Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

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Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#1von serradella » Montag 27. Mai 2013, 10:06

Leeve Lüe,

hiermit möchte ich gern ein etwas heikles Thema anfangen.

Wer Nutztiere hält, hat früher oder später Tiere abzugeben.
Manche Rassen und Tiere verkaufen sich leichter, manche schlechter, wie auch immer.

Nun hat man schon beim Telefonieren oder Treffen mit Interessenten so "ein Gefühl", ob man seine Tiere dort gut untergebracht sieht und sie dorthin verkaufen möchte.

Was mich interessiert:
Welche Merkmale / Aussagen von Kaufinteressenten führen dazu, dass ihr keine Tiere dorthin gebt?
Wie begründet ihr eure Absage?

GRuß, Serradella
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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#2von serradella » Dienstag 28. Mai 2013, 07:13

Hmm, Ähnliches kann ich auch berichten, darum ja auch dieses Thema.

Da sind Anrufer, die am liebsten "noch heute" Schafe auf die Weide stellen wollen, weil grad das Gras so hoch steht und im nächsten Satz erwähnen, dass sie die ganze nächste Woche nicht da sind.

Menschen, die mit der Tränendrüse den Preis eines lebenden Tieres unter den Fleischwert drücken wollen....."muss ja eine große familie ernähren" - wobei ich der Ansicht bin, Tierhaltung in unserem Rahmen ist immer Hobby und ein Hobby (auch wenn man sich gerne als Landwirt angesprochen sehen möchte) sollte man nur betreiben, wenn man es sich leisten kann, sofern das Hobby lebende Wesen betrifft.

"ist zu teuer, gibt es woanders günstiger" - bitte sehr, da ist niemand gezwungen, bei mir zu kaufen....

Muslimische Mitbürger auf der Suche nach Schafen zum Schlachten? Habe ich bisher noch nie verkauft, das ließ sich auch immer über nen hohen Preis abwimmeln (18 kg Lamm für 120 Euro....). Wobei ich aber durchaus ein verkauftes Tier zB zu einem der von Muslimen betriebenen Schlachthöfe liefern würde, die Schlachtung findet dort unter Aufsicht des Amtsvets statt und ist vermutlich sauberer als manches dt. oder türkische Hinterhofgemetzel.
Früher starteten diese Telefonate immer mit der Frage, wie schwer das Tier und ob das Böckchen auch wirklich unkastriert sei. Heute wird schon mal nach einem "Zuchttier" gefragt und erste Nachfragen ergeben, dass da weder Ahnung noch Absicht hinter stehen.....

Was mir auch nicht behagt ist die Aussage, ein Böckchen würde - man will ja um Gottes willen nur Melken, nicht schlachten - nach dem Decken weiterverkauft. und wohin? Nur, um selber "kein Blut an den Händen" zu haben, das Tier weiterverscherblen?

Menschen, die anrufen um einem ihre Lebensgeschichte zu erzählen "ich hatte früher auch schon mal Schafe, aber dann hat sich meine Freundin von mir getrennt und ich musste den Hof damals wieder verkaufen....jetzt würde ich aber gern wieder mal ein paar Schafe, ich kenn mich ja aus, damals hatte ich ....."

Wenn jemand von "konsequentem Weidemanagement" spricht und im nächsten Satz erwähnt, dass er zwei Drittel der Lämmer wegen Wurmbefall verloren hat.....

Andererseits gibt es hier auch Schafe, die als Rasenmäher gehalten werden und von ihren besitzern am Herbstende "die kriegen dann die Türken, sowas kann man ja nicht essen" billig weggegeben werden.

Ein Hobbyhalter sagte mal "bei mir verlässt kein Tier lebend den Hof", nach schlechten Erfahrungen.
Aber das ist im Sinne der Rassenerhaltung natürlich auch nicht ganz zweckmäßig.
Andererseits - es gibt nicht nur Plätze mit Goldrand und man kann / will / darf vllt auch nicht alles an Schlachttieren verkaufen, was so aufwächst im JAhr.

Daher bin ich bestrebt, nur soviel Nachzucht zu produzieren, wie ich möglicht guten Gefühls an verantwortungsvolle Halter oder direkt zum sauberen Schlachten weggeben kann.

