Erst März und schon viele Risse

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Erst März und schon viele Risse

Post#1by Jaegertom » Friday 21. March 2014, 11:52

Laut Eds Angaben sind es bis jetzt ca 40 Schafe, davon etliche tragend mit weiteren 18 getöteten Lämmern im Muttertier.
Andere Anggaben ob trächtig oder nicht fehlen.
Die Aufzuchtzeit der Wolfswelpen hat noch nicht begonnen.
Wenn die im Mutterleib getöteten Lämmer dabei sind, sind es schon mindestens 58.
Dabei wirds nicht bleiben.
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#2by schnuckened » Friday 21. March 2014, 21:47

Tom, die gefährlichste Zeit für die Koppelhaltung sind die Spätherbst- und Wintermonate (also bis einschließlich März), die in der die Jährlinge aus dem Vorjahr aus dem Rudel ausgestoßen werden. Dies Jährlinge sind es zumeist, die ein neues Territorium suchend die meisten Schäden in Gebieten anrichten, welche Wolfsneuland sind. Dort wo Wölfe schon längere Zeit anwesend sind (in Nähe der Territorialen Kernzone), greifen die bereits getätigten Schutzmaßnahmen, auch in den Wintermonaten. Die Welpenaufzuchtszeit ist weniger Schadensrelevant.
Also ist es sinnvoller von Saison zu Saison zu rechen, als den Jaherslauf zu verfolgen. Natürlich werden Statistiken dem Jahreslauf entsprechend geführt.
Auch werden demzufolge mit zunehmender Wolfsdichte auch mehr "neue Gebiete" erschlossen werden, als das in der jeweiligen Vergangenheit der Fall war. Es wird also immer mehr darauf ankommen, dass die Schaf- und Ziegenhalter auch wirklich präventiv aktiv werden.

Übrigend kam heute in den Nachrichten bei uns in Brandenburg, dass die Schafanzahl sich in den letzten Jahern halbiert hat und deswegen die Alarmglocken in Richtung EU schrillen! Gründe sind die wachsende Bürokratie und auch die zunehmenden Übergriffe von Raubtieren. Es wird höchste Zeit, dass sich etwas bewegt und sowohl in Sachen Landschaftspflege und Hobbyhalterprävention was tut!

Grüße

Ed
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#3by Jaegertom » Friday 21. March 2014, 23:35

Dass sich die Schafe mit Halterzahlen reduzieren hatte ich schon vor einiger Zeit geschrieben.
Da war es nicht ernst genommen . Nun ist es Fakt.
Ebenso wie in der Schweiz, der bereits wegen ein paar Wölfen und der damit verbundenen Schutzmaßnahmen die Touris davonlaufen und viele ebnso aufgehört haben.
Lohnt sich da der Einsatz für den Großräuber?
WIe oft von mir befürwortet: Wie Rotwild behandeln . Kernzonen einrichten, wo er leben kann und überall wo keine Kernzone ist einfach Entnahme und fertig.
Für diesen Wahnsinn weniger wird ein Kulturgut aufs Spiel gesetzt.
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#4by schnuckened » Sunday 23. March 2014, 07:39

Hier der Hilferuf aus Bradenburg, MOZ, 21.3.2014

Link zum Artikel:

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Tom, die Sorgen und Nöte der Schafhalter machst du leider immer zu wolfslastig fest. Wir (ich zumindest) nehmen Deine Informationen schon ernst, nur sind die Probleme sehr vielschichtig! Politik und Gesellschaft sind in vielen bereichen gefordert!

Auch der DJV macht mobil und fordert erneut bundesweite Koordinierung, Mitteldeutsche Zeitung v 21.3.2014:

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Grüße

Ed
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#5by smallfarmer » Sunday 23. March 2014, 16:41

Das sehe ich auch so. Die Probleme in den meisten Schäfereien sind sehr vielschichtig. Meist jedoch haben sie finanziellen Ursprung.
Es kann einfach nicht sein, dass eine Schäferfamilie ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken kann, da sie die Gebühren nicht zahlen können. Da sind Gesellschaft und Politik gefragt, sonst ist es das Ende der traditionellen Weidewirtschaft............
Und jetzt kommen da als absolutes Sahnehäubchen noch die großen Beutegreifer mit ihren vielen ungelösten Folgen. Wer soll das bezahlen? Das wird ein Fass ohne Boden.
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#6by Uwe » Sunday 23. March 2014, 23:20

Ich frage mal als nicht Betroffener!
In letzter Zeit mehren sich die Dokus über die Einbürgerung des Luchses, insbesonder der Harz tut sich da hervor ... da wird wohl recht viel für die Ansiedlung getan.
Ist das ggf. auch eine neue "Gefahr" für Tierhalter in den betroffenen Regionen?? Hier im Norden wohl eher nicht - aber den Wolf haben wir hier derzeit auch noch nicht!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#7by Jaegertom » Monday 24. March 2014, 02:55

