Der Horror des Billigfleischs

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Der Horror des Billigfleischs

Post#1by Herwig » Saturday 16. October 2010, 17:36

Viel und günstig "dank" Massentierhaltung

Rund 60 Kilogramm Fleisch isst der Durchschnittsdeutsche pro Jahr. Durch Massentierhaltung sind Wurst und Fleisch so billig wie noch nie und kommen bei vielen täglich auf den Tisch. Wenn's ums Geld geht, ist das Leiden der Tiere schnell vergessen.


[url=Die Tierliebe der Deutschen endet häufig beim Preis für das Schnitzel auf dem Teller. Billig und groß soll es sein. Dass das nur mit unwürdiger Massentierhaltung und brutalen Mast- und Transport-Methoden möglich ist, wird dabei gerne ausgeblendet.[/url]

Hier zu einigen interessanten Berichten auf 3sat:

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Post#2by Alex » Sunday 17. October 2010, 00:25

Hallo,

Hab letztens einen Bericht über das pro und contra Öko bzw. konventioneller Landwirtschaft gesehen, da hat ein Tierarzt behauptet, dass Schweine von Spaltenböden viel gesünder seien als Freilandschweine, weil die Spaltenhaltung viel hygienischer ist. Freilandschweine hätten durch den Kontakt mit ihren Hinterlassenschaften eine viel höheren Parasitendruck, und ein Lebensmittelfachmann meinte das konventionelle Schweine einne gesündere Leber hätten als ihre Vettern aus dem Freiland. Wenn sich die gemeine Bevölkerung sowas anschaut, braucht man sich nicht wundern, wenn sie ihr Billigschnitzel weiterkauen.

Ich muss auch zugeben, ich hab dieses Jahr mal versucht, neben meinen selbstgezüchten Hühnern einen Schwung Masthähnchen aufzuziehen, ich werde es nie wieder tun. Hab mir echt Mühe bei der Futterzusammenstellung gegeben, aber halt kein Sojafertigfutter gekauft, sind auch nicht schneller gewachsen als meine, wie die das in 6 Wochen schaffen, kann ich nicht begreifen, und ca. 25% hat deformierte Gliedmaßen. Die sind auch voll die Fressmaschinen, da wo meine herumlaufen mal da was picken, mal da rumspazieren, da sind die nur am Gieren, wo ich mich grad mit dem Futtereimer befinde, sie laufen auch nicht im Freilauf herum, wie meine sondern sitzen an der Tür und warten das sie vollgestopft werden. Nur auf Fressen und schnell groß werden gezüchtet. Da begnüge ich mich zukünftig wirklich wieder mit meinen "langsam" wachsenden Mistkratzern.

Grüße Alex
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Post#3by Frankenvieh » Sunday 17. October 2010, 07:18

Alex wrote:Hallo,

Hab letztens einen Bericht über das pro und contra Öko bzw. konventioneller Landwirtschaft gesehen, da hat ein Tierarzt behauptet, dass Schweine von Spaltenböden viel gesünder seien als Freilandschweine, weil die Spaltenhaltung viel hygienischer ist. Freilandschweine hätten durch den Kontakt mit ihren Hinterlassenschaften eine viel höheren Parasitendruck, und ein Lebensmittelfachmann meinte das konventionelle Schweine einne gesündere Leber hätten als ihre Vettern aus dem Freiland. Wenn sich die gemeine Bevölkerung sowas anschaut, braucht man sich nicht wundern, wenn sie ihr Billigschnitzel weiterkauen.
Jaaaa das hat mein Ex-Chef auch immer behauptet und die haben auch immer die Eier aus der Käfighaltung gekauft, weil hygienischerImage. Meines Erachtens wäre die Menschheit wohl schon ausgestorben....
Die Schweine brauchen mit einem hohen Gesundheitsstatus soviel Medis um diesen zu halten! Seine Frau hatte jetzt einen Unfall, da haben die Ärzte festgestellt das in der Lunge sich verschiedene Medis angereichert haben. Da kann die froh sein das sich nix entzündet hat, ihr hätte nur noch eine Amputation geholfen! Wie gesund....Image

