Warum VIEH? Es gibt doch Gentechnik.

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Warum VIEH? Es gibt doch Gentechnik.

Beitrag#1von watson1966 » Montag 28. Dezember 2009, 01:11

... oder warum Atomkraftwerke, wir haben doch Strom aus der Steckdose?

Zugegeben, etwas provokativ, der Titel. Jedenfalls hier. Aber damit Ihr wisst welch Geistes Kind ich bin und damit mich die Mittelalterfans unter Euch nicht sofort steinigen, verweise ich mal auf meine Vorstellung. Mir geht es an dieser Stelle darum, mal ein paar offene - grundsätzliche - Fragen beantwortet zu bekommen, auf die ich auch bei meinem bisherigen Durchstöbern diverser Threads der VIEH-Seite keine zufriedenstellende Antwort bekam. Vielleicht hilft das nicht nur mir, sondern auch anderen, die hier reinstolpern oder auch nur zufällig hier reingoogeln.

1. Warum soll es denn so wichtig sein, alte oder seltene Nutzpflanzensorten oder Haustierrassen zu erhalten?

Stellen nicht die alten Sorten/Rassen nur Zwischenstufen einer mehr oder weniger langen Entwicklung von Wildpflenzen/Wildtieren zu den heutigen Nutzpflanzen/-tieren dar, die nur deshalb heute vom "Aussterben" bedroht sind, weil sie sich in ihrer Zeit nicht durchgesetzt haben bzw. weil sie heuten von modernen Sorten/Rassen in ihrer Nutzungsfähigkeit übertroffen werden? Den Begriff des Aussterbens stelle ich bewusst in Anführungsstriche. Handelt es sich nicht vielmehr um das Verschwinden einer bestimmten Genkombination wegen des Ersatzes durch eine andere, vielleicht nur geringfügig veränderte, Genkombination? Ist das vielleicht kein Aussterben sondern ein "Weiterentwicklung"?

Klar ist genetische Diversifikation ein Argument, aber bei der unendlichen Vielzahl der genetischen Kombinationsmöglichkeiten kann man doch nicht jede Variante erhalten. Ist es nicht viel wichtiger, die natürlichen Genpoole zu erhalten, als jede Zwischenstufe der Entwicklung? Will sagen: Sollten nicht lieber die natürlichen Ausgangsarten der Haustierdomestikation in ihrer natürlichen Umgebung erhalten werden (also z. B. Mufflon, Auerochse oder Wolf), statt Kopien von allen möglichen Zwischenstufen der Entwicklung, die vielleicht heute aus gutem Grund überholt sind, aufzubewahren? Dann können wir doch - gerade im heutigen Zeitalter - jederzeit auf die ursprünglichen Gene zurückgreifen und diese erneut variieren um züchterische Fehlentwicklungen zu korrigieren. Ich finde das Aussterben der Auerochsen weit dramtischer als das Verschwinden irgendwelcher Rinderrassen, die vielleicht vor 100 Jahren nur einen Bruchteil der Milchleistung heutiger Hochleistungsrassen lieferten.

Bei aller Nachdenklichkeit über die eine oder andere Entwicklung, über Chemie in der Nahrung, über zukünftige Energiekrisen (Thread "Alte Nutztierrassen mittelfristig wieder sehr gefragt ?!") können wir doch nicht das Rad der Entwicklung zurückdrehen. Das Ziel der Selbstversorgung lässt sich doch nur für einige Aussteiger oder Idealisten realisieren. Und das auch nur teilweise (oder wie weit muss man seinen Lebensstandard runterschrauben, damit man alle seine Grundbedürfnisse selbst befriedigen kann?). Ich fürchte mit den alten Rassen und Produktionsmethoden werden wir auch nur die alte Produktivität erreichen. Je weiter wir dabei zurückgehen, desto schwieriger wird die Versorgung der heimischen Bevölkerung werden. Was wäre denn los, wenn jeder Stadtbewohner in Deutschland Selbstversorgung anstreben würden? Von der Weltbevölkerung mal ganz zu schweigen. Während wir uns Gedanken über die Erhaltung alter Rassen oder die Bioproduktion machen, ist 1/6 der Weltbevölkerung am Verhungern. Die wären froh, wenn sie überhaupt was zum Essen hätten, egal ob Bio oder nicht. Wie passt also die Lösung der Probleme einzelner von uns (die ja vielleicht möglich ist) zur Lösung globaler existenzieller Probleme?


