Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

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Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#1von steinadlerehemann » Sonntag 14. April 2013, 09:51

Hallo Ihr Lieben,
ich wüßte gerne, ob Ihr darin schon ein bißchen mehr Erfahrung habt. Wäre also eine Frage an die Schäfer.
Ich habe jedoch keine große Herde, das vorweg.
Ich halte Wensleydaleschafe.
Meine erste Dame hat abgelammt am 15.3. Einling. Sie hatte absolut keine Milch. Der TA hat keine Ursache dafür gefunden.
Nun ist es so weit, und es hat Coxi - der TA gab ein Breitbandantibiotikum - heute ist der 3. Tag wo ich spritze. Zwei weitere Tage wird noch gespritzt.
Nun meine Frage - wie handhabt Ihr es mit der Flaschengabe - Zwang oder nicht Zwang.
Und wieviel pro Mal und wie oft würdet ihr geben, wenn er nicht so richtig will der Bursche? Ich gebe Lämmermilch (Pulver).
Laut Herstellerangaben müßte er eigentlich für sein Alter 2 l bekommen. Wenn ich es überhaupt schaffe, sind es max. 1200ml pro Tag in mehreren Dosen.
Der TA hatte festgestellt am Freitag, dass keine Pansenbewegung mehr war, ich aber noch rechtzeitig zu ihm gekommen bin.

Der zweite Fall:
Wensleydale-Aue mit Zwillingen abgelammt am 2.4.
Diese Aue hatte anfangs hohes Fieber, so dass sie keine Milch gab, und die Zwillinge wohl nuckelten, aber nicht ausreichend Milch hatten. Daher Zufütterung von Lämmermilch wie s.o. Die Aue wurde vom TA behandelt und brauchte fast 10 Tage, bis die Milch so langsam kam, zwar noch nicht ausreichend bis jetzt, aber es geht langsam an.
Aufgrund der Zufütterung lt. Herstellerangaben der Lämmermilch bekamen sie 6x pro Tag 200ml.
Nun ist es seit gestern so, dass plötzlich eines der Lämmer statt 200ml nur noch 120ml säuft. Keine Temp.
Ich hege den Verdacht, dass es auch Coxi sein könnte. Kann ich das Coximittel hier schon vorbeugend einsetzen, was würdet Ihr machen?
Bedenkt, ich kann nicht mehr hören, und kann daher auch keine Bauchgeräusche wahrnehmen, ein Blähbauch ist noch nicht vorhanden.

So ganz liebe Grüße und Euch einen schönen Sonntag noch
Christiane
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Re: Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#2von Uwe » Sonntag 14. April 2013, 12:51

Hallo Christiane,
ich versuche einmal aus meiner geringen Erfahrung zur Aufzucht von Flaschenlämmern beizutragen.
Vorweg: Von Krankheiten habe ich keine Ahnung, das weiß mein Tierarzt ...
GANZ wichtig ist, das die Lämmer am ersten Tag "Biestmilch" (Colostrum?) in ausreichender Menge (je nach Größe) aufnehmen. Bei meinen Schnucken geht es bei ca. 100ml los, nur am ersten Tag! Das ist der Startschuss ins Leben. Sollte keine vom Muttertier oder einer anderen zur Verfügung stehen geht es auch gut mit Biestmilch einer Kuh. Die meisten Milchbauern haben Reserven eingefroren.
Ansonsten halte ich mich an die Fütterungsempfehlungen bei Menge und Fütterungen/Tag. Lieber etwas weniger pro Mahlzeit, dafür aber ruhig öfter. Zudem rühre ich das Pulver in den ersten Wochen mit Fencheltee an, hat sich bestens bewährt. Hilft ja auch bei Kindern gegen Bauchkneifen ...
Der Start fällt oft etwas schwer, die nehmen den Nuckel nicht gerne an - müssen sie aber. Mit sanfter Gewalt klappt das dann problemlos bei der dritten oder vierten Flasche. Anschliessend kommen die Dir dann schon munter entgegen ...
Wenn die einmal weniger aufnehmen ist das auch nicht weiter schlimm; vielleicht konnten die bei der Mutter andocken - oder haben noch genug von der letzten Fütterung. Blos nicht überfüttern!

Derzeit habe ich nur vier Lämmer an der Flasche: Zwei Pflegefälle (Suffolk) und zwei eigene (Moorschnucken, bei der Mutter) die ich vorsichtshalber zu füttere da die Mutter wohl keine Milch hat. Alle haben Biestmilch von einer Kuh bekommen und gedeihen prächtig!

In Spitzenzeiten hatte ich 21 (!) Flaschenlämmer - und alle durch bekommen!

Helfen Dir diese kargen Infos? Hier sind aber sicher noch richtige Schäfer ...

