Offener Brief an Landwirtschaftsministerium

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Offener Brief an Landwirtschaftsministerium

Beitrag#1von Herwig » Mittwoch 18. Februar 2009, 09:32

Vor einiger Zeit hat Armin einen offenen Brief an das Landwirtschaftsministerium in NRW verfasst.
Diesen Brief haben wir nun als offenen Brief an Verbände und Vereine geschickt und um Mitunterzeichnung zu bitten. Wir wollen als breites Bündnis erhöhten Druck ausüben um zu verhindern, das andere Landesministerien diesem Beispiel folgen.
Individuelle Einzelaktionen halte ich für kontraproduktiv, weil Behörden dazu neigen unangenehme Schreiben nur zur Kenntnis zu nehmen wenn eine große Masse dahinter steht.
Einige haben dieses Schreiben bereits mitgezeichnet, die Unterstützer werde ich hier immer auflisten. (obwohl man wohl eher jene listen müsste die das nicht für nötig halten!)



[size=9]Ihr Zeichen/Ihre Nachricht vom Unser Zeichen Durchwahl, Sachbearbeiter Datum[/size]
HzB 05074-92114 A.Reinartz 08. Feb. 2009
Betreff:


Maßnahmen zur Bekämpfung der Schweinepest in der Region Bergisches Land und in den angrenzenden Regionen


Sehr geehrter Herr Minister Uhlenberg,


nach dem Auftreten von Fällen der Schweinepest in den Kreisen Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis und Rhein-Sieg-Kreis wurde im Rahmen einer Zusammenkunft mit Vertretern der Veterinärämter, der Jägerschaft und der Landwirtschaft am 02. Februar 2009 in Ihrem Hause die weitere Vorgehensweise bei der Eindämmung der Seuche abgestimmt. Über die Ergebnisse dieses Treffens berichtet der Oberbergische Kreis in einer Pressemitteilung vom 04. Februar 2009. Darin wir der zuständige Dezernent für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, Dr. Christian Dickschen, mit den Worten zitiert:


Ziel des Ministeriums ist es, für die Zeit, in der wir als ,gefährdeter Bezirk’ gelten, die kleinen Schweinehaltungen aufzulösen“


Zu dieser Absichtserklärung, bitten wir und die Mitunterzeichner dringend um nähere Erläuterungen. Es kann nicht sein, dass bäuerliche Kleinbetriebe so einfach unter den Generalverdacht der Verbreitung von Tierseuchen gestellt werden!


In der betroffenen Region sind eine Vielzahl kleinbäuerlicher Betriebe beheimatet und tätig, die sich unter anderem mit der Haltung und Zucht von Schweinen beschäftigen und ihre Produkte regional erfolgreich vermarkten. Diese Betriebe beliefern ihre lokalen und regionalen Märkte mit Nieschenprodukten für kritische Verbraucher, die Erzeugnisse aus industrieller Massentierhaltung ablehnen.


Aus dem Gebiet der jetzt verfügten Überwachung- und Gefahrenbezirke beschäftigen sich allein sechs Nutztier-Archen der Initiative VIEH (Vielfältige Initiative zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) und drei Arche-Höfe der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.) sowie andere engagierte Zuchtbetriebe mit der Erhaltungszucht mehrerer vom Aussterben bedrohter Hausschweinerassen.


Diese Erhaltungszucht wird mit Fördermitteln der EU und Ihres Ministeriums gezielt unterstützt.


Die „Auflösung kleiner Schweinehaltungen“ insbesondere durch Schlachtung wird schwerwiegende Verluste von gesunden und robusten Zuchttieren der Rassen Buntes Bentheimer Schwein, Angler Sattelschwein, Husumer Schwein, Schwäbisch Hällisches Schwein, Turopolje, Sortbroget und Mangalitza/Wollschwein mit unabsehbaren Folgen für die Weiterzucht dieser Rassen verursachen.


Nicht ohne Grund sehen die Verbände des ökologischen Landbaus vor dem Hintergrund einer artgerechten Tierhaltung und mit Blick auf die Qualität der erzeugten Produkte ausdrücklich mindestens eine Auslaufhaltung für Schweine vor. Eine überzogene mehrjährige Aufstallungspflicht wirkt auch für diese Betriebe existenzbedrohend.


Wir sind der Meinung, dass die Einhaltung der Bestimmungen der Schweinepest-Verordnung, der Schweinehaltungs-Hygiene-Verordnung sowie der Viehverkehrsverordnung völlig ausreichend ist, um eine Ausbreitung der Schweinepest auf den Hausschweinebestand wirkungsvoll zu verhindern. Wir möchten deutlich darauf hinweisen, dass unserer Auffassung nach die Gefahr des Ausbruchs und der Verbreitung von Tierseuchen in industriellen Massentierhaltungen erheblich größer ist, als in regional ausgerichteten Kleinbetrieben, da letztere eine artgerechte Tierhaltung praktizieren und auf Viehtransporte weitgehend verzichten.


