Erdöl

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Erdöl

Post#1by Fuhrmann » Thursday 17. June 2010, 23:05

Nun seit BP ihre Bohrinsel im Golf von Mexico versenkt hat ist das Thema ja wieder mal in der Presse und somit öfter auch wieder im Gespräch der Gesellschaft, dazu ein paar Infos, Gedanken und Fragen.

Vor ein paar Tagen ging es durch die Medienlandschaft, dass BP nun wackelt, Börsenwert sinkt, Übernahme droht ! Jetzt streicht BP die Dividende, zahlt schon mal in einen Hilfsfonds, viellecht kommen noch Schadennersatzklagen.
Die Frage daraus - wackelt nur BP oder schwankt bald eine ganze Branche !

Ich denke es war kein Zufall, dass es dieses mal das Land mit dem größten Energieverbrauch getroffen hat. Oder müsste man sagen Energieverschwendung ?

Die Meldungen über eine baldige drastische Erdölverteuerung häufen sich nun. Wenn das wirklich so kommt, welche Auswirkung wird das auf die Energieintensive Landwirtschaft haben ? Sind unsere alten Hausstierrassen vielleicht morgen schon wieder modern - weil Energieextensiv ?

Was ich vermisse sind die Tierschützer, die gegen töten und verzehren und auch gegen den Arbeitseinsatz von Zugtieren votieren. Wegen einem ziehenden Ochsen oder Pferd, ist wohl ausser einer Schnecke oder einem Frosch noch kein Tier zu schaden gekommen. Aber es steht kein Tierschützer an der Tankstelle und wirbt um den Verzicht von Tierttötendem Benzin. Wobei dafür nicht mal eine Plattform sinken muss, es geht auch im normalen Betrieb schon viel daneben.
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Post#2by Herwig » Saturday 19. June 2010, 19:22

Gerade heute kam eine Sendung über die Verknappung des Öls. Die Multis und Ölkonzerne halten das zwar für Panik macherei, aber Wissenschaftler aus aller Welt schätzen die Ölvorräte wirklich nur noch sehr gering ein. Was ich bisher nicht wusste ist z.B. der Umstand, das aus den Ölfeldern, die im Moment noch fördern, der Wasseranteil m Öl exztrem zunimmt. Im deutschen Wattenmeer wird fast ausschließlich nur noch Wasser mit einem Ölfilm gefördert. Man rechnet damit, dass in den nächsten drei Jahren das Vorkommen völlig erschöpft ist. Man schafft es kaum, die geringe verbleibende Ölmenge direkt anzuboren, weil sie nur noch geschätzte 2m Höhe betrifft. So oder ähnlich sieht es überall auf der Welt aus, der Gipfel der Förderungen ist schon lange überschritten. Selbst die Multis denken jetzt an, sogenannte Teervorkmmen und Ölschiefer zu "bergen", in z.B. Kanada. Das wurde bisher völlig abgelehnt, weil die Fördermengen dann sehr gering sind bei zu hohem Einsatz zur Wertbarmachung.

Verschiedene Wissenschaftler sprachen von maximal 15 Jahre, eher 10 Jahren, ausreichende Ausbeute. Dann ist das Öl zwar nicht versiegt, aber die Fördermengen werden bei weitem nicht mehr ausreichen. Proportional wird dann der Verbrauch, vorausgesetzt er ändert sich nicht, die weltweiten Fördermengen überschreiten.
Alle rechnen aber mit steigendem Verbrauch von Rohöl, trotz aller Bemühungen. Einer der Profs erklärte das so:
In Deutschland haben von 1000 erwachsenen Personen 720 einen Pkw.
In den USA haben von 1000 Personen 910 einen PKW
In China von 1000 Menschen 36 einen Pkw.
In Indien haben von 1000 Menschen 3 einen Pkw.
Was meinen Sie was passiert wenn Chinesen und Inder zu mehr Geld kommen???Image

