Geld abschaffen???

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Geld abschaffen???

Beitrag#1von Weitersbacher Hof » Samstag 9. Mai 2009, 21:50

Worauf mich Smallfarmer jetzt noch mal gebracht hat, weshalb ich das Top-Thema toppe:Bild

Das eigentliche Unglück in der Welt geht von der Erfindung des Geldes aus.
Vorher hat sich jeder um seinen Lebensunterhalt gekümmert, dass er was zu essen und ein Dach überm Kopf hat.
Lest mal "So zärtlich war Suleyken" von Siegfried Lenz, ein alter Schinken, aber worum haben sich die Leute in Masuren gesorgt?
Um die wesentlichen Dinge. Eier, Speck, Schweinchen, Zwiebelchen, Kohl, Birnen, Fische, die Kälberchen, die Kälberchen, und wie die Sonne scheint...

Ansonsten gab's Handwerker, Schuster, Schneider, Wagner, Schmiede, Sattler...

....und dass man jemanden hat zum Reden, gute Freunde, Nachbarn, Familie, Leute, die man rufen kann, wenn's brenzlig wird.

Jetzt erzählt mir mal, welche Vorteile das Geld in diesem Kreislauf hat, aber bitte nur ernst gemeinte Zuschriften ohne ChiffreBildBildBild

Langsam fühlt man sich ja wie am letzten Ufer, dem von Nevil Shute, nicht dem der BetzebachBild.

Grüße
Doris
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Beitrag#2von Ulrike W.-E. » Sonntag 10. Mai 2009, 07:05

Huhu Doris,

ist jetzt wirklich erst gemeint. Ich muss sofort an eine Serie denken. " Die kleine Farm ".
Jemand brauchte die Hilfe des Arztes. Natürlich haben die Farmer kein Geld, und so wollte man ihn mit Äpfeln bezahlen. Er öffnete einen hohen Schrank, und der war bis zum Anschlag mit Äpfeln gefüllt. BildBildBildBild

Ich glaube das Prinzip des Tauschens ist keine schlechte Idee. Wobei ich es im kleinen auch schon praktiziere. Aber manche Leute sind dann wieder sehr unzuverlässig. Wenn ich eine Leistung im Herbst erbringe, und sage : dann Pflaster Du mir den Hof im Frühjahr. ( Ohne Material natürlich ) ist das doch eine super Idee. Bloß im Frühjahr kommen dann ausreden über ausreden. Und zum Schluss eine saumäßige Arbeit. Dann ärgere ich mich, und hätte lieber sein Geld genommen, und einen fremden Handwerker bestellt.
Wobei Grundsächlich ist die Idee ja nicht schlecht. Aber man weiß nie wenn man wirklich gegenüber hat.
Aber bei Leuten mit Charakter funktioniert das. Kleine Dinge wie den EU Pass für die Welpen bezahle ich bei meiner Tierärztin auch schon mal mit Eiern. Das macht dann echt Spaß.

LG Ulrike
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Beitrag#3von Herwig » Sonntag 10. Mai 2009, 13:17

BildBei uns hier in der Gegend gibt es eine "Tauschbörse" da kann man alles gegen Punkte eintauschen wenn man in dem Verein ist. Ich fand das schon immer grßartig, ist leider über40 km weg.

Funktioniert so:

Jeder kann Dinge oderDienstleistung eintauschen gegen lummerland Punkte, z.B. Einmal Babysitten bringt per Std. 3 Punkte, ebenso wie eine Stunde Tapezieren, Geschichten vorlesen, Fensterputzen, Autor eparieren, Dachgeschoß ausbauen, Rechtsberatung, Akupunktuer etc.

Man kann auch Eintauschen (eine Art Second Hand shop), 10 Eier = 1 Punkt, eine gut erhaltene Jeans 4 Punkte, ein Kinderwagen 10 Punkte etc etc etc.

Jeder hat ein Konto und kann Punkte vergeben oder verdienen.