2. Was ist denn an der Gentechnik so schlimm?

Die gesamte Evulotion basiert doch darauf, dass sich ursprüngliche Gene durch Mutation irgendwie verändern. Die veränderte Genkombination geht entweder in ihrer Umwelt zugrunde, weil sie keinen Vorteil gegenüber der Ausgangskombination darstellt, oder sie ist vorteilhaft und setzt sich gegenüber der ursprünglichen Genkombination immer mehr durch und verdrängt diese schließlich komplett. Ein ganz normaler Entwicklungsprozess, der sich über Millionen Jahre hingezogen hat.

Worin liegt denn das Problem, wenn man den Entwicklungsprozess der genetsichen Veränderungen etwas beschleunigt, vielleicht sogar zielgerichtet beeinflusst, sofern man die Möglichkeit dazu hat. Früher hat man zufällig auftretende genetische Veränderungen - sofern vorteilhaft erscheinend - bewusst selektiert und nannte das Züchten. Heute kann man vielleicht eine genetische Veränderung planmäßig herbeiführen, aber man macht doch letztlich nichts anderes als die Natur und es wird wieder auf das selbe Ergebnis hinauslaufen: Entweder es setzt sich gegenüber der vorhergehenden Kombination durch oder nicht.

Wenn die auf natürliche Weise induzierte genetische Änderung keine Bedrohung für den Menschen darstellt, warum sollte es denn eine künstlich induzierte tun? Wenn eine Maispflanze genetisch auf Resistent gegen einen Parasiten gezüchtet wird, warum soll dies für die menschliche Ernährung so ein Drama sein? Ist denn der Einsatz von Insektiziden zur Erreichung desselben Zieles völlig problemlos? Das globale Ziel ist klar: Wir können uns nicht von einem Insekt unser Futter wegfressen lassen (siehe oben). Wieso ist der eine Weg besser als der andere? Was wäre, wenn eine Maispflanze auf natürliche Weise eine Resistenz gegen den Zünzler erworben hätte und man diesen Klon selektiert und gezielt vermehrt hätte - dann hieße es Züchtung und nicht Gentechnik, aber wäre das Ergebnis ein anderes? Kann letztlich doch die Gentechnik vielleicht das eine oder andere Problem der Menschheit schneller lösen, als das Bewahren alter Zwischenstufen?

Natürlich kann und wird es auch dabei zu Fehlentwicklungen kommen. Eine davon ist aus meiner Sicht die rechtliche Situation. Ich kann nicht verstehen, warum dem Profit einzelner (im Maisbeispiel "Monsanto" oder wie die heißen) ein Vorrang vor dem Profit der Gesamtheit eingeräumt wird. Eine angemessene Honorierung der geleisteten Arbeit sei zugestanden, darüber hinaus müssen die Ergebnisse natürlicher Prozesse aber der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Es kann kein Patent auf Leben geben! Aber diese Diskussionsrichtung gehört meiner Meinung nach auf eine andere Ebene.


So, das sind erstmal 2 Fragen, von deren qualifizierter Diskussion ich hoffe, dass es mich und vielleicht auch den Einen oder Anderen in seinem Denken und Handeln weiterbringt. Wenn ihr schlagende Argumente oder fertige Antworten habt, bin ich gespannt, sie zu hören.

