Deflation oder was?

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Deflation oder was?

Beitrag#1von plaetzchenwolf » Samstag 22. Mai 2010, 16:35

Eben lese ich in einem Diskounterprospekt
"Sonderangebot - Schweinehack 500gr jetzt reduziert: 1,29 Euro !
250 Leberwurst mit Stücken 99 Cents!"
Wie geht das denn, wie kann das gehen, wenn ein DinA4 Brief schon 1,49 Euro an Porto kostet?
Bekommen die Hersteller die Schweine so billig und wenn ja, wer verkauft denen die Tiere ?
Wie kann sich Tierhaltung bei diesen Preisen lohnen ?

Mein Verdacht liegt bei den Subventionen, wenn diese endlich wegfallen,
dann müsste die Landwirtschaft wieder in den Griff zu bekommen sein,
Gelder würden frei, kostendeckende -deutlich höhere- Fleischpreise würden den Konsum auf ein Normalmaß reduzierung und die Umwelt
schonen, mehr Steuern einfahren und der Gesundheit dienlich sein.
Irgendwas läuft auf alle Fälle verdammt schief.
(Der Gang zum "kleinen Metzger im Ort" wird nicht viel an der Eingangssituation ändern, -
der kauft auch nicht anders ein, verkauft aber mit mehr Gewinn, weil nicht viele Kunden um die unterschiedlichen Fleischqualitäten wissen:
Wir haben früher von einem ehrlichen Metzger direkt geliefert bekommen, der einiges erzählen konnte.
Er suchte die Schweinehälften beim Großhandel nach engen Kriterien aus - "Schnellmast" schied aus.)
Versucht doch mal die angebotenen Qualitäten als Verbraucher auszutesten- ihr werdet überrascht sein, wie wenig sich Diskounter und Metzger (es mag noch Ausnahmen geben) unterscheiden!
Ohne gleich mit "Ethik" anfangen zu wollen, bleibt mir dennoch der Bissen im Halse stecken, wenn mit Tieren so umgegangen wird.

Die Löhne gehen aber auch runter:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Im Gegenzug:
Die Autowerkstatt nimmt 80 Euro Stundenlohn- so viel wie 31 Kilo Schweinehack kosten...
Irgendwie ist da was aus dem Lot.

(Den Vergleich mit Manager-Gehältern erspare ich uns)
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Beitrag#2von Herwig » Samstag 22. Mai 2010, 18:08

Nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer hat ein Hähnchen (Broiler) einen Wert von 5 CentBild. Genau das Bekommt auch ein Mastbetrieb! Es muss die Masse machen!!! Der Dung wird dann noch an die nächste Biogasanlage verhökert und erhöht die Rentabilität des Maststalles.
Harald, echt, es ist ALLES aus dem Ruder... Tshirt für Kinder 1€ bei KikBild (zu 100% von Kindersklaven in der 3. Welt hergestellt)

Ich kann nur sagen:
Leute kauft den Schiet nich!!!!!!!!!!!!!!!
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Beitrag#3von Mittelerde » Sonntag 23. Mai 2010, 08:11

Moin,

also wenn man sich mal ein wenig aufmerksam durch das Internet bewegt (die Mainstream-Verblödungs-Medien lassen wir mal außen vor) dann wird man sehr schnell feststellen das es nicht nur in dieser bunten Republik ziemlich schei**e ausschaut .....
Alle die so in meinem Bekanntenkreis zumindest ein ganz klein wenig den Durchblick haben schichten mittlerweile um ...... raus aus dem (Toiletten)Papiergeld ... rein in Sachwerte ..... das muß ja nicht unbedingt Gold und Silber sein, der gefüllte Heizöltank, das neue Auto, die gut gefüllte Speisekammer oder die Sondertilgung für die eigene Immobilie sind ja alles gute Investitionen.

Und zu dem "raus" gehören genauso Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Riester-was-weiß-ich-Versicherungen, alle möglichen Fonds(wo keiner weiß was drin ist). Ebenso alle Währungen, wer glaubt das z.B. der Schweizer Franken eine Alternative ist der irrt gewaltig !!!!!! Die SNB hat mal eben 100 Milliarden Euro gekauft (zur Stützung des selbigen) ..... der gesamte Haushalt der Schweitz hat 55 Milliaren Euro ...... (fällt Euch das was auf????)

Wenn das alles krachen geht (und da bin ich mir sicher) dann ist das ganze nur noch soviel wert wie das Papier wo es drauf steht !!!!!


Unsere ach so klugen klugen Voksverräter .... tschuldigung .... Volksvertreter ..... (ich vertu mich da immer Bild) löschen ja den Flächenbrand mit Benzin ...... was man ja hervorragend an den 750 Milliarden T€uro gerade gut sieht ...... hat ja wirklich was gebracht ......

Dazu passt doch ganz hervorragend der Billigschund ...... das ist die perfekte Ergänzung zu "Brot und Spiele" .... wobei das ja heute Hartz4 und Hartz4-TV heißt ..... damit halte ich doch den Mob von der Straße und wenn die mitkriegen was wirklich läuft is eh alles zu spät. Dann freuen sie sich über die schöne neue DM ..... Bild Bild

Und wenn ich Schweinehack für SO einen Preis sehe will ich lieber nicht wissen was da drin ist ....... geschweige denn das ich das essen will ..... (aber vielleicht bin ich ja auch nur etwas kleinlich Bild)

In diesem Sinne dann mal ein schönes Pfingstwochenende ...... (und wer mal so ein bischen nachlesen mag dem empfehle ich die goldseiten.de ...... das ganze Edelmetall blendet man einfach aus und dann ist das seeeeehr interessant)
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Beitrag#4von Frankenvieh » Sonntag 23. Mai 2010, 08:44

Achtung, die aktuellen Ringferkelpreise (25kg)
Thüringen 52,50€
Niedersachsen 47,00€
.....
Systemferkel (Babyferkel 8kg) 30,70€



Niederlande 31,00€ (23kg)
Spanien 38,00€ (20KG)
Italien 69,50€ (25kg)

So, vom 10.5. - 16.5. wurden in Thüringen 23425 schweine geschlachtet mit einem Gewicht von 94,4 kg SG zu einem Preis 1,38€/kg (immer nur Durchschnitt). Naja rechnen könnt ihr selber.... Ich weiß nur, das auch seeeeehr viel weggeschmissen wird.

