Obstbaumschnitt

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Obstbaumschnitt

Post#1by armin » Friday 14. September 2007, 18:00

Hallo zusammen,

habe von einiger Zeit das Buch "In Harmonie mit der Natur" von Masanobu Fukuoka gelesen und fand seine Ideen von einer natürlichen Landwirtschaft mit nur minimalen Eingriffen in das natürliche Wachstum sehr interessant.
Fukuoka spricht sich darin unter anderem auch gegen das Beschneiden der Obstbäume aus. Er argumentiert, dass jeder Baum von sich aus eine optimale Wuchsform annimmt, die durch nur einmaliges Beschneiden unwiederbringlich zerstört wird. Sein Fazit: Einmal schneiden, immer schneiden. Ich finde den Gedanken sehr sympatisch, einen Obstbaum völlig ungestört wachsen zu lassen und angeblich mindert es seinen Ertrag überhaupt nicht.
Meine Frage: Hat das mal jemand ausprobiert?
Da muss man natülich ein halbes Leben lang Geduld haben, bis aus einem Keimling mal ein Früchte tragender Baum wird. Aber den Gedanken finde ich großartig: Die Natur müsste doch am besten wissen, wie Bäume wachsen sollten, wo kommen sonst die Wälder her???

Gruß
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Post#2by karinenhof » Saturday 15. September 2007, 15:03

wahrscheinlich kommt es darauf an, was man durch das Pflanzen eines Obstbaumes erreichen möchte.
Wir haben einen "Schattenbaum". Der wird von uns seit ca. 10 Jahren nicht mehr beschnitten.
Der Schatten darunter wird immer größer, die Früchte immer kleiner und geschmackloser.

Wenn Du gesunde und schmackhafte Früchte ernten möchtest, die evt. auch noch ungespritzt gelagert werden können, wirst Du um´s schneiden der Bäume wahrscheinlich nicht rumkommen.

So ist meine Erfahrung.

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Post#3by Herwig » Saturday 15. September 2007, 16:18

Hallo Armin,
ist echt interessant.

Der Haken ist, man bekommt natürlich keine Obstbäume die nicht beschnitten sind. Denn selbst beim veredeln ist es notwendig id eReiser entsprechend zu beschneiden. Ist der Baum erstmal beschnitten, muß man wirklich eingreifen. Weil er an den Schnittstellen so viele Wassertriebe bildet, das er die Früchte nicht mehr vernünftig versorgen kann. Im Moment habe ich etwas Erfahrung sammeln können was den Obstbaumschnitt betrifft, weil ich ziemlich viele Obstbäume angepflanzt habe wo früher mein Zirkuszelt und meine Wagen standen.
Ich hatte aber Hilfe dabei, von einem ganz besonderen Typen:

