Blutparasit bei Ziegen

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Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#1von Jaegertom » Mittwoch 14. März 2012, 14:23

Nachden im letzten halben Jahr einige Ziegen eingegangen sind, trotz Untersuchung und Tierarzt nicht herausgefunden wurde was sie hatten
hatte ich von einer ebenfalls Betroffenen einen Hinweis auf die Erreger Eprythrozoon ovis erhalten.

Die Tiere wurden regelmäßig entwurmt, magerten trotz voller Bäuche regelrecht ab, lagen dann fest. Sie kamen dann nach aufwendiger Pflege wieder auf die Beine,erlitten alle einen Rückfall und innerhalb eines Tages verstarben sie.
Das Blut, das tote Tier, der Kot wurde untersucht und der Erreger wurde nicht festgestellt da unbekannt und überhaupt nicht danach gesucht wurde.
Eine Verbindung zur Parasitenlage liegt vor, wenn die Tiere durch starken Wurmbefall geschwächt waren und wie bei mir zwei Wurmmittel nicht mehr wirkten, das heißt eine Resistenz war.
Nach Gabe von Tetracyclin war innerhalb 24 Std eine deutliche Verbesserung zu erreichen, Tiere die 6 Wochen lagen und mit Infusionen usw überlebt haben kamen wieder zu Kräften .
Der Erreger kann zwar nicht liquidiert werden, wenn aber eine innere Balance des Tieres vorhanden ist, er nicht zum Tragen kommt.
Bei Fragen bitte melden, gebe gerne weitere Auskünfte um weitere Todesfälle zu verhindern.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#2von Herwig » Mittwoch 14. März 2012, 15:31

Genau, es ist sehr wichtig zubedenken, dass viele Wurmmittel nicht, oder nur noch bedingt wirken, weil die Innenparasiten resistent sind!! (Panacur z.B.)
Meiner Ansicht nach, müssen wir den Wirt wieder resistent gegen die Parasiten machen. Das funktioniert nur, wenn keine prophylaktischen Anwendungen gemacht werden, sondern nur bei massivem Befall.
Wichtig ist es, z.B. fogendes zu Wissen. Tierärtzte verkaufen die Medikamente selber, die sie quasi verschreiben. Sie verdienen daran, manchmal doppelt, denn je mehr sie einkaufen, um so billiger wird das Medikament. (erhebliche Mengenrabatte, bis zu 60%)
Das ist besonders dramatisch und folgenreich im Bereich der Antibiotika (MRSA und ESBL Keime)
Im letzten Jahr wurden mehr als 900t reines Antibiotika an Nutztiere gegeben!!!!!
Neuste dramatische Entwicklung sind Resistenzen der Schmeißfliegen gegen Insektizide.
Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht mitschuldig machen!

Denkt daran, als unsere alten Nutztierrassen erzüchtet wurden, wurden Antibiotika und viele andere Medikamente in der Tierzucht gar nicht eingesetzt. Es gab natürliche Selektion, die die Robustheit unserer gefährdeten Rassen erzeugte. Irgendwann fing man nun an, auch diese alten Rassen medikamentös zu päppeln, denn man wusste ja wie es geht.

Wir müssen unsere Bestrebungen dahingehend aktivieren, nicht nur die "Hüllen" der alten Rassen zu erhalten, sondern auch ihre Eigenschaften. Auch wenns weh tut.
Priorität sollten alte Hausmittel haben und homöopathische Medikamente.
Mnachmal darf ein krankes Tier auch sterben.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#3von Conny » Mittwoch 14. März 2012, 18:27

Ich z. B. entwurme nicht vorsorglich, sondern gebe jährlich eine Sammelkotprobe beim TA ab. Nur bei Bedarf wird entwurmt. Weidepflege und ausreichend Fläche für die Tiere vermindern den Parasitendruck, eine ausgewogene Ernährung und artgerechte Haltung hält unsere Tiere gesund und das Immunsystem intakt.

LG Conny
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#4von Jaegertom » Mittwoch 14. März 2012, 18:35

Hast Recht Herwig, auf keinen Fall sollte zuviel Antibiotika eingesetzt werden, nur wenn es halt eine der wenigen Bloben Ziegen war, die eigentlich nicht viel vorhanden sind, versuche ich schon sie zu retten.
Bei den anderen Rassen bin ich auch etwas kürzer, bevor sie sterben werden sie geschlachtet.
Manchmal fragt man sich aber, aus welchem Labor der Erreger wieder entwichen ist um die Mittel anschließend verkaufen zu können,
Wieder mal eine Sorte, die es eigentlich bei uns gar nicht gibt.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#5von Jaegertom » Mittwoch 14. März 2012, 18:41

Conny hat geschrieben:Ich z. B. entwurme nicht vorsorglich, sondern gebe jährlich eine Sammelkotprobe beim TA ab. Nur bei Bedarf wird entwurmt. Weidepflege und ausreichend Fläche für die Tiere vermindern den Parasitendruck, eine ausgewogene Ernährung und artgerechte Haltung hält unsere Tiere gesund und das Immunsystem intakt.

