Hühnerküken von Gänsin führen lassen?


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Hühnerküken von Gänsin führen lassen?

Post#1by Ilka » Tuesday 31. May 2011, 22:30

Hallo,
ich möchte wissen, ob eine Gänsin Hühnerküken führen kann.

Meine Gans, erst ein Jahr alt, saß so eisern auf ihrem Nest, dass es mir leidtat, sie ergebnislos sitzen zu lassen. Ich hatte ihre gelegten Eier schon untauglich gemacht. So legte ich 12 Hühnereier unter, zunächst in der Absicht, die Hühnerküken dann von ihr zu trennen und mit Rotlichtlampe aufzuziehen.

Aber vielleicht ist das ja gar nicht nötig? Kann eine Gans die Hühner aufziehen?

Ich habe im Moment dieses eine Gänsepäärchen. Meine ersten Gänse habe ich vor 8 Jahren angeschafft, ein Ganter ist aus dieser ersten Runde verblieben. Seine (nun brütende) Gänsin kam 2010 hinzu.

Was muss ich beachten?
Teich abdecken?
Gänsin und Ganter trennen? (während der Brut hatten sie getrennte Ställe, der Auslauf für tagsüber war für beide offen).

Ich wäre über kurzfristige Antworten dankbar, denn der Schlupftermin ist der 2.6. und schon heute verteidigte der Ganter das Brut-Häuschen.

Vielen Dank
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Post#2by Conny » Wednesday 1. June 2011, 12:19

Hallo Ilka,

möglich ist es schon, aber nicht artgerecht. Hühner sind auch Fleischfresser, Gänse reine Vegetarier. Auch müsstest du den Gänsen ihre Badegelegenheit entziehen, die Hühnerküken würden darin ertrinken. Selbst die Sprache und die Verhaltensformen sind eine ganz andere.

Manche Gänse töten auch die Küken, da sie eine völlig andere "Sprache" haben und nicht kommunizieren können.

Meistens können so aufgezogene Küken mit ihren eigentlichen Artgenossen später nichts anfangen, eine Verpaarung erfolgt meistens nicht, oder nur halblebig, aufgrund fehlender Verhaltensweisen wie Hühner, können sie sich nicht in die Herde integrieren und werden quasi gemoppt.

Am einfachsten wäre es gewesen, der Gans Eintagesgössel unterzuschieben, ist bei Gänsen überhaupt kein Problem.

LG
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Post#3by Conny » Wednesday 1. June 2011, 12:25

Da fällt mir noch ein, warum hast du den Ganter während der Brut von der Gans getrennt? Ist in der Regel nicht nötig, sogar eher abträglich.

LG
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Post#4by Ilka » Wednesday 1. June 2011, 12:27

Hallo Conny,
danke für Deine Anregungen. Natürlich möchte ich, dass die Hühnerküken sich in die Schar der anderen integriert und hoffe auch auf einen schönen Hahn. Dann wäre es also doch besser, sie der Rotlichtlampe anzuvertrauen.
Conny wrote:Am einfachsten wäre es gewesen, der Gans Eintagesgössel unterzuschieben, ist bei Gänsen überhaupt kein Problem.

Gössel wollte ich eigentlich nicht großziehen. So sehr ich die kleinen liebe, so schwierig ist es auch die (jungen) Gänse dann an den Mann oder die Frau zu bringen. Und behalten kommt im Augenblick nicht in Frage, mein Päärchen hält mich ausreichend auf Trab.
Viele Grüße, Ilka
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Post#5by Ilka » Wednesday 1. June 2011, 12:35

Conny wrote:warum hast du den Ganter während der Brut von der Gans getrennt? Ist in der Regel nicht nötig, sogar eher abträglich.

Tja, die Almuth hat sich das Nest direkt neben den Eingang gebaut. Ich wollte sie nicht stören und es nicht verschieben. Und abends stand der Gerd so zögerlich vor dem Eingang und ist sehr bereitwillig zum anderen Häuschen gelaufen. Beide Häuser stehen am Auslauf und werden abwechselnd genutzt. Wenn ich ihn morgens rauslasse, geht er erstmal zu Almuths Häuschen.
Vor der Brut hatte ich allerdings beobachtet, dass die beiden häufig getrennter Wege gehen. Ich hatte den Eindruck, dass die Chemie nicht richtig stimmt zwischen den beiden. Daher habe ich seine Zeichen aufgegriffen und ihn getrennt schlafen lassen. Aber es wäre vielleicht auch nicht zwingend nötig gewesen.
Viele Grüße Ilka
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Post#6by Conny » Wednesday 1. June 2011, 12:41

Es gäbe ja auch noch die Möglichkeit, den Nachwuchs der Küche zuzuführen Image Oder kommt so etwas für dich nicht in Frage?