Ich muss auch zugeben, ich hab dieses Jahr mal versucht, neben meinen selbstgezüchten Hühnern einen Schwung Masthähnchen aufzuziehen, ich werde es nie wieder tun. Hab mir echt Mühe bei der Futterzusammenstellung gegeben, aber halt kein Sojafertigfutter gekauft, sind auch nicht schneller gewachsen als meine, wie die das in 6 Wochen schaffen, kann ich nicht begreifen, und ca. 25% hat deformierte Gliedmaßen. Die sind auch voll die Fressmaschinen, da wo meine herumlaufen mal da was picken, mal da rumspazieren, da sind die nur am Gieren, wo ich mich grad mit dem Futtereimer befinde, sie laufen auch nicht im Freilauf herum, wie meine sondern sitzen an der Tür und warten das sie vollgestopft werden. Nur auf Fressen und schnell groß werden gezüchtet. Da begnüge ich mich zukünftig wirklich wieder mit meinen "langsam" wachsenden Mistkratzern.

Grüße Alex
Tja, da hast du die völlig falsch gehalten! Kleiner Stall, wo ständig voller Napf und Wasser in reichweite ist! Ist eigentlich auch eine Form Tierquälerei, Hochleistungsrassen wie alte Rassen zu halten, des geht immer in die Hose! denen ihr Futter wird auch haargenau ausgerechnet, normalerweise wird auch auf deformierte Glieder geachtet. Hier machen das auch manche, die Hähnchen wachsen nur schnell, mehr nicht. Soviel würzen kann man gar nicht das man da Geschmack ranbringt! Da warte ich lieber 9 -12 Monate, bis die Kräher groß sind. da brauche ich nur Salz, sonst nix leeeecker! Ich weiß gar nicht ob man das überhaupt als Hahn oder Henne bezeichnen kann, Gummiadler trifft es wohl auf den Punkt.
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Post#4by Herwig » Sunday 17. October 2010, 10:34

Ich kriege immer eine Krise wenn ich solche Argumente höre...
Spaltenboden ist bequem für den Mäster, thats all!!

Die Tiere liegen in ihrer Sch... , weil nicht alles durch die Spalten läuft, durch den Beton haben sie gerne Klauenkrankheiten und Deformationen. Weil es langweilig ist nagen sie Schwänze und Ohren an, damit sich das nicht entzündet gibt es Medikamente etc etc etc.
Das soll mir mal einer konkret vorrechnen, wie in einer Massentierhaltung der Infektionsdruck geringer sein soll wie in der Freilandhaltung.

Dieses Gefasel von gesündern Tieren bezieht sich ausschließlich auf den Gesundheitsstatus und hat nix mit der Qualität des Fleisches oder den darin enthaltenden Rückständen zu tun. Aber, genau darum geht es...

Dafür war der oben erwähnte Bericht genau richtig, vielleicht hat er ja wieder mal ein paar Augen geöffnet. Täglich werden es mehr, die MASSENTIERHALTUNG ablehnen, nicht zuletzt deswegen, weil plötzlich neben ihrem Wohngebiet ein Maststall entsehen soll...
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Post#5by Uwe » Sunday 17. October 2010, 12:38

Herwig wrote:Das soll mir mal einer konkret vorrechnen, wie in einer Massentierhaltung der Infektionsdruck geringer sein soll wie in der Freilandhaltung.

Dieses Gefasel von gesünderen Tieren bezieht sich ausschließlich auf den Gesundheitsstatus und hat nix mit der Qualität des Fleisches oder den darin enthaltenden Rückständen zu tun. Aber, genau darum geht es...

...Täglich werden es mehr, die MASSENTIERHALTUNG ablehnen, nicht zuletzt deswegen, weil plötzlich neben ihrem Wohngebiet ein Maststall entstehen soll...
Image

Jeder "Stadtmensch" (aber nicht nur die), der seine Lebensmittel im Supermarkt nach dem Preis kauft, sollte mindestens einmal in einer "Mastanlage" - egal ob Schweine-, Rinder-, Geflügelanlage - einige Zeit verbracht haben! "Eierfabriken" eingeschlossen!
Keine Frischluft, stickig warm und ein Gestank, der das Atmen schwer macht! Diese Bedingungen sollen für die Tiere gesund sein? Um die Tiere am Leben zu halten geht es nicht ohne Chemie - und davon haben dann die Verbraucher auch gleich gut! Image

Dann lieber ein gesundes Tier im Freiland bei Sonne, Matsch und Schnee ...

