Dexter Minirinder

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Dexter Minirinder

Post#1by Jaegertom » Monday 4. June 2012, 01:00

Unser erstes Dexter Minirind ist da! Geboren am Pfingstsamstag von einer roen hochbeinigen 2 Jahre alten Kuh.
Geburtsgewicht 20,5 kg, sehr schwer für ein Erstling, auch schwere Geburt da es leider verkehrt lag.
Dank tatkräftiger Hilfe der Familie und des Tierarztes konnte es leben und ist nun unser Liebling!
Die Mutter gibt so 8 l Milch täglich .
Das Kälbchen wird ohne Mama aufgezogen weil aus einer Zwergkuh während des Trockenleckens ein Kampfstier aus ihr wurde. Nun ist sie wieder lieb.

Dexter stehen in Deutschland leider noch nicht auf der roten Lise obwohl es nur ca 350-400 von ihnen hier gibt.
Ist eine sehr unbekannte Rasse obwohl sie früher in England und Irland die Kleinstbauernkuh war.
Sie hat bei leichterem Gewicht (so bis 300kg Kuh) ähnliche bis bessere Eigenschaften der Hinterwälder zu bieten.
Raufutterverwerter par excellence, im Winter fast nur Stroh, der Rest Heu!!
Wer sich also für ein sehr kleines Rind interessiert kann in Dextern fündig werden.
Aber aufpassen: keine Dexter kaufen aus beidseitigen kurzbeinigen Anpaarungen OHNE Bulldoggentest.
Langbeinig und Kurzbeinig gemischt kein Problem. Vor allem auch immer ansehen und nich wie wir uns verlassen haben mit der Aussage:Die ist zutraulich.
War dann ein halbwildes Rindviech. Aber nach einem Jahr doch zahm.
Wer mehr wissen möchte, gerne nachfragen.
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Re: Dexter Minirinder

Post#2by Frankenvieh » Wednesday 6. June 2012, 07:53

Mettbrötchen wrote:Hast du mal ein paar Bilder und kannst die Rasse etwas genauer beschreiben?
Ich hab da noch nie was von gehört.
Aber was du so schreibst finde ich interessant.

Ich find diese halbwilden Rinderrassen generell sehr schön.
Da merkt man noch das das richtige Tiere sind, und keine willenlosen Milcherzeuger.

.... und da merkt man, das du wenig Erfahrung mit Rindern hast! holsteins, auch die eine Höchstleistung von mehr als 50kg Milch pro Tag geben sind Rinder. Auch diese können "wild" sein und sind bestimmt nicht "willenlos". zwei Tage freiheit genügen um aus der Kuh ein Wildrind werden zu lassen! Auch bei holsteins ist es nicht ungefährlich sich dem Kalb zu nähern und es wegzunehmen. Wir gehen IMMER zu zweit an diese Sache heran.
Milchrinder sind bloß den Umgang mit dem Menschen gewohnt und daher ruhiger. Unsere Altvorderen hatten noch keine Berufsgenossenschaft, die evtl. bei einem Unfall bezahlt. Sehr "wilde" wurden daher selektiert. war überlebenswichtig. Auch heute gehen sie noch auf den Schlachthof, wenn sie Aggressivität gegenüber dem menschen zeigen, egal ob 15000kg oder nicht. Ich muss mich ja gefahrlos in der Herde bewegen können, um trotz aller Hightec, tierbeobachtung durchzuführen.

zurück zu den Dextern: Ich habe einen schönen Abschnitt im "Das andere Kuhbuch" von Brackmann gefunden.
Zitat: "Unsere schwarzbunten "Turbokühe" überfordern die meisten Hobbybauern nicht nur hinsichtlich ihrer Fütterung und Pflege, sondern auch ihrer Milchmenge. welcher Haushalt kann schon täglich 20l Milch und mehr verbrauchen..... Hier wäre eine Marktnische für die dackelbeinigen Kühe. so könnten sie die Grundidee des Mr. Dexter verwirklichen, die der Einfamilienversorgungskuh."
Brackmann gibt eine laktationsleistung von 4500kg , bei 4,5% Fett. Kreuzungsprodukt von kerry-rindern und einheimischen zwergwüchsigen Bergrindern. Kerry Rinder sind resistent gegen Para TBC, sind es die dann Dexter auch? das wird das nächste sein, neben BHV1 und BVD.... Wovon EU und co frei sein will.

