Sensen?

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Sensen?

Post#1by gänseliebhaberin » Monday 17. May 2010, 07:00

Sensen, aber wie genau?

Möchte sääämtliche Brennesseln, in meinem zukünftigen Hühnergehege abmähen, von Hand...

Aber wie macht man das denn nun genau?
Mitm Rasenmäher brauch ich da net ran....
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Post#2by Conny » Monday 17. May 2010, 08:49

Morgen,

eine scharfe, gut gedengelte Sense ist das A und O. Die Technik des Sensens ist eine ganz eigene Art, ich tu mir da manchmal Heute noch schwer und ist schlecht zu erklären. Am besten, jemand aus deiner Nachbarschaft kann dir das zeigen.

Guck doch bitte einmal hier, dort wird es ein wenig erklärt: *** The link is only visible for members, go to login. ***

und hier, unter Mähtechnik: *** The link is only visible for members, go to login. ***

LG
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Post#3by Herwig » Monday 17. May 2010, 08:55

Hallo,

Sensengebrauch so zu erklären ist fast unmöglich. Ich denke du solltest dir das von einem bauern zeigen lassen und dann... learning by doingImage

Wenn man nur Brennessel mähen will ist es auch gar nicht so schwierig, weil es ja nicht darauf ankommt das der Schnitt sauber ausgeführt wird. Sensen ist aber auf jeden Fall viel schwieriger, als es ausschaut.
Für die Grundbegriffe bieten wir ein Buch an:
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(zweite Reihe von unten in der Mitte)
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Post#4by Christina » Monday 17. May 2010, 09:26

Ja, es ist schwieriger als es aussieht! Aber man kann es lernen. Image
Den ersten Tag dachte ich, die hätten mir ein total untaugliches, stumpfes Ding verkauft. Aber mit jeder gesensten Stunde merkte ich, dass die Anfangsschwierigkeiten allein an mir gelegen hatten.
Richtig gut wurde es, als ich anfing mit der Sense eins zu werden! (Sorry, ich musste das schreiben, weil sich das so gut anhört! ;-)) Image
Irgendwann hab ich darauf geachtet, nicht mehr wild "rumzusensen", sondern die Spitze im Bogen über den Boden gleiten lassen - mit immer gleichem Schwung und gleicher Höhe.... Da wurde es einfach.... Wenn man so eine Art Trence dabei erreicht, dann hat man es!
Und: Brennesseln sind tatsächlich dankbare Anfangsopfer. Image
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wenns nicht allzuviel ist

Post#5by plaetzchenwolf » Monday 17. May 2010, 16:46

Wenn's nicht allzuviel ist, empfehle ich den Kauf einer guten Hand-Heckenscheere mit Holzgriff und nachstellbaren Blättern, die gibts beim Mühlenladen für paarundzwanzig bis dreissig Euro.
(Hält ewig)
Damit schneide ich die Rasenkanten und die Brennesseln- geht gut.
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Post#6by Bartkaninchen » Monday 17. May 2010, 18:51

Hallo Kerstin,
auch ich habe sehr viel "Gewächse" bei denen ich mit der Sense ran muß. Gezeigt hat es mir keiner wie man mit der Sense umgeht, doch zugeschaut habe ich schon oft. Am Anfang habe ich mehr in der Erde gesteckt als dass ein Grashalm abgeschnitten wurde.
Aber wie Herwig schon geschrieben hat, lernen beim ausführen, wirst Du das scho hinbekommen. Irgendwo zu lesen wie man mit einer Sense umgeht ist die eine Sache. Die Andere ist es aber damit wirklich das zu erreichen was man vor hat und das kannst Du nur im eigenen Praxistest erfahren.
Nur nicht aufgeben !!! Einmal hast Du die Technik der Sensenführung raus und dann freust Du Dich über jeden Schnitt den Du mit Deiner Sense machst !
LG ! Ralf !
"Man empfindet es oft als ungerecht, daß Menschen, die Stroh im Kopf haben, auch noch Geld wie Heu besitzen.”

