Blutparasit bei Ziegen

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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#26von Alex » Mittwoch 27. Juni 2012, 13:30

Ja, das hab ich ja im Endefekt auch gemeint, allerdings sind den Bauern früher auch die Tiere gestorben, arme Familien sind dann halt verhungert.

Meine Oma sagte mal zu mir, das früher die Bauern, wir sind eigentlich ne Rindergegend, eine Ziege mit in den Kuhstall gestellt haben, weil diese die Krankheiten anzog und die Kühe dann gesund blieben, ist zwar Aberglaube, sagt aber doch was über die Krankheitsanfälligkeit der Ziegen schon früher bei uns hier aus. Auch erzählte sie mir das sie Anfang der fünfziger Jahre nach Jahren der Gänsezucht diese aufgaben, weil plötzlich jedes Jahr ein Großteil der Gössel starb. Und keiner wusste warum.

Trotzdem kann man früher und heute nicht mehr eins zu eins umsetzten, weil wir einfach mittlerweilen viel weniger Platz haben und unsere Tiere nicht mehr den Freiraum geben können den sie früher hatten, und umringt sind von Großställen mit ihren durch Dauermedikation resistenten Keimen, die ja auch hier rumfliegen das Futterangebot durch die ganze Spritzerei ja auch in seiner Vielfalt sehr geschrumpft ist. Und durch die Globalisierung und rumfliegerei kommen ständig neue Keime von irgendwo her. Hats früher alles nicht gegeben. Ich denke, auch unsere alten Rassen müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen, das ist ja auch die Natur, da verändert sich ja auch alles und passt sich an und was sich nicht anpasst geht irgendwann unter

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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#27von Muckel » Sonntag 8. Juli 2012, 07:47

Hallo alle im Forum,

also meine Alpakas bekamen alle das neue Wurmmittel Zovix, danach machte ich eine Kotprobe und alle Würmer hat es wohl erwischt. Alles negativ. Jedenfalls habe ich mal die Magenwürmer erwischt. Danke für eure Antwoten.

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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#28von Jaegertom » Sonntag 8. Juli 2012, 11:49

Muckel hat geschrieben:Hallo alle im Forum,

also meine Alpakas bekamen alle das neue Wurmmittel Zovix, danach machte ich eine Kotprobe und alle Würmer hat es wohl erwischt. Alles negativ. Jedenfalls habe ich mal die Magenwürmer erwischt. Danke für eure Antwoten.

Muckel

Denk auch an die Schwächung durch die Würmer und an einen sehr langsamen Aufbau der Tiere mit einem Aufbau und Vitaminpräparat.
Ich hatte Katosal in der Anwendung und ein Selen-Vitamin E Präparat.
Wenn sie sehr schwach sind , auch eventuell Infusion unter die Haut mit Glucose.(Ringer.Lactat)
Gruß
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#29von Muckel » Sonntag 15. Juli 2012, 05:47

Hallo Tom,

ja ADE und E-Selen haben Sie alle schon bekommen. Nach Absprache mit meinem Tierarzt.
Beobachte meine Tiere zur Zeit sehr genau. Hoffe es bleibt so stabil... Und mir passiert das nie wieder.

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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#30von karin » Mittwoch 28. November 2012, 14:04

