Sicherheitsbestimmungen zum Dioxin

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Sicherheitsbestimmungen zum Dioxin

Post#1by Herwig » Saturday 15. January 2011, 20:40

Es werden nun die Rufe laut nach besserer Kontrolle der Futtermittel. Wie seht ihr das, sollte mehr kontrolliert werden?
Kann das überhaupt kontrolliert werden?
Was ist mit der sogenannten freiwilligen Selbstkontrolle?
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Post#2by Alex » Saturday 15. January 2011, 23:14

Hallo,

ich mische mein Futter seit Jahren schon selber, eben weil ich dem Fertigfutter nicht traue, mit mehr oder weniger Kontrollen, das ist nicht relevant.

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Post#3by Frankenvieh » Sunday 16. January 2011, 11:58

Es gibt schon mEhr Kontrollen. Zumindest wiedermal ein Formular zum Ausfüllen.... Für jede Schlachtkuh muss Unterschrieben werden das sie kein Dioxin gefressen hat....ImageImageImage



Unser Betrieb mischt und schrotet das Kraftfutter selbst, Soja gibt's nicht. Und woher soll ich wissen ob in irgenteinem Futter Dioxin drin ist???? Kann man das riechen, fühlen, sehen oder schmecken????Image
Auf den Sackanhängern vom Milchpulver ist es nicht angegeben...Image



Frage: kann man viele kleine Betriebe besser kontrollieren als wenige große???


fertigfutter kaufen auch viele kleintierzüchter, zum Teil sind da auch Medikamente enthalten z.B. gegen Koki oder Schwarzkopf. Alles ganz legal mitgegessen....wer kann das Nachvollziehen wer da was gekauft hat?
Vielleicht kommen jetzt auch noch Abgabebelege fürs Futter...


Der Dioxinnachweistest ist auch sehr teuer! Ich glaube auch nicht das Ilse ein Gesetz rausbringt zum Verbot das einer technische und Futterfette in einem Betrieb herstellen kann. Irgenteine Gesetzeslücke gibt's doch immer! Freiwillige Kontrollen? Nützt ja nix wenn's wissentlich reingekippt wird.

Wer's austrägt sind die Bauern. Image


Es ist wirklich ImageL besser man mischt selber! Aber es ist halt auch einfacher: Tüte auf und drüberImage



denkt auch mal an die BSE-Krise: was wurde da verboten? Und ist heute zum Teil wieder erlaubt?
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Post#4by armin » Sunday 16. January 2011, 14:06

Eines ist jetzt schon klar, bevor irgend etwas beschlossen wurde: Eine vernünftige Lösung wird es nicht geben. Zwei Gründe:
  1. Der Verbraucherwunsch nach immer billigern Nahrungsmitteln sorgt allmählich dafür, dass nach den Bauern auch die verarbeitende Industrie und der Handel immer weniger Geld verdienen. Preissteigerungen sind ausgeschlossen und Kostensenkungen sind auf legalem Wege kaum noch möglich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste kriminelle Handlung auffliegt. Vermutlich werden sich solche Skandale häfen, wenn nicht die Verursacher all das unrechtmäßig verdiente Geld in die Vertuschung investieren.
  2. Politiker sind nicht daran interessiert, Probleme zu lösen, sondern der schlecht informierten Öffentlichkeit vorzugaukeln, sie hätten das Problem gelöst. Uns' Ilse ist - genau wie sämtliche Bundes- und Landesregierungen - Vertreterin der industriellen Landwirtschaft. Wer jetzt glaubt, dass von dieser Siete wirksame Regelungen zu erwarten sind, der glaubt auch an den Weihnachtsmann! Am Ende wird man einen Haufen Bürokratie beschließen, bestehend aus Ge- und Verboten sowie Dokumentationspflichten, mit denen man vor allem kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe und vielleicht auch ein paar kleinere Futtermittelhersteller belastet und zur Aufgabe zwingt. Ändern sich dadurch garnichts, der nächste Skandal kommt todsicher...
Und das dauernde Gerede von der freiwilligen Selbstkontrolle kann ich nur noch als satirischen Witz verstehen!

