Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#1by Herwig » Tuesday 28. January 2014, 16:50

Mal ehrlich:
Nun sollen sich, gelenkt durch den Bauernverband, die verschiedenen Strömungen der Landwirtschaft gegenseitig den Garaus machen. Wenn wir uns alle ordentlich mühe geben schaffen die es auch!!
Die Nebenerwerbsbauen gegen die Großen, die Bios gegen die Konvis, die Gärtner gegen die Viehzüchter etc. immer feste druff...
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#2by schnuckened » Tuesday 28. January 2014, 17:36

Ich finde, ganz Unrecht hat der Mann ja nicht! Das Dilemma sind meines Erachtens Regelungen, Richtlinien und Verordnungen, selbst Bio hat die. Was macht man damit??? - Umgehen!!! Sonst bräuchte man die ja nicht! Schuld ist wieder mal die Gier oder das "Tun müssen", weil sonst der Absturz droht. Nur wer ohne schlechtes Gewissen Bio betreibt ohne es unbedingt so nennen zu müssen wird damit auch auf lange Sicht Erfolg haben. Denn konventioneller als Bio selbst geht es ja gar nicht!

Grüße

Ed
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#3by Claudia » Wednesday 29. January 2014, 07:25

Mettbrötchen wrote:

Auch nicht ganz uninteressant:

Kleine Bauern - Große Bosse:
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jepp, der Film war gut
zeigte ein wenig die Problematik die entsteht, wenn man es als kleiner Landwirt anders machen will.
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#4by Fuhrmann » Wednesday 29. January 2014, 11:17

Danke Mett für den Film, das zeigt wieder mal die Problematik. Aber es ist nicht neu, das hatte die ABL im Kritischen Agrarbericht schon vor Jahren mal aufgezeigt.

Doch welche Lösungen bleiben:

- Das Greening ist eine davon, da kann der Bauer für seine Umweltleistungen Geld bekommen.

- BIo ist eine Möglichkeit, dann sind viele Machenschaften schon mal ausgeschlossen !

- wieder von vorne anfangen, Einkaufsgemeinschaften ist der erste Schritt, Vermarktung der zweite, in Gemeinschaft direkt an den Kunden ist der Dritte. Im Grund waren die Genossenschaften das alle schon mal und wurden dann missbraucht. Traktor fahren alleine reicht nicht mehr. ---> Regionale kleine Markthallen !
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#5by schnuckened » Wednesday 29. January 2014, 17:06

Bio hört mir ganz gewaltig bei oder am Honig auf! Bei unserem Bäcker gibt es Biohonig für 6, 99 €.
Zuchtpilze (Champignons), auch wenn sie in noch so großen Hallen angebaut werden, können gar nicht anders als Bio- Aber es gibt sie auch als Marke zum doppelten Preis! Meine Mutter sagt imer, "Mein ganzes Feld ist voll von BIo"... Sie kann auch nicht anders, hat aber keinen Aufkeber...Tolle Marktidee...

Grüße

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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#6by Herwig » Wednesday 29. January 2014, 17:52

Lieber Ed, dazu muss man die Richtlinien für BIOland Honig kennen.
Natürlich kannst du der Biene nicht vorschreiben wo sie hinfliegen soll, aber im Winter mit Bio Zucker füttern, Kasten aus Holz und nicht aus Plastik, Farbe BIO und Milbenbehandlung auch.

Bio ist eine Weltanschauung, es geht nicht nur um das Erzeugnis sondern auch um den Vorgang der Erzeugung.
Für mich ist es wichtig, das der Imker keine Plastikbeuten hat, die Lösungsmittel ausdunsten ( und die die nächsten 100 Jahre nicht zu entsorgen sind), die sich im Honig wiederfinden, chemische Varroa Bekämpfung ist ebenfalls im Honig, Lösungsmittel aus Farben und Lacken ebenso.
Dann geht es um die Winterfütterung...
Und um Standplätze der Beuten...
Wärmebehandlung des Honigs...
Chemische Reinigung der Gläser...
etc
Unterm Strich ist BIO Honig teurer, weil die Beuten teurer sind, die Farbe für die Beuten, das BienenWohl als Varroamittel teurer ist etc etc. Der Honig kostet aber auch nicht etwa doppelt so viel wie normaler Imkerhonig. MIR ist es das wert!!!!!
Es gibt z.B. Biowaschmittel, das heißt ja auch nicht, dass es besser schmeckt als Ariel, sondern das es umweltschonender hergestellt ist und Böden und Wasser weniger belastet.
Das ist wie mit dem Wof, du rechnest hier Dinge auf, die nicht zu bezahlen sind.
Champingnons können auf koventioneller Erde wachsen und auf BIO Kompost ohne Rückstände, beheizt werden mit Ölheizung oder Sonnenenergie etc.
Man, so platte Stammtischargumentation hätte ich von Dir nicht erwartet...
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#7by Alex » Wednesday 29. January 2014, 23:42

