Ziegen und Wurmkur

Moderator: Claudia


AbonnentenAbonnenten: 4
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 13656

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#26von Conny » Mittwoch 28. August 2013, 09:28

Aufgrund der Konsitenz von Ausscheidungen kann man aber nicht ausschließen, dass die Tiere nicht doch verwurmt sind, eindeutig zeigt das nur eine Kotuntersuchung ;).

LG
Benutzeravatar
Conny
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 1508
Registriert: 05.2008
Wohnort: Schönfließ+Trampe/Uckermark
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#27von Uwe » Mittwoch 28. August 2013, 10:03

eumax hat geschrieben:Füttere meine Soayschafe mit Rainfarn sehr erfolgreich gegen Würmer.


Und ich war der Meinung, das zumindest frischer Rainfarn giftig ist und eher gemieden wird.
Was stimmt denn nun und wie wird es dosiert, kommt es frisch oder angewelkt bzw. getrocknet in die Raufe?
Wird es von allen Schafen und Ziegen angenommen?

Würde ich gerne einsetzen, traue mich allerdings nicht so recht!
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
Benutzeravatar
Uwe
Moderator
Moderator
Beiträge: 540
Registriert: 06.2010
Wohnort: Wesermarsch
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#28von Claudia » Donnerstag 29. August 2013, 06:57

ich trau mich das auch nicht. soweit ich weiß schwankt die giftkonzentration in rainfarn stark, von daher wird es auch mit der dosierung schwierig.
Benutzeravatar
Claudia
Moderator
Moderator
Beiträge: 837
Registriert: 04.2013
Wohnort: Wendland
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#29von Herwig » Donnerstag 29. August 2013, 13:58

KAMALA!!
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3344
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 236
Geschlecht: männlich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#30von Claudia » Donnerstag 29. August 2013, 16:45

: ))
ja möchte ich auch ausprobieren, wobei als erstes die hunde herhalten müssen.
wenn ich die wirkungsweise richtig verstanden haben, wirkt das zeug auf die muskulatur vom darm und auf den parasiten, indem es diesen lähmt.
das heisst die biester werden lebend ausgeschieden, also ist kurzfristig misten/kalken(nicht bei den hunden, aber alle anderen) angesagt.
was ich nicht rausgefunden habe, ob das eine kurzzeitige lähmung ist oder ob das wieder nachlässt und die biester wieder quitschfidel werden. wäre ja wichtig zu wissen, wegen dem misten
oder ob das einen tag liegen bleiben kann, wenn alle wieder auf der weide sind.
wenn das kamala auf die darmmuskulatur wirkt, macht es das doch wegen dieser härchen und nicht wegen einem anderen wirkstoff, der eventuell auf die uterusmuskulatur wirken könnte?
gibt es erfahrungswerte bei schweinen? wieviel gib ich denen?
und ab welchen alter ist das für ferkel ungefährlich?
Benutzeravatar
Claudia
Moderator
Moderator
Beiträge: 837
Registriert: 04.2013
Wohnort: Wendland
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#31von Uwe » Donnerstag 29. August 2013, 17:42

Herwig hat geschrieben:KAMALA!!


... und wenn ich dann dieses lese:
"KAMALA Rein biologisches Fruchthaarpulver, findet als Färbemittel Verwendung Kamala ist ein giftiges rotbraunes Pulver."

weiß ich nicht weiter ...
Als Färbemittel ja, zum Entwurmen darf es nicht verkauft werden ...

Was denn nun?? Eindeutige Infos gibt mit Tante Google nicht!
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
Benutzeravatar
Uwe
Moderator
Moderator
Beiträge: 540
Registriert: 06.2010
Wohnort: Wesermarsch
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#32von Claudia » Donnerstag 29. August 2013, 17:58

die pharmaindustrie passt schon auf, das keine wirksamen alternativen zugelassen werden : )

zuviel ist wohl giftig, weil es den darm lähmt, was ich dazu nicht gefunden habe, wielange dies anhält und ob es zu einem ileus dadurch kommen kann. ileus gefahr könnte ich mir auch bei starkem wurmbefall vorstellen, dagegen spricht, das bei richtiger dosierung die peristalitik kurzfrristig erhöht wird. bei hund und katz soll das wohl sehr schnell wirken.
da hatte ich mir überlegt, das ich das mitnehme und dann direkt spazieren gehe.
wäre auch eine überlegung mit schaf und ziege. irgendeinen nebenweg laufen, wo sie sonst nicht fressen.
ich werde es nächsten monat ausprobieren, mit wurmkur vorher/nachher, dann weiß ich (für mich) mehr
insgesamt scheinen mir die risiken nicht größer als bei der chemiekeule

ob die meschen soviel tabletten vertilgen würden, wenn drauf stände:giftig?
Benutzeravatar
Claudia
Moderator
Moderator
Beiträge: 837
Registriert: 04.2013
Wohnort: Wendland
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#33von Uwe » Donnerstag 29. August 2013, 18:21