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Mir persönlich sind die Tiere noch zu teuer in der anschaffung. Wenn ich Milch verarbeiten will, melke ich unsere agnes, das Frankenvieh. Die hat so viel Milch das es dann noch fürs Kalb reicht.
Aber so ein zwergiges Ochsengespann, das wäre was!
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Re: Dexter Minirinder

Post#3by Jaegertom » Wednesday 6. June 2012, 19:03

Hallo Mettbrötchen!

Hier noch zwei links, der von Vicky ist auch ganz gut.
Gruß Tom


www.dexter-verband-deutschland.de/
www.dexter-bddz.de/
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Re: Dexter Minirinder

Post#4by Jaegertom » Saturday 16. June 2012, 12:31

Unser Kälbchen entwickelt sich prächtig, die Kleine ist derart lieb und verschmust.
Sie darf in der Zwischenzeit im Auto mit auf die Weiden und fährt liebend im Bus mit.Zusammen mit unserem Hund.
Draußen angelangt, bekommt sie Auslauf, dann gehts aber ab!
Im gestreckten Gaklopp hundert Meter vor und zurück. Sie kommt auf Zuruf und schaut auch alleine immer nach was wir gerade machen.
Sehr lernfähig und intelligent. Nur noch etwas zu klein um alleine ins Auto zu springen, hat gerade mal 35 Kilo nun und ist immer noch kleiner als unser Deutsch Drahthaar.
Alle vertragen sich mit ihr bestens, Schweine, Ziegen, Schafe.
Mal gespannt ob sie in einem Jahr immer noch ins AUto springt!
Mehr wie 250 kilo wird sie mal nicht haben, wie ein großes Schwein.
Und die Mutter gibt prima Milch, so 6-8 l täglich, je nach Gras.
Ideale Rasse für Selbstversorger da die Tiere noch zu handhaben sind.
Und dabei sehr sparsam im Grundfutter, sie nehmen sogar das noch was die Ziegen liegen lassen.
Im Winter reicht sogar Stroh mit etwas Heu um sie satt zu kriegen.
Die Hinterwälder sind im Ganzen sehr ähnlich und auch als kleine Selbstversorgungseinheit geeignet.
Wenn jemand die Schwelle zur Rinderhaltung nehmen möchte , sich aber noch nicht traut, kann uns gerne mal besuchen um zu sehen wie die leicht zu handhaben sind.
Nur Mut!!
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Re: Dexter Minirinder

Post#5by Alex » Sunday 17. June 2012, 00:01

Hallo,

das klingt sehr interessant, so eine kleine Kuh würde mich auch reizen, aber das Problem ist, wenn man so aussergewöhnliche Rinder hat, kann man sie schlecht künstlich besamen lassen, und zu einer einzelnen Kuh, bzw. höchstens zwei, für die Selbstversorgung einen Bullen zu halten lohnt sich ja eigentlich nicht. Und mehrere hubdert Kilometer zum nächsten Stier ist wohl auch wenig sinnvoll.

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Re: Dexter Minirinder

Post#6by Jaegertom » Sunday 17. June 2012, 01:05

Hallo Alex,
auch künstliche Besamung wäre kein Problem da die meisten Landtierärzte sich damit noch auskennen.
Auch die Dexter könnte besamt werden wie auch die Hinterwälder.
Und wenn du von Franken bist wäre es auch nicht zu weit zu mir.
Einen Hinterwälder Jungstier und einen Grauviehstier habe ich derzeit.
Einfach mal ansehen........
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Re: Dexter Minirinder

Post#7by Jaegertom » Sunday 17. June 2012, 01:05

Hallo Alex,
auch künstliche Besamung wäre kein Problem da die meisten Landtierärzte sich damit noch auskennen.
Auch die Dexter könnte besamt werden wie auch die Hinterwälder.
Und wenn du von Franken bist wäre es auch nicht zu weit zu mir.
Einen Hinterwälder Jungstier und einen Grauviehstier habe ich derzeit.
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Re: Dexter Minirinder

Post#8by Christina » Sunday 17. June 2012, 10:46

Hallo Ihr Kuhfans,

klärt mich bitte auf: Warum sollte künstliche Besamung nicht so gut gehen? Kann man die nicht anspritzen wie die Pferde, damit der Zeitpunkt passt?
Oder was ist der Haken?