Ein Schwein in der Suhle sieht sicher besser aus als ein Tier im Stall auf Spaltenböden!
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
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Post#6by Alex » Sunday 17. October 2010, 22:28

Hallo,

das mit den Masthähnchen war mal ein Versuch, hab sie auch extra gehalten und ausserdem brauchen die bei mir genau so lang wie meine anderen.

Die meisten Menschen mit denen ich mich unterhalte sind gegen Massentierhaltung, aber wer will bzw. kann sich ausschließlich von Ökolebensmittel ernähren. Wir tun uns da leichter, ich produziere mein Fleisch komplett selbst sowie Milch und Käse und hab noch einen Teil des Gemüses im Garten, der Rest kommt aus der Ökokiste per Lieferservice. Brot back ich auch selber. Müsste ich jetzt aber für unseren sechs Personenhaushalt, weil ich z.B. in der Stadt wohne, alles im Ökoladen kaufen, hätte ich schon ein bißchen Schwierigkeiten das zu bezahlen. Bei meinen Biobauern der mich beliefert kostet das Hähnchen pro Kilo mal schlappe 10,95Euro, das ist aus Sicht der Aufzucht sicher gerechtfertigt. Aber für Normalverbraucher die dann die Hähnchen für 1,99(hab ich übrigens noch nie eins gegessen) im Kühlregal sehen, die greifen in der Regel danach.

Sich außerhalb der konventionellen Landwirtschaft mit gesunden Fleisch und Gemüse zu ernähren, ist aufwendiger und teurer. In einer Gesllschaft in der es mittlerweilen schon fertig in Würfel geschnittenen Speck, bzw fertig angerührten Pfannenkuchenteig gibt, ist es kein Wunder das nach wie vor das Billigfleisch genug Absatz hat. Da die Leute ja gar keine Lust mehr haben sich mit Kochen auseinanderzusetzten. Das in dem Fertigpfannkuchenteig Käfigeier drinn sind, darüber denkt doch keiner nach. In meinem Supermarkt, bekommt man Eierfreie Nudeln nur in der seehr kleinen Bioecke.

Ich bin mittlerweilen darauf zurückgekommen, die Dinge die ich kaufen muss, in ihrer Ursprünglichen Form zu kaufen(auch im Ökoladen). Bei mir gibts nicht mal mehr ne gerkörnte Gemüsebrühe. Weil dem verarbeitetem Zeugs traue ich nicht. Ich koche allerdings täglich an die zwei Stunden. Das war früher ganz normal, heute hat da kaum mehr einer Lust bzw. Zeit zu.

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Post#7by Frankenvieh » Monday 18. October 2010, 18:19

@ Herwig

Das kann wohl keiner.... Ich hatte mich mal erdreistet zu fragen wo der PCV, glässer, APP, PiA und all die teuren Krankheiten herkommen, wo kaum noch Medis helfen! Diese schweinekrankheiten hast du nicht in deinem BestandImage


@Uwe Die Luft im Maststall ist wesentlich besser zu ertragen als die in den "Betonsärgen" auf Stroh in den alten Bauernhöfen. Im stall selber riechst du kaum etwas! Das Problem sind die winzigen Borsten und Hautschuppen (Feinstaub), die graben sich tief in die Lunge des Schweinemästers einImage Die Schweine selber werden nicht so alt um an Asthma oder so zu erkranken.
Ach ja und nicht alle Rinder stehen auf Betonböden, unsere Aufzucht und Mast steht auf Stroh. Wir haben 500 Kühe, die anfallende Nachzucht kannst du ja ausrechnen... Und die Luft ist auch gut, der Stall ist hoch und an den Seiten offen, Hier in der Gegend kenn ich keinen der Seine Rinder auf Vollspalte hält...