Er heißt Dieter, ist Gärtnermeister und vor rund 20 Jahren ausgestiegen. Er ist heute 71 und lebt in seinem Bauwagen auf einer total verwilderten Fläche. Diese ehemalige Wiese ist 5 ha groß. Er hat sie damals von seinem Erbe gekauf. Er hat vor 20 Jahren angefangen, alles so wachsen zu lassen wie es will. Ich kenne Dieter seit 13 Jahren, er bekommt seit 6 Jahren Rente, vorher hat er davon gelebt, was sein Grundstück hergab. Zum Winter fährt er mit dem Fahrrad und einem Bienenvolk auf dem Anhänger nach Spanien, hat dort einen Freund bei dem er für Essen und Trinken mitarbeitet (Olivenbäume beschneiden). Er hat völlig andere Ansichten über Kulturpflanzen. Vor ein paar Tagen, als ich ihn besuchte hat er mir folgendes erklärt. "Sieh Herwig, hier habe ich ein Beet mit Spinat, den ganzen Sommer habe ich es gepflegt, die Schnecken abgesammelt und gegossen, jetzt kann ich nach all der Arbeit nur einmal ernten. Dort ist ein Beet mit Brennesseln, darum habe ich mich nie gekümmert, brauchte nicht gießen und Ungeziefer geht auch nicht ran. Abgeerntet habe ich die ungefähr 10 mal. Ich verbrauche sie als Salat, frischen Tee, getrockneten Tee, als Suppe und als Gemüse. Es ist nahrhafter und gesünder als Spinat!" Ich habe lange darüber nachgedacht und mir sind alle möglichen Vergleiche dazu eingefallen.
Warum schreib ich das nun so ausführlich, weil Dieter von allem was er isst Samen auswirft. Ér kauft nix, wenn er ein Radieschen, Rettich oder Kohlrabi isst, schneidet er das grüne mit etwas sehr tief ab, stellt es sofort in Wasser oder nasse Komposterde, nach einiger Zeit wächst das Ding weiter und produziert Samen.
Alle Kerne aus Früchten sammelt er un wirft sie dann irgendwo auf sein Grundstück. Überall wachsen jetzt wilde Kirschen, Birnen, Äpfel und Pflaumen und nun kommst: Er beschneidet nichts!! Alles trägt gut entwickelte Früchte. Wir haben dort seltsame Enddeckungen gemacht. Weißdornbüsche z.B. haben an den Zweigen, die Obstbäume berühren,keine Dornen ausgebildet.Image

Es gäbe noch viele Dinge zu berichten, würde aber hier den Rahmen sprengen.

Dieter behauptet übrigens auch, das einmal beschnittene Obstbäume weiter beschnitten werden müssen. Er ist nun dabei, mir einen schonenden Schnitt beizubringen. Seit zwei Jahren beschneide ich nun nach seiner Methode, Dieter sagt: alles wird gut!!Image

Wir sind übrigens dabei für Dieters Gelände eine Stiftung zu gründen, weil er natürlich angefeindet wird. Es wachsen auch Disteln, Eichen oder anderes auf seinem Gelände. Keine sanitären Anlagen, nur Kompostklo und Schwengelpumpe, laut Amt gefährdet das die Umwelt. Das ist den Anliegern ein Dorn im Auge. Er hat sich an die NABU gewandt, die haben gesagt, das macht er toll mit dem Grundstück, helfen kann man ihm aber nicht. Dieter hat Angst zu sterben und das Grundstück quasi an die Gemeinde zu verlieren, ohne Erben ist das eben schlecht. Auf Druck der Nachbarn hat er nun einen Betreuer. Der Betreuer sollte ich sein, ich habe das abgelehnt, weil Dieter mir unbedingt sein Grundstück vererben möchte. Er hat aber noch einen Bruder, der ist RA, hat schon angekündigt solch ein Testament nicht zu akzeptieren. Ich habe nun auch abgelehnt, Erbe sein zu wollen. Wie dem auch sei. Ein bischen "verrückt" ist das schon! Außer mir, und natürlich Dieter, ist keiner Bereit an der Stiftung mitzuwirken.
Wir werden sehn!

Obstsorten entstanden früher ja oft aus Wildfunden. Also unbeschnittenen Bäumen. Diese Wildfunde nahm man dann zur Veredelung. Ergo sind manche alten Obstsorten doch mal al unbeschnittener Obstsämling zur Welt gekommen.
Da bräuchte man jetzt einen Pomologen!
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Post#4by dani » Saturday 15. September 2007, 17:31