LG Conny

Ich entwurme nicht prophylaktisch, sondern nach Bedarf. In der gleichen Herde waren Tiere (Pinzgauer) die das ganze Jahr kein Wurmmitel gesehen haben.
Weide wird so alle 2-3 Wochen gewechselt.
Die Tiere sind ganzjährig im Freien.
Auffallend war der Befall des kleinen Lungenwurms, der natürlich schon Schäden anrichten kann.Trotz Concurat und Ivomec.
Habe Zweige von Obstbäumen Laubbäumen, Tannenzweige massenweise verfüttert, trotzdem.
War auch der lange nasse Sommer mit übertriebenen Fliegenmengen.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#6von Jaegertom » Donnerstag 15. März 2012, 01:38

Kann natürlich sein, wenn sogar Heu in der Zwischenzeit von Afrika und der Türkei in die Schweiz geht,
wo soll das noch hinführen? Wir bekommen gar nicht mehr mit woher die Erreger kommen, auf einmal sind sie da, siehe
afrikanisches Blauzungenvirus oder neu Schmallenberg.
Liegt tatsächlich viel an unserer Globalisierung.
Nicht zu vergessen sind auch alte Naturvölker die sich oft selbst mit Pflanzenheilkunde usw heilen konnten machtlos gegen unsere Zivilisationskrankheiten gewesen wie Pocken oder Gelbfieber.
Vielleicht sind gerade da die alten Nutztierarten etwas anfälliger wie zB die Indianer?? Weiß man nicht.
Ganz verteufeln will ich die moderne Medizin auch wieder nicht, da sie in solchen Grenzfällen schon sehr helfen kann.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#7von Herwig » Donnerstag 15. März 2012, 07:00

@Mettbrötchen
Genau deswegen, ist es wichtig die Robustheit zu fördern. Außerdem geht es um die prophylaktische Behandlung von Krankheiten. Wurmkuren ohne Nachweis von Innenparasiten, Antibiotika als Allheilmittel etc. oder prophylaktisch weil in der Gruppe ein Virus umgeht. Du gibst doch deinen Kindern auch nicht alle drei Monate eine Wurmkur weil sie in der Sandkiste spielen, oder Antibiotika weil ein anderes Kind in der Schulklasse erkrankt ist.
Durch Massentierhaltung sind wir und die Tierärzte entsensibilisiet worden.

@Jägertom
Es geht auch nicht darum moderne Medizin zu verteufeln, sondern darum altes Wissen über Heilmöglichkeiten zu bewahren und sich bestimmte Umstände zu Nutzen zu machen.
Bentheimer Schweinen z.B. Eisenpräparate zu geben ist eine sträfliche Sünde, die kennen genetisch gar keinen Eisenmangel, aber, welcher Tierarzt weiß das schon. Anglervieh alte Richtung kennt genetisch keine Mastistis etc etc.
Wer berücksichtigt das??

Mich nervt der leichtfertige Umgang mit Medikamenten, weil damit oft mehr kaputt gemacht wird als repariert. Moderne Medis sind nicht immer nachhaltig zu nennen.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#8von Frankenvieh » Donnerstag 15. März 2012, 20:15

Eisen wird doch nur Ferkeln gegeben die schnell wachsen und keine erde zum wühlen haben, also spaltenboden etc.
angler rotvieh genetisch resistent gegen staphylococcen, Streptococcen, coli,... Glaub ich jetzt nicht ganz (die häufigsten Mastitiserreger)
die bekommen die Mastitis nicht so leicht, weil Zitzen länger und Schließmuskel noch richtig funktioniert. Lassen sich schwerer melken!
Wir haben Kühe die melken innerhalb 3min 20l und mehr, logisch das die anfälliger auf euterentzündung sind. Die Strichen sind so kurz, Handmelken unmöglich...
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#9von Herwig » Freitag 16. März 2012, 07:10

Wie viele und welche Antikörper die Kuh in ihrer Milch hat wird laut einer neuen niederländischen Forschung teilweise durch ihre Gene bestimmt. Diese Information kann für die Auswahl von Kühen genutzt werden, die dann besser gegen Mastitis geschützt sind.

Tosca Ploegaert von der Universität Wageningen in den Niederlanden studierte den genetischen Hintergrund der Mastitisresistenz. Milchprobenanalysen zeigten, dass insbesondere ein Antikörper, der Subtyp IgG1, die Entwicklung von Mastitis reduzieren kann.
Ploegaert berichtet, dass der Zusammenhang zwischen der Menge an Antikörpern und der Entstehung von Mastitis größer ist bei älteren Kühen im Vergleich zu jungen Rindern. Ploegaert fand auch heraus, dass die Mischung verschiedener Antikörper durch die Gene der Kuh bestimmt ist.

Und IgG1 scheint auch die Entstehung von Metritis bei Rindern zu verringern. Diese Informationen können in weiteren Zuchtprogrammen genutzt werden.

Quelle: "Vetsweb"

Von Angler Rotvieh ist seit langem bekannt, dass es "fast " nie an Mastitis erkrankt.