MfG Thomas
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Beitrag#2von Andreas » Montag 28. Dezember 2009, 16:57

Hallo Thomas,
ich musste zwei mal lesen, um zu erkennen das Du die Fragen wirklich ernst meinst. Auf Deine Fragen will ich eigentlich nicht wirklich antworten. Ich denke auch nicht, dass es Sinn dieses Forums ist jemanden davon zu überzeugen, wie wichtig Diversität oder zu Deutsch Vielfalt ist.

Wenn Du jedoch mit gleichem Maß misst, wirst Du feststellen, das der Mensch auch nur eine Zwischenstufe in seiner eigenen Entwicklung ist. Die Schöpfung hat für die Erde eine möglichst große Vielfalt vorgesehen. Dieses betrifft meiner Ansicht nach nicht nur Wildtiere und Wildflanzen sondern genauso alle Nutztiere und Pflanzen genauso, oder willst Du in Zukunft nur von Wild und Wildpflanzen leben.

Züchterisch oder Genetisch auf Lebewesen einzuwirken, mit dem einzigen Ziel die Gewinne von Konzernen zu steigern, ohne auch nur im geringsten zu schauen, das die meisten Hybridrassen, natürlich gar nicht mehr lebensfähig sind, das betrachte ich als Verbrechen gegen die Schöpfung.

Wenn alle Agrarflächen der Erde wieder kleinbäuerlich bewirtschaftet würden, hätte die Menschheit genug Essen für all, nur die Kapitalisten dieser Welt würden leiden. Die heutigen Nutztiere als Fortschritt zu bezeichnen, empfinde ich als Hohn. Urwälder werden abgeholzt, Menschen hungern, Boden wird zerstört nur um billigen Soja für unsere Hochleistungsrassen zu produzieren. Damit unser Steak immer billiger werden kann. Unser Wohlstand produziert Hunger in der Welt, das ist die Realität, auf unseren Flächen werden sogenannte Energiepflanzen angebaut, und Futter für unsere Tiere wird um die Welt geschifft.

Lieber Thomas, vielleicht kannst Du verstehen, das ich keine lust habe dieses Thema zu diskutieren, aber ganz unkommentiert lassen wollte ich es auch nicht. Ich bin übrigens der Ansicht, das wenn der Mensch nicht bald lernt, etwas sorgsamer mit der Schöpfung umzugehen, das er vom obersten Zuchtmeister, der Natur, als unbrauchbar für das Ganze einfach aus selektiert wird, vielleicht einfach dadurch das er sich selber immer mehr die Lebensgrundlage nimmt.

Allso Hallo,
Nutztierarchen, Diversität, und anagierte Menschen sind wichtig, wenn auch Du dich anagieren magst, bist Du hier sicher richtig, aber einfach ein Stück weit, hier die Arbeit, die hier viele tun in der Form in Frage zu stellen, wie "seit ihr euch eigentlich sicher des das was ihr tut notwendig ist", finde ich nicht alas die Grundlage auf der ich Diskutieren mag.



:smileyvieh: le Grüße


Andreas
Sorry,Rechtschreibung kann ich gaaar nicht,
ich hoffe Ihr versteht trotzdem was ich meine.
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Beitrag#3von klosterbauer » Montag 28. Dezember 2009, 22:22

Ahoi Thomas,

und uff ... ich finde Deine Fragen durchaus gerechtfertigt (nicht im Sinne der "Anzweiflung" anderer. sondern im Sinne der "Selbstfindung"), muss ich sie doch auch daheim des öfteren diskutieren. Nur das sprengt den Online-Rahmen, hier stößt das Netz ein seine Grenzen. Da braucht es sicher
* Kaffee/Tee/Bier oder/und Apfelschorle
* ne Menge Zeit und
* das persönliche Gespräch.

Wenn Du in der Nähe bist, spendiere ich Dir gerne Zeit und bespreche meine Sicht der Dinge mit Dir ... (wobei jeder eine etwas andere Sicht haben kann).

