Ab-Hof - Verkauf - konkrete Erfahrungen?

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Ab-Hof - Verkauf - konkrete Erfahrungen?

Beitrag#1von serradella » Montag 28. November 2011, 12:01

Moin,

wohl viele haben oder wünschen sich einen Markt für ihre Produkte.

Die Anforderungen der Behörden scheinen unüberwindbar und man will lieber keine schlafenden hunde bzw Amtsschimmel wecken und muckelt also im Bekanntenkreis und der Nachbarschaft und bei Stammkunden herum, ohne Werbung, ohne Genehmigung tunnelt man unter Auflagen und Verpflichtungen durch.

Die Landwirtschatskammern sind übrigends die besten Quellen für Ausarbeitungen zum Ab-Hof-Verkauf / Direktvermarktung.

Geht man aber nmit offenen Augen durch Hofläden und Ab-Hof-Verkaufsstellen, entdeckt man immer wieder Erstaunliches, nämlich Zustände, die von den Behörden, ja, entweder nicht gesehen, nicht moniert oder aus irgendwelchen Gründen toleriert werden.

So war ich am WE in einem Backhaus, in dem die Wände nur geputzt waren, offene Holzbalken unter der Decke verliefen, Marmeladengebinde etc. ziemlich verkleckert waren und die Deklaration absolut unvollständig, die Handwaschbecken von der Größe her ein Witz, nur 5-Liter - WW-Bereiter statt Durchlauferhitzer etc.

Eine Bekannte hat keinen Bodenablauf in der Käseküche.....

Die Brotbacktage der Museumsdörfer sind ja auch fern von allen Hygienevorschriften.

Was kann man daraus schlußfolgern?
Die Behörden nehmen es doch nicht so genau? Unter welchen Umständen?

Wie handhabt ihr das, wie geht ihr mit der Thematik um?

Alles klein-klein im privaten Umfeld oder lieber auf Nummer sicher?

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Re: Ab-Hof - Verkauf - konkrete Erfahrungen?

Beitrag#2von klosterbauer » Montag 28. November 2011, 13:12

Ahoi

Ich glaube kaum, dass man so online über all die Tipps, Tricks und Listigkeiten plaudert - von mir kann ich nur sagen, man kennt mich im Vet-amt, (da ist bei uns auch die Lebensmittelüberwachung), ich mach alles offiziell über einen zugelassenen Metzger. So bin ich auf der sicheren Seite - und da will ich auch sein. Und die mit den Tricks, ob die die online kundtun, da habe ich wie bereits geschrieben meine Zweifel.

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Re: Ab-Hof - Verkauf - konkrete Erfahrungen?

Beitrag#3von serradella » Montag 5. Dezember 2011, 18:43

Hallo Peter,

vermutlich wird an den einen oder anderen Tierhalter früher oder später die Anfrage gestellt: Verkauft ihr auch Eier / Fleisch / Käse.....?

Was macht man da?

Ein brüskes "Nein"?
Oder Verweis auf die Vorschriften "Das darf ich nicht"?
Einfach machen und nicht an die große Glocke hängen?

Wie geht ihr damit um?

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Re: Ab-Hof - Verkauf - konkrete Erfahrungen?

Beitrag#4von Alex » Dienstag 6. Dezember 2011, 00:52

Hallo,

das ist schwierig, Eier darfst du verkaufen, auch geschlachtete Enten oder Hühner im kleinen Stil , lebende Lämmer oder Zicklein ist auch kein Problem mit Kiloweise Schweinefleisch aus Hausschlachtung oder Käse das darfst du nicht.

Hab ich mal zuviel Enten, häng ich auch mal nen Zettel an das schwarze Brett im Supermarkt. Fragt mich jemand nach Käse oder Schwein, überlege ich mir die Antwort, anhand dem der mir gegenüber steht, würde aber nie Werbung machen.

Ich hatte mal aufgrund einer Teilnahme an einem Mittelaltermarkt, dort stellte ich meine Tiere aus, ein Gespräch mit dem Vetamt, nach der Nachfrage was ich denn mit soviel Ziegenmilch mache, antwortete ich, na Käse, aber nur für uns. Kam von Vetbeamten ein Grinsen und ein: schon klar, wird nur im Bekanntenkreis verkauft. Ich mein, denen ist die Problematik der Kleinsterzeuger schon auch klar und wenn man im Kleinsten bleibt, dann wird dir wohl auch keiner was tun, so fern nix passiert und sich keiner hinhängt. Zeigt dich jemand an, muss das Vetamt einschreiten, ob das der Beamte will oder nicht. Aber so ist es in Deutschland, wir haben soviele Gesetze und Vorschriften in so vielen Bereichen, dass es kaum Menschen in unserem Land gibt, die nicht auf die eine oder andere Weise irgend etwas illegales tun.

Bring ich meiner Freundin ein Stückchen Käse mit oder probiert mein Nachbar was vom Kesselfleisch wird mich dafür wohl keiner einsperren , man hat dadurch aber eben keinen Markt, und man kann nicht wirklich größer was anbieten, dafür müsste man dann viel investieren und das lohnt in der Regel nicht, wenn du im kleinen bleiben willst, also bleibst du eben ganz klein und verkaufst offiziell nix.

Wenn es mit meinem Schweinezüchten klappt, werde ich mir wohl auch was überlegen müssen und meine Tiere nicht mehr zu Hause schlachten können, sondern muss in eine Metzgerei ausweichen, sofern ich meinen Markt erweitern will oder muss und die Tiere nicht alle lebend verkaufen kann.Letzteres ist mir am liebsten und am einfachsten. Klappt aber nicht immer.

Grüße Alex
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