Schäferei - ganzjährige Freilandhaltung

Moderator: Frankenvieh


AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 2395

Schäferei - ganzjährige Freilandhaltung

Beitrag#1von schmidti » Samstag 24. Januar 2009, 17:41

Liebe Mitstreiter,

die Kältewelle hat mir ganz schön viel Ärger beschert. Ich ziehe mit meiner Schafherde im Umkreis von ca.50 km umher. Im weitesten Sinne betrachte ich es als Wanderschafhaltung. Überall melde ich mich ordnungsgemäß an und habe einen guten Draht zu den Veterinärämtern. Meine Lammzeit liegt im April und Mai, für schwächelnde Tiere habe ich ein Folienzelt, ansonsten im Freien.
Nun zieht es den sportelnden Freizeitstädter bei Schnee in Gebiete, die er sonst nicht betritt. Infolgedessen konnte ich mich vor Anzeigen kaum retten.
Auch der zwei Schafe haltende Resthofbauer kann das naturlich nicht tolerieren.
Wie ist eure Meinung dazu?
Ich meine, wir müssen wieder dahin zurückkehren was die Schäferei ursprünglich ausgemacht hat. Nutzung der Futterflächen, die sonst keiner nutzen kann und zwar das ganze Jahr über. Dann kann die sache auch rentabel sein und auch den Tieren ist diese Haltungsform enorm zuträglich.

schmidti
Benutzeravatar
schmidti
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 113
Registriert: 02.2008
Wohnort: Amerika
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#2von Herwig » Samstag 24. Januar 2009, 19:52

Die Hüteschäfer aus meinem Bekanntenkreis (und das sind nich wenige) sind ausnahmslos im Winter unterwegs. Zur Lammzeit geht es zum Stall, nicht etwa weil die Tiere frieren, sondern weil der Arbeitsaufwand am Stall geringer ist.
Genau so habe ich das auch immer gemacht.
Wenn die Lammzeit kam hatte ich täglich so viel Lammungen, das konnte ich unterwegs gar nicht schaffen, man muß schließlich auch hüten.
Schäfereien mit 2 Leuten bleiben durchgehend draußen einer hütet die Tiere die abgelammt haben, der andere versorgt die Geburten.

Mit Haarschafen fúnktioniert das allerdings nicht.

Schon mein Urgroßvater war Schäfer, er gehörte noch zu den Heideschäfern von der alten Sorte. Viele Geschichten weiß ich noch aus Erzählungen. Mein Elternhaus heißt im Dorf heute noch "Schäpers Hoff"

Meine Oma beschwerte sich oft darüber, das ihr Vater Heiligabend nicht zu Hause war, weil er im Schnee im Schäferkarren bei der Herde schlief wegen des Raubzeugs...
Der arme Mann? Ich habe selbst oft genug bei meiner Herde übernachtet, mit Lagerfeuer und Hund im Schlafsack als Wärmflasche.
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3394
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 202
Geschlecht: männlich

Beitrag#3von smallfarmer » Sonntag 25. Januar 2009, 11:58

Hallo Schmidti

Ich würde auch gerne wieder zurück in die Zeit wo die Schafe noch auf Winterweide gingen, wo sich niemand darüber aufgeregt hat. Es gibt sie noch, Betriebe in Süddeutschland, wo es gang und gebe ist
daß eine Schäferei Herbst- und Winterweide sogar pachten muß. Da kommt der Schäfer schon seit Jahrzehnten in die Gemarkung und niemand ruft das Veterinäramt an.
Ich weiß nicht wo dein Amerika ist, wie groß dein Folientunnel ist und mit wievielen Schafen du im Winter so darum ziehst .Interessant wäre auch die Rasse der Schafe.

Eigentlich wäre es wieder ein eigenes Thema. Der Verbraucher (Anrufer beim Vet. Amt ) ist sehr
sensibel, kann wenig gegen die großen Mastanstalten unternehmen, die sind alle abgeschlossen und
eingezäunt, der greift sich dann die Tierhalter raus die ihre Tiere im Freien halten. Mutterkühe und
Schafe.
Eigentlich will der Anrufer ja die heile Welt der Tierhaltung erleben. (Kleine Lämmchen, kükenführende Hennen usw)Aber er will nicht dafür bezahlen. Eingekauft wird beim billigsten Discounter.

smallfarmer
Benutzeravatar
smallfarmer
...kann schon mitreden
...kann schon mitreden
Beiträge: 77
Registriert: 08.2008
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#4von Horsepower » Sonntag 25. Januar 2009, 14:56