Pomologe, echt, Internet bildet, wieder einen neuen Begriff gelerntImage
Wir schneiden nur das notwendigste, die Ernte dieses Jahr war gigantisch, was ich allerdings nicht auf das schneiden zurückführe. Deswegen das notwendigste, ich hab Probleme mit den Hochstämmen und die Hilfe der Kinder ist eher spärlich in dem Bereich. Da bin ich schon froh, wenn das nötigste geschnitten wird. Ich habe auch festgestellt, je mehr man schneidet, desto wilder treiben die Bäume aus. Also hatten die Kinder recht, wenn sie sagten das brauchts doch nicht.Image
Wie flott die treiben habe ich heuer an einem Baum gesehen, den wir wegen Feuerbrand komplett zurückstutzen mussten. Damals glaubte ich der schafft es nicht. Wenn ich heute raus gehe, sehe ich ein komplettes Bäumchen, dem man den drastichen Schnitt nicht mehr ansieht.
Die 2 Halbstämme an die ich gut rankomme zum schneiden, hab ich die letzten Jahre "vorschriftsmässig" geschitten, die Ernte bei denen war auch heuer nicht überragend. Wenn ich das so überdenke, werd ich an denen auch nur noch das Minimum schneiden. Image das spart mir Arbeit und Blasen an den Händen.

Ich wünsche deinem Nachbarn alles Gute und dass er jemand findet der sein Grundstück zu würdigen weiss. Wäre jammerschade, wenn dann ein Bagger kommt alles kaputt macht wofür Dieter gelebt hat und dann einen Wohnblock draufsetztImage

LG
Dani
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Post#5by armin » Saturday 15. September 2007, 21:29

Hallo Herwig,

wahnsinn, dass Du so eine Fundgrube in der direkten Nachbarschaft hast!!!
Wenn der Dieter da auch schon Früchte tragende Obstbäume gezogen hat, dann sind das natürlich keine reinsortigen mehr, weil die Bestäubung ja von irgendeiner anderen Sorte stammt. Aber vielleicht verraten die Bäume ja, wie man ihre schon vielfach beschnibbelten Verwandten in den Obstgärten schneiden sollte, wenn man schon nicht mehr daran vorbei kommt.
Schau Dir die unberührten Bäume doch mal ganz genau an: Wie sind die Leitäste ausgerichtet? In welche Himmelsrichtung zeigen sie? In welchen Abständen stehen die Seitentriebe?
Vielleicht kannst Du ja im Winter mal ein paar aufschlussreiche Fotos machen.
Und was wächst unter den Bäumen, in der Nähe des Stamms und unter dem Schirm?
Das ist ja ein regelrechtes Labor, was Dieter da hat! Super!!!
Da muss man doch was machen können, um das Grundstück, so wie es ist, zu erhalten.
Berichte soch mal weiter über die entwicklung in der Sache.

Viele Grüße
armin
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Post#6by Rouven » Friday 28. September 2007, 17:05

Hallo Herwig,
das hört sich ja super an mit dem Grundstück. Das sollte man unbedingt erhalten, was sollte es denn für eine Stiftung werden und wie hoch Wäre ein Mitgliedsbeitrag, wenn man der Stiftung beitreten möchte. Darüber solltet ihr euch mal Gedanken machen, denn ich denke, wenn man hier im Forum ein bischen Werbung dafür machen würde, werden sich bestimmt ein paar Leute finden, die der Stiftung beitreten wollen, um so einen "Schatz" zu erhalten.

wegen dem Pomologen frag ich mal bei Schwerdtfeger nach, ob da evtl. Interesse besteht, sich das Grundstück mal anzuschauen und evtl. einige Reiser mitzunehmen zum Veredeln, damit die alte Vielfalt dort erhalten bleibt.
Wir können ja vll. Sonntag beim Treffen kurz drauf eingehen.
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Post#7by Biela » Wednesday 12. March 2008, 22:17

Ich hab mal eine Frage an die Obstbaumexperten.

Ich hab hier im Garten (letzten Herbst neu übernommen) ziemlich alte Bäume stehen, die seit Jahren unberührt sind und dringend mal zurückgeschnitten werden müssten.
Ja, ich bin eigentlich auch der Meinung, die Bäume wachsen zu lassen, wie sie wollen, aber der Quittenbaum kann die meisten Äste nur noch mit Stütze halten und hat kaum noch Ertrag und die Apfelbäume tun sich auch ziemlich schwer mit den Ästen. Außerdem hab ich im Garten sowieso den halben Tag nur Schatten vom angrenzenden Wald und wäre daher froh, wenn zumindest die Gipfel der Obstbäume im Garten ein bisschen ausgelichtet wären, damit ich auch noch was anderes pflanzen kann.
Ein bisschen was müsste also schon gemacht werden, da ich die Bäume auch nicht komplett aufgeben und bald zerbrechen lassen möchte. Wann ist denn die beste Zeit für einen Schnitt?

