neue Streuobstwiese anlegen

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neue Streuobstwiese anlegen

Post#1by karinenhof » Thursday 9. April 2009, 22:01

in diesem Jahr stellen wir das erste Mal den Agrar Antrag. Wir haben uns für den Einstieg in die Öko Richtung entschieden. Ein Teil davon ist der Bereich Streuobstwiesen.

Für uns nur realisierbar, wenn es eine Förderung für Neupflanzungen gibt. Ist aber nicht. Wenn die Pflanzungen da sind, wird auch gefördert. Also praktisch, ab dem ersten Standjahr.

Schade, oder?

Nun gibt es aber auch die Möglichkeit im Antrag das Kreuz bei Dauerkulturen zu machen.
Da sind auch Obstbäume zugelassen. Allerdings müssen auch hier die Bäume erst einmal bezahlt werden.

Hat jemand von Euch mit dieser Variante Erfahrung?

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Post#2by klosterbauer » Friday 10. April 2009, 07:25

Hallo Karin,

zunächst mal einen herzlichen Glückwunsch, dass Eure Streuobstwiesen überhaupt gefördert werden. Bei uns in NRW wurden klar definierte Regionen herausgefiltert, in denen die Förderung nach dem Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) möglich sind. Wir sind da vor ein paar Jahren rausgefallen.

Falls Du also nicht gefragt hast, klär mit der Landwirtschaftskammer, ob Kulap-Förderung im ganzen Bundesland gilt oder ob ihr im Flächenbereich liegt.

Streuobstwiesenanlage wird zurecht nicht mehr gefördert: Bei uns wurden so viele Wiesen angelegt, die mittlerweise nicht mehr gepflegt oder auch wieder kaputt sind ... (meine Sicht der Dinge).

Aber bei uns organisieren Landkreis, Umweltverband oder auch schon mal der Landschaftsverband Rheinland kostengünstig Bäume - fragen!

Dauerkulturen sind aus meiner Sicht Obstbaumplantagen, keine Streuobstwiesen. Das käme für Euch wohl nicht in Frage.

Ich hoffe, Du gibtst den Antrag persönlich ab - dann solltest Du auch beraten werden.

Es grüßt
Peter
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Post#3by Herwig » Friday 10. April 2009, 10:19

Bei uns wurde über die "Dorferneuerung" die Anschaffung von Hochstammobst gefördert (Also über Leader+-Eu Gelder)

Den Antrag hatte ich gestellt bei der Stadt, als unser Ort in die Dorferneurung kam.

So wurden alte Obstsorten, Heckenanpflanzungen und ähnliches gefördert. Meine Hochstammbäume kosteten mich somit gerade mal 4 Euro das Stück.

Funktioniert aber nur, wenn euer Ort in der Dorferneurung ist und jemand den Antrag auf Förderung alter Obstsorten stellt, dann allerdings sogar für 3 Jahre.
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Post#4by Alli » Friday 10. April 2009, 12:10

Das scheint in der Tat sehr unterschiedlich geregelt zu sein. Hier bei uns im Bergischen Städtedreieck (Wuppertal, Remscheid, Solingen) gibt es Fördermöglichkeiten z.B. für die Anlage von Streuobstwiesen, aber auch für andere Maßnahmen durch die Unteren Landschaftsbehörden der jeweiligen Städte.
Zumindest in NRW könnte es sein, das auch die Unteren Landschaftsbehörden anderer Städte oder Kreise diese Möglichkeit bieten. Dort kann man sicher einfach mal nachfragen. In anderen Bundesländern kann das allerdings anders sein.

Wir haben uns da schon mal informiert, weil wir unsere Obstwiese noch erweitern wollen. Dort stehen schon zwei alte Apfelbäume (mit 7 Sorten drauf Image) und es ist aber noch Platz für ein paar weitere Bäume, natürlich mit alten Obstsorten.

Gruß
Alexandra
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Post#5by karinenhof » Sunday 12. April 2009, 22:34

Auch bei uns ist es das KULAP 2007, welches Streuobstwiesen fördert. "Nur" nicht die Anschaffung der Bäume.
Inzwischen habe ich mit dem NABU Potsdam Kontakt aufgenommen. Auch von dort kommen Ideen, wie wir "kostengünstig" an Bäume kommen. 4 Euro währe natürlich der Hammer. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass bei der Abnahme von 60 Bäumen, ein Preis verhandelbar ist.

