Putenküken


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Putenküken

Post#1by mangalitza » Wednesday 10. October 2007, 10:17

Moin Moin,

ich habe mir vor einer Zeit 1,2 Bronzputen gegönnt. sehr zum Leidwesen eines meiner Nachbarn (er ist ein wenig geräuschempfindlich). Diese Puten sollen im nächsten Jahr schön viele Eier ausbrüten. Jetzt habe ich von mehreren Seiten gehört, dass die Aufzucht von Putenküken nicht so einfach sein soll, gerade was die Zusammensetzung des Kükenfutters anbelangt.

Wer von Euch hat Erfahrungen mit der Kükenaufzucht?

Michael vom Kastanienhof
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Post#2by Herwig » Wednesday 10. October 2007, 14:58

Dein Nachbar soll sich nicht so anstellen!!

Also ich füttere meine Küken mit ganz normalem Kükenfutter, allerdings von Reudink, also Biofutter. Außerdem gebe ich Oregano Öl als präventives Mittel, gegen Durchfall etc.
Ich habe Cröllwitzer und die brüten immer wie verrückt. Den Puter kann ich nicht davon abhalten, all die Enteneier aus dem Gehege zusammenzuschieben und sich draufzusetzen.
Der Puter hat im letzten Jahr 10 Küken ausgebrütetImage

Das Putenküken besonders empfindlich gegenüber der Schwarzkopfkrankheit (Histomonose, Typhlohepatitis enzootica) stimmt, Verluste habe ich auch schon ghabt. Aber auf der anderen Seite werden meine Puten von Jahr zu Jahr robuster.

Die Histomonose ist eine bei 1 – 3 Monate alten Puten- und Hühnerküken akut, bei älteren Jungtieren langsamer verlaufende Infektionskrankheit. Perlhühner, Pfauen sowie wild lebende Hühnervögel wie Fasane und Rebhühner können ebenfalls erkranken. Erreger ist ein einzelliger Parasit, Histomonas meleagridis. Die Übertragung erfolgt durch in den Eiern oder Larven des Blinddarmwurms Heterakis gallinarum befindliche Histomonas-Stadien. Daneben kann die Infektion auch durch die Aufnahme von Regenwürmern erworben werden, die als Transportwirte für Heterakis-Larven fungieren, so dass ein einmal verseuchter Auslauf jahrelang verseucht bleiben kann.
Nach einer Infektion werden Truthühner schläfrig und immer schwächer und sitzen mit gesträubtem Gefieder im Stall. Charakteristisch ist der schwefelgelbe Kot. Junge Tiere sterben oft nach wenigen Tagen, bei älteren Tieren verläuft die Krankheit eher chronisch. Die durch Kreislaufstörungen verursachte blaurote bis schwärzlicher Verfärbung der Kopfhaut, die der Krankheit ihren Namen gegeben hat, tritt nicht immer auf.
Oregano bekämpft angeblich alle Salmonellenarten, Bakterien, Pilzarten, Kokziodose und die Schwarzkopfkrankheit bei Puten. Oregano, Thymian und Salbei werden in der Nutztierhaltung immer häufiger als ein Präparat eingesetzt, das Duchfallerkrankungen verhindert. Warum? Oregano enthält ein natürliches Antibiotikum, ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe, die von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich in der Zusammenstzung sind.
Der Vorteil von Oregano ist der, dass sich die Bakterien nicht darauf einstellen können wie beim künstlich erzeugten Antibiotikum, gegen die der größte Teil der Bakterien schon resistent ist.
Oregano, das Küchengewürz, als Medikament zur Vorbeugung über Weichfutter oder mit Sonnenblumenöl über das Körnerfutter zugeben. Aber nicht nach dem Motto "Viel hilft viel", sondern 5-10 Gramm pro Kg Futter.
Oregano in Pulverform (Oregano Küchengewürz kann man mittels Kaffeemühle selber zu Pulver mahlen): Zur Therapie über 6 Tage 3-6 g pro Kg Futter.