Beste Grüße, Christina
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Re: Dexter Minirinder

Post#9by Jaegertom » Sunday 17. June 2012, 14:00

Hallo Christina,
mal ne freche Frage, würdest du dich anspritzen lassen um schwanger zu werden durch künstliche Besamung?
Vielleicht habe ich nen kleinen Knall im Kopf, aber Nutztierarche hat auch was mit Vatertierhaltung zu tun.
Ich habe Hengst und Stier und möchte die Tiere auch ihre Natürlichkeit leben lassen.
Muss alles künstlich sein?
Gerade das lehnen wir doch hier ab!
Natürlich geht das was du meinst.
Ich bin halt so dass ich lieber einige Kilometer fahre um ein passendes männliches Tier zu finden um der Natur ihren lauf zu lassen.
Hengst und Stierhaltung sind halt immer etwas unbequemer.
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Re: Dexter Minirinder

Post#10by frank.s » Sunday 17. June 2012, 20:13

Hallo,

ich denke wir sollten hier mal die Kirche im Dorf lassen, es hat gerade bei Rindern und Pferden einfach nicht jeder genug Platz und auch das Geld ein Vatertier zu halten. Ein ausgewachsener Bulle oder Hengst ist halt auch nicht so leicht zu handhaben und auch da hat man sicher Probleme.

Gerade auf Nutztierarchen mit vielleicht 1-3 Kühnen, halte ich ein Haltung eines eigenen Bullens für Luxus pur und die Künstliche Befruchtung ist doch gerade für die Erhaltung alter Rassen eine gute Möglichkeit auch Kleinbestände zu halten und Nachwuchs zu haben.

Sinn ist es doch viele Arten zu erhalten und dies unter Artgerechten und Biologischen Gesichtspunkten. Eine Vatertierhaltung, wo möglich, ist natürlich Ideal, aber gerade bei Rindern und Pferden oft nicht möglich und daher ist die künstliche Befruchtung auch nicht zu vertäuefeln und hat auch nix mit Bequemlichkeit zu tun.
Viele Grüße
Frank

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Re: Dexter Minirinder

Post#11by Mathias Vogt » Sunday 17. June 2012, 22:47

....
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Re: Dexter Minirinder

Post#12by Jaegertom » Sunday 17. June 2012, 22:57

War ja nicht bös gemeint(eigentlich schon lustig) aber deshalb sind wir ja Nutztierarchen dass man sich auch untereinander aushilft.
Hab ich ja geschrieben dass nicht jeder gleich einen Stier halten kann.
Aber ich kann doch wählen ob ich die Kuh zum Decken irgendwo hin bringe.Das dürfte mit etwas Aufwand schon möglich sein.
Hab ich mir auch immer durchüberlegt .
Natürlich ist die künstliche Besamung nicht zu verteufeln. Ist aber auch immer ein Weg in die bereits vorgedachte Tierpolitik der Verbände, die die Tiere nach ihrem Gutdünken aussuchen.
Ich lege nicht unbedingt auf Größe und Bemuskelung usw wert, mir zählt die Robustheit und der Charakter eines Tieres mehr.
Und da hab ich schon genug Erfahrung dass die Stiere nach ein paar Jahren oft nicht mehr handzuhaben sind.
Nicht wie bei den mehr privaten Hobbyzüchtern die zB bei Dextern viel Augenmerk auf die Gutmütigkeit der Stiere richten.
Vielleicht können wir Selbstversorger hier doch was ausrichten.
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Re: Dexter Minirinder

Post#13by Alex » Monday 18. June 2012, 00:03

Hallo,

mir gefällt die künstliche Besamung auch nicht wirklich, aber die Zeiten, in denen ich mit meiner Sau oder Kuh ins nächste Dorf spazieren konnte um es decken zu lassen, sind halt vorbei, wäre mir auch am liebsten, ich hab unendlich telefoniert um nen Halter eines Schwäbisch Hällichen Ebers in ereichbarer Nähe ausfindig zu machen, leider nix gefunden.