Kurz zusammengefasst: Egal, was für Kontroll- oder "Selbstkontroll"-Mechanismen jetzt beschlossen werden, es wird nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver sein, dass mehr Schaden als Nutzen stifte. Und ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich damit nicht einverstanden sein werde.

Das gesamte System der Landwirtschaft, der Nahrungsmittelindustrie und des Handels ist mit verstärkten Kontrollen nicht mehr in den Griff zu bekommen. Wir brauchen einen Bewusstseinswechsel beim Kunden, der gleichzeitig auch Wahlbürger ist. Aber der lässt auf sich warten: 66 % der Konsumenten werden Essgewohnheiten auch nach dem Dioxin-Skandal nicht ändern und die übrigen 34 % haben es in ein paar Wochen auch vergessen.

Und mir isses langsam auch egal, ich kauf das ganze Zeugs nicht...

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Post#5by Alex » Sunday 16. January 2011, 14:14

Hallo,

meine Mutter war eigentlich immer ein Ottonormalverbraucher, mittlerweilen bestellt sie aber auch ne Ökokiste und gestern hat sie mich gefragt, ob ich denn noch Lamm hätte(das wollte sie eigentlich immer nicht )aber genug Schwein und Geflügel für alle hab ich nicht, und nachdem ihr mittlerweilen endgültig vor Supermarktfleisch graut, möchte sie sich gerne an mein Lammfleisch, von dem ich immer die größten Mengen habe, mal ranwagen.

Grüße Alex
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Post#6by klosterbauer » Sunday 16. January 2011, 21:07

Stimmti - ich glaub auch lieber ans Christkind - und ich glaube schon, dass kleinere Betriebe Vorteile haben. Sie stehen - zumindest bei uns - dem Metzger und Kunden mit dem eigenen Namen ein, sie sind versuchen öfter noch "persönlichere" Vermarktung - und ich kenne viele, die sich noch eine bäuerliche Ethik bewahrt haben. Längerlebige Kühe, mehr Grundfutter, statt Mischfutter getrennt und sortenreine Einkäufe.

Aber mehr Kontrollen helfen da letztlich nichts - davon haben wir mehr als genug. Kriminalität findet immer einen Schlupfwinkel. Persönliche Verantwortlichkeit hilft - nicht einfach Insolvenz anmelden, wenns teuer wird. Können wir Selbständigen normalerweise auch nicht ... (Ausnahme Privatinsolvenz - aber dann ist der Hof weg)

Das meint fürs erste

Peter, der "das ganze Zeug eigentlich auch nicht isst" (schwache Stunden gib´s immer - und heute bestimmt mal Erdnussflips, ich gebs zu)
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Post#7by Christina » Sunday 16. January 2011, 22:33

Ich hab beruflich mit staatlichen Bauten zu tun... Ist zwar etwas vom Thema ab, aber ich muss immer wieder feststellen, dass man da vor lauter Vorschriften schon gar nicht mehr ans Bauen kommt.... Und letztendlich gibt es auch da noch immer unendlich viele Schlupflöcher!!!!!!

Ich glaube nicht, dass mehr Kontrollen, Vorschriften und Bestimmungen so richtig was bringen. Wie sollen denn die Preise in den Supermärkten gehalten werden, wenn da ordentliche Qualität verkauft wird?!?

Ich glaube eher, dass es weiter in zwei ganz verschiedene Schienen gehen wird: Lebensmittel, die "irgendwie" produziert werden, für die man immer neue Bestimmungen schaffen muss, weil immer neue "Schweinereien" aufgedeckt werden.... und Lebensmittel aus der eigenen Produktion (mit möglichst eigenem Futter für die Tiere) bzw. der von wenigen vertrauenswürdigen Verkäufern.

