Seid ihr "betroffen"??

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Re: Seid ihr "betroffen"??

Beitrag#26von Jaegertom » Sonntag 19. Januar 2014, 18:43

Jagd nicht zu tolerieren ist keine Lösung, da sich Jäger aktivst an der Bestandsregulierung der Wildschweine beteiligen.
Denn volkswirtschaftlichen Schaden kann man gar nicht absehen, da die wenigsten wissen, dass bei Schweinepest Exportverbot herrscht.
Folglich sollte man alles tun, um die Jagd zu ermöglichen und nicht zusätzlich schwer zu machen.
In einem Punkt haben so manche recht.
Es gibt Jäger, die kennt man besser nicht. Alte Einstellungen, herrschaftliches Getue und dummes Geschwätz.
Aber es gibt auch offene Jäger, die gerne bereit sind ,Fragen zu beantworten.
Und der Wolf ist auch keine Lösung, da Schwine bereits dichteste Siedlungsräume in Anspruch nehmen und der Wolf icht gerne mit wehrhaften Wildschweinen kämpft.
Der Schweineschwemme geht ein Klimawandel mit zu großer Eichen-und buchenmast und auch massenweise Energiemaispflanzungen voran.

Eine kleine Aufklärung:
Es gibt nicht nur Treibjagden. Das ist ein großer Unterschied von dieser Niederwildjagdart zur derzeit viel häufigeren Drückjagd auf Schalenwild.
Und gerade diese Drückjagden ermöglichen wie eigentlich von den Naturschützern gewollt, in relativ kleinen Zeiträumen möglichst viel Wild zu erlegen und die Beunruhigung im Wald wird dadurch vermindert.
Wie sollen die Jäger nun umgehen, um jedem Anspruch gerecht zu werden????



Aus einer Presseerklärung des deutschen Jagdschutzverbandes:
Keine Jagd ist keine Lösung

Eine klare Absage erteilt der DJV der Forderung von Tierschützern, die Jagd auf Wildschweine ganz einzustellen. „Wo heute 100 Wildschweine leben, sind es im nächsten Jahr 330“, sagte Dr. Bethe. „Ausgehend vom derzeitigen Frühjahrsbestand hätten wir innerhalb von zwei Jahren über drei Millionen Wildschweine.“ Dann setze eine Bestandsregulierung auf natürlichem Wege ein: „Parasiten und Krankheiten befallen die Tiere, Seuchen entstehen“, sagte der Veterinär Dr. Bethe. Besonders gefürchtet ist die Schweinepest, da sie auf Hausschweine übertragen werden kann. Massenkeulungen und ein Export-Verbot für Schweinefleisch wären die verheerenden Folgen. „Das würde es bedeuten, wenn man die Natur sich selbst überlässt“, so Dr. Bethe. „Wollen wir das wirklich?“
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Re: Seid ihr "betroffen"??

Beitrag#27von schnuckened » Montag 20. Januar 2014, 07:03

Im Grunde ist die Misere auch nicht so dramatisch, wie es den effektiven Anschein hat, denke ich. Hier bei uns komme ich ausgezeichnet mit den Jägern aus, haben in der Regel ein offenes Ohr und man hört ihnen auch gerne zu. Der "Feinöhrige" wird auch das Jagdlatein von den glaubhaft wertvollen Aussagen unterscheiden können. Und auch glaube ich, seit diesem EU- Beschluß hat auch die Arroganz im Umgang mit den Flächenbesitzern abgenommen, was allerdings territorial erheblich variieren kann.

Was immer wieder beeindruckt, sind die Zahlen über Wildstrecken und -schäden. Jagd ist ein Markt, das sollte allen bewusst sein und sollte sich auch im Pachtzins wiederspiegeln! Der stammt scheinbar auch noch aus Görings-Zeiten!

Grüße
Ed
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Re: Seid ihr "betroffen"??