Ob da nu Bio drauf steht, oder nicht, is ja letzten Endes wurscht.
Hauptsache du weist wo der Honig her kommt....

der Meinung bin ich auch, ich kaufe was möglich ist regional und Direkt vom Erzeuger, ich will die Menschen von denen ich das Produkt kaufe kennen, da muss der nicht unbedingt nach Biorichtlinien und mit Logo produzieren. Ich produziere selbst auch nicht Bio, das kann ich mir schlichtweg nicht leisten, sondern versuche es nach besten Gewissen so zu handhaben das es realistisch ist und trotzdem möglichst wenig schädlich für unsere Welt. Frühkartoffel aus Ägypten mit Biolabel sind meiner Meinung Betrug, ich hab gesehen wie die produziert werden, da kauf ich vom Nachbarn lieber Konvikartoffeln vom Feld nebenan, das ist weniger umweltschädlich. Ich hab Glück ich kenne einen Imker meines Vertrauens aus dem Nachbarort und einen Biolandkartoffelbauern in der Nähe;-)

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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#8by Claudia » Thursday 30. January 2014, 07:07

Fuhrmann wrote:.....

- wieder von vorne anfangen, Einkaufsgemeinschaften ist der erste Schritt, Vermarktung der zweite, in Gemeinschaft direkt an den Kunden ist der Dritte. Im Grund waren die Genossenschaften das alle schon mal und wurden dann missbraucht. Traktor fahren alleine reicht nicht mehr. ---> Regionale kleine Markthallen !



Das es nicht so einfach mit der Bildung von Gemeinschaften, sieht man bei den Nutztier-Archen, wo sich gemeinsame Vermarktung anbieten würde.
Es gab in der Vergangenheit etliche Versuche der gemeinsamen Vermarktung, aber so richtig motivieren lässt sich da keiner.
Lieber wird im einzelnen weiter gekruschelt.

Einkaufsgemeinschaften sind auch nicht so einfach, Ich kenne da einige, aber der Großteil scheitert an Diskussionen was den eingekauft werden soll und an dem denken alles und jederzeit und davon reichlich haben zu wollen.

@ Alex
ich denke für uns Landeier ist das regionale Enkaufen auch relativ einfach, aber stadtnäher wird es schwieriger.
Wer es nicht zu Märkten schafft, müsste doch einige (zweifelhafte) Kilometer fahren. Die Lieferkisten die es früher von den Höfen gab, sind überwiegend eingeschlafen, als die Spritpreise stiegen.

Solche Aktionen: *** The link is only visible for members, go to login. ***
sind auch ganz nett, ähnlich wie die Wurst mit Gesicht
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#9by Herwig » Thursday 30. January 2014, 15:10

Interessanter Artikel in der GEO, passt zum Verlauf der Diskussion..,
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#10by Alex » Thursday 30. January 2014, 15:56

Das mit der gemeinschaftlichen Vermarktung bei den Nutztier-Archen ist auch nicht ganz einfach, das funktioniert ja nur mit abgepackten Waren, die man verschicken kann. Eier darf ich ja z.B. gar nicht in der Schachtel verkaufen, nur lose usw. Fleisch geht auch nicht, nur direkt vor Ort. Und dann hat man die Produkte oft nur an bestimmten Zeiten im Jahr, alles nicht so einfach.

Ich kaufe meine regionalen Dinge auf Vorrat, Kartoffeln Getreide gleich für ein halbes Jahr, Honig im 12Liter Eimer, sonst müsst ich auch zu oft in der Gegend herum fahren.

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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#11by Claudia » Friday 31. January 2014, 07:41

klar hast Du recht, nicht alle Produkte ließen sich gemeinschaftlich verkaufen.

Aber Wurst in Dosen, Rohwürste wie Salami und Mettwurst, Schinken, Wolle, Felle, Honig, Säfte, lagerungsfähige Äpfel alter Sorten, Fruchtaufstriche ..... - da kommt schon was zusammen. Vor allem die Rassen-Vielfalt und damit geschmackliche Vielfalt ist für den Verbraucher interessant.