Hallo,
hätte ich von dem Forum schon vor einem Jahr gewusst, dann hätte ich genauest über diese mistigen Blutparasiten schreiben können und man hätte das Leid der ein oder anderen Ziege und deren Halter mindern können.
Aber nun zu unserem Fall:
Juni 2011: da starb das erste Kitz dann das zweite und sofort holte ich den Tierarzt, denn ich hatte schon so ein komisches Gefühl. Denn die verstorbenen Kitze waren top fit und am nächsten Tag nach kurzer Krankheitsphase tot.
Die Symptome waren immer gleich:
Die Tiere haben bis kurz vor ihrem Tot gefressen, sind trotzdem total abgemagert.was auffällig war, sie haben das Widergekaute nicht mehr vollständig geschluckt und waren um das Maul grün.
Dann sind sie vorne nicht mehr auf die Beine gekommen und kurz darauf gestorben.
Alle Versuche mit Infusion und Aufbaupräparaten haben das Leid nur verlängert aber nicht verhindert.
Es wurden Blut und Kotproben genommen...keine Ergebnisse, die auf die Krankheit schliessen ließen.
Ich habe gesehen, dass die Tiere nur einen dicken Bauch haben aber viel viel zu dünn sind.
Und meine Beobachtung war auch diese, dass je mehr Kraftfutter (Hafer /Weizen) die Tiere bekame, sie immer dünner wurden. Ich habe zum Schluss rund um die Uhr Heu angeboten, 500 gr Kraftfutter pro Tier, und Gras nach belieben. Und trotzdem dünner konnten sie nicht werden.
Von unseren knapp 80 Kitzen haben dann letzlich 20 überlebt.
Es war einfach die Hölle, wenn man täglich aus dem Stall ein totes Tier zieht.
Gott sei Dank haben es von den erwachsenen Tieren fast alle überlebt.
Unsere monatliche Tierarztkosten beliefen sich auf etwa 500 Euro.
Dazu kam unser Hof war ganz am Anfang im Aufbau....denn wir haben die Landwirtschaft mit allem was dazu gehört gekauft.
So jetzt zu den Blutwerten der Tiere:

AST (GOT) 185 normal weniger 163
Harnstoff 11,16 normal 3,2 - 8,2

Elektrolyte
Natrium 134 normal 142-152
Calcium 2,09 normal 2,20-2.80
Magnesium 0,78 normal 1,0-1,20
Phosphat 1,05 normal 1,40-2,30

Kohlenhydratsstoffwechsel
Glucose weniger als 0,56 normal 2,22-6,66

UND JETZT KOMMT ES!!

Blutparasiten nicht nachweisbar!!!!

Alle anderen Werte lagen im Normalbereich und die habe ich hier auch nicht aufgeführt.
Dazu muss ich sagen, dass alle Loborwerte der getestenen Tiere gleich waren.
Kupfer und Selenwerte waren bestens.
Also diese Bluttests hatten uns nicht weiter gebracht.
Jetzt saß uns auch noch das Vet-Amt im Nacken...klar bei so vielen Todesfällen...das kann man nicht geheim halten.
Sie wollten innerhalb einer Woche einen Befund...wie?? ich habe doch schon alles Mögliche testen lassen!!
In meiner Verzweiflung habe ich mich an den TGD gewandt.
Tote Kitze eingeschickt.
Todesursache!!! Verhungert!!!! ( Je mehr Kraftfutter umso mehr Blutparasiten usw......)
Aber der TGD hat die Blutparasiten festgestellt.
Und wir haben auf Rat vom TGD alle Tiere mit Terramycin LA behandelt. ( 1ml auf 10 kg Körpergewicht)
Einmalig!! Nur bei ein oder zwei Tieren habe ich es nach zwei Wochen wiederholt.
Allerdings muss man, um den Stall in den Griff zu bekommen, alle Kitze in einem Alter von bis zu drei Tagen mit 1ml Terramycin LA behandeln ( einmalig) und das drei Würfe hintereinander ( Also quasi drei Jahre immer die neu geborenen Kitze)
Es wirkt aber nur das Langzeittetracyclin deshalb habe ich auch das LA hervorgehoben.
Besser, sonst muss man die Tiere drei Tage in Folge quälen...muss ja nicht sein.
Ach ja zur Übertragung dieser gemeinen Krankheit:
Übertragen wird es von den so genannten Wadenbeißern.
Diese sehen fast aus wie Fliegen, stechen aber.
Und der Saugrüssel ist so dick, dass die Parasiten da durch können ( Bei Stechmücken geht das nicht)

Nun von diesen Mistviechern hatten wir damals nur all zu viele im Stall ( war ja ein ehemaliger runter gekommener Kuhstall)
Ich bin aber kein Giftmischer, also hab ich nach Alternativen gesucht und wurde fündig, damit wir diese Stechetiere in den Griff bekommen.
Wir haben uns Hühner zugelegt.
50 Stk. ( Unser Stall hat fast 1000qm) desahlb so viele.
Wir haben sie von einem Bio Hühnerhof gekauft, da werden 2 mal im Jahr alle Hühner geschlachtet.
Diese durften weiterleben und haben ihre Arbeit hervoragend erledigt...und sie legen ..scheinbar aus Dankbarkeit...täglich sogar zeitweise 2 Eier.
Also das Ergebnis zusammengefasst
Dieses Jahr kein Totes Kitz
Keine Tierarztkosten
Keine Fliegen im Stall ( ohne irgendwelche Mittel)
täglich frische Eier von frei laufenden glücklichen Hühnern.