Ich versuche meine Unsicherheit zu Kamala zu präzisieren:
- welche Tiere entwurmen;
- welche Dosis/kg und Tier (je nach Art, Huhn, Schaf, Ziege, Rind, Hund, Katze);
- wieviel ist zuviel;
- wie verabreichen, z.B. auf Futter gestreut (ist ja nicht wasserlöslich);
- Symptome bei evtl. Überdosierung (Claudia hatte es schon angerissen);
- ...

Und: Wo günstiger beziehen, 500Gr für 29€ habe ich schon gefunden!
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
Benutzeravatar
Uwe
Moderator
Moderator
Beiträge: 540
Registriert: 06.2010
Wohnort: Wesermarsch
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#34von Claudia » Donnerstag 29. August 2013, 18:36

also beziehen kannst du es über den vieh shop : D

gib mal bei google entwurmung kamala ein, über die verschiedenen tierspezifischen foren kommt da allerlei zur dosierung.
oder du wartest einen tag, dann finde ich meine ganzen lesezeichen dazu wieder und ich versuche mal eine tabelle zu machen
wenn ich es recht in erinnerung habe, arbeitet man in neuseeland bei schafen schon länger damit, eben wegen der resistenzen

verabreichung hängt ja von der tierart ab.
ich glaube meine schafis könnte ich nicht damit begeistern, wenn ich denen leberwurstknödel damit mache : )
Benutzeravatar
Claudia
Moderator
Moderator
Beiträge: 837
Registriert: 04.2013
Wohnort: Wendland
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#35von Jaegertom » Montag 30. September 2013, 19:22

Claudia hat geschrieben:ich trau mich das auch nicht. soweit ich weiß schwankt die giftkonzentration in rainfarn stark, von daher wird es auch mit der dosierung schwierig.


Richtig, Finger weg! Einer meiner Koppelnachbarn mähte sein Rasenstück mit viel Rainfarn und warf es über den Zaun zu meinen Ziegenböcken.
Fazit: Vier Jungböcke verendet (nachweislich Vergiftung durch Farn laut Untersuchung in Fellbach) und großer Schaden weil seltene Tiere (Blobe Ziege und Capra Grigia).
Wobei aber Ziegen mit diesem Farn auf der Weide nur soviel fressen von selbst wie sie brauchen..
Habe letzten Winter viel erreichen können mit ausgiebiger Tannenfütterung (enthält Terpentol) was die Würmer auch nicht sonderlich mögen.
Benutzeravatar
Jaegertom
...ist wohl ein Fachmann/frau
...ist wohl ein Fachmann/frau
Beiträge: 466
Registriert: 10.2011
Highscores: 1
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#36von schnuckened » Montag 30. September 2013, 20:36

jägertom, weißt du näheres, ob andere nadelbaumarten genau so terpentol enthalten wie die tanne? meine schnucken bekommen in jedem winter reichlich kiefernäste, die sie blitzeblank schälen. desweiteren machen sie sich auch gern über misteln her, die ebenfalls hoch in den bäumen wachsen und mich deshalb verwundert, woher die schafe eigentlich wissen können, dass geade misteln eine leckerei darstellen.
zurück zum rainfarn, auch ich halte es so, dass die schafe rainfarn zur freien verfügung aufnehmen können, wie sie wollen. eine beobachtung des jahres war, dass in einer trockenperiode extrem viel sauerampfersamenstände aufgenommen wurden und dazu immer wieder rainfarn. ein stück weiter hätten sie auch u. a. eine grassorte (nicht das schlechteste, aber mit den sorten tu ich mich etwas schwer!) aufnehmen können, die ersteren pflanzen wurden aber bevorzugt.

grüße

ed
Geprüfter Berater in Wolfsangelegenheiten nach Monitoring-Standards mit Unterstützung von VIEH / majaura@t-online.de
Benutzeravatar
schnuckened
Moderator
Moderator
Beiträge: 758
Registriert: 04.2013
Wohnort: Niederlausitz
Geschlecht: männlich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#37von Christina » Montag 30. September 2013, 20:56