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Post#7by milchschaf » Wednesday 19. May 2010, 18:01

hier ein video das die heuwerbung mit sense und co recht gut veranschaulicht, auch mit erklärenden text
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Post#8by gänseliebhaberin » Thursday 20. May 2010, 06:51

Dankeschön :)

Na das wäre doch was fürs Treffen :D
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Post#9by starkepferde » Thursday 20. May 2010, 12:10

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

:smileyvieh: le Grüße Nutztier-Arche 139 \\\"Hardeck"\\\
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danke

Post#10by plaetzchenwolf » Thursday 20. May 2010, 14:53

Den Link mit der Sensenwerkstatt habe ich lange und begeistert angesehen. Mit der Sense arbeiten habe ich bei meinem Vater noch gesehen, als Bub ein paarmal probiert. Es handelt sich um ein faszinierendes Gerät, das so einfach nicht ist, wie es ausschaut.
In meiner Kindheit wurde im Garten jedes gängige Gemüse angebaut, viele Leute hatten Hasenställe- das Gras wurde täglich am Wegrand (mit Sichel oder Sense) im Weidenkorb geholt.
Die "alternative" Anbaumethode ist von daher nicht unbekannt, weil auf Chemie verzichtet wurde: 1. zu teuer, 2. unbekannt.
Der Dünger kam von den Hasen und von uns Menschen, die Jauche wurde mit einer großen Zinkschöpfkelle aus der Grube geholt und auf die Gartenerde ausgebracht. (Antibiotika gab es noch nicht. eben wie Abflußreiniger)
Umgraben und haken, jäten, sähen und vereinzeln waren ganz normale Sachen, wie Stangen für die Bohnen stecken und die Ernte.
"Quer durch den Garten- Suppe" (Gemüsesuppe) war Standardprogramm.
Wir Kinder haben sehr gerne die frischen Schoten der Erbsen geknackt und genascht- frische Möhrchen und Erdbeeren - eine feine Sache!
Schwarze, rote und weiße Johannisbeeren, grüne, gelbe und rote Stachelbeeren, Kirschen, Zwetschgen oder Pflaumen, Äpfel und Birnen, sogar ein Halbstamm Pfirsiche haben die Eltern gepflanzt.
An das Bild kann ich mich noch gut erinnern: Der Coker Spaniel stand unschuldig schauend im Erdbeerbeet und hat ..
geerntet wie eine Kuh!
Die Küchen hatten oft noch einen Küchenherd mit Ringen, der mit Holz gefeuert wurde, - sogar eine Backröhre und bei den ganz alten mit "Wasserschiff", das immer heißes Wasser bereit hatte.
Die erste Tätigkeit der Hausfrau war diesen Herd mit Zeitungspapier, ein paar Spanhölzern und groben Holzstücken anzufeuern,
dann den Schieber zu schließen. Sofort entstand eine unglaubliche Wärme. Wir haben damals auf den Ringen Mischbrotscheiben getoastet- das wunderbar schmeckte.
Das Fett vom Schlachten wurde in Pergamenttüten gefüllt und als Brotbelag verkauft- gesalzen oder mit Grieben.
(Die Versionen mit Röstzwiebeln und Äpfeln kamen später)
Bauchfleisch vom Schwein war das billigste Fleisch, das bei uns als Goulasch verarbeitet wurde- grandios!
"Hunger ist der beste Koch", geschmeckt hat es immer und satt sind wir auch geworden- obwohl das Geld knapp war.
(Die Eltern haben gebaut)
Nach und nach ging der Ertrag des Gartens weg, - ob die Erde ausgelaugt oder die Bäumchen zu groß wurden, hat keiner jemals erkundet.
Irgendwann kamen die Supermärkte und der Garten hat sich nicht mehr "rentiert".
Die Büsche waren mit Mehltau befallen, selbst resistente Sorten sind daran kaputt gegangen- ich persönlich habe den extrem gestiegenen Flugverkehr im Verdacht die Immunität der Pflanzen dauerhaft zu schädigen.
Wie auch immer- diese kleine Schilderung soll nur zeigen, daß "alternativ" damals ganz selbstverständlich war.
Versucht heute mal mit dem Leiterwagen durch das Dorf zu karren um eine Leiter oder Gerät zu transportieren - das ist fast ein "nogo",
wo jeder jeden Meter mit dem Wagen fährt - ich mache das zuweilen, gehe sogar zu Fuß von A nach B.

Nachtrag:
Saft aus div. Früchten und aus Rhabarber wurde mit dem Entsafter auf dem Herd gemacht und in Flaschen abgefüllt- das gab prima Limonaden und Gelee für den ganzen Winter.
Kartoffeln wurden zu 10 Zentnern im Keller gelagert (in Holzgestellen, Kartoffelkiste genannt)- Äpfel auf Holzregalen, Eingewecktes aller Art
ergänzte den Vorrat. Selbstgemachte Erdbeermarmelade aus vollreifen Früchten ist unvergleichlich- jede Zufügung von Aromen ist total
überflüssig gewesen.
Ein paar Sachen aus alten Tagen versuchen wir heute noch: Brot selbst backen* und einfach zu essen, Wein selbst machen, Strümpfe selbst zu stricken (Wunderbarer Tragekomfort) - später will ich im Waldbeet Pilze züchten. Die Kräuter sind in zwei kl. Beeten parat. Die Hühner und die Eier kommen vom Biohof um die Ecke.