Beitrag#28von Claudia » Montag 20. Januar 2014, 07:47

Mais ist auch nicht gleich Mais für so ein Schwein. den Biogasanlagen Mais mögen die nicht.

Sicherlich ist Jagd ein potentieller Markt, aber der muss auch erschlossen werden. Und ein im Naturschutz engangierter Jagdpächter der noch Vollzeit arbeitet, wann soll der sich noch um die Vermarktung kümmern?
ich finde das für meine Region ok mit dem Pachtzins, sind Peanuts, aber ich sehe auch das total viel Naturschutz für Amphibien, Vögel, Fledermäuse, Eulen und Insekten betrieben wird. in einem Aufwand den die üblichen Naturschützer wie Nabu und co noch lange nicht betreiben.

Ich finde sicherlich nicht alles gut, was unter dem Motto Jagd läuft, aber die finden bestimmt auch nicht alles gut was ich tue.
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Re: Seid ihr "betroffen"??

Beitrag#29von Jaegertom » Montag 20. Januar 2014, 10:16

Den Wildschweinen ist es buchstäblich egal, was für eine Sorte Mais das ist.
In der Region Heilbronn wird viel Energiemais angebaut und dort ist seit Bestehen ein immenses Wachstum des Bestandes zu verzeichnen.
Es werden Drückjagden abgehalen und es ist immer ein Erfolg vorhanden.
Dort ist so, dass viele Jäger keine Landwirte sind und sehr viel Wildschaden bezahlt wird. Durch den erhöhten Maisanbau sind sogar im Wirtschaftsraum Heilbronn7Stutgart mit vielen wohlhabenden Pächtern so, dass einige Reviere fast nicht mehr zu verpachten sind.
Es gibt in der Zwischenzeit Pachtverträge mit der Klausel dass nicht mehr Wildschaden bezahlt weren muss wie die Pacht selbst beträgt.
Ohe das wären einige Reviere schon gar nicht mehr verpachtet.
Und weil die Meinung herrscht, ein Pächter allein kann so viele Aufgaben bei Berufstätigkeit nicht mehr wahrnehmen, lasst gesagt sein , dass dieser allein auch nicht ein Revier bewirtschaftet.
Sondern viele Helfer und Gleichgesinnte meistens um sich hat, die eben diese kleinen Arbeiten erledigen.
Auch ich habe bevor ich meine Jagd gepachtet hatte als sozusagen Jagdlehrling viele Jahre diese Dienste verrichtet wie Hochsitze bauen, Wildacker anlegen, Biotoppflege , Biotope anlegen und vieles mehr.
Es gehört auch dazu dass man zu jedr Uhrzeit nachts aufsteht um ein Unfalltier zu erlösen oder nachzusuchen.
Darum bitte nicht alles über einen Kamm scheren.
Es is eine regelrechte Verknüpfung von Geldfluss zu Naturpflege vorhanden.
Darum bitte ich im Zweifel anzufragen und sich mit den Jägern mal einlassen um deren Sichtweise nachzuvollziehen.
Und wenn man Glück hat, ist es ein ganz normaler Mensch wie du und ich.
Leider gibt es noch so eine Riege selbsternannter Herrschaftsjäger.
Aber ich als Jäger gebe mich mit denen nicht ab weil da Hopfen und Malz verloren ist.
Es ist für alle besser, ein Miteinander zu suchen als nur auf Jagdkonfontation zu gehen.
Komischerweise sind die Jäger immer die, die dann die Drecksarbeit wieder erledigen müssen, die Naturschutzorganisationen vermasseln wie Kormoran, Biber, Rabenvögel und Fuchsbejagung bereits durch Einsehen der Veranlassenden selbst nachgewiesen ist.
Aber manchmal halt beinahe zu spät.
Ganz neu die Erkenntnis in BWürtt des Nabu, dass Pelzverarbeitung des Fuchses aus dieser Arbeit doch zu befürworten ist....und die Jagd auf ihn weiterhin sein soll...
Wenn die mal nun nicht was gelernt haben........
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