Appenzeller Sennenhund zum Koppelgebrauchshund für Schafe au

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Appenzeller Sennenhund zum Koppelgebrauchshund für Schafe au

Post#1by Dine » Wednesday 21. December 2011, 16:24

Hallo liebe VIEH'ler,

ich habe eine gerade 12 Monate alt gewordene Appenzeller Sennenhündin, die ich gern zum Koppelgebrauchshund für Rauhwollige Pommersche Landschafe ausbilden würde. Es wäre nur für ganz kleine Herden, aber dennoch wäre es natürlich schon schön wenn sie mir beim Umkoppeln der Herde helfen könnte.
In der Fachliteratur und im Internet findet man aber leider immer nur Ausbildungsanleitungen die auf Border Collies zugeschnitten ist, nicht auf Hunde vom "alten Schlag". Kann mir hier jemand von euch Hinweise oder Tipps für die Ausbildung geben? Hat vielleicht sogar schon selbst einen solchen Hund ausgebildet?

Für Unterstützung wäre ich wirklich dankbar.

liebe Grüße,

Dine.
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Re: Appenzeller Sennenhund zum Koppelgebrauchshund für Schaf

Post#2by Junhlandwirtin » Thursday 28. June 2012, 09:16

Hallo Dine,

Ich bin an einem ähnlichen Fall, Spanische Dogge x Altdeutscher Schäferhund, die früher wohl auch als Herdenschutz bzw. Gebrauchshunde arbeiteten, aber durch die Domestizierung als Familienhund damit nicht mehr viel am Hut haben, aber immer noch den "Beschützertrieb" hegen, deswegen habe ich mit dem Welpen erstmals begonnen, die Schafe kennenzulernen (von Klein auf) sozusagen als "gefahrlos" in die Herde integriert!

Natürlich muss die Erziehung dann auch passen, heisst Sitz Platz, Robben aus weiterer Entfernung etc. es ist also ähnlich wie bei den Border Collies, daran kann man sich schon richten, dauert halt ein wenig länger, aber das wird dann schon!

Und der Hund sollte wissen, wenn du ihm ein Kommando gibst, was er zu tun hat, was natürlich mit "zahmen" Schafen schon besser möglich ist, heisst z.B muss er erstmal wissen wo von dir aus, "12 Uhr" ist um sich von hinten an der Herde anzuschliessen und sie gemächlich an dich ranzutreiben was du zusätzlich damit unterstützen kannst dass die Herde auf dich zuläuft (z.B durch Lockmittel) damit der Hund eben ein "Erflogserlebnis" hat, bis es "Klick" macht und er kapiert komm ich von hinten, gehen sie dorthin wo meine "Chefin" es haben möchte...

Ich hoffe du verstehst wie ich meine? Wur sind noch nicht an den 12 Monaten sondern erst an paar Monaten und beginnen erst gerade mit der Herde zu üben!
Wofür ich mir einzelne gut Zahme Schafe zu einer Herde zusammengestellt habe, hat sie die mal im "Griff" kommen dann die etwas zickigeren dran, denn erstmal muss ja auch der Hund soweit gefestigt sein...
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Re: Appenzeller Sennenhund zum Koppelgebrauchshund für Schaf

Post#3by Dine » Wednesday 18. July 2012, 12:32

Hi!
Wie schön, jemand mit dem man sich ausstauschen kann! :yes4:

Mittlerweile ist meine Kleine jetzt 18 Monate alt und wir üben immer noch an der Annäherung Hund - Schaf. Interessanter Weise hat mein Hund mehr Resantiments gegenüber den Schafen als umgekehrt. :aaaah: Wobei sie ja nun eigentlich diejenige war, die eines unserer Flaschenlämmer adoptiert und geputzt hat... Aber auf der Koppel wenn die Lämmer dann hinter ihr her laufen ist es immernoch seeehr unheimlich. *schulterzuck* Naja, wir bleiben dran.
Erfreulicher Weise steht sie (auch ohne großes Zutun meinerseits, sondern einfach weil sie es von sich aus anbietet, wenn man mal ehrlich ist) sehr gut im Grundgehorsam. Nur eben die Mutigste ist sie nicht und "am Schaf" noch lange nicht gefestigt, fürchte ich. Sie zieht einen großen Abstand vor, kommt aber ran wenn ich am Schaf stehe und sie rufe.
Die Schafies sehen ihr zumindest schon mal sehr gelassen entgegen. Ist ja auch schon net schlecht.

Wie bringe ich ihr denn bei wo bei mir 12 Uhr ist? Also sie kennt den Befehl "voraus", dann läuft sie grade vor. Und wie bringe ich ihr nun bei, die Herde zu umrunden? Muss ich das selbst machen? Das wird schon schwieriger, weil meine Schafe so dermassen anhänglich sind, dass sie immer gleich auf uns zukommen. Ungefähr die Hälfte der Herde sind handzahm und lassen sich anfassen und streicheln. Aber es geht ja auch darum sie mal gezielt umweiden zu können, in den Stall treiben zu können, am Ausbrechen aus dem Pferch zu hindern, etc. pp.

Ich habe nur diese kleine 9 Köpfige Herde, die nochmal zu teilen wird schwierig. Und mit einem Schaf allein üben ist zuviel Streß fürs Schaf, denke ich. Aber vielleicht sollte ich mit unseren beiden Flaschies anfangen. Die sind Hund und Mensch gewöhnt und echt frech und robust. Das Problem ist bloß, das die eh schlimmer hinter her laufen als unsere Hunde... Aber wenn sie mal wieder ausbüchsen, wäre es toll, wenn man sie wieder zurücktreiben lassen könnte...

Also, was würdest Du tun?