Ich habe hier auch noch ein paar Geflügelpreise:
Kurzmast(MAX. 35Tage): Kükenpreis 0,32€/Tier aufgepumpt auf 1,7kg gibt's dann 0,78€/kg LG
Putenküken Henne 0,98€ aufgemästet 9,5kg 1,07€/kg LG
Hahn 2,96€ aufgemästet 19,5kg 1,137€/kg

Flugentenküken Ente 0,60€ Erpel 1,60 €

Schlachthennen bis 1,6kg LG bekommst fürs Kilo 9cent (!!!!)

Milchkühe (kleine Milchmädchenrechnung)
Eine Kalbine kostet in der Aufzucht bis zur hochtragenden Färse ca. 1500€ lassen wir sie 5mal kalben und in ihrer Lebensleistung 50000l Milch geben das ganze mal 0,25€ kommen wir auf 12,500€. Nun wird sie auf den Schlachthof gefahren und man bekommt hoffentlich noch 300€ dafür. Ziehe ich hier noch die ganzen Futter-, Personal-, TA-, Energie-, etc.pp Kosten ab bleibt da eigentlich nur ein dickes fettes MINUS übrig.
Ich habe mir zwei Holsteinbullen (14Tage alt) eingestallt. Je Tier habe ich 90€ bezahlt. wenn ich aber die Spermapreise sehe wo eine Portion schon 25€ kostet und bei manchen Kühen reichen 10 Besamungen nicht aus.... (die bekommen dann auch billige Testbullen bzw Mastanpaarung) .
So ein Tier ist nix, aber auch gar nix mehr wert. zumindest in der ganzen Gesellschaft.
ach ja Max und Peter saufen Literweise echte Milch, weil die milch die ersten 5Tage nach der Geburt entsorgt werden muss. Ich schütte im Abkalbestall manchmal tgl über 100l weg! (nicht ganzBild : Ich fülle sie in Kanister und private Selbstversorger mit Schweinen und Hühnern freuen sich darüber)

Ich denke wenn man einfach die Subventionen weg nimmt, bricht alles zusammen. Dann werden wir mit Billigzeugs aus anderswo zugeschüttet. An der Agrarindustrie hängen ja auch Arbeitsplätze, wo ein geringer Teil davon direkt im Stall arbeitet. Auch die kleinen Familienhöfe wären dann weg! So einfach ist es dann doch nicht.
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heulen oder keulen

Beitrag#5von plaetzchenwolf » Sonntag 23. Mai 2010, 17:03

Von Heulen könnte man keulen, aber keine Tiere.
Ein Trauerspiel, was die da oben gemacht haben: 2004-6 habe ich in einem Politikforum geschrieben:
Mit dem Grad der Akademisierung wächst der Grad der drastischen Fehlentscheidungen-
Ihr könnt euch vorstellen, wie die mich dort gesteinigt haben..
Heute ist das Forum tot- der Moderator ist stellvertretender Vorsitzender eine großen "Volkspartei" in einer sehr großen Stadt- ER geht bestimmt nicht unter.
(Damit ich nicht falsch verstanden werde, lautete der 2. Satz: Ich meine hiermit nicht die Fachleute in ihren Resorts, sondern die Leute, die
in der Politik -so fachfremd wie denkbar- entsorgt wurden)

Es wird dringend Zeit für eine neue Ethik, die sich am Menschen orientiert und nicht am Geld- nicht an irrwitzigen Religionen, nicht an verzweifelter Anpassung an andere Länder - demokratisch und mit dem dringenden Verbot von jeder Nebentätigkeit für Mandatsträger.
Die "Krise" ist für mich nichts anderes als eine Bilanzfrisur, die halt flächendeckend ausgenutzt wird, was schon lange anstand - also keine Panik, es wird nichts so heiß gekocht wie es gegessen wird... ;)
Auf alle Fälle nimmt mir die "Krise" die Angst vor der "Seriösität" - ohne Zweifel haben Politiker bei mir "ferddisch".
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Beitrag#6von Mittelerde » Sonntag 23. Mai 2010, 20:29

Aber das schlimme an der ganzen Sache ist doch das DIE da oben das ganze relativ heil überstehen werden und wir kleinen die Zeche zahlen müssen .....
Dazu müßte es einen Systemwechsel geben .... aber wie soll das klappen??? Ein System das nicht auf Luftschlössern gebaut ist sonder auf Realität ......

Das wird wohl nix ........ oder wir schaffen die Politiker ab ..... Bild
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Beitrag#7von Fuhrmann » Sonntag 23. Mai 2010, 22:13

Jetzt kommen wir zwar vom Thema ab, aber ich will mich auch mal dazu äußern.

Die Politik funktioniert nicht mehr, ein Beweis dafür ist, dass sich heute viele Interessengruppen bilden (müssen) um Volkswünsche überhaupt anzubringen.

Würden "die Politiker" die Wünsche und Begehren des Volkes vertreteten, wären Interessengemeinschaften überflüssig.

Manchmal kommt mir das so vor als wären die Politker nur noch die Vermittler zwischen Wirtschaft und Volk.
Aber letztendlich bildet ja auch das Volk die Wirtschaft.