Ich hab z.Z.nur vier Schafe. Die eutern aber schon.
Mal ne Frage: wenn die Tiere in einer großen Halle stehen, luftig mit ausreichend Platz, und dann werden die einmal am Tag gefüttert, ist das nicht zeitsparender und damit billiger als das Hüten? Und nicht ungesünder für die Tiere? Ich stell mir das schwierig vor, zu jetziger Zeit ausreichend Futter für eine größere Herde zu finden, und das jeden Tag. Und ich möchte auch keinem Schäfer im Winter unsere Wiesen oder andere Flächen zum rigorosen Abgrasen zur Verfügung stellen, denn das haben meine Pferde im Herbst schon erledigt.

Absolutes Schafffutter ist bei mir die Rest-Silage von den Milchkühen. Schäfer waren immer Spezialisten, aber wäre heute nicht die Ankoppelung an andere Tierarten am sinnvollsten? Weil die Schafe viel verwerten können was für Milchkühe bspw. zu wenig Futterwert hat.

In der Sächsischen Zeitung stand ein Bericht über einen jungen Studenten, der im Nebenerwerb/Wanderschäferei 150 Suffolk- und Charolais-Muttern hält, ganzjährig draußen in der Elektroweide. Was meint ihr dazu? Der wird doch bei der jetzigen Wetterlage gar nicht mehr fertig mit dem Koppelbau, oder? Und falls er zufüttert, könnte er das drin genauso tun. Ich kann keinen Vorteil des draußen lassens erkennen, außer das man sich die Halle spart.
Benutzeravatar
Horsepower
Highscores: 6

Beitrag#5von herzwig » Sonntag 25. Januar 2009, 16:11

Tja, Ralf dieses ist nun der einzige Beitrag den ich von dir stehen lassen habe.

Im Winter hüten Schäfer alles mögliche, Getreideauswuchs nach der Ernte, Zuckerrüben, Gemüse, Markstammkohl etc etc etc. Die Bauern finden das in der Regel gut, weil die Schafe Dünger hinterlassen.
Man spart also Futter, Halle und Winterschur.
Winterschur halte ich nicht für sinnvoll, weil die Schafe dann im Sommer schon voll bewollt sind und mehr schwitzen als im Winter in einem Warmstall.

Wer Pferde hat braucht keinen Schäfer, kann sein, aber wieviele Bauern haben schon Pferde??

Ich kenne einen Hauptberuflichen selbstständigen Schäfer, der wohnt in einem Einfamilienhasu, hat also keinen Hof. Er hat eine Feldscheune gepachtet, wo Notfallfutter gelagert ist und einige Ablammboxen sind. Der Rest wirde gehütet, rund um die Uhr das ganze Jahr, bei jedem Wetter. Vollerweb mit 1100 Muttern!!

So kann Schäferei ertragreich sein.
Benutzeravatar
herzwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 88
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch
Highscores: 1
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#6von Ulrike W.-E. » Sonntag 25. Januar 2009, 16:25

Hallo Schmidti,

die Schäfer die ich kenne (am Rhein Duisburg/Dinslaken ) sind alle den Winter über drinnen.
Einer ist jedoch meist bei den milden Temperaturen bis November auf der Wiese und häufig schon im Februar wieder da. Mir als Spaziergänger mit den Wauzis ist das sogar sehr recht. Die Wiese ist immer schön kurz. Aber der ärmste kriegt auch dauernd Anzeigen. Und wenn ich mal mit anderen Hundeleuten spreche, sind die für kein Argument zugänglich. Die armen Tiere !!! Bei dem Wetter draußen !!!
Aber das ist sicher eine Volkskrankheit, die Leute haben kein normales verhältnis mehr zur Natur. Eine Frau erzählte mir, sie geht nicht gerne in den Wald, dort könnte sie ja mal einen Fuchs treffen !? Ich konnte nur antworten, den letzten Fuchs den ich gesehen habe lag platt gefahren auf der B8.

Ärgerlich ist nur, das man sich wegen solcher Möchtegern Tierschützer mit den Behörden auseinander setzten muss. In der Regel endet es mit einem netten Gespräch und einer Tasse Kaffee, aber es nervt.
Aber trotzdem habe ich die Hoffnung, das es mehr Menschen werde die sich auf die Natürliche Haltung besinnen, und ein umdenken stattfindet.