Und das Problem bei seltenen Rassen mit der Besamung seh ich nicht dass das niemand kann, sondern , das man keinen Samen herbekommt, da hätte ich jetzt Bedenken.

Mein Hof ist relativ klein und vordergründig zur Selbstversorgung und etwas Überschuss wird verkauft, wodurch ich eigentlich nicht mehr als drei Sauen und höchstens ein allerhöchstens zwei so kleine Kühe halten könnte, bzw. möchte,( sonst würde ich zuviel Überschuss produzieren, den ich dann am Ende nicht verkauft bekomme) in beiden Fällen ist dann die Vatertierhaltung nicht wirklich rentabel. Gerade bei Schweinen und Rindern brauchen die Väter doch viel Platz und Futter. Und wie oben schon erwähnt muss auch das Handling gelernt sein, weil ein Bulle ist doch was anderes wie ne Kuh. Bei uns werden die Tiere von mir und den Kindern fast immer allein versorgt, und da hätt ich mit einem Bullen echt Bedenken.
Einzeln soll man aber ein Rind genauso wenig halten wie ne Ziege, oder sind die da nicht so empfindlich?

Und wenn man die Dexter ihre Kälbchen selbst aufziehen lässt, kann man die dann auch noch melken?

Ich muss gestehen, von Rindern hab ich nicht viel Ahnung.

Grüße Alex
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Re: Dexter Minirinder

Post#14by Jaegertom » Monday 18. June 2012, 10:05

Hallo Alex,
welche Ecke von Franken kommst du?
In der Region Schwäbisch Hall ist der Zuchtring der Hällischen Schweine ansäßig, dürfte nicht so weit weg sein.
Da war am 10.6- sogar Ausstellung und Körung der Tiere im Museeumsdorf Wackersofen.
Auch Besamung mit Hällischen ist eigentlich kein Problem da du das hier bekommst.
Eine Kuh einzeln halten ist natürlich nicht so gut, aber der Ursprung der Dexter war die Einzelhaltung der Kleinstbauern
mit vielleicht einer Ziege und ein paar Schafen zur Selbstversorgung. Als Beisteller eine Ziege oder ein Pony müsste schon gehen.
Vor allem wenn man sich selbst viel um das Tier kümmert.
Dexter Samen bekommst du schon, und auch Bullen werden immer zum Decken angeboten, alles kein Problem.
Ich weiß wie schwierig die Überlegungen sind, hatten wir bis vor 2 Jahren auch zu kämpfen.
Aber nun sind wir zufrieden, vor allem weil die Rinder einfach und robust sind.
Das Kälbchen mussten wir unserer Kuh wegnehmen da sie sehr wild wurde und niemand an sie heranließ.
Hat auch damit zu tun dass die Dexter hier seit Generationen nur als Mutterkühe und nicht als Milchvieh gehalten werden. Genau dies sind wir dabei zu ändern um zu zeigen dass sie auch mit ihrer Leistung eine Familie versorgen können. Aber es wird noch ein bis zwei Generationen dauern bis die Rhe wieder im Blut ist.
Alleine können wir es nicht bewerkstelligen, da sollten noch mehr mitmachen.
Dexter Bullen allerdings wurden nur auf Gutmütigkeit gezüchtet. Die sind vielleicht keine Streicheltiere aber normalerweise nicht bösartig und greifen seltenst an, hatte noch nie was von einem aggresiven Dexter Bullen gehört. Nur das Problem wird sein, ein Kälbchen zu bekommen das nicht von einer Mutterkuhaufzucht kommt.
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Re: Dexter Minirinder

Post#15by Alex » Monday 18. June 2012, 12:31

Hallo,

Ich komme aus dem Aischgrund.

