Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

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Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#1by Claudia » Thursday 20. March 2014, 19:27

So langsam wird das Wetter passend um die Weide nachzusäen. Sonst habe ich immer die Mischungen aus dem Raiffeisen genommen. Die Wiese ist zu 1/3 Feuchtwiese, der Rest normal mit Baumbestand.Dieses Jahr wegen der extrem geringen Niederschläge schon trocken. (wir haben hier stellenweise schon Waldbrandgefahr)

Bei mir laufen Schafe und Pferde zusammen auf der Weide.
Da mein Schwarzer im Winter kastriert wurde und er sich dadurch deutlich weniger auf der Weide bewegt, habe ich bedenken das er reheanfällig ist / wird. Bei den Warmblütern mache ich mir da keine Sorgen.

Macht es Sinn beim nachsäen fructanarme Sorten zu säen, wie vertragen Schafe die Sorten? Verändert sich der Nährwert der Fläche dadurch?

Macht das überhaupt Sinn zur Reheprophylaxe?
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#2by klosterbauer » Friday 21. March 2014, 22:20

Bei meinem Samenhändler gibts spezielle Pferdeweide ... wir bestellen hier bei Camena unseren Biosamen

LG
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#3by Fuhrmann » Friday 21. March 2014, 22:29

Gute Infos zu dem Thema bietet Dr. Renate Vanselow In diversen Beiträgen oder in Ihren Büchern. Einfach mal guugln !

U.a. empfiehlt sie auch den Grusch vom eigenen Heuboden zur Nachsaat zu nutzen. Vor allem wenn man Heu von naturbelassenen Wiesen hat.

Ich verzichte auf Weidelgras, und versuche unsere natürlichen Wiesen zu erhalten.
[color=#00BF00]MIt Arbeitspferden sollte man Arbeiten, sonst sehen sie irgendwann nur noch so aus, aber können es nicht mehr !
Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#4by Herwig » Saturday 22. March 2014, 07:21

Ich setze auch schon seit vielen Jahren auf natürliche Nachsaat durch spätes Heuen.
Da ich auch seit einigen Jahren Grusch verwende ist die Wiese recht gut in Schuß, ich habe sie vor 19 Jahren selbst angesäht. Ich bringe den Grusch, mit dem Kompost aus. Wenn ich meinen Miststreuer halb voll habe, schmeiße ich einfach eine halbe Karre Grusch drauf, bevor ich ganz voll lade. Später schleppe ich die Wiese ab, quer zur Ausbringrichtung des Kompost, so habe ich alles ziemlich perfekt verteilt und den Samen zusätzlich etwas eingearbeitet.
Es gäbe dann z.B. auch die Möglichkeit, besondere Sorten unterzumischen....
Nach meiner Meinung vertragen Schafe die verschiedenen Sorten sehr gut, sie selektieren aber auch bewußt. In der Wanderschäferei, z.B., kann der Schäfer auf soetwas kaum Rücksicht nehmen, weil es von außen nicht erkennbar ist. Dazu muss ich allerdings sagen, dass es früher sowas nicht gab, entweder waren die Pferde nicht so empfindlich oder der Bauer.
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#5by Christina » Saturday 22. March 2014, 13:03

Die Pferde haben früher viel mehr gearbeitet und sie haben dort gelebt, wo sie an die Weiden angepasst waren.

..und die Weiden waren noch natürlich, ohne Hochleistungsgräser...
Beste Grüße,
Christina

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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#6by schnuckened » Sunday 23. March 2014, 08:06

Herwig wrote:Ich setze auch schon seit vielen Jahren auf natürliche Nachsaat durch spätes Heuen.


Hm, heuen nach der Samenreife??? Da erschließt sich der Sinn bei mir aber nicht! In Bezug auf die Pferdefütterung meinetwegen, aber ansonsten möchte man doch die Inhaltsstoffe der Pflanze im Tier haben und nicht als Grusch auf dem Heuboden! Es sei denn, man kann sich den Luxus von nur einem Schnitt im Jahr zur Grumtzeit leisten...