LG und nicht ärgern lassen
Ulrike
Benutzeravatar
Ulrike W.-E.
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 192
Registriert: 07.2008
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#7von schmidti » Sonntag 25. Januar 2009, 16:29

Die Schafe im Winter in eine luftige Halle zu stellen und zu füttern ist sicher einfach und bequem, aber ist es auch tiergerecht und finanzierbar?
Eine Schafherde durch hüten zu füttern ist sicher nicht immer bequem, aber nur so kann Futter genutzt werden, dass sonst ungenutzt bliebe. Absolutes Schaffutter sind nicht die zusammengekehrten Reste von Kühen sondern Futter, dass für andere Tierarten nicht erreichbar ist. Der Schäfer, der hütet ist flexibel. Geignete Futterflächen für die Winterweide zu finden ist nicht immer einfach, aber das gehört eben zur Arbeit dazu.
Der Koppelbau ist in der Tat schwierig. Bei hartem Frost nutze ich den guten alten Holzpferch.
ZUm Ursprungsthema: Ich sehe es wie smallfarmer, die Menschen haben keinen Bezug zur Tierproduktion mehr.
Was mich an der sache erheblich ärgert ist, dass ich ja den ganzen Tag bei den Schafen bin, auch mit den Leuten spreche und trotzdem grundsätzlich davon ausgegangen wird man würde die Tiere quälen. Die Schafe sind meine Existenzgrundlage, würde ich die aufs Spiel setzen?
De facto konnte das VetAmt nichts bemängeln, es gab auch keine Auflagen. Manchmal denke ich die wollen bloß keinen Streß.
Benutzeravatar
schmidti
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 113
Registriert: 02.2008
Wohnort: Amerika
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#8von klosterbauer » Sonntag 25. Januar 2009, 18:34

Hallo in die Runde,

wenn ich auch keine Riesenherde habe, ich habe immer auch Tiere im ganzen Winter draußen (gelammt wird im Stall, und wenn es nur regnet, und regnet, und regnet, dann sind meine offenen Flächen auch nicht ideal, dann kommen Lämmer mit Muttern rein).

Ich hab´s meinen Nachbarn beigebracht und erklärt, und erklärt - aber das ist der Vorteil der Koppelschäfer. Ich kenne Wanderschäfer auch hier, die haben genau die gleichen Probleme (leider benehmen sich einige auch wie die Axt im Walde, dann bringt man denen auch sonst wenig Verständnis entgegen).

Das Problem ist aus meiner Sicht einerseits die Idee der Tierhaltung, die den Leuten beigebracht wird. Die wollen auch keine Agrarindustrie und reine Stallhaltung, sind aber geprägt von den 50er Jahren, den geschlossenen Ställen die eine sooooo "wohlige" Wärme ausstrahlten. Hinter die Stalltüren hat ja kaum einer geschaut, schwitzende und hustende Viecher gesehen.

Ich muss auch jetzt ständig erklären, dass die -20 Grad zwar kalt, nicht wirklich schlimm waren, dass man eher bei einer fiesen Nässe aufpassen muss. Wo der Mensch oft immer mehr hinter der Mattscheibe und vor der warmen Heizung sitzt, sich selber immer weniger der Witterung aussetzt - wie soll er dann begreifen, dass eigentlich genau das gesund ist fürs Tier und natürlich auch für den Menschen (o.k. - etwas abgeschwächt, aber das Prinzip passt).

Aber wir sind das Erklären ja gewöhnt ...

Es grüßt aus dem Bergischen der
Peter
Klosterhof Bünghausen, Peter Schmidt & Susanne Schulte, Hömelstr. 12, 51645 Gummersbach, I: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
----- Wir züchten Braune Bergschafe, Rotes Höhenvieh und Noriker vom Abtenauer Schlag -----
Benutzeravatar
klosterbauer
...weiß alles ganz genau
...weiß alles ganz genau
Beiträge: 758
Registriert: 12.2007
Wohnort: 51645 Gummersbach
Geschlecht: männlich