@Alex
Man muss doch nicht jeden Tag 2 Stunden am Herd stehen?! Kartoffeln mit Butter und Salz tun's da auch mal, Eier in Senfsoße, Nudeln mit Tomatensoße.... Es gibt viele Rezepte die schnell und gesund sind! Ich gehe ja Arbeiten, da habe ich gar nicht die Zeit und kein Mensch hier würde 11€ für's kg Hähnchen bezahlen! Hier verdienen die meisten um die 1000€ pro Monat, einfach nicht machbar...
Ach ja, fertigfutter kann man auch selbst machen, z.B. Rouladen beim Schlachten fertig machen und Einwecken, Glas auf- warm machen- Soße verfeinern Fertsch!
Ich habe auch irgentwo ein Rezept für ein Brühpulver, ich such mal....!


Ach und bitte verteufelt doch nicht alle Konvis! Die meisten kleinen Familienbetriebe arbeiten konventionell! Ich habe hier den Eindruck Konvi=voll die bösen! Da hab ich doch unseren KonviStall mit den 500 Kühen lieber als den Biobauern der seine Kühe im Stall immer noch ankettet, mit Genehmigung...

Es ist nicht alles Gold was Bio ist! Sagt Vicky, die ihren Nutztierarchehof auch konvi führt, weil Biofutter einfach zu teuer und schlecht zubekommen ist!
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Post#8by legasp96 » Monday 18. October 2010, 19:54

Alex hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

Hab letztens einen Bericht über das pro und contra Öko bzw. konventioneller Landwirtschaft gesehen, da hat ein Tierarzt behauptet, dass Schweine von Spaltenböden viel gesünder seien als Freilandschweine, weil die Spaltenhaltung viel hygienischer ist. Freilandschweine hätten durch den Kontakt mit ihren Hinterlassenschaften eine viel höheren Parasitendruck, und ein Lebensmittelfachmann meinte das konventionelle Schweine einne gesündere Leber hätten als ihre Vettern aus dem Freiland. Wenn sich die gemeine Bevölkerung sowas anschaut, braucht man sich nicht wundern, wenn sie ihr Billigschnitzel weiterkauen.
Jaaaa das hat mein Ex-Chef auch immer behauptet und die haben auch immer die Eier aus der Käfighaltung gekauft, weil hygienischer


Das höre ich auch immer wieder! Und die Kinder derer haben alle Allergien. Die gehen nicht im Wald spazieren, weil es dort Zecken gibt. Und im Sommer an den See? Ach Du lieber Gott, lieber ins gechlorte Freibad. Aber ehrlich gesagt, ich finde das o.k., denn sonst wären Wald und See noch mehr vermüllt, als sie es jetzt schon sind.
Es muß ja nicht zwangsläufig BIO sein, eine gute und artgerechte Haltung unserer Nutztiere ist meiner Meinung nach sehr viel mehr wert.
Wenn der Verbraucher umdenken könnte, könnte er sich auch gutes Fleisch leisten! Aber Fleisch ist immer noch ein Statussymbol, auf das viele Menschen nicht verzichten wollen. Außerdem ist es ja sooo billig(!) warum sollte man da verzichten?
Alex, ich koche jeden abend und stehe keine 2 Std. in der Küche. Mein Herd kocht das Essen, ohne das ich daneben stehe und es muß doch nicht jeden abend etwas Besonderes geben.
Grüße
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Post#9by Alex » Monday 18. October 2010, 22:29

Hallo,

na ich verurteile nicht alle konventionellen Bauern, füttere meinen Tieren auch kein Biogetreide, weil das hier kaum zu bekommen wäre, habe einen Landwirt meines Vertrauens und da hole ich mein Futter jetzt schon jahrelang. Auch meine Kartoffeln habe ich von einem befreundeten Landwirt, und bin super zufrieden. Mir ist es sowiso am liebsten, ich kann mir meine Sachen direkt beim Erzeuger holen, da kann man gucken und wenn alles passt, seine Sachen glücklich mit nach Hause nehmen. geht halt nicht immer.

