Arbeitsziegen

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Arbeitsziegen

Beitrag#1von schmidti » Samstag 17. Mai 2008, 09:26

Mensch Herwig,

da guck ich so auf deiner HP rum uns sehe doch ein Bild mit einer Ziegenkutsche Bild
Die haben ja echt was weggezogen, nach der Grösse des Wagens zu urteilen.
Da hüpft mein kleines Herz vor Freude. Heute nachmittag gehe ich auf einen 20er Jahre Markt mit meiner
Kutsche, zur Kinderbelustigung.
Spannst du denn auch Ziegen an?
Wer hat sonst noch so Erfahrung mit diesem Thema?
Wer hat Bilder, vor allem alte? Da wär ich echt interessiert dran.

Bildle Grüsse vom strahlenden schmidti
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Beitrag#2von Herwig » Samstag 17. Mai 2008, 10:57

Ja, meine Großmutter berichtete das es Kastraten waren und von den Kindern allein angespannt und gefahren wurden. Das Gehöft lag außerhalb, zur Dorfschule waren es 3km. Die Ziegen wurden dann beim Schulmeister angepflockt. Die Ziegenkutsche war schon damals eine Atraktion, weil sich niemand ein Fahrrad leisten konnte, da war eine Ziegnkutsche billiger, aber dennoch für viele zu teuer in der Ziegenunterhaltung. Heile Welt...

Meine Oma väterlicherseits ist in Namibia aufgewachsen und hat Fotos einer Kutsche von Zebras gezogen, mein Ur-Großvater hat Goldtransporte gefahren mit Ochsen und Zebras.
Allerdings kannten die sich untereinander nicht, letzlich fand ich es immer toll mich mit meinen Großeltern über diese Erfahrungen zu unterhalten. Es hat dann dazu geführt das ich 15 Jahre lang einen Zikus hatte...Hauptattraktion waren unsere dressierten Thüringer Waldziegen.
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Beitrag#3von knüllbergfarm » Sonntag 18. Mai 2008, 12:50

Hallo Schmidti unser leider im Oktober 07 Verstorbener Walliser Schwarzhalsziegenbock Pit war auch Eingefahren.Das Kutschgeschir haben wir extra für ihn anfertiegen lassen,unser Jungbock Pluto 2 Jahre ist jetzt schon so gross wie Pit und übernimt das Kutschgeschir.Pluto wird jetzt eingefahren damit er zum 05.10.08 am Tag des Pferdes im Kiekebergmuseum teinehmen kann.leider haben wir noch keine Bilder von Pit Angespant aber die bekomme ich noch.
Gruss Thomas
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Beitrag#4von schmidti » Sonntag 18. Mai 2008, 18:58

Hallo Thomas,

was für einen Wagen hast du denn? Und was hat dein Bock denn so weggezogen?
Ich habe gehört, dass ein Ziegenbock das ca 1,5 fache seines Körpergewichts wegzieht. Wie sind deine
Erfahrungen?
Ich habe gar kein extra Zuggeschirr, ich nehme Pferdehalfter, geht auch prima.

Bildle Grüsse, schmidti
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Beitrag#5von knüllbergfarm » Montag 19. Mai 2008, 06:09

Hallo Schmidti inmoment habe ich noch einen Bollerwagen wo ich eine Sitzbank draufgebaut habe und eine
Zuggabel (Schere)auch selbergebaut ,so das man sie da anschrauben kann wo die Handzugstange rankommt .Gezogen hat er ca 60kg gewogen hat Bock Pit ca 90 kg also noch nicht soviel wie du Schreibst dafür aber mit richtig Tempo wenn die Zuschauer gejubelt und Ablaudiert haben .Pferdehalfter
muss ich mal ausprobiren da hab ich genug von dan kann ich eventuell mal zwei anspannen werd mich mal bemühen die Fotos zubekommen .

Gruss Thomas
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Beitrag#6von schweinchen criss » Donnerstag 18. September 2008, 14:41

hallo,

auch ich bin begeistert von den fahrziegen. ich wollte es schon all die jahre mal verwirklichen.
dieses jahr fand ich nun den passenden einspänner und geschirre, von miniponys und letztes wochenende ging mein grosser ziegenbock dann mit ca. 2 km zum festumzug. zicke war mit dabei, so ging es besser. in der tat ein nicht ganz einfaches thema, ähnlich wie das fahren mit dem pferd.

mich würde mal interessieren, ob ihr zu diesem thema mal alte literatur oder quellen von früher, damals gefunden habt. da würde ich gerne mal nachlesen.