Stimmt vielleicht schon dass ich das wolfslastig sehe weil die Probleme erst in diesem masse durch ihn da sind.
Der Luchs stellt bei weitem nicht so ein Problem dar weil er in Maßen reißt und nicht sinnlos tötet.
Das hätte man vorher bedenken sollen und nicht zuerst alles willkommen heißen und dann langsam wenn die Sorgen über den Kopf wachsen, was jeder vernünftige Mensch vorhersah , eilends irgendwelche Managementpläne zusammenschneidern und die Jäger auch noch außen vor lassen wollen.
Wer soll den die Drecksarbeit machen, wenn Entnahmen stattfinden sollen?
Ich als Jäger würde es glatt ablehnen, solche Abschüsse dann zu tätigen.
Wenn die Jäger untereinander eins wären, würden sie in Streik treten und denen mal aufzeigen , was passiert wenn 3-4 Jahre keinerlei Jagd mehr ausgeübt wird.
Spätestens wenn Merkels Vorgarten von Schweinen mehrfach umgegraben ist, wirds ein Einlenken geben.
Oder der erste Jogger oder Kind von Wölfen angefallen ist.
Die sind sowas von blind in ihrem Wahn und können den Komplex nicht erfassen.
Als Nutztierhalter würde ich natürlich meine Herden verteidigen.
Als nächstes kommen Herdenschutzhunde her.
Und mit Sicherheit keine Pyrenäenhunde, eher Kaukasier oder Kangals.
Die in der Lage sind, einem Räuber kurzen Prozess zu machen und sich nicht wie in Frankreich geschehen zu siebt von 3 Wölfen aufreiben lassen.
Die Italiener zeigen ihren Unmut deutlich. Die lassen nicht das Jockele mit sich machen. Da liegt halt demonstrativ ein gewilderter Wold auf der Straße oder am Ortsschild. Würden die Schützer diese Existenzsorgen ernst nehmen müsste sowas erst gar nicht passieren. Aber mit ihrer Einstellung geht meiner Meinung nach die Wilderei, der Aufschrei und Protest der Betroffenen, auf ihr eigenes Konto, Eigentor nennt man das auch.
Leider müssen die Tiere mit ihrem Leben die Unfähigkeit der Obrigkeiten bezahlen, Nutztiere wie Wölfe.
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#8by schnuckened » Tuesday 25. March 2014, 07:58

Luchse jagen sehr territorial. Auf Grund ihrer sehr zurückgezogenen Lebensweise werden Nutztierrisse wohl eher die Ausnahme bleiben und auch nur dort, wo von der Struktur der Landschaft her ein Übergreifen ohne Aufwand möglich ist.
Auch Luchse breiten sich immer stärker aus. Auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow (Sachs. Anhalt/ Grenze zu Brandenburg) geriet einer in eine Fotofalle und bei Hanover ebenfalls.
Oh doch Uwe, Wölfe gibt es schon im Norden, um Cuxhaven sind mehrfach Wölfe gesichtet worden und auch im Emsland. Bleibt abzuwarten, ob sie sich der nassen Füße wegen in Wesernähe auch dauerhaft ansiedeln werden...

Grüße

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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#9by adolf » Tuesday 5. August 2014, 16:35

Einige Frage zu diesen Thema , Ed.
Was ist bei den Verantwortlichen (für Wölfe ), vorgesehen, wenn die Wolfspopulation, überhand nimmt ?
Werde dann die Wölfe in andere Gebiete, übersiedelt ?
Oder kommt das gar nicht vor , ( natürliche Abwanderung ) ?
Werden die Probleme, offen angesprochen. (mögliche Entnahme ) ?
Oder geht man hier Blauäugig , vor ?

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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#10by schnuckened » Tuesday 5. August 2014, 18:37

adolf, die Antwort hat Mettbrötchen ja vorweg genommen. Ich glaube nicht, dass es Sinn hat hier noch weiter ins Detail zu gehen.

Ein paar Eindrücke von der Arbeit des Wolfsmonitorings und einige Infos bekommst du in diesem Beitrag hier:

NDR, 4.8.2014

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wobei die Losung mir nicht sehr wolfstypisch erscheint, kann jedoch täuschen...


Ed
Last edited by schnuckened on Wednesday 6. August 2014, 06:56, edited 1 time in total.
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Re: Erst März und schon viele Risse

Post#11by adolf » Wednesday 6. August 2014, 09:01

Diese ( Wolfslosung ) hat keine Struktur , scheint ein Hund gewesen zu sein. ( Dosenfutter ) ?
Danke für den Bericht ! Habe den Eindruck hier wird ( trotzig bis fanatisch ) , vorgegangen.

Mit dieser Vorgangsweise in Hessen , wird ( böses Blut ), erzeugt. Aber nicht nur bei euch ! Es als ( Höhere Gewalt ) einzustufen , wenn man es selber in die Wege leitet , ist nicht nachvollziehbar


Bei uns in Kärnten gibt es natürlich, auch Wölfe und Bären. ( jüngst eine Bärin mit 2 Jungen ).
Es wird aber jeder Riss, in € abgegolten .Natürlich nur wenn durch den Tierarzt , bezw. Wolf oder Bärenbeauftragten, dies
bestätigt, wird.
Vor Jahren wurde einen Landwirt auf der Alm ( 54 Schafe ) gerissen. 250 Schafe wurden erst später , ( verstört ), gefunden.
Alles wurde eingeleitet ( Wolfbeauftragte . ect. ). Als nach 3 Jahren noch keine Entschädigung , ausbezahlt wurde, gab es eine Radiosendung ( Politiker - Naturschutz - Befürworter und Gegner ) - und man konnte über das Telefon , Fragen an die
Beteiligten , stellen. Es wurde (hitzig) , diskutiert! Erst als der Landwirt ( erregt ) die Politiker fragte , ob sie ihr Gehalt auch
erst nach 3 Jahren bekommen, und er werde auf seiner Alm , jeden Wolf zu Schutz seiner Tiere ( erschiessen ), gab es
ein betroffenes Schweigen. Hier war allen klar , die Grenzen wurden überschritten. Seitdem wird ausbezahlt.
Heute treiben viele Landwirte ihre besten Tiere , nicht mehr auf die Alm.
Bei uns sind Herdenschutzhunde , noch nicht das Thema.

Adolf
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