Aber schwierig bleibt es schon.
Das mit dem hohen Preis ist sicherlich eine höfliche Methode, man muss sich halt nur die Nennung des Preises aufsparen, bis sich das Bauchgefühl gemeldet hat.

nachdenklich nach wie vor, serradella
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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#3von Uwe » Dienstag 28. Mai 2013, 16:39

Moin moin,
meine überzähligen Rasenmäher gehen alle ausnahmslos zum Schlachter meines Vertrauens oder ausnahmsweise an mir bekannte Interessenten zum Aufbau einer eigenen Herde (Hallo Christina ...).
Interessenten mit der Absicht vor Ort mit irgend einem Zauber zu schlachten blitzen kurz und bündig ab!
Hohe Preise fordere ich gar nicht erst, ich verkaufe nicht! Auch nicht, wenn der Preis verführerisch hoch akzeptiert wird! Da ich der deutschen Sprache mächtig bin reichen immer einige wenige Worte!
Nach jedem Besuch verschwinden meine Schafe dann ganz flott auf die hinterste Weide, da kommt niemand ungesehen ran ...
Die besten Preise beim Schlachter gibt es immer zu den Zeiten, wenn ein muslimisches Fest ansteht, demnächst wieder im September/Oktober.
Da für mich die Obergrenze zum Winter hin bei 10 Tieren liegt werden einige im September den Hof verlassen ...
Gruß aus der Wesermarsch ...
Uwe
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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#4von Alex » Dienstag 28. Mai 2013, 23:00

Hallo,

ganz so wählerisch kann ich nicht sein. Der Verkauf von Tieren ist bei mir die Haupteinnahmequelle. Allerdings bin ich alles nur nicht billig. Deshalb werde ich eher selten von suspekten Individuen angerufen. Es ist allerdings so, dass ich oft nach dem Kauf noch des öfteren angerufen werde, weil die eine oder andere Frage auftaucht und ich habe schon lange Telefonate hinter mir, weil die Leute vor oder nach dem Kauf vieles wissen wollten, zwecks Haltung usw. Aber das finde ich in Ordnung, der Service gehört für mich dazu, und so erfährt man auch, wie sich die Tiere gemacht haben. Auch ich habe das meiste durch erfahrene Züchter gelernt, und lerne ständig dazu. Einige Kontakte sind mir auch geblieben, eine gute Freundschaft ist dabei entstanden, und der eine oder andere hat mal für mich was interessantes dabei oder so. Also eigentlich eher positive Erfahrungen, obwohls sicher auch die negativen gibt.

Obwohl ich sagen muss, bei den Schafen gibts am ehesten blöden Anfragen.

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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#5von rainer1 » Donnerstag 30. Mai 2013, 11:34

Hallo

Also ich bin da mal ganz ehrlich wenn der preis stimmt egal wer das ist Verkaufe ich meine Tiere und wenn Muslime bereit sind meinen Preis zu zahlen kriegen sie die Schafe was sie wollen oder sonst was.
Bei mir auf den Hof dürfen sie sie aber nicht schlachten aber was sie dann zuhause machen geht es mich nichts mehr an und ist mir auch egal wenn gezahlt wurde.
Ich mach da keine Unterschiede wem ich sie Verkaufe egal ob Deutsch Muslime oder sonst was nur handeln lasse ich nicht mit mir entweder der preis wird gezahlt und wenn der ihnen nicht passt können sie wieder gehen.
Da ich da sehr tolerant bin hab ich gute Kunden wo mittlerweile auch gute freunde sind Deutsche wie auch Türken wo mir die Menschen ans Herz gewachsen sind.
Ich weis auch wie sie die Tiere schlachten halte das auch nicht für optimal aber ich kann das akzeptieren da es ihre Religion und Tradition ist und das muss man dann auch mal akzeptieren genauso wie sie auch uns akzeptieren müssen das wir Schwein essen z.b und soviel ich weis ist das ja nichts illegales mehr und dürfen das auch drum kann ich die ganze aufregung auch nicht ganz nachvollziehen den wir haben Religionsfreiheit und das ist auch gut so.