Beste Grüße,
Christina
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Post#8by Herwig » Tuesday 18. January 2011, 11:02

Also ich teile die Aussage von Frau Aigner, dass die Landwirte die Leidtragenden sind, ausdrücklich NICHT.
Als Landwirt distanziere ich mich auch ausdrücklich von solchen Aussagen!!

Das wäre ähnlich als würde ich für die Leittragenden des Contagan Skandals, die Apotheken erklären. Oder die Leitragenden der Tschernobyl Katastrophe wäre die Atomlobby.

Die Leittragenden des Dioxin Skandals sind die Verbraucher, die haben schließlich schon 100 000 verseuchte Eier und zig Tonnen verseuchtes Fleisch konsumiert.
Ich finde es skandalös, wie man versucht hier von der eigentlichen Tragik des Verbrechens abzulenken. Leittragende sind immer die Opfer, dass sollten wir uns merken. Wenn hier ein paar Landwirte ein paar Euros einbüßen, ist das nichts gegen einige schwerwiegende Erkrankungen, von Erwachsenen und vor allem Kinder, die in ein paar Jahren dann vermutlich noch nicht einmal auf diesen Skandal zurückgeführt werden.
Wieviel Menschen daran versterben werden, wird vermutlich nie errechnet werden.
Das aber Menschen dran versterben werden ist unabwendbar!

Wir sollten uns hüten, in diese Abwiegelungsstrategie der Politik einzustimmen.
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Post#9by klosterbauer » Tuesday 18. January 2011, 13:58

Ahoi Herwig

ich bin ja gaaanz oft mit Dir einer Meinung (ist ja auch was schönes) - aber hier sehe ich das auch differenzierter.

"Verarscht" ist für mich die Kundschaft, und die Rate der Dioxinbelastung ist da zwar nicht riesig, aber vorhanden - darum auch Opfer.

Aber ich denke, es gibt hier mehrere Opfer - und in dem Fall auch die Bauern. Dann da, da hat Mettbrötchen schon recht, stehen Existenzen auf dem Spiel. Und wir alle kennen doch die Geschichten, dass sich Bauern im Stall ob der ausweglosen Lage aufhängen. Will ich hier nicht hoffen. Ich finde hier auch Ursachen im System (da haben zu viele Landwirte - Bauern sind es ja nicht unbedingt alle - sich der industriellen Landwirtschaft verschrieben, da gibt es sicherlich auch genug, die den Rubel vor Augen haben). Andere sehen sich in die Ecke gedrängt, behaupten, sie "könnten nicht anders" etc und pp.

Wir machen bio, wir kaufen reine Gerste zu - aber auch ich verlasse mich auf andere und hoffe, nicht verlassen zu sein.

Hier waren Kriminelle am Werke, die haben übersetzt formuliert "Getriebeöl in den Salat gekippt" - das tut man nicht (aber das hat sie nicht interessiert) - und da gibt es sicherlich auf den verschiedensten Ebenen Opfer. Ich bin wahrlich kein Freund der industriellen Landwirtschaft, aber ich würde lieber die Bauern überzeugen als sie in den Bankrott zu zwingen ...

Übrigens zwingen diese Kriminellen auch Tiere in einen sinnlosen Tod - das ist etwas anderes als eine Schlachtung.

Diese Definition zum "Opfer" habe ich gefunden
jemandem/etwas zum Opfer fallen von jemandem/etwas verletzt, getötet, beschädigt od. zerstört werden

Das trifft dann Arbeitnehmer, die von den kriminellen Machenschaften der Chefs in die Arbeitslosigkeit geschubst werden, ebenso zu wie auf Landwirte und Verbraucher, auch auf die Tiere, die gekeult werden.

PS: Ich schrieb es ja schon, dreist finde ich es, jetzt den Schwanz einzuziehen, Insolvenz anzumelden und damit alle im verseuchten Regen stehen zu lassen!

Beste Grüße

Peter
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Post#10by Frankenvieh » Tuesday 18. January 2011, 15:34

klosterbauer wrote:




PS: Ich schrieb es ja schon, dreist finde ich es, jetzt den Schwanz einzuziehen, Insolvenz anzumelden und damit alle im verseuchten Regen stehen zu lassen!

