Hundezucht

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Hundezucht

Post#1by Gothic » Friday 13. May 2011, 11:12

Wer züchtet denn hier im Forum Hunde und wenn ja welche Rasse? Habt ihr dabei auch eher alte und vom Aussterben bedrohte Rassen, oder ist das Euch weniger wichtig und ihr habt eher den Arbeitsnutzen (Hüte- Treib- etc. Hunde) im Blick?

Bin einfach mal neugierig was es so hier an Hunden unter Euch gibt und was für Kriterien ihr so an Eure Zucht stellt. (ich gehe mal davon aus der reine Showhund ist hier wohl nicht so vertreten).

Wäre also an einem allgemeinen Erfahrungsaustausch in Punkto Hundezucht interessiert.
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Post#2by -Sabine- » Friday 13. May 2011, 17:47

Hallo Gothic,

ich züchte bewusst nicht, weil die einzige Rasse, die mich dazu "hinreißen" könnten, Hirtenhunde sind und die sind bei uns letzendlich ein Atavismus.
Viele Grüße, Sabine
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Post#3by Uwe » Friday 13. May 2011, 21:13

-Sabine- wrote:Hallo Gothic,

ich züchte bewusst nicht, weil die einzige Rasse, die mich dazu "hinreißen" könnten, Hirtenhunde sind und die sind bei uns letzendlich ein Atavismus.


Was ist das denn, ein"Atavismus"? Gibt hier auch "Nichtakademiker"! Image

Wikipedia für jedes Fremdwort zu befragen ist lästig!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Post#4by Christina » Saturday 14. May 2011, 08:14

Ähhmm... räusper.... Sabine, ist bei der Denke nicht dies ganze Forum überflüssig?

@ Uwe: Hier gehts doch eigentlich noch. Im Forum bezüglich der Pferde musste ich neulich aus einem Beitrag vier Wörter googeln. Da hab ich mich dann auch mal kräftig aufgeregt. Die Tante dachte, wir würden uns verdummt fühlen, wenn sie deutsch schreiben würde. Image
Sie wollte uns mit all den Fremdwörtern zeigen, dass sie uns wichtig nimmt.... Boahhh....
Ich bin übrigens mit 16 von der Realschule auf dem Land aufs Allgemeinbildende Gymnasium in der Stadt gekommen... Und damals gabs noch kein google! Meine Güte, ich dachte, die drehen da alle durch! Image
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Post#5by -Sabine- » Sunday 15. May 2011, 08:47

Uwe wrote:
-Sabine- wrote:Hallo Gothic,

ich züchte bewusst nicht, weil die einzige Rasse, die mich dazu "hinreißen" könnten, Hirtenhunde sind und die sind bei uns letzendlich ein Atavismus.


Was ist das denn, ein"Atavismus"? Gibt hier auch "Nichtakademiker"! Image

Wikipedia für jedes Fremdwort zu befragen ist lästig!


Morgen Uwe,

sorry, ich habe gar nicht drüber nachgedacht. Für mich ist das Wort ganz selbstverständlich - so, wie für meinen Computermenschen oder meine Autowerkstatt ihre Sprache. Da muss ich auch immer fragen, was sie meinen. Sprache ist einfach sehr abhängig davon, wo/wie man lebt und arbeitet. Böse Absicht derer, die ich grade nicht verstehe, vermute ich dahinter allerdings nicht. Ich frag einfach, wenn ich was nicht verstehe :D

Woher soll man - gerade in einem Forum - wissen, wer alles mitliest und wie man schreiben muss, um von ALLEN verstanden zu werden? Dann doch ggf. nachfragen, scheint mir einfacher - und in der Gesamtheit lesbarer - zu sein. Erklärungen von Fachbegriffen sind meist länger als die Fachbegriffe.

Zum Atavismus: Das ist was "übrig gebliebenes", das nicht mehr in die Zeit passt.

Und zur Bildung: Man hat sie oder eben nicht, weder das eine, noch das andere ist Grund, sich zu schämen. Jeder wählt sich den Beruf, der ihm liegt und ich denke, das darf er auch :wink:

@Christina

Ähhmm... räusper.... Sabine, ist bei der Denke nicht dies ganze Forum überflüssig?


