit ihm ist, Nasenring wäre ja eh klar!

6. Kann man einem Ochsen "vertrauen"?


So und nun zum Angebot:

Mein Männe hat im Holzschopf einen Pflug (fürs Ochsengespann), seines Opas, würde diesen gerne verkaufen, und wollte fragen ob so ca. 300 Euro dafür in Ordnung sind, und ob evtl. jemand Interesse hat?
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Beitrag#2von StefanT » Montag 2. November 2009, 01:41

Hallo

Es werden nur ausgewachsene Tiere zum Ochsen gemacht wegen der Kraft zum Arbeiten.
Ochsen sind ruhiger und können mit Kühen und Kälber zusammen gehalten werden.
In denn meisten Fällen bestimmt der Zuchtwert des Tieres über deren Zukunft . Ochsen sind selten geworden beliebte Rassen waren Fleck,- Braun,- Rotvieh wegen der ruhe der tiere.
Es kommt auf die behandlung des tieres an ob man ihm trauen kann oder nicht.
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Beitrag#3von klosterbauer » Montag 2. November 2009, 10:12

Hallo

mein Tierarzt kastriert so etwa mit einem halben Jahr. Klappt gut.
Und an Deiner Größe liegt´s nicht, sollst ja den Ochsen nicht wie ein Schaf zum Klauenschneiden auf den Hintern setzen.
Dein ruhiger und entschiedener Umgang, die Qualität der Zäune etc ist entscheidend.
Bei mir laufen die Ochsen mit den Kühen - klar kannst Du dann auch melken. (Zumindest, was den Ochsen angeht). Ob Du Kühe melken kannst, das weiß ich natürlich nicht.
"Vertrauen" ist immer relativ - ich habe meinen großen Tiere immer im Auge - selbst ein spielender Ochse ist einfach stärker als ich ...

Soweit beste Grüße aus dem Bergischen von
Peter
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Beitrag#4von Frankenvieh » Montag 2. November 2009, 22:16

Bullenkälber kann man schon mit 3 Tagen kastrieren und alle Rassen kann man nutzen.

Frühkastrierte bekommen lange Beine, wachsen hoch(SBT über 1,80m Stockmaß), diese wurden für Transporte eingesetzt, können lange, schneller laufen= leicht zu händeln

Spätkastrierte, kurz vor der Geschlechtsreife (oder auch danach), werden kräftiger und nicht ganz so hoch, wurden für schwerste Arbeiten eingesetzt (kein Kaltblüter hat solche Kraft) sind nicht ganz so leicht zu händeln,


Wenn du nen Zugochsen ausbilden willst, bitte nicht mit Pferden vergleichen! Schon als Kalb handzahm und halfterführig machen. dann macht er alles mit! Nasenring ist nicht unbedingt notwendig. Ochsen sind ruhig, etwas stur. Klar hüpfen die auch mal, wenn sie jung sind. ich wiege nur 50kg, die Kuh 700kg.
Man wächst mit seinen AufgabenBild.

So einen alter Pflug ist keine 300wert. Ich habe einen umsonst bekommen mit Vorkarre. Ansonsten Schrottpreis.
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Beitrag#5von Frankenvieh » Montag 2. November 2009, 22:23

StefanT hat geschrieben:Hallo

Ochsen sind selten geworden beliebte Rassen waren Fleck,- Braun,- Rotvieh wegen der ruhe der tiere.
Es kommt auf die behandlung des tieres an ob man ihm trauen kann oder nicht.


Rotvieh ist nicht ruhigBild Das Vollblut unter den RindernBild

Für Anfänger sind Saugkälber von Milchviehrassen geeignet. Am besten von Hand aufziehen! Mutterkuhabsetzer sind NICHT für Anfänger geeignet, da ist der Frust vorprogrammiert
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Beitrag#6von löringshof » Montag 2. November 2009, 23:21

Hallo,

dann will ich mich auch noch zu deinen Fragen äußern:

1. Wann werden denn Bullen kastriert, als Kälber oder Erwachsene?
Meine Galloways werden zwischen 3 und 6 Monaten kastriert, dauert nur wenige Minuten, Kosten ca. 30,- € / Tier

2. Wie wird ein Bulle, dazu deklariert, Ochse zu werden?
Wenn zu viele Bullkälber geboren werden als zur Zucht benötigt oder Tiere zu enge Verwandschaft aufweisen etc.

