Nutztierarche werden?

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Post#51by Januschka » Friday 16. April 2010, 22:16

MiVa,

jedeR wie er/sie meint...

Wir schlachten selbst und essen das auch.

Legalerweise verkaufen wir lebende Tiere und helfen dem neuen Besitzer ggfs. beim töten.

Kaninchen und Hühner zu schlachten kannst Du sicher, bei Schafen geht es besser zu zweit. Für den Eiegenbedarf sollte das doch keine Problem sein, oder? Und wenn Du Dich daran hälst nur zu verkaufen, was Du auch essen würdest... ??

Mach Dir nichts vor, wenn Du Tiere hälst, mußt Du auch darauf vorbereitet sein, sie zu töten. Wer will schon im Ernstfall warten bis ein Fachmann mit Lizenz zugänglich ist?? Das ist ja nciht unbedingt das barmherzigste. Es ist ein Teil der Verantwortung die Tierhaltung mit sich bringt.

Januschka

Ach so, Hühner:
Wir haben ca. 20 +3 Hähne derzeit. Ich warte noch darauf, wer sich im Machtkampf durchsetzt oder ob weiterhin jeder seine Hennen hat. Dann behalte ich alle bis zum Herbst. Brutsaison geht nun los, zum Herbst werde ich dann evt. die ältesten Hennen und wohl den alten Hahn herausnehmen. Da ich einen recht guten Überblick habe, wer legt, ist die Wahl da nicht zu schwer. Kommt aber darauf an, was die Brut nun erbringt (Naturbrut und Brüter)
Ich verkaufe Überschüsse an die nächste Lebensmittelkooperative und Kollegen im Büro. Überschußhähne gibt es nicht. Alles Elektrolux :-)
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Post#52by MiVa » Saturday 17. April 2010, 20:42

@Januschka
Ganz ehrlich,mein Mann und ich können keine Tiere töten.Er möchte das definitiv nicht und ich weiß es nicht.Fische ja,aber ein Huhn,Kaninchen usw. ich weiß nicht... :? Daß man Tiere den letzten Gnadenstoß gibt,wenn sie unheilbar krank sind,das ist ja selbstverständlich.Hatten grad letztes Jahr unsere Vollblutstute einschläfern lassen müssen und das ging uns alle sehr,sehr nahe :( ,weil unsere Tiere wie Familienmitglieder sind. Wenn ich nicht so einen engen Bezug zu den Tiere habe/hätte... :? Vielleicht würde es dann gehen.
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Post#53by Januschka » Saturday 17. April 2010, 22:33

MiVa,

ich würde dann von dem Gedanken an Tierhaltung oder gar Arche Abschied nehmen. Leben und Tod gehören zusammen, sind eine Einheit. Als Tierhalter bist Du für Paarung und Geburt ebenso verantwortlich wie für das Töten bzw. gutes Sterben. Image

Willst Du mit einem verletzten Kaninchen zum Tierarzt fahren? Ausgerenkte Beine einrenken, gebrochene Beine schienen/lassen? Zerfledderte Ohren.. ja was damit machen?
Willst Du mit einem verletzten oder kranken Huhn zum Tierarzt? Kleintierpraxen hier haben von sowas keine Ahnung -- und typischerweise gibt es solche Schwierigkeiten ja nciht zwischen 8 und 17 Uhr.
Ich bin dann froh, daß ich das Zappeln, quieken, flügelschlagen, röcheln, die Panik, den Schock, nciht stundenlang ansehen muß, nicht warten muß, bis das Tier irgendwie den Transport mit allem Streß übersteht, die Wartezeit bis der Arzt Zeit hat oder sich im letzten Seufzer endlichendlich streckt. Image

Von Kosten für Arzt/Schlachter mal ganz abgesehen. Das ist enorm schwer kostenneutral zu machen.