Ich finde das genial, weil alle Tätigkeiten mit dem gleichen Stundenlohn honoriert werden und ich beim Eintauschen nicht darauf angewiesen bin, das der Mauerer gerade Eier braucht. Ich kann auch jemanden 2 Stunden im Rollstuhl spazieren fahren und für die 6 Punkte im Shop einkaufen.

Geht aber wohl nur regional, sonst wäre echt darüber nachzudenken, ob man das für Nutztier-Archen nicht ähnlich einführen kann. Man müsste die VIEH Points nur entsprechen auf Eier, Schafwolle, Tierzuchtartikel umrechnen...BildBild
Wenn einer Bock hat das Umzusetzen, bin ich als erster dabei!!
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Beitrag#4von Fuhrmann » Sonntag 10. Mai 2009, 13:34

Das Geld an sich ist ja nicht schlecht, es kommt drauf an wie die Gesellschaft damit umgeht.

In der Geschichte gab es daher schon immer Streit ums Geld, ich denke da an die Fugger, oder die derzeitige Finanzkrise.
Oder anders gesagt: Beim Geld hört die Freundschaft auf.

Herwigs Punkte sind im Grunde nichts anders als Geld, ob ich nun eine Anzahl Euro oder eine Anzahl Punkte gut schreibe ist egal.

Geld hat seinen Vorteil wenn ich Einkaufen gehe, mhm, muss ich zum Tanken dann einen viertel Ochsen mit nehmen ?
Kauf ich Klamotten mit gerufpften Hühnern ? Mit Kartoffeln wäre es ja schon einfacher........

Eine Frage die sich aufdrängt ist: Wie würde es ausschauen wenn es keine Zinsen gäbe ? Oder wenn die Zinsen festglelegt wären für alle ?

Wenn ich mir erst einen Bauernhof verdienen muss um ihn zu kaufen und dann davon Leben will und kann werde ich das ohne einen Kredit selten schaffen. Doch wird mir jemand Geld leihen wenn er keinen Nutzen davon hat ?

Ein andere Frage die wir uns stellen müssen ist: Wie viel wollen wir ausgeben um verwaltet zu werden ? Geben wir nicht Unsummen von Geld aus damit wir verwaltet werden ? Für die Stadt und Gemeinde, für die Landkreis, für die Landesverwaltungen und die Bundesveraltungen, die Rentenverwaltungen, die Veraltungen von Kranken- und sonstigen Versicherungen ?
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Beitrag#5von Herwig » Sonntag 10. Mai 2009, 13:52

Ne,
ganz so ist es nicht.

In Zeiten der Krisen gibt es Leute mit viel und wenig Geld. Schon klar, manches läuft auch nicht über ein Tauschgeschäft, obwohl es auch noch andere Dinge gibt, die sich Solidariät, Sozialverhalten etc nennen.
Bei uns im Dorf braucht niemand einen Dachdecker, wenn jemand ein neues Dach braucht, kommen alle zusammen und bilden KettenzumPfannen hochreichen etc.
Aber ein untergeordnetes System zu schaffen um Menschen mit weniger finanziellen Mittel die Möglichkeit zu geben, sich menschenwürdig in die Gemeinschaft einzubringen, halte ich für klug!
Sicher sind Punkte ähnlich wie Geld, aber eben nur ähnlich!
So können Arbeitslose und Rentner an einem Tauschsystem teilnehmen, ohne Rücksicht auf den eigenen Status. Letzlich tauscht man nur "eigene" Dinge, Wissen oder Arbeitskraft.
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Beitrag#6von smallfarmer » Sonntag 10. Mai 2009, 17:01

