Kraftfuttermenge bei Milchziegen

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Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#1von Zacharias » Montag 25. November 2013, 20:37

Mich würde die Tagesmenge an Kraftfutter interessieren, die ihr euren milchgebenden Ziegen sowohl in der Trockenzeit als auch während der Laktation gebt. Bitte auch dabei schreiben, was ihr füttert.
In der Literatur wie auch im Netz finde ich dazu so massiv unterschiedliche Angaben, dass mich das auch nach Jahren eigener Erfahrung noch verunsichert. Zudem sind meine Ziegen für meine Begriffe zu dünn.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#2von Alex » Montag 25. November 2013, 21:17

Hallo,

ich hab schon viel versucht, bin mittlerweile bei Hafer, während des Melkens gelandet, sie bekommt so lang zu Fressen wie ich zum Melken brauche. Zuckerrübenschnitzel sind nicht gut für die Milchziegen. Ziegen brauchen viel Heu, auch bei Weidegang und Gras und Blätter, Äste. Mit Kraftfutter bekommst du die nicht dicker, die werden bloß krank davon. Das große Problem bei Standweiden sind Parasiten und Clostridien. Das ist, sehr schwer in den Griff zu bekommen. Mineralfutter ist auch anzuraten.

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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#3von Zacharias » Montag 25. November 2013, 21:40

Mir geht es hier explizit um Kraftfutter. Ich bin ja keine Anfängerin, natürlich ist die Grundnahrung Heu und Mineralfutter gibt es natürlich auch, dazu freien Zugang zu großem Grundstück mit allem was das Ziegenherz begehrt. Ich wüsste einfach gerne, was und wie viel ihr zusätzlich zu allem, was lebensnotwendig ist zufüttert.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#4von Claudia » Dienstag 26. November 2013, 06:34

Die Menge ist von sovielen Faktoren abhängig, da gibt es keine Formel für.
Eine TWZ braucht deutlich weniger als eine BDE oder Mix. Heuqualität, Parasitendruck,Lämmerzahl, Milchmenge,Bewegung- letztendlich füttert das Auge des Betrachters.
Wenn Dir eine Ziege zu dünn erscheint, wird dir die Angabe der Futtermenge auch nichts nützen, dann braucht sie eben mehr.Dann hat in der Genetik wahrscheinlich keine Selektion auf Genügsamkeit statt gefunden.
Ich hab Gerste und /oder Hafer gefüttert.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#5von Zacharias » Dienstag 26. November 2013, 19:55

Wenn Dir eine Ziege zu dünn erscheint, wird dir die Angabe der Futtermenge auch nichts nützen, dann braucht sie eben mehr.

Gerade das finde ich bei Milchtieren schwierig. Ich habe in diesem Jahr eine ältere Ziege schlachten lassen, weil sie nur noch Haut und Knochen war. Aber sie hatte immer die proppersten Lämmer und mehr Milch als die Kleinen trinken können. Alles was ich oben rein gehauen habe, ist in Form von Milch oder Lamm hinten wieder raus gekommen. Nur in der Frühträchtigkeit inkl. Trockenstellen bekam ich ein bisschen mehr auf die Rippen. Meine anderen sind nicht ganz so extrem, aber mehr Futter mehr Milch ist wohl bei jeder Ziege Programm.
Ok, ich frage mal umgekehrt: Welche Höchstmenge Kraftfutter (Hafer, Gerste) würdet ihr noch für gesund halten?
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#6von Alex » Dienstag 26. November 2013, 22:19

So wie du deine Weide beschreibst, brauchst du eigentlich gar kein Kraftfutter. Wenn du eine gute Milchziege hast, ist die immer dürr und je mehr Kraftfutter umso mehr Milch, aber dicker wird sie wohl nicht werden, hast du ja selbst schon beschrieben. Bei einer normalen Ziege würd ich nicht mehr als zwei Tassen voll geben.