Die neuen Bäume müssen wir für beide Programme finanzieren. Dann kommen die Unterschiede:

KULAP Programm bedeutet eingeschränkte Nutzungsdauer. Ich glaube von Mitte Juni bis Ende Oktober des lfd. Jahres.
Mehr Geld für die Pflege der Bäume und etwas für die Nutzung des darunter befindlichen Grünlandes.

Dauerkultur ist möglich. Uneingeschränkte Nutzung den "Unterlandes" als Weide ist möglich. Dafür gibt es weniger Förderung.

Die Höhe der Förderung ist für uns wichtig. Aber wie ist das mit der eingeschränkten Weidenutzung? Wie sieht die Wiese Mitte Juni aus, wenn sie ab Oktober nicht genutzt werden konnte? Könnte man von dem Grasaufwuchs überhaupt noch gutes Heu machen?

Ich habe nicht so gute Erfahrungen mit langem Aufwuchs. Eher plattlegen und dann als Futter nicht mehr zu nutzen.

Schwierig.

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Post#6by klosterbauer » Tuesday 14. April 2009, 02:42

Hallo Karin,

bei uns fielen die Streuobstwiesen nicht in die späten Bewirtschaftsungszeiträume und waren nahezu ganzjährig zu beweiden. - lies sicherheitshalber noch mal die Regeln, meine Infos sind 4 Jahre alt (damals sind wir aus der KULAP-Region rausgeflogen ...)

Es grüßt
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Post#7by karinenhof » Wednesday 22. April 2009, 10:31

Ich brauche bitte Eure Erfahrungen.

Die Nutzung der Streuobstwiese besagt, dass frühestens ab 15. Juni bis spätestens 15. Oktober die Wiese beweidet od. abgemähd sein muss.

Wenn wir diese Wiese als Winterweide nutzen, dann bleibt sie bis 15. Juni in Ruhe. Was kann man dann mit dem Aufwuchs anfangen? Ist der noch für Heu für Schafe zu verwenden? Oder muss dann wirklich gemäht und weggeräumt werden, weil das Gras zu alt, zu lang und nicht mehr gefressen wird?

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Post#8by klosterbauer » Wednesday 22. April 2009, 15:45

Ahoi Karin,

ich habe tatsächlich diese Vorgabe bei Kulap Brandenburg auch gefunden (ist doch Deine Gegend?). Dann lohnt sich aus meiner Sicht die ganze Förderung nicht. Schafe sind Kurzgrasfresser - und Heu auf der Obstwiese machen, das ist aufwändiger als die Förderung einbringt. Dann mach die Obstwiese ohne Förderung und mit Schafbeweidung - oder stell Pferde drauf ....

Diese Vorgabe ist aus meiner Sicht praxisfern. Hier wurden die Obsthöfe klassisch als Kälberweiden genutzt. Seit Jahrhunderten schon ...

Das ist meine Meinung

Es grüßt
Peter aus dem Bergischen
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Post#9by torsten » Wednesday 22. April 2009, 16:20

Hallo Karin

Ich beweide seid ca 3Jahren eine Streuobstwiese mit Skudden,die letzten 2Jahre durfte ich erst zum 15.7 mit der Beweidung anfangen,naja da das Gras zu diesen Zeitpunkt hoch ist,mußte ich ca 2-3 mal hintereinander koppeln,bis das hohe Zeug runter war. Ab dieses Jahr darf ich ab 1.6 -1.7 beweiden und 1.10-31.10,bin gespannt wie es dieses Jahr läuft. Gruß Torsten
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Post#10by karinenhof » Thursday 23. April 2009, 13:42

hallo Peter,

Förderung lohnt sich nicht Image?

Heu machen ist immer aufwendig. Warum es in einer Obstplantage sich nicht lohnt, verstehe ich erst einmal nicht.
War auch gar nicht meine Frage. Ich würde gerne wissen, ob man überhaupt von so "altem" Gras noch vernünftiges Heu machen kann. Ob es qualitativ verwertbar ist, od. so hart, dass Schafe es nicht mehr fressen werden.

Da helfen mir die Erfahrungen von Torsten schon ein klein wenig weiter. Evt. haben auch andere Schäfer schon Erfahrungen dahingehend gesammelt.

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Post#11by klosterbauer » Thursday 23. April 2009, 14:58

Tschuldigung Karin, wollte Dir nicht zu nahe treten.

Aber immer mit dem Trecker um die Bäume kurven, wenn woanders hektarweise das Gras steht und gemäht werden will ... Das kostet einfach Zeit, man muss sehr konzentriert arbeiten und des öfteren wackelt mal ein Baum oder der Wenderzinken reißt am Bäumchen ...