Noch etwas zum Nachdenken. Die Ölplattform im Wattenmeer fördert an einem Ölvorkommen, das in seiner Gesamtkapazietät gerade mal soviel Erdölhergibt wie der Verbrauch in D an einem halben Tag!!Image

Es wurde dann ein Landwirt vorgestellt, ein Familienbetrieb mit zwei großen Traktoren, der unverholen zugab, per Woche locker 800 Liter Diesel durchzupusten...
Wohl dem der Arbeitspferde hatImage
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Post#3by Herwig » Saturday 19. June 2010, 19:38

Ich habe mal gerade recherchiert, die Sendung wird wiederholt. Leider mitten in der Nacht, damit das möglichst wenig leute sehen. Heute kam es morgen um 7.30Uhr, sind Samstags ja auch schon viele Leute auf den Beinen...
Ein echt spannender Bericht:

[TABLE][TR][TD]ARD, Mittwoch, 14.07., [/TD][TD]23:45 - 00:30 Uhr [/TD][/TR][TR][TD]
Bis zum letzten Tropfen
Vom Ende des Öls [/TD][/TR][/TABLE]
Noch laufen die Ölpumpen im Takt, auch auf norddeutschen Feldern. Aber längst fördern sie viel mehr Wasser als Erdöl. Wie verzweifelt müssen die Konzerne sein, solche alten, erschöpften Vorkommen bis zum Anschlag auszubeuten? Ist das, was im Emsland und im Wattenmeer geschieht, Sinnbild für eine neue, drohende Ölkrise?

'Bis zum letzten Tropfen' ist eine spannende Spurensuche, die auf den Ölfeldern in Niedersachsen und auf der Bohrinsel Mittelplate in Schleswig-Holstein beginnt und bis nach Saudi-Arabien führt. Dort haben die NDR-Autoren Matthias Sdun und Jürgen Webermann unter anderem auf dem abgelegensten Ölfeld der Welt gedreht: Shaybah, in einem lebensfeindlichen Wüstenmeer gelegen, 400 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt. Dass Saudi-Arabien hier mit größtem Aufwand Öl fördert, ist für viele Experten ein Akt der Verzweiflung: Seit 40 Jahren haben die Saudis kein großes Vorkommen mehr entdeckt. Der Ölgigant im Mittleren Osten wankt.

Die Welt hat bislang keine Alternative zum Öl. Sie ist abhängig wie ein Junkie von seiner Droge. 90 Prozent aller hergestellten Produkte basieren direkt oder indirekt auf dem Rohstoff. Und so liefert der Film verblüffende Erkenntnisse: Bei VW in Wolfsburg rechnen die Forscher damit, dass wir künftig mehr Fahrrad fahren müssen. Und ein niedersächsischer Landwirt befürchtet gigantische Engpässe in der Nahrungsmittelproduktion, sollte nicht mehr genug Öl für alle da sein. Seine Kernbotschaft: Wir müssen endlich aufwachen, um das Schlimmste zu verhindern! Denn die Zeit, uns auf die Ölkrise einzustellen, wird langsam knapp ...
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Gestern standen wir vor dem Abgrund,