Die Wahl die wir haben sind nur noch Parteiprogramme und ich kann das kleiner Übel wählen.

"Die Volksvertreter" haben keinen Bezug mehr zum gemeinen Volk, weil die Einkommensdifferenzen so groß sind, dass die garnicht wissen was es heißt fürs ein monatliches Einkommen ausreichend zu sorgen.

Aber, wenn wir die Politker nicht ordentlich bezahlen, dann hätten wir wohl noch mehr unfähige in den Vertretungen sitzen.

Und, eine Lösung fällt mir im Moment auch nicht ein !


Was aber das Geld angeht, nun da sind wir so verstrickt in die internationale Finanzwelt, dass wir im Moment wohl garnicht anders können als diese Stützungen mitmachen. Die Frage ist, wie lange geht es noch gut ? Wann bricht das Kartenhaus ein, wie sind die Folgen, und wie kommen wir dabei gut raus ?
[color=#00BF00]MIt Arbeitspferden sollte man Arbeiten, sonst sehen sie irgendwann nur noch so aus, aber können es nicht mehr !
Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Leider nicht

Beitrag#8von plaetzchenwolf » Montag 24. Mai 2010, 06:55

Fuhrmann hat geschrieben:Jetzt kommen wir zwar vom Thema ab, aber ich will mich auch mal dazu äußern.

Die Politik funktioniert nicht mehr, ein Beweis dafür ist, dass sich heute viele Interessengruppen bilden (müssen) um Volkswünsche überhaupt anzubringen.

Würden "die Politiker" die Wünsche und Begehren des Volkes vertreteten, wären Interessengemeinschaften überflüssig.

Manchmal kommt mir das so vor als wären die Politker nur noch die Vermittler zwischen Wirtschaft und Volk.
Aber letztendlich bildet ja auch das Volk die Wirtschaft.

Die Wahl die wir haben sind nur noch Parteiprogramme und ich kann das kleiner Übel wählen.

"Die Volksvertreter" haben keinen Bezug mehr zum gemeinen Volk, weil die Einkommensdifferenzen so groß sind, dass die garnicht wissen was es heißt fürs ein monatliches Einkommen ausreichend zu sorgen.

Aber, wenn wir die Politker nicht ordentlich bezahlen, dann hätten wir wohl noch mehr unfähige in den Vertretungen sitzen.

Und, eine Lösung fällt mir im Moment auch nicht ein !


Was aber das Geld angeht, nun da sind wir so verstrickt in die internationale Finanzwelt, dass wir im Moment wohl garnicht anders können als diese Stützungen mitmachen. Die Frage ist, wie lange geht es noch gut ? Wann bricht das Kartenhaus ein, wie sind die Folgen, und wie kommen wir dabei gut raus ?

Ich finde, daß ein Gehalt eines Ingenieurs für einen Abgeordneten mehr als genug ist - wie wir heute eindrucksvoll sehen, ist durch viele zusätzliche Gelder und Einnahmen der Grad der Gewogenheit, aber nicht die Kompetenz gewachsen.
"In Augenhöhe" zu verhandeln, ist schon den Gewerkschaften nicht gut bekommen- Bonzen nützen der "Basis" nichts, sondern sie verhökern und verkaufen ihre eigene Klientel.
Die nächste Crux sind Koalitionen, wo man sich "nicht an den Wahlaussagen festnageln lassen" will und muß.
Selbst wenn jeder Politiker Millionen, ach was, Milliarden kassieren würde, käme nicht mehr Bodenhaftung und Vernunft dabei heraus, wie
Spitzensportler zeigen...
"Unfähige" Volksvertreter sind eher hohe Fehlqualifikanten, die durch Lobbyisten an der Seite manipuliert werden.
Die wirklichen Entscheidungsträger oder Drahtzieher sind Geld und Wirtschaft, nicht das "Volk" - die Marionetten machen nur das,
was denen etwas bringt: Der Schwanz wackelt mit dem Hund, 50 Millionen Wahlberechtigte haben weniger zu sagen als die oberen "Zehntausend" - das war nie anders - heute bekommt der "kleine Mann auf der Straße" halt nur mehr mit von dem Treiben.
(Warum ist der Waffenexport und Handel ausgerechnet bei rot-grün so extrem angestiegen?)

Wenn ich etwas nicht leiden kann, ist es dieses Thema!
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Beitrag#9von Mittelerde » Montag 24. Mai 2010, 09:20

Moin,

ich denke mal das die Politik an sich viel zu wichtig genommen wird ..... wenn die Damen und Herren einen normalen Job hätten und nur nebenbei Politik machen würden dann wäre auch die Bodenhaftung (gefällt mir gut der Begriff) vorhanden ..... aber so schmoren die in hrem eigenen Saft und werde von den Lobbyisten "beatmet" ....

Genauso kommen ja auch die Förderprogramme und Subventionen zustande .... und das ist ja auch ein Grund warum wir kaum noch Lebensmittel haben sondern nur noch Industriefutter. Es geht nicht um einen reellen Preis für den Erzeuger sonder es geht um den größtmöglichen Gewinn für den Vertreib bzw Verkäufer.

Die Devise Leben und leben lassen funktioniert halt nicht mehr ..... auch das ist in die große Rubrik Werteverfall einzuordnen. Wir hier (ich unterstelle das jetzt einfach mal) versuchen zumindest im kleinen dem entgegen zu wirken. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Aber wir sind Individualisten ..... wir sind nicht Mainstream und müssen uns dafür sogar rechtfertigen. Und man tut sich auch oft schwer nicht das absolute Billigprodukt zu kaufen sondern das regional erzeugte das halt mal etwas mehr kostet. Geiz ist nicht geil sonder eine Krankheit ...... Bild

Aber ich denke mal das wir eine gute Chance haben das sich da doch einiges ändert, sicherlich nicht in den nächsten Tagen aber das just-in-time wird bei dem vermutlich kommenden großen Knall eh zusammen brechen .... dann ist die Globalisierungsgeschichte erst mal zu ende und es werden die lokalen Angebote und Versorgungsleistungen wieder gefragt sein ..... und das dann auch zu reelen Preisen ......