Ich werde natürlich nach jemandem suchen, der etwas davon versteht weil ich mit Obstbäumen noch gar nichts zu tun hatte. Aber ich möchte einfach mal wissen, ob ich jetzt ganz schnell suchen sollte oder mir nochmal über den Sommer Zeit lassen kann und erst im Herbst jemanden brauche - oder gar nächstes Jahr im Frühjahr erst.
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Post#8by Robert » Wednesday 12. March 2008, 22:51

Hallo

Das mit dem Wachsen lassen funktioniert in so einem Fall nicht mehr. Die wurden schon mal beschnitten und das hätte fortgestzt werden müssen.

Suche dir gleich jemanden, lass ihn die Bäume ansehen und dann soll er entscheiden was er für richtig hält.

Ich würde es jetzt machen. Das ist aber auch abhängig davon wieviel zu machen ist.

Viele Grüße
Robert
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obst

Post#9by cydonia » Wednesday 3. December 2008, 19:52

Hallo Obstler,

Obstbäume nicht beschneiden - spricht daraus eine uralte Männerangst????? Ich setz hier mal den Ironiejoker, schließlich bin ich neu hier und nicht in der Position, herumzuholzen!

Im Ernst, Kulturobst unterscheidet sich dramatisch von den Wildformen. Schon mal nen Holzapfel gegessen?
Dass viele Kultursorten Zufallsfunde sind und also von "edlen unbeschnittenen Bäumen" (der edle Wilde) stammen sollen, ist keine relevante Aussage. Eine Sorte hat eine bestimmte Genetik, die ist unabhängig davon, ob man den Baum beschneidet. Aufmerksame Gärtner haben diese Sorten entdeckt und auf Wildlinge oder Unterlagen aufgesetzt. Diese Bäume sind dann echte Klone, das vegetative Vermehren mittels Veredlung ist ein Klonverfahren - was auch nicht jeder gern hört. Man erzeugt genetisch identische Neupflanzen - oberhalb der Veredelungsstelle.

Wenn man veredelte oder auch die wenigen wurzel- bzw. samenechten Obstsorten nicht beschneidet, fangen die erstens sehr viel später an zu tragen, zweitens entwickeln sich die Früchte nicht zur gewünschten Größe. Man kann das gut bei Alleeobst beobachten, welches nicht gepflegt wird - Massen von Gnurpseln. Möglicherweise in kg so viel, wie von einem vergleichbaren gepflegten Baum, in unerreichbarer Höhe, aber der Schrecken der Hausfrau!

Mag nun sein, dass man in Größe und Schmackhaftigkeit einer Frucht kein erstrebenswertes Ziel sieht, aber als Genussmensch behaupte ich mal, dass es mehr Freude bringt, in einen männerfaustgroßen Apfel zu beißen als in seinen hühnereigroßen Sortenkollegen. Ist ja mit Fleischgenuss auch ähnlich: lieber ein leckeres leicht fettdurchzogenes Stück Schwein, als ein mageres weiches, nasses.

Wir haben einen jahrelang vernachlässigten Sternrenettenhochstamm von ei- zu tassengroßen Früchten gebracht, welche deutlich besser geworden sind.