na bei uns gibts schon auch mal Grießbrei mit eingemachten Zwetschgen oder Rührei, aber normalerweise koch ich schon recht lang, ich hole in der Regel das Gemüse ja erst aus dem Garten und wenn ich einen Gemüseeintopf mache, steh ich schon bis alles gewaschen und geschnippelt ist. Schnitzel mit Pommes und Salat kann auch recht aufwendig sein Salat im Garten holen,waschenusw. Kartoffel schälen schneiden und Schnitzel panieren und das für sechs Leute das dauert, ich koch ja recht große Portionen, für mich allein, oder für zwei wäre ich auch schneller fertig. Es ist halt ein Unterschied, ob ich Kartoffeln für zwei oder für sechs schäle.

Selbstgemachte Fertiggerichte, gebe ich zu, da fehlen mir noch ein bißchen die Rezepte, das wäre auch mal ne Alternative, wenns auch bei mir mal schnell gehen muß.

Ein Hähnchen für 11 Euro das Kilo kann ich mir auch nicht leisten, bin aber in der glücklichen Lage, mir meine Hähnchen ja selbst aufzuziehen, auch wenns zukünftig keine Masthähnchen, sondern nur noch selbstgezogene sein werden.

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Post#10by Herwig » Tuesday 19. October 2010, 10:21

Auch ich verurteile die "Konvis" nicht, jedenfalls nicht alle.
Es gibt durchaus Starköppe unter ihnen, die nichts dazulernen wollen und all die Bedenken der anders wirtschaftenden einfach wegwischen.
Dann gibt es den großen Teil derer, die nicht anders können, weil sie wirtschaftlichen Zwängen unterliegen (jedenfalls glauben sie das!)

Vor kurzem bekam ich einen Brief der Landwirtschaftskammer als registrierter Landwirt. Die KAMMER lud mich ein zu einem Informationsabend über Hähnchenmast. Wiesenhof suchte Bauern, die einen Maststall bauen mit mindestens 40 000 Mastplätzen. Die Abnahme der Tiere wird vertraglich auf 5 Jahre garantiert mit einem garantierten Reingewinn per Tier von 5 Cent...

Wenn Bauern sich auf solche Knebelverträge einlassen, fehlt ihnen entweder die sprichwörtliche Bauenschläue oder ihnen steht das Wasser bis zum Hals...

Nach 5 Jahren hat niemand seinen Stall abbezahlt, (schon gar nicht bei dem Reingewinn) dann steht der Bauer da, mit seinem Maststall und Wiesenhof nimmt nichts mehr ab oder macht Folgeverträge mit 1/2 Cent Gewinngarantie) Wie dumm muß man sein, um solchen "Bauernfängern" ins Netz zu gehen???
So begibt sich der Landwirt von einer Abhängigkeit in die nächste ohne jemals Land zu sehen bis er alt und grau ist und die Kinder solch einen maroden Betrieb nicht übernehemen wollen.

Wenn man nun sagt, Bauer mach das nicht, machs anders, das Verbraucherverhalten wird sich ändern, ist schon dabei, geh in eine Nische etc etc. Dann fühlen sich die Konvis angegriffen und verteidigen ihren Blödsinn bis aufs Blut.

Bei mir in der Nähe soll eine Großschlachterei gebaut werden, mit einer Stundenlesitung über 25 ooo Hähnchen, in einer Kleinstadt mit knapp 4000 Einwohnern.
Die Bürgerinitiative gegen den Schlachthof begrüßte gerade ihr 1111 tes Mitglied. Sie machen jeden Montag eine Demo und Mahnwache. Die 1111 Leute sehe ich als meine potentiellen Kunden, als Menschen die sich von der Massentierhaltung abkehren. Täglich werden es mehr. Auf jeden Büchertisch und Infostand vor den Kaufhäusern liegen unsere VIEHflyer, ich kann mich vor Anfragen nach Brathähnchen nicht retten. (kg 10 Euro, meiner Mechelner wiegen durchschnittlich geschlachtet 2,5 kg)

Und täglich werden es mehr Menschen die aufwachen.
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