Natürlich kann man auch spät Heu machen. Aber auch da gilt bei mir: Die Schafe kriegen junges Heu von Ende Mai, Anfang Juni - viel Energie drin, das ist gut auch für tragende und laktierende Schafe. Oder halt den zweiten Schnitt, den aber machst Du bei einer so späten Heuernte nicht mehr.

Ich würde solch ein Heu so spät geerntet eher für Pferde verwenden ....

Und beim Grasen: Klar kriegen die Tiere den Obsthof irgendwie sauber, liegen aber richtig viel Gras platt. Normalerweise komme ich dann schon das zweite oder bald dritte Mal auf bestimmte Stücke. Kurzes Gras mögen Sie einfach lieber, ist bekömmlicher ....Es passiert mir auch immer wieder, dass das Gras überständig wird (gerade nach der Blauzungenkrankheit) - aber dann sieht man auch, wie die Tiere eher unzufrieden sind ....

Was ich sagen wollte: Aus meiner Sicht muss eine Förderung ins Betriebskonzept passen. So war ich immer extensivierter Betrieb, habe auch zeitweise Obstwiesen-Förderung (allerdings nicht mit diesem engen zeitlichen Korridor) mitgenommen und mache jetzt bio. Aber ich habe beispielsweise nie eine Wiesenförderung genommen, die mir die Mahd zuweit nach hinten schiebt. Erstens hatte ich lange Zeit nur Schafe (die wollen frisches Gras), zweitens habe ich in unserer Steillage eh Heuwiesen knapp, da kann ich mich nicht noch im Mahdzeitpunkt begrenzen. So muss jeder aussuchen, was für ihn passt.

Nichts anderes wollte ich sagen. Aus dieser Sicht finde ich, dass der Förderbetrag manches Mal teuer bezahlt ist und man eher die Förderung als Sahnehäubchen nehmen sollte und nicht als Entscheidungsgrund. Darum auch mein Satz: Streuobstwiese kann man ohne Förderung machen .... Dauert vielleicht länger, bis sie komplett steht, aber dafür ist man nachher einfach mit der Bewirtschaftung zufriedener.

Ärgern wollt ich Dich nicht. Wenn ich mich schon mal aufrege, dann über so praxisferne Vorgaben ...

Ich denke zur Heuqualität habe ich jetzt meinen Standpunkt gesagt, zur Frage der Wirtschaftlichkeit mich noch kurz erklärt. Vielleicht hilft es Dir dann doch noch weiter.

Es grüßt aus dem Bergischen

Peter (der jetzt gerade die Kühe auf der Streuobstwiese stehen hat - die freuen sich nämlich auch über das saftige Gras, sollen ihren Kälbern ja noch Milch geben und kräftige neue bringen ...)
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Post#12by karinenhof » Tuesday 28. April 2009, 09:43

hallo Peter, ist ja schon gut Image,

wir gehen von unterschiedlichen technischen Vorraussetzungen aus. Da wir keinen Traktor haben, wir bei uns das Gras entweder per Sense (ersetzt die Muckibude) oder in diesem Jahr erstmalig mit einem Mähbalken, gemäht. Da um Bäume rumzukurven ist wirklich kein Hit.

Wenn Du das Heu für die Schafe Ende Mai/ Anfang Juni machst, ist ja Mitte Juni (wo die Nutzung bei uns anfangen könnte) nicht mal sooo weit weg.

Der späte Nutzungsbeginn hat ja etwas mit Naturerhaltung zu tun. Zu diesem Zeitpunkt sind die Bodenbrüter flügge und sitzen auf den Bäumen der Streuobstwiese Image.

Da ich ja auch etwas für die Erhaltung machen möchte (und nicht nur ausschließlich bei Nutztieren), gehen meine Überlegungen auch in diese Richtung. Sie passen nur nicht so 100 %ig in das wirtschaftliche Konzept. Aber grundsätzlich finde ich die Bedingungen für die Förderung richtig.

Ich muss mich rantasten, um dann meinen Weg zu finden. Dazu nutzte ich Eure Erfahrungen, auch Deine Peter. Das es unterschiedliche Meinungen gibt, ist doch in Ordnung.

Unser Antrag für BIO läuft schon. Da haben doch etwas gemeinsam.

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Post#13by klosterbauer » Wednesday 29. April 2009, 23:17

Hi Karin, ich mach mir schon keinen Kopp, keine Sorge ...

und ich unterstütz auch Bodenbrüter - aber auf meinen Heuwiesen ....

Also immer ran ans Rantasten - beste Bergische Grüße

Peter
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