Obst trägt am sog. Fruchtholz, das sind bestimmte Äste bestimmten Alters. Diese Fruchtholzbildung regt man durchs Schneiden an, auch hält man den Baum auf einer arbeitsfreundlichen Größe (nicht jeder kann auf Leitern oder mit meterlangen Pflückern herumbalancieren).
Neben dem Schneiden hat man noch die Fruchtausdünnung - man verringert die Anzahl der Früchte pro Büschel nach dem Junifall. Auch das fördert die Fruchtgröße und Qualität. Der Baum kann nicht beliebig viele Früchte gleich gut versorgen, sprich die Zucker- und Aromabildung, die Besonnung, ist besser, wenn man es ihm "leicht" macht.

Die Obstbaumpflege ist eine Kunst, die man lernen kann - ein Stapel Bücher aus der örtlichen Bücherei, Licht und Grips angeschaltet und ein paar Abende investiert. Ein Hexenwerk ist das nicht, aber eines, das sich lohnt. Wenn man eine unbeschnittenen Baum in 2 - 3 Jahren wieder zu einem Träger bester gesunder Früchte macht, macht das auch glücklich. der Er-folg, der dem Tun folgt, spricht für sich.

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Post#10by chook » Thursday 4. December 2008, 12:01

Moin,
habe diese Diskussion erst jetzt durch Cydonia's 'Bump' entdeckt. Als wir unsere Obstbäume gepflanzt haben, war ich auch hin und her gerissen zwischen Fukuoka's/Mollison's Thesen zum Obstbaumschnitt und der üblichen Lehrmeinung. Da aber die Bäume ja schon beschnitten aus der Baumschule kommen und ich auch gesehen habe, was mit solchen Jung-Bäumen passiert, wenn sie aus Unwissenheit überhaupt nicht gepflegt werden (lange, bogig herunterhängende Zweige, zu früher Fruchtansatz und frühes Vergreisen), habe ich mich entschlossen, der Lehrmeinung entsprechend zu schneiden.
Und dann stiess ich irgendwann dank Konstantin Kirsch's Webseite auf den Palmer-Schnitt
*** The link is only visible for members, go to login. *** . Das scheint mir ein guter Kompromiss zu sein zwischen Nichtstun und zu starkem Eingreifen. Es ist eher ein sanftes Steuern und funktioniert bestens. Ich habe meine damals schon etwa 5-6 Jahre alten Bäume auf den Schnitt umgestellt und später gepflanzte von Anfang an mit dem Palmer-Schnitt behandelt.
Siehe auch *** The link is only visible for members, go to login. ***

Viel Spass beim Lesen Image

Ute
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Post#11by knüllbergfarm » Friday 5. December 2008, 21:17

Sehr interesant dieses Buch von Palmer werde das an meiner Tochters Finkenwerder Hebstprinz ausprobiren der macht sooooooooooo viele WassertriebeImage.
Gruss Thomas
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Post#12by Rödertaler » Sunday 7. December 2008, 11:46

Ich denk auch das Obstbäume geschnitten werden müssen. Aber wer kann das schon wirklich fachmännisch? Ein gutes, verständliches Buch darüber heißt Obstbaumschnitt-Praxis von Helmut Loose. Das Problem ist bloß, es dauert, bis man sich die Regeln absolut verinnerlicht hat.Nachschlagen auf dem Baum geht eben ziemlich schlecht. In meiner Umgebung ist mir noch kein Baum aufgefallen der nach diesem Werk korrekt geschnitten wurde.
Ich bin seit 15 jahren Pächter einer städtischen Streuobstwiese, knapp 30 Bäume. Da schafft man eh kaum mehr als den amtlich geforderten Rückschnitt alle 5 Jahre. Und auch bei mir hat sich die Fruchtqualität durch die Pflege verbessert.

Die Geschichte mit der 5 ha naturbelassener Fläche hat den Haken, das man auf diese Art und Weise keine flächendeckende Lebensmittelversorgung gewährleisten kann.
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Re: obst

Post#13by Rödertaler » Tuesday 9. December 2008, 21:26

[
Obstbäume nicht beschneiden - spricht daraus eine uralte Männerangst?????