Liebe Grüße,
Dine.
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Re: Appenzeller Sennenhund zum Koppelgebrauchshund für Schaf

Post#4by Mathias Vogt » Friday 20. July 2012, 21:00

....
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Re: Appenzeller Sennenhund zum Koppelgebrauchshund für Schafe au

Post#5by Dine » Tuesday 18. September 2012, 14:13

Hallo ihr Lieben!

Ich wollte mal einen aktuellen Stand durchgeben :boredom:

Also, ich habe mich in der Zwischenzeit in den Hütehundkreisen umgetan und Kontakt zu aktiv mit Hunden hütenden Schäfern gesucht. Mir wurde versichert, dass das "bißchen" was ich von meinem Hund möchte "selbst ein Chihuahua- Mischling" lernen könnte. Um die Komandos zu üben und Selbstvertrauen bei der Arbeit zu bekommen (was wir als ihr Hauptproblem identifiziert haben), üben wir jetzt fleißig Treibball. Wenn das gut sitzt, dann werden wir unter Aufsicht eines Fachmanns später auch ans (bereits eingehütete) Schaf gehen.

Treibball kommt auf jeden Fall bei allen 3 Hunden sehr gut an und sie sind mit Feuereifer bei der Sache. :yes4:

@Mathias: Weil meine handzahme Herde mir leider lange Nasen dreht, wenn es um die 4 mal im Jahr geht, wo ich sie tatsächlich mal zusammentreiben möchte/muss. Vor 14 Tagen waren wir zu dritt auf der Koppel, weil wir einen Bock herausfischen wollten, der zum Schlachter soll. Wohlgemerkt: soll. Also: immernoch. Der ist zusammen mit einem anderen Schaf einfach über den Pferch gesprungen und meine Eltern (beide mitte 60) konnten nicht mehr mithalten. Und allein bekam ich die beiden Ausbrecher auf dem halben Hektar aber auch nicht zu fassen. Deswegen: ein Hütehund! Entschuldigung: Treibhund.
Die Resantiments gegenüber den Schafen sind deutlich besser geworden, wenngleich ich das Projekt erstmal nicht mehr forciert habe. Sie weis im Moment mit den Schafen nur noch nicht wie es anfangen, bzw. ich will nichts falsches Tun und weis nicht, wie ich es ihr in dem Moment klar machen soll. Deswegen haben wir jetzt das Treibball spielen vorgeschaltet. Den Tip habe ich von einem Schäfer, der seine Schafe mit einem Altdeutschen Schäferhund und einem Border Collie hütet. Er sagt, er fängt immer so an mit jungen Hunden und es wäre eine erfolgreiche Methode, da man erst "Trockenüben" kann (sie und vor allen Dingen aber auch ich!). Mir leuchtet das ein und auf jeden Fall macht es allen Spaß, selbst der fast 14jährigen Oma, die fleißig mit übt. :biggrinn: Selbst wenn sich im nächsten Frühjahr also herausstellen sollte, dass meine Hündin nicht für die Art Arbeit geschaffen ist (wobei ich mir par tout nicht vorstellen kann, dass sie auf Rinder positiver reagieren würde), dann spielen wir eben nur Treibball um sie zu beschäftigen und sie bleibt was sie ist: ein absoluter Gute-Laune-Hund und ein kleiner Sonnenschein. :yes4: Wovon ich zur Zeit aber wirklich nicht ausgehe. Aber, ich gebe dir absolut recht:
Und wenn ich Deine Schilderungen so lese, würde ich die in jedem Fall die Hilfe eines Ausbilders suchen, und nicht zuviel rumexperimentieren.


Es war wirklich wichtig und absolut notwendig, dass ich mit Expertenrat geholt habe und ich bin dankbar für den Kontakt, den ich über die Schäfer hier vor Ort gefunden habe! Ohne wäre es vermutlich nie etwas geworden. So rechne ich mir jetzt zumindest ganz gute Chancen aus. :dh:

LG!
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Re: Appenzeller Sennenhund zum Koppelgebrauchshund für Schafe au

Post#6by Dine » Wednesday 28. November 2012, 11:32

So ihr Lieben,
der letztendliche Stand in der Sache ist folgender: meine Maus treibt unsere Schafe inzwischen super und souverän. Es gab einfach einen Moment den ich nicht anders beschreiben kann, als dass es bei ihr fast hörbar "klick" gemacht hat und seitdem ist alles einfach wunderbar. Wenn sie nicht treiben soll turtelt sie einfach bummelnd über die Koppel, schaut mal zur Herde rüber, läßt sich aber mit einem leisen Wort abhalten und schnüffelt dann weiter. Zeigt also von sich aus ausgeglichenes Interesse. Wenn es aber wirklich mal an die Arbeit geht, kann ich sie wunderbar lenken, kurz (!) hinter der Herde her schicken und wieder im Tempo zurücknehmen oder auch mal ein kräftiges "hol sie dir" geben, dann treibt sie die Schafe energisch in den Pferch und läßt sich wieder leicht abrufen. Wobei sie allerdings nie den "fixierenden" Drang ans Schaf hat. Für mich perfekt, denn ich muss nicht befürchten, dass sie in einem unbeobachteten Moment die Schafe jagt.
Kurzum: bei uns ist dank einiger Hilfe und jeder Menge Tips alles super gelaufen. Sie macht ihren Job wundervoll, läßt sich ganz leicht lenken und ist stolz auf ihre Arbeit. Und ich auch. Und ich denke unsere Schafies auch, denn dank ihrem ausgeglichenem Wesen haben sie in meiner Maus einen Treibehund, der Ihnen kaum Streß verursacht. Und auch das ist wichtig!

Das war's von mir aus.

LG
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