Nein, ich denke nicht. Bei Nutztieren ist die Situation etwas anders. Die kauft sich niemand nur mal eben, weil sie so knuffig aussehen und stellt sich dann das Rind in den Hausgarten. Bei Hunden ist die Situation aber anders. Die werden als Welpen oft sehr schnell und unüberlegt gekauft - => Kindchenschema" - und geraten dann schnell in Not.

Die Hirtenhunde sind seit Jahrhunderten gezielt auf Wachdienste an der Herde gezüchtet, sie brauchen eine fundierte Sozialisation, um in unserer engen Welt überhaupt leben zu können, sie bellen in der Dämmerung sehr laut bei allem, was ihnen suspekt ist und sie sind sehr groß, haben viel Fell (sind ja allwetterfest) und erfordern eine Menge Sachkenntnis. Dass das selten gegeben ist, sieht man an dien vielen HSH in Not. Die Leute schätzen es nicht, wenn der Nachbar keinen Besuch haben kann, weil der Hund den Fremden jedesmal laut verbellt und sie mögen es auch nicht, dass sie Gäste aufs Klo begleiten müssen, weil der hUnd die sonst stellt. Natürlich kann man das abstellen bzw. dafür sorgen, dass das erst gar nicht passiert: Aber bedeutet Aufwand und Engagement, und die erlöschen schnell, wenn sich der niedliche Teddybär zum 50kg Riesen ausgewachsen hat und alle Welt die Straßenseite wechselt, wenn man kommt.

Jetzt bekommt so ein Hund 10 bis 12 Welpen. Wo/wie soll ich als verantwortungsvoller Züchter diese gut unterbringen? Ihre angestammten Nutzungsbereiche gibt es nicht mehr, also müssen sie Familienhunde werden, sollen sie nicht auf Schrottplätzen zu billigen Alarmanlagen verkommen. Und genau dafür sind sie wenig geeignet.
Viele Grüße, Sabine
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Post#6by klosterbauer » Sunday 15. May 2011, 15:22

Ahoi Sabine

ich denke, weil sich die Zeiten ändern, können auch alte Werte wieder gefragt werden. Kommt der Wolf, kommt auch der Herdenschutzhund - also der Hirtenhund. Ich kann es mir gut vorstellen. Insofern ist Fortschritt immer auch das Risiko, wichtige alte Werte zu verlieren....

Insofern hoffe ich auf die Zukunft dieser Hunde

Es grüßt Peter und hofft weiter auf Regen
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Post#7by -Sabine- » Sunday 15. May 2011, 20:18

Ja, auf Regen hoffen wir auch :) Immer noch, weil das, was runter kam, noch nicht reicht.

Zu den Hunden: Ein HSH "braucht" etwa 100/150 Schafe/Ziegen, um einigermaßen ausgelastet zu sein. Und: Wir haben immer noch kaum Wölfe - in der Relation - auch in der Lausitz nicht oder im Bayerischen Wald. Zudem ist der Wolf sehr scheu und unsere Wälder "futterreich". Der MUSS nicht an die Schafe, wenn der Besitzer ein wenig aufpasst.

In der Lausitz sind die Vorschriften jetzt so, dass der Hund samt Schafen sicher eingefriedet sei muss (=> massiver Holzzaun, damit der Hund nicht "strawanzen" geht und die Hühner im Dorf mordet oder Omas erschreckt), rundum Warnschilder aufgestellt werden müssen für unbedarfte Wanderer und außerdem Schafe und Hund(e) regelmäßig, am besten durchgegehend, beaufsichtigt werden sollen.

Soll ich Dir was sagen: Wenn ich meine Schafe so einfriede, kommt auch ohne HSH kein Wolf :wink:

Nach Auskunft der jeweilig zuständigen Verbände war übrigens bisher IMMER der Schäfer durch "Fahrlässigkeit" daran schuld, wenn er Tiere verlor. Und: Die meisten Wolfsopfer sind Hundeopfer ....