Oreganoöl über das Trinkwasser als Therapie über 6 Tage, je Liter Wasser 2-3 Tropfen Öl.
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Post#3by dani » Wednesday 10. October 2007, 19:31

super info, da wir mit dem Gedanken spielen Puten herzutun, ich aber immer Bedenken wegen Schwarzkopf hatte und nicht ständig Futter mit Medikamente füttern möchte werde ich ab nächstes Jahr einfach noch mehr Oregano und Co. anbauen und in die Fütterung einbeziehen. Bisher habe ich Junggeflügel immer zusätzlich mit Kefir gefüttert, das hat ihnen auch recht gutgetan.

LG
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Post#4by mangalitza » Thursday 11. October 2007, 08:22

moin,

ja besten Dank für die Infos, dann können die Puten ja nächstes Jahr loslegen. In meinen kleinen Garten werde ich dann Oregano integrieren.

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Post#5by mangalitza » Friday 19. October 2007, 09:16

Offensichtlich brauche ich nicht bis zum nächsten Jahr warten. Eine Pute hat sich in etwa 80 cm Höhe ein Nest gebaut und legt dort eifrig Eier.
Ist das normal um diese Zeit? Ich hatte mich schon gewundert als Thomas geschrieben hatte, dass die Ratten die Puteneier geholt haben.

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Post#6by Canaria111 » Friday 19. October 2007, 10:21

Ja, das Geflügel in Deutschland scheint sich etwas zu vertun und viele brüten nochmal. Das liegt vermutlich an verhältnismässig laue Temperaturen, die Ihr habt. Ich denke aber nicht, dass es einen Sinn hat, jetzt brüten zu lassen, da jederzeit ein Kälteeinbruch kommen kann und gerade Putenküken anfällig auf Kälte und Feuchtigkeit sind.
Sind die Puten draussen oder in einen Stall, der warm ist ?
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Post#7by mangalitza » Friday 19. October 2007, 10:38

Puten sind draußen, Nest befindet sich aber im Stall (relativ warm). Aber noch ist ja nicht gesagt, dass sie auch wirklich anfängt zu brüten.
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Post#8by Herwig » Friday 19. October 2007, 15:07

Hallo,

Karin von der Nutztier-Arche Nr. 80 hat mich gerade gestern angerufen und berichtet, das gerade Putenküken in Naturbrut bei ihr schlüpfen.
Wenn man eine Wärmelampe besitzt und die im Stall aufhängt sehe ich da kein Problem.
Allerdings sind Puten manchmal etwas dusselig, also nicht gerade die Küken raus lassen in den Schnee!!
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Beachten bei der Aufzucht von Putenküken

Post#9by steinadlerehemann » Wednesday 14. November 2007, 13:31

Hallo All,
wenn Ihr Putenküken aufzieht, dann bis Ende Mai im Stall belassen.
Sie dürfen keine Kälte, Zug, Feuchtigkeit und Nässe haben.
Wenn sie also im Stall bleiben, und Putenstarter bekommen
(da eiweißhaltiger), dürfte nichts passieren.
Ansonsten genauso wie bei Hühnerküken.

Ein Futter, von Kokzidiostatikum drin enthalten ist, nehme ich nicht.
Die Küken, egal Hühner oder Puten, werden vom 7.-15. Tag geimpft
mit Paracox, damit die Kokzidiose erst gar nicht entsteht.

Wenn sie schwächlich sein sollten, dann als Begrüßungstrunk Baytril oder
ein ähnliches Medikament vom TA. Dies eine Woche, danach eine Woche
die Koki-Impfung s.o.
Damit habe ich meist Glück.

Wenn sie voll befiedert sind und nach Ende Mai, kann man sie an den Auslauf
gewöhnen, den sie auch benötigen. Puten sind Laufvögel und benötigen auch
viel Gras.

Wenn noch Fragen sind, einfach melden.
Bin nur nicht allzu oft hier. Wenn ich was überseh, canaria Bescheid sagen,
und die sagt es mir dann.

Liebe Grüße
Christiane
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