Weidepfähle herstellen

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Weidepfähle herstellen

Post#1by Christina » Thursday 10. July 2008, 16:18

Hallo,

ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob ich hier im richtigen Unterordner bin, aber sonst passte es auch irgendwie nirgends so richtig hin....

Ich bin nach wie vor dabei, meine Weiden einzuzäunen und werde damit wohl auch noch einige Zeit beschäftigt sein. Da ich auf dem Gelände einen ordentlichen Baumbestand habe, denke ich nun darüber nach, meine Pfähle hieraus selbst zu gewinnen.

Bekannt ist ja, dass Eichenholz sich dafür sehr gut eignet. Nur habe ich nicht ganz so viele Eichen und finde diese sehr erhaltenswert.
Birken und Erlen habe ich mehr als genug, aber die sind als Pfähle ja viel zu weich. Buchen und Kastanien sind auch nur wenige...
Da bleiben noch die Eschen!
In einem Fernsehbericht sah ich neulich, dass Eschenholz fast so hart ist wie Eichenholz (Stimmt tatsächlich. Das Eindrehen von Litzenhaken geht viel schwieriger als bei Erlen)
Heißt das auch, dass es ebenfalls als Pfahlholz geeignet ist oder hat es andere Eigenschaften in der "Vermoderresistenz"?

Meine zweite generelle Frage: Welchen tieferen Sinn hat das Schälen der Pfähle? Siehts mit Borke nur nicht so gut aus oder gammelt es von dort aus auch schneller?

Weiß hierüber jemand etwas?
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Post#2by karinenhof » Thursday 10. July 2008, 16:42

oh je. Da hast Du ja noch einiges vor.

Alle Fragen kann ich nicht beantworten. Aber ein paar Erfahrungen habe ich schon gesammelt.
Die Rinde wird als erstes von den Holzwürmern und vom Hausbock gefunden. Außerdem fängt sie schnell an zu gammeln und fällt dann ab.

Es kommt drauf an, was zu für einen Zaun machst. Wenn Du "nur" Isolatoren reindrehst, wird es nicht so schlimm sein. Dann den Bereich der in die Erde kommt entrinden. Wenn ein Knotengitterzaun gezogen wird, können sich die Krampen lösen, wenn die Rinde abfällt. Dann würde ich alles entrinden.

Wenn Du die Pfähle einbuddelst, dann immer "falsch" rum. Damit verhinderst Du, dass zusätzlich Wasser eindringen kann.
Weiterhin sollten die Enden, die in die Erde kommen angekohlt werden.
Wenn Du das alles machst, dann geht auch Fichte. Länger hält immer Hartholz. Ich kenne Esche nicht als Pfahl, sondern nur als Brennholz. Auf Grund dieser Eigenschaften könnte ich mir eine Verwendung als Pfahl gut vorstellen.

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Post#3by Christina » Thursday 10. July 2008, 17:39

Hallo Karin,

herzlichen Dank für die Antwort!

Da könnte man das Ankohlen ja mit einem kleinen Grillfest verbinden.... :D
Falschrum einbuddeln setzt voraus, dass man weiß, was richtig rum wäre.... :shock: Na, da bin ich ja mal gespannt. Müsste man aber ja eigentlich irgendwie sehen, wenn man es sich nicht merkt und die Pfähle gleich vernünftig stapelt.

Ich werde nur Isolatoren einsetzen und die Eschenrinde scheint mir nicht so dick zu sein wie beispielsweise die der Eiche. Ich werde mir das mal "durchgeschnitten" ansehen und dann entscheiden.

Gebuddelt wird übrigens zum Glück mit dem Motor-Erdbohrer! :D
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Post#4by HolzClaas » Thursday 10. July 2008, 23:39

Hallo - habe gerade im Baumartenlexikon nachgesehen

das steht bei Esche drin "relativ geringe natürliche Dauerhaftigkeit" - und bei Verwendung steht nichts von Pfählen wie bei Eiche und Lärche.

Ich habe bei Pfählen die Erfahrung gemacht, eine Schippe groben Kies (oder Schotter aus Bauschutt) drunter reduziert Staunässe, weil das Wasser schneller ablaufen kann, und erhöht die Dauerhaftigkeit.


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Post#5by Christina » Friday 11. July 2008, 00:01

Hey Claas,

dann hat es also doch einen Grund, dass ich bisher nie etwas von Eschenpfählen gehört habe.
Nun denn. Es erspart mir die Arbeit, führt aber zu höheren Kosten. Ich muss mal nachdenken, ob ich mich jetzt freuen soll oder nicht. :roll:

Auf jeden Fall ein dickes [b]Danke[b] für den rechtzeitigen Hinweis!
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Post#6by Christina » Friday 18. July 2008, 10:45

So, wir haben uns nun doch für die guten alten Eichenpfähle entschieden.

Die günstigste Lösung scheint zu sein, eigene Eichen zu fällen (tut mir zwar in der Seele weh, aber einige stehen eh sehr ungünstig) und diese durch ein Mobiles Sägewerk zu Pfählen sägen zu lassen. Das gibt es zum Glück ganz in der Nähe, so dass die Anfahrt kaum zu Kosten führt.

Jetzt warten wir nur noch auf den Herbst, um die Bäume fällen zu können, und dann wird nach dem Sägen ein "Kokeltag" veranstaltet! :P
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Post#7by klosterbauer » Friday 18. July 2008, 15:15

Hallo Christina,

lohnt sich das wirklich?? Bei uns erhalte ich angespitze Eichenpfähle für den Zaunbau für 2 Euro. Ihr müsst fällen, sägen, spleißen, anspitzen. Oder seid Ihr da Profils und - nicht, dass nachher die Kosten fürs mobile Sägewerk teurer sind als die fertigen Pfähle.