PS: Ich liebe diese Hunde auch. Ich habe eine Hündin aus Russland, zwei Rüden aus Spanien und der Türkei. Die Tiere sind ein Traum. Sie sind mittlerweile auch öffentlich bestellt und vereidigt ge(be-)gutachtet. Dennoch sind meine Nachbarn sicher anderer Meinung, wenn Du sie fragst ..... Und ich wohne SEHR ländlich.
Viele Grüße, Sabine
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Post#8by Uwe » Sunday 15. May 2011, 20:57

... ich hatte einmal vor einigen Jahren einen Owtscharka (Kaukasischer Schäferhund), ein Traum von Tier! Image- leider verstorben.
Allerdings: Nichts für (unsere) Familie und Stadtrandlage!
Jetzt, hier auf unserem Hof, bräuchte sich keiner mehr Gedanken zu machen um den Hof und die Tiere, der Bär würde schon aufpassen!
Da traut sich kein Fremder ran! Image Und wenn doch, käme keiner vom Grundstück ... Image

DAS war ein richtiger Hund!
Gruß aus der Wesermarsch ...
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Post#9by Gothic » Tuesday 17. May 2011, 11:14

So, ich komme heute erst kurz zum schreiben - da wir aktuell mit den Hunden zu tun haben.
Das Thema Herdenschutzhunde finde ich sehr interessant, dass Du das angesprochen hast Sabine. (da die HSH nicht so ganz meine Welt sind und ich nicht viele Erfahrungen dort habe)

Unsere Hunde sind ja aber auch nicht so die Allerweltskandidaten, die man gerne jedem in die Hand drücken möchte. Daher können wir von uns auch nicht behaupten wir sind professionelle "Züchter". Wir haben einen lange geplanten Wurf gemacht und alle Welpen behalten, bis auf zwei welche in sehr ausgesuchte Hände gekommen sind.

Der Rest bleibt hier als Sporthunde, da man ja auch erstmal schauen muss wie sie sich entwickeln. Noch sind sie ja mit ihren 13 Monaten erst in der Entwicklung stehende Teenager. Auch sind sie durchaus nicht einheitlich in der Entwicklung, bzw. mit 2 der Hündinnen aus dem Wurf ist es gerade etwas problematisch.
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Post#10by bienenhof » Wednesday 18. May 2011, 09:54

Wir haben eine Schafpudelhündin und gerade den ersten Wurf. Grundsätzlich hatten wir das schon immer vor, dazu hatten wir mit Clara die Zuchttauglichkeitsprüfung der AAH (Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde) gemacht. Den Rüden für unseren Wurf haben wir aber nicht aus einer direkten Arbeitslinie, sondern einen "Familienhund", aber mit Papieren (allerdings nicht der AAH sondern eines anderen Arbeitskreises).
Grund dafür ist, dass es fast ausgeschlossen ist, dass ein Schäfer unsere Pudel uns als Arbeitshunde abnimmt. Wir haben uns also bewusst dafür entschieden, zwei Elterntiere zusammenzubringen, von denen wir sicher sind, dass sie familientauglich sind.
Aber es wäre natürlich schön, wenn einige der neuen Welpenbesitzer ihre Hunde dann später auch der AAH vorstellen, sodass überprüft werden kann, ob diese die grundlegenden Hüteeigenschaften mitbringen.

Es ist also auch bei den Schafpudeln das Problem, dass man diesen Hütehundschlag nur erhalten kann, wenn Hunde auch von privat gehalten werden. Wichtig ist aber trotzdem, dass die Hunde ihre Hüteanlagen nicht verlieren. Und dass nicht begonnen wird, nur auf Äußerlichkeiten zu achten (z.b. die Fellfarbe).

Vorteil bei den Schafpudeln ist grundsätzlich, dass sie sehr menschenfreundlich sind und dass sie mit ausreichender und richtiger Beschäftigung auch ohne Schafe auskommen können. Wenn es dann aber Schafe sein sollen und man einen arbeitsfreudigen Pudel hat, darf die Herde nicht zu klein sein (eher mehrere hundert als mehrere Dutzend Tiere) - und diese Voraussetzungen werden eben nur die wenigsten bieten können ...
hier gibt es also einen ähnlichen Konflikt, wie bei den Herdenschutzhunden - nur lässt sich m.E. damit ganz gut umgehen.

Ach ja, wer gerade bemerkt, dass auf seinem Hof noch ein aufgeweckter und schöner Hund fehlt, wir haben noch Welpen abzugeben ;-)

Imagele Grüße vom Bienenhof

Peter
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