LG
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Post#7by Ilka » Wednesday 1. June 2011, 12:53

... eher nicht. Nicht aus Prinzip, sondern weil ich mich vorm Schlachten scheue. Das habe ich bisher immer Anderen überlassen. Image
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Post#8by Christina » Wednesday 1. June 2011, 14:27

Conny, Dein Wissen hat mal wieder unermesslichen Wert!

Da unsere Legegans weiter und weiter legt (selbst nach 40 Eiern ist kein Ende in Sicht), haben wir uns jetzt doch noch entschieden, eine Henne die Braten ausbrüten zu lassen. Sie sitzt gut, wird aber sicher bei der Aufzucht frustriert sein.
Du meinst, man kann der Gans Eintagsgössel unter schieben. Meinst Du, auch eine Legegans, die nicht brütet, wird sich fürsorglich um die Gössel kümmern???
Dann könnte ich der Henne noch schnell termingerecht ein Hühnerei unter schieben, so dass wir ihr die Gössel weg nehmen und das Küken lassen könnten.

@ Ilka:

Wir hatten letztes Jahr Enten von einer Henne aufziehen lassen. Die Henne war verwirrt, aber sie hat ihre "Arbeit" ordentlich ausgeführt. Einige Enten haben wir behalten und mit fremden vergesellschaftet, was prima geklappt hat. Die Enten leben bei uns unauffällig, allerdings ohne Kontakt zu Hühnern.
Einen Erpel haben wir mit einer fremden Ente zusammen verschenkt. Bei meiner Freundin leben sie mit den Hühnern gemeinsam. Dieser Erpel versucht andauernd, die Hühner zu beglücken, während der Hahn irritiert zusieht. Eine Henne wurde nun verstorben im Teich aufgefunden. Wir vermuten, dass der Erpel das wohl bei einem missglückten Begattungsakt getan hat...

Gänse ohne Wasser ist nicht schön... Mit Wasser wird sie schwimmen gehen und die Küken...? Denke, die Variante ist noch unschöner als Wassergeflügel den Hühnern unter zu schieben. Da steht die erwachsene Henne am Rand, während die Lütten planschen.
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Post#9by Ilka » Wednesday 1. June 2011, 21:48

Hallo Christina, vielen Dank für Deine Tipps.
Für Dich diese kleine Episode:
Christina wrote:Meinst Du, auch eine Legegans, die nicht brütet, wird sich fürsorglich um die Gössel kümmern???

Ich hatte im vergangenen Jahr ein Päärchen plus einen ausgebrüteten "Sohn". Leider holte der Fuchs die Mama, so dass nur noch Vater und Sohn übrig blieben. Um letztlich wieder ein Paar zu erhalten, kaufte ich zwei Gössel nach (in der Hoffnung, dass mind. eine Gans dabei ist).
Ich verwendete viel Aufwand darauf, den beiden ein separates Gehege zu bauen, weil ich Angst hatte, die beiden Ganter gehen auf die Gössel los. Noch während ich die Kleinen einsperrte und ihnen Futter gab, flog der Alte über seinen Zaun - das macht er sonst nie - und kam gucken. Ich trug ihn wieder zurück, etwa 25 m, und setzte ihn über seinen Zaun. Doch noch ehe ich wieder bei den Gösseln war, war auch er wieder da. Da er gutmütig aussah, öffnete ich das kleine Gehege und siehe da, von diesem Moment an führten die beiden Ganter die kleinen Gössel und verteidigten sie heftig gegen mich.
Vielleicht klappts bei Dir ja auch?!
Viele Grüße Ilka
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Post#10by Frankenvieh » Thursday 2. June 2011, 15:38

Ist da was geschlüpft? Ich hatte sowas auch probiert, Eier wurden alle faul. wassergeflügel brütet zu feucht für Hühner. Umgedreht macht man ja die eier nass.
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Post#11by Ilka » Thursday 2. June 2011, 18:26

Ja, heute ist Termin und siehe da, gestern abend schon waren zwei Küken da, ein gelbes und ein schwarzes. Weitere zwei Eier liegen noch im Nest, bisher nicht angepickt. Wo die anderen acht geblieben sind, ist mir ein Rätsel...
Wir haben sie unters Rotlicht gebracht, danke für Eure Tipps!
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Post#12by Conny » Sunday 5. June 2011, 19:36

Hallo Christina,

da die Gans nicht brütet, sollten die Gössel mind. drei Wochen alt sein, da benötigen sie keine Wärme mehr. Hudern wird sie nicht, da sie ja nicht brütet, aber in der Regel wird sie die Kleinen annehmen, sie führen, bewachen und ihnen alles zeigen, was eine Gans so wissen muss.

LG
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