Mit dem Thema Gentechnik setze ich mich ständig auseinander - und klar ist für mich, dass hier auf Kosten der Menschheit Dinge experimentiert werden, die natürlich nicht vorkommen würden. Das Überspringen der Art-Grenzen gibt es üblicherweise in der Natur nicht. Dies, die unkalkullierbaren Folgen, die Unterdrückung von anderen Meinungen und vieles mehr sind Gründe, dagegen zu sein.

Und es mag das eine Kaninchen auch gut schmecken (kommt auf jedermanns Geschmacksnerven an) - aber allein der Blick auf die genetische Breite der normalen Hühner- und Rinderzucht zeigt, wie wichtig der Erhalt der Vielfalt ist (aus meiner Sicht).

Aber wie gesagt - das schaffen wir sicher nicht im Forum. Ich denke aber ganz ehrlich: Wie Du den Wert der alten Apfelsorten erkannt hast, gibt es dies auch bei Rindern, Schafen und Co.

Apfelbäume kann man ruhig verschicken ....

Bis dahin grüßt
Peter
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Beitrag#4von Herwig » Dienstag 29. Dezember 2009, 09:50

Hallo Thomas,
auch ich habe lange überlegt, ob und wie ich antworte. So ein paar Dinge brennen mir allerdings auf der Seele.
Vieles was ich dazu zu sagen hätte steht bereits hier irgendwo im Forum. Du hast aber deutlich gesagt, dass es für dich, als Antwort, nicht befriedigend ist.
Folgendes noch mal vorab zur Gentechnik:
Vor allem, finde ich es tragisch, dass die individuelle Wahlmöglichkeit verloren geht. Nun kann man ja der Einstellung sein, nichts gegen Gentechnik zu haben, nur wenn man anderer Meinung ist gibt es keine Möglichkeit, sich dem Konsum der veränderten Organismen zu entziehen. Vor allem ist aber tragisch, dass es unumkehrbar ist, einmal freigesetzt ist alles zu spät. Es ist eben nicht, wie in der Diskussion um Atomenergie, das ein Ausstieg später möglich wäre.
Der Mais ist nicht resistent gegen Schädlinge, sondern hat ein eingeschleustes Pestizitgen, das macht eben vor keinem Insekt halt. (Schmetterlinge, Bienen etc.,) somit ist die Diversität der Wildtiere dadurch gefährdet.
Es gibt keinerlei Langzeitstudien, die in irgendeiner Form belegen könnten das eingebrachte Gene von Mäusen, Schweinen etc in Pflanzen oder andere, völlig artfremde Tiere, einen nachhaltigen Einfluß auf uns Menschen hat. Das hat mit Umgehung oder Verkürzung der Zucht, herzlich wenig zu tun.

Nun zum Viehzeugs.
Was Futter angeht hat Andreas schon deutlich gemacht, dass es bei den alten Rassen um Veredelung von Futtermitteln ging, die für den menschlichen Genuss nicht so atraktiv sind. Zwischenfrüchte wie Klee, Rückstände aus der Lebensmittelindustrie wie z.B. Raps etc. sollen veredelt werden zu Fleisch oder Milch. Die alten Rassen kommen mit diesem Futter aus, quasi veredeln sie zum großen Teil Abfälle. So war das mal gedacht.
Heute gedeihen Hybridrassen nicht mehr mit solch einem Futter und erleiden einen Mangel. Sie werden mit hochwertigen Substanzen gefüttert und tragen, unter anderem, erheblich dazu bei, das es Hunger in der 3. Welt gibt.
Nicht nur der heutige Seuchendruck zeigt mir ganz deutlich, das wir uns auf einem Weg in die Sackgasse bewegen. Massentierhaltung stößt immer mehr auf Widerstand in der Bevölkerung, die Exkremente der Tiere sind fast nicht mehr zu entsorgen, zerstören Umwelt und belasten Grundwasser, ganz abgesehen vom Leid der Tiere.Auch eine Raolle soielt das Leid bei der Hochleistung. Hast du schon mal das Euter einer Hochleistungskuh gefüllt gesehen ? Die Tiere haben ständig Mastitis, treten beim Aufstehen oft auf ihre Zitzen und reißen sie ab, weil die Monstereuter gar nicht mehr zum Körper passen, diese Tiere empfinden sich sicherlich auch als "Segen für die Menschheit"??
Ob ein Meißner Widder besser schmeckt als ein blauer Wiener weiß ich nicht, ist mir auch völlig wumpe, weil meine Meißner Widder mit dem Abfallgemüse von meinem Biogärtner gedeihen.
Für mich hat das natürlich auch etwas mit Lebensqualität zu tun, gegen diese Strömungen zu rudern
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Beitrag#5von karinenhof » Dienstag 29. Dezember 2009, 10:27