Zumindest die Aussichten sind gut es kann also eigentlich nur besser werden Bild Bild Bild
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Beitrag#10von Herwig » Montag 24. Mai 2010, 10:12

@ Vicky:

Ich habe und kenne nur eine Lösung für das Problem der Subventionen, sie müssen, solange wir zur TEuroregion gehören vermutlich erhalten bleiben, oder aber in allen Mitgliedsländern abgeschafft werden.
Vielleicht ist ja auch zu überdenken, ob eine EU Zugehörigkeit einem Land wirklich das bringt was es möchte (oder verdient hat).

Letzlich erinnert mich unsere Wahlfreiheit an einen Satz von "Werner Brösel", der gefragt wurde warum er nicht wählen geht. Er antwortete:
"Stell dir vor, du hättest fünf Haufen S-c-h-e-i-ß-e, welchen würdest du essen??"
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geht noch

Beitrag#11von plaetzchenwolf » Montag 24. Mai 2010, 16:49

Es wird schon werden- wenn ein politischer Wille entsteht, der den Menschen im Land die gebührende Aufmerksamkeit zukommen lässt- bei der auch mal stärker an den Binnenmarkt gedacht wird. Dieses "Geiz ist geil" stammt nicht von den Käufern, sondern von der Industrie, das wollen wir doch mal so in Erinnerung rufen.
Heute beim Spaziergang dachte ich an unsere Manager, die eben mal im Monat (!) die Summe verdienen, für die andere Leute eine Hofreite kaufen um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen... (meist zahlen die sehr lange dafür)
Irgendwie denke ich an die Begebenheit vor Jahren, als ich bei der Spaarkatze einen Kredit für ein einfaches kleines Auto wollte um zur Arbeit zu pendeln- was hat sich der Typ angestellt, was hat er geröstet ! Grad', als wenn er die Summe aus dem eigenen Säckel bezahlen müsste!
So habe ich zur "Sicherheit" (die Hose runter lassen und den -absolut sicheren- Gehaltszettel war ein Muß) die Lebensversicherung dort lassen müssen... Diesen peinlichen Gang werde ich nie vergessen !
Wenn man bedenkt, daß die ordentlich viel Zinsen und "Bearbeitungsgebühren" auf den Rückzahlungsbetrag kloppen und das auch noch der Gestalt, daß bei der letzten Rate der Zins von der Gesamtsumme pro Monat fällig wird, treibt es mir die Röte ins Gesicht.
Wie "seriös" Banker sind, haben wir nun endgültig erleben müssen:
Die haben die Spareinlagen von Oma und den Kindern zum Zocken mißbraucht !!!
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Beitrag#12von schmidti » Montag 24. Mai 2010, 18:11

Liebe Mitstreiter,

ein wirklich wichtiges Thema. In welcher Währung ich demnächst meine Miete zahlen muss, ist mir eigentlich Schnitte.
Meine Schafe haben einen reellen Wert.
Dennoch: Schäferei ohne Subventionen ist eher schwierig. Die Hälfte meines Betriebseinkommens bestreite ich durch Landschaftspflgemaßnahmen, die allerdings teilweise direkt vom Auftraggeber bezahlt werden. Für die Fachleute, das sind Gelder
aus der zweiten Säule.
Eine Betriebsprämie bekomme ich nicht, wofür ich auf dem Amt immer mitleidige Blicke ernte.
Man muss eben improvisieren, Wege finden sich oft, wenn auch nicht gleich auf Anhieb. Zum Beispiel "zahle" ich für meinen Stall mit 10 ha Winterweide 2 Schlachtlämmer pro Jahr.
Wo man schlecht improvisieren kann ist Winterfutter, das kostet eben richtiges Geld, leider Bild.

Bildle Grüße, schmidti
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Beitrag#13von Mittelerde » Montag 24. Mai 2010, 20:55

@Herwig
Das mit der Mitgliedschaft in der EU und dem T€uro wird sich bald erledigt haben .... nach dem was man so alles hört und liest ..... aber es ist für uns alle das beste was passieren kann .... auch wenn es erst mal Chaos geben wird ....

@schmidti
Die Miete wirst Du dann wohl (wieder) im DM zahlen dürfen .... aber das mit dem Naturaltausch find ich eine gute Idee ..... klappt halt nur nicht überall .....

@ plätzchenwolf
Also wenn Du nur soooo kleine Summen bei denen willst is das doch klar ..... Wenn Du Millionen brauchst ist das gleich viel einfacher .... Dir fehlt einfach der Blick für die (Bänker)realität .... Bild Bild Bild


und dann ist auch der Unfug mit der Globalisierung vorbei ..... sprich man fährt die Lebensmittel und andere Dinge nicht mehr durch die halbe Welt sondern lagert sie ein wenn sie da sind und verbraucht sie im eigenen Land ..... (Das wäre zumindest mein Ansatz)
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Beitrag#14von Alex » Dienstag 25. Mai 2010, 00:12