Schweine, auch meine freilaufenden Bentheimer, sollten laut Tierarzt an Eisenmangel leiden!! Die freilaufenden Glöckchenschweine einer weiteren Nutztier-Arche wurden Monatelang auf Eisenmangel behandelt. Bis fast alle tot waren. Dann fand ein anderer Tierarzt die tatsächliche Ursache....
Grundsätzlich empfehlen TA Eisenpräperate zu geben. Das ist Unfug, weil es durchaus Tiererassen gibt die genetisch keinen Eisenmangel kennen.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#10von Frankenvieh » Sonntag 18. März 2012, 07:34

Eine mastitis wird von soooo vielen unterschiedlichen Keimen hervorgerufen, Parasiten wie Chlostridien (Euterkrebs) auch Algen und Pilze können das! Es ist wahr das das eine Tier schneller erkrankt als das andere. Das hat sicherlich, nein, es hat mit der Genetik zu tun. Aber eine Hochleistungskuh mit 50l und mehr am Tag ist anfälliger auf diese probleme.Holstein Kühe sind ware Divas in solchen Sachen. da brauch nur eine Kleinigkeit nicht zu stimmen und es "explodiert".

Witzigerweise hat der Besamer auch Angler Rotvieh "auf dem Auto", ich konnte aber unseren Chef noch nicht ganz überzeugen. Der "große" LPG Vorsitzende will jetzt das Soja abschaffen, weil zu teuer. Wäre aber der Tod für etliche unserer Kühe.
für mich ist eine Hochleistungskuh, die ihre 8- 9000l gibt, jedes Jahr ein Kalb bekommt und selten krank wird. die werden dann meist auch 12,13Jahre alt.
Ich will jetzt nicht sagen das es den Kühen schlecht geht, von ca. 400 melkenden haben wir um die 5 Tiere die mit Euterentzündung in Behandlung sind. Aber es gehen noch viel zu viele jung ab! Weil sie einfach nicht mehr tragend werden oder durch die hohen Kraftfuttergaben Klauenprobleme bekommen.

Es findet in der Zucht schon ein Umdenken statt, es wird mittlerweile wieder auf langlebigkeit gezüchtet.

Es ist richtig, viele Krankheiten entstanden in der Massentierhaltung. Mortelaro bei den Rindern, Circo PiA, Eisenmangel bei den schweinen etc. pp. Die Tierärzte sind auch nur noch "Unternehmer" und kennen kaum noch ein Schwein auf der grünen Wiese.
Medikamente kann man ja auch schon mit dem Futter kaufen "Koki"- Pelletts für Kaninchen, Putenfutter gegen schwarzkopf.... Hoffentlich wird das verboten. Für viele ist das völlig normal das zu füttern! Das ist das Grauen an der ganzen Sache.

Ich habe uns jetzt einen großen Kräutergarten, auf Anraten meiner Tierärztin angelegt. Die Kaninchen bekommen jetzt prophylaktisch Oregano, Thymian, Petersilie, Brennnessel, schafgarbe, Fenchel. Wer trotz dieser Maßnahme erkrankt wird entweder getötet oder stirbt. mag grausam klingen, aber so scheiden sie automatisch aus der Zucht aus!
Die Zuchthennen dürfen bei mir uralt werden, weil diese mir gezeigt haben das sie gesund sind und mit Wind und Wetter klar kommen. Mein Hahn feiert dieses Jahr den 7 Geburtstag. Ich nehme kaum junge Hennen zur Bruteiproduktion.
Uns nützen doch keine Nutztiere was die ständig nur betüdelt werden müssen um sie am Leben zu erhalten! Das macht doch keinen Spaß!
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#11von Jaegertom » Freitag 30. März 2012, 13:52

Das Tetracyclin hat geholfen, die Ziegen stehen wieder und fressen gut.
Wäre schade gewesen, noch mehr Tiere wegen eines bei uns neueren und unbeachteten Erregers zu verlieren.
Vor allem wenns Tiere sind die es fast nicht mehr gibt.
Normalerweise sind die sehr zäh und robust, aber scheins haben sie gegen modernere Krankheiten und vor allem von anderen ländern wenig Abwehrkräfte.
Darum sollte auch Antibiotika eingesetzt werden um die Rassen im Notfalle nicht auszulöschen.
Natürlich nicht leichtfertig und schon rein prophylaktisch wie es die großen Betriebe tun.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#12von Frankenvieh » Freitag 30. März 2012, 18:03

Alles richtig gemacht!
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#13von Muckel » Sonntag 24. Juni 2012, 20:43

Hallo Jaegertom,

hallo alle im Forum, ich bin Alpakazüchterin und habe zur Zeit ein maßives Problem in meiner Herde. Hilfe -und Ratsuchend surfte ich durchs Internet, und bin bei dem Forumseintrag von Jaegertom hängengeblieben.
Denke ich habe ein Wurmproblem, dass ich nicht in den Griff bekomme. Der rote Magenwurm. Ein Alpaka starb innerhalb von einer Woche durch Abmagern und die Schleimhäute waren schneeweiß. Habe noch 10 Tage vorher oral mit Valbazen entwurmt und vor 2 Monaten mit Dektomax. Die Stute bekam auch noch Vitamine ADE, E-Selen, B-Komplex... Die tote Stute wurde in Fellbach untersucht und es lebten noch alle Magenwürmer.... Die Tiere haben keinen Durchfall. Alpakas zeigen eh fast keine Krankheitszeichen. Die Stute kam erst 1 Tag vor dem Tod zum festliegen. Mein Tierarzt ist auch ratlos.
Wirkt bei so einem Blutparasit auch ein anderes Antibiotika wie Tetracyclin? Der Tierarzt spritzte noch bei der Stute "Veracin". Vielleicht ist bei meinen Tieren ja auch ein Blutparasit noch dabei. Werde mal Morgen bei CVUA in Fellbach nachfragen, ob das untersucht wurde...
Mein Problem ist, dass weitere Tiere in der Herde sind mit hellen Schleimhäuten und Mager...wie kann ich sie retten?
Oder ist es eine Resistente Art des roten Magenwurms. Hast du noch das Wurmmittel Zolvix? Denke ich werde es mir auf jedenfall bestellen und mal damit Entwurmen. Es ist wie ein Alptraum...
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#14von Jaegertom » Sonntag 24. Juni 2012, 22:39