Hier allumfassend zu antworten geht gar nicht.
Ich schreib mal ansatzweise auf, warum wir diesen Weg gewählt haben.

Durch das Mastfutter hat Fleisch keine Möglichkeit sich natürlich zu entwickeln. Es wird künstlich aufgebläht. Wenn ich es dann verwerte, habe ich folgendes manchmal (nicht immer) erlebt:
- unangenehmer Geruch beim Auspacken
- teilweise ekelig beim Braten
- hoher Wasseranteil
- ohne Eigengeschmack

Unsere Schafe brauchen kein Mastfutter. Allerdings dafür länger, um etwas auf die Rippen zu bekommen.
Für mich ist es auch weniger Aufwand. Das Gras suchen sie sich auf der Wiese, Heu haben sie sowieso immer drin und Wasser ist ständig im Angebot. Derzeit schaue ich täglich einmal, ob alles i.O. ist.

Dafür haben wir ein schönes, gesundes und wohlschmeckendes Fleisch auf dem Teller.

Ist das nicht auch der Grund, warum Du immer mehr Selbstversorger bist?

Wir kommen mit sehr viel weniger Fleisch inzwischen aus. Dafür lieber mehr Qualität und keine Gentechnik.
Um das zu erreichen brauche ich robuste Rassen. Egal ob Schaf, Kaninchen oder Schwein. Die sind natürlich gesund und brauchen nicht "gesund" gespritzt werden. Gerne verzichte ich auf Chemie und warte etwas länger od. habe weniger Schlachtgewicht.

Es verhält sich bei den Tieren, wie bei alten Gemüse od. Obstsorten. Aber das hat schon einer hier geschrieben.

Och, ich könnte noch ewig weiterschreiben.

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Beitrag#6von Januschka » Samstag 2. Januar 2010, 14:55

*grinst*

Eigentlich sind Deine Fragen ganz einfach zu beantworten:



1. Warum soll es denn so wichtig sein, alte oder seltene Nutzpflanzensorten oder Haustierrassen zu erhalten?
*Schultern zuckt*
Vielleicht ist es nciht sooo wichtig, aber
es macht Freude
es schadet nicht
und es ist eine weitere Option - und davon gibt es selten genug.

Gegenfrage: Warum störst Du Dich an solchen Initiativen? Kosten sie Dich was?

(Würgt bei entsprechender Laune und mit freundlichem Zwinkern vorgetragen jede weitere unkonstruktive Debatte ab)



2. Was ist denn an der Gentechnik so schlimm?
Sie ist wie Pandoras Box, nicht wahr?
Wenn wir wüßten was wir da tun, wär das ja ok. Aber der Mensch ist im überblicken komplexer kybernatischer Systeme nicht besonders gut, schon gar nciht in langen zeitlichen Perspektiven.. das ist nciht gut.
Und hej, wenn ein Biobauer von Monsanto verklagt wird, weil sein Mais Monsanto-petentierte Gene auffweist die sich mit dem Wind verbreiten - dann denke ich, daß wir ein Problem mit Kontrollierbarkeit haben. Und mit Machtverteilung. Halte ich für etwas, was noch zu regeln wäre, ehe es aus der Box gelassen wird.