*Heute mit guten Fertigbackmischungen in der Blechform und in der Backröhre ausgebacken,
früher von der Biomühle, die leider immer schlechter wurde.
Div. Bio-Wurstlieferanten wechselten sich ab, "online" ist in !

Wenn die Bäuerin aus Altersgründen aufhört und die Stangenbohnen nicht mehr frisch vom Feld im Waschkorb geholt werden können,
muß ich mir was einfallen lassen, sonst ist die alte Bohnenschnippelmaschine (einläufig) arbeitslos... ;)
Frisches Schnippelbohnengemüse mit dünnen Bauchfleischscheiben und Salzkartoffeln sind ein Gedicht.
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Post#11by -Sabine- » Thursday 19. May 2011, 05:50

Guten Morgen :)

ich bin im Brennessel-Anfängerstadium :D - und seh noch kein Licht am Horizont :mrgreen:
Viele Grüße, Sabine
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Wir müssen uns der Natur anpassen, und nicht die Natur uns.
© Siegfried Wache


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Post#12by Herwig » Thursday 19. May 2011, 09:06

Hohes Gras oder Brennessel ist die leichtere Übrung. Mein Großvater schnitt den Rasen mit einer großen Sense, milimetergenau, sah aus als wäre ein Rasenmäher drüber gefahren. Sensenbaum schnitze er immer selber... und lachte herzlich über sogenannte Dengelmaschinen aus dem Handel. Seiner Ansicht nach taugten die nicht den Schrottpreis.Image
Ich habe von ihm gelernt Sensen zu dengeln und meiner Ansicht nach, ist das der erste Schritt zu vernünftigem Mähen. Leider sieht mein Schnitt immer noch gruselig aus und wegen mangelnder Übung werde ich es wohl nie zur Perfektion meines Großvaters bringen.
Auch beim Mähen mit der Sense gilt die alte Weisheit:
Übung macht den Meister.

Ich werde über den Anfängerstatus nie hinauskommen, das steht für mich fest.
Wenn ich erinnere wie mein Großvater im 2m tiefen Graben stand und die Böschung mähte, booah, hinterher fragte ein Bekannter, welchen Rasenmäher wir an der Böschung benutzen. Meine Antwort: Opa Wilhelm. (War zu dem Zeitpunkt 93 Jahre jung, ca 2 Monate später starb er)
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Post#13by karinenhof » Thursday 19. May 2011, 09:56

So einen Opa hatte ich auch. Millimetergenau ist für mich derzeit nicht wichtig, aber ich bekomme die Wiese kurz. Und nicht nur Brennesseln und langes Gras. Auch ich befinde mich noch im Anfangsstadium.
Leider habe ich mich damals nicht für das Dengeln interessiert und hier gibt es keinen, der es mir zeigen kann.
Herwig Du evt. beim Treffen?

Nur üben mit einer Sense ist wirklich schwierig. Wenigstens einmal richtig zeigen lassen erspart eine menge Blasen und Rückenschmerzen.

Imagele Grüße von Karin aus dem Havelland
***********************************************************************
Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
Nutztier- Arche Karinenhof, Hof Nr. 81
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Post#14by Fuhrmann » Thursday 19. May 2011, 17:31

Mettbrötchen wrote:Eigentlich schade das solch traditionelle Handwerkskunst immer mehr ausstirbt. :( :(

Wie soll mans richtig lernen, wenns kaum noch jemand gibt der es einem beibringen kann?


Heut zu Tage muss ja alles schnell gehen.
Da wird dann auch schon mal der Rasentraktor rausgeholt um ne Fläche zu mähen, für die der klassische Spindel-Handrasenmäher ausreichen würde...
Und die 500m² Wiese mit nem 200 PS Trecker gemäht...



Zu lernen, zum Glück gibt es s.g. Sensenschulen und Seminare und man kann es dort lernen.


Die nächste Frage die sich stellt, geht es wirklich schneller
Wenn man die Anschaffungskosten und die Betriebskosten mit einrechnet und die Zeit dafür mit berechnet wie lange man braucht um die hohe Mechanisierung zu kaufen können. Also wie viele Stunden muss ich arbeiten um diese Geräte kaufen und betreiben zu können.
Da ist es vielleicht sogar günstiger vom Zeitaufwand mit der Sense zu mähen.
[color=#00BF00]MIt Arbeitspferden sollte man Arbeiten, sonst sehen sie irgendwann nur noch so aus, aber können es nicht mehr !
Kannst du schon mit Pferden arbeiten, oder musst du noch Traktor fahren ?[/color]
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