Wohin mit der Heulage, die nicht wirklich in Ordnung ist?!?

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Wohin mit der Heulage, die nicht wirklich in Ordnung ist?!?

Post#1by Christina » Thursday 18. November 2010, 12:55

Hallihallo Ihr Vieh-Halter!

Da dieser Sommer hier in der Gegend keine gute Heuernte gebracht hat, muss ich wohl auch auf Heulage für die Pferde ausweichen (oder meinen Heubauern verprellen und mir aus großer Entfernung teures Heu kommen lassen. ...was ich vermeiden möchte).

Ich bin sehr pingelig mit der Heulage, aufgrund wirklich schlechter Erfahrungen...
Nichts desto trotz muss ich auch zugeben, dass die großen Rundballen ihre Vorteile gegenüber den kleinen Heuballen haben, und so überlege ich, ob ich nicht vielleicht doch auch langfristig mehr auf Heulage setzen soll.

Dann wird es aber immer mal wieder vorkommen, dass ich einen Ballen aussortieren muss.
Was macht man sinnvoll damit? Eine ehemalige Stallbetreiberin hat diese Ballen dann den Schweinen gegeben? Vertragen die das wirlich gut? Wie ist das mit Gänsen, Schafen, Ziegen und Kühen? Sind die auch so empfindlich wie die Pferde?
Wenn ein kleiner Ballen nicht soo gut war, hab ich den bisher einfach in den Hühnerauslauf geschmissen. Die haben sich immer sehr darüber gefreut und ihn fleißig auseinander gescharrt. Aber ganze Rundballen bekomme ich da gar nicht rein. Die Pforte ist zu klein. Image
Natürlich könnte ich damit auch mulchen, aber dafür wäre es mir dann eigentlich doch wieder zu teuer.

Diesen Winter werde ich wohl oder übel mit dem Bauern diskutieren müssen und sie dann mit zurück geben. Aber langfristig hätte ich da keine Lust drauf. Müsste also ne andere Lösung her.

Was macht ihr?

Viele Grüße,
Christina
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Post#2by Conny » Thursday 18. November 2010, 13:34

Hallo,

Schafen, Ziegen und auch Schweinen würde ich dieses Heu noch nicht einmal als Einstreu geben, da sie davon auch fressen würden. Ebenso nicht an Geflügel, da bereits Schimmelbildung eingetreten ist, selbst wenn man noch keine Schimmelsporen erkennen kann. Das führt schnell zur Aspergillose, die nicht therapiebar ist.

Die hiesigen Bauern geben dieses Heu lediglich den Kühen als Einstreu.

LG
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Post#3by steinadlerehemann » Thursday 18. November 2010, 14:14

Hallo Christina,
so wie Conny schon schrieb, ist es riskant, überfällige Silage zu verfüttern oder auch als Einstreu zu verwenden.
Man sagt zwar Schweine fressen alles, aber ich würde es nicht riskieren.
Bei meinen Schafen habe ich sofort gemerkt, als das Wetter wärmer wurde - auch im Winter - dass die
Silage umschwenkte. Ich weiß nicht wie ich das anders bezeichnen soll. Aber einen Tag zuvor bekamen
die Schafe noch Silage, und ein Schaf mußte danach behandelt werden. (Kolik)
Also ist die Silage nur ratsam, wenn das Wetter kalt ist und die Silage nicht umschwenkt.
Das ist meine Erfahrung.
Im Winter ist es absolut kein Problem - wenn es dauerkalt ist.

Und Küken als Einstreu, gerade wo sie empfindlich sind - ich würde es ebenso wenig tun.

Daher habe ich auch keine Idee, ob und wozu man sie sonst verwenden kann.
Ich konnte sie auch noch nicht mal auf den Misthaufen tun, da die Gänse und Schafe ab und an den Misthaufen besuchen. Ich habe sie gleich entsorgen müssen.
Ist zumindest billiger als den TA bezahlen ....

Allerdings wer Gemüse anbaut oder Kräuter oder Obstbäume hat, wer weiß, ob man hier sie vielleicht einsetzen kann.

LG
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Post#4by Herwig » Thursday 18. November 2010, 14:16

Ich verfüttere seit vielen Jahren nichts anderes mehr als Heulage an meine Kaltblutpferde.

Die Gänse und Kaninchen bekommen sie ebenso.

Die Schweine kriegen das nicht so tolle vom Rand der Wiese mit Brennessel und Brombeerzweigen...

Ich mache meine gesmate Heulage selber und habe noch nie Schimmel gehabt. Leider werden von Nichtlandwirten die Silageflecken oft für Schimmel gehalten. Diese großen weißen Flecken sind aber reine Seliererzeugnisse.