Generell denke ich:
Wer Fleisch essen will, muß töten und wer Tiere hat, muß sich auch um Unfall und Krankheit Gedanken machen und Verantwortung übernehmen. Ich möchte nicht stundenlang auf einen Tierarzt warten, wenn ich eines meiner Tiere leiden sehe und der Arzt nur tut, was ich auch könnte: Dem Leid ein Ende machen. Das vertrüge sich nicht mit meinem Gefühl von Verantwortung. Ich hätte da das Gefühl, mein Tier im Stich zu lassen, weil ich zu schwach bin zu tun, was eben getan werden muß. Aber das ist gut möglich, daß ich da radikal (an die Wurzel gehend) bin. Ich neige zu Konsequenz Image

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Post#54by MiVa » Sunday 18. April 2010, 09:39

@Januschka
Das ist schon ziemlich hart was Du gegen mich schreibst und ich hab Dir in einer anderen Rubrik ein Karma-Punkt gegeben und jetzt ...? Geht es bei Dir als Arche-Mitglied nur um´s Töten? Kannst Du keine Tiere lieb haben,die bis ans Ende ihres Lebens bei Euch sein dürfen? Natürlich muß man eine Auslese treffen bei Nutztiere und sie schlachten oder schlachten lassen.Wieso muß ich das können?Nur weil ich keine Tiere töten kann,darf ich keine Tiere halten bzw. dürfte ich keine Nutztier-Arche werden? Also,wenn das so ist,dann möchte ich auch kein Mitglied der Arche werden.So viel ich weiß werden alte Pferderassen und Hunderassen nicht getötet und man kann sich trotzdem bei der Arche eintragen lassen. Es gibt nämlich auch Menschen,die lieber lebende Tiere verkaufen.Hunde kann man ja auch essen oder würdest Du die dann auch nach einer gewissen Zeit töten,weil es ja so sein muß.Ach nein,Pferd und Hund haben ja einen anderen Nutzbereich,deswegen,braucht man sie nicht zu schlachten und kann trotzdem Arche-Mitglied werden.Der Mensch bestimmt über Leben und Tod der Tiere,aber wehe,das Tier bestimmt das Lebensende des Menschen.Oh Gott!!Dann wird ein Theater gemacht wie böse Tiere sind,nur weil es aus irgendeinem Grund ihn getötet hat.Deine Aussagen sind schon krass,verurteile Dich aber nicht wie Du das machst.Ich meine,wenn Du so cool bist beim Töten der Tiere.
Wenn Du meinen Text richtig gelesen hättest,dann hättest Du gesehen,daß ich im Notfall ein Tier von seinen Leiden erlösen würde,wenn ich eins z.B. auf der Wiese am Sterben liegen sehe.Da würde ich natürlich auch nicht auf den Tierarzt warten. Du tötest auch Pferde? Darf man das einfach so in Schweden und es dann essen? Oder was meinst Du hätten wir mit unserem Pferd machen sollen? Es war nicht als Schlachttier eingetragen(dann hätte das der Schlachthofbesitzer erledigt) somit ist es in Frankreich Gesetz,daß man den Tod eines eingetragenen Tieres als Reit- oder Haustier melden muß.Es wird vom Tierarzt sachgemäß eingeschläfert und später abgeholt für die Verbrennungsanlage.Macht man das nicht,mußt man hohe Strafen zahlen.Da müßtest Du einen Menge Tiere schlachten bis Du an diese Geldstrafe ran kommst. Scheinbar herrscht bei Dir noch eher das Wildwestleben in Schweden.
Kaninchen,wenn sie nicht zur Familie gehören,und krank wären,würde ich von einem Bekannten,der die Erlaubnis hat zu töten,diese entsorgen lassen.Da würden wirklich die Tierarztkosten über den Wert des Schlachtkaninchens liegen. Tiere,die zur Familie gehören haben einen anderen Stellenwert. Kennst Du das auch? Oder gibt es bei Dir nur ein: Tier produzieren zum Töten? Es gibt Kompromisse, oder Du könntest es etwas freundlicher rüberbringen. Ich greif andere ja auch nicht an.Jeder hat seine Meinung und das ist auch gut so.Du kennst mich ja garnicht und würdest mir die Tierhaltung verbieten? Komm und schau erst mal wie unsere Tiere leben.Täglich in Freiheit(Auslauf,Weiden,das ganze Jahr über,selbst gemachtes Heu,als Kraftfutter nur Gerste,Rübenschnitzel, Gemüseabfälle usw. Ach Gott,was bin ich für ein MIESER TIERHALTER?! :eyes: :? Denk mal drüber nach.Ich respektiere Menschen,die Tiere einfach so töten können zum Essen,aber es gibt auch die Menschen,denen das große Schwierigkeiten bereitet,aber es ev. doch machen können oder garnicht.Respektier das ,bitte!!Danke!!
Wie gesagt,man kann überschüssige Tiere von jemanden schlachten lassen,also bitte,was soll das Angegreife?Gruß MiVa
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Post#55by Herwig » Sunday 18. April 2010, 10:05