Beitrag#9von Andreas » Dienstag 27. Januar 2009, 01:58

Hallo Schmidti,
erst mal bin auch ich voll neugierig, wie viel Tiere und welche Rasse führst du? Aber das hat eigentlich nichts mit dem Thema zu tun. Ich denke du machst es absolut richtig! Meine Erfahrung der letzten 30 Jahren ist ganz eindeutig, kein Schaf ist so gesund wie eins das immer draußen lebt. Lammung im Frühjahr und nicht im Winter ist voll gut wegen viel weniger Verluste und viel weniger Stress. Lammen auf der Koppel absolut prima, es sei den man hat Probleme mit Kolkraben wie ich leider manchmal, da hilft dann leider oft wirklich nur der Stall, für die ersten Tage nach der Geburt, und natürlich, es darf möglichst nie eine Nachgeburt rum liegen, das lockt diese Naturgschützten Mistficher echt super an (sory aber ich hab schon das ein oder andere Lamm an die Brüder verloren, ich mag sie echt nichtso doll). Gut ich denke , die Schafe müssen gut genährt, gesund und vital sein (das sollten sie aber immer), da habe ich in den ersten Jahren meiner Schäferei wirklich sehr viel Lehrgeld gezahlt. Und nicht zuletzt ist die Frage was für eine Winterweide hat man. Da wo ich jetzt endgültig gelandet bin, ist es schon echt geradezu Paradiesisch. Im Sommer mehrals genug NSGflächen, im Winter habe ich eine super Weide, meine Schafe erholen sich hier von der Landschaftspflege und der Lämmersäugerei im Sommer, kaum zu glauben, doch ich habe beste Mähwiesen eines befreundeten Bauerns in der Nähe. Mehr als genug Fläche, mit einem super guten Aufwuchs (da steht echt richtig Futter auch jetzt noch und saftig grün),das ganze gesegnet durch ein ausgezeichnetes Kleinklima (10 Km weiter sind alle Pflanzen nur Braun und dürr), ich wünsche jedem Schäfer eine solche Winterweide. Gut bis jetzt habe ich an meine Schafe (ca. 40 stück Rauwollige Pommersche Landschafe gerade mal 10 kleine Heuballen gefüttert, (während der Futter Umstellung, zu beginn der Winterweide). Es gab sicher auch schon Jahre wo ich von Dezember bis ende April gefüttert habe, das war ein Elend, aber der Schnee war zu hoch und vor allem zu verharscht. Also meine Schafe säugen im Winter nicht und erholen sich in dieser Zeit für die kommende Saison.Es ist durchaus normal das die Schafe bei mir 10 Jahre und älter werden, mein ältestes ist zur zeit 14, und lammt jedes Jahr, da kann diese Haltung wohl nicht so schlecht sein.

Lieber Schmidti, ich weiß wie doof es ist wegenTierschutzgeschichten angezeigt zu werden, (meistens übrigens anonym) und auch ich verstehe mich echt gut mit meinem Staatsveterinär, und wir sind zu einer guten Lösung gekommen. Denn auch er hat nicht wirklich Lust mich immer wiederzu kontrollieren. Bei jeder Kontrolle kannst du als Halter auf ein Protokoll bestehen, bitte einfach darum, dass der Veterinär dir bescheinigt das bei dir nicht nur alles in Ordnung ist, sondern das deine Tiere sich sogar in einem, ausgezeichneten Zustand befinden. Naja und man weiß ja schon zum teil welcher Restbauer mit 2 Schafen stänkert ( einfach nur weil er es nicht besser weiß)oder wo die turbo Tierschützer sitzen, du glaubst gar nicht wie schnell man sie Mundtot kriegt wenn man sie dierekt anspricht, ihnen eine Kopie des Vet.Atestes unter die Nase hält, und sich einfach bemüht sie aufzuklären. Ich habe so einen Zettel sogar mal in den Infokasten der Gemeinde gehängt (natürlich mit Genehmigung des Bürgermeisters)danach war echt ruhe. Ich habe seit nunmehr 4 Jahren keine Kontrolle mehr gehabt, obwohl ich das Kaffetrinken mit dem Veterinär nach getaner Arbeit eigentlich immer recht nett fand. Also meine Taktik war, in die offensive gehen, und versuchen aufzuklären, und nicht zuletzt zählt ein Argument geradebei der Dorfbevölkerung ungemein, wenn es den Schafen so schlecht geht, wie schaffen sie es dann immer wieder 1,9 Lämmer pro Jahr aufzuziehen, und weis Gott keine Mickerlinge. Ein Tier das leidet bringt keine Leistung, das wissen alle auf dem Land. Ah ja da gibt’s ja noch den FundamentalistischenTierschützer, meist zugezogen aus der Stadt, der wird niemals einsehen das einSchaf mit 10 cm Wolle einfach nicht frieren will. Gegen diese Gattung ist glaube ich echt kein Kraut gewachsen. Und du weißt, es ist nicht böser Wille vom Veterinäre, wenn eine Anzeige vorliegt müssen sie kommen, ob sie wollen oder nicht. Ich betrachte solche Begegnungen als interessante Abwechslung, ich bestehe immer darauf das mein ganzer Betrieb kontrolliert wird, ja auch der Hamster der Kinder, ich habe doch nichts zu verbergen. Ich bestehe immer auf ein Protokoll. Und ich biete immer einen Kaffe an, bei den Gesprächen, die ich mit den Vertretern der Staatsmacht in einer solchen Situation führte, habe ich bisher immer nur etwas dazu gewonnen. Mal ehrlich die meisten Veterinäre wollen uns doch nicht böse, im Gegenteil sie sind doch froh, wenn sie schon so einer beknackten Anzeige nachgehen müssen, wen es keinen Stress gibt, sondern sie eine nette interessante Begegnung machen dürfen. Also gut, viele Worte, ende vom Lied, lass dich nicht unterkriegen, wichtig ist nur das wir unseren Tieren die besten Bedingungen schaffen. Sie danken es uns mit Wolle,Fleisch, Milch , und nicht zuletzt mit ihrer Zuneigung, die sie uns erwidern. Ich wünsch dir lieber Schmidti, und allen anderen Schäfern die zu dieser zeit immer wieder mit Hammer und zum Teil Akubohrer kämpfen, um die Netze umzustellen, und dem Frost strotzen, in dem Wissen es ist das beste für unsere Tiere ist, alles gute, und viele gesunde Lämmer für 2009