Post#4by plaetzchenwolf » Sunday 20. June 2010, 05:41

,heute sind wir ein Stück weiter !
Die Welt lebt, als ob es kein Morgen, kein Ende des Öls geben würde:
Die Zahl der Flüge wächst und wächst, die Flugzeuge werden immer riesiger, das Klima wird dadurch verändert, Stürme quasi hausgemacht.
Frag' mal, wer noch nicht in Amerika oder ähnlich weit entfernten Zielen gewesen ist, frag' mal wer im Ort noch nicht in "Malle" oder gar in
"Domrep" oder Kenia gewesen ist... Es werden nicht viele Leute sein, die wenig oder noch nie geflogen sind.
Der Trend geht zwar zum einwöchigen aber mehrfach im Jahr stattfindenden "Urlaub".
Unterdessen wird nicht etwa die Heizung ausgeschaltet, die brummt munter weiter.
Die Zahl der 6 und 8 Zylinderwagen wächst, selbst 12 Zylinder-Autos sind in jedem Kaff zu finden!
SUV's und Großraumlimousinen karren mit nur einer Person besetzt von "A nach B" - aber dieses Thema hatten wir ja schon ..
Beißt der?
Nee, der will nur spielen!
Was will er denn spielen?
Beißen !
Es fließt so viel aus dem kaputten Bohrloch, es wird so viel in China für Ramsch verplantscht, es wird so viel durch Exporte und Importe durch die Welt gekarrt, es wird so viel durch sinnlose "Befriedungen" an militärischen Großgeräten verbraten, daß jede Diskussion um Energiesparmaßnahmen geradezu lächerlich ist.
(Gabriel, damals Umweltminister: Auf die paar großen Dienstwagen kommt es auch nicht mehr an)
Soviel zur Vorbildfunktion.
Die Bevölkerung hat die Schnautze voll und zeigt im Straßenverkehr (wohl die einzige Ecke, wo man sich noch etwas "abreagieren" kann)
was sie von den Gesetzen hält: Hier auf dem Land gehört absichtliches Verstoßen gegen die STVO inzwischen zum "guten Ton",
wo sogar ich anfange zu verstehen: Die Polizisten fahren vorbei und schreiben niemanden auf...
(Auf meine Frage hin: "Nee, wir haben dazu keinen Auftrag, wir sind in einer anderen Sache unterwegs" und "ohne konkreten Auftrag
unternehmen wir nichts")
Schaut euch mal die spätpubertierenden älteren Männer an, die im Pulk mit knatternden Harleys die Gegend unsicher machen- just for fun,
die Showdriver im aufgemotzen Boliden, die Damen, die mit dem "Cabrio" solange herumkurven, bis sie von jedem bewundert wurden..
Die Gesellschaft artikuliert sich -in ähnlicher Weise wie in den USA- über das Fahrzeug.

Nochmal: Das Vorbild fehlt, sonst wirkt jede Vernunft nur wie ein Sonderling - solange gelten obige Dinge als Ventil um von der Gesamtsituation abzulenken, in der Freizeit seinen Spaß zu haben.

Bei uns im Dorf sind einige ältere Männer, die einen oder mehrere Traktoren besitzen (teils restauriert, teils neuwertig gekauft) - womit
sie im Wald Holz holen oder irgendwo zu den Pferden, den Schafen oder anderen Freizeitgestaltungen tuckern- ohne Kat, ohne auf tropfendes Öl zu achten, keiner läuft mehr irgendwo hin.
Andere karren spazieren, sogar auf Feld und Waldwegen- mit alten Autos oder Geländewagen ist ganz egal. Die Jagd boomt, ist "in"!
Zwischendrin sind Quad's mit Höllenlärm zugange - manchmal ohne Nummernschild.
Abends werden die Straßen abgefahren, wo es "richtig schön schallt".
Manchen reicht das nicht und so verpulvern sie ihr Geld auf den umliegenden Privatflug-Anlagen, brummen über die Köpfe der Leute- ganz nach Gusto - ein wachsender Markt.
Merke:
Wer was auf sich hält, ist Hobbyist und zeigt das auch nach draussen.
Neubau und restaurierter E-Typ als 3. Wagen ist genauso "normal" wie der 2. Traktor in der "erweiterten" Garage, wo sogar ein Wohnmobil Platz findet!

... und jetzt sag' mir einer, das Öl wird knapp !
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Post#5by Alex » Sunday 20. June 2010, 22:27

Hallo,

ich fahr auch ein Auto mit einem hohen Spritverbrauch, zwar mit schlechten Gewissen, aber mir bleibt wenig übrig, wir sind eine sechsköpfige Familie also brauch ich ein großes Auto, ich muß oft futter holen und wir habe noch zwei große Hunde, also brauch ich einen Kofferraum, dann kann ich aus gesundheitlichen Gründen nur Automatik fahren und dann muß ich mir noch ein altes kaufen, weil für ein neues haben wir nicht die Flocken. und da wir sehr ungünstig wohnen müssen wir auch viel fahren, bei uns gibts keinen Bus keinen Arzt und kein Geschäft kein KIGA nichts. Ich wäre glücklich, wenn ich mehr Möglichkeiten hätte, den Wagen mal stehen zu lassen.