Hallo,

Im Prinzip wird die Welt nicht schlechter, weil es war schon immer so, daß es immer ein paar große gab, die lebten wie die Made im Speck und das kleine Volk musste zahlen. Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern, jetzt ist das ganze halt nicht mehr regional begrenzt sonder global, und wenn man es global betrachtet leben wir hier alle auch der hartz 4ler auf Kosten der armen Länder, Afrika usw., dene geht es wirklich schlecht. Wir schaufeln uns Barsch vom Viktoriasee rein und die Leute dort können die Gräten fressen. Wollte man etwas ändern müsste man das gesamte System ändern, aber dann müssten wir auch wieder mehr verzichten, und da hätt ich schon Schwierigkeiten, und ich lebe eigentlich recht spartanisch und ernähr mich großteil eigen produziert und regional. Aber mnöchte ich auf meinen Kaffee verzichten. auf meinen Strom auf mein Auto. Ab und zu Bananen Ohne Auto komm ich nicht auf die Arbeit und die Kinder nirgendwo hin ausser in die Schule und hätten sie nachmittagsunterricht kämen sie gar nicht nach Hause ausser sie laufen fünf Kilometer. Für meine Kinder kauf ich hauptsächlich second Hand und nicht im KIK, aber ich kann mich nicht nur in Schafwolle hüllen, dann brauch ich mindestens einmal im Jahr neue Arbeitsschuhe und da ist es egal ob ich die teuren kaufe oder die billigen(habs ausprobiert), sie sind nach einem Jahr fertig, also nehm ich die billigen. Weil einen Schuster der mir ordentliche Schuhe macht und die dann repariert gibts gar nicht mehr. Arbeitsklamotten sind das selbe Problem, geh ich in Bioladen, kauf mir einen Pulli und ne Hose mit KBa Baumwolle und fairtrade und hab den dann im Stall in einem vierteljahr runtergeschlappt kann ich mir aber erst im nächsten Jahr ne neue Garnitur leisten, ich seh das auch nicht so eng, aber in unserer gesellschaft, wenn du die Kinder total abgesrissen von der Schule holst kommt das nicht so gut( . Es ist auch so das unsere Gesellschaft zum Konsum erzogen wird, weil das ist das was das System am laufen hält und den dicken da oben, weiter die Möglichkeit gibt, sich munter zu berreichern.

Hab mich letztens mit meinem alten Bauern unterhalten, von dem ich mein Getreide kaufe, der erzählte mir, daß früher nicht der beste in der Klasse die Einser bekam, sonder der, wo der Lehrer die größte Schlachtschüssel bekam.

-ich könnte hier ewig weiter schreiben, aber die Welt und auch die Leute werde ich nicht ändern, ich für meinen Teil versuche so zu leben, daß ich möglichst wenig SAchaden anrichte, mich von denen da oben nicht klein kriegen lasse, meine Kinder so aufziehe, wie iich es für richtig halte, und meine Nische im System such in der ich klar komme.Wenn ich und meine Kinder uns den Sonnenuntergang anschauen und uns freuen, und dabei keinen Pfennig brauchen, ist das auch schon schön.

>grüße Alex
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Alex:

Beitrag#15von plaetzchenwolf » Dienstag 25. Mai 2010, 06:18

Haha, sehr gut! Die Sache mit der Schlachtplatte kenne ich auch, aus eigener Erfahrung.
(Mein Banknachbar -und vermutlich nicht nur der) hat dem Klassenlehrer immer Wurstdosen mitgebracht oder Geräuchertes-
er hatte immer die besseren Noten. (Heute arbeitet er als ein Euro-Jobber)
Alternativ sind wir hier zwar nicht, aber doch anders, was die Ernährung und die Lebensweise anbelangt:
Urlaub ist zu Gunsten eines Dorfköters gestrichen worden, damit dieser nicht alleine ist- er dient mir als Alibi mich nicht zwischen die Touris begeben zu müssen... kein Stau, kein "Einchecken" und kein Bücken vor irgendwelchen sonderbaren Bestimmungen und Vorschriften von Zoll/Reisebüro/Hotel oder Campingplatz etc.
Als Hobbyfotograf finde ich den Blick wieder, der überall die herrlichsten Motive sieht und das gaaanz nah - ein enormer Luxus, den man erst einmal begreifen muß: Wer sich oft genug im Ausland geärgert hat, weiß unsere Region und Lebensweise zu schätzen.
Bild
Bild

PS Meine Hoffnung auf Vernunft und Bodenhaftung liegt auf den Gewerkschaften, die sich neu formieren und von den "Augenhöhe-Verhandlern" mit Manageransprüchen befreien muss um politisch wieder mehr Binnenmarkt durchzudrücken.
Mandatsträger und Manager sollten wieder Vorbildcharakter haben und nicht Wasser predigen und selber Wein trinken!
Export ist ein wackeliges Ding, das schnell umschlagen kann. Wenn die Leutz im Land kein richtiges Einkommen mehr haben, können sie auch keine Produkte kaufen, die höherpreisig sind - egal ob das Luxusgüter oder... wertige Lebensmittel sind.
Demokratie muß wieder ganz neu gelernt werden, sonst geht alles vor die Hunde, die Gewichtung sollte in ALLEN Bereichen neu geordnet werden, die Kluften oder die Schere darf nicht ungerecht auseinander gehen,
so daß sich "Arbeit wieder lohnen" wird - aber bitte auch "unten"!
Ich bin Optimist - schau'n wir mal !
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Beitrag#16von Nerjyana » Dienstag 25. Mai 2010, 09:59

Ich will Dir nicht Deine Hoffnung nehmen, aber...

... die Gewerkschaften demontieren sich m.E. gerade selbst, schwächen massiv den Dachverband DGB. Dies tun, wie wir das auch schon aus der Wirtschaft kennen, vor allem wieder einmal die großen Organisationen - hier IG Metall und ver.di.

Der große Umschwung wird nicht kommen, einen Umbruch wird es nur von unten geben können.

Erschreckend sind hier für mich auch die Landtagswahlvorgänge in Hessen - als trotz erster Niederlage der CDU dann am Ende doch noch Koch als Sieger dastand. Und nun die Koaltitionsgespräche in NRW. Sätze wie "Wir müssen nun aufgrund der aktuellen Finanzlage sehen, welche unserer Wahlprogramme sich überhaupt umsetzen lassen" (SPD Kandidatin Kraft) machen mich einfach nur sprachlos...

