Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise


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Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise

Beitrag#1von angler rotvieh 15 » Dienstag 7. April 2009, 10:04

Grundlagen zum gemeinesamen Austausch und Diskussion biologisch-dynamische Wirtschaftsweise.

Da ich ja Ökolandbau studiere und mich vorallem mit der bio-dynamischen Wirtschaftsweise beschäftige,bitte ich euch mal eure Fragen /Wünsche zum Thema zu stellen.

Da es ein sehr komplexes Gebiet ist,möchte ich versuchen meine Erfahrungen aus der Lehrzeit und meinem Betrieb einfließen zu lassen und auf allzu wissenschaftliche Formulierungen zu verzichten.

Um einen Anfang zu finden benötige ich Anregungen.

Ich kann auch zu den anderen ökologischen Ausrichtungen Stellung nehmen und diese näher vorstellen.

Also freue mich über viele Fragen und werde sie dann schnellstmöglich beantworten.

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Beitrag#2von karinenhof » Dienstag 7. April 2009, 10:56

das passt ja wie ....

Wir stellen in diesem Jahr das erste Mal Anträge an das Landwirtschaftsamt. Schon im Vorfeld kam die Frage für uns auf ob Öko od. nicht.
Wir wirtschaften im Sinne von Öko und da liegt die Entscheidung nahe. Derzeit dürfen wir auch die Kosten nicht so ganz außer Acht lassen. So ging die Suche nach Informationen weiter wie, wo und ob überhaupt Öko.

Folgendes habe ich rausbekommen.

1. In seinem zuständigen Landwirtschaftsamt muss man sich als Öko Landwirt anmelden
2. bei einer Kontrollstelle seiner Wahl muss man sich ebenfalls anmelden. Es erfolgt eine Erstaufnahme und dann jährliche Kontollen (mit entsprechenden Kosten)
3. Die Protokolle der Kontrollen werden dann an das o.g. Landwirtschaftsamt geschickt.

Einem Verein muss man nicht beitreten. Bringt aber u.U. Vorteile, wenn es um Vermarktung und Werbung geht.

So nun an die Spezies. Habe ich das alles richtig Verstanden?

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Beitrag#3von angler rotvieh 15 » Dienstag 7. April 2009, 14:32

Hallo Karienenhof,

bei welchem Amt warst du da? Ich komme aus Brandenburg und kenne das Havelland recht gut.

Um Ökolandwirt zu werden und dann von den Behörden Hilfe zu bekommen und die gibt es zu genüge,muss man für sich und seinen Betrieb ein genaues Konzept überlegen.

Dazu ist es notwendig ,dass du und deine Familie eure jetzigen Betrieb genau unter die Lupe nehmt und mal aufschreibt was ihr wo und wie macht.

Dann versucht euch mal ein wenig in die Kundschaft ,die ihr erreichen wollt hineinzuversetzen und somit kann man langsam angfangen sich auf das Unternehmen Ökolandbau einzustellen. Das ist viel mehr als irgendetwas weg lassen und "Kosten".

Du kannst ja mir mal eine private Nachricht mit einem kleinen Betriebsspiegel senden und ich könnte ja mal für dich durchrechnen,ob für dich der Ökolandbau in Frage kommt. (Wenn ja welche Form).

Das Problem in Brandenburg ist,dass du über Berlin vermarkten musst,aber das Havelland ist ja eine "Wachstumsregion".
In der Uckermark beipielsweise fehlt für die Bioqualität die Kundschaft (die Leute haben zu wenig Geld).

je nach dem was dein /euer Ziel ist kann man eine individuellen Umstellplan erstellen. Der kann auch nützlich sein,wenn du konventionell (extensiv) bleibst.

Das allerwichtigste ist sich Gedanken über das erste Umstelljahr und das vierte /fünfte Umstelljahr Gedanken zu machen.