Es drängt mich, folgendes richtig zu stellen:

Nicht jeder der hier schreibt ist zwingend Nutztier-Arche. Es ist ein offenes Forum über Agrobiodiversität in der Landwirtschaft, also der Vielfalt. Ich bin auch für die Vielfalt der Meinungen...
Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung.

Und genau genommen hat Januschka (die keine Nutzier-Arche ist) auch niemandem verboten Tiere zu halten, wenn er nicht schlachten mag. Das kann sie ja gar nicht, und schon gar nicht kann sie bestimmen wer Nutztier-Arche werden kann und wer nicht, das mache ich doch.Image

MiVa hingegen hat auch nicht behauptet keine Tiere essen zu wollen, sondern vielmehr, dass eine Tötung der eigenen Tiere problematisch ist.

Ich kann beide Positionen verstehen. Ich habe eine Gans die ist 16 Jahre alt, einfach so, weil sie schon so lange bei uns ist, kriegt sie Gnadenbrot. Ich habe auch Kaltblutpferde und hätte Prbleme unseren guten alten Samson zu schlachten und aufzuessen.

Ich schlachte aber auch Schafe, Kaninchen, Geflügel und Schweine selber, weil ich Fleisch esse und weil cih kein anonymes Qualfleisch vom Discounter essen will. Spaß macht mir das Schlachten allerdings nicht, es ist immer ein Angehen für mich, dennoch ist es eine Konsequenz die ich tragen will, weil ich denke das ich es muss.

Tierliebe ist immer problematisch in der Nutztierhaltung.
Das bedeutet aber nicht, dass Nutztierzüchter ihre Tiere nicht gern mögen. Unsere Tiere gehören auch zur Familie, bzw. haben Familienanschluß in gewisser Weise, ich lehne es ab Tiere zu vermenschlichen. Man kann ein Schwein sicherlich auch im Schlafzimmer aufziehen, dennoch bleibt es ein Schwein, sowie ein Mensch auch ein Mensch bleibt, wenn man ihn in den Schweinestall sperrt!