freue mich auch sonst über netten austausch über dieses thema.
ich glaube aber, bis man hinten draufsitzt das dauert noch ne weile. erst mal gings mit führen gut. mein ziegenbock hat so um die 100 kg. rollt der wagen ist er relativ leicht, aber dennoch ein richtiger kleiner pferdwagen, da muss man auch auf die anspannungen und das anziehen bissel achten. die waldziege, seine frau hats dann gemacht, hat sich schön an ihr orientiert und dann gings super. ich hatte voll mit führen bock und wagen und dem anziehen zu tun. ja, laute musik und traktoren, da scheut auch die ziege mal leicht, ansonsten hatten beide von mir selbst gefertigten festschmuck aus bunter wolle um. die fotos gibts auf meinem profil schweinchen criss - bei www.deine-tierwelt.de unter festumzug mit ziegen zu sehen.

falls wir dieses jahr mal schnee bekommen, ich habe noch nen kleinen zweispännerschlitten. das wäre ja echt mal richtig klasse, da dieser auch ziemlich leicht ist.

zu den geschirren muss ich sagen, also dem grossen bock passte das miniponygeschirr gut. bei der ziege hätte ich eins verstellen und ändern müssen. aber die sind eigentlich schon mal ein heisser tipp für grosse dicke ziegen, wie böcke.

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Beitrag#7von schweinchen criss » Donnerstag 18. September 2008, 14:51

Bildach so, kastriert ist mein bock nicht, aber ein grossrahmiger mit ausladenden hörnern und vom temperament ein richtig lieber ruhiger kluger kopf.
ich war erstaunt, wie er nach einer kleinen anspannprobe wusste, wie es funktioniert. ohne ziege wars aber nur streckenweise gut. manchmal zog er, manchmal stand er wie ein esel. mit seiner waldziege, ja da lief er wunderbar an ihrer seite mit - habe mir also geholfen und ein kind hat sie geführt. ansonsten, das führen und laufen kennen die tiere vom weideumtrieb im dorf seit langem und die ziege ist sehr zahm. musste also nicht so lange vorarbeiten. einmal generalprobe und dann langsam angefangen. klappte erstaunlich gut. die geschirre war er schon vom vorbesitzer gewöhnt.
na ja.

habe noch nen zweiten ziegenbock mit anderen frauen, der ist aber sehr temperamentvoll und eher etwas unruhig. da wäre es wohl anders gelaufen. der könnte dann mal in ruhiger lage vielleicht am schlitten laufen, die meisten ziegenböcke, die nicht kastriert sind sind ja bissel ziegenfixiert. na ja.

mein handzahmer milchschafbock wäre auch gut gewesen, der wiegt über 100 kg. allerdings ist er echt ein kleiner draufgänger und dann hält man ihn nicht. da könnte ein kind drauf sitzen, ja das kennt er habe ich als lamm mit ihm geübt, aber er geht dann eben richtig ab, wenns ihm passt. insofern fast ein wildpferd. grins - also lieber nicht anspannen.

na und mein pferd ist leider ähnlich wie der schafbock, halbe ausbildung und als hengst gefahren, aber der wagen war zu klein, der rammelt auch los und das ist nix, vor allem wenn man es alleine händelt.



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Beitrag#8von Herwig » Donnerstag 18. September 2008, 16:16

Hier zum Thema mal das Bild meiner Großmutter...

Bild
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Beitrag#9von Bartkaninchen » Donnerstag 18. September 2008, 16:29

Ein faszinierendes Foto ! Soetwas sieht man sehr selten in unserer jetzigen Zeit.
"Man empfindet es oft als ungerecht, daß Menschen, die Stroh im Kopf haben, auch noch Geld wie Heu besitzen.”

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Beitrag#10von schweinchen criss » Donnerstag 18. September 2008, 19:29

ja, echt klasse nostalgie, das foto hatte ich heute schon auf der homepage gesehen - mit begeisterung.
die wagen gibts noch, aber muss man schauen, sind sicher nicht mehr i.O. wegen rekonstruktion. wegen der räder halt, aber man kann auch glück haben.
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Beitrag#11von schmidti » Mittwoch 1. Oktober 2008, 15:46

Hallo Katrin,

da du im letzten Newsletter vertreten bist, möchte ich das Thema hier gern noch mal aufgreifen.
Der Wagen sieht echt toll aus, der ist sicher nicht handelsüblich oder doch?
Wo hast du den her, wer hat ihn gebaut, welche Geschirre benutzt du?
Kannst du auf Veranstaltungen mit dem Gespann Geld verdienen, oder ist es dein Hobby?
Wie trainierst du mit den Ziegen?

Wie immer Fragen über Fragen
(Da mus ich immer an MRR denken: "Am Ende merken wir betroffen, der Vorhang zu und alle fragen offen!")