...und meinst Du wirklich die Tanne? ...oder doch die Fichte, die hier alle Tanne nennen?
Beste Grüße,
Christina

Blessmanns Nutztier-Arche
Benutzeravatar
Christina
Moderator
Moderator
Beiträge: 998
Registriert: 12.2007
Wohnort: Zwischen Hamburg und Bremen
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#38von Jaegertom » Montag 30. September 2013, 21:55

Zu ihren Hauptbestandteilen gehören unter anderem ätherisches Öl, Gerbstoff, Glykkosid Picein, Harz, Terpentinöl und Vitamin C. Zur medizinischen Verwendung kommen der Harz, die Nadeln und die jungen Triebe. In der Regel wird eine Teezubereitung eingenommen.

Die Fichte wirkt antibakteriell, antiseptisch, auswurffördernd, beruhigend, kräftigend, schleimlösend und schweißtreibend. Sie findet Anwendung bei Erkältungskrankheiten, bei Bronchitis und anderen Erkrankungen der oberen Atemwege sowie bei grippalen Infekten. Äußerlich anwenden, etwa in Form des Fichtennadel Franzbranntweins, kann man sie bei Muskelkater, neuralgischen Schmerzen, rheumatischen Beschwerden und Durchblutungsstörungen.

Ähnlich sind natürlich Tanne, Föhre(auch Waldkiefer) oder Latschen(Bergkiefer), genauso geeignet. Douglasien werden ebenfalls sehr gerne gefressen, Nordmannstanne auch. Nur Blautanne mögen sie nicht so. Auch keinesfalls Eibe da sehr giftig.
Alles in allem ein Gesundheitscrack für Ziegen.
Für die die Tanne mit Fichte verwechseln : Fichte sticht, Tanne nicht. Liegt an der deutlich weicheren Benadelung der Tanne, auch ist sie nicht rings um die Zweige benadelt, sondern nur waagrecht.
Benutzeravatar
Jaegertom
...ist wohl ein Fachmann/frau
...ist wohl ein Fachmann/frau
Beiträge: 466
Registriert: 10.2011
Highscores: 1
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#39von Herwig » Dienstag 1. Oktober 2013, 05:53

ALLE Nadelgehölze enthalten Terpentole, die Wirkung der Terpentinöle bewirken eine Einschränkung der Fruchtbarkeit der Innenparasiten.

Die Dosierung von Kamala ist mehrfach im Internet zu finden. Hat mit der Aufnahme von frischem Farn wenig zu tun. Rasenschnitt ist grundsätzlich kein Futtermittel für Ziegen und führt häufig zum Tode.
Generationen von Schäfern und Schafhaltern haben Kamala erfolgreich eingesetzt, nun das Mittel mit "Finger weg" zu bezeichnen halte ich für eine unangemessene Reaktion.
Viel mehr Schaden haben in der Vergangenheit die erzeugten Resistenzen von Panacur oder ähnlichen Erzeugnissen verursacht.
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3344
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 236
Geschlecht: männlich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#40von Jaegertom » Dienstag 1. Oktober 2013, 14:11

Hallo Herwig,
ich meinte Finger weg vom Rainfarn, ist im Kommentar so geschrieben.
Keinesfalls bezog sich das auf Kamala.
Benutzeravatar
Jaegertom
...ist wohl ein Fachmann/frau
...ist wohl ein Fachmann/frau
Beiträge: 466
Registriert: 10.2011
Highscores: 1
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#41von Zacharias » Montag 25. November 2013, 18:36

Über diesen Thread habe ich in dieses Forum gefunden und möchte nun mal etwas dazu schreiben.
Meine Ziegen leben auf einem Grundstück mit artenreichem Bewuchs. Also keine Weide (dafür habe ich Schafe) sondern sozusagen ein kleines Tal mit Brennnesseln, Disteln, Weiden und Kräutern. Zusätzlich sind sämtliche Nachbarn, Verwandte und Freunde beauftragt nichts ziegentaugliches an Strauch- und Baumschnitt zu entsorgen.
Auf der Fläche wächst an einer Stelle Farn, den die Ziegen selbst dann ignorieren, wenn Frischfutter noch rar ist. Lediglich einmal im Jahr und immer im Spätsommer gibt es einen Tag, wo sie im Farn stehen und mal hier, mal da ein Blättchen zupfen.
Wechselbeweidung ist nicht möglich.
Ich habe nie prophylaktisch entwurmt, immer nur nach Kotuntersuchung ab mittelschwerem Befund. Dennoch haben sich in diesem Jahr Resistenzen eingestellt, die mich an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.
Mich würden nun eure Erfahrungen interessieren. Für Milchvieh ist nach meinen Recherchen nur noch Valbazen und Eprinex zugelassen. Valbazen wirkt nicht mehr, Eprinex nur noch eingeschränkt. Mit was entwurmt ihr die milchgebenden Tiere? Hab ich was übersehen?