Darüber hinaus ist zu bedenken, dass zur Zeit die Gefährdungs- und Überwachungsbezirke noch immer ausgedehnt werden. Die Tierseuche ist damit noch lange nicht eingedämmt. Es besteht daher die Gefahr, dass landesweit eine zunehmende Zahl schweinehaltender Kleinbetriebe von den „Auflösungs“-Maßnahmen betroffen sein werden. Sollten die zuständigen Ministerien anderer Bundesländer dem Beispiel Nordrhein-Westfalens folgen, wäre die Agrobiodiversität im Bereich der Schweinezucht und die Versorgung der Verbraucher mit hoch­wertigen Nahrungsmitteln aus handwerklicher Herstellung akut bedroht, wenn nicht sogar hinfällig.


Wir sind uns sicher, dass diese Gesichtspunkte bei der Wahl der jeweils verhältnismäßigen veterinärbehördlichen Maßnahmen berücksichtigt werden können und müssen. Wir halten dies auch für eine günstige Gelegenheit, einen Antrag der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag aus dem Jahre 2004 wieder aufzugreifen, den Sie, Herr Minister, zusammen mit dem heutigen Ministerpräsidenten, Herrn Dr. Jürgen Rüttgers, unterzeichnet haben. Darin war die Bekämpfung der Schweinepest mit Hilfe sogenannter „Marker-Impfstoffe“ vorgesehen (Landtags-Drucksache Nr. 13/4885 vom 14. Januar 2004). In jedem Fall sind für die klein bäuerlichen Schweinehaltungen jetzt schnelle Lösungen gefragt, die nicht mit deren Vernichtung einhergehen.


Es wäre in diesem Zusammenhang sehr zu begrüßen, wenn hierbei von allen Veterinärbehörden landesweit die gleichen Maßstäbe angelegt würden.


Für Ihre diesbezüglichen klärenden Ausführungen zu dieser Problematik dürfen wir uns bereits vorab herzlich bedanken.
Dieses Schreiben geht als „offener Brief“ an Fachpresse und Vertreter von Zucht- und Verbraucherorganisationen.


Mit freundlichen Grüßen


Herwig zum Berge
Vielfältige Initiative zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen (VIEH)
zum Schießstand 3
29690 Suderbruch
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Beitrag#2von klosterbauer » Mittwoch 18. Februar 2009, 10:18

Lieber Herwig,

wie ich Dir bereits per Mail schrieb, begrüßen auch wir - Naturpark Bergische Land mit der Kampagne "Vielfalt lebt" - diese Aktivität. Ich schrieb Dir aber auch, dass wir selbst brieflich und auf vielen anderen Wegen aktiv sind. Insofern denke ich nicht, dass es eine Negativliste derer gibt, die nicht mit unter diesem Brief stehen. In unserem Fall kann ich nur sagen, wir sind auf den verschiedensten Ebenen seit zwei Wochen aktiv und halten es für sinnvoll, wenn sich viele versch. Organisationen auch eigenständig (!)äußern.... Was wir tun. Was VIEH tut. Und was gut so ist. Spannender ist eher, welche Verbände und Gruppierungen gar nichts tun - um die geht es dann wohl eher als um die, die nicht unterzeichnen, aber selbstständig an vielen Rädern drehen ... Wenn wir da anderer Meinung sind, mag das sein. Ich halte es für einen Unterschied, ob sich zig Einzelpersonen melden (das wird eher weggesteckt und ignoriert), oder wenn es stärkere Institutionen wie eben auch der Naturpark in meinem Falle sind!

In diesem Sinne hofft auf vielfältige Aktivitäten

Peter Schmidt
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Beitrag#3von Herwig » Mittwoch 18. Februar 2009, 10:23

Mitunterzeichner:



VIEH (Vielfältige Initiative zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen)
Vertreten durch: Herwig zum Berge, Projektleiter


Demeter e. V.
Vertreten durch: Stephan Illi


Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

Vertreten durch: Steffen Reese


GENUVI
Gesellschaft für Internationale Nutztierrassen-Vielfalt in Deutschland e.V.
Vertreten durch: Dr. Jürgen Güntherschulze 1. Vorsitzender



Schweinefreunde e.V.

Vertreten durch: Sabine Duda 1. Vorsitzende


Zoo & FarmPark Consult
Vertreten durch:
Dr.Jürgen Güntherschulze



Förderverein Angler Sattelschwein e.V.
Vertreten durch: Heiner Iversen 1. Vorsitzender





Menschen für Schweine e.V.
Vertreten durch: Elke Striowski, 1. Vorsitzende




Haustierpark Lelkendorf, Zuchtzentrum für seltene Haus- und Nutztierrassen
Vertreten durch: Dr. Jürgen Güntherschulze, Direktor


Ommerhof, GEH Arche Hof
Vertreten durch: Conny Kellinghusen, Betreiberin
Zuletzt geändert von Herwig am Mittwoch 18. Februar 2009, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag#4von klosterbauer » Mittwoch 18. Februar 2009, 10:33

Ahoi

kann man auch als Privatperson?? - Ich seh gerade die Conny vom Ommerhof? - Ich dann auch!

grüßend Peter aus Gummersbach
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Beitrag#5von Herwig » Mittwoch 18. Februar 2009, 10:33

Solltet ihr weiterhin in eigenen Verbänden oder Vereinen sein und sie zum Mitunterzeichnen bewegen könntet, habt ihr bis Sonntag Zeit.