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Beitrag#12von schweinchen criss » Mittwoch 1. Oktober 2008, 16:44

hallo,
ja, also mit dem wagen hatte ich glück. als ich meinen viehhänger kaufte, da stand er da. war ursprünglich mal ein hübscher kleiner einspänner für miniponys. ich habe ihn nur noch angestrichen und etwas repariert. der mann hatte auch drei passende geschirre noch dazu, das eine passt meinem grossen bock. somit war alles komplett und teuer war es auch nicht, muss ich sagen. den wagen habe ich für 50 euro bekommen, die geschirre (3) für 70, na ja, somit hat sich mal ein langgehegter traum erfüllt.

nee, geld verdiene ich damit keines. ich mache das als hobby für mich. auch dauert es noch ne weile, bis ich mal draufsitzen werde, da müssen auch erst noch die bremsen gemacht werden. so war das mal der anfang. ja, geschirre anlegen, das führen an der leine kennen die ziegen ja eh schon vom umgang.

ich habe dann einfach wirklich mal angespannt und geführt, mit leckerli. da zog er und stand er, immer schön gelobt, das ging schon richtig toll fürs erste mal. na und für den umzug, da sind wir ja nur ein stück mitgefahren, weil er es eben noch nicht so lange kennt, hat ein kind die ziege sozusagen daneben geführt, und da läuft der bock eh schön mit. und ich habe mich nur auf den wagen, die anspannung und das gleichmässige ziehen konzentriert. war ziemlich anstrengend, aber so hat das geklappt.

so ein richtiger trainingswagen ist es aber auch nicht, denn ein kleines gewicht hat er und gerade beim anfahren muss man somit auf einiges achten, eben dass er ruhig und gleichmässig geht, rollt er dann, gehts.

zum üben und trainieren müsste ich mir noch was leichtes besorgen, das wäre ideal. denn primel kann ganz schön losrennen und hat viel kraft. ja, also muss ich mal schauen. habe auch noch einen kleinen schlitten, das wäre natürlich dann schön.

nun, also von richtigen fahren bin ich also noch weit entfernt, aber ein anfang ist schon mal gemacht. er kennt es und nun muss ich mal schauen, dass ich einen kleinen leichten trainingswagen bekomme, dann könnte man erst mal das fahren und ziehen ohne gewicht mit hilfen und kommandos üben. ja, klar, ein sulky wäre natürlich nicht schlecht. vielleicht sogar ideal und später erst auf den richtigen wagen umsteigen, denn es ist wie mit dem pferd auch, man hat ein gewicht hinten dran und somit muss man auch aussteuern können.

somit erst mal meine gedanken dazu. ich werde aber auf jeden fall dranbleiben. klar, aber eben das training mit was anderem machen. das war mal schön, für den anfang. und nun wieder stück für stück.
hat es aber schön gemacht.

ich glaube auch, so für den alltag kann man die ziege doch erst mal gut dran gewöhnen, wenn man was leichtes nimmt, da man ja den schwierigkeitsgrad steigern sollte.

von daher alles nicht ganz so einfach, ja das richtige fahren kommt dann später mal, was aber sicher noch eine weile dauern wird.

ansonsten braucht man eigentlich nur einige grundvorraussetzungen, also das mit der leinenführigkeit sollte schon länger gemacht worden sein und dem laufen, auch ist mein grosser sehr ruhig und ausgeglichen und somit haben wir die grundkomponenten schon im alltagsumgang gelegt.
daher war das mit dem ausprobieren auch möglich. das geschirr kannte er schon von seinem vorbesitzer, ja da gab es beim start eigentlich gar keine schwierigkeiten.

kommt aber schon auf die ziege an, würde auch nur einen grossen, dicken ziegenbock nehmen, der schon mal von sich aus 100 kg mitbringt. bei den ziegen siehts dann wieder anders aus, da sind die geschirre zu gross und meiner meinung nach sind die auch zu leicht und haben zu wenig gewicht. also für mich zum fahren ist es dann so schon okay.

ja, hoffe erst mal einige deiner fragen sind beantwortet. ist immer schön, sich mit anderen auszutauschen. im prinzip muss man diese dinge mit etwas fingerspitzengefühl angehen und dann klappt das schon.
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Beitrag#13von raimund2 » Sonntag 1. November 2009, 12:55

Hallo zusammen!

Fahr- und Pack -Ziegen, dieses Thema schwirrt mir auch immer im Kopf herum.:-))

Da habe ich eine tolle englische Seite gefunden ,mit vielen verrückten Bildern.....

Gruß Raimund

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