Thema Kamala:
Hat das von euch schon mal jemand richtig probiert? Mit "richtig" meine ich vorherige Kotprobe, Kamalagabe und nach einer Woche noch mal eine Kotprobe. Ich habe Kamala in diesem Jahr zum ersten Mal gegeben nachdem ich die ersten Resistenzen fest gestellt habe. Ich habe jedoch vorher keine Kotprobe weggeschickt, da hierfür keine Zeit war (den Tieren ging es schon ziemlich schlecht). Eine Woche nach einer 2. Kamalagabe habe ich Kot ans Labor gesendet. Den Tieren ging es da schon besser und ich hatte eigentlich große Hoffnungen. Alle betroffenen Tiere hatten einen schweren Befall, bei einer stark abgemagerten Ziege wurden 10.000 Eier pro g Kot gefunden. Das hat mich ungemein frustriert. Ich musste danach mit einem nicht milchzugelassenem Mittel entwurmen und damit war die Melksaison beendet. Nun wüsste ich gerne wie das im kommenden Jahr weiter gehen soll.

@ Herwig
Du hast diesen Satz geschrieben:
"Ich würde erst nach der Lammung kuren. Dann geht über die Milch auch etwas an die Lämmer und die sind schon mal geschützt."
Ich halte diesen Satz gerade was die Resistenzen betrifft für gefährlich. Schützen kann man mit Wurmmitteln vor Würmern nicht. Gerade das Wurmmittel in der Muttermilch dürfte Resistenzen auslösen. Schützen kann nur die Muttermilch vor Magen-Darm-Strongyliden.
Gruß, Birgit
Benutzeravatar
Zacharias
...hat etwas zu sagen
...hat etwas zu sagen
Beiträge: 33
Registriert: 11.2013
Wohnort: Ruhrgebiet
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#42von Alex » Montag 25. November 2013, 21:25

Hallo,

nach 16 Jahren Ziegenhaltung auf Standweiden muss ich einfach sagen, der Bestand muss soweit runter, dass man die Weide wechseln kann, mit anderen Tieren( keine Schafe) oder Heugewinnung, sonst wird der Bestand immer kränker und der Frust unendlich. Die Ziege ist eigentlich ein Wanderer. Irgendwann greift das beste Mittel nicht mehr.

Alex
Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu!

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Benutzeravatar
Alex
Moderator
Moderator
Beiträge: 765
Registriert: 11.2006
Wohnort: Franken
Highscores: 16
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#43von Zacharias » Montag 25. November 2013, 21:43

Das würde bedeuten die Tiere zum Schlachter zu bringen und die Selbstversorgung an den Nagel zu hängen. Hier im Ballungsraum ist es nicht einfach große Grünflächen zu pachten, ziegentaugliche sowieso nicht. Da nützt es auch nichts den Bestand zu dezimieren (habe ohnehin nicht viele Tiere).
Gruß, Birgit
Benutzeravatar
Zacharias
...hat etwas zu sagen
...hat etwas zu sagen
Beiträge: 33
Registriert: 11.2013
Wohnort: Ruhrgebiet
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#44von Zacharias » Montag 25. November 2013, 23:42

Noch was um keine Missverständnise aufkommen zu lassen:
Ich habe kein generelles Parasitenproblem. Ich habe in den ganzen Jahren noch nie ein Lamm entwurmt, das geschlachtet wurde. Und ich habe eine Ziege im Bestand, die noch nie eine Wurmkur bekommen hat, sowie weitere Ziegen bei denen das selten (alle 1-2 Jahre) nötig ist.
Gruß, Birgit
Benutzeravatar
Zacharias
...hat etwas zu sagen
...hat etwas zu sagen
Beiträge: 33
Registriert: 11.2013
Wohnort: Ruhrgebiet
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#45von Jaegertom » Dienstag 26. November 2013, 00:04