Nicht jeder Hof hat immer alles verfügbar, aber in der Summe kommt schon was zusammen und wenn alle dann alle. Wir wollen doch weg von derMentalität das immer alles verfügbar ist und aus meiner Erfahrung - der Verbraucher versteht das und findet das gut. Das ist ja genau das was von anderen Betriebsformen unterscheidet.

Und wenn so ein Netzwerk steht, dann lässt sich auch Fleisch leichter verkaufen, weil die Adressen besser verfügbar und einsehbar sind
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#12by Fuhrmann » Friday 31. January 2014, 11:03

..ich denke das ganze hat auch viel mit der größe des Betriebes zu tun. Für kleine Betriebe lohnt sich die Anschaffung von Vermarktungsinventar nicht.

Der Supermarkt gewöhnte Verbraucher räumt sich heute nicht die Zeit ein von Hof zu Hof zu fahren und vielleicht zu fragen, was hat der oder der gerade zu bieten. Zudem wäre es mir auch zu zeitaufwendig wenn jeden Tag irgendwann mal einer kommt und kauft.
Für den Konsumenten muss eine gewisse Bequemlichkeit und Rationliät beim Einkauf geboten werden.


Selbstversorgerhöfe die Überschüsse erziehlen und abgeben:
In der größte Vermute ich mal Alex` Arche, ich denke hier versucht man besser mit anderen zu tauschen. Um seine Eigenversorgung zu realisieren. So mache ich das auch, z.B. Kartoffel gegen Honig oder Kirschen !

Poduktionsbetriebe Neben + Haupterwerb
Hier denke ich an Größen wie Klosterbauers, hier könnte ein gemeinsamer Vermartungsrahmen gut sein. Gemeinsammer Laden, kleine Markthalle in einer Scheue oder Halle,Bauernmarkt. Hier kann kontinuierlich Ware von diversen Produzenten angeboten werden und der Konsument hat immer eine gewisse Mindestauswahl.

Die Archehöfe zu vernetzen für den Verkauf, ich denke dafür ich die Dichte zu gering.
Gäbe es allerdings in einem gewissen Umkreis eine Anzahl Höfe mit diversen Produkten, könnte das schon wieder funktionieren.
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#13by Alex » Friday 31. January 2014, 23:30

Bei uns gibts den Arbeitskreis "Archeregion Gutenstetten", dort treffen sich regelmäßig Interessierte und Aktive im Bereich Nutztierhaltung alter Rassen, Altes Handwerk und Alte Gemüse und Obstsorten aus unserem Landkreis. Jeder der mitmacht bekommt zu seinen Tierrassen Gemüsesorten usw. ein Plakat, mit Bilder Rassebeschreibung. Ich hab auch schon welche. Es wird auf Märkte und diverse Veranstaltungen gegangen, gesponnen oder Tiere vorgestellt und über den Arbeitskreis berichtet. Jetzt wird ein Flyer in Form einer Wanderkarte des Landkreises heraus gebracht, finanziert vom Torismusverband, auf dem die verschiedenen Höfe bzw. Zuchtstätten alter Rassen, oder die besonderen Gärten usw. drauf sind. Ich bin gespannt, wie sich das ganze entwickelt, ich gehe jetzt etwas über ein Jahr in unregelmäßigen Abständen zu den Treffen, und es sind schon sehr viel mehr "Mitstreiter" geworden.

Wenn ich bei mir von Einahmen sprechen kann, dann eigentlich nur im Bereich Lebendtierverkauf, zur Zucht. Viele Dinge, die ich für mich und meine Familie in einwandfreier Qualität erzeuge, und sicherlich Abnehmer finden würden, dürfen aufgrund der Lebensmittelgesetzte nicht verkauft werden. Und ich mach zu viele verschiedene Dinge, um mich entsprechend auszurüsten, wie gesagt geht bei Eiern los, darf ich nur lose, sonst bräuchte ich ne Eiersortiermaschine, Käse bräuchte ich ne Käserei für viel Geld usw. Früher war es sehr viel einfacher als Kleinbauer seine Überschüsse legal an den Mann zu bringen. Wenn heute mein Nachbar zur Hausschlachtung vorbeikommt um beim Speck schneiden zu helfen, darf er das zwar, aber ich darf ihm kein Stückchen Brot mit frischem Gehackten anbieten ider ihn aus der Schlachtschüssel naschen lassen, wäre schon ilegal und das wird alles noch schlimmer werden.
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#14by Claudia » Saturday 1. February 2014, 06:52

Auch der Tauschmarkt ist ein Markt der den allgemeingültigen Marktgesetzen unterliegt und ob ich gegen Ware oder Euro tausche ist vom Weg her das gleiche.