So ging es mir auch.
Entwurmung letztes Jahr zu Genüge und trotzdem magerten die Tiere bei vollen Bäuchen ab, natürlich fraßen sie dann auch immer weniger.
Dann hab ich sie heimgeholt, ochmals entwurmt und sie haben langsam aufgebaut.
Gerade als sie nach 2-5 Wochen wieder so stabil waren, dass sie zugenommen hatten, lagen sie auf einmal fest , vollkommen unerkärlich und die meisten starben innerhalb 12-48 Std. trotz Infusionen, Aufbauspritzen , Selen, und alles was die Tierarztkiste hergab.
Kot und Blutuntersuchungen wurden gemacht, und trotz zweier Wurmmittel in Abwechslung, Ivomec und Concurat, in doppelter Dosierung für Ziegen wurden noch Würmer festgestellt. Was auffallend war. das war der kleine Lungenwurm.
Als sie festlagen, bekamen sie auch schlecht Luft und hörte sich noch wie zusätzlich eine Lungenentzündung an.
Tierarzt wusste nicht mehr weiter, ebenso das Veterinäramt.
Dann kam der Tip für Zolvix. Sofort gekauft und eingesetzt, trotzdem bei einigen keine Besserung.
Weiterhin kam von einer Ziegenhalterin(dem Himmel sei Dank) die Info über Eperythrozoon ovis.
Sofort habe ich das Mittel geholt und eingesetzt und das Sterben hörte auf.
Bei zwei von vier todkranken kam es leider trotzdem zu spät. Aber zwei, die der Tierarzt aufgegeben hatte kamen durch.
Die Blutwerte waren so schlecht, dass nur noch zwei von allen geprüften Werten halbwegs gut waren, der Rest war so daneben, dass se eigentlich schon tot sein müsste. Auffallend war dann noch die Blutarmut, die nur durch Infusionen in Griff zu bekommen war. So 1 Liter der Lösung täglich bekamen die Tiere wochenlang .
Vor zwei Wochen kam das tapfere Geislein wieder auf die Weide, sie lag 3 Monate fest!!
Ihre Leidensgenossin lag 4 Wochen fest und ist schon seit 2 Monaten wieder draußen.
Was auch nicht funktioniert hat waren sogar leichte Hafergaben, da sie sehr schnell Durchfall bekamen.
Das hat erst wieder geklappt als es ihnen besser ging.
Nur die Glucose (Ringer-Lactat) hielt sie am Leben und für die Verdauung Heu, dass ich ihnen in kleinsten Portionen stundenlang ins Maul geschoben habe. Selbst aufnehmen konnten sie es nicht.
Weiterhin habe ich dann alle Tiere so behandelt:
Zolvix, doppelte Dosis für Ziege
Gleichzeitig Tetracyclin 3 Tage
Selen, Vitamin E täglich eine Woche
Katolsan Aufbaupräparat täglich eine Woche
Nach einer Woche Ivomec subkutan, auch doppelte Dosis
nach drei Wochen nochmal Zolvix, wieder nach einer Woche Ivomec
So sind die befallenen Tiere alle wieder auf die Beine gekommen, nur noch eines schwächelt etwas (von 50)

Gar nicht davon betroffen waren meine Pinzgauer Ziegen,obwohl in der gleichen Herde,die Alpinen Steinschafe (bei der Dame mit dem Tip verendeten einige Schafe), die Bloben Ziegen.
Etwas angeschlagen durch Verwurmung waren die Thüringer Waldziegen.
Schlimm erwischt hat es die Capra Grigia und die Passeirer Bergziegen.
Ich denke dass so die Wurmkette unterbrochen wurde und durch die Schwächung der Verwurmung die Eperythrozoon Krankheit überhaupt erst ausbricht.
Wünsche dir viel Kraft und Mut, die Tiere zu retten.
Liebe Grüße
Tom
Melde dich gerne wenn du noch Fragen hast.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#15von Herwig » Montag 25. Juni 2012, 06:00

...und das ist erst die Spitze des Eisberges, davon bin ich überzeugt.
Die Resistenzen von Parasiten und Keimen nimmt in letzter Zeit rapide zu. Selbst Insektizide gegen Stallfliegen haben ihre Wirkung verloren.
Es rächt sich nun, dass järhlich über 900 to reines Antibiotoka an Tiere verfüttert wird. In 90 % der Fälle prophylaktisch!
Ähnlich ist es mit den Wurmmitteln. Wir bekommen nun die Rechnung für ständiges prophylaktisches Entwurmen.
(Übrigens Ringer Lactat ist ein reiner, kurzfristiger Volumenersatz und enthält außer Mineralien nichts, also kein Glukose!!)
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#16von Jaegertom » Montag 25. Juni 2012, 09:40

HAllo Herwig!
Ringer Lactat gibt es mit verschiedenen Anteilen Glucose, 1,2,5% oder ohne.