Wenn du einige Tiere nicht oder nur sehr wenig entwurmen musst, heißt das nicht, dass sie keine Würmer haben. Sie kommen nur mit dem Wurmdruck besser klar und sind robuster. Solche habe ich auch im Bestand, vor allem die Pinzgauer Ziegen.
Trotzdem scheiden sie Wurmeier aus und die anderen können sie dann abbekommen. Standweiden sind da wirklich gefährlich, da kann nach einigen Jahren eine immense Wurmverseuchung herrschen.
Wechselbeweidung mit Pferd wäre da eine Lösung.
Ich hatte auch schon das Problem mit Resistenzen und musste hilflos zusehen wie ein Tier nach dem anderen einging weil kein Tierarzt Bescheid wusste.
Derzeit wechsele ich oft die Weiden, danach werden die Ponys draufgelassen.
Sogar der Tierarzt gibt Ivermectin bei Milchziegen, weil nichts anderes hilft. Zolvix ist ein gutes Wurmmittel, in der Wartezeit auch nicht besser.
Kamala ist ebensowenig zugelassen.
Werde es aber trotzdem mal versuchen.
Was sehr gut hilft ist im Winter Tannengrün in rauen Mengen. Ebenso Eschen, die nagen ganze Bäume ab so dass nachher keine Rinde mehr drauf ist.
Mit Farn kann ich nur sagen, dass es meine fressen, er ist jedesmal weg, selbst Adlerfarn. Natürlich keine großen Flächen, da muss man rechtzeitig umweiden wenn die Wiese mit viel Farn leergefressenist bevor der Farn drankommt.
Dieses Jahr hatte ich zwei Kitze als Verlust, eines zu viel Farn und eines Fingerhut.,Kommt leider immer wieder mal vor.
Benutzeravatar
Jaegertom
...ist wohl ein Fachmann/frau
...ist wohl ein Fachmann/frau
Beiträge: 466
Registriert: 10.2011
Highscores: 1
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#46von Zacharias » Dienstag 26. November 2013, 01:06

Natürlich heißt das nicht, dass sie keine Würmer haben. Das Ziel sollte ja nicht sein, dass sie keine Würmer haben, sondern damit klar zu kommen, sprich, dass die körpereigene Abwehr so funktioniert, dass das Gewürms nicht überhand nimmt.
Mal abgesehen davon, dass ich Pferde nicht mag und sie mir nur den Boden kaputt machen würden, würden die da wohl auch verhungern. Wie schon geschrieben, es ist das ideale Ziegengrundstück, keine Weide. Ein Pferd würde dich da angucken und fragen, was es da soll.
Unterteilung ist da wie gesagt nicht möglich, es ist sehr unebenenes Gelände und ich bin schon glücklich, dass die Außenumzäunung halbwegs ziegensicher ist. Allerdings glaube ich auch nicht, dass es so zwingend nötig ist. Bei Weidehaltung sehe ich das auch so, da kommt man ohne Wechselbeweidung nicht aus und das mache ich auch bei meinen Schafen so. Die Ziegen fressen jedoch kaum am Boden und da ist mein Ziel doch eher eine Resistenz gegen Würmer.
Auf dem Grundstück waren übrigens schon vor meiner Zeit lange Jahre Ziegen. Wenn die Resistenzen an der Standweide läge, wäre sie wohl schon eher aufgetreten. Die Ziegen, bei denen ich Resistenzen festgestellt habe, waren nicht von Anfang an bei mir und wurden vorher "prophylaktisch" entwurmt. Die Ziege, die ich noch nie entwurmt habe, ist bei mir geboren. Meine Überlegung geht daher mehr in die Richtung, "wurmresistente" Ziegen zu züchten. Leider beißt sich das manchmal mit dem Zuchtziel.
Gruß, Birgit
Benutzeravatar
Zacharias
...hat etwas zu sagen
...hat etwas zu sagen
Beiträge: 33
Registriert: 11.2013
Wohnort: Ruhrgebiet
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#47von Herwig » Dienstag 26. November 2013, 05:43

Mein Satz bezog sich wesentlich auf Kamala, da gibt es keine Resistenzen.
Aber mal mit Logik:
Entwurme ich abgelammte Ziegen, habe ich sowieso Wartezeit bei der Milch. Warum, weil sie die Wurm tötenden Toxine enthält, Lämmer nehmen nun automatisch die richtige Dosis auf, Resistenzen bilden sich so nicht, weil die Lämmer wenn, dann durch die Mutter infiziert waren und noch nicht mitfressen, oft isoliert in der Lammbucht leben. Der Rückgang in der Dosis durch die Milch, ist ganz genau so, wie der Rückgang der Konzentration des Mittels im Blutkreislauf des Muttertieres. Wäre das förderlich für die Resistenz Bildung würde das Wurmkuren generell ad adsurdum führen.