Eines jedenfalls steht fest, das Fleisch im Discounter oder vom Schlachter um die Ecke, stammt nicht von Tieren die totgestreichelt wurden.
Ich finde den Einstiegt in die Nutztierhaltung in Ordnung, wenn man seine Tiere auch mal vom Nachbarn töten lässt.
Für den Rasseerhalt tut man allerdings wenig, wenn man eine gefährdete Tierrasse auf die Wiese stellt und wartet bis es von alleine stirbt. Eine Rasse kann nur erhalten werden, wenn sie auch genutzt wird, dass bedeutet in unserem Fall, Zucht und Nutzung.
Wer züchtet muß auch schlachten oder eben schlachten lassen.
Kinder auf dem bauernhof haben oft eine gesündere Einstellung dazu als wir Erwachsene.
An anderer Stelle habe ich schon ein belauschtes Gepräch meiner Tochter wiedergegeben, sie war damals 6, stand mit ihrer Freundin am Kaninchenstall um ein Kaninchen auszuwählen, das sie wieder im Puppenwagen spazieren fahren, und ich hörte sie sagen:
Das ist Hoppel, der ist leider etwas krank, Papa macht den gesund. Wenn nicht, dann wird er geschlachtet und wir essen ihn, mit brauner Soße und roten Kohl, das ist lecker.
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Post#56by Januschka » Sunday 18. April 2010, 11:08

[quote="MiVa"]@Januschka

Wenn Du meinen Text richtig gelesen hättest,dann hättest Du gesehen,daß ich im Notfall ein Tier von seinen Leiden erlösen würde,wenn ich eins z.B. auf der Wiese am Sterben liegen sehe.Da würde ich natürlich auch nicht auf den Tierarzt warten.
Moin MiVa!

Habe ich offenbar also entweder nicht verstanden wie Du es gemeint hast. Also der Reihe nach:

Tut mir leid, wenn ich - wie schon fast erwartet - radikal rübergekommen bin. Das war nicht als persönlicher Angriff gemeint, nicht GEGEN Dich, sondern als Aufwecker, sozusagen für Tiere. Und ich denke auch, daß da manches durcheinandergeht.


Erstmal bin ich keine Nutztierarche, weil mir hier im Ausland noch das rechte Motiv angeht, doch halte ich seltene Tiere in Genbank. Erhalten durch vermehren und nutzen = essen. *grinst* Weiß auch nicht, ob Herwig mich überhaupt durchlassen würde nach allem, was hier so abläuft. Bin ich ein anderer Mensch/Tierhalter ohne das Archeschild?
Zweitens geht es bei der Tierhaltung nciht ums töten als solches oder gar als Freude (da ist ja Jagd viel einfacher). Es geht um den Nutzen den Tiere in irgendeiner Form bringen: Als Fleisch, Arbeitskanmerad, Federn, Fell, Freudentränen, Gesellschaft, Eierlieferant, wasauchimmer.
Drittens geht es nicht darum, ob mein alter Hund nciht mehr Teil des Rudels sein darf oder das alte Huhn weg kommt, weil es keine Eier legt. Es geht mir darum, daß alle diese Tiere mir anvertraut sind und ich daher auch die unbequemen Beschlüsse fassen und ggfs. auch umsetzen muß.

Ich habe Dich so verstanden, daß Du und Dein Mann keine Tiere töten mögt/könnt/werdet und das halte ich nach wie vor für äußerst problematisch, wenn man Tiere hält, insbesondere Nutztiere. Aber auch Kuscheltiere werden allzu oft unnötiger Quälerei ausgesetzt, weil Menschen nicht die Kraft haben, zu akzeptieren, daß der Tod gut sein kann und immer am Ende des Weges steht. Und daß dieser Weg oft kürzer ist, als mensch es sich wünscht.

Es geht nicht darum, wie cool oder nervös ich bin beim töten (und das variiert natürlich). Es geht mir darum, daß auch töten notwendig ist und daß ich das nciht auf andere abschieben will und muß. Letztendlich, und das wissen wir alle, die wir schon alte Tiere hatten, ist Sterbehilfe oder Tötung zuweilen der letzte Freundschafts- oder Respektsbeweis, den es zu erbringen gilt.

Wenn wir uns da einig sind, ist doch alles prima, aber ich habe das eben so nciht verstanden aus Deinem Ursprungsposting. Das hörte sich für mich an wie 'Tiere haben und essen, aber bloß nix mit Tod zu tun haben'.