Hallo Zusammen

Regionale "Währungen" gibt es schon einige Zeit. In Bremen gibts den Roland, es gibt den Chiemgauer,
es gibt das Rheingold. Aber darauf kommt es mir gar nicht so an.
Solidarität, gemeinsam was reißen können und Sozialverhalten auch in Hinsicht auf unsere Kinder
sind meiner Meinung viel wichtiger als der schnöde Euro.
Lasst uns doch mal in einer Datenbank aufführen, wer was zu bieten hat und was er braucht.
Ich bräuchte z. B. dringend jemand der mir meinen fünfjährigen Highlandpony Wallach einfährt. Ein mords Geschoß , krieg ich alleine nicht auf die Reihe. Ich hätte für den Perdeprofi eine große neuseeländische
Pfahlramme und jede Menge fencing skills/Zaunbaustunden zu bieten. Oder zb. sammele ich historische Tierzuchtbücher und kriege dafür ein paar Bruteier.

Seid mal kreativ
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Beitrag#7von Weitersbacher Hof » Dienstag 12. Mai 2009, 16:26

Erst mal huhu zurück, Ulrike Bild

Ein Punktesystem gibt's in einem Utopia namens Walden II. Unangenehme Arbeiten bringen mehr Punkte als angenehme, auf jeden Fall muss man jedoch arbeiten, um sich sein Essen zu verdienen. Aber auch das artet wieder aus ins Komplizierte...

Verwaltung ist ein guter Ansatz, auf den ich aus aktuellem Anlass auch hinaus wollte: brauchen wir so viel Verwaltung? Die brauchen uns, sonst haben sie nix zu verwalten, wir ernähren die, aber sie glauben, sie haben Macht über uns!

Was mich noch erschreckt: dass soziale Fähigkeiten immer mehr verloren gehen, dass jeder nur an seinen Vorteil denkt, dass die Gewaltbereitschaft immer mehr zunimmt.

Außerdem weiß keiner mehr, wie man ein Werkzeug anpackt, wie man eine Mistgabel benützt und anschließend an die Wand stellt, dass weder Mensch noch Tier drüber stolpern. Das muss man den Kindern erklären, die herkommen, auch wie man einen Stall betritt, wie man auf ein Tier zugeht...

Dass einem jemand Kartoffeln stiehlt, braucht man ja nicht zu befürchten, höchstens, dass sie ausgerissen und zertrampelt werden... oder dass Vieh auf der Weide gequält wird.
Wir gehen nicht mehr auf Bauernmärkte, weil man die Tiere gar nicht aus den Augen lassen kann. Früher haben wir mit Begeisterung Tiere ausgestellt.

Heute dachte ich an den ganzen Luxus, den wir uns leisten, weil wir uns - so weit "sie" uns ließen - aus dem System ausgeklinkt haben: keine Handys; wir sind nicht immer und überall erreichbar.
Wir laufen auf die Weiden, da kann der Hund mit, wir sehen links und rechts alles, was schön ist.
Wir beobachten unsere Tiere und nehmen uns die Zeit zum Streicheln. Dafür sind sie im Herbst ordentlich zahm, es gibt keine Rodeos, keinen Treibwagen, kein Locken mit Schrot. Die kommen, weil sie uns kennen.

Heute war ein Bild aus der Toskana in der Zeitung, man hätte meinen können, man stünde aufm Potzberg und betrachte die Westpfalz. Andere Leute kommen hierher in Urlaub, wir haben das kostenlos. Oder man geht auf die Platt mitm Hund und guckt auf die Sickinger Höhe und ins Dorf, dass man Zeit dafür hat, dass einen keiner hetzt.

Dass man sich versteht, immer Gesprächsthemen hat, zusammen lachen kann über die dümmsten Sachen, sich in die Augen guckt und weiß, was der andere denkt, dass man sich gegenseitig nie langweilig wird, obwohl man sich seit Urzeiten kennt, dass man nachm Essen sitzen und sich was vorlesen kann - und dass man überhaupt satt zu essen hat und es in keinem Restaurant der Welt besser schmecken kann?

Das artet ja in 'ne Liebeserklärung aus an die Insel in der Hinnerpalz, wo drumrum alles in Scherben fällt, weil ein paar Banker gezockt haben, weil wir in einer Lump- und Pumpwirtschaft leben und weil unsere Politiker allesamt kein Konzept haben außer dem systemimmanenten Wachstumsgeschwätz...

