Wissenswertes über Puten


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Wissenswertes über Puten

Post#1by Conny » Tuesday 19. May 2009, 15:35

Allgemeines:

Die Ahnen der zahmen Puten stammen aus dem Gebiet der USA und Mexiko.Im Jahr 1524 gelangten sie über Spanien nach England, 1533 nachDeutschland.

Die Truthühner sind die größte Art der Hühnervögel (Körperlänge 100 bis 125 cm, davon Schwanzlänge 40-50 cm; Gewicht je nach Unterart 7-17 kg).Es ist die Wildform des Haustruthuhns (Pute/Truthahn), welches bereits von den Azteken domestiziert wurde. Es existieren 6 Unterarten.

Adulte Vögel haben einen bläulich gefärbten, federlosen, kleinen Kopf, eine rote Kehle, lange Beine. Sie besitzen einen langen, fächerartigenSchwanz.

Wie fast alle Fasanenartigen besitzen Truthühner einen ausgeprägten Sexualdimorphismus. Männchen sind deutlich größer als Weibchen und haben blassrote Kopfanhänge, die sich beim Balzspiel (Drohgebärdensehen ähnlich aus) sattrot färben.

Adulte Puten sind wetterunempfindlich und stellen keine besonderen Ansprüche an die Unterkunft.

Die Truthühner/Puten sind ausgesprochene Waldbewohner, die ihre Nahrung überwiegend am Boden finden. Hierzu zählen Früchte und Samen ebenso wie kleinere Wirbeltiere, Würmer, Schnecken und Insekten. Dabei schreiten sie außerhalb der Brutzeit in nach Geschlechtern getrennten Schwärmen durch das Unterholz und stöbern ihre Beute vor sich auf, übernachten gern auf Bäumen (Schlafplätze). Trotz ihres hohen Gewichts sind die Truthühner recht gute Flieger, machen aber nur selten von ihrem Flugvermögen Gebrauch.

Das Haustruthuhn oder die Pute zeigt gegenüber der Wildform wesentliche Unterschiede in Verhalten und Körperbau; so erreichen einige Zuchtrassen bis zu 22,5 kg Körpergewicht.

Allgemein bekannt ist heute die kleine weiße Pute (Babypute), die leicht gezüchtet werden kann und schnell heranwächst.

Bei Puten unterscheidet man keine Rassen sondern nur Farbschläge, d. h. farblich unterschiedliche Putenschläge ein und derselben Rasse (weiße,schwarze, rote, gelbe Puten, wildfarbige Bronzeputen, Cröllwitzer Puten, u. w.).

Die Farbenschläge sind in drei Gewichtsklassen unterteilt. Die kräftigsten Farbenschläge sind Bronzefarbig, Weiß und Schwarzflügel. Diese sind im Körper langgestreckt und hoch im Stand.

Zur mittleren Gewichtsklasse, die in Körperform und Eleganz zu den großen Farbenschlägen tendiert, zählen Borubon, Schwarz und Rotflügel.

Zu den leichten Farbenschlägen, dem Landputentyp, gehören Cröllwitzer,Blau, Kupfer, Rot und Gelb. Sie sind im Stand tiefer, im Körperge drungener.

Die jüngste Züchtung ist die Kelly-(Bronze) Pute
KellyBronze®-Puten sind etwas Besonderes. Sie unterscheiden sich schon beim ersten Blick von gewöhnlichen Puten.
Diese Puten sind bronzefarben, zum Teil fast schwarz. Die Züchter dieses besonderen Tieres, Derek und Paul Kelly, leben in England. Ihr Traum war Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine Pute, die ohne Hormone, ohne Antibiotika, ohne Futtermittelzusätze und ohne tierisches Eiweiß im Futter auskommen kann. Und der die Haltung imFreiland auch bei widrigen Witterungsumständen oder im Winter nichts ausmacht.
Ein wichtiges Ziel war das Streben nach einer optimalen Fleischqualität. Geschmack, Aussehen und die Struktur (fachlich:"Textur") des Fleisches sollten neue Maßstäbe setzen. Das langsame Wachstum der Tiere sowie die Haltung im Freien bei optimalem Futter garantieren bis heute dafür.

Haltung:

Puten stellen keine besonderen Ansprüche an den Stall, nur trocken und zugfrei muss er sein.
Wichtig sind Sitzstangen, die von Tieren jeder Altersgruppe gerne angenommen werden. Beim Aufsitzen wird das Bauchgefieder belüftet und die Tiere leiden weniger unter Druckstellen und Feuchtigkeit an den Fußballen. Genau so wichtig sind Stroh- oder Heuballen, die sich neben der Sitzgelegenheit auch ganz hervorragend zum Herumzupfen eignen.

Man sollte den Puten auch im Freiland keine zu engen Grenzen setzen. Mindestens 10 qm Freilauf pro Pute sollten zur Verfügung gestellt werden. Nur so können die Tiere ihr natürliches Sozialverhalten ausleben und haben gleichzeitig genügend Platz zur Flucht, falls es einmal zu Streitereien unter den Hähnen kommen sollte.
Für die Haltung ideal sind Wiesenausläufe, die möglichst noch durch Bäume strukturiert sind wie z.B. Streuobstwiesen. Da Puten, außer reine Mastputen, gute Flugeigenschaften besitzt, muss sie mit mindestens 1,50m Zaunhöhe eingezäunt werden.

Puten sind Laufvögel und zur Futtersuche ständig in Bewegung. Sie können sehr weit sehen und warnen, viel eher als Hühner es tun, vor Raubvögeln.

Ernährung:

Weizen, Erbsen, Ackerbohnen, Insekten, Würmer, Obst, Geflügelfutter,spezielles Putenfutter. Im Freien kommt noch Gras hinzu, das aufgrund seines Eisengehaltes dem Fleisch eine intensive Farbe gibt. Der hohe Bedarf am Eiweißbaustein Methionin macht Puten zu anspruchsvollen Futterverwertern.
Lässt man Puten frei weiden, ernähren sie sich überwiegend von Früchten, Gräsern und Blättern, aber auch von Insekten, Schnecken und anderen Kleinsttieren. Daneben brauchen sie Sand als Unterstützung des Magens zur Zerkleinerung der Nahrung.

Legeleistung:
unterschiedlich, Mittelwert 40-60 Eier/Jahr

Brutdauer:
28 Tage

Brut und Aufzucht:

Die Hennen sind ausgezeichnete Brüterinnen und Führerinnen ihrer Küken. Sie sind ebenso geeignet, Hühnerküken auszubrüten und wurden früher auch oft allein zu diesem Zweck gehalten. Die natürliche Brut eines Geleges von 15-20 Eiern beginnt bei etwa Anfang April und dauert 28 Tage. Bei der Aufzucht muss man das schnelle Wachstum berücksichtigen und für ausreichend Vitamine, Eiweiße und Mineralstoffe sorgen.
Die Küken sind in den ersten Lebenswochen besonders gegen Kälte und Nässe sehr empfindlich. Das Aufzuchtsfutter gleicht dem vonHühnerküken, jedoch benötigen sie mehr Eiweiß und Grünfutter. Ab ca.der 6. Lebenswoche sollten sich die Küken ihr Futter weitestgehend selber suchen, dazu ist eine dementsprechende große Weidefläche vonNöten.

Lebenserwartung:
10-12-Jahre



Conny Sauerbrei, Nutztier-Arche Trampe
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