Samen bekommst du schon, bekomme auch welchen vom Schwäbisch Hällischem Schwein, allerdings kostet mich der reinrassige Samen vom SH über 100Euro und der vom Pi 23,- und das Problem, den vom SH muss man vorher bestellen, dh. du musst schon Tage vorher wissen wann deine Sau soweit ist, da war ich als Anfänger dann doch etwas überfordert. Vorallem bleibt sie dann nicht, ist richtig viel Geld hin. Und ich muss ganz ehrlich sagen, mit ner Sau über hundert Kilometer einfach zum Eber das ist mir zu weit.

Eine Kuh würde mich nur interessieren, wenn man sie auch melken kann. Ich ess zwar auch gerne mal Rind, wäre für mich aber kein Grund deshalb ne Kuh zu halten.


Ihr melkt eure jetzt und gebt die Milch dem Kalb? Haltet ihr die ganzjährig draussen oder auch im Stall?

Grüße Alex
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Re: Dexter Minirinder

Post#16by Jaegertom » Monday 18. June 2012, 12:49

Ja, so iste es. Sie wird gemolken und unser Teil wird abgezwackt, den Rest bekommen unsere Kälber.
Wir ziehen derzeit einen HinterwälderJungochsen und zwei Bullenkälber nach zum Züchten und Schlachten.
Die kleine Dexter bleibt bei uns, aber wenn du eine kleine Hinterwälder Kuh willst, kann ich dir eine besorgen. Die sind auch nicht vielgrößer und kommen auch aus einem Milchbetrieb, d.h. die Mutterkühe sind relativ friedlich.
Milchleistung ist sehr gut für das was sie futtert.
Sie sind ebenfalls sehr leichtfuttrig, können das ganze Jahr draußen bleiben mit kleinem Unterstand imWinter.
Lediglich wenn das Euter im Winter voll wird, würde ich sie hereinholen umErfrierungen zu vermeiden.
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Re: Dexter Minirinder

Post#17by härtsfelder » Monday 18. June 2012, 21:52

Hallo Thomas,
hab auch schon mit einem Dexterrind geliebäugelt. War toll in Wackershofen mal eines, wenn auch nur ein Kälbchen, in natura zu sehen. Meine zwei Kleinen die dabei waren bearbeiten mich schon länger eine Dexterkuh herzutun. Nachdem die Mama das Kälbchen gesehen hat ist sie auch nicht abgeneigt. Wird dann eine Sache für nächstes oder übernächstes Jahr. Muß noch irgendwie die Streuobstwiese nebenan dazu bekommen damit es mit dem Futter kein Problem ist.
Ansonsten ist das Dexterrind ja die ideale Kuh für eine kleine Wirtschaft.
Nebenbei, Deine Kune Kune waren auch ganz knuffig. Auch sonst war Wackershofen den Ausflug wert.
Gruß Matthias
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Re: Dexter Minirinder

Post#18by Jaegertom » Monday 18. June 2012, 22:08

Danke Matthias,
freut mich wenn es dir gefallen hat.
Unsere Kuh wird demnächst wieder gedeckt, soll ich dir schon mal das Kälbchen reservieren?
Könnte halt auch ein Bullenkalb werden, weiß man nicht. Wäre aber froh wenn ich für ein nächstes Kuhkälbchen herzliche Abnehmer habe und es in eine Selbstversorgerfamilie kommt.
Wir geben uns viel Mühe mit unseren Viechern und es wird dann bestimmt ganz zahm.

Liebe Güße an dich und Family
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Re: Dexter Minirinder

Post#19by Alex » Tuesday 19. June 2012, 00:02

Hallo,

hmm , da muss ich mal drüber nachdenken, sowas bricht man nicht übers Knie;-) Ich würde mir vorher das sowiso erst mal bei dir angucken, wie diese kleinen Kühe so in natura aussehen und wie du die hälst.Ich hab mmir vor Anschaffung der SH auch erst mal nen Hof angeschaut, der das so macht wie ich das auch wollte, (der ist halt ein bißl größer) und hab mir erstmal alles vor Ort erklären lassen, dem armen Mann frag ich am Telefon in regelmäßigen Abständen immer noch ein Loch in den Bauch, wenn ich mal wieder unsicher bin oder vor nem Problem stehe.