Am einfachsten würde eine Vernetzung der Vermarktung mit Wurst funktionieren. Dazu braucht man lediglich einen EU-Schlachter der Bio wurstet.
Selbst wenn man den nicht in der Nähe hat und die Transportwege für da Lebendtier zu weit wären, ist es möglich das Tier an einer Stelle schlachten zu lassen und an anderer zu wursten.
Biobetriebe gibt es überall, von daher wird es es auch einen entsprechenden Schlachter geben.

Das ist die einzige Auflage die ich als Erzeuger im Bereich Wurst habe. Für wenig Geld (meist günstiger als wenn man es selber macht, da Werkzeug und Arbeitsabläufe optimiert sind, kann man sich gleich Schinken portionsweise vakuumieren. lassen. Damit sind die HACCP Auflagen erfüllt. Eventuell ein extra Kühlschrank für Salami und co- das wars. Wenn ich die Wurst gleich weiterverschicke brauche ich nicht mal den.

Wenn ich ein 100 kg Schwein habe, kann ich fast immer 10-20 kg für Wurst in Dosen o.ä. "abzwacken" und verkaufen. Bei einem Verkaufspreis von 2,80-3,50 € pro Dose (200g) habe ich 140- 350 € Erlös bei Wurstherstellungskosten von 1-2 Euro kg. Auf jeden Fall ein netter Nebenertrag, der den eigenen Bedarf mitfinanziert. Und ob ich ein Schwein für mich mäste oder zwei und eins davon weiterverkaufe, ist nicht viel mehr Arbeit und die Futterkosten sind bei den alten Rassen auch niedrig.

Diese Wurst kann ich mit anderen Höfen tauschen. Entweder gegen Euro oder gegen andere Ware (Wolle, Honig, andere Wurst...) Ob dieser Hof das mit in sein Verkaufsangebot nimmt oder für den Eigenbedarf spielt keine Rolle.

Fuhrmann ich glaube Du denkst mit deinen kleinen Markthallen eine Kategorie zu groß. Es muss nicht immer ein Riesenangebot sein, ich kenne viele kleine Höfe mit kleinem und nur zeitweise verfügbaren Angebot, zum Teil nur im Sommer geöffnet, wo der Verkauf funktioniert. Meist über Touristen.
Es muss nicht die Menge und Dauerverfügbarkeit sein, die Vielfalt reizt den Verbraucher, das vor Ort schauen und auch anrufen ob und was da ist. und sich später die Ware zuschicken lassen.
Alles Höfe ohne Voll ausgestatteten Verkaufsraum, der große Investitionen erforderte.

Und das Internet ist natürlich eine Riesenverkaufsplattform,

Versand ist einfach und recht günstig. 20 kg lassen sich für 10,99 € versenden.

Es muss auch nicht immer um Weiter-Verkauf gehen, selbst wenn der Hof der Endverbraucher ist, bekommt er so mehr Vielfalt in den Vorratsschrank, was auch ein weiterer Schritt auf dem Weg Selbstversorger und unabhängig von bestehenden Systemen wäre. Gut man wäre von der Post oder anderen Paketdiensten abhängig, aber man kann ja nicht alles haben. :viannen_102:
Aber so käme man auch an Produkten von Tieren, die man selber gar nicht halten kann oder will oder auch an Obst, Felle, Strickwolle etc.


@alex
Gute Sache
Für hier die Region ist sowas auch im Gespräch, mal schauen was raus wird.

@mettbrötchen
ich finde die Bioverordnungen im bereich Tierhaltung auch viel zu lasch und zuwenig tiergerecht.
Deshalb weiger ich mich bisher auch "Bio" mitzumachen. Für das was ich sowieso tue, brauche ich keinen Verband der nur Geld will und mit dessen Statuten ich nicht konform gehe.
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Re: Der Deutsche Bauernvernband und die Bio-Bauern...

Post#15by klosterbauer » Sunday 2. February 2014, 12:21

... ahoi Mettbrötchen ...

Du kannst doch als Biobauer ganzjährige Weidehaltung machen, nur da sich nicht alle Regionen dafür eigenen, kann man es kaum zur Pflicht machen. Oder wie meinst Du das??

Peter
Klosterhof Bünghausen, Peter Schmidt & Susanne Schulte, Hömelstr. 12, 51645 Gummersbach, I: *** The link is only visible for members, go to login. ***
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