Grüße Alex
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Auto

Post#6by plaetzchenwolf » Monday 21. June 2010, 05:40

Die Familie wird irgendwann kleiner, dann kann auch das Auto kleiner werden.
Fahrten kann man zusammenlegen, wenn irgend machbar.
Weniger spontan und weniger tief das Gaspedal durchdrücken spart mehr als man denkt- der Hintermann soll überholen, wenn er meint
schneller fahren zu müssen- man darf sich nicht drängeln lassen.
Auf diese Weise sind gut 10% Einsparung drin.
Der Treibstoff alleine ist nicht das Problem,- über die verbrannte und tote Luft nach der Zylinderfüllung hat noch keiner gesprochen..
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Post#7by Januschka » Monday 21. June 2010, 10:26

Bei uns ist der Besitz und die Zulassung/Steuer von Autos billig. Also haben wir einen kleinen Wagen zum Pendeln und einen großen mit ordentlich Platz und knapp über 100 PS für Viecher Futter, Hänger ziehen. Das rechnet sich für uns. Unnötig zu sagen, daß der Große oft steht, aber was soll's.

Und ja, beide sind über 20 Jahre alt und brauchen genausoviel Benzin wie die neuen Wagen (5,5 bzw 8-10 l/100km). Und ich habe nicht einen Deut ein schlechtes Gewissen dabei - jede Reparatur die wir nicht selbst machen, hilft dem Autoschrauber im Dorf und das Dorf soll leben!

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pillepalle

Post#8by plaetzchenwolf » Monday 21. June 2010, 10:44

Januschka wrote:Bei uns ist der Besitz und die Zulassung/Steuer von Autos billig. Also haben wir einen kleinen Wagen zum Pendeln und einen großen mit ordentlich Platz und knapp über 100 PS für Viecher Futter, Hänger ziehen. Das rechnet sich für uns. Unnötig zu sagen, daß der Große oft steht, aber was soll's.

Und ja, beide sind über 20 Jahre alt und brauchen genausoviel Benzin wie die neuen Wagen (5,5 bzw 8-10 l/100km). Und ich habe nicht einen Deut ein schlechtes Gewissen dabei - jede Reparatur die wir nicht selbst machen, hilft dem Autoschrauber im Dorf und das Dorf soll leben!

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Wenn ich ganz ehrlich bin, kommt mir immer häufiger der Gedanke, daß die Autos am wenigsten ausmachen, wenn man sich die sinnlosen Kriege und "Befriedungen", den irrwitzige Flugverkehr etc. ansieht..
Das schlechte Gewissen wird von denen da gemacht, die uns die Suppe eingebrockt haben..

(Immer diese Drugfehler)
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Post#9by Fuhrmann » Monday 21. June 2010, 11:24

Herwig wrote: 90 Prozent aller hergestellten Produkte basieren direkt oder indirekt auf dem Rohstoff.



..das ist für mich der knackpunkt, letztendlich essen wir im Moment sogar Öl. Selbst wenn wir die Spritzmittel und Dünger der konventionellen Landwirtschaft herausnehmen, auch die Biobetriebe sind im MOment ohne Öl aufgeschmissen mit ihren großen Maschinen.

Mit dem knapper werdenden Öl werden sich die Strukturen verändern.

Wenn nur die Energie Öl wegfällt, dann gibt es eben wieder lokale Versorgungsstrukturen und der Mensch wird wieder als Arbeitskraft geschätzt werden weil er vielleicht preiswerter ist als die Maschine.