Ausserdem, sind die ja auch nicht ganz billig, ich hab jetzt das Geld nicht so auf der Bank rumliegen:-) Was kostet denn so ein Hinterwälder Kuhkalb, weil wenn würde ich mit nem Kalb anfangen, und nicht gleich mit einer ausgewachsenen Kuh, da lernt man das Handling einfach am besten und es entsteht Vertrauen auf beiden Seiten und man lernt das Tier einfach von klein auf besser kennen und wächst mit dem Tier in die Sache rein. Die Zeit hab ich mir bei neuen Tierarten immer genommen.

Wie ist das bei diesen Kühen mit der Melk- bzw. Fütterungszeit, weil bei meinen Tieren bin ich da relativ flexibel , ich bin zwar eh dauernd draussen, und es wird zweimal am Tag gemolken und gefüttert, aber es gibt keine festen Zeiten, weil neben meinen vier Kindern und den ganzen Tieren geh ich auch noch ein paar Stunden arbeiten. Von anderen Rinderhaltern weiß ich, dass die Kühe dann Stress machen, wenn man nicht pünktlich erscheint. Meine, egal ob Ziege Schaf oder Schwein, die warten und ruhen bis ich komm, da gibts kein Gebrüll am frühen Morgen oder sowas. Im Gegenteil, wenn ich mal wegen Termine sehr früh dran bin, dann schlafen sie noch alle und glotzen ganz blöd, was ich heut schon hier will.

Grüße Alex
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Re: Dexter Minirinder

Post#20by Jaegertom » Friday 22. June 2012, 22:12

Sehr gutes Vorhaben sich Zeit zu nehmen. Dann klappts auch gut.
Kosten wird ein Hinterwälderkalb ab so 200-250 €, je nach Gewicht.
Fleckvieh ist die Hälfte billiger, ist aber eben kein Hinterwälder.
Wichtig ist, dass die Kälber aus Milchbetrieben sind da die Kühe oftmals viel zahmer sind als die aus der Mutterkuhherde.
Wir füttern unsere Kuh mehrmals am Tag weil wir noch unseren Unterstand baulich verbessern müssen und eine größere Futtermenge sonst schnell
verdirbt. Aber nicht nach der Uhr, ganz verschieden und den Viechern machts nichts aus, sie sind viel ruhiger als mit festen Zeiten.
Wenn sie hUnger oder Durst hat, brüllt sie natürlich.
Bei kleinen Kühen eher 3 bis viermal füttern, da sie keine so großen Mengen verschlingen können und daher etwas schneller hungrig sind.
Aber sonst sehr einfach zu pflegen und zu handhaben.

Gruß

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Re: Dexter Minirinder

Post#21by Junhlandwirtin » Thursday 28. June 2012, 09:42

Ich hab eigentlich nur 2 Fragen an dich :)

Hast du mit den Dexter eine Mutterkuhhaltung? Und läuft der Bulle ganzjährig mit? oder wann deckst du ein?

Okay waren drei :)

Danke
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Re: Dexter Minirinder

Post#22by Jaegertom » Friday 29. June 2012, 01:46

Hallo!
Nein, keine Mutterkuhhaltung, da sie mir so zu wild war.
Sie wird gemolken und das Kleine mit der Flasche aufgezogen.
Bulle lief vorher frei mit, wurde nach dem Decken geschlachtet.
Nun werden wir wohl einen Bullen ausleihen oder besamen lassen, wir hätten zwar einen Jungbullen, aber Rätisches Grauvieh.
Wenn wir so nichts erreichen wird er zum Zuge kommen.
Dexter waren urspünglich ja Milchkühe der Kleinstlandwirte.
Mutterkuhhaltung ist nur als Fleischgewinn zu sehen.
Wir haben so aber beides.
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Re: Dexter Minirinder

Post#23by derecki » Friday 15. February 2013, 21:54

härtsfelder wrote:Hallo Thomas,
hab auch schon mit einem Dexterrind geliebäugelt. War toll in Wackershofen mal eines, wenn auch nur ein Kälbchen, in natura zu sehen. Meine zwei Kleinen die dabei waren bearbeiten mich schon länger eine Dexterkuh herzutun. Nachdem die Mama das Kälbchen gesehen hat ist sie auch nicht abgeneigt. Wird dann eine Sache für nächstes oder übernächstes Jahr. Muß noch irgendwie die Streuobstwiese nebenan dazu bekommen damit es mit dem Futter kein Problem ist.
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Re: Dexter Minirinder