Erklärung:

Ich habe im Großen und Ganzen aufgehört, solceh Fragen eingehend zu diskutieren. Zum einen hat mein Lebensumfeld akzeptiert, daß ich gewisse Dinge anders lebe als die Mehrheit und hat eingesehen, daß ich da nicht 'bekehrbar' bin. Zum anderen habe ich die Idee aufgegeben, Andere bekehren oder überzeugen zu wollen. Das Unwohlsein, mit dem eine Richtungsänderung im eigenen Leben einhergeht und die Informationen mit denen ein Richtungswechsel argumentativ unterfüttert werden kann, sind weit verbreitet.
Da geht es nciht um nicht wissen können sondern um nicht wissen wollen. Um nichts tun wollen, sich ohnmächtig und schwach fühlen. Und da hilft ja nur eines: Vorbilder. Leute die mit Genuß etwas umsetzen, was andere für undurchführbar halten. Beispiele, die Alternativen zeigen und klar machen, daß kleine Veränderungen Freude machen und große Wirkung haben.. und ehrlich, ich habe den Eindruck, wer einmal 'das ökonomische und weltanschauliche System' als solches angekratzt und in Frage gestellt hat, ist auf Dauer verloren. Das wird mit der Zeit nur immer schlimmer. Weil die Angst vor dem Abweichen abnimmt und mensch feststellt - ja, es gibt noch mehr, ich bin nicht allein.
Also: Keine Rechtfertigungen. Machen. Lachen. Gut essen. Kooperativ sein, den Gegenentwurf beleben. Nicht ist so kraftvoll wie Lachen.

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Beitrag#7von alfredo » Sonntag 3. Januar 2010, 19:55

Hallo Thomas,
in meinem Beitrag "Alte Nutztierrassen mittelfristig wieder sehr gefragt" will ich nicht und niemanden ermutigen das Rad der
Geschichte zurück zu drehen. Ich versuche nur ein ganz klein wenig aus dem geschichlichen Zeitraum, den wir heute ganz gut
überblicken und einschätzen können, den letzten 4000 Jahren, zu lernen.
Ohne näher auf die einzelnen Hochkulturen einzugehen - meinten doch alle, ihr "Paradies" würde ewig bestehen.

Die Geschichte gleicht aber einer Sinus-Funktion. Ob wir es wahr haben wollen oder nicht: Auch das kapitalistische Wirtschaftsystem
fährt gegen die Wand, da helfen keine EU- und Weltkrisengipfel. Die Ausbeutung der Erde auf der einen Seite und die Marktsättigung
auf der anderen verlangen ganz andere Wege als die meisten Menschen bereit sind zu gehen.

Da ich mich im Speziellen nur meinen Vorrednern anschließen kann aber auch kein weiteres Rechtfertigungsinteresse verfolge
wünsche ich Dir abschließend ein gückliches 2010.

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Re: Warum VIEH? Es gibt doch Gentechnik.

Beitrag#8von Angelika » Dienstag 5. Januar 2010, 13:45

Es ist ja nichts mehr nötig zu sagen, aber: warum 1. und warum 2. ..? : Bauchgefuehl, ganz einfach.

watson1966 hat geschrieben:1. Warum soll es denn so wichtig sein, alte oder seltene Nutzpflanzensorten oder Haustierrassen zu erhalten?

Stellen nicht die alten Sorten/Rassen nur Zwischenstufen einer mehr oder weniger langen Entwicklung von Wildpflenzen/Wildtieren zu den heutigen Nutzpflanzen/-tieren dar, die nur deshalb heute vom "Aussterben" bedroht sind, weil sie sich in ihrer Zeit nicht durchgesetzt haben bzw. weil sie heuten von modernen Sorten/Rassen in ihrer Nutzungsfähigkeit übertroffen werden?