Aber auch die vielen Billigprodukte werden verschwinden, die Ohrenbetäubenden Tröten an der Tanke, (wobei es die Tankstellen dann vielleicht auch nicht mehr gibt) und die vielen Billig-Werbeartikel.

Gestern Abend wurde in Faszination Wissen berichtet, dass man darüber nachdenkt Mülldeponien zu recyclen weil es vermutlich günstiger sein wird diese Rohstoffe dort zu holen als zum importieren.
Gibt es demnächst Geld für den Müll ?

Vor ein paar Jahren habe ich schon gesagt, nach dem Öl kannst du morgens dein Nachttöpfschen meistbieten verkaufen und des nachts die Tür vom Toilettenhäuschen abschließen damit sie dir die Scheisse nicht klauen und als Dünger nutzen....

Vor 10 Jahren hies es - 8 Prozent der Menschheit verbrauchen 80 % der Energie und das Öl reicht noch 40 Jahre.
Die Inder und Chinese stellen zusammen mehr als 50 % der Weltbevölkerung.....

Es wird spannend.....
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Allerdings wird es spannend !

Post#10by plaetzchenwolf » Monday 21. June 2010, 15:40

So wie Fuhrmann sehe ich das auch.
Vor gut zwanzig Jahren hatte ich im Übermut im Landesministerium angerufen, weil die sich ganz besonders für innovative Vorschläge interessierten und habe dort die Idee zum Besten gegeben:
Müll pressen und als Blöcke an den Autobahnen entlang stapeln (wie Lego) als Lärmschutzwand und recyclen, wenn man dazu in der Lage ist.
Obenauf könnten Solarzellen installiert werden, die ganze Orte entlang der Autobahn mit Strom versorgen könnten- zumindest die Autobahnanlagen und Beleuchtung.
Der Typ in seinen Elfenbeinturm meinte:
Wir haben längst bessere Vorschläge und beraten mit unseren Fachleuten darüber was machbar ist und was nicht.
Bumms.
(Gedacht habe ich mir sowas schon... nach der "Krise" haben wir die Kompetenzen eindrucksvoll gezeigt bekommen)
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Post#11by Januschka » Monday 21. June 2010, 16:49

Fuhrmann wrote:
Herwig wrote: 90 Prozent aller hergestellten Produkte basieren direkt oder indirekt auf dem Rohstoff.



..das ist für mich der knackpunkt, letztendlich essen wir im Moment sogar Öl. Selbst wenn wir die Spritzmittel und Dünger der konventionellen Landwirtschaft herausnehmen, auch die Biobetriebe sind im MOment ohne Öl aufgeschmissen mit ihren großen Maschinen.

Mit dem knapper werdenden Öl werden sich die Strukturen verändern.

Wenn nur die Energie Öl wegfällt, dann gibt es eben wieder lokale Versorgungsstrukturen und der Mensch wird wieder als Arbeitskraft geschätzt werden weil er vielleicht preiswerter ist als die Maschine.

Aber auch die vielen Billigprodukte werden verschwinden, die Ohrenbetäubenden Tröten an der Tanke, (wobei es die Tankstellen dann vielleicht auch nicht mehr gibt) und die vielen Billig-Werbeartikel.

Gestern Abend wurde in Faszination Wissen berichtet, dass man darüber nachdenkt Mülldeponien zu recyclen weil es vermutlich günstiger sein wird diese Rohstoffe dort zu holen als zum importieren.
Gibt es demnächst Geld für den Müll ?

Vor ein paar Jahren habe ich schon gesagt, nach dem Öl kannst du morgens dein Nachttöpfschen meistbieten verkaufen und des nachts die Tür vom Toilettenhäuschen abschließen damit sie dir die Scheisse nicht klauen und als Dünger nutzen....

Vor 10 Jahren hies es - 8 Prozent der Menschheit verbrauchen 80 % der Energie und das Öl reicht noch 40 Jahre.
Die Inder und Chinese stellen zusammen mehr als 50 % der Weltbevölkerung.....