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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#7von Claudia » Mittwoch 27. November 2013, 05:47

wieviel fütterst Du denn unter welchen Bedingungen?
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#8von Zacharias » Mittwoch 27. November 2013, 11:16

Die Bedingungen habe ich ja schon grob beschrieben. Gar nicht zufüttern und melken, ganz ehrlich ich kenne niemand, der da eine akzeptable Milchmenge bekommt. In der Trockenstehzeit können sich die Tiere gut vom Grundstück ernähren, aber während der Laktation muss da m.E schon noch was anderes gefüttert werden. Ohne Kraftfutter keine Milch, so kenne ich das. Die Angaben in Literatur und Netz variieren zwischen "wenig" - wieviel auch immer wenig sein mag - bis hin zu 1kg pro Liter Milch. "Wenig" gibt es bei mir sicherlich nicht, aber von 1kg pro Liter Milch bin ich auch weit entfernt. Je nach Zustand der Ziege und Milchmenge (Lämmeranzahl) gibt es bei mir zwischen ca. 500 und 1000g Walzhafer/gerste. Die Milchschafe kommen mit der Hälfte aus. Bei geringer Milchmenge oder hoher Lämmeranzahl gibt es im Frühjahr auch noch 500g Luzernepellets zusätzlich.
Wenn ich euch so lese ist das wesentlich mehr als ihr füttert.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#9von Claudia » Mittwoch 27. November 2013, 14:37

Sorry,ich finde gerade nicht viel zu den Bedingungen.
Wann lammen Deine ab, bzw, wann werden sie gedeckt, welche Futtermittel (viel Brennessel? -Brennessel ist milchfördernd) bietet Deine Weide, was fütterst Du im Winter(Heuart, Zweige etc) Haben die Ziegen viel Bewegung oder sind sie eher ruhiger. Wieviel Liter Milch hast Du, wielange bleiben die Lämmer dran..........

In den Sommermonaten bei voller Weide mit abgesetzten Lämmern habe ich Kraftfutter nur zum melken gefüttert, Das waren je nach Melkgeschwindigkeit und Fressgeschwindigkeit ca 200-300 gr bei ca 2-6 Liter Milch je nach Ziege bzw deren Alter). Rein energiemäßig wäre es auch ohne Kraftfutter gegangen, aber das melken ist so einfacher.
Wenn eine Ziege wirklich abklappert aufgrund ihrer Milchleistung, tut ihr auch ein Jahr Deckpause gut, damit sie nicht frühzeitig geschlachtet werden muss. In welchem Alter lammen sie das erste Mal bei Dir?
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#10von Zacharias » Mittwoch 27. November 2013, 16:56

Ich hatte das schon mal allgemein geschrieben, keine Weide, sondern ein kleines Tal mit artenreichem Bewuchs. Brennnesseln, Disteln so viel wie sie fressen können, aber auch Äste/Blätter... Ziegenparadies. Bewegung reichlich, auch ein bisschen Bergsteigen ist dabei. Ab Herbst Heu, 2. Schnitt. Zwischendurch immer wieder Zweige aller ungiftiger Arten.
Ich habe saisonale Ziegen, Ablammung zwischen Februar und Sommer. Lämmer werden mit 3-4 Monaten geschlachtet. Bleibende weibliche Lämmer laufen mit, sind also im Herbst auch beim Bock, werden aber in der Regel im 1. Herbst nicht gedeckt. Zum Trennen habe ich zwar Möglichkeiten, finde aber gerade bei Ziegen es nicht so toll einzelne Tiere aus der Herde zu reißen. Ich hatte z.B. in diesem Jahr meine älteste Ziege schlachten lassen, weil sie zu dünn war. Klar, ich hätte sie auch mit dem Lamm von diesem Jahr trennen können, damit beide nicht gedeckt werden. Aber ist das wirklich ziegengerecht? Das Lamm hat noch keinen guten Status in der Herde und der verbessert sich durch Trennung nicht gerade. Die Altziege war mal Leitziege bis eine Jüngere kam. Sie hat also ohnehin schon ihren Status in der Herde einbüßen müssen. Eine Trennung würde sie noch mehr entfernen.
Den Herdenstatus finde ich sehr wichtig, das schlägt sich nach meiner Erfahrung sehr auf die Gesundheit (Imunabwehr, Wurmresistenz) nieder.
Ich frage mich wo der Haken ist, wenn eure Ziegen mit weniger klar kommen. Der Wurmstatus war mir gerade in diesem Jahr sehr bekannt. Klar, bei meiner extrem verwurmten Ziege wundert mich nicht, dass sie dünn ist, sie hat aber gut zugenommen, nachdem ich das richtige Mittel gefunden habe (Wurmmittelresistenz), die anderen müssten eigentlich mehr auf den Rippen haben.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#11von Alex » Mittwoch 27. November 2013, 22:57

Hallo,

Ich kann dir keine wissenschaftliche Antwort geben, ich weiß nur aus eigener leidvoller Erfahrung, dass mit zuviel Kraftfutter die Ziege nicht dicker sondern krank werden, vorallem Clostridien sind da sehr gefährlich, hast du die mal drin bekommst du das schwer wieder in den Griff und die kommen häufig von zuviel Kraftfutter. Ich mach es wie Claudia, während dem Melken füttern, gibt sie viel Milch frißt sie länger usw. Bei guter Weide und die hast du ja, braucht man eigentlich wie gesagt nicht groß zufüttern.

Ich geb zu, ich hatte schlechtes Weidemanagment und viel Kraftfutter und hatte sehr kranke, dürre Ziegen und viel Entwurmen, jetzt hab ich alles umgestellt und ein besseren gezielteren Weidewechsel und weniger Kraftfutter und meine Ziegen werden immer besser mit viel weniger Medikament. Nur die elenden Clostridien, mit denen kämpf ich noch.

Manchmal hat man aber eine sehr gute Milchziege, die einfach dürr ist, ohne das sie krank wäre. Ich hatte eine die wurde 13 und hat bis zum Schluß ordentlich Milch gegeben, war aber ihr Leben lang sehr schmal. Dann hab ich eine die ist super gut beieinander aber gibt so gut wie keine Milch, die wandert nächstes Jahr in die Wurst, weil sie noch dazu extrem aggressiv ist. Ich muss meine Ziegen im Winter auch trennen, sonst würde mir einzelne vor der Heuraufe verhungern. Ich trenne aber nach Freundschaften, die sind ja bei Ziegen sehr ausgeprägt, das gibt einfach mehr Ruhe im Stall. Ich hab auch festgestellt, das Freundinnen odft zeitnah ablammen usw. Ich hab ein Mutter Tochterpärchen, die lammen innerhalb von einigen Tagen und ziehen die Lämmer zusammen auf, die dürfen an beiden trinken und werden von beiden gleichermasen bemuttert, find ich sehr schön.

Auch werden die mit den Jahren einfach dünner, ich hab alte, die bringen noch gut Milch, aber auf deren Rippen kriegst du einfach nicht mehr viel drauf.

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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#12von Zacharias » Donnerstag 28. November 2013, 00:05

Ich habe im vorletzten Jahr mal versucht, zwischen Absatz der Lämmer (ohne Melken) und letztes Trächtigkeitsdrittel Kraftfutter weg zu lassen. Das Ergebnis war einerseits gut, ich hatte das Gefühl, dass sie vitaler und gesünder waren, aber andererseits auch schlecht, da sie stark abgenommen haben. Derzeit kann ich Kraftfutter nicht weglassen. Ich habe 3 Hungerhaken dabei, zwei von denen sind Mädels, die die Lammzeit nicht überstehen würden, wenn ich jetzt nicht zufüttere. Beim Bock ist der Grund chronischer Durchfall ungeklärter Ursache, der Verdacht liegt nahe, dass er Frischfutter nicht verträgt (kommt aus Stallhaltung), denn das Problem ist nur in der Vegetationszeit. Bei einer Ziege kenne ich den Grund nicht für die Gewichtsabnahme, bei der anderen ist es durch eine Wurmmittelresistenz gekommen. Bis ich herausgefunden habe, welches Mittel noch wirkt, sah sie aus wie eine Ziege aus einem afrikanischen Hungerland. Bei 10.000 Eiern pro g Kot vielleicht auch nicht wirklich verwunderlich. Sie sieht aber inzwischen wieder gut aus und ich denke, ich kann die Menge bald runter fahren. 2 andere Mädels sehen grenzwertig aus, der Rest ist propper und bekommt auch nur eine Alibimenge.
Theoretisch könnten beim Bock auch Clostridien die Ursache sein. Ich habe als es anfing Kot weggeschickt mit dem Hinweis, dass auf Clostridien untersucht werden soll. Im Laborbericht stand aber nichts davon, es war gar nicht aufgeführt. Habe nichts weiter unternommen, weil ich dachte, dann müssten auch die anderen betroffen sein, insbesondere die Lämmer. Vielleicht irre ich mich da und sollte mal das Labor wechseln.

Freundschaften gibt es bei mir eigentlich keine. Mutter und Töchter sind natürlich im ersten Jahr noch dicke, aber sonst gibt es nur eine gegenseitige Akzeptanz, mehr nicht.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#13von Zacharias » Donnerstag 28. November 2013, 10:03

@Alex
Hab jetzt mal gekugelt über Chlostridien um ein bisschen mehr zu wissen als ich bisher wusste. Ich denke von den Symptomen und weil nur einer durchfallgeplagt ist, kann das bei mir kein Herdenproblem sein (den Bock werde ich aber über ein anderes Labor testen lassen). Mich würde aber mal interessieren, wie du deine Herde medikamentös behandelst. Habe gelesen, dass die schulmedizinischen Sachen an ihre Grenzen stoßen. Bist du da mal naturheilkundlich ran gegangen? Es gibt in der Homöopathie auch Chlostridien-Nosoden, das wäre mein Weg.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#14von Claudia » Donnerstag 28. November 2013, 15:58

Ich kann auch bestätigen, dass Freundschaften und überhaupt Sozialstrukturen unter Ziegen sehr ausgeprägt sind. Familien und Freundschaften bleiben ein Leben lang erhalten, auch wen sie länger getrennt wurden. Mehrere Generationen halten zusammen, Freunde spielen Ammen untereinander, Babysitter und auch Geburtshelfer und übernehmen in nerhalb der Gruppe Wachfunktion und Erziehungsaufgaben.
Ältere Ziegen wirken immer dünner, weil die Bänder schlapper werden und sie einfach eingefallener wirken bzw. sind, nicht jede linie, aber häufig. Und genauso wie beim Menschen haben manche eine Bindegewebsschwäche und sehen nach 2 Geburten wie am Lebensende aus und andere mit 12 noch frisch, fröhlich wie ein Lamm. Ich finde es sehr schwierig bei Milchziegen den tatsächlichen Ernährungszustand anhand des Körperbaus zu beurteilen und ziehe dann lieber weitere Kriterien hinzu.

Was ist mit Kokzidien?
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#15von matt23 » Donnerstag 28. November 2013, 16:20

Claudia hat geschrieben:Ich finde es sehr schwierig bei Milchziegen den tatsächlichen Ernährungszustand anhand des Körperbaus zu beurteilen und ziehe dann lieber weitere Kriterien hinzu.

Was für Kriterien meinst du da konkret?
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#16von Claudia » Donnerstag 28. November 2013, 18:13

Fell: Haarwechsel, verzögert, normal, Haarqualität,
Klauen-Hornqualität
Auge- Bindehaut, Schleimhäute
Temperament, Bewegungsfreude
Milchqualität (Fett und Eiweissqualität verändert), Wachstum der Lämmer,
Widerstandskraft
Trächtigkeit-nimmt die Ziege verzögert auf(meiner Erfahrung nach, haben Ziegen einen festen individuellen Zeitpunkt, wann sie ihre Lämmer bekommen wollen)
Futterzustand kann ich bei Ziegen die ich gut kenne am besten am Hals und Brustbein beurteilen (fühlen)da merk ich am ehesten ob reserven angegriffen werden und die Ration geändert werden muss.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#17von Zacharias » Donnerstag 28. November 2013, 19:01

Futterzustand kann ich bei Ziegen die ich gut kenne am besten am Hals und Brustbein beurteilen (fühlen)

Gute Idee! Kann man da pauschal was zu sagen oder ist das bei jeder Ziege anders?

Ich seh schon, ich habe keine gute Herde. Solche Freundschaften sind mir noch nicht untergekommen. Ich habe zwar eine Amme darunter, aber das ist wohl nur durch Prägung entstanden. Beim 1. Wurf hatte ich ihr ein Lamm untergejubelt und jetzt versorgt sie immer alle. Sie halten zusammen (z.B. bei Fuchsangriff) aber wenn welche getrennt werden würden, hätten sie einen schweren Stand wieder in den Herdenverband zu kommen.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#18von Alex » Donnerstag 28. November 2013, 23:57

Das ist schade das du keine solchen Freundschaften hast, ich finde es gerade für weiter unten stehende Tiere, weil Mobbing bei Ziegen ja sehr ausgeprägt ist, wichtig das sie eine Freundin, Mutter oder so haben die zu ihr halten. Und für mich als Mensch ist es einfacher, wenn ich sie eben trennen muss, sie in friedliche Kleingruppen zusammen zu fassen und außerdem ist es schön anzuschauen wenn sich zwei so richtig gut verstehen. Ich bringe es auch nicht fertig so eine Freundschaft durch schlachten der einen zu trennen. Entweder beide oder keine. Ausser es kommt wieder was junges nach, das den Platz der Alten im Kreis einnehmen kann, aber eine allein zurücklassen, das bring ich nicht übers Herz. Bei Kühen ist das übrigens genauso.

Zum Thema Clostridien, ich habe auch lange gebraucht bis die Diagnose, bei schon sehr desolatem Zustand der Herde feststand, Wenn es bei einer Ziege ausbricht hast du keine Chance mehr, sie gehen elend zugrunde. Manche kümmern Monate andere sterben innerhalb von Stunden. Ich hatte schon gut genährte Lämmer vollkommen ohne Durchfall, die schauten etwas blöd und waren tot, Pathobefund Clostridien, Und dann über Monate immer dünner werdende, ohne das irgendein Medikament gegriffen hätte, selber Pathobefund. Schafe bekommen es nicht ganz so leicht, sterben aber schneller. Ziegen leiden oft lang, sterben aber letztendlich auch. Ich impfe mittlerweilen die ganze Herde zweimal im Jahr und die Lämmer mit vier Wochen zum ersten mal. Ist auch nicht der Weisheit letzter Schluß, weil die Impfung ist nicht ohne. In der Frühträchtigkeit besteht das Risiko des Verlammens, werden die Lämmer zu spät geimpft, und haben sich angesteckt, weil der Impfstatus der Altziege nicht korrekt war, dann verenden sie gleich nach dem Impfen. Aber seit ich impfe ist es trotzdem viel besser geworden, ich war aufgrund der Clostridien bevor ich impfte, schon mehrmals an dem Moment die Geißenhaltung aufzugeben. Aber trotz Impfung hab ich es noch nicht ganz ausgemerzt, habe immer wieder Fälle bei den Kitzen und Lämmern. Bei den Altziegen nix mehr. Aber die ersten Lebenstage sind sehr gefährlich und dann die Zeit des Absetztens. Die Zeit im Frühjahr von Heu auf Weide Und im Herbst wenn das Gras gelb wird. Immer bei Futterumstellung oder Stress.

Welche Homöopathika hast du gegen Clostridien gefunden. Habe bisher ausser Impfen nur noch Optimierung in der Haltung gemacht. Aber keine Naturheilkundlichen Mittel angewendet.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#19von Zacharias » Freitag 29. November 2013, 00:23

Hallo Alex,

ich halte nun schon seit einigen Jahren Ziegen, aber solche Freundschaften, wie du sie beschreibst kenne ich nicht. Lediglich mein Jungbock hat sich sofort meinem Altbock angeschlossen, er ist ihm lange nicht von der Seite gewichen, doch seit Einsetzen der Brunst hat sich das etwas relativiert. Der Altbock war erst getrennt, weil der junge decken sollte, der aber versagt hat. Jetzt sind beide Böcke in der Herde.

So in etwa habe ich den Krankheitsverlauf von Chlostridien im Netz auch beschrieben gefunden. Und das trifft bei mir so gar nicht zu. Selbst die 2 Ziegen, die in diesem Jahr wirklich sehr krank waren und wo ich mit Tod rechnen musste, waren immer munter und leben. Lämmerverluste habe ich nur durch SBV und in der Vor-SBV-Zeit ist mir glaube ich ein einziges Lamm mal gestorben.
Ein homöopathisches Mittel gegen Chlostridien gibt es nicht, nur die Chlostridien-Nosode, also die Potenzierung des Erregers. Vielleicht wäre das eine Alternative zum Impfen, wenn es da so heftige Nebenwirkungen gibt. Nur Beides funktioniert nicht, die Impfung würde die Nosode verdrängen. Frag dazu mal einen klassischen Homöopathen, muss kein Tierheilpraktiker sein.

@ Claudia
Habe gleich heute Abend meine Ziegen abtasten müssen. Aber das ist wohl was wozu man Erfahrung braucht. So blind hätte ich meine dünnste Ziege für die dickste gehalten.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#20von Jaegertom » Freitag 29. November 2013, 10:10

Größtes Problem bei Lämmern sind Kokzidien. Durchfall, manchmal heftig, dann 1-2 Tage und das Kitz ist im Himmel.
Mit Clostridien ist es so eine WEchselwirkung.
Ziege magert ab Folge: Kraftfutter wird erhöht, da das Tier ja scheins mehr braucht. Entwurmung wurde gmacht, eine Resistenz nicht bemerkt.
Durch das Kraftfutter und den erhöhten Parasitendruck kommt das Tier nicht mehr klar, Clostridien kommen dazu und weg ist sie.
Habe schon Tiere aus der Schweiz gehabt, die regelmäßig geimpft wurden. Die sind am schnellsten gestorben.
Tiere die nicht geimpft wurden leben bei mir komischerweise am längsten. Hier zeichnen sich besonders die Pinzgauer aus Nicht-Milchleistungslinie aus.
Die sind sogar fast wurmresistent bei geeignetem Geäst und Tannengrün. Auch Clostridien kennen die nicht..Lediglich die Kitze sind Kokzidienanfällig, aber im Zusammenhang mit Verwurmung.Beachtenswert ist, dass meine Mischline Blobe Ziege-Österreichische Pfauenziege sehr hart im Nehmen sind und kein Kitzverlust war. Im Moment bin ich langsam auch soweit, auf Rasse derzeit zu verzichten um harte Tiere zu bekommen.
Bin der Meinung dass Rasseziegen oftmals zu verzüchtet sind und zu wenig frisches Blut in die Linien kam.
SOnst hätte ich nicht das Gegenbeispiel lebend zu Hause.
Meine Pinzgauer bekommen keinerlei Kraftfutter, lediglich zum anlocken Rübenpellets und geben so 1,5-2,5 l am Tag.
Wenn auch die Meinung ist, dass Rübenschnitzel nicht gut seien, haben meine Tiere von Rübenpellets noch nie Durchfall bekommen, wohl aber von Hafer nd Getreideschrot.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#21von Zacharias » Freitag 29. November 2013, 10:51

Die Warnung vor Rübenschnitzeln habe ich auch nicht verstanden. Ich weiß wohl, dass die den Mineralstoffgehalt minimieren, aber das lässt sich doch ausgleichen, vor allem, wenn die Tiere sich selbst mit Mineral versorgen oder verstehe ich da was falsch?

Thema Kokzidien: War bei mir noch nie ein großes Problem und trat nur mit Verwurmung bei älteren Tierenauf. Würmer weg, Kokzidien weg. Was ich mich schon oft gefragt habe: Warum ist kein Mittel gegen Kokzidien für adulte Tiere zugelassen?
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#22von Jaegertom » Freitag 29. November 2013, 11:52

Du musst das Mittel beim Tierarzt olen, der darf es umwidmen. Es gibt Baycox und Vecoxan, beide wirken recht gut.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#23von Zacharias » Freitag 29. November 2013, 12:47

Na klar hole ich das Mittel bei TA, im Discounter haben die das leider so selten :boys_0137:. Aber in der Beschreibung steht ausdrücklich drin, dass es nur an Lämmer verabreicht werden darf und da wüsste ich gerne mal wieso.
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#24von Claudia » Freitag 29. November 2013, 12:58

Zacharias hat geschrieben:Was ich mich schon oft gefragt habe: Warum ist kein Mittel gegen Kokzidien für adulte Tiere zugelassen?



Die Studien für die nötige Zulassung wären teurer als der zu erwartete Gewinn. Kosten-Nutzen-Rechnung ist das einzige was uns wirksam vor der Pharmaindustrie schützt :88n:

Rübenschnitzel haben immer noch eine recht hohen Restzuckergehalt für alle Vierbeiner.
Das kann man sich zunutze machen bei Distanzpferden oder in eisigen Wintern bei der Pferdfütterung(das hält warm bis neues am morgen Kraftfutter gibt), kann aber problematisch für den Pansen sein. Mit der Pansenflora bei Ziege und Schaf lebt und steht das ganze Tier, mitsamt seiner Widerstandskraft gegen die ganzen Parasiten und Keime und auch die Energieausnutzung des Futters. Hast Du schon mal versucht klapprigen Ziegen, etwas Haferschalenpelletts für die Pansnflora zu geben? Vom Energiegehalt sind die mies, aber ich fütter sie gerne. Fresszeiten lassen sich verlängern (gut für die langsam fressenden Schafe) und gut für die Pansenflora
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Re: Kraftfuttermenge bei Milchziegen

Beitrag#25von Zacharias » Freitag 29. November 2013, 13:16

Ich gebe Rübenschnitzel nur als Energiefutter, wenn eine Ziege mal abbaut, eben wegen dem Zuckergehalt.
Haferschalenpellets habe ich noch nie gehört und auch Tante Google sagt mir nicht, wo man die beziehen könnte. Damit könnte man sicherlich zu niedrigen Rohfasergehalt ausgleichen. Ich hätte nur Bedenken gerade bei klapprigen Tieren, dass die davon zu satt werden und zu wenig anderes fressen. Woher beziehst du das und wie viel gibst du?
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