Parallel dazu werden in den Gesprächen die Linken aufgefordert sich schriftlich gegen die DDR auszusprechen und Treue zur geplanten Koalition zu beweisen, in dem sie von ihrem geplanten Wahlprogramm abrücken. Das waren die Bedingungen für eine Koalition.

Dieses Ultimatum halte ich für extrem fragwürdig. Und eine sozialdemokratische Parteipolitik, die sich nicht mehr an ihren Programmen orientiert bzw. keine Alternativen zur neoliberalen Politik darstellt ist noch schlimmer als die eigentliche Neoliberalität.
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Beitrag#17von Herwig » Dienstag 25. Mai 2010, 15:32

Wie man heute vernehmen durfte, hat Koch "die Brocken" hingeschmissen.

Das war lange überfällig, ändert aber nix an der Gesamtsituation.
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ok

Beitrag#18von plaetzchenwolf » Dienstag 25. Mai 2010, 17:58

Ok, er hat zwar hingeschmissen, aber hungern wird er dennoch nicht: Er hat - wie heute fast alle wichtigen Politiker - eine Anwaltspraxis.
Er war die Situation bestimmt leid, immer der Watschn-Mann zu sein..
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Beitrag#19von Alex » Mittwoch 26. Mai 2010, 23:44

Hallo,

bin auch der Meinung, wenn sich was ändern soll, müsste es von unten kommen und der kleine Mann aufstehen, aber davon sind wir weit entfernt, mein Vater ist schon seit viiiielen Jahren Bürgermeister und ziemlich angagiert, wurde auch wieder überzeigend gewählt, hat aber ,ittlerweilen jegliche Motivation verloren, er sagt, daß die Leute, auch der Gemeinderat immer nur sein eigenes persönliches Interesse verfolgt und ihm der Nachbar vollkommen egal ist. Er meint auch das es in den letzten 15 Jahren langsam immer schlimmer gweorden ist, auch die Ämter sind immer unbeweglicher geworden, wenn du als Kommunalpolitiker versuchst, Lösungen für das Gemeinwohl, halt für alle zu finden, wird dir das nicht mehr gelingen, weil die Leute keine Kompromisse wollen sonden nur ihre Meinung gelten lassen, und nur ihre eigenen Interessen verfolgen er meint, daß hat sich sehr zum Schlechten entwickelt und das geht quer durch die Gesellschaftssichten. Er hat sich in den letzten zwei Jahren so aufgerieben, daß er gesundheitlich sehr angeschlagen ist und sein Amt hinschmeißen will. So eine Entwicklung bekomme ich ja am Rande auch mit, ob im Kindergarten in der Schule oder sonstwo, deshalb wird es dem "Volke erst noch viel viel schlechter gehen müssen, bevor es sich gegen die da Oben wehren wird. Solange sie noch ihr 99Cent Hähnchen kriegen und sie sich ihern Flachbildschirm leisten können, ist doch alles in Ordnung Bild Bild Bild

Grüße

Alex
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Beitrag#20von Fuhrmann » Donnerstag 17. Juni 2010, 23:09

Ich mach jetzt mal in dem Thema weiter weils es mir so dazu zu passen scheint, um nicht noch ein Thread aufmachen zu müssen.

Also es kommt eine Bankenabgabe auf Europäischer Ebene und alle EU_Staaten müssen sparen.

Wenn man die Presse in den letzten Tagen verfolgt hat, dann klafft auch die Schere zwischen Armut und Reichtum immer weiter auseinader. Also kann man doch sagen profitiert von den Schulden haben doch nur die Reichen, weil sonst wäre ja die Schere nicht weiter auseinader gegangen.
Aber wenn es jetzt ums zahlen geht sollen wieder alle ihren Beitrag leisten ..... irgendwas stimmt hier nicht !
[color=#00BF00]MIt Arbeitspferden sollte man Arbeiten, sonst sehen sie irgendwann nur noch so aus, aber können es nicht mehr !
Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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Beitrag#21von Herwig » Freitag 18. Juni 2010, 10:46

Absolut dazu passend ist der "Monitor" Bericht, den ich zufällig gesehen habe. Er öffnet vielleicht eine völlig andere Sichtweise auf das Problem?? Ich fand ihn sehens- und bemerkenswert:

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Beitrag#22von plaetzchenwolf » Freitag 18. Juni 2010, 18:33

Das habe ich vor Jahren schon in div. Foren geschrieben und es hat sich inzwischen einiges davon bewahrheitet- die "Krise" ist hauptsächlich eine akademische: Mit dem Grad der Verakademisierung von Management und Politik ist der Grad der drastischen Fehlentscheidungen eindeutig angestiegen: Diese "Kompetenzen" hätte man mit "400-Euro-Kräften" durchaus ebenso bilden können.
(Ich habe nur etwas gegen Fehlqualifikanten, dh. hoch dotierte Leute auf einem fachfremden Posten)
Der Bericht war eindrucksvoll und zeigt, daß mein Beispiel vor Jahren korrekt und stimmig war:
Nehme ich ein Haus, in dem die Mehrheit Sozialhilfe empfängt und bilde mit diesen ein gemeinsames Konto, dann brauche ich mich über
die "Krise" nicht zu wundern.
Ehrensold hin, Ehrensold her, Sportler- und Managerabfindungen in riesigen Höhen kontra Habenichtse, die nicht einmal einen "Job" finden,
weil keiner da ist: Die Rationalisierer und Outsourcer lassen grüßen.
Wir brauchen mehr Binnenmarkt, habe ich geschrieben, denn "wehe euch", wenn der Export einbricht und die Zahl der Alimentierten nicht mehr bezahlt werden kann, die zudem aus aller Herren Länder einsickern. (kein Wunder)
Was rege ich mich auf- bin doch Optimist- richtig entsetzt bin ich darüber, daß meine "Vorhersage" als totaler Laie getan, richtig war und diese Dinge von den "Fachleuten" nicht gesehen worden sind.
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Beitrag#23von Herwig » Freitag 18. Juni 2010, 19:28

