Giftpflanzen

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Giftpflanzen

Beitrag#1von starkepferde » Samstag 26. September 2009, 21:02

Hallo Ziegenhalter,
da wir in der Gemarkung noch das Glück haben und einige Hecken und Feldgehölze vorhanden sind habe ich geplant, mit meinen Ziegen täglich eine Wanderung zu Sträuchern und Brombeeren zu machen. Nun stehen da allerdings auch einige
Giftpflanzen, wie z.B. Pfaffenhütchen, Jakobskreuzkraut .... Kann ich mich drauf verlassen, dass die Ziegen das wissen und nicht fressen oder soll ich das Hüten lieber lassen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Danke für Eure Antworten.
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
würde ich heute noch einen Baum pflanzen.

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Beitrag#2von Andreas » Sonntag 27. September 2009, 08:32

Hallo Starkepferde,
eine kurze Geschichte die ich vor 2 Jahren tatsächlich erlebt habe.
Ich hatte meine Schafskoppel gebaut (mit E-Zaun), gerade als ich los wollte die Schafs und Ziegenherde von der alten Koppel zu holen, kommt mein Freund Peter vorbei. Peter ist studierter Biologe, Schwerpunkt Botanik, und kennt in unserem Naturschutzgebiet, das wir mit den Schafen und Ziegen pflegen, alle Pflanzen mit Vor und Zunamen.

Freund Peter stellt fest das auf der ganzen Koppel der hochgiftige Schirling steht. Er fragte mich ob ich ihn nicht vorher wegschneiden wolle. Was für eine Entscheidung? Ich bin übrigens nicht so der Botaniker, und kenne nur ein paar Pflanzen, Schirling bis dato nicht. Und wie bin ich wohl zu einer Lösung gekommen? Nachgedacht! 30 Jahre Schafshaltung, fast null Ahnung von Giftpflanzen, und niemals Vergiftungen gehabt. Ohne den Besuch von Peter hätte ich die Schafe jetzt auch einfach aufgetrieben. Ich glaube Peter hat mich in dem Moment schon etwas verantwortungslos gehalten, will er doch für seine Schafe immer nur das Beste.

Ich gebe zu ich bin am nächsten Morgen schon ziemlich früh zu den Schafen raus, es war mir aber echt nur ein ganz klein bischen mulmig, nur weil Peter mir solche Angst gemacht hatte :oops: .

Alles gut ! Alle Schafe gesund satt und vergnügt. Und der ganze Schirling bis auf die Stiele abgeknappert. Diese hochgiftige Pflanze, für Mensch und wohl auch einige andere Tiere absolut tötlich, auch schon bei geringen Mengen, ist für Schafe und Ziegen absolut harmlos und schmeckt wohl sogar sehr gut , es war eine der ersten Pflanzen die auf der neuen Koppel gefressen wurde. Ehrlich gesagt war ich davon ausgegangen das der Schirling von den Tieren stehen gelassen wird.

Soweit diese Geschichte, ich habe ganz selten von Vergiftungen bei Schafen und Ziegen gehört, meistens wurde die Ursache nur vermutet. Ich Persöhnlich bin der Meinung, dass natürlich gehaltene Tiere (wenn sie ihr Leben lang im Stall eingesperrt waren, und dann raus kommen, fressen sie warscheinlich wahlos alles) wissen was ihnen gut tut und was nicht. Ich gehe sogar davon aus das sie die benötigten Heilpflanzen fressen, bei Durchfall gerbstoff haltige Eiche etc, bei Würmern Rheinfarn usw.

Nichts tut Deinen Ziegen besser als hüten in den Hecken Büschen und Streuchern der Umgebung.
Trau Dich und viel Spaß beim Hüten

:smileyvieh: le Grüße

Andreas
Sorry,Rechtschreibung kann ich gaaar nicht,
ich hoffe Ihr versteht trotzdem was ich meine.
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Beitrag#3von Herwig » Sonntag 27. September 2009, 09:06

Ich schließe mich Andreas hier voll an!

Als Wanderschäfer habe ich niemals Weidegründe nach giftigen Pflanzen abgesucht.

Ein Schäfer hat auch andere Dinge zu tun als jeden Grashalm zu kontrollieren. By the way: Wer macht das fürs Rehwild, Kühe oder andere Tiere??
Wenn jemand Heukauft müsste er dann alle Ballen aufreißen und kontrollieren!
Auch wegen Kreuzkraut keine Panik. Es ist eine Pflanze die schon seit hunderten von Jahren wächst, in letzter Zeit vermehrt, weil der Mensch mal wieder reingepfuscht hat. Die Kreutzkrauthysterie führt dazu, das alle gelb blühenden Pflanzen radikal gemerzt werden. Außerdem gehört Kreuzkraut zur Vielfalt dazu, beheimatet wunderschöne schwarz-gelb geringelte Raupen, die zu ebenfalls schönen Schmetterlingen werden. Diese Schmetterlinge benötigen zwingend Kreutzkraut, weil die Raupen nichts anderes fressen. Wer Kreuzkraut ausrottet, rottet auch dei Schmetterlingsart aus...

Eine andere Sache sind vielleicht giftige Kulturpflanzen... (Eibe, Rhododendron etc)
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Beitrag#4von klosterbauer » Sonntag 27. September 2009, 13:12

Einen schönen Sonntag in die Runde,

... es gibt tatsächlich Pferdehalter, die Ihr Heu nach Jakobskreuzkraut etc. durchsuchen ... Schon allein darum achte ich auch bei meinen Wiesen auf die Freiheit von diesem Kraut. Ich will ja mein Heu auch noch guten Gewissens verkaufen können.

Insgesamt: Vorsicht lasse ich walten bei Kulturpflanzen (hat Herwig schon geschrieben), Herkulesstauden (wo vorhanden) werden von mir ausgemerzt, Springkraut schaffen die Schafe (ist ja auch nicht giftig), Jakobskreuzkraut breitet sich in einigen Regionen wie die Pest aus und wird auch von mir ausgerissen. Wobei ich feststelle: Ordentlich beweidete/gemähte Wiesen haben damit kein Problem ...

Ich denke schon: Zeiten und Klima ändern sich (so viel ungepflegtes Land gab es früher nicht, da wurde jede Ecke genutzt ...), da muss ich mich ein wenig mit ändern.

Aber panikartig renne ich nun auch nicht über meine Wiesen. Und irgendwie geht´s mir wie Andreas, ich kenne die wichtigsten Pflanzen, aber lange nicht alle.

Etwas vorsichtiger also grüßt
Peter aus dem Bergischen Land
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Beitrag#5von Conny » Sonntag 27. September 2009, 18:28

Seit ich einen Ziegenbock durch Herbstzeitlose verloren habe, vernichte ich sie auf den Weiden, wo ich sie nur sehe (Gott sei Dank nur gaanz selten). Nicht immer scheinen Ziegen zu wissen, welches Kraut man lieber stehen lassen sollte.

LG
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Beitrag#6von starkepferde » Sonntag 27. September 2009, 19:40

Danke, Ihr habt mir meine Zweifel genommen, morgen gehts los!
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht
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Herbstzeitlose

Beitrag#7von Simone.L » Dienstag 29. September 2009, 19:31

Conny hat geschrieben:Seit ich einen Ziegenbock durch Herbstzeitlose verloren habe, vernichte ich sie auf den Weiden, wo ich sie nur sehe (Gott sei Dank nur gaanz selten). Nicht immer scheinen Ziegen zu wissen, welches Kraut man lieber stehen lassen sollte.

LG
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Hallo Conny,

ich habe Erfahrung mit Herbstzeitlosen vor einigen Jahren bei meinen Ziegenlämmern gemacht.

Grundsätzlich macht Ziegen das Gift der Herbstzeitlosen, das sogenannte Colchicin, weniger aus als anderen Wiederkäuern (das gilt übrigens für mehrere Giftpflanzen bei Ziegen). Ich habe leider Gottes den Fehler gemacht meine Ziegenherde eine Weide länger beweiden zu lassen, als es "gut" war. Die Ziegen haben die ganze Zeit die Herbstzeitlose gemieden - doch als das Futterangebot anscheinend für meine "Gourmet-Ziegen" nicht mehr soooo interessant war, fingen sie an die Herbstzeitlose zu fressen. Den erwachsenen Ziegen hat dies überhaupt nichts ausgemacht - allerdings sind mir innerhalb kürzester Zeit ein Großteil meiner Lämmer (Beifuß von Muttertieren) eingegangen.

Wir haben hin-und-her überlegt. Haben mit Prof. Ganther von der Uni Hannover telefoniert und mit weiteren renomierten Fachleuten - speziell auch Giftpflanzen-Experten. Eine Untersuchung der Lämmer auf Vergiftung mit Colchicin war nicht möglich, weil es noch kein Verfahren gab das Colchicin im Körper nachzuweisen.

Zum Schluß kamen dann die Experten und auch wir selbst zu der Therorie, dass sich die Lämmer durch die Milch der Mütter mit Colchicin vergiftet haben. Da bei den Lämmern der Labmagen noch nicht vollständig ausgebildet ist, kann hier das Gift tatsächlich wirken und das Gift wird tatsächlich über die Muttermilch weitergegeben.

Wir haben aus vielen toten Lämmern schmerzlich gelernt. Die Ziegen wissen zwar ganz genau was sie fressen können, dürfen und sollten und vor allen Dingen in welchem Maße - aber wenn wir den Ziegen nicht genügend und ausreichend abwechslungsreiche Weiden zur Verfügung stellen, dann sind sie vielleicht leider aus Hunger dazu gezwungen von einigen Pflanzen, die nicht ungefährlich sind, mehr zu fressen als sie es in freier Natur jemals tun würden.

Seit dieser Erfahrung wechseln wir mit verschiedenen Giftpflanzen "kontaminierte" Weideflächen in der Beweidung durch unsere Ziegen schneller aus, als "saubere" Weideflächen.

Liebe Grüße

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Beitrag#8von Conny » Mittwoch 30. September 2009, 08:42

Guten Morgen Simone,

danke für deinen aufschlussreichen Beitrag.

Meine zwei Ziegen haben zusammen mit den 1,6 Schafen eine Weidefläche von 1,5 Hektar, welche in verschieden große Weide portioniert ist. Diese Fläche kann bei Bedarf auf insgesamt 3 Hektar vergrößert werden, welche sie dann allerdings mit den Minishettys teilen müssen. Dies nur zur Anmerkung Bild

LG
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Beitrag#9von starkepferde » Mittwoch 30. September 2009, 16:19

Nochmal ein herzliches Danke an Euch alle. Generell sind meine Weiden groß genung und bieten viel Abwechslung. Aber ....
Blätter, Rinde und Zweige kann ich nur bedingt bieten. Deshalb die Idee, täglich eine Wanderung zu machen. Tut allen gut. Ziegen, Hunden und vor allem auch mir. Bin seit einigen Tagen immer mal unterwegs und es klappt hervorragend. Soviel Spaß hatten wir schon lange nicht mehr mit den Ziegen. Mittlerweile wissen sie schon genau, wo es die leckersten Kräuter und Blätter gibt. Werde das auf jeden Fall beibehalten.
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Beitrag#10von Simone.L » Mittwoch 30. September 2009, 20:30

Conny hat geschrieben:Guten Morgen Simone,

danke für deinen aufschlussreichen Beitrag.

Meine zwei Ziegen haben zusammen mit den 1,6 Schafen eine Weidefläche von 1,5 Hektar, welche in verschieden große Weide portioniert ist. Diese Fläche kann bei Bedarf auf insgesamt 3 Hektar vergrößert werden, welche sie dann allerdings mit den Minishettys teilen müssen. Dies nur zur Anmerkung Bild

LG
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Hallo Conny,

mein Beitrag sollte nicht negativ zu Dir "rüberkommen". Bitte entschuldige, wenn du ihn so aufgefasst haben solltest, das war nicht meine Absicht. Ich denke bei Deiner Haltung und dem Angebot an Weideflächen kann Deinen Tieren bezüglich Vergiftung sicherlich nichts passieren. Ich wollte mit meinem Beitrag "nur" auf meine eigene "Dummheit" hinweisen.

Liebe Grüße

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Beitrag#11von cornelia » Mittwoch 30. September 2009, 21:05

zum jakobsgreisskraut:
die höchste konzentration der alkaloide befindet sich in den blüten, die jetzt wohl nicht mehr an den stengeln sein werden.
alkaloide reichern sich nicht im körper an. ich denke, im "vorbeiweiden" werden deine ziegen in dieser jahreszeit keine toxische menge aufnehmen. die sind jetzt eher auf brombeeren, eicheln, hagebutten, schlehen, zwetschgen, weissdorn ... aus. es geht ihnen schliesslich jetzt darum, sich ne winterplauze anzufuttern....
spazierengehen zum weiden ist klasse, es erhöht die pflanzenvielfalt enorm. je mehr sie wählen können, desto gesünder für sie. ich trau einer älteren geiss, die mit artenreichen weiden und grosser auswahl an gehölzen grossgeworden ist zu 99% , dass sie den richtigen riecher hat, was die sogenannten giftpflanzen angeht.
herbstzeitlose haben meine empört ausgespuckt.
pfaffenhütchen wird gefressen und bisher auch vertragen. kann aber noch keinen langzeitbericht darüber abgeben, sie sind erst drei monate auf dieser "weide".

hier befindet sich eine sehr gute giftpflanzendatenbank:
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einen schönen herbst, mit leckeren spaziergängen wünsch ich euch !
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Beitrag#12von Conny » Donnerstag 1. Oktober 2009, 08:25

Guten Morgen Simone,

keine Bange, habe deinen Beitrag nicht negativ aufgenommen, er war sogar sehr aufschlussreich für mich Bild

LG
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Beitrag#13von starkepferde » Donnerstag 1. Oktober 2009, 11:15

Also, ich war gestern auf einem Vortrag vom Landwirtschaftsamt (organ. von Pferdehaltern) über Jakobs-Kreuskraut oder auch Jakobs-Greiskraut.
Folgende Mengen wurden angegeben: Pro kg Lebendgewicht muss eine Menge von -
bei Pferden 40-80 Gramm (= bei 600 kg LG 24-48 kg Kraut), bei Ziegen 1250 - 4000 gr. (= bei 30 kg LG 37 - 120 kg Kraut)
gefressen werden. Schafe liegen etwas unter den Ziegen. Das heimtückische allerdings ist, dass sich das Gift beim trocknen nicht abbaut und auch im Körper nicht abbaut. D. h.: wenn das Kraut über einen längeren Zeitraum gefressen wird, erhöht sich der Giftspiegel bis er dann ev. irgendwann einmal die Grenze überschreitet. Am giftigsten ist es für Pferde, dann kommen Rinder, Schafe, Ziegen und zum Schluß die Schweine. ÄBei stark befallenen Flächen hilft nur Spritzen mit Simplex 2,0 l ha.
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Beitrag#14von starkepferde » Donnerstag 1. Oktober 2009, 11:44

Ach so, noch was. Die sicherste Methode über das Kraut Herr zu werden ist ausreisen und verbrennen. Aber Vorsicht.
Nur mit Gummihandschuhen! Stengel und Blätter enthalten ebenso das Gift. Diese können gequetscht werden und somit hat man es an den Fingern. Durch Berühren der Schleimhäute (Mund, Augen ...) gelangt es dann in den Körper.
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Beitrag#15von Conny » Donnerstag 1. Oktober 2009, 12:43

Wie sieht dieses Kraut denn aus? Evt. Bilder oder ein Link?

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Beitrag#16von klosterbauer » Donnerstag 1. Oktober 2009, 13:30

Hoppla - und immer mit der Ruhe.

O.k. - JKK (Jakobskmreuzkraut) ist giftig. Zugegeben. Aber gleich die Giftspritze auspacken?? Das hilft Weidepflege: Mähen zum Beispiel. JKK ist ein Zeichen ungepflegter Weiden Oder Sraßenränder: Mäht die Gemeinde/Stadt früh genug und zwei Mal im Jahr, ist das Thema bald durch.

Die Zeiten, in denen die Giftspritze die Lösung von allem war, sollten dann doch vorbei sein.

Ausreißen ja - ich machs ohne Gummihandschuhe. Muss ja nicht gleich nachher die Finger in den Mund stopfen, bin ja aus dem Säuglingsalter raus. Außerdem kann ich nicht ständig nach Hause rennen und irgendwelche Gummihandschuhe suchen ....

Irgendwann schwingt Vorsicht in Panikmache um, finde ich. Das sagt nur keiner auf einer Pferdeveranstaltung. Übrigens: Wenn sich viele der Pferdeleute mal die Sense oder den Trecker mit Mähwerk schnappen würden, ginge es uns in Sachen JKK, Ampferüberwuchs etc viel besser. Das sagt denen nur keiner - Spritzen ist ja viel leichter.

Für Bilder ist die Landwirtschaftskammer die Fundgrube - und zwar hier: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

Es grüßt aus dem Bergischen

Peter
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Beitrag#17von Christina » Donnerstag 1. Oktober 2009, 14:25

Zumal Untersuchungen gerade ergeben haben, dass sehr viele Baumarkt-Gummihandschuhe giftige Substanzen enthalten! Die wären dann wenig hilfreich. Bild

Mein Pferd stand auf einer Weide mit dem Kraut und hat artig drum rum gefressen. Sie mögen das Kraut nicht. Gefährlich wird es wohl erst im Heu und die meisten Heuweiden werden ja 2x jährlich gemäht, so dass die Gefahr hier deutlich geringer ist, dass es sich stark ausbreitet... Vorsicht ist sicher angebracht, aber....
Ich glaube, unterm Strich haben Impfungen mehr Folgeschäden als das Kraut.

Beste Grüße,
Christina
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Beitrag#18von starkepferde » Donnerstag 1. Oktober 2009, 20:33

Hallo Klosterbauer,
warum habe ich jetzt das Gefühl, dass ich einen Fehler gemacht habe mit der Weitergabe der Informationen. Wohlgemerkt Weitergabe, ich habe mir diese nicht aus den Fingern gezogen. Und wenn man sich die Mengen anschaut, die ein Tier fressen muss, glaube ich, dass die meisten das auch richtig aufgefasst haben.
Selbstverständlich kann jeder mit seinem JKK tun und lassen was er will. Allerdings gibt es bei uns mittlerweile Flächen
(Bauplätze - Bauland in Industriegebieten) die seit Jahren nicht mehr gepflegt werden und brach liegen. Dort kann man nur noch mit der Spritze bekämpfen. Ich beabsichtige hier überhaupt nicht Panik zu machen sondern habe nur Informationen so weitergegeben wie ich sie erhalten habe. Wenn Du das Kraut mit ungeschützten Händen ausreisen willst, ist mir das auch egal und von Säugling war hier überhaupt nicht die Rede. Nur ... mit 2-3 mal mähen kriegst Du das Kraut nicht weg, verhindertst nur, dass es blüht.
Für WAS und WEN brauchen wir hier eigentlich noch ein Forum? Wenn selbst die Weitergabe von Infos schon angegriffen wird. Das wird doch jetzt hier nicht Mode?
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Beitrag#19von klosterbauer » Donnerstag 1. Oktober 2009, 20:59

Ups - das war doch gar nicht als Angriff gemeint.

Solltest Du es so aufgefasst haben, tuts mir leid. Ehrlich.

Ich reagiere halt auf Giftspritzen ein wenig allergisch - das hat uns gut den Ruf verdorben (nicht ganz zu unrecht).

Wie kann ich das wieder gut machen? Allerdings: Es mag an meiner Umgebung liegen, aber bei uns finden sich die ungepflegtesten Weiden bei den Pferdeleuten. Und die machen dann gleich auch den größten Aufstand. Das bezog sich dann eher auf Deine Veranstalter und darauf, die Gemeinden zu mehr Pflege ihrer Wegränder zu ermuntern.

Also: KEIN ANGRIFF. Bin ein friedlicher Typ.

Genauso friedlich grüßt aus dem Bergischen

Peter
PS: zur Mahd noch ein Hinweis der Landwirtschaftskammer (als Infoweitergabe)
Ist bei flächenhaftem Auftreten ein Ausstechen nicht mehr möglich, sollte man einen Schröpfschnitt oder die Nachmahd der Weidflächen erst möglichst spät bei Blühbeginn vornehmen. Bei zu früher Nachmahd bleiben die Pflanzen zu vital. Untersuchungen aus der Schweiz belegen, dass mit zweimaliger Schnittnutzung, also jeweiligem Schnitt vor der Blüte, das Jakobskreuzkraut zurückgedrängt werden kann. Diese Beobachtung bestätigt sich übrigens auch an Straßenböschungen, die zweimal gemäht wurden.

Zur Vorsorge auch noch ein Hinweis der Ladnwirtschaftskammer:
Getreu dem Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ ist die wichtigste und nachhaltigste Maßnahme zur Verhinderung der Ausbreitung des Kreuzkrautes die Sicherstellung einer dichten Grünlandnarbe ohne Fehlstellen. Findet der Samen keinen offenen Boden, kann er nicht zur Keimung gelangen. Fehlstellen sind daher regelmäßig durch Nachsaat zu beheben. Auch nach erfolgreicher chemischer Behandlung hinterlässt das absterbende Jakobskreuzkraut eine Lücke in der Grünlandnarbe, in der vorhandener Samen schnell neu zum Keimen gelangen kann. Daher ist es unerlässlich, die Bekämpfung stets mit einer Grünlandnachsaat zu kombinieren.
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Beitrag#20von karinenhof » Donnerstag 1. Oktober 2009, 22:25

nur eine Ergänzung zur Entsorgung.

Die Samen des JKK werden bei einem Gartenfeuer nicht vernichtet. Bitte die Entsorgung in der Mülltonne vornehmen. Die Verbrennungsanlagen entwickeln sehr viel höhere Temperaturen und vernichten den Samen.

Ich würde das JKK auch mit den Händen rausziehen. Aber durch die elend lange Trockenheit ist unser Boden knochenhart. Derzeit bekomme ich nicht einmal den el. Zaun für die Schafe gesteckt.

Na, es soll ja nun bei uns auch mal etwas regnen.

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
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Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
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Beitrag#21von cornelia » Sonntag 4. Oktober 2009, 19:33

für conny :
wenn du den link anklickst, den ich eingestellt habe, findest du eine gute datenbank mit spitzenmässigen fotos vom jakobsgreisskraut.
zum vergrössern anklicken. die sind besser, als die meisten bücher, die ich kenne: in verschiedenen stadien der pflanze , mit details etc...
grüsse aus dem hunsrück !
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Beitrag#22von Conny » Montag 5. Oktober 2009, 08:39

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