Mit Verlaub finde ich den Fehler der Selektion auf Aussehen und Milch- und Fleischleistung wirklich gefährlich. Weil du nicht nach Gesundheitsstatus selektierst.
Ich würde niemals auf die Idee kommen, in einer Herde Ziegen mit jenen Tieren weiter zu züchten, die Resistenzen ausgebildet haben, schon gar nicht, wenn ich Ziegen im Bestand hätte, die eine derartige Robustheit aufweisen wie Deine!!!
Die Weiterzucht mit der Wurmresistenten Ziege ist nachhaltig, alles andere Geld- und Motivationsverschwendung. Da habe ich leider ganz knallharte Ansichten, die ich hier auch in allen Bereichen propagiere.
Deine Ziege ohne Wurmmittel ist die Kreatur der Zukunft!! Am Aussehen und den Leistungsmerkmalen kann man später "herumzüchten", jetzt gilt es Tiere zu erzüchten die überleben können ohne Apotheke.
Was nützen dir Tiere die hübsch sind, deinen Idealen entsprechen in der Leistung, dir aber zu Hauf umkippen und alles Abverlangen um sie am Leben zu erhalten, was soll da die nächste Generation noch bringen??
Genau das ist der Ansatz in der Erhaltung alter Nutztierrassen, alte Genreserven erhalten, züchten nach alt hergebrachten Maßstäben und die Genetik der "alten Rassen" nicht zu verändern, denn da ist die Sackgasse vorprogrammiert.
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3344
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 236
Geschlecht: männlich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#48von Zacharias » Dienstag 26. November 2013, 20:11

Das mit der Logik würde voraussetzen, dass Jungtiere von verwurmten Müttern automatisch auch verwurmt sind. Ich weiß, das behauptet jeder Tierarzt, ich glaube aber daran ebenso wenig, wie daran, dass alle Tiere eines Herdenverbunds verwurmt sind, wenn eines Würmer hat. Mir ist sogar einmal der Beweis gelungen, bei einer Hündin mit Welpen.
Wenn es so ist, dass die Lämmer verwurmt sind und wenn es so ist, dass die Dosierung der Ausscheidung in der Milch die Richtige ist, gebe ich dir recht. Wenn ich aber der Mutter ein Mittel gegen Magen-Darm-Strongyliden gebe, gegen die die Lämmer allein durch die Muttermilch imun sind, ist das Wurmmittel überflüssig und es können sich Resistenzen bilden.

Mit der Aussage, dass sich die Selektion wurmresistenter Ziegen mit dem Zuchtziel beißt, meinte ich nicht Schönheit oder Leistung. Ich meinte damit die Reinheit alter Rassen zu erhalten. Mich betrifft das aktuell zwar wenig, war eher allgemein gemeint, aber wenn ich TWZ züchte und einen Mix mitlaufen habe, der wurmresistent ist, dann will ich meine TWZ-Zucht ja nicht gerade auf den Mix aufbauen und wie du es so schön sagst "die Genetik der alten Rasse verändern".
Gruß, Birgit
Benutzeravatar
Zacharias
...hat etwas zu sagen
...hat etwas zu sagen
Beiträge: 33
Registriert: 11.2013
Wohnort: Ruhrgebiet
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#49von Zacharias » Sonntag 1. Dezember 2013, 12:26

Wo kann man eigentlich die Famacha-Karte besorgen?
Gruß, Birgit
Benutzeravatar
Zacharias
...hat etwas zu sagen
...hat etwas zu sagen
Beiträge: 33
Registriert: 11.2013
Wohnort: Ruhrgebiet
Geschlecht: weiblich

Re: Ziegen und Wurmkur

Beitrag#50von Jaegertom » Sonntag 1. Dezember 2013, 16:07

Hier Birgit:
*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Unter -Behandlung----Resistenzen vorbeugen ist die Karte sichtbar.
Benutzeravatar
Jaegertom
...ist wohl ein Fachmann/frau
...ist wohl ein Fachmann/frau
Beiträge: 466
Registriert: 10.2011
Highscores: 1
Geschlecht: nicht angegeben

VorherigeNächste

Beteilige Dich mit einer Spende