Diese Standardfachinformation ist gültig für folgende Produkte:
Ringer-Lactat Baxter (Baxter) 41207
Ringer-Lactat «Bichsel» ohne Glucose (Bichsel) 50461
Ringer-Lactat «Bichsel» mit Glucose 1%, 2%, 5% (Bichsel) 50460
Ringer-Lactate Bioren (Sintetica-Bioren) 52695
Ringer Lactate Kaliumfrei Bioren (Sintetica-Bioren) 56718
Ringer-Lactat Fresenius (Fresenius) 42692
Ringer-Lactat + Glucose 5% Baxter (Baxter) 55933
Ringerlactat/Ringerlactat mit Glucose 5% B. Braun (nach Hartmann) (B. Braun Medical) 38207

Ich hatte das 5% in der Anwendung.
Du hast recht, die dämliche prophylaktische Anwendung versaut uns viel.
Meine Pinzgauer Ziegen hatte ich in diesem Jahr trotz allem nur bei Weideaustrieb entwurmt, sie kamen das ganze Jahr klar ohne weitere
Entwurmung.
Ist halt deutlich mehr Arbeit, die Tiere zu beobachten und Kotproben einzusammeln.
Und zu den Resistenzen:Ich wunderte mich, warum bei mir selbst kaum Antibiotika wirkt, es gibt nur noch eine Wirkstoffgruppe die mir hilft. SOllte die Resistenz über Nahrungsmittel gekommen sein? Sonst wüsste ich nicht warum.

Gruß
Tom
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#17von Herwig » Montag 25. Juni 2012, 10:04

Hallo Tom,
nicht DU erwirbst die Resistenz, sondern der Keim, der dich infiziert.
Das heißt, du bist von einem Keim infiziert der bereits gegen alle üblichen AB risistent ist. Diese Resistenz kann er sich erworben haben im Veterinärbereich oder Humanbereich.
Z.B. der Wirkstoff Amoxicillin wird viel im Vet. Bereich angewendet, aber auch im Bereich Hals-Nasen-Ohren und Zahnmedizin. Es führt dazu, das immer mehr Leute Probleme haben mit Sinusitis, Otitis etc. Nach Zahnresektionen gibt es auch immer öfter Wundheilungsprobleme, mit explodierenden Keimzahlen. Weitere Probleme mit ähnlichen Wirkstoffem betreffen leider die Lunge und den Magen Darm Trakt. (Führte gerade zum Tod verschiedener Frühchen) Alle bekannten Antibiotika haben versagt.
Die Meinung vieler Wissenschaftler ist eindeutig, die MRSA Keime und ESBL sind kaum noch zu besiegen im Vet.Bereich. Der Humanbereich zieht nun gerade nach. MRSA beinhaltet auch die LaMRSA die eindeutig aus der Massentierhaltung kommen und genetisch diesen zugeordenet werden können.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#18von Jaegertom » Montag 25. Juni 2012, 11:10

Na die Amoxicyclin Gruppe wirkt bei mir nicht, egal was ich für einen Keim herumtrage. Und das beinahe schon 20 Jahre.
Muss vielleicht erwähnen dass ich speziell im Bereich chemischer Produkte Hyper-Allergiker bin.
Und das auch schon nun 10 Jahre. Kleinste Spuren in der Luft können schon Auswirkungen bei mir anzeigen.
Deshalb habe ich die Unwirksamkeit meiner Allergie zugeordnet, weil ich auch auf viele Schmerzmittel wie Ibuprofen, Dyclofenac usw nicht oder hochallergisch reagiere, genauso Cortison, das mich regelrecht umschmeißt.
Jahrrelanger Kontakt im Jugendalter mit Trichloräthylen, verseuchten Bohr und Kühlschmiermitteln, später im CNC Zeitalter in der Luft zerstäubt und in der ganzen Halle verteilt weil der Arbeitgeber aus Kostengründen auf eine Absaugung verzichtet hat.
Genau diese Stoffe wurden dann hinter den Betrieben teilweise auf dem Erdboden ausgeschüttet..........
erst später mit Auflagen entsorgt.

Aber du hast recht, wenn nicht mehr Menschen sehr schnell umdenken wird es noch viel Leid und Schmerz geben weil Medikamente im Notfall nicht mehr helfen und nicht schnell genug neue nachkommen.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#19von Alex » Montag 25. Juni 2012, 23:31

Hallo,

wenn ich das so lese, kommt mir das bekannt vor, allerdings hab ich bei meinen Ziegen diese Probleme schon seit Jahren, unendliche Kosten für Pathologie verschiedene Tierärzte, Medikamente, letztes Jahr wars nach ständigem Entwurmen etwas besser, mir sterben immer die Lämmer/Kitze , sie fressen magern aber stetig ab, kümmern und sterben, dieses Jahr wieder das gleich neben drei Aborten, (wurden ohne Ergebnis untersucht) bei Drillingen zwei gestorben eins kümmert extrem, von Zwillingen eins eingegangen das zweite wird folgen bei weiteren Zwillingen das selbe Bild. Eins eingegangen das zweite total abgemagert ein Zwilling ist gut und zwei Einlinge sind richtig schön, E-Selen gespritzt, zweierlei Antibiotika gegeben mehrmals entwurmt, Kotprobe bei einer ganz scxhlechten war negativ.Vitamin B-Komplex gegeben, Eisen gespritz, alles ohne Erfolg. Hab auch Clostridienprobbleme, impfe schon seit zwei Jahren, kann aber heuer die Kitze nicht mitimpfen, hab die zwei Einlinge und zwei optisch echt gesunde Zwillinge geimpft, einer ist mir danach gleich eingegangen, der zweite magert jetzt ab, ohne Impfung sind mir damals aber nicht nur die Kitze sondern auch die Alten eingegangen.