Tiere die zur Familie gehören, schreibst Du. Irgendwie sind sie alle zumindest extended family. Ich habe alle ausgesucht, mich aktiv für sie entschieden, sie willkommen geheißen, sehe alle ihre Befindlichkeiten und Launen, sorge mich und sorge für sie, päppele, nehme Rücksichten, suche ihre Sexpartner aus, bestimme ihr Familienleben und greife auch mal ein/durch. Fast jeder Tod durch Unfall oder Krankheit oder erfolgreiche Räuber ist für mich ein Versagen meinerseits, weil ich die mir anvertrauten nicht schützen konnte. Aber wie bei der verletzten Ente: Was getan werden muß, wird getan. Töten ist keine Hobby oder Leidenschaft, es ist Bestandteil des Lebens. Und da habe ich einfach Glück, in der Nahrungskette recht weit oben zu stehen (obwohl das Wildschwein neulich nicht sicher war, wer von uns höher steht).

Und was das urteilen über Menschen angeht, große Göttin. Wir machen uns alle Bilder von unseren Gegenübern, die stimmen mal mehr mal weniger. Wer das abstreitet .. mhmm... Wirkliche Urteile sind wohl eher selten darunter, dazu muß man schon sehr viel wissen, um sich sowas erlauben zu können.

Sehen wir nun klarer miteinander?

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Post#57by Alex » Sunday 18. April 2010, 12:13

Hallo,

wir halten unsere Tiere auch mit Liebe und Hingabe, aber am Ende des Weges steht der Gang in die Gefriertruhe, allerdings für die Ziegen, Lämmer und Schweine hole ich mir einen Metzger, ich bin dabei beim Schlachten, steh neben dran, damit keiner Angst kriegt. Allerdinmgsd eine meiner Ziegen selber die Kehle durchzuschneiden, würde mir unendlich schwer fallen. Das Geflügel schlacht ich mit meinem Lebensgefährten und für die kaninchen kommt mein Vater. Komischereweise kann ich die Tiere ausuchen rausführen, Hühner festhalten rupfen usw. Aber das eigentliche Töten fällt mir schon schwer, hab auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn mir die Ziegewn vertrauensvoll hinterherh hüpfen und ich führ sie zum Metzger, aber thats live, wäre es nicht so, hätten sie den Sommer auf der Weide gar nicht erlebt. Wir schlachten auch alles am Hof, damit sie keinen Streß haben, bis die merken was abgeht, wars das schon.

bis denn Alex
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Post#58by Januschka » Sunday 18. April 2010, 12:33

Alex wrote: Aber das eigentliche Töten fällt mir schon schwer, hab auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn mir die Ziegewn vertrauensvoll hinterherh hüpfen und ich führ sie zum Metzger, aber thats live, wäre es nicht so, hätten sie den Sommer auf der Weide gar nicht erlebt. Wir schlachten auch alles am Hof, damit sie keinen Streß haben, bis die merken was abgeht, wars das schon.



Ein schlechtes Gewissen hab ich irgendwie nicht, aber die 'Trennung' tut mir schon mehr oder minder leid... Denn ich sag mir immer, daß das Vertrauen ja insoweit gerechtfertigt und gut ist, als daß sie keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht haben im Leben - und das dann im Tod auch nciht sollen.

Ich seh das wie Du Alex:
Ein gutes Leben und dann müssen sie tot sein bevor sie's merken, wenn es um Schlacht geht.

Und wenn es ums Töten wg. Krankheit oder Verletzung oder Alter geht - da isoll das Vertrauen der Tiere, daß ich mache, das alles gut wird ja auch gerechtfertigt sein/werden.