2. Was ist denn an der Gentechnik so schlimm?

Die gesamte Evulotion basiert doch darauf, dass sich ursprüngliche Gene durch Mutation irgendwie verändern. Die veränderte Genkombination geht entweder in ihrer Umwelt zugrunde, weil sie keinen Vorteil gegenüber der Ausgangskombination darstellt, oder sie ist vorteilhaft und setzt sich gegenüber der ursprünglichen Genkombination immer mehr durch und verdrängt diese schließlich komplett. Ein ganz normaler Entwicklungsprozess, der sich über Millionen Jahre hingezogen hat.
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1. Die modernen Rassen uebertreffen die alten nicht in ihrer Nutzungsfähigkeit. Sie wachsen schneller, geben mehr Milch -aber brauchen auch VIEL mehr Kraftfutter -Getreide, Fischmehl -Nahrungsmittel die Menschen essen könnten.
Urspruenglich wandelten Kuehe, Schafe, Ziegen, Kaninchen Gras (das Menschen nicht essen können) in Fleisch (essbar) um. Nun bekommen sie ueberwiegend Nahrungsmittel die Menschen selbst essen könnten.
Und damit uebertreffen sie die alten Rassen ? Damit das sie Nahrungsmittelkonkurrenten des Menschen geworden sind..?
Was eigentlich nur Schweine schon immer waren.

2. Evolution/Mutation und Gentechnik ist ja nun wirklich nicht das Gleiche -und der prozess bei Gentechnik zieht sich nicht ueber Millionen Jahre hin..
Und ich bin halt rein gefuehlsmässig dagegen, und kann auch nicht vom Gegenteil ueberzeugt werden. :mrgreen:

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Beitrag#9von Herwig » Mittwoch 6. Januar 2010, 10:03

Liebe Angelika,

ich teile Deine Ansicht über Schweine nicht. Schweine sind nicht mehr oder weniger Nahrungskonkurrenten des Menschen.

Nur weil Schweine auch Kartoffeln oder Getreide fressen stimmt das nicht. Sonst wären deine Kaninchen auch Nahrungskonkurrenten, denn sie fressen Möhren, Getreide, Kartoffeln etc.

Schweine wurden früher ursprünglich einfach in den Wälder gehütet und ernährten sich von Bucheckern, Eicheln, Käfern und Wurzeln.

Heute sind die Tiere unerlässlich für den echten Selbstversorgen, sofern er nicht Vegetarier ist. Schweine veredeln deinen "Hausmüll" und die Brennessel vom Wegrand, Unkraut aus dem Garten, Kartoffelschalen, Fallobst, Eicheln, Heu das Schaf und Pferd liegen lassen etc etc.

Ich wüsste gar nicht mehr, was ich mit all den Dingen anfangen sollte, wenn ich kein Schwein hätte.

Bei richtiger Haltung gräbt es dir dein Land um, vertilgt dort die Engerlinge und andere Schädlinge, beseitigt Quecken und grast Brachen ab.
Zudem liefert es Speck, Fleich, Leder und Borsten.

Schweine sind also alles andere als Konkurrenten des Menschen, sondern vielmehr echte Helfer und Nahrungslieferanten.

Das gilt allerdings nur für den kleinbäuerliche Haltung und nicht für intensiv Mastställe.
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Beitrag#10von Angelika » Freitag 8. Januar 2010, 10:31

Hallo Herwig,

autsch, da habe ich mich ja gar nicht richtig informiert... :oops:

Aber genau das (mit den Nahrungsmittelkonkurrenten) habe ich damals in der Schule (ewig her) schon gelernt. Allerdings galt das fuer Massenhaltung wo die Schweine hauptsächlich Getreide und Fischmehl bekommen -während Fleischkuehe doch noch oft auf Wiesen gehen.