Also ich stand letzte Woche mit meiner TA in Stall und meinte nur noch, dass ich wohl sterben lass was stirbt und wenn mir nur eine vernünftige bleibt , dann is es eben so. ich kämpfe jetzt seit zehn Jahren immer wieder, hab versucht in der Haltung/Futter alles zu verbessern, was ging, Nächtelang gelesen, Stecke täglich Zaun um usw. Aber es kann doch nicht sein, dass ich meine Geißen und stellenweise auch die Schafe bloß hochbring, in dem ich einen halben Pharmakonzern hineinpumpe. Ich hab die letzten zwei Jahre immer erst nach Kotprobe entwurmt, trotzdem sind mir knapp vier Wochen nach gezielter Entwurmung bei einem Kälteeinbruch gleich die Kitze umgefallen.

Ich bin schon ziemlich gefrustet

Ich denke ich werde nur noch mit Tieren weiterzüchten, die gut sind und über die ersten zwei Jahre kommen ohne dass ich alle vier Wochen irgend ein Medikament reinblasen muss. Wenn dann ich zwei Jahren nur eins dabei ist, ist das eben Pech. Antibiotikabehandlung, gezielt mal bei einem Tier einzusetzten, da spricht meiner Meinung nach ja nix dagegen, aber wenn Tiere nur noch mit Medikamentencockail überlleben, das kann ja nicht sein. Wenn man wirklich nur die stabilsten und robustesten laufen lässt, muss man doch irgendwann auf einen grünen Zweig kommen, oder aufhören, weil nix mehr da ist.

Das der Medikamentenmißbrauch der letzten Jahrzehnte, uns einen Großteil der Problerme beschert hat, der Meinung bin ich schon auch, ich denke was aber auch dazu kommt, ist das sich ja auch die Tierhaltung allgemein verändert hat, früher z.B. mussten die Kinder noch mit den Gänsen raus auf verschieden en Weiden , die Ziegen wurden täglich auf einer anderen Fläche gehütet und auch die Schweine waren unterwegs, sie konnten sich die Pflanzen suchen, die sie brauchten das beugt Krankheiten und Verwurmung vor, heute ist alles viel zu eng, man kann fast nur noch auf Standweiden halten.

Bei meinen Lachsen hab ich das selbe Problem, hatte immer nur Mixe, und auch immer Nachwuchs, seit letztes Jahr reine Lachse und von fünfzig Küken nicht eines hochgekriegt, trotz Impfung usw. Versuchs noch einmal mit Aufzucht, im Haus, weit weg von den Alten, damit sie sich mit nix anstecken können, funktionierts dann auch nicht, werde ich mit den Lachsen nicht weitermachen, sondern mir eine Rasse suchen, die auch bei mir ohne Impfung usw. groß wird.
Hab mich die Tage mit einem alten sehr engagierten Züchter unterhalten, der meinte, in 35 Jahren Zucht hat er eins gelernt, wenn du anfängst zu spritzen, dann wirds immer mehr und irgendwann bekommst du es nicht mehr in den Griff und helfen tuts nur kurzfristig.

Alex
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#20von Herwig » Dienstag 26. Juni 2012, 06:00

Hallo Alex,
ich bin mit meinen Lachsen sehr gut zufrieden. Bei mir bekommen Tiere nur grundsätzlich Globolis. Ich habe seit über 30 Jahren kein Medikament verfüttert.
Meine Lachse sind völlig gesund, werden gegen gar nix geimpft und sind sicherlich gegen viele der hier vorkommenden Keime abgehärtet.
Ich habe keinerlei Kükenverluste, außer beim ersten Brüten im Winter, wenn sie zu doof sind richtig unter die Wärmelampe zu gehen. Kein Spezialfutter, keine Medikamente und keine Impfung.
Es kommt vor, dass mir mal ein Huhn umkippt, da mach ich mir keine Gedanken, kommt halt vor. Es vermehren sich also bei mir nur Tiere, die robust sind. Das gilt für meine Schweine, Kaninchen, Hühner Enten, Gänse und galt für meine Ziegen.
Die Ziegen habe ich vor zwei Jahren abschaffen müssen, weil ein neues Haus auf dem Navhbargrundstück gebaut wurde und die meinten, den Gemüsegarten genau an den Zaun meiner Ziegenwiese machen zu müssen. Als ich alles zum 3. Mal bezahlen musste, mussten die Ziegen gehen.
Ich hatte TWZ, maximal 2 Wurmkuren in 3 Jahren brauchten die, aber Unmengen Tannennadeln...
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#21von Jaegertom » Dienstag 26. Juni 2012, 08:20

Das Hauptproblem sind oftmals die kleinerern Verbandsherdbuchbestände.
Wenn ich auf ne Ziegenschau gehe und sehe, was dort präsentiert wird, muss ich schon staunen,
Ohne ständige Entwurmung und viel Zusatzfutter wachsen meine Ziegen nicht so groß und schwer.
Meine bekommen was die Wiese und der Wald hergibt und kein Kraftfutter.
Daher sind meine Nachzuchten vielfach resistenter als die eingekauften Alttiere.
Werden zwar nicht so groß sind aber zäh im nehmen.
Was mich immer wieder ins Erstaunen bring sind die Pinzgauer Ziegen, die so robust sind wie man sichs vorstellt.
Einmal im Jahr Entwurmen und gut.
Allerdings dürfen wir Ziegen nicht im Allgemeinen für leichte Verwurmung verantwortlich halten.
Die gebotenen Umstände zwingen Ziegen, Futter zu fressen das sie in Freiheit nicht nehmen würden.
Sie lieben Gebüsch und Kräuter, weniger nur Wiese. Eher wie ein Reh, also Konzentratselektierer.
Da sie nicht wie Schafe mit einem hohen Wurmdruck klarkommen können sind wir eigentlich selbst daran schuld.
Daher müssen wir bei Ziegen einfach so nachkommen, dass Unmengen von Gebüsch besorgt werden , auch Tanne oder Fichte,
und die leben deutlich gesünder.In der Rinde finden sie die nötigen Mineralien wie Kupfer und Zink., Eisen auch über Brennesseln.
Eiche sorgt durch die Blausäure für natürliche innerliche Reinigung.
Letztes Jahr war aber auch ein sehr schlechtes Weidejahr.
Weder genug Fruktan in den Stengeln der Gräser noch genug Stärke in den kaum vorhandenen Blättern.
Von was sollten sie aufbauen? Kein Vergleich zu diesem Jahr. Viel besser.
Sie legen zu von weniger Menge.
Letztes Jahr war aber auch bei mir der kleine Lungenwurm sehr stark und hat sie beeinträchtigt.
Hoffeb wir auf ein gutes Ziegenjahr!
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#22von Alex » Dienstag 26. Juni 2012, 09:07

@Herwig,

ich hab schon immer leichte Probleme mit Kokzidien, meine Mixe haben das immer ausgehalten, bei den Küken gabs eben mal ein gutes und mal ein schlechtes Jahr. Auch immer je nach Wetter. Nachzucht hatte ich aber immer. Aber dieses Jahr mit den reinen Lachsen, hab ich wie gesagt, von dreimal brüten nicht ein Küken, alle in den ersten sechs Wochen eingegangen. Sowas kenn ich jetzt nicht. Die Alten, hab ich zwei zweijährige und vier vom letzten Jahr legen auch nicht so toll. Ich werde jetzt nochmal schauen, ob bei der momentanen Brütung noch was rauskommt und ob bei streng getrennter Aufzucht von den Alten ein paar hochkommen. Ist heuer alles echt frustrierend. Ausgewachsene Hühner gehen mir eigentlich fast nie eins ein.

Von der ganzen Medikamentengeberei werd ich wohl jetzt auch Abtstand nehmen, bringt eh nix. Gelegentlich entwurmen und bei Lämmern im Bedarfsfall mal gegen Kokzidien behandeln. Und mal ne eigentlich gute erwachsene Ziege bei Erkrankung. Aber blindes rumdoktern, werd ich in Zukunft lassen, wer umfällt, fällt halt.

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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#23von Jaegertom » Dienstag 26. Juni 2012, 10:20

GAnz so sollte es nicht sein, wenn ich es so halten würde hätte ich viele Todesfälle, weil die zugekauften Tiere oft nicht den Haltungsbedingungen entsprachen, das heißt bei den Vorhaltern wurde viel falsch gemacht. Sie deswegen sterben zu lassen nur weil ich auf Selbsterhaltung gehe, kann ich nicht verantworten. Ich bin aber bestrebt aus deren Nachwuchs durch geeignete Böcke sehr zähen Nachwuchs zu ziehen.
Bei meiner Menge hätte ich schneller das Veterinäramt am Hals als du glaubst.
Allein schon darum versuche ich für jedes ier das geeignete zu tun,
Als Beispiel: Ich habe einer Bekannten die mehr Platz hat als ich 5 Junghähner zur Aufzucht gegeben.
Als ich vor ein paar Tagen hinkam, lag einer davon am Boden und konnte nicht mehr laufen.
Total abgemagert, Hinterteil kotverschmiert.
Sofort nach Hause, Kokzidienmittel, Aufbauspritze und Antibiotikum.
Nach einem Tag stand er wieder und fraß gut. Warum??
Was ich nicht wusste ist, dass die Dame viel eingeweichtes Brot verfüttert. Das hat sein Verdauungssystem durcheinandergebracht.
Nun ist er bei uns, erhält viel Gras, Brennesseln, kann im Dung scharren und so Insektenlarven fressen. Seither ist er fit.
Nur wegen falscher Vorbedingungen sollte er sterben ?
Nein, weil wir auch eine Verantwortung für unsere Tiere tragen und sie oft durch eigene Fehler krank werden.
Dann darf ich nicht vorschieben, der Stärkste überlebt.
Manchmal ist es so, wie wenn du Löwen vegetarisch ernähren willst und sagst, den ders schafft darf bleiben.
So kommen Fütterungsfehler sehr stark zum Tragen und eben Ziegen sind da sehr empfindlich.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#24von Alex » Dienstag 26. Juni 2012, 14:26