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Post#59by MiVa » Sunday 18. April 2010, 19:11

@Januschka,
es gibt nur einen Gott und das ist auch gut so. Ich will mich garnicht mit irgend jemand hier streiten wegen dem Thema Töten usw. Bei unserem Vollblut sind wir während des Einschläferns bis zum letzten Atemzug dabei gewesen,denn das sind wir ihr schuldig gewesen,sie bis zu ihrem Tod zu begleiten und so wird es auch bei unseren Hunden sein,wenn es dann soweit ist.
Das Beispiel mit dem sterbenden Tier auf der Wiese(Schlange,Maus oder so) soll bedeuten,daß ich auch,wenn es mir schwer fällt, dem Tier den letzten Schlag gebe,damit es nicht leiden muß.Aber zu bestimmen,Du wirst morgen getötet widerstrebt mir. Kann man lernen das zu überwinden,ist das Schlachten kein Problem.Da sind wir uns doch einig?
Vielleicht wird man etwas "abgebrühter",wenn man richtiger Nutztierhalter ist und regelmäßig Tiere selber schlachtet,sonst würde das ganze ja ständig in Heulerei enden. Selbstversorger denken ja auch über das Schlachten anders , als reine Tierliebhaber. Wir sind ja hier um sich auszutauschen,ob mit oder ohne schlachten. Ich denke,Du wirst mir trotzdem als antworten mit Deinen Erfahrungen. Vergessen wir einfach das Thema Schlachten vorerst. Vielleicht überwinde ich mich irgendwann mal dazu ein Kaninchen zu schlachten mit Hilfe meines Bekannten,der das sehr gut kann oder muß mich mit Alkohol stärken,grins. Wäre schön,wenn man sich weiterhin über die Haltung austauschen könnte,denn da kann man immer viele Tips von anderen bekommen,wie man vielleicht was verbessern kann.

@Herwig
Nutztiere hält man zum Schlachten,genau das ist ja der Punkt.Kann man das oder nicht? Wenn man es eindeutig bejahen kann,dann ist es kein Problem mit allem was dazu gehört. Aber,wenn man jemand hat,der einem die Tiere schlachtet,wären dann ja auch ok.Die alte Nutztierrasse würde ja dann auch genutzt und erhaltet,nur,daß der Besitzer nicht selber sein Tier töten muß. Der Tod ist kein einfaches Thema,egal ob es einen Menschen oder ein Tier betrifft. Ich hoffe,daß dieses Forum offen ist für alle Tierhalter,egal ob Nutztier-Arche,Selbstversorger oder nur Tierliebhaber.Man kann von allen gute Ideen zur Verbesserung der Haltung usw. bekommen.
Ja,das mit den Discounter-Fleisch hast Du schon recht. Wenn man sein eigenes "Fleisch" züchtet weiß man was man hat,wenn nur dieses leidige schlachten nicht wäre,aber dann muß es halt sein.

@Alex
Dein Beitrag hilft mir sehr.Danke!! Vielleicht werde ich irgend wann mal auch"richtiger Nutztierhalter",wer weiß?!
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Post#60by Januschka » Sunday 18. April 2010, 19:41

MiVa wrote:@Januschka,
es gibt nur einen Gott und das ist auch gut so. Ich will mich garnicht mit irgend jemand hier streiten wegen dem Thema Töten usw. [...]
Das Beispiel mit dem sterbenden Tier auf der Wiese(Schlange,Maus oder so) soll bedeuten,daß ich auch,wenn es mir schwer fällt, dem Tier den letzten Schlag gebe,damit es nicht leiden muß.Aber zu bestimmen,Du wirst morgen getötet widerstrebt mir. Kann man lernen das zu überwinden,ist das Schlachten kein Problem.Da sind wir uns doch einig?
Vielleicht wird man etwas "abgebrühter",wenn man richtiger Nutztierhalter ist und regelmäßig Tiere selber schlachtet,sonst würde das ganze ja ständig in Heulerei enden. Selbstversorger denken ja auch über das Schlachten anders , als reine Tierliebhaber. Wir sind ja hier um sich auszutauschen,ob mit oder ohne schlachten. Ich denke,Du wirst mir trotzdem als antworten mit Deinen Erfahrungen. Vergessen wir einfach das Thema Schlachten vorerst. Vielleicht überwinde ich mich irgendwann mal dazu ein Kaninchen zu schlachten mit Hilfe meines Bekannten,der das sehr gut kann oder muß mich mit Alkohol stärken,grins. Wäre schön,wenn man sich weiterhin über die Haltung austauschen könnte,denn da kann man immer viele Tips von anderen bekommen,wie man vielleicht was verbessern kann.