Es wird spannend.....



Es wird spannend, es wird ungewohnt und es wird teilweise ungemütlich und teuer. Wenn wir für alles erdölbasierten Produkte in der Medizin/technik verzichten müssen (oder auch nur angemessene Preise zu zahlen hätten) würde sich da eine ganze Menge ändern. Bei Verpackung für sterile Messer, Kompressen etc und Einwegspritzen angefangen.. Medizin für Reiche, bloß schneller und ohne Mäntelchen

Auf den ganzen Plastemüll in Form vom Rumsteherle und Billigspielzeug (was letztlich nur die Kreativität totmacht) kann ich gern verzichten. Interessant bleibt die Frage, wie die Leute den Tag verbringen, die das nun in 12 Stundenschichten herstellen. Auf's Feld? Da sind sicher schon Leute? In die Fabrik? Ist dichtgemacht? Auf die Straße? Wofür kannste da noch kämpfen wenn der Magen knurrt?
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Post#12by Herwig » Monday 21. June 2010, 21:13

Tja, Januschka, für den Fall hatten wir ja schon mal über die Armbrust diskutiert...

In dem Fernsehbericht war auch die Rede davon, dass in Medikamenten bis zu 80% Öl enthalten istImage, das war mir so auch nicht bewußt. Ja, spannend wird es, in vielerlei Hinsicht. Ich tippe da eher auf bürgerkriegsähnliche Zustände. Menschen können nicht auf Dauer unterdrückt werden und wenn es dann Menschen gibt die viel haben und andere nichts, dann geben jene ohne etwas, sich nicht einfach ihrem Schicksal hin. Sie werden aufstehen und kämpfen.

Neuer Fensehtitel im ARD:
Das Ende des Öls im Jahre 2018

...ja haben die sich den schon wieder verrechnet?? ( Ist ja wie bei den Zeugen Jehovas, da ändert sich der Termin des Weltunterganges auch ständig)

Ich werde dann wohl schon mal langsam meine kleine selbstgebaute Biogasanlage für den Campingkocher entmotten müssen.
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Post#13by Fuhrmann » Monday 21. June 2010, 22:01

Ich denke es wird nicht von heute auf morgen das Öl knapp werden, es wird sich langsam ändern. Und so werden sich auch die Strukturen drumherum ändern.

Auf jeden Fall werden wieder mehr Menschen ihr Hinterteil bewegen müssen um satt zu werden und nicht nur vom Computer aus sich mit Problemen beschäftigen die wir eigentlich gar nicht hätten.

Wenn das Öl weniger einfließt in unser Menschheit/Welt/ Gesellschaft, dann brauchen wir vielleicht auch nicht mehr so viele Medikamente aus diesem Stoff.

Viele Krankeiten in den Industrienationen kennt man bei den Naturvölker garnicht.

Leider habe ich über den Einsatz von Erdöl in welchen Produkten, wenig Info gefunden.

Aber so braucht man um 1 Tonne Stickstoffdünger herzustellen 2 To Erdöl. Und wenn ich das richtig im Kopf habe, um das Äquivalent von 1 Liter Diesel in Wasserstoff herzustellen, braucht es wohl 2 Liter Diesel.
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Viel einfacher

Post#14by plaetzchenwolf » Tuesday 22. June 2010, 05:24

Man kann noch viel viel einfacher oder wie man heute sagt "pragmatischer" an die Dinge heran gehen und sich so verhalten,
wie Urgroßmutter sagte:
Man ißt von jedem etwas, nie zuviel:

Kleine und leichte Fahrzeuge brauchen viel weniger Sprit, noch weniger, wenn langsamer (CW-Werte) gefahren wird.
(Ein wenig früher aufstehen reicht schon- bei vielen kleinen Fahrzeugen wird auch mehr Parkraum zur Verfügung sein)
Rational fahren und weniger künstlich düngen, ALLE Bioabfälle gut verwerten, Licht aus und Heizung runter, wenn
der Raum verlassen wird. Beim Fernseher und Computer kann man Strom sparen, wie mit modernen Waschmaschinen.
Bei uns kommen keine armdicken neuen Kabel ins Haus, lieber nach und nach die Arbeiten machen- so spart man von ganz allein.
(Anschlußwerte beachten und bei neuen Geräten immer sparsamere anschaffen, das kann nach und nach geschehen und kostet
dann nicht mehr Geld, wenn man Angebote ausnützt)
Wenn das viele Leute machen, ist so viel Energie eingespart worden, daß hunderte Züge mit Öl überflüssig werden.
(Die Heizung muß nicht das ganze Jahr laufen- wozu gibt es warme Kleidung? Wenn die Raumtemperatur nur um ein Grad abgesenkt wird,
spart das bald 10% - zusammen mit richtigem Lüften )
Die Kid's müssen nicht von der Bushaltestelle oder vom Bahnhof abgeholt und hingebracht werden, laufen hält fit und ist kommunikativ !
Mutti ist ruhiger und ausgeglichener, wenn die Kids nicht dauern von Event zu Event und von Freund zu Freund und von Verein zu Verein gekarrt werden: Bei uns fahren viele hysterische junge dicke Frauchen herum, die jeden Meter abfahren - daß das auf die Kinder abfärbt,
dürfte klar sein: Viele sind in Behandlung, die Lehrer klagen ihr Lied.
Man könnte einsparen, wenn man sich neu besinnt auf das Wesentliche und das geht (immer noch) ganz ruhig und billig zu machen,
wenn man nicht versucht den "amerikan way of life" zu kopieren, der halt immer deutlicher als Irrweg zu sehen ist.

Nachtrag:
Ein bißchen mehr Bescheidenheit bringt viel mehr als immer wieder beweisen zu wollen, wie erfolgreich wir doch sind !

Nachtrag:
Ein Spruch aus der Anfangszeit des Handys war "wer wirklich wichtig ist, hat ständige Erreichbarkeit nicht nötig!"

(Vermutlich ähnlich dem: "Es gibt Leute, die brauchen keinen Schlips mehr, von denen weiß man, daß sie wer sind")
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Post#15by Alex » Tuesday 22. June 2010, 23:02

Hallo,

ich denke auch das sich das langsam ändern wird, und alles wieder regionaler wird. In Teilen merkt man es schon, ich hab mir als ich vor zehn Jahren mein Haus kaufte einen großen kachelofen eingebaut der das halbe Haus heizt und auf die ÖlHeizung verzichtet, hat mich jeder für vorsintflutlich gehalten und jetzt heizen die alle komischerweise auch alle mit Holz, was dazu geführt hat, das sich der holzpreis fast verdoppelt hat und ich mitunter gegen Ende des Winter Probleme habe überhaupt noch eins herzukriegen, obwohl ich mitten in einer bewaldeteten Ecke wohne, ein Stück Wald pachten ist nicht mehr möglich und man kann sich auch kein Los mehr steigern, ist alles weg und die Bauern fahren wieder selber raus in ihre Wälder, was für uns, die wirs nicht so dicke habe heißt, das wir in der Übergangszeit wenig heizen und schon mal im dicke Pulli und Jacke beim Mittag Essen sitzen, weil wir erst abends einheizen. In zehn Jahren kann ich dann mit dem Ziegenkarren in den Wald gehen und Holz sammeln gehen, wenn ich dann noch eins finde. Das kann man jetzt positiv oder negativ sehen. Vorallem wenn man kein Öl mehr für die Kettensäge oder den Traktor hat um das Holz zurechtzumachen und heimzufahren und alle wieder mit dem Pferd rausmüssen, werden wir wohl alle nur noch im Wohnzimmer um den Kachelofen nächtigen, weil der Rest der Hütte kalt bleibt. Also ich bin wirklich nicht gegen eine bescheidenere art zu Leben im Gegenteil, finde den ganzen übermäßigen Konsum den ganzen Plastikschrott usw. auch nicht sonderlich erstrebenswert, sehe auch die tatsache das mit jedem Gerät das einem die Arbeit erleichtert und schneller macht, die Leut immer weniger Zeit haben," komisch" Image Aber ich weiß auch wies früher auf den Dörfern war, die die keinen guten Acker und keinen Wald hatten, haben gefroren und gehungert, das war noch zu den Zeiten meiner Oma so, und das ist nicht allzulang her und ich habe nur zwei Hektar Weide mit Gemüsegarten hinterm Haus gepachtet und keinen Wald Image Image

Deshalb werde ich mich jetzt in meine warme Badewanne begeben, in der das Wasser noch mit Holz gewärmt wird,und es genießen solange ich das noch kann. Image.

Alex
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ähnlich

Post#16by plaetzchenwolf » Wednesday 23. June 2010, 05:29

So ähnlich wird es wohl überall werden. Bei uns kurven immer mehr Rentner mit Traktoren herum und machen Holz im Wald- aber nicht aus Armut, sondern eher aus Gier oder Hobby. (Wohnmobil steht zuhause, dickes Auto, noch ein Traktor)
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So teuer ist das bei uns in Hessen also noch nicht- evtl. lohnt sich die Fahrt?
Bei uns sehen das die Häusler eher so, daß mit Holz zugeheizt wird, dh. der Holzkamin ist zu der Öl- oder Gasheizung eingebaut und wird
nur ab und an angeheizt. Die Heizdauer bei diesen Zusatzkaminen ist auch begrenzt, dh. die dürfen nicht dauerhaft eingesetzt sein, was
nur bei echten Holzheizung erlaubt ist.
Wir hatten einen Leuchtfeuer-Kohle-Ofen, ein schweres Ding, das den ganzen Flur in mildes Licht tauchte und die ganze Etage locker heizen konnte, wenn alle Türen offen waren. (Bei uns immer)
Nach und nach wurde die Kohle immer teerhaltiger, was zu Glanzruß führte, die guten Sorten waren nirgends mehr zu bekommen, weil die Händler reihum dicht machten- Kohle war unfein geworden. So kam die Kohle von immer weiter her und war immer problematischer zu bekommen - die Preise stiegen enorm. Die Bemerkungen der Nachbarn waren nicht ohne, wenn angeheizt werden musste. (Passierte eher selten, weil der Dauerbrenner fast die ganze Saison durchlief: Füllmenge 4 Eimer.
So kam es, dass die Brennwert - Gasheizung viel billiger war als weiter mit Kohle zu heizen und warmes Wasser mit Strom .
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Post#17by Mittelerde » Wednesday 29. September 2010, 22:07

Also hier bei mir wird auch viel mit Holz geheizt ... was aber auch daran liegt das es hier viel Holz gibt ...... und das auch nicht so teuer ist:

Ich hab bisher für den Meter Kiefer 8 T€uro und für Birke 10 T€uro bezahlt, Buche und Eiche sind hier ehr selten. Im vergleich zum Heizöl ist das doch ne deutliche Ersparniss Image Image Mal schaun was der Förster dieses Jahr haben will .....

Dafür darf ich den Baum selber fällen, schneiden und abtransportieren, zu Hause dann spalten und aufstapeln. Habe also jede Menge "Heizwert" Image Image Image

Für meinen Holzvergaser hat sich Kiefer als gute Wahl rausgestellt .... und Birke usw nehm ich dann für den Kaminofen in Wohnzimmer und die Kochmaschine in der Küche.

Was ich bei einigen Nachbarn gesehen habe sind Ölöfen ..... die sind halt auch recht sparsam und nur dort an wo man es wirklich braucht. Aber es riecht halt immer etwas nach Öl. Muß ich nicht wirklich haben .....
:smileyvieh: le Grüße aus Mittelerde

Ralf

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