Reste gibt es darum bei mir nicht, sollte mal etwas Schmutz oder Verunreinigung im Rundballen sein, kommt das gleich wieder auf den Dung und dient zur Düngung meiner Flächen.
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Post#5by Frankenvieh » Thursday 18. November 2010, 15:18

Silagequalität kann man am Geruch erkennen. Gutes silo sollte nach Sauerkraut riechen.



wir machen für die Kühe nix anderes, auch wenn immer viel Plastikabfall entsteht. Der Fehler von vielen ist, bei der Ernte werden die Messer in der presse nicht eingeschalten oder die Ballen tagelang auf der Wiese liegengelassen und sie dann erst an den Lagerort verbracht. die Ballen sollten innerhalb des Erntetages verbracht werden. Lasse ich mir welche bringen, dann nur schon durchsilierte und wenn's kalt ist.

Auch sollten die Ballen öfters mal kontrolliert werden, manchmal entstehn Löcher durch Katzen, Vögel oder Leute die meinen darauf kann man klettern ImageMit klebestreifen sofort flicken! Ansonsten schimmelst wirklich.


Wir haben noch nie ganze Ballen entsorgen müssen. Schimmel im Futter ist für ALLE Nutztiere tabu! Wir produzieren Lebensmittel, so sollten die Tiere auch diese Qualität erhalten!
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Post#6by starkepferde » Thursday 18. November 2010, 16:11

Auch wir verfüttern Heulage mit den Pferden + Ziegen. Wenn mal ein Ballen nicht so ok ist, in den letzten 5 Jahren ev. 2 Stück,
wird er mit dem Dung verkompostiert oder ws wird damit gemulcht. Verfüttern auf keinen Fall. Wenn, wie Herwig schon schreibt, mal einer dieser weißen Flecken drin ist, lassen die Tiere diesen liegen und er wird mit dem Dung entsorgt..
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

:smileyvieh: le Grüße Nutztier-Arche 139 \\\"Hardeck"\\\
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Post#7by klosterbauer » Thursday 18. November 2010, 16:12

Ahoi Christina,

ich habe zwar dieses Jahr noch genügend Heu für die Pferde, habe aber trotzdem einige Heulage-Ballen. Die gehen an die Kühe - und die, das habe ich festgestellt, sortieren aus, was ihnen nicht schmeckt. Schafe erhalten bei mir grundsätzlich keine Silage, weil die es a) zuuu gerne fressen und b) schlechtes von gutem nicht unterscheiden.
Bei uns sagt man: ein Silage-Ballen soll binnen einer Woche aufgebraucht werden - so als Richtwert. Festgestellt habe ich auch,dass das selbst ziemlich trockene Heulage durchaus irgendwann mit dem Gärprozess weitermacht, heiß wird und dann nicht mehr als Futter geeignet ist.

Beste Grüße

Peter
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Post#8by Christina » Thursday 18. November 2010, 16:28

Danke für eure vielen Antworten, auch wenn sie wenig erquickend sind. ;-)

Ja, Peter, das kenne ich auch als Richtwert: 1 Woche. Nur wenns richtig kalt ist, kann das auch mal ein paar Tage mehr sein. Ich hab mich deshalb die letzten Jahre auch strikt geweigert, da hätte ich den Ballen in einer Woche nicht annähernd geschafft. Aber inzwischen habe ich hier 3 1/2 Pferdchen stehen, die das in 7-9 Tagen packen sollten. Wenn da mal ein Rest weg muss, find ich das völlig in Ordnung. Lieber schmeiß ich etwas weg, als wieder eine Kolik-OP zu zahlen! Das sehe ich wie Christiane.

Damit komm ich auch schon zur Antwort an Herwig. Ich weiß, dass die weißen Flecken völlig in Ordnung sind. Ich gehe auch wie Frankenvieh nach dem Geruch und der sagt mir recht schnell, was los ist.

Irgendwie dachte ich mir, dass das Zeugs für die Schweine auch nichts taugt.... Die Bauernweisheit schien mir doch zu waghalsig.

Also hab ich nur eine Chance: Den Bauern weiter darauf anspitzen, dass er lieber 2-3 Schichten mehr wickeln soll und die Ballen regelmäßig kontrolliert. Bzw. mir nur die ohne Löcher bringt. Dies Mal war er noch 3 x vorher drumrum gegangen, aber langfristig wird er bestimmt unvorsichtiger. Ich hab deshalb drauf bestanden, dass wir die Ballen grundsätzlich zusammen öffnen und rein stellen.

Für den Herbst und das Frühjahr nehme ich weiter die kleinen Ballen, gerade beim Ab- bzw. Anweiden. Da wird mir der große Ballen nur heiß, wenns auch noch länger dauert....