3. Wenn er als Kalb kastriert wird, ist er dann von anfang an "ruhiger" oder immer noch so Wild wie nicht Kastrierte?
Nein, sind sie nur ruhiger als gleichaltrige nicht kastrierte Bullen im geschlechtsfähigem Alter

4. Könnte ein Ochse (kastriert) zusammen mit einer Kuh (Milchspender + hin und wieder ein Kalb) gehalten werden,und trotzdem z.B eingesetzt werden um ein Gespann zu ziehen?
Ja, ein Ochse benimmt sich eher wie eine "Tante" zum Jungvieh und weniger wie ein Bulle.

5. Kann auch jemand, so wie ich (160, 60kg) mit einem Ochsen fertig werden?
Ich meine damit, ob ich mit ihm gerichtet werden würde, und wie dann der Umgang mit ihm ist, Nasenring wäre ja eh klar!
Dies ist sicher keine Frage von Größe und Gewicht sondern mehr eine Frage des ruhigen und besonnenen Umgangs mit dem Tier, absolut wichtig ist es dazu das Tier von kleinauf handführig am Kälberstrick zu machen. Einen Nasenring braucht es dazu nicht.

6. Kann man einem Ochsen "vertrauen"?
Ich "vertraue" meinen Tieren nie. Ich habe "Respekt" vor ihnen und habe immer mindestens ein Auge auf ihr Verhalten und man sollte ihre "Körpersprache" deuten können.

Bildle Grüße

Peter
übt die Kunst der relativen Zufriedenheit
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Beitrag#7von viehev » Dienstag 3. November 2009, 13:45

Danke für die Antworten,

Wir sind gerade dabei am Überlegen uns 2 Kälber zu kaufen (Kuhkalb + Bullenkalb am liebsten FLV)
wie gesagt, das Bullenkalb würde dann kastriert werden, wie oben geschrieben, also etwa mit 3-6 Monaten, das Kuhkalb wird dann eben mit 1 1/2 - 2 Jahren leider Gottes künstlich befruchtet werden, und später dann auch für uns als "Milchspender" dienen, ich würde sie natürlich auch von klein an daran gewöhnen, dass nichts schlimmes bei ist, wenn ihr jemand zwischen die Beine "greift" nicht dass sie später dann beim ersten Melken meint austreten zu müssen...

Ans Führen gewöhnen ginge ja am einfachsten, wenn man sie morgens am Strick auf die Weide führt, und abends am selbigen wieder abholt,
Könnten diese dann auch ganztags einen "Halfter" tragen?

Wie geht ihr denn damit um, wenn sie schon als Kälber anfangen zu "schucken", ich kenn des zumindest so, bei meinen Eltern im Stall, dass dort immer ein paar "halbwilde" bei sind, die einen hin und wieder, auch schon als Kälber heftig anstossen... Ich kann zumindest von etlichen blauen Flecken berichten...
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Beitrag#8von Frankenvieh » Dienstag 3. November 2009, 19:07

Wie anstoßen? Hüpfend umherrennen und mal ausschlagen? Wie ein Stier, mit gesenktem Kopf? Oder Milchstöße?

Kälber sind verspielt und manchmal sehr übermütig, ich habe dieses Gestoße mit dem Kopf mit einem Hieb auf die Nase abgewehrt, ein deutliches NEIN dazu und es hörte schnell auf. Wenn`s dann klappt und ohne verspieltem Stoßen dann natürlich loben!

Ich habe mit meiner auch gespielt, ausgelassenes Toben auf der Wiese. Geht aber nur wenn, das NEIN klappt.


Meine hat am Anfang immer das Halfter drauf gehabt, mittlerweile Halfter ich auf, wenn ich das brauche. Weil viele Bäume und Büsche auf der Weide stehen und die werden bearbeitet. ich hab da immer Angst das sie sich verheddern.
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Beitrag#9von klosterbauer » Dienstag 3. November 2009, 19:38

Hallo -

nur mal so als Frage: Kennst Du Dich aus mit künstlicher Befruchtung? Ein springender Bulle ist ja immer zuverlässiger. Aber sonst musst Du das Tier halt regelmäßig im Auge haben, und bspw. am Verhalten deuten, wann sie denn bald bullig wird. Wir halten Mutterkühe und das war uns zu aufwändig (habe ja auch noch einen anderen Job). Ich gebe aber zu, wenn ihr langfristig nur eine Kuh wollt, dann lohnt sich ein eigener Bulle nicht wirklich. Aber vielleicht kennt ihr ja einen netten Bauern, der noch einen Bullen hat ...