Hallo Tom,

ich werde jetzt auch nicht alle grundsätzlich sterben lassen, aber Kokzidienmittel bei Küken wirkt so wenig wie Impfen, das gleiche gilt für Kaninchen, wenn du Baycox gibst is es eh schon zu spät, also werde ich es in Zukunft nicht mehr geben. Meine Kaninchen bekommen reine Kräutertropfen, seitdem hab ich die Verluste minimiert. Und bei den Küken versuchs ich jetzt eben mit getrennter Aufzucht. Aber keine Medikamente mehr. Hühner mit durch zuviel Brot Durchfall hat ich auch schon, Antibiotika war nicht von nöten, Getreidekörner und Tierkohle für ein paar Tage und alles war wieder gut. (Ich habs allerdings schnell bemerkt.)

Ich werde auch dieses Jahr versuchen, die Haltung der Ziegen noch mehr zu verbessern, mit den Möglichkeiten, die mir einmal baulich bzw. aus der Natur zur Verfügung zu stehen. Und wie gesagt, auch entwurmen werde ich zukünftig weiter aber ich glaube nicht das es Sinn macht, ihnen alle paar Wochen was reinzujagen, weil dann passt irgendwas anderes nicht, und ich muss zuerst drüber nachdenken wie ich Fehler in der Haltung/Fütterung abstellen kann, mir ist auch aufgefallen, sämtliche Tierärzte beraten dich liebend gerne in den Medikamentösen Möglichkeiten aber ne quasi ganzheitliche Beratung bekommst du nicht, da wird dann lieber das Antibiotikafläschen rübergereicht, auch bei Pathologischen Untersuchungen kam bisher ausser ner dicken Rechnng wenig raus. und das mach ich jetzt eben schon Jahre mit, und sag mir, das kanns ja nicht sein.
Meine Altziegen hab ich mittlerweilen ganz gut hingekriegt, seit ich Clostridien impfe, die wurden mal gefunden und ich dachte das Hauptproblem wäre erkannt , sind mir von den Großen keine mehr eingegangen, aber auch da hab ich ein Problem, impfe ich in den ersten Trächtigkeitmonaten verwerfen sie, impfe ich die kleinen fallen mir jedes Mal welche um, seit zwei Jahren wird geimpft,vor der Trächtigkeit , dieses Jahr hatte ich von zehn Ziegen drei Tot/Frühgeburten,(bei zweien warens meine besten Tiere, wurden durch den Abort richtig krank und bekamen auch Antibiotika und das würd ich in dem Fall wieder so machen )Föten u. Nachgeburt waren in der Patho, ohne Ergebnis, und nach Impfen von vier augenscheinlich gesunden Kitzen eins tot, da stehst du dann da und überlegst, was mach ich jetzt, kommts von der Impfung?Impf ich weiter? Lass ichs drauf ankommen? Sterben sie durch oder ohne Impfung? Ich weiß es nicht. Ich denke bei den Geißen hab ich irgendein tiefer gehendes Problem und finde es einfach nicht. Wie gesagt, letzte Kotprobe vor zwei Wochen Wurm und Kokzidienfrei.

Alex
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#25von Herwig » Mittwoch 27. Juni 2012, 06:00

ich habe ca. 150 Hühner, da kommt es vor, dass mal eines umfällt, aus welchem Grund auch immer.
In meiner 20 jährigen Ziegenhaltung, (immer zwischen 5 und 10 Ziegen) hatte ich vielleicht eine Hand voll Verluste.
Um züchterisch zu selektieren muss man nicht zwingend alles sterben lassen was krank ist. Man kann aber aufhören, mit Tieren weiter zu züchten die Medikamente benötigten um durchzukommen, bzw. Nachkommen produzieren die empfindlich sind. Nur durch ganz konsequentes Handeln ändern sich was. Ich erlebe immer wieder das die Leute sich selbst etwas in die Tasche lügen. Dieser Ausdruck "zu schade zum Schlachten" ist schon gefährlich. Egal wie schön, niedlich oder groß, Tiere die nur mit Medikamentengabe gedeihen, taugen eigendlich nicht für die Zucht. Der frühere Bauer hatte nicht die Zeit, das Geld und die Möglichkeiten für Medikamentengaben, darum waren die Tiere früher auch kerniger.
Dahin müssen wir zurück, kein Bauer hat ein Hühn gezüchtet, dass alle Federm am rechten Fleck hatte aber ständig krank war und deswegen keine Eier gelegt hat, sowas machen nur Züchter für die die Wirtschaftlichkeit egal ist.
Ein kritischer Konsument dürfte das nicht lesen, der würde denken:
Von Ziegen, die ständug behandelt werden müssen mit Mittelchen jeder Art, möchte ich weder Fleisch noch Milch genießen. Ich frage mich immer, wie denn die Wartezeiten eingehalten werden??? Wenn ich hier die Medicoktails lese, frage ich mich ernsthaft, wozu das Tier überlebt hat?? Essen kann man die doch nicht mehr, Milch oder Eier würde ich auch nicht mehr essen. Also Nutztiere, die ihren Nutzen verloren haben??
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