Grüße
Doris
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Beitrag#8von Fuhrmann » Dienstag 12. Mai 2009, 19:17

Das ein Arbeitsloser oder ein Rentner in einem Tauschsysthem agieren muss hat nichts mit dem Geld selbst zu tun. Es hat etwas damit zu tun wie unsere Gesellschaft mit diesen Menschen umgeht.

Aber der Ansatz mit den Punkten ist ja gut, sollte der von einigen vermutete Staatsbankrott kommen dann wird so ein System Überlebensnotwendig, einen Schwarzmarkt wird man unterbingen wollen. Wie hoch sollen die Steuern und Gebühren werden, wenn wir in den folgenden Jahren anfangen die *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** abzuzahlen ? Dann wird eine Regionalwährung eine Möglichkeit sein übrhaupt satt zu werden.

Übrigens gibt es ein Sozialsystem dieser Art schon, und relativ perfekt sogar. Gegründet von Deutsch- und Schweizstämmigen Menschen in den USA. Dort zahl keiner in Brand-, Arbeitslosen oder Krankenversicherung ein, und doch bekommt jeder Hilfe, bzw. fällt keiner druch das Sozaile Netz. Selbst eine Dissertation in Deutschland hat sich Ende letzten Jahrhunderts damit befasst und dieses System als ein System definiert welches wirklich funktioniert. Diese Menschen sind unter dem Namen Amisch bekannt.

Bei dem Beitrag von Doris musste ich gerade lachen, ja es ist schon krass wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind eine Mistgabel oder einen Besen hinzustellen......

Die Verwaltung ist definitiv zu viel. Auf der anderen Seite ist mehr Regelung notwendig je mehr Menschen auf engem Raum leben, bzw. je mehr Menschen mit den Freitheiten die sie haben versuchen andere über den Tisch zu ziehen. Und da sind wir wieder bei dem Punkt wie die Gesellschaft mit Geld umgeht.

Wenn die ganze Erde eine Torte ist und jeder bekommt sein Stück zugeteilt werden alle satt. Aber wenn irgendeiner mehr hat, dann muss ein anderer dafür weniger haben.

Die Demographische Entwicklung in Deutschland ist auf Grund der hohen Bevölgerungsdichte ganz normal. Und anstatt diese umkehren zu wollen, sollte man sie lieber annehmen, ab einem gewissen Faktor wird es wieder Entwicklung geben.

Und Gewallt hat auch was mit der Bevölkerungsdichte zu tun. Das könnt ihr bei Euren Tieren beobachten, sperrt einfach mal viele Tiere zusammen in einen engen Stall, dann werden die aggressiv.

Im Moment kann man mit Geld noch satt werden, aber ich denke man wird auch mal merken dass man Geld nicht essen kann, genausowenig wie Erdöl.

Was die Datenbank angeht, ich dneke für Waren, Geräte, Tiere kann das Sinn machen. Helfen im Form von etwas tun, kann nur Regional erfolgen.
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Beitrag#9von Weitersbacher Hof » Mittwoch 13. Mai 2009, 21:53

Dem ist ja nichts mehr hinzuzufügen.

Zu Ulrike: man lernt erst mit den Jahren und durch viel Erfahrung, bei den Menschen die Spreu vom Weizen zu trennen.
Du bist ja auch kein Küken mehr, aber Zugezogene haben's schwerer, sich zu orientierenBild... Ging mir auch irgendwie so, aber dann hieß es: "Mit der Familie kannst du nix anfangen..." und es stimmte immer.