Beste Grüße

Peter


Das glaubst du nicht, oder? Das Teil kauft ein Strohmann billig aus der Konkursmasse uuuund weiter geht's!

@all Frage: Könnten solche Höfe ,wie wir sie führen, DE ernähren?
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Post#11by Alex » Tuesday 18. January 2011, 16:58

Hallo,


ich denke schon das Höfe wie wir sie haben DE ernähren kann, allerdings unter komplett anderen Voraussetzungen, man müsste wieder komplett anders haushalten, den Schlachtkörper ganz verwerten, nicht die Hälfte aus dem Kühlschrank weegschmeißen usw. Die ganze Verschwendungssucht unserer Zeit ist meiner Meinung nach an allem schuld, ich brauch nur an die ganzen Äpfel denken, die bei uns in den Gräben und am Straßenrand verfaulen, weil sie keiner aufhebt.

Ich sehe auch nicht die Verbraucher als die großen Opfer, sie sind doch diejenigen die das billige Zeugs wollen, fürs Essen hat keiner was übrig, unser kompettes System krankt. Dieser Dioxinskandal ist jetzt wieder groß in den Medien, die Leute regen sich künstlich auf und nächste Woche kaufen sie wieder ihr Billigzeugs und motzten, weils noch nicht günstig genug ist.

Um irgendwas zu ändern müsste so ziemlich alles anders werden, aber es will jeder zweimal im Jahr in den Urlaub ein neues Auto alle paar Jahre den neusten Plasmafernseher. Da müssen dann die Eier halt billig sein. Meine Familie und ich wir haben auch nicht das dicke Geld, aber wenn man die Prioritäten auf die elementaren Dinge im Leben setzt, dann kann man sich auch ohne viel Geld gesund und fair ernähren.

Man müsste , die Dinge kaufen, wenn sie bei uns wachsen, und dann wieder mehr einmachen, ich weiß, das Gegenargument, da hat keiner mehr Zeit dafür, und warum nicht? Weil man hinterm Geld herhetzt,um sich unwichtige Dinge zu kaufen, die Kinder von einem Event zum nächsten kutschiert( auf Kosten des Klimas) usw. usw. Letztes Jahr heulte jeder zwecks dem Klimawandel und trotzdem wird immer mehr geflogen, komisch?!

Wir wollen immer schneller immer mehr, das geht nicht ewig gut. Irgendwann knallts wieder, weil sowas ging noch nie gut, die wirklich leidtragenden werden unsere Kinder sein, aber jetzt bin ich vom Thema abgekommen.

Grüße Alex
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Post#12by Herwig » Tuesday 18. January 2011, 17:05

Wenn ich das so höre, muss ich an den Spruch denken: "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus"!

Genau die Sprüche hätte ich nicht erwartet, "geringe Belastung" oder "Nikotin tötet mehr Menschen".

Darum mein Aufruf:
Esst mehr Dioxin belastete Lebensmittel, das ist statistisch viel gesünder als Straßenverkehr, Drogen, Alkohol, Nikotin etc. Millionen von Menschen können nicht irren!

Es geht hier um eine vermeidbare Belastung der Menschen und sie wurde nicht vermieden, weil sich Leute die Taschen vollstopfen wollen.
Mit Abwiegeln kommen wir da gar nicht weiter.

Weder Frau Aigner noch sonst ein Politiker hat ein Wort darüber verloren wieviel Menschen gesundheitlich gefährdet wurden, es geht immer nur um die armen Bauern.

Da muss man notfalls mal Insolvenz anmelden, wie Tausende andere Handwerksbetrieb oder private Menschen auch. Sicher ist das ein Drama, sicher ist das auch schlimm... aber lebensgefährlich????
Für Krebs gibt es keine "Insolvenzen".