Die sogenannte Krise ist nur deswegen eine Krise, weil eine Menge von reichen Leuten sich bereichern wollen auf Kosten der Armen, und wenn gar nix mehr hilft muß man eben eine Krise herbeizaubern oder Krieg führen. Wir machen beides, super...
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Zocker und Aufsteiger

Beitrag#24von plaetzchenwolf » Samstag 19. Juni 2010, 06:33

"Traurig traurig traurig!" hätte Theo Lingen dereinst gesagt, heute ist "Bürger"-Beteiligung so geboten wie der Aufruf der BP, die
mit ihrem Öldesaster nicht mehr fertig wird und Vorschläge erbittet, wie man die Ölquelle wieder stopfen kann.
Die studierten Politiker sind mit ihrem Latein buchstäblich am Ende.
Hier mal ein Statement oder Versuch einer Beteiligung, die -das weiß ich ganz sicher- nicht ge- oder erwünscht ist:

! Ich bitte um Nachsicht, geneigter Leser, daß der Beitrag so lang wurde- obwohl er so kurz und bündig wie irgend denkbar gehalten ist !

Das Land ist eingeklemmt zwischen "Gewinnerwartungs-Zockern" und "Lobbyisten-Seilschaften", die spekulieren und mit dem Geld spielen, das kleine Leute erwirtschaftet haben, die den Geldwert überhaupt erst einmal garantieren:
Jeder Schein ist nur eine Schuldverschreibung des Volkes, des "Souveräns" den man durch geschickte Taktiken, wie z.B. "Koalitionen" ausgetrickst hat: ("Münthe: Ich werde mich an meinen Wahlaussagen nicht festnageln lassen")
Frag' mal wer die Wahlzettel versteht und warum dort nur Doktoren, Lehrer und Rechtsanwälte stehen und keine paritätische Teilhabe zu finden ist, warum derjenige, der mit dem "goldenen Löffel im Mund" geboren wurde und der Adlige noch immer und viel schneller nach oben kommen..
Gebessert hat sich nichts, aus der Weimarer Republik und der schlimmen Zeit danach hat man nichts gelernt, ausser "die deutschen Grenzen am Hindukusch zu verteidigen" ein Un-Satz, der jeder Auslegung spottet, wo ich damals Recht hatte, als dahinter massive Resourceninteressen vermutet wurden.
"Leistung muß sich wieder lohnen" und "Wir jammern auf hohem Niveau" ist ein Spottgeschenk derer "da oben", die kalt lächelnd ihren Kumpeln in der Wirtschaft die 520 DM-Jobs gegönnt haben, damit der "Arbeitnehmer" (irgendwie klingt das schon negativ) noch weiter gegen
"Weltmarktniveau" herabgedrückt wird. Die Gewinne sprudelten, die "Zivis" arbeiten für lau, die Mädels machen den Aufstieg ohne diesen Knick- die Veränderung -von links und grün gewollt- wuchert weiter Richtung "Austausch des Wahlvolkes" (O-Ton Grüne damals).
Egal- wir richten nichts aus, wenn solche Zeilen geschrieben werden:
Die machen genau was sie wollen und was sie wollen bestimmt die Wirtschaft mit ihrem Geld, nicht der Wähler und die "Wählerin", die in Genderung immer wieder gebetsmühlenartig herbei gemurmelt wird.
Denken wir uns dieses Szenario weiter, dann ist der Mann in der Lage des Indianers: Daheim, besoffen und im Eimer.
Die Frauen machen 3 verschiedene 320-Euro-Jobs und sind altersarm und allein.
Wählen geht keiner mehr, in die Kirche geht auch keiner mehr.
Das ist das Produkt akademischer Politik und des Adels, der allerorten erwacht, der schon immer die Leute klein, kritzeklein halten wollte und die Demokratie gehasst hat. Und- unter rot-grün sind die Waffenexporte und Produktion erheblich gewachsen. Sehr friedlich dieser Verein... Trixilanti und ähnliche Auswüchse wie in Berlin, Sittenstrolche (aus meiner Sicht als Familienvater) sind dicke dabei und keiner sagt was, sie haben uns an den Eiern, wehrlos ausgeliefert wie eine Wurst im Kühlschrank, von der nach Belieben eine Scheibe abgeschnitten werden darf.
Das hört sich alles schlimm an und wird - so meine Hoffnung - dort sein, wo alles neu anfängt:
Als Bewegung kleiner Leute, die sich in einer neuen Gewerkschaft stark machen, die mit den momentan vorhandenen nichts, aber auch
rein garnichts zu tun haben, die "in Augenhöhe" verhandeln, die sich zu einer kranken Krake zusammengeschlossen haben.
Der Kommunismus hat versagt, der Kapitalismus hat fertig- lasst uns verhindern, daß die Diktatur wieder erstarkt.
In einem Report war ein Stadtschloß zu sehen, wo ein Balkon hoch über den Straßen war, dort stand eine gut gewandete Frau, die folgenden Satz sagte:
"..ist es nicht rührend, wie all die vielen kleinen Leute dort unten ihrem Gewerk nachgehen?"
In diesem Sinne eine gute Zeit und hofft auf euere Kinder, es wird schon werden- Optimismus statt Religion, Vernunft statt Parteien-Politik ist das Gebot der Stunde: Die Demokratie muß von der Basis her ganz neu belebt werden, das geht nicht durch Überbildete mit krankhaftem Aufstiegswillen, sondern nur durch solche, die mit beiden Beiden auf dem Boden stehen.
Lieber ein kleines Land mit stabiler Binnenwirtschaft als ein krankes Land mit vielen EU-Zecken am Bein, das den Exporterfolg geneidet
bekommt und die Schulden der ganzen Leichtfüße mittragen muß.