So dachte rechnend gerade
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Post#8by Christina » Saturday 19. July 2008, 17:49

Hallo Peter,

denk daran: bei uns ist eher "das Land der unbegrenzten Weideflächen" als "das Land der unbegrenzten Baumbestände".
Wenn ich die Pfähle hier für 2 € bekommen könnte, würde ich sie sofort nehmen!!! Unser Nachbar hat zum Beispiel vor 3 Jahren einen Glücksgriff getan und 100 Pfähle für je 5 Euro bekommen. Dafür ist er 350 km gefahren und auch die gibt es nicht mehr zu den Konditionen.... 6 Euro ist normal.

Fürs Fällen und "Auf-Länge-Sägen" bezahlen wir allein mit unserer Zeit. Die 10x10-Abmessungen sägt das Sägewerk für einen ganz guten Preis aus den Stämmen. Das Anspitzen wiederum machen wir selbst... Tatsächlich rechnet sich das, wenn man die eigene Zeit als Hobby ansieht....

Was mich aber wieder verunsichert ist, dass die Meinungen so auseinander gehen bezüglich der vorherigen Trocknung. Manche sagen, ich könne die Pfähle sofort benutzen, andere, dass ich sie liegen lassen muss.

Wie sind Eure Erfahrungen?

Viele Grüße,
Christina

PS: Wenn man die Dinger bei Euch für 2 Euro bekommt.... Liefern sie die auch bis Nordeutschland für unter 3 Euro Versandanteil das Stück????
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Post#9by klosterbauer » Saturday 19. July 2008, 20:16

Hallo Christina

uff, bitte diese Preise nicht rumerzählen - ist ja Wahnsinn. Da hätte ich ja schon tausende von Euros in den Boden gehämmert. Was geht´s uns hier doch gut - zumindest in Sachen Pfähle.

In Sachen Trocknung frage ich mal meinen Holzspezialisten, wie lang die liegen. Ich denke mal, wären die zu trocken, dann würden mehr beim Reinhämmern kaputt gehen.

LIefern tun die Jungs sicher nicht - aber wennste mal in der Gegend bist, hol Dir doch 100 Stück. (oder was so in den Pferdehänger passt). Ich reserviere Dir auch welche. Selbst wenn die dann 2,50 kosten, haste ja noch ein Schnäppchen gemacht (Aber vorher leg ich mir 200 auf Lager, damit die hier nicht den preislichen Höhenflug kriegen.)

Hätte nicht gedacht, dass die Preise so unterschiedlich sein können.

Also, viel Glück beim Fällen, Sägen, spleißen .....

und beste Grüße aus dem Bergischen von
Peter
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Post#10by Herwig » Sunday 20. July 2008, 08:46

Also hier bei uns habe ich für die letzten Pfähle 3 Euro gezahlt.
Zum Pfahl an sich:

Ich setze die ungespitzt in die Erde in ein vorbereitetes Loch. Ich würde die nicht sägen lassen sondern spalten.

Die Haltbarkeit wird duch das Zusägen und Anspitzen sowie das Reinrammen heruntergesetzt.
Die Rinde sollte man entfernen und der Pfahl sollte nicht zu trocken sein. ´Trockene Pfähle ziehen Wasser und Fäulnisbakterien, gammeln also schneller. Zwischen Rinde und Holz setzen sich Käfer und Lrven und zerstören den Pfahl oberhalb der Erde. Anspitzen schwächt den Pfahl und berücksichtigt nicht den Faserverlauf, ebenso wie das Zusägen nicht den faserverlauf berücksichtigt und somit Wasser, Bakterien und Schädlinge eindringen können. (Ist außerdem viel zu teuer) Spalten kann man bei frischer Eiche selber, ihr werdet euch wundern, wie gut das geht. Ihr braucht Motorsäge, zwei Spaltkeile und einen großen Vorschlaghammer. Auf Länge schneidet ihr die Stämme selber, spalten tut ihr selber ergo habt ihr die Pfähle für lau!!
Das Bohren von Löchern für die Pfähle macht bei uns ein Bauer, der nimmt 30 Cent per Loch. Außerdem kann man im Geräteverleih einen großen Motorbohrer für 50 Euro am Tag ausleihen.

Vorgehensweise:
Die Bohrlöcher an einer gespannten Schnur ausmessen und einen Spatenstich Erde ausheben, erst wenn das alles fertig ist den Bohrer ausleihen, da kommt man dann vielleicht sogar mit einem halben Tag hin. Am nächsten Tag die Pfähle rein setzen, direkt vom Hänger, festtreten- fertig.
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Post#11by Christina » Sunday 20. July 2008, 17:37

Hallo Herwig,

o.k. Dein Wort in Gottes Gehörgang. Dann versuchen wir das so.
Die Erklärungen zu den Nachteilen des Sägens sind mehr als sinnvoll!

Einen Motorbohrer haben wir zur Verfügung. Das ist kein Problem. Wir haben ja schon 100 Kunststoffpfähle gesetzt. Die Eichenpfähle brauchen wir jetzt für die Ecken und die Tore etc.

Herzlichen Dank!

Viele Grüße,
Christina
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Post#12by karinenhof » Sunday 20. July 2008, 20:48

genau Herwig, so setzten wir unsere Pfähle auch. Zum anzeichnen spannen wir die Schnur nahe der Erde und markieren die Stelle mit Farbspray. Geht auch sehr gut und schnell.

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Post#13by karinenhof » Sunday 20. July 2008, 20:49

genau Herwig, so setzten wir unsere Pfähle auch. Zum anzeichnen spannen wir die Schnur nahe der Erde und markieren die Stelle mit Farbspray. Geht auch sehr gut und schnell.

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