Weder Industrie, Politik noch Landwirtschaft ist bereit Verantwortung zu übernehmen, da stimme ich doch nicht in diesen Chor der Abwiegler ein, die ja angeblich nix dazukönnen.

Ich glaube nicht an verträgliche Höchstmengenverordnungen oder an verlässliche, fertig gemischte Futtermittel. Wer das tut, muss eben mit den Konsequenzen leben.
Wer meint, eine geringe Dioxinbelastung (zusätzlich zur sowieso schon vorhandenen Belastung) wäre kein Problem, der glaubt sicherlich auch der Futtermittelindustrie und ihren Aussagen über die Inhalte ihrer Erzeugnisse.

Wir brauchen Alternativen, keine Formeln die uns den jetzigen Zustand schönrechnen.

Darum geht es für mich auch nicht darum, ob Höfe in unserer Größe die Bevölkerung ernähren können, oder mehr kleine Höfe schlechter zu kontrollieren wären.
Vielleicht müssen wir das System ändern??
So lange Lebensmittel zur Preisreguliereung vernichtet werden, unförmige Tomaten oder Obst das in seinen Ausdehnungen nicht der Eu-Norm entsprechen oder zu Tausenden von Tonnen in den Müll des Diskounter wandert, stellt sich doch die Frage nach der Bevölkerungsernährung gar nicht. Heute kommt doch auch niemand darauf die Überproduktion der Lebensmittelindustrie nach Biafra zu schicken.
Mehr Gemüse, weniger Fleisch, vielleicht ist das schon en Teil der Lösung?
Ich kann solche komplexen Erechnungen nicht anstellen, aber eines ist doch sicher, nur weil uns die Bosse erzählen es würde nicht anders gehen, es nicht zu versuchen ist eher eine Eigenschaft von Lemmingen...

Im Übrigen versucht und uns doch die Atomlobby schon die ganze Zeit zu erzählen, wann die Lichter ausgehen. Fällt doch auch keiner mehr drauf rein, oder etwa doch?
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Post#13by klosterbauer » Tuesday 18. January 2011, 17:55

Ahoi

jetzt wogt es aber ....

nun denn, ich denke kaum, dass hier im Forum die Krähen sitzen, dafür sind die landw. Vorstellungen doch zu unterschiedlich verglichen mit den niedersächsischen Agrar-Industrien. Und falls Du mich mit "geringer Belastung" ansprichst - der nachsatz war: Sie sind trotzdem Opfer. Denn auch ich halte nichts von "sicheren" Höchstmengen, da sind wir eins. Fernab ab Deiner Polemik bin ich mir eben nicht sicher, dass sich die ganzen Landwirte, die jetzt ebenfalls Leidtragende sind, die Taschen vollstopfen wollten. Oder ob ihnen beim "Überlebenskampf" nichts anderes einfiel.

Und selbst bei Lieferung von Biogetreide bin ich darauf angewiesen, mich darauf zu verlassen, dass der Transporteur seinen Silowagen gut reinigt, dass der Bauer kein krimineller ist und vieles mehr - wir leben doch so ziemlich alle in der arbeitsteiligen Gesellschaft und versuchen nur, uns die richtigen Partner auszusuchen. Und hoffen, dass das auch klappt.


Dass die Basis für eine gesündere Zukunft eine andere Agrarstruktur ist, da sind wir einig, denke ich.

Sagt

Peter
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Post#14by Alex » Tuesday 18. January 2011, 23:14

Hallo,

ich mische mein Futter schon seit Jahren selber, aber trotzdem muß ich auch z B. Mineralfutter zumischen und weiß auch nicht, ob da irgendein sch... drin ist. Ansonsten gibts bei mir keinerlei Fertigfutter, und mein Getreide sowie die Kartoffeln für mich und die Schweine kommt seit Jahren von zwei kleinen Bauern ganz aus der Nähe, allerdings sind das keine Biobauern, weil die gibts bei uns kaum und dann ist das Getreide einfach zu teuer, wenn ich es irgendwo bestellen muss. Ich kann und muss aber von meinem Hof nicht leben.