Grüße

Ed
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#7by Claudia » Sunday 23. March 2014, 09:31

Ich mach ja kein Heu von der Wiese, genau genommen mache ich überhaupt kein Heu, das sich das bei den niedrigen Preisen hier nicht lohnt. Ich hole jeden Monat meine Monatsration (das spart Platz)und da ich ordentlich bin (*hust), wird vorher das Altzeug zu den Schweinen gefegt.
War wohl ein Fehler :sauerlilac:
Nächstes Jahr werde ich das sammeln zum aussähen, da das Heu aus dem artenreichen Naturschutzgebiet kommt.Wäre also ideal
Ich muss mal überlegen ob ich für dieses Jahr bei meinen Nachbarn mal auf den Heuboden gehe und Grusch hole oder ob die mich dann für unzurechnungsfähig erklären ; )

Einen Teil der Wiese sperre ich immer für die Pferde bis zur Blüte ab, damit es sich selber aussäht, (Das war auch immer Schutzraum für die Schafe und Ziegen, weil die unter der Litze herpassten und Ruhe vor den Pferden hatten.)
Da die Hottis den ganzen Winter draußen waren, ist nur vorne der "Eingangsbereich" ziemlich zertreten- Grusch aus dem Naturschutzgebiet ist mir da echt die liebste, natürlichste, billigste Lösung, aber wahrscheinlich erst was für nächstes Jahr

Die Dr. Vanselow hat lesenswerte Publikationen, hat mir gefallen.

Ich glaub "früher" hatten die Pferde einfach nicht soviel Weidezeit, wie heute die unterforderten Freizeitpferde UND der Bauer war auch relaxter im Umgang.
Rehe war vielleicht nicht so ein Thema, weil die empfindlichen Rassen, regional auf den mageren Böden blieben, aber die Feiertagskrankheit gab es auch.
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#8by Herwig » Monday 24. March 2014, 07:15

Ich habe keine Schafe,sondern nur Rinder und Pferde...
Ich mache auch vorwiegend Heulage, aber eben spät. Ich denke nicht, dass die Qualität wesentlich schlechter ist dadurch.
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#9by schnuckened » Monday 24. March 2014, 08:12

Natürlich verschlechtert sich die Qualität der Grünmasse, da die Pflanze die Energie in die Samenreife steckt. Danach stirbt der Halm, übrig bleibt die Rohfaser. Erst mit dem 2. Wachstumsschub bekommt die Pflanze wieder neue Energie bzw. setzen sich späte Gräser und Kräuter durch, die ihrerseits neue energiereiche Grünmasse bilden. Das ist doch ne bekannte Geschichte! Ich seh immer zu, dass möglichst geheut wird, wenn die Samenstände anfangen zu treiben, da hier die Energie noch im Halm steckt, aber das Optimum an Masse vorhanden ist. Grusch aus dieser Zeit ist höchstens als düngende Biomasse wertvoll! Ich weiß nicht, aber ich denke auch Rind und Pferd brauchen die in den Planzen vorhandene Energie, wobei auf strukturreiches Futter gerade bei Pferden mehr zu achten ist. Überständige Biomasse, hier in in Form von Heu, verliert durch die Bildung von Heulage noch mehr an Substanz. Ich brauche also noch mehr Futter, um den Energiebedarf der Tiere zu decken! Die Rechnung geht meines Erachtens nicht auf! Natürlich spielen die Faktoren Zeit und Wetter eine wichtige Rolle. Auf langsam verarmende Bereiche heue ich tatsächlich nur einmal zur Grumt-/Öhmtzeit, damit sich das frühe Pflanzenwachstum wieder erholen kann. Beweidet wird auf anderen Flächen.

Grüße

Ed
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#10by Odinshof » Tuesday 25. March 2014, 12:52

Hallo,
wir haben auch die Heusamen aus den Ballen (fallen beim Heu aufschütteln raus) über den ganzen Winter gesammelt und jetzt wieder ausgesäht, ich hoffe es funktioniert, die Weidemischungen im Handel finde ich zu teuer, und sonst würden wir die Samen wegwerfen....... in ca 14 Tagen weiss ich mehr.
Wenns funktioniert ist es gut und preiswert und man weiss was man säht.
LG Petra
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#11by Sarah » Tuesday 25. March 2014, 13:36

Hallo Claudia :-)