Wir leisten uns den Luxus, auch geschäftlich niemanden anzunehmen, der uns von vorne herein nicht gefällt. Wenn eine bei meiner Mutter anruft und Rindfleisch haben möchte und gleich erklärt, welch großes Rad sie zu drehen habe und wen sie alles vom Fitness- und Bräunungsstudio her kennt und wann ihre Urlaubstermine sind und wie wir unsere Informationspolitik zu gestalten und wen wir über die Schlachttermine zu informieren hätten, dann sagt der Meister: "Schmeiß de Zeddel weg, die bassd ned bei uns." Und man erspart sich viel Ärger.

Man merkt ja irgendwie, ob sich die Leute für geschäftliche oder private Beziehungen eignen, und man sollte seiner Intuition vertrauen.

Wir haben jetzt eine Tierärztin in unserem Alter, die neulich ein fieberndes Bullchen behandelte, sie horchte ihn ab, erklärte, er habe einen Infekt, was sie spritzen wolle, und es sei gut, wenn man ihn ein bisschen in der Nase nähme und gleichzeitig an der Schwanzwurzel kraule. Als sie noch erzählte, ihr Bruder habe Lachshühner und sie Sundheimer, weil da auch was dran sei für den Topf, wusste ich, dass das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein würde...Bild

Die Dachdecker haben uns 2 Mal die Dachrinne geputzt (6 Meter hoch, da kann ich nicht rauf mit der Aluleiter) und einmal eine Eternitplatte geflickt ("So machen alle Bauern, flickt nur noch mal, manchmal weiß man gar nicht, wo man flicken soll...") und keine Rechnung geschickt. Als es dann durch's Dachfenster auf die Nähmaschine regnete, habe ich gleich bar bezahlt, aber sie leben in der Hoffnung, dass wir früher oder später den ganzen Kram sanieren müssen. Und dann wird's richtig lustigBild...

Amish people faszinierten mich schon immer, es gibt ja auch welche bei Noah Gordon. Am liebsten würden wir wieder mit Pferden arbeiten, nur fehlen die Strukturen: Sattler, Wagner, Stellmacher... Hufschmiede gibt's noch. Wegen der Freizeitreiter.

Was ich vergessen habe bei den kostenlosen Genüssen: den Spaß an der Arbeit, die innere Zufriedenheit, wenn man was geleistet hat.

Nach dem Eggen Sandsteine lesen, tischplattengroße Felsen ausgraben und mit dem Hammer zertrümmern, damit man sie aufladen und abfahren kann. Das macht Spaß, wenn man den Punkt kennt, wo man hinhauen muss, damit sie nachgeben....
Holzstämme spalten ohne Maschinen, wissen, wo man den Keil ansetzen muss, das herrliche Geräusch, wenn er anfängt zu reißen....
Heuballen laden im Mondenschein, die Nachtigall singt, der Uhu ruft, Rehe schrecken, der Hund freut sich...

Und keinen Amipanzer beim Manöver über die Brücke lassen. Hinstellen mit der Mistgabel, auch wenn sie das Geschütz auf dich richten.
Zivilcourage ist ja auch nicht mehr en vogue...

Einen uralten Pferdeflüsterer und ehemaligen Kavalleristen (keinen MilitaristenBildBildBild) wüsste ich, smallfarmer, der hat früher jedes Pferd zugeritten und eingefahren, auch mal einen 6jährigen Norwegerwallach, ganz roh und mit unheimlich sturem Kopf. Aber jetzt wird er wohl nicht mehr an die Mosel fahren wollen, dann muss die Mosel halt hierher kommen. Die Tage rufe ich mal bei Georg an, hatte jetzt noch ein bisschen Getue hier.

Grüße
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Beitrag#10von smallfarmer » Mittwoch 13. Mai 2009, 23:13

Hallo Fuhrmann

Brandversicherung und Arbeitslosenversicherung brauchen die Amishleute bestimmt keine.
Wenn da im Amish County ein Stall oder gar ein Haus abbrennt bauen die das gemeinsam wieder auf.
Ich gehe davon aus ,dass die Amish Firmen auch bevorzugt Amish beschäftigen. Ich denke in den
Amish Sattlereien und bei Pioneer wirst du wenig Nicht Amish finden. Du kennst dich da sicher besser aus.
Pflegeversicherung brauchen die auch nicht. Aber wie läuft das mit der Krankenversicherung?
Ich kenn in Amerika nur dieses Medi-Share System. 50000 Christians who want to pay your medical bills.
Sieh auch www.MEDI-Share.ORG. Aber das ist weiß Gott gewiß keine Amish Erfindung.