Gruß

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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#6von legasp96 » Donnerstag 30. Mai 2013, 16:47

Ich hatte vor einer Weile ein Video über das Schächten gefunden. Leider finde ich es nicht mehr, sonst hätte ich es eingestellt. Wenn es richtig gemacht ist, ist Schächten nicht schlimmer als das was wir als Schlachten bezeichnen. Beim Metzger oder auf dem Schlachthof kann ein Tier auch Höllenqualen erleiden, bis es tot ist.
Grüße
Monika
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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#7von Claudia » Donnerstag 30. Mai 2013, 19:12

die nervigsten und häufigsten absagen hatte ich bisher beim ponyverkauf.
das waren auch die menschen die ein "nein" nicht akzeptieren konnten und teilweise hinterher richtig bösartig wurden.
dauerhafte boxenhaltung für ponys ist z.b. ein aus- kriterium. das klopfe ich zwar schon am tele ab, aber ich habe einen guten lügensensor, wenn ich mensch gegenüber stehe

ich rede nicht um den heissen brei, sondern versuche mein "nein" zu begründen.
keine ahnung ob ich dadurch ein nachdenken bewirke und einfach bessere lügner für den nächsten verkauf bei jemand anders, erziehe

ansonsten verkaufe ich keine schlachtreifen tiere (schwein, schaf,ziege) - nur jungtiere. oder als zuchttiere sehr hochpreisig
a) habe ich ein mulmiges gefühl wie sie geschlachtet werden könnten- da bringe ich sie lieber selber zum schlachter
b) wirtschaftlich für mich nonsens, da ich mit den fleisch und wurstverkauf mehr gewinn erziele, als durch den lebendtierverkauf

schächten: ich habe mich zu wenig damit beschäftigt, habe aber den eindruck, das es fürs tier , wenn es vernünftig gemacht wird, nicht "schlimmer" ist, als so mancher schlachter

(viele finden emmas glück(den film toll) die methode war recht ähnlich-finde ich)
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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#8von rainer1 » Donnerstag 30. Mai 2013, 20:54

Hallo

Das schächten an sich ist nicht schlimmer als unsere Schlachtmethode finde ich wenn es richtig gemacht ist.
Ich hab das mal miterleben dürfen da hat das Tier keinen Zucker gemacht und sah dabei total entspannt aus und ist friedlich eingeschlafen nach kürzester Zeit durch den schnellen Blutverlust und wenn ich dann sowas sehe stelle ich eher unsere Schlachtmethode in frage mit der sogenanten Betäubung das schaut brutaler aus drum weis ich nicht sorecht was besser ist nach meinen empfinden wie ich das erlebt habe.
Und meines wissens ist es den Muslimen und Juden auch erlaubt in Deutschland zu schächten durch einen Muslimischen Metzger also warum sollte ich dann meine Tiere nicht an Muslime Verkaufen wenn der preis stimmt mir ist das egal ob es ein Deutscher oder Türke kriegt das Schlachttier den geschlachtet wird es jasowieso.

Gruß

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Re: Wem verkauft ihr (keine) Tiere?

Beitrag#9von Alex » Donnerstag 30. Mai 2013, 22:57

Tiere zum Schlachten verkauf ich in der Regel auch nicht, und Muslime kommen mit mir nicht ins Geschäft, nicht weil ich sie ablehnen würde, sondern weil ich schlicht und einfach viel zu teuer bin. Bei mir werden in der Regel auch nur Zuchttiere gekauft, bzw. Ferkel zum selber mästen. Da ich bei dern Ferkeln auch nicht grad die billigste bin, kommen zu mir eigentlich nur Leute, die Wert auf die alternative Aufzucht legen, und die halten sie dann selber ganz ordentlich, obwohl hier die Freilandhaltung dann doch eher die Ausnahme ist.

Deshalb musste ich mir über das Schächten nie Gedanken machen, aber ich denke auch, dass es nicht grausamer ist, als das was an unseren Schlachthöfen und schon davor so abgeht. Da ist unsere deutsche Gesellschaft kein bißchen besser.

Alex
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