Grüße natürlich auch an alle die sich an ihren Schafen imStall erfreuen.



Andreas
Sorry,Rechtschreibung kann ich gaaar nicht,
ich hoffe Ihr versteht trotzdem was ich meine.
Benutzeravatar
Andreas
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 162
Registriert: 11.2008
Wohnort: 17337 Uckerland/ Karlstein/ Brandenburg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#10von schmidti » Dienstag 27. Januar 2009, 21:15

Vielen Dank Andreas,

ich glaube deinen ausführlichen Ausführungen gibt es nichts hinzuzufügen. Ich habe Coburger Fuchsschafe, Skudden und Merinolanschafe. Mit denen praktiziere ich eine Verdrängungskreuzung zum Fuchsschaf.

Wie gehst du denn mit den Kolkraben um? Bei mir beobachte ich z.Zt. hunderte von Saatkrähen, die
"mögen" die Lämmer leider auch.

VIEHle Grüße, schmidti
Benutzeravatar
schmidti
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 113
Registriert: 02.2008
Wohnort: Amerika
Geschlecht: nicht angegeben

Ohne Kräen wär auch gut

Beitrag#11von Andreas » Dienstag 27. Januar 2009, 23:13

Hallo Schmidti,
für die Raben habe ich noch kein Mittel entdeckt, bei uns ist es eigentlich auch nur im Februar, wenn aus versehen zu frühe Lämmer kommen schlimm. Es ist leider schon passiert, das der Bock mal die Schürze verloren hat. Zu so früher Zeit haben die einfach mehr Hunger. Ansonsten holen wir die Herde zur Lammzeit ans Haus, auf unsere große Hauskoppel und machen möglichst viele Kontrollen, wenn keine Nachgeburten rum liegen ist die Gefahr bei uns zum Glück recht gering. Wenn die aber erst mal 2-3 Nachgeburten genommen haben, gehen die dann bald an die neugeborenen Lämmer.

Ach so ja Füchsefinde ich echt toll, mein erstes Schaf, das ich im Alter von 16 Jahren geschenkt bekam war ein Fuchs. Ich glaube seit dem war ich nie mehr ohne Schafe.


Viele Grüße



Andreas
Sorry,Rechtschreibung kann ich gaaar nicht,
ich hoffe Ihr versteht trotzdem was ich meine.
Benutzeravatar
Andreas
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 162
Registriert: 11.2008
Wohnort: 17337 Uckerland/ Karlstein/ Brandenburg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#12von Kuhbauer » Sonntag 1. Februar 2009, 11:51

Andreas hat geschrieben:die sich an ihren Schafen erfreuen.



Andreas


Hallo Andreas, das ist doch mal ein Praktiker-Beitrag der gefällt.

Oben das Zitat, das ist genau der Hauptgrund meiner Schafhaltung.