@Doris
Nicht Mosel, sondern Westwood Forest. So schlimm ist der Wallach nicht, den kriegen wir auch hier in den Griff.
Wenn wir uns treffen bring ich dir mal mein Lieblings Bilderbuch für Erwachsene mit.
Das Leben der Amish
Edition Braus Heidelberg
Photographie Bill Coleman

So long
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Beitrag#11von Weitersbacher Hof » Donnerstag 21. Mai 2009, 23:35

Ei na ja, das leit jo ned weit vun enanner, sagte der alte Pap Heiderich, darauf angesprochen, dass er nicht se Bäämholler, sondern se Rummerich geboren sei...

Bücher kannst Du immer mitbringen, an Büchern besteht hier akuter MangelBild

Westwood forrest, da fällt mir jetzt spontan Robin Hood ein, obwohl der eher Engländer war als Westerwälder, so als Rächer der EntrechtetenBildBildBild

Irgend einer hat mal gesagt, man habe das Gefühl, dass sich Kindergartenkinder gegenseitig das Lesen und Schreiben beibringen möchtenBildBildBild, wo wohnte der, am entegen gesetzten Ende der Republik?

Wohin steuern wir: in die Inflation oder in die Deflation?

Ein Konzept hat keiner, die einen versinken im Hedonismus, und die anderen verhungern.

Wursteln wir so weiter und tun wir im Kleinen, was wir tun könnenBild

Grüße
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Beitrag#12von Hetfield » Sonntag 24. Mai 2009, 23:31

Es gibt eine Website "Tausch-Rausch". Da ist der Tausch-Gedanke gut beschrieben. Bloß genutzt wird diese Site sehr wenig. Beim Essen gehts vielleicht, einen Tausch-Partner zu finden. Aber was soll ich mit dem Dodge Van Ram, dem mir einer für meine Harley angeboten hatte? Will sagen, Tauschen gegen Geld ist immer noch die flexibelste Möglichkeit.
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Beitrag#13von Weitersbacher Hof » Freitag 29. Mai 2009, 23:23

Natürlich,

wenn es keine Leute gäbe, die Geld widernatürlich anhäufen möchten, dann wäre der Transportaufwand gering, aber such mal eine Gesellschaftsform, in der Neid, Eifersucht, MIssgunst, Gewinnstreben keine Rolle spielen, Du wirst Dich wundern...

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Beitrag#14von milchschaf » Samstag 30. Mai 2009, 11:57

ja das liebe geld.bei uns wird auch noch gekotzelt was das zeug hält gekotzelt(getauscht)Bild
vll sollte man hier mal eine tausch oder schenkerbörse aufmachen.
ich hätte zb noch eine alte rappssaemaschine und ein 4schargenwendepflug wo ich nicht gebrauchen kann.
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Beitrag#15von Herwig » Samstag 8. Mai 2010, 18:02

Nicht nur um dieses Thema mal wieder ins Gerede zu bringen, es gibt ja durchaus auch aktuelle Begebenheiten die unser Verhältnis zu Steuern und Überwachung wieder in den Fokus bringen.
Eine kleine Begebenheit, vom Mittwoch dieser Woche, passt vielleicht zu diesem Thread, möchte ich kurz zum Besten geben:

In einem Hilfeplangespräch, an dem ich als Verantwortlicher für eine 16 jährige Jugendliche teilnahm, waren das Jugendamt und eine Vormündin anwesend. Im Verlauf dieses Gespräches stellte die Jugendliche den mündlichen Antrag, das Jugendamt möge doch bitte die Kosten (60 Euro jährlich) für den Mitgliedsbeitrag im Sportverein (Handball) übernehmen. Als eigenen Beitrag führte sie an, würde sie die 19km (eine Tour, also fast 40 hin und zurück) zum Trainingsort mit dem Fahrrad zurücklegen um keine weiteren Kosten für Bus und Bahn zu verursachen. Kleidung würde sie vom Taschengeld begleichen. Soclhe Kosten würden doch andere Kinder von ihren Eltern ersetzt bekommen...
Der Antrag wurde quasi schon im Vorfeld abgelehnt und begleitet von ausführlichen und ausschweifenden Erklärungen, wie wichtig es sei, verantwortlich mit Steuergeldern umzugehen und die Behörden sparen müssten etc.
Die Jugendliche hörte sich alles an und sagte dann nachdenklich: Na, Hauptsache, dass wissen auch die Griechen.Bild
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Geld Geld Geld

Beitrag#16von plaetzchenwolf » Samstag 8. Mai 2010, 18:15

Eine alte Frau sagte immer: Wenn ich eine Mark mehr habe, als brauche, ist's genug.
Wenn ich so wirtschafte, wie z.Zt. und mein Taschengeld dem Sohn abtrete, der gerade weiterstudiert, bekomme ich nie ein Motorrad oder Leica zusammen...
(Dinge, die nicht wirklich gebraucht werden)
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Beitrag#17von Januschka » Sonntag 9. Mai 2010, 15:25

Moin!

Geld nicht abschaffen

aber

Möglichkeiten im Kleinen nutzen, darüber zu reflektieren und es zu meiden.

Zinsen sind ein interessantes Thema, unbedingt. Ich habe einen Teil des Geldes bei einer Bank ohne Zinsen geparkt. Gehört aber auch uns Mitgliedern, da leisten wir uns das. Falls nötig, gibt es dafür billige Kredite.

Über's Tauschen habt Ihr schon gesprochen, es scheint als wäre keiner dagegen, aber es hat eben Grenzen.

Absolut spannend finde ich, mit Kunden über Geld und Gegenwert zu sprechen.. kleines Beispiel?
Wenn also einer nach Preisen für Enteneier fragt und ich frage, was ihm sowas eher seltenes wert sei. Die meisten gucken da schon vollkommen perplex. Sind sie nicht gewohnt. Wie lange würde der potentielle Kunde dafür arbeiten wollen, ein Entenei zu essen? 10 Minuten, so lange wie es kocht? Oder länger? Weil die Ente ja auch gefüttert und gemistet wurde? Und bei zu niedrigen Angeboten kann er sich schämen, weil er so schlecht verdient. Bild
Ich kann mit ihm darüber räsonieren, daß sein Eierpreis ermöglichen soll, die Ente über den unproduktiven Winter zu füttern - oder ich sage ihm, sein Preis wär zu niedrig und ich ließe dann lieber die Ente drauf liegen und ein Küken draus machen, das könnt ich später essen, da hätt ich mehr davon.

Ihr versteht? Geld ist immer absolut, und keiner will davon mehr raustun als nötig. Aber es geht nicht nur um Kosten, es geht auch um den Wert. Wieviel Genuß und Gegenwert und Fairness wir mit in die Rechnung einbringen. Und wir brauchen einen breiteren Diskurs darüber, wofür wir Geld ausgeben. Mancher kauft dann lieber Hühnereier im Discounter als Hühner- oder Enteneier bei mir und flegt von den Ersparnissen 5 Tage nach Teneriffa. Find ich eine blöde Wahl, aber was soll's.

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interessanter Vergleich

Beitrag#18von plaetzchenwolf » Montag 10. Mai 2010, 05:59

... somit müsste ein Manger 333 Euro für ein Entenei bezahlen, "schämen" müssen die sich eher nicht, wo die "unsere" Krise so gut im Griff haben! (10Min "Arbeit")
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