Übrigens: @Frankenvieh - unser "vollblütiges" Rotes Höhenvieh ist ziemlich cool und folgsam, es gibt Kunden, die sich für unsere Absetzer interessieren, weil die Herde eben so ruhig ist. Ich achte aber auch immer drauf, dass ein ruhiger Bulle dazu kommt - hektische Tiere kann ich nicht brauchen.

Es grüßt
Peter aus dem Bergischen
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Beitrag#10von viehev » Mittwoch 4. November 2009, 00:37

Genau, ich meine wenn sie mit gesenktem Kopf kommen und dich auf sehr ruppige Weise aus der Bahn schucken...

Milchstöße kenn ich, die sind ja net so tragisch, nur an empfindlichen Stellen schmerzhaft *hust*


Zwecks künstlicher Befruchtung, ja da kenn ich mich mit aus, ich kann auch ziemlich genau sagen wann eine Kuh am rindern ist, weil sie meist vom Verhalten her anderst sind "unruhig" oder auch das Aufspringen auf andere, klar des machen manche auch zum Anzeigen das eine Rindrig ist, aber in meinen 4 Wochen Praktikum auf nem Landwirtschaftlichen Betrieb mit mir fremden Kühen, waren in der Zeit 8 Rindrig, 8 wurden befruchtet, und 7 davon haben dann auch ihre Kälber bekommen, also denke ich, dass ich schon sagen kann, wann eine rindert ;)

Achja meine Eltern hatten auch schon Rinder im Stall, und man merkt es schon wenn jemand rindert, irgendwann, hat mans im Blut...

Hab 20 Jahre auf nem Landwirtschaftlichen Betrieb gelebt, gewohnt, und bin mit den Tieren groß geworden, aber mit OCHSEN hatte ich noch nie die Erfahrung, eher nur mit wildgewordenen Zuchtbullen, deshalb wollte ich hier fragen
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Beitrag#11von klosterbauer » Mittwoch 4. November 2009, 09:24

na denn viel Spaß, dann steht Ochs und Kuh ja nix mehr im Wege. Bist ja ne richtige Profine ....

Beste Grüße aus dem Bergischen
Peter
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Beitrag#12von Frankenvieh » Mittwoch 4. November 2009, 21:06

Klosterbauer hat geschrieben:Hallo -


Übrigens: @Frankenvieh - unser "vollblütiges" Rotes Höhenvieh ist ziemlich cool und folgsam, es gibt Kunden, die sich für unsere Absetzer interessieren, weil die Herde eben so ruhig ist. Ich achte aber auch immer drauf, dass ein ruhiger Bulle dazu kommt - hektische Tiere kann ich nicht brauchen.

Es grüßt
Peter aus dem Bergischen

Kennst du auch noch andere Rassen? Vielmehr hast du schon mal mit anderen gearbeitet? War nur ein Vergleich zu den anderen und nicht das sie hektisch sind
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Beitrag#13von klosterbauer » Mittwoch 4. November 2009, 21:41

Keine Sorge, kenne schon noch so einiges anderes. Muss ich jetzt ja nicht aufzählen - aber ich habe auch bei den Kollegen nicht ständig die Hände in den Hosentaschen - wir packen schon gegenseitig mit an, egal, ob wir 17 ha bewirtschaften, 70 oder auch 120 ha (viel größer wirds bei uns im Bergischen nicht).

o.k., ich geb´s zu, ich mag auch meine Viecher. Aber so soll es ja auch sein, oder? Und Vollblut klang mir zu sehr nach hektisch.

Frage damit geklärt?? Ich hoffe doch. Ansonsten gehört´s ja nicht hier in den Thread - bei Bedarf also besser persönliche Diskussion per PN.

Friedlich-bergische Grüße von
Peter
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