Achja: Meine Stute wollte von dem Ballen damals auch nicht wirklich fressen. Aber es gab halt keinen neuen und irgendwann hatte sie zu großen Hunger. Hungerkoliken sind auch nicht wirklich besser....
Leider war die Stallbetreiberin damals zu knapp bei Kasse für wirklich gutes Futter. Sie hatte sich zwar gewundert, dass sie nichts fraß, aber dann auch nicht weiter drüber nachgedacht.
Das hab ich häufiger erlebt, deshalb halte ich sie ja inzwischen auch selbst.
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Post#9by Christina » Sunday 21. November 2010, 12:28

Ich hab jetzt doch noch eine halbwegs sinnvolle Lösung gefunden:

Mit der Heulage kann ein Stück Garten, das bisher noch nicht bearbeitet wurde, richtig dick gemulcht werden. Im späten Frühjahr recht man das alles an den Rand und pflanzt Kartoffeln, die man regelmäßig anhäufelt.
So kann man relativ einfach Land zum Gemüsegarten vorbereiten und die Kartoffeln können als Viehfutter dienen.

Jetzt hab ich nur noch das Problem, dass die Ballen dieses Jahr noch nicht am Haus sind, wo sinnvoll aber der Gemüsegarten entsteht... Und zu viele Ballen dürfen es auch nicht werden, sonst muss ich echt viele Kartoffeln anhäufeln, wozu ich im Moment auch nur bedingt Zeit habe...
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Post#10by steinadlerehemann » Tuesday 23. November 2010, 17:40

Hallo Christina,
was Herwig oben geschrieben hat, das hab ich auch festgestellt.
Sie unterscheiden nicht die Schäfchen.
Und meine Bekannte, die regelmäßig zu mir kommt, sagte mir auch,
besser sei, den Schafen keine Silage zu geben.
Dies wollte ich nur ergänzend hinzufügen.

Aber der Tipp für Kartoffeln ist nicht schlecht - in anderen Ländern bauen
sie auch Kartoffeln in Algen an, mit sichtbarem Erfolg.

Liebe Grüße und einen schönen Abend noch
Christiane
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Post#11by Knut vom Felde » Monday 21. February 2011, 09:37

Hallo,

ich habe gesten meinen ersten Silage-Ballen geöffnet und weisse Flecken entdeckt. Ist das Schimmel? Der Ballen riecht gut und war auch dicht verschlossen. Kann einer der Erfahrenen mal erklären, wie ich Schimmel von den von Herwig beschriebenen Silageflecken unterscheiden kann?


Quote: "Ich mache meine gesmate Heulage selber und habe noch nie Schimmel gehabt. Leider werden von Nichtlandwirten die Silageflecken oft für Schimmel gehalten. Diese großen weißen Flecken sind aber reine Seliererzeugnisse."

Ich habe die Stellen (an unterschiedlichen Stellen von 5-Mark bis A4 - Größe, immer zwisch zwei Lagen) ersteinmal großflächig entsorgt. Würden die Rinder Schimmel "erkennen" und liegen lassen? Ich habe auch noch Heu im Angebot aber die Silage war der Renner...

LG Jens Arne
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Post#12by Herwig » Monday 21. February 2011, 10:30

Meine Einschätzung:
Wenn der Geruch der Silage angenem sauer riecht und nicht unangenehm moderig, ist alles in Ordnung!! Einfach die Flecken mit verfüttern...

Aber so eine "Diagnose" ohne Bild und Geruch gebe ich natürlich nur ohne Gewähr ab.
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Post#13by Knut vom Felde » Monday 21. February 2011, 10:39

Ich werde morgen Bilder einstellen, wenn ich rechtzeitig im Hellen zu hause bin - mit dem Geruch habe ich Schwierigkeiten - ich könnte ihn in eine Flasche füllen und dir zuschicken Image.

LG Jens Arne
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Post#14by klosterbauer » Monday 21. February 2011, 11:58

Ahoi Jens Arne

wenn die Rinder nicht hungern müssen, sortieren die selbst aus - meine halten es zumindest so ....

zu den weißen Flecken kann ich ohne Bild auch nichts sagen

Es grüßt

Peter
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Post#15by Christina » Monday 21. February 2011, 14:06

Gute Silage riecht lecker nach einer Mischung aus Sauerkraut und Heu, schlechte riecht nach nassem Keller!

Als Test kannst Du satten Rindern einen Haufen guter und einen mit Flecken vorlegen. Wenn sie keine Unterschiede machen, ist es nicht schlecht.
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Post#16by Knut vom Felde » Tuesday 22. February 2011, 09:49

Hallo,

der Geruch ist meiner Meinung nach o.k.. Hier mal ein paar Fotos:

Image Image Image Image Image Image

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Post#17by Herwig » Tuesday 22. February 2011, 10:10

Silierflecken, ziemlich klar zu erkennen!
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Re: Wohin mit der Heulage, die nicht wirklich in Ordnung ist

Post#18by Frankenvieh » Monday 21. November 2011, 20:31

Bei Heu wärs Schimmel... Ich machs immer großzügig ab und ab auf den Dung!
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