Lieber Peter,

leider schließt das Eine das Andere nicht aus.
Was jeder macht außerhalb dieses offiziellen Schreibens ist "seine" Sache. Aber gemeinsam an einem Strang ziehen, die Andere. Wir haben auch schon weitere eigene Anfragen gesendet, sowie einige der Unterzeichner auch bereits selbst aktiv waren und sind. Aber eine gemeinsame Aktion tut auch der immer gern angeführten Vernetzung gut und erzeugt mehr Druck.


Damit dieses Thema hier nicht zerredet wird und damit der Aktionismus verloren geht, schließe ich das Thema!!
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Beitrag#6von Herwig » Donnerstag 19. Februar 2009, 09:21

weitere neue Mitzeichner:

bergisch pur – die Qualitätsmarke aus dem Bergischen Land
Vertreten durch:
Für den Beirat: Frank Herhaus
Geschäftsführung: Volker Dannenberg
Für den Vorstand: Peter Schmidt

Arche Gruppe Bergisch Land e.V.
Vertreten durch: Thomas Schumacher (1.Vorsitzender),
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Beitrag#7von Herwig » Donnerstag 19. Februar 2009, 20:54

weiterer Mitunterzeichner:

PROVIEH – VgtM e.V
Vertreten durch: [COLOR=#4f81bd]Prof. Dr. Sievert Lorenzen, 1. Vorsitzender[/COLOR]
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Beitrag#8von Herwig » Montag 23. Februar 2009, 19:21

Die Aktion ist abgeschlossen, dh der Brief geht morgen früh auf seinen Weg zum Landwirtschaftsminister.

Ich danke allen Mitunterzeichnern herzlich.

Aber... es geht noch weiter.

Donnerstag geht der Brief an die Presse.


Vermutlich ab Freitag wird eine Unterschriftenliste auf unserer Seite installiert, die jede Einzelperson digital unterzeichnen kann!!!

Begleitend zu unserer Aktion wird ProVIEH eine weitere Aktion starten und im Verlauf dessen auf unseren Brief und Unterschriftensammlung verweisen.

Vielfalt lebt wird unseren Brief verwenden.

Der Ommerhof wird unseren Brief ebenfalls verwenden.

Allen Homepagebetreibern erlauben wir hiermit ausdrücklich den Brief, mit den Unterzeichnern auf ihrer Homepage zu veröffentlichen, wenn ein Link zur Unterschriftensammlung angebracht wird.

Jetzt gilt es weiterhin zusammenzustehn und sich solidarisch zu erklären, egal ob man nun Schweine hält oder nicht.
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Beitrag#9von Herwig » Mittwoch 25. Februar 2009, 15:34

Unterschriftenliste!!!

Ab heute kann jeder Mensch gegen die Auflösung kleiner Schweinebestände unterschreiben. Sogar digital.
Also unsere herzliche Bitte:

Unterstütz die Unterschriftensammlung, am besten sofort, eine Unterschrift pro Person durch Angeba von Namen und Wohnort und emailadresse (email wird nicht veröffentlicht, verhindert aber Doppeleinträge)
Bitte gebt diese Information weiter, fordert alle Bekannten auf zu unterzeichnen, schreibt an an Zuchtkollegen/innen, Tierärzte, Fleischkäufer, Bioverbände, Zuchtverbände etc etc.
Helft mit, das Desaster zu verhindern.

Hier signieren:
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Beitrag#10von Herwig » Donnerstag 26. Februar 2009, 10:19

Die ersten 100 Unterschriften sind geleistet.
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Beitrag#11von Herwig » Freitag 27. Februar 2009, 15:21

200 Unterschriften sind voll.

Ein weiterer Kampangnenpartner:

Tier & Mensch e.V.
Vertreten ducrch Eugen Szuwalski
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Beitrag#12von mangalitza » Montag 2. März 2009, 14:06

1000 Unterschriften sind voll!!!
Michael
Nutztier-Arche Kastanienhof (Hof Nr. 56)
www.nutztier-arche-kastanienhof.de
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Beitrag#13von Herwig » Mittwoch 4. März 2009, 15:05

Slow Food Deutschland e.V. ist Kampangnenpartner von VIEH.

Der erste Vorsitzende Otto Geisel wird heute eine Pressekonferenz einberufen und zunter anderem auch auf unsere gemeinsamen Forderungen hinweisen.

Mit Slow food konnten wir einen starken Partner dazugewinnen.
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