PS: Die Schnucken (erste Woche) bekommen 6 x 150ml; wird dann weniger an Fütterungen - dafür steigt die Menge vorsichtig an. Die Suffolkrabauken (6te Woche) bekommen 3 x täglich ca. 300 - 350ml.
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
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Re: Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#3von schnuckened » Sonntag 14. April 2013, 18:37

also zumindest war es bei meinen bisherigen flaschenlämmern (4) so, dass sie von der gebotenen menge nie genug bekamen. das einzige mal war, als ich ein sehr schwaches lamm päppelte und es sich an die flasche gewöhnen musste. aber selbst als dieses fit war, hätte ich gerne mehr geben können, habe es mir aber nie getraut. seit vorigem jahr weiß ich, ich hätte ruhig mehr geben können, das ist aber nicht die antwort auf deine frage. hier denke ich, dass du das dem tierarzt mitteilen solltest und er was gibt, was den appetit anregt oder das allgemeinbefinden verbessert. kann aber auch sein, dass dieses lamm anatomisch so aufgestellt ist, dass es ein kümmerling bleiben wird. aber dass sie anfangen weniger lämmermilch zu saufen ist nicht normal!

grüße

ed
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Re: Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#4von steinadlerehemann » Sonntag 14. April 2013, 22:30

Hallo Ihr Beiden,
es ist lieb, dass Ihr mir von Euren Erfahrungen berichtet habt. Aber sorry - das habe ich nicht gefragt.
Denn das wußte ich ja schon.
Ich habe ja genau geschildert, was ich wissen wollte. Da alles andere mir schon bekannt ist - trotzdem vielen Dank nochmals.
Wer bitte also genau weiß, was ich gefragt habe, da würd ich mich sehr freuen, wenn ich darauf Antwort bekäme.
Denn ich hatte bis dato noch nie solch Fall gehabt. Und das quasi gleich zweimal.
Bis dato habe ich jetzt bei dem älteren Lamm Zwang angewendet, damit es genug Milch bekommt.
Bei dem jüngeren der Zwillinge lockert sich die Situation allmählich, er fängt an, besser Milch zu saugen.
Ich hatte noch nie ein Lamm, das eigentlich so saugschwach ist. Aber Traubenzucker wirkt wohl Wunder.

Euch Beiden trotz allem lieben Dank für die Antwort. Bei Schafen lernt man nie aus - auch nach 10jähriger Erfahrung nicht (die ich habe).
Und Uwe - Respekt - 21 Lämmer ist ne Mordsarbeit - wann schläfste eigentlich dann??? Oder nimmste die gleich mit ins Bad zu Dir nach Hause? Und ich dachte, ich sei nur verrückt - tststs.......
LG
Christiane

p.s. der Ta hält nur was von der Regel 10% vom Körpergewicht ist der Milchbedarf - wenn man dann die Tabellen zugrundelegt, die so kursieren egal Schafforum oder Tabelle von der Lämmermilch-Zubereitung - haut das wohl nicht so richtig hin - also Gefühlssache - ist meine Meinung
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Re: Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#5von Alex » Sonntag 14. April 2013, 22:55

Was meinst du mit Coxi?

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Re: Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#6von Dine » Montag 15. April 2013, 12:29

Coccidien?

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Re: Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#7von schnuckened » Montag 15. April 2013, 14:11

im grunde müsste man die frage nach den kokzidien (so es eine ist) von der der zu geringen milchaufnahme trennen, denn wenn der schlechte ernährungsverlauf mit dem allgemeinen gesundheitszustand zu tun hätte, dann hätte der tierarzt bereits etwas bemerken müssen. auf keinen fall ist vorbeugend gegen kokzidien etwas zu unternehmen, denn diese kommen regelmäßig bei schafen vor und stellen in der regel keine gefahr da, jedoch bei übertriebener vorsorge und sich einstellenden resistenzen schon.
besteht nun aber der anfangsverdacht bei den lämmern ist zu dringender untersuchung einer kotprobe zu raten, alles andere würde sich dem unterordnen.

grüße

ed
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Re: Lämmer - Erkrankung und Zufütterung

Beitrag#8von steinadlerehemann » Freitag 19. April 2013, 23:23

Hallo ed,
der schlechte Ernährungsverlauf hing ja damit zusammen, dass sie anfangs nicht genug Milch hatten von der Aue. Weil sie Fieber hatte. Obwohl sie säugte.
Und wenn Lämmer schwach sind, weil sie halt nicht Stoff bekamen, wem würde es nicht so gehen???
Nach Zufütterung hat sich der Zustand jetzt langsam stabilisiert. Jetzt geht es beiden Parteien mittlerweile gut und ich kann langsam Flaschenfütterung zurückfahren, da die Aue immer mehr Milch hat. Aber dieser Prozess hat sich erst entwickelt, nachdem die Aue gesund wurde.

Ich frage mich nur, warum gerade bei den Wensleys, nicht bei den anderen (Schwarzkopf, Merino, Gotlandpelzschaf)?

Dine es waren Coxidien, der TA hat sie diagnostiziert. Von zu fürsorglich halte ich nicht viel. Aber viel von Beobachtung :-)))

Euch noch mal recht herzlichen Dank
Tipps kann man immer gut gebrauchen.
LG
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