Nun schlage ich den Bogen zum Eingangspost:
Es geht nicht zusammen, wenn jemand Hunderttausende im Jahr "verdient" und für seine Nahrungsmittel nur Pennys zahlen soll oder will.
(Mehr wollte ich eigentlich nicht sagen, nur daß die "Schere" entschieden zu weit auseinander geht- derjenige, der den Geldwert garantiert, bekommt kaum was, derjenige der spekuliert, baut Villen)
Berlin protzt wieder, wie gehabt- Bonn hätte uns besser gestanden, beide Städte sind am Rand der Republik- mit dem einzigen Unterschied, daß von Bonn noch keine Kriege ausgingen.

Nachtrag zur "Krankenreform":
Ein junger Mann, der unsicher die Brille hin und her schiebt, soll das richten, was in den ganzen Jahren versiebt wurde:
Das Krankenkassensystem ist ein Lobbysystem, das extreme Schieflage bekam, als die Löhne immer weiter Richtung 500-Euro-Job drifteten- die "Leistungsträger" sich durch "Obergrenzen" verabschiedeten, die "Nettozahler" eigentlich die Rentner und "Geringverdiener" sind und nicht diejenigen, die sich als solche bezeichnen..
Totaloperationen an wehrlosen Altenheimbewohnerinnen, die wegen Wundliegen ins Krankenhaus müssen, Herztransplantationen für über 70ig Jährige, Knie- und Hüft-OPs für Greise, Zahnersatz für Leute, die ihre Zähne nicht rechtzeitig reparieren liesen, die ihre Zähne nicht richtig pflegten. Vorstände der Kassen verdienen horrende Summen, weil nach dem Behördensystem "Ansprüche" für bestimmte Gruppen
entstanden, für Reklame wird viel verpulvert - Hausärzte verwalten mehr Dateien am Computer, als daß sie sich um die Patienten kümmern.
Wenn ich mir das Elend der Alten im Krankenhaus ansehe, die Situation der Hilflosen, die sich nicht mehr die Unterhose hochziehen können und stundenlang im eigenen Kot liegen müssen, deren Hände zittern oder gar nicht mehr greifen können, wäre mir ganz persönlich die letzte Tablette wünschenswert, die in freier Selbstentscheidung und ohne Bevormundung über den nächsten Tag entscheidet.
Die Menschen werden durch die moderne Medizin und die verbesserte Ernährung immer älter - aber leider immer mehr zur eigenen
Karrikatur, zum Leidenden, der bis zum geistigen Abdämmern in die ewigen Jagdgründe nur noch als zu pflegendes Gestell existent ist.
Als Spott seiner selbst, als Hilfs-Almosen-Empfänger degradiert - mit Aufbauspritzen und Sauerstoff an Apparate angeschlossen, bis man
ein Teil dieser Dinger geworden zu sein scheint - an denen Firmen und .. Lobbyisten ein Schweinegeld verdienen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar- aber:
Es wird jeden Tag latent getan,
indem Kindern ungeeignete Lehrer vorgesetzt werden,
indem jungen Menschen der Arbeitsplatz und die Selbstbestätigung negiert wird,
indem ein gerechter Lohn immer mehr zum Sonderfall wird,
indem Religion den Leuten was vorlügt,
indem die Wahl keine Auswahl mehr ist,
indem Kriegsbeteiligungen stattfinden,
indem durch Lobbyisten manipuliert jeder Wert seinen Wert zu verlieren scheint,
indem das Alter nur noch Angst macht.

Meckern kann jeder- aber Vorschläge machen können wohl nur wenige,
und diejenigen die das können werden garantiert niemals Gehör finden!

Televoting bei wichtigen Entscheidungen, damit die Legitimation durch den Souverän gegeben ist.
Paritätische Parlamente, die nicht mehr nur durch Parteien geprägt werden.
Sehr viel weniger Parlamente mit sehr viel weniger Leuten, die sehr viel weniger Geld bekommen,
dafür ihr eigenes Geschwätz über "mehr Ehrenamt" ernst nehmen.
Anwesenheitspflicht für Parlamentarier, mit den gleichen Richtlinien wie für Beamte des Öffentlichen Dienstes:
Verbot jeder Art von Nebentätigkeit, damit keine Gewogenheiten einfließen.
(Wem das zu wenig Kohle ist, kann ja in der "freien Wirtschaft" anheuern: Politik darf nicht weiter Entsorgungseinrichtung für
Akademiker sein, die man draussen nicht gebrauchen konnte, Brüssel nicht länger desgleichen für unliebsame Binnenpolitiker, die
mit dem doppelten Gehalt mundtot gemacht werden)
Eine Neudefinition "Für was und wen steht unser Staat" wäre schon mal ein Anfang,
damit nicht länger der Schwanz mit dem Hund wedelt !
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Beitrag#25von Herwig » Samstag 19. Juni 2010, 09:45

CHristoph Havers sagte zum Tag der Menschenrechte:

...Die Würde des Menschen ist unantastbar
sagen die Mächtigen
meinen damit aber nur:
Die Macht der Antaster ist unangreifbar!
Da irren sie sich...


Und tausende von Menschen sitzen zu Hause und denken, was soll ich allein schon tun, und täglich werden es mehr. Wozu Menschen im Stande sind, wenn sie auf Dauer verarscht werden, zeigt die Geschichte zur Genüge.
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