Ich bin grundsätzlich gegen sämtliche Qualhaltungen usw. ich kaufe sowas auch nicht, aber die meisten Leute eben schon, einfach weil es ihnen nicht wichtig ist. Das die meisten Billiglebensmittel belastet sind mit Antibiotika Dioxin und von gequälten Tieren sind, dass weiß mittlerweilen doch so ziemlich jeder in unserem Land und doch greift der Großteil danach, weil es sie nicht wiklich interessiert und solange es einen Markt dafür gibt, wird es auch dieses Zeugs geben. Ich bezahle auch keinen Atomstrom mehr, sondern bin zu Naturstrom gewechselt, schon seit längeren, kenne aber in meinen Bekanntenkreis niemanden, der das auch getan hätte.

Ich will hier nicht die armen Bauern verteidigen, aber ich bin trotz allem der Meinung das der Verbraucher die Macht hat. Und der Verbraucher will genormte Tomaten und bläst sich auf, wenn in einem Jahr wie dem letzten die Kartoffeln mal nicht so groß sind.

Ich hatte auch schon Kundschaft, die von meinen Produkten immer gleichbleibende Qualität erwartet, dass kann ich nicht bieten, Je nach Jahreszeit und Wetter usw. ändert sich das halt manchmal. Der Honig von meinem Imker aus dem Nachbarort ist auch nicht jedes Jahr gleich, manche Jahre super cremig das nächste kristalliert er schneller,mir ist das egal, ich weiß wo er her kommt und bin glücklich damit, aber das will die Masse nicht. Die holen sich lieber billigen Verschnitt, weil der ist dann immer gleich.

Und wollen wir wirklich nach noch strengeren Kontrollen rufen, die strengen Gesetzte arbeiten doch sowiso schon nur noch für die Großen, und die finden immer einen Weg um zu betrügen, schwerer wirds doch immer nur für die Kleinen, gerade unsere strengen Lebensmittelgesetzte sind doch schuld, dass sich nur noch die großen Agrarfabriken halten können. Ich bin in unserem Lande doch schon ein Verbrecher wenn ich meiner Mutter ein Dioxinfreies Schnitzel von einem glücklichen Schwein aus meiner Hausschlachtung schenke. Also für meinen Geschmack haben wir schon viel zu viel unsinnige Gesetzte und Kontrollen. Am Ende beschließen sie jetzt das man ein zertifizierter Futtermittelbetrieb sein muss, wenn man sein Futter weiter selber mischen will, dass trau ich denen zu.

An die Großen wagt sich doch eh kein Politiker, die werden fett geschmiert von denen die Geld haben, dass war schon immer so und wird auch so bleiben. Dagegen kann nur das Volk was tun, und das hockt auf seiner Ledercouch vor seinem Fernseher und reibt sich den vollgestopften Bauch.

Grüße Alex
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Post#15by Frankenvieh » Wednesday 19. January 2011, 10:37

Alex wrote:Hallo,



An die Großen wagt sich doch eh kein Politiker, die werden fett geschmiert von denen die Geld haben, dass war schon immer so und wird auch so bleiben. Dagegen kann nur das Volk was tun, und das hockt auf seiner Ledercouch vor seinem Fernseher und reibt sich den vollgestopften Bauch.

Grüße Alex


Das sehe ich genauso! Wer das Geld hat, hat die Macht!


Besser ist aber: Wer das Volk ist, hat die Macht!

Ich habe hier einen Blog auf Landlive gefunden: *** The link is only visible for members, go to login. *** (die billig Lüge)

Hut ab, vor denen die sich in einem Forum voller tlw. richtig blöden Konvis tummeln
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Post#16by Frankenvieh » Wednesday 19. January 2011, 10:42

Hier noch ein Blog von Rickrich: *** The link is only visible for members, go to login. ***


er ruft auch hier zur Demo am 22.1. auf und da ist auch ein Link drin zum "Unterschreiben" einer Petition zur Agrarwende!
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