Ach ja wegen dem Entwurmen...Cydectin hilft noch gut.
Aber ich lasse eh immer erst eine Kotuntersuchung machen, bevor entwurmt wird...ist auch günstiger:-)
Von einer Ziegenhomöopathin habe ich erfahren, dass sie ihre Ziegen mit Propolis entwurmt hat.
Und das Ergebnis der Kotprobe danach war: Keine Parasiten nachweisbar.
Sie wurde wohl vom Labor angerufen, und gefragt, ob die Kotproben tatsächlich von Ziegen waren:-)

Ich werde es auf alle Fälle testen und danach eine Kotprobe machen lassen ( das Ergebnis stelle ich hier rein)
Dosierung laut Homöopathin
20 ml Propolis-Lösung auf einen Liter Wasser
3 Tage lang pro Ziege ca 20-30 ml eingeben.

Evtl hilft mein Beitrag diese unbekannte Krankheit schneller zu erkennen.

LG
Karin

PS: Bei uns leben nun (fast) alle Tiere zusammen in einem Stall (Pferde Hühner Katzen und Ziegen) und das klappt bestens!!
Die Schweine muss ich leider laut Auflage vom Vet-Amt getrennt halten.
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#31von Jaegertom » Donnerstag 29. November 2012, 14:18

Toller Beitrag! Danke fürs Einstellen.
Habe Ziegen, die die Krankheit überlebt haben, aber nun immer schwächlich sind trotz Tetracyclin.Sie können scheins das Futer einfach nicht mehr richtg verwerten.
Je weiter es fortgeschritten war desto schlechter erholen sie sich. Ziegen am Anfang der Krankheit sind alle wieder bestens fit.
Wünsche euch viel Glück und viele gesunde Ziegen.

Tom
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#32von karin » Freitag 30. November 2012, 08:38

Hallo Tom,

also meine Altziegen haben sich auch sehr sehr langsam erholt.
Behandlung Oktober 2011 und jetzt erst schaun sie wieder "normal" aus.
Ich habe aber im Mai diesen Jahres noch einmal, auf Rat vom TGD, ein Bandwurmmittel gegeben.
Das hat wirklich geholfen.
Denn Cydectin hilft nicht bei Bandwürmern. ( da sollte ich aber nicht doppelte Dosierung, wie sonst, sondern laut Packung)
Werde aber jetzt nicht weiter vorsorglich entwurmen, sondern nur im Bedarfsfall.
Wenn mir jemand verrät, wie ich hier Bilder einstellen kann,
dann werde ich Bilder vom Mai 2012 und von heute einstellen.
Quasi 7 Monate nach der Blutparasiten-Behandlung
und zum Vergleich heute.

LG Karin
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Re: Blutparasit bei Ziegen

Beitrag#33von Jaegertom » Samstag 20. Juli 2013, 12:04

In dem Problem Abmagern trotz Entwurmen sind wir ein Stück weitergekommen. Nachdem die gängigen Untersuchungen alle nichts ergaben, haben wir mal(ein Tierarzt gab Tip) Eisen und Selen untesuchen lassen. Tatsächlich war beides sehr niedrig. Selen haben wir nicht verstanden, weil die Ziegen Selen-Vitamin E Mischung erhalten haben.
Aber nachdem Eisen gespritzt wurde, gings bei unseren schwächeren Tieren steil bergauf. Innerhalb kurzer Zeit haben sie sich erholt.
AUf unseren Böden sind im Gegensatz zum Schwarzwald keine Eiseneinlagerungen.
Mykoplasmen wurden auch keine gefunden. Synlab untersucht darauf, eines der wenigen Labore.
Also werden wir immer wieder mal Blut ziehen auf Mineralstoffmangel.
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