Das ein Hausschwein Sinn macht ist mir auch klar -meine Mutter erzählte davon dass sie zuhause jedes Jahr einen "Emil" im Stall neben dem Plumpsklo hatten (mit dem konnte man dann klönen während man da sass...) und der bekam den Inhalt der sogenannten "Drangtonne" -Kuechenabfälle.

Und ich habe nur kein Schwein weil ich nicht richtig weiss wie ich denn das schlachten sollte (die sind ja so gross und schwer) -Kaninchen, Huehner, 3-monats-Zicklein sind ja kein Problem...

Meine Kaninchen bekommen im Sommer nur mit der Sense geschlagenes Gras und Zweige -die Muetter etwas Körner wenn sie junge haben, rohe Gemuesegartenabfälle.
Die Zuchtiere bekommen im Winter etwas Getreide (bei minusgraden) und Äpfel und Möhren -aber ueberwiegend Heu.
Ich empfinde sie also nicht als Konkurrenten.

Aber ich habe nichts gegen Schweine, wirklich nicht, und es ist wirklich faszinierend wie die ein Stueck Land umgraben können.

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Beitrag#11von Januschka » Freitag 8. Januar 2010, 11:18

Also ein Schwein statt des alten Traktors, der meist nicht will, wenn er sollte.. das hätte was.

Bild


Aber wie macht ihr das, dasß ihr so viel Haushaltsabfälle habt? Hunde, Katzen, Hühner, Kaninchen.. schwups ist alles weg. Die wenigen Gemüsereste freuen den Komposter, der sich sonst nur von Knochen und Fell nähren müßte..

Januschka,
sich ganz arm fühlend
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Beitrag#12von klosterbauer » Freitag 8. Januar 2010, 14:27

Hallo in die Runde

Watson1966 als Initiator des Threads ist abgetaucht .... Meld dich doch mal.

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Beitrag#13von Herwig » Freitag 8. Januar 2010, 19:36

@Angelika: Neeeee, ich wollte ja kein böses Blut machen, sehe das eben nur anders...

@Januschka und Angelika:
Schweine vertilgen fast alles bei uns, sogar die Knochen von den Brathähnchen, alte Honigwaben mit Wachsmotte, die Rückstände beim Einschmelzen , Trester aus unserer Hausmosterei, Rückstände aus der Ölpresse, Knickeier, die "Reste" aus der Brutmaschiene etc.

Und eben alles was am Wegrand wächst oder was andere Tiere nicht wollen (z.B. Ampfer)

Den Rest aus der Raufe der Pferde etc. etc etc

Wir haben gar kein Komposter, weil bei uns die Schweine den Kompost zu Dung veredeln.

Schweine graben ein Land noch viel besser um als ein Pflug, weil sie gleichzeitig das Unkraut fressen und die Schädlinge iwe Wühlratten, Mäuse, Schnecken oder Engerlinge...
@Peter:
Ja das hatten wir ja schon öfter hier, es sind schon so einige gekommen und gegangen.
Vielleicht ist ihm einfach etwas dazwischengekommen. Fände es schon seltsam, so ein Thema, so ausholend aufzugreifen und dann ins Nirvana zu verschwinden...
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Beitrag#14von klosterbauer » Samstag 9. Januar 2010, 12:45

Ahoi Herwig

ich wollts ja nur mal wissen, ob watson zuhört/liest ...

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Beitrag#15von Herwig » Samstag 9. Januar 2010, 16:53

Ich habe gerade mal nachgeschaut, er ist am 28.12. zuletzt im Forum gewesen...
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Beitrag#16von klosterbauer » Sonntag 10. Januar 2010, 12:42

na, dann beenden wir das Thema doch einfach ...

Es grüßt aus dem Bergischen
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