Ich werde mal jetzt versuchen kurz und kannp die jeweiligen Richtungen vorzustellen.

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Beitrag#4von Frankenvieh » Dienstag 7. April 2009, 15:36

Hallo "Oeklandwirtin" (deinen richtigen Namen sagst du irgentwann selberBild)!

Herwig hat das ja schon schön angefangen mit den bekanntesten Anbauverbänden, aber irgentwie fehlen da noch die "Regeln" oder ein paar informative Links...
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Beitrag#5von Herwig » Mittwoch 8. April 2009, 09:05

Also mich interessiert, wie an anderer Stelle schon beschrieben, die Präparatetonne.
Was ist da drin, warum rühren, wo kommt das hin und wofür oder wogegen ist es gut??
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Beitrag#6von klosterbauer » Mittwoch 8. April 2009, 09:08

Hi in die Runde,

wir werden ab diesem Jahr bergisch pur und "bio" verknüpfen - habe also gerade alle Entscheidungsprozesse hinter mir.

@Karin: Um Biobauer zu sein, musst Du Dich nicht anmelden - einem Verband kann jeder beitreten. Aber wenn Du die Förderung haben willst, dann musst Du landw. Betrieb sein, Grundantrag stellen und dann die Bioverträge abschließen. Das ist soweit richtig. (Und die Förderung macht es ja finanziell noch interessanter ...). Ein Verband ist aus meiner Sicht aus drei Gründen u.U. lohnenswert:
a) Siegel signalisiert dem Kunden mehr Vertrauenswürdigkeit als das EU-Siegel
b) Vermarktungsunterstützung - falls es direkt nicht so klappt (Vorsicht: In dem Umstellungsjahren nicht so einfach möglich)
c) kollegialer Austausch - es gibt immer wieder Treffen der Bauern in der Region

@Vicki: Einfach ist die Umstellung für Betriebe, die reines Grünland machen, nicht viel Futter zukaufen müssen und keinen eigenen Ackerbau betreiben. Die Gründlandbetriebe mit Acker sehen auch hier bei uns den Umstieg nicht so einfach. Aber wer extensiviert hat, ist schnell dabei.

Ich habe mich hier nach einem Check aller Verbände und nach einigen persönlichen Gesprächen für Biokreis entschieden - der ist richtig fit in Grünland-Themen, nicht ganz so groß (da geht man als kleiner Betrieb nicht so leicht unter) und auch interessiert an Regionalvermarktung ... Bei Bioland z.B. hat mich dann schon gewurmt, dass ich als Interessent keine Infos zum Thema Schweinepest erhielt und immer vertröstet wurde ....

Auch ich stelle gern mein frisches praktisches Erfahrungswissen zur Verfügung.

Es grüßt aus dem Bergischen
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Beitrag#7von angler rotvieh 15 » Mittwoch 8. April 2009, 13:12

@Klosterbauer,

ich freue mich,dass du auch deine Erfahrungen bereitstellst und auf alle,die hier schreiben.

2.@ Herwig:
Die Präparte auf einen Bilck:

Hornmist (500): Ein Kuhhorn wird mit Kuhmist gefüllt undüber den Winter im Boden vergraben. Der Dung wird im Frühjahrin eine große Menge Wasser (2-3 g/l, 50-100 l/ha, [33]) gerührt und zur Verbesserung des Bodens ausgebracht.
Hornkiesel (501): Fein gemahlener Bergkristall wird während desSommers im Boden in einem Kuhhorn vergraben. Das Präparat wird ineiner großen Menge Wasser gerührt (0,1-0,15 g/l, 50-100l/ha,
[33]) und zur Verbesserung der Photosyntheseaktivität während der Vegetationsperiode ausgebracht.