Über Religion reden wir besser anderswo, sind eh schon ganz furchtbar off topic hier...

Die Begriffe 'richtige Nutztierhalter' und 'abgebrüht' widerstreben mir (natürlich), aber was soll's. Allerdings kann ich von der Verbindung von Tötungswerkzeugen und Alkohol nur abraten (jedenfalls VOR der Benutzung ersterer).

Ich sehe Leben und Sterben /Tod ale Einheit. Ich lebe nur durch das Töten, egal ob Johannisbeere oder Kaninchen. Es ist wichtig, sich das klarzumachen. Und es ist für mich wichtig, wie das Töten geschieht und warum.

Januschka,
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Post#61by MiVa » Sunday 18. April 2010, 21:57

@Januschka
Ich will gar nicht über Religion sprechen.Mein Satz war lediglich eine Antwort auf Deinen Satz:"Und was das Urteilen über Menschen angeht,große Göttin."->siehe Deinen Beitrag von 11Uhr08
Ich hab doch gesagt,daß ich es verstanden habe,daß Du Tiere töten mußt.Es gehört zu Deinem Leben mit Nutztieren dazu.Brauchst Dich doch nicht ständig wiederholen.
Alkohol und Schlachten war ein Witz. Schau mal, ich hab "grins" hinten dran geschrieben. Verstehst Du keinen Spaß?
Und abgebrüht habe ich in Anführungszeichen gesetzt,d.h. man kann es anders ersetzen.Mir ist nur kein passendes Wort eingefallen.Ich meine damit,es macht einem nicht mehr so viel aus,wie am Anfang.

Und "richtige Nutztierhalter" braucht Dir auch nicht widerstreben. Denn Du sagst ja selber,entweder man hält Nutztiere um sie dann zu schlachten oder nicht. Ich zum Beispiel bin kein "richtiger Nutztierhalter" im Sinne der Nutztier-Arche usw.,weil ich Nutztiere zwar habe,sie aber nicht schlachte,sondern sie nur lebend verkaufen werde/würde. Mein Onkel ist für mich auch richtiger Nutztierhalter,da er auch seine Hühner usw. schlachtet. Zwar mit einem unguten Gefühl,aber die Tatsache,daß etwas Eigenes auf den Tisch kommt,wiegt das andere wieder auf. Alles klar?
Hoffe,die Mißverständnisse sind jetzt vom Tisch.

An alle, gute Nacht. Gruß MiVa
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Post#62by mangalitza » Sunday 18. April 2010, 23:41

Ob jemand seine Nutztiere selbst schlachtet oder schlachten läßt, muss jeder für sich entscheiden und hat nichts damit zu tun, ob jemand ein richtiger oder kein richtiger Nutztierhalter ist; außerdem ist das überhaupt kein Kriterium für eine Nutztier-Arche.

Ich persönlich sehe keinen Sinn mehr darin, diese Diskussion in dieser Form hier weiter zu führen; Januschka und MiVa können sich ja posten, telefonieren oder trommeln, um sich zu "reiben".
Michael
Nutztier-Arche Kastanienhof (Hof Nr. 56)
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Post#63by MiVa » Monday 19. April 2010, 18:30

@Michael
danke für Deinen Beitrag.Jetzt bin ich aber erleichtert. So habe ich mir das auch vorgestellt.
Das Thema ist für mich auch abgehakt. Gruß MiVa :D
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