Hallo Cydonia-Ich hab noch ne ganze Weile später da drüber geschmunzelt.
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Re: Obstbaumschnitt

Post#14by ginkgo1956 » Monday 18. February 2013, 15:19

Hallo
Ich schneide seit über 30 Jahren Obstbäume.
Obstbaumschnitt wird nicht in abständen von Jahren bewergstelligt. Jeder Baum wächst nun mal anderst und ist von äußeren
Einflüssen abhängig. Wenn er denn nur alle 5 Jahre geschnitten wird , dann ist das durchaus in Ordnung.
Aber es gibt auch " schlechte " Jahre . Wenig Sonne , viel Regen und Nässe , Trockenheit , extreme kälte und frühes einsetzen von warmen Wetter. Das alles beeinflusst den Baumwuchs. Auch der Schädlingsbefall und Bruchschäden wirken sich auf den " normalen "
Baumwuchs aus. Das Schneiden über Fachbücher zu erlernen ist sehr schwer da ja jeder Baum seinen eigenen Wuchscharacter hat.
Einen Kirschbaum ( wird selten geschnitten ) oder einen Birnenbaum , eine Pflaume oder einen Pfirsischbaum zu schneiden erfordert
viel Erfahrung und übersicht. Auch die frage was denn geschnitten werden soll/muss ist von einen Laien nicht zu erkennen.
Obstbaumschnitt ist nicht gleich Obstbaumschnitt. Wenn ich einen Aufbauschnitt ( gerade verwilderte Obstbäume ) mache und den Besitzern sagen muss das er ca.
3 Jahre warten muss bis der Baum wieder Früchte trägt dann ist das schwer zu vermitteln. Aber der Baum braucht halt auch seine Zeit um wieder Fruchtholz zu bilden. Zudem sollte Baum gelegentlich kontroliert werden um zu sehen wie er sich entwickelt.
Ja und es ist schon ein Unterschied ob wir über geklonte ( Zuchtbäume ) oder Wiltsorten reden. Diese kann man nicht miteinander vergleichen.
Cydonia hat dazu einen sehr guten beitrag geschrieben. Sehr gut !
Mark
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Re: Obstbaumschnitt

Post#15by LanzBulldog » Thursday 20. February 2014, 14:17

Kleiner Kurs zum Obstbaumschnitt - kostenlos am 01.03.2014 in 49170 Hagen a. T. W., iniziert von der AG für Natur und Umwelt, dem örtl. Naturschutzverein, Zitat der Anzeige in den "Hagener Nachrichten":

Obstbaumschnitt in Gellenbeck (Ortsteil von Hagen)

Der Pomologe Dr. Jens Pallas aus Münster wird am Samstag, den 01.03.2014, von 14 - 16:30 Uhr den sogenannten "Oeschbergschnitt schulen, eine Methode die vor allem auf eine ertragreiche Ernte gesunder Früchte abzielt. Neben der Schnittmethode werden auch Kenntnisse über die notwendigen Werkzeuge für einen guten Gehölzschnitt vermittelt.
Alle Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, nach der Veranstaltung einen eigenständigen Obstbaumschnitt durchführen zu können. Geschult wird an Bäumen, die schon rund 10 Jahre an einem Feldweg stehen und bisher noch nicht beschnitten wurden. Also ideale Schulungsobjekte wie sie häufig in Gärten oder Streuobstwiesen vorkommen.
Treffpunkt ist im Streuobstbestand am Hof Meyer to Bergte in Gellenbeck (s. Link:
*** The link is only visible for members, go to login. ***
Adresse: Zum Butterberg, 49170 Hagen a.T.W.
Infos gibt es beim Vorsitzenden der AG Umwelt u. Natur, Andreas Hehmann, Tel. 05401/45812
Der Kurs ist kostenlos. Spenden zur Kostendeckung sind erwünscht.

Ich habe den Kurs vor 2 Jahren besucht und überlege, jetzt nochmal dorthin zu fahren.

Gruß Lanz
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