Grundsätzlich halte ich es für sehr sinnvoll, fruktanarme Gräser auf Pferdeweiden einzusetzen. Gerade, wenn Deine Pferde auch in der kälteren Jahreszeit auf der Weide stehen. Wiesenlieschgras und Knaulgras speichern deutlich weniger Fruktan als zB Wiesenschwingel oder Deutsches Weidelgras.
Das Reherisiko erhöht sich durch hohe Fruktangehalte im Futter bzw hohe Stärke- und Zuckergehalte. Fruktane werden im Dünndarm kaum verdaut und kommen dann in den Dickdarm, wo sie unter Umständen sehr rasch fermentiert werden.
Fruktane sind Speicherstoffe der Pflanzen und kommen in den Stängeln mehr als in den Blättern vor. Bei kühler Witterung
wächst die Pflanze weniger und kann mehr dieser Fruktane speichern.

Du kannst Deinen Pferden in der Weidesaison als Ausgleich zB nachts überständiges Heu und Stroh anbieten. Das gleicht den geringen Rohfaser- aber hohen Zucker/Nährstoffanteil zusätzlich aus.

LG Sarah
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Re: Fructanarme Sorten für Pferdeweide sinnvoll

Post#12by Fuhrmann » Sunday 13. April 2014, 22:56

gerade per mail bekommen:

am 22.4.14 um 22:45

Leschs Kosmos
Getreten, gefressen, gestutzt - das Gras schlägt zurück
Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft wirft Harald Lesch einen Blick auf manchmal unterschätzte und dann doch wieder sehr aufmerksam studierte Pflanzen: Gräser.
Wie oft ist der "Rasen" schuld, wenn ein Fußballspiel verloren geht. An die Pflanzen, die für internationale Spiele zugelassen sind, werden höchste Anforderungen gestellt. Was macht den Unterschied aus?

Die Physik des Fußballrasens ist eine Wissenschaft für sich. Deshalb sind in jedem Stadion Greenkeeper im Einsatz. Sie testen regelmäßig, ob der Rasen noch den strengen Vorgaben der FIFA entspricht, und jeder Greenkeeper hat seine ganz eigenen geheimen Methoden. Das Problem: Rasen ist Natur, und die lässt sich nicht zu hundert Prozent kontrollieren. Macht dagegen Kunstrasen jedes Fußballspiel berechenbar?

Eine Wiese ist im Vergleich - biologisch betrachtet - eine ganz eigene komplexe Welt. Und: Gräser sind erstaunlich wehrhaft. Drohen sie etwa durch Überweidung unterzugehen, erzeugen sie Gifte zum Schutz. Dass Gräserpollen für Allergiker lästig sind, ja sogar gefährlich werden können, ist bekannt. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch, wie und wodurch sich Pollen verändern und dann das Allergiepotential derselben Gräser noch zehnfach höher liegen kann als üblich.

Was es mit der populären "Gluten-Unverträglichkeit" auf sich hat, ist auch eine Gräser-Geschichte. Und die hat durch aktuelle Forschungen eine neue Wendung erfahren: Bei der Zucht von Getreidesorten wurden jeweils die Gräser ausgesucht, die am widerstandsfähigsten etwa gegenüber Schädlingen sind. Das bedeutet, dass die weiter gezüchteten Pflanzen über einen besonders hohen Anteil an Abwehrstoffen verfügen. Und diese Abwehrstoffe werden nicht von jedem vertragen.

Lange hatten Forscher Gluten als Ursache für Unverträglichkeiten im Verdacht, den Kleber im Getreidekorn. Doch jetzt scheint das Gluten eine Rehabilitation zu erfahren, denn nur etwa ein Prozent der Deutschen reagiert darauf sensibel. Mehr Menschen reagieren empfindlich auf die pflanzeneigenen Abwehrstoffe im Getreidekorn. Gräser sind eben wehrhafter, als man gemeinhin denkt.

Gräser und Menschen haben eine lange gemeinsame Geschichte. Harald Lesch eröffnet den Zuschauern einen völlig neuen Blick auf die unscheinbaren Pflanzen. Wir haben ein ganz besonderes Verhältnis zu ihnen, und doch sind sie noch immer für eine Überraschung gut.

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