Deine Ausführungen zu den amtlich Verantwortlichen unterstütze ich voll, ich habe die Erfahrung gemacht das die niemandem von vornherein etwas böses wollen. Im Gegenteil, mir dauert es manchmal viel zu lange bis die reagieren. Und haben sie erstmal die Feststellung gemacht, das der Tierhalter eine gesunde Grundeinstellung und Gefühl für Tiere hat, tolerieren sie auch schonmal ein unschönes Bild, das wohl in jeder Tierhaltung irgendwann einmal vorkommt.

Du nutzt die natürlichen Gegebenheiten und kommst nahezu ohne Winterfütterung aus, und wie ich annehme würde das mit einer tausendköpfigen Herde nicht mehr funktionieren. Genau das ist es doch, Herausfinden was in die Gegend paßt, und welche Rasse dann optimal ist.

Optimal finde ich die Variante des Klosterbauern, ganzjährige Weide/ Auslauf, und bei Bedarf ist ein Stall vorhanden. Man muß sich wohl überlegen was für einen speziell das wichtigste ist-Futter sparen, oder Arbeitszeit, oder Gebäudekosten.

Und Schmidti, Milchkühe werden auf Restfutter gefüttert, das bedeutet die kriegen bis zu 10 % mehr als sie auffressen können. Um die größtmögliche Mengenaufnahme zu ermöglichen. Was übrigbleibt ist kein Dreckzeug, das war einfach nicht ganz so schmackhaft wie das andere.
Wieviele Schafe hältst Du denn nun,Haupt- oder Nebenerwerb, oder Hobby, und wo? Trau Dich doch mal zu ner konkreten Antwort.
Benutzeravatar
Kuhbauer
Highscores: 6

Beitrag#13von smallfarmer » Sonntag 1. Februar 2009, 14:23

Für die Freunde der Schäferei

Ein paar schöne Bilder der Wanderschafhaltung.

www.transhumance.org

Mein franz. Kenntnisse sind grottenschlecht,aber super Bilder.

Es lebe die Wandeerschafhaltung

smallfarmer
Benutzeravatar
smallfarmer
...kann schon mitreden
...kann schon mitreden
Beiträge: 77
Registriert: 08.2008
Geschlecht: nicht angegeben

1000 Schafe Hüten?

Beitrag#14von Andreas » Sonntag 1. Februar 2009, 15:20

Hallo alle miteinander,
@ Kuhbauer,
klar geht das auch mit 1000 Schafen. Voraussetzung, die richtige Rasse, ausreichend gute Weide, und natürlich gutes Manegemant. Zur Lammzeit braucht man dann sicher einige Helfer. Um ehrlich zu sein mein Fall wäre das nicht, ich finde Herdengrößen bis 300 Muttertiere vertretbar. Das ist die Größe die ein Wanderschäfer gut bewerkstelligen kann. Zu meiner Jugend übrigens auch eine Größe von der ein Schäfer auch leben konnte. Ja ja die guten alten Zeiten.

Viele Grüße Andreas
Sorry,Rechtschreibung kann ich gaaar nicht,
ich hoffe Ihr versteht trotzdem was ich meine.
Benutzeravatar
Andreas
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 162
Registriert: 11.2008
Wohnort: 17337 Uckerland/ Karlstein/ Brandenburg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#15von klosterbauer » Sonntag 1. Februar 2009, 23:51

Hallo Kuhbauer - und danke für die Blumen ....

Gibt nen Kaffee extra, wenn Du mal in der Gegend bist.

Beste Bergische Grüße
Peter
Klosterhof Bünghausen, Peter Schmidt & Susanne Schulte, Hömelstr. 12, 51645 Gummersbach, I: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
----- Wir züchten Braune Bergschafe, Rotes Höhenvieh und Noriker vom Abtenauer Schlag -----
Benutzeravatar
klosterbauer
...weiß alles ganz genau
...weiß alles ganz genau
Beiträge: 758
Registriert: 12.2007
Wohnort: 51645 Gummersbach
Geschlecht: männlich

Beitrag#18von Herwig » Sonntag 1. März 2009, 11:24

Na ganz einfach drauf achten, das die Lämmer richtig saugen, die Euter der Mutterschafe in Ordnung sind, die Nachgeburten abgegangen sind, Nabel desinfizieren, etc.

Das kann alles beim Hüten nicht gemacht werden, weil die Herde schließlich weiterzieht.

Die Muