Phytolacca - Kermesbeere

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Phytolacca - Kermesbeere

Post#1by dani » Thursday 17. January 2008, 16:41

Hallo,
ich möchte euch heute zwei winterharte Kermesbeeren vorstellen. Die Beeren enthalten eine roten bis schwarzroten Farbstoff, der für Lebensmittel, Korbwaren, Wolle.... Verwendung findet. Die meisten Arten sind schwach giftig.

1. Phytolacca accinosa, die asiatische Kermesbeere:
sie wird 1-2m hoch, trägt reichlich Früchte, die essbar sein sollen. Schmecken aber super fad.
Eine weitere Anwendung soll die Schneckenbekämpfung sein: Die Samen werden getrocknet, vermahlen und 2 Esslöffel mit 1 Liter Wasser mindestens eine Stunde, besser über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht. Diese Brühe spritzt man auf die Schneckengefährdeten Beete, natürlich abends. Für Schnecken wirken die in den Samen enthaltenen Saponine tödlich.

2. Phytolacca americana, die amerikanische Kermesbeere:
sie wir ohne Probleme 1,5-2 m hoch. Ihre Früchte werden ebenfalls zum färben verwendet. Sie findet auch in der Homöopathe Verwendung.

Beide Stauden sind absolut winterhart. Sie haben bei uns auch schon einen Winter mit -28°C überstanden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Sie müssen nicht gestützt werden, die Pflege beschränkt sich auf das abschneiden im Herbst.

Bei Interesse: ich habe Samen von beiden Sorten



1. Bild: P. americana; 2. Bild P. accinosa

Image Image
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Post#2by dani » Thursday 17. January 2008, 17:51

Die meisten Phytolaccas sind leider nicht winterhart. Sie eignen sich jedoch als Kübelpflanzen. Einer der schönsten davon ist der Ombu-Baum (Phytolacca dioica). Er gehört auch zu den Kermesbeeren, ist also kein richtiger Baum. Er ist auch unter dem Namen Elephant Tree oder in den lateinamerikanischen Ländern als Bella Sombra (=schöner Schatten) bekannt.
Er ist in allen Teilen schwach giftig, die Beeren werden ebenfalls zum färben verwendet.

Jungpflanze:
Image
Last edited by dani on Friday 18. January 2008, 17:02, edited 1 time in total.
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Würde gerne testen

Post#3by ansaregina » Thursday 17. January 2008, 22:40

Ich färbe meine gesponnene Wolle mir Pflanzen, bis jetzt kenne ich nur Krappwurzeln als einzige haltbare (rote) Farbstoff. Wollte selber Krapp pflanzen,leider wird es wahrscheinlich bei unser Breitengraden nicht gelingen. Ich könnte Test machen, ob wirklich funktioniert. Oder haben Sie es schon getestet. Wenn ja, bleibt Farbe drin,auch nach mehrmaligen waschen ? Wenn funktioniert, wäre es eine alternative für Krapp.
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Post#4by dani » Friday 18. January 2008, 09:50

leider habe ich im färben keine praktische Erfahrung. Hier der Link zu Wikipedia wo auch das färben der Wolle erläutert wird. *** The link is only visible for members, go to login. ***
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Post#5by kräuterhexe » Friday 18. January 2008, 17:21

Moin ,Moin aus Ostfriesland.
Hallo dani
Es ist ja ein tolles Kraut diese Beere,aber wie kommen meine Hühner damit zu recht, denn sie laufen im ganzen Garten rum.
Hast Du da keine Probleme mit den ImagechernImageImageImageImage

LG Gunda

Quelle:Wikipedia

Achtung beim Verzehr von Kermesbeere
Alle Teile der Kermesbeere sind giftig! Besonders die Wurzeln und die Samen der Kermesbeere enthalten extrem viel Gift. Bei Kleinkindern kann es schon nach dem Verzehr weniger Beeren zu schwerwiegenden Vergiftungserscheinungen kommen, die sich durch Erbrechen, Durchfall, Schwindel und Krämpfe bemerkbar machen. Eine zu starke Dosis dieser Droge kann auch zum Tod führen.ImageImageImage
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Post#6by dani » Friday 18. January 2008, 18:06

tja, da unterscheidet sich die Literatur doch mächtig. Schätze das Gift ist von Art zu Art unterschiedlich ausgeprägt. Eine andere Quelle schreibt auch dass die Beeren grün sehr giftig sind und im reifen Zustand nur noch schwach giftig, bzw. bei accinosa essbar sind. Meine Hühner kommen nicht an die Beeren ran. Wohl aber die Wildvögel, die haben keine Probleme damit.
Giftpflanzen gibt es wie Sand am Meer vor allem bei den sogenannten Zierpflanzen und Heilpflanzen. Wenn ich alles was giftig ist aus meinem Garten verbanne, dann ist er bald leer. Angefangen von der Pfingstrose bis zum Spargel, dessen rote Beere ebenfalls giftig ist. Sogar Löwenzahn wird in der Giftliste geführt, wegen seines giftigen Milchsaftes!

LG
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Post#7by kräuterhexe » Friday 18. January 2008, 18:43


Hallo dani,
ich wollte es doch nur mal anmerken.Image Sicher gibt's es ganz viele Kräuter die Giftig sind.
Auch ich habe die Engelstrompete im Kübel hier stehen was toll aus sieht.


Imagele Grüße Gunda
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Post#8by dani » Friday 18. January 2008, 19:37

Habs schon verstanden, die Sache mit giftig und ungiftig ist doch recht heikel. Mir wäre es auch lieber, es gäbe weniger "giftiges". Das Problem sind halt Kinder und Tiere. Kinder wollen immer alles ausprobieren, die Tiere wissen es nicht unbedingt. Ich hab mir gerade wieder ein Buch gekauft über Gift- und Allergieauslösende Pflanzen, das ist für mich als Pflanzenfreak eine echte Horrorlektüre. Wenigstens so steht es da geschreiben: Giersch ist ungiftig.Image was für ein Glück!

LG
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