Post#24by lucky9 » Friday 15. February 2013, 23:10

Hi

sind die vom aussterben bedroht?
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Re: Dexter Minirinder

Post#25by derecki » Friday 15. February 2013, 23:59

HERKUNFT UND GESCHICHTE

Dexter kamen erstmalig im Jahre 1882 nach England und wurden einer breiteren Öffentlichkeit auf der königlichen Landwirtschaftsausstellung von Norwich im Jahre 1886 vorgestellt. Es ist die kleinste europäische Rinderrasse. 1892 wurde die "Kerry and Dexter Cattle Society of England" gegründet (später wurde das "Kerry" fallengelassen; seitdem heißt der Rasseverband "The Dexter Cattle Society").


In Deutschland wurden die ersten Dexter 1970 von einem im holsteinischen Dithmarschen praktizierenden Tierarzt von England aus eingeführt. Es handelte sich um zwei Bullen und drei Kühe. Die Eltern dieser fünf Dexter stammten aus der englischen "Parndon"-Zucht. Diese Herde hatte zwischen 1949 und 1969 einen großen Einfluß auf die Dexter Zucht weltweit, existiert heute aber nicht mehr. Eine Reinzucht wurde von dem Erwerber der fünf Tiere nicht betrieben. Die Nachzucht wurde an Landwirte aus der Region verkauft.

Gregor Fedorov (Taunus Herde) erwarb 1974 zwei Kühe und einen Bullen (eine dieser Kühe wurde fast 30 Jahre alt und kalbte letztmalig im Alter von 25 Jahren). Die in Dithmarschen verbleibenden zwei Dexter kamen durch Unglücksfälle ums Leben.

Auf Empfehlung von Dr. U. Rehmer sammelte H. Ehlers auf Hof Weide (nahe Neumünster) die vornehmlich in Dithmarschen versprengten Nachkommen und schaffte mit Ausdauer und durch Zukäufe von Dextern aus England und Dänemark eine züchterische Grundlage. Auf Hof Weide (biologisch-dynamische Landwirtschaft) steht heute die größte Dexter Herde Deutschlands.

Dexter heute

Züchterischer Fortschritt, Intensiv-Haltung und -Fütterung von Milchkühen und Fleischrindern schufen in den letzten Jahrzehnten moderne Leistungsrinder. Diesem Trend zur Größe und Masse fielen die kleinen Dexter fast zum Opfer; sie wurden verdrängt und waren um 1965 vom Aussterben bedroht. Bedrohte Rassen wurden und werden von der EU finanziell unterstützt; so überlebten die kleinsten Rinder Europas, insbesondere aufgrund der guten züchterischen Arbeit einiger sehr engagierter englischer Züchter. Heute sind die Dexter nicht mehr in ihrer Existenz bedroht; sie sind aber immer noch eine kleine Minderheit.

Dexter waren das Hausrind der Kleinbauernfamilie mit wenig, häufig minderwertigem Grundbesitz. Das genügsame Tier sorgte für Milch, Butter, Käse, Fleisch und natürlich den Dung für den Kartoffel-, Getreide- und Gemüseacker. Bis zum heutigen Tage sind Dexter in kleineren Zahlen oft im Besitz von landwirtschaftlich interessierten Hobbyhaltern. Der Milch- und Fleischverkauf aus garantiert kontrollierter Bio-Eigenproduktion an den Freundes- oder Bekanntenkreis ermöglicht einen Zuverdienst. Dexter erreichen im absoluten Maßstab nicht die Leistungen anderer Rinderrassen; sie füllen aber eine Marktlücke und behaupten sich in der Nische.

Bei Dextern wurde weltweit bisher kein einziger BSE-Fall registriert, was vorwiegend auf die einfache und natürliche Haltung und Fütterung zurückzuführen ist.

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wünsche euch allen einen gutes nächtle :smileyvieh:

p.s. so wünsch ick mir das : *** The link is only visible for members, go to login. ***
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