- Kompostpräparate (502-507): Diese werden in Pulverform demKompost zugegeben (Blüten von Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn sowie Eichenrinde) oder als Pressaft von Baldrianblüten. Siesollen die Aktivität der Kleinlebewesen im Kompost verstärken.
Entscheidend für die Wirkung der Präparate ist der Vorgang der Dynamisierung.Durch das Rühren in Wasser sollen die den Päparateninnewohnenden Kräfte auf das Wasser übertragen werden.


Eine zweite Säule des biodynamischen Landbaus ist dieBerücksichtigung kosmischer Konstellationen.Wichtig ist hier der Mondkalender "Aussaattage" von MariaThun. Dieser Kalender analysiert die täglichen Konstellationen desMondes und der Planeten, gibt Anbauempfehlungen und weist aufungünstige Konstellationen hin, bei denen bestimmte Arbeiten nichtverrichtet werden sollen.

Quellenangabe:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***;32.Wolfram Römmelt, Bio-Wein, Verlag Mondo Heidelberg,
Heidelberg, 2007.
33.R. Kauer, J. Leopold, S. Türk, Lebendige Erde 2/2006, 40-43.

Das ist zwar aus einem Weinführer,aber für die Landwirtschaft und den Garten treffen die Beschreibungen auch zu.

Leider gibt es noch immer so viele Kritker und in den Büchern werden sie auch nur beläachelt aber ich glaube an sie und sie wirken. Viele Höfe,die seit mehr als 30 Jahren biodynamisch wirtschaften und die sehr intensiv damit arbeiten haben einen sehr gut krümeligen Boden,der wirklich gut riecht. Auch der eigenen Gesundheit tun die Präparate gut,weil sie wirklich ohne chemische Zustätze sind und man kan ohne Schutzhandschuhe reingreifen.

Auch bei uns auf dem Betrieb sieht man deutlich,dass der Boden feinkrümeliger wird und auch die Pflanzen wachsen sehr gut und wir haben sehr viele seltene Tiere. Auch das Beikraut hält sich in Grenzen.

Danke für die vielen Kommentare.
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Beitrag#8von karinenhof » Mittwoch 8. April 2009, 14:10

hm, also das mit dem Kompostpräparat könnte man ja selber mal versuchen. Schwieriger wird es für mich mit dem gemahlenen Bergkristall. Nun aber zum Hornmist. Geht das auch mit Schafhörnern und Schafsmist? Das habe ich beides zu Hause. Wenn auch der Winter nun zu Ende ist, kann man das dann für den kommenden einplanen. Oder?

Ich finde dieses Thema sehr spannend und interessant.

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Beitrag#9von angler rotvieh 15 » Mittwoch 8. April 2009, 14:30

Ich denke,dass es auch mit Schafshörnern geht. Die Gemeinschaft in Brandenburg ist total nett und sehen es auch nicht immer so streng.

Ich hatte anfangs auch viele Probleme mit dem Beschafften des materials,weil der Schlachthof es ja eigentlich nicht herausgeben darf.
Ich habe auch Probleme beim Schafgabenpräparat mit der Hirschblase. Aber da hilft der Verband.
Wir haben heute Verbandtreffen und viele haben ganz klein angefangen und wir haben auch heute noch manchmal die "fertigen"Präparate da(die kann man zentral in Witzenhausen bestellen).

Das allererste Jahr haben wir alle Präparate bekommen und wir nehmen sie heute als Beispiel.

Aber jeder muss für sich entscheiden,wie viel er macht (Hornkiesel und Hornmist sind die wichtigsten Präparate alles andere muss nicht,sondern kann angewndet werden).

In Brandenburg kannst du dich hervorragend mit dem Herr Chrisoph unterhalten oder einfach mal in Brodowin (Ökodorf Bordowin) anrufen. Die stellen auch Präparate her und haben da eine hervorragende Arbeit .

Aber auch der Verbandvorsitzende in Brandenburg ist sehr versiert und vielleicht kannst du ja mal am Präparatetag vorbeikommen.

So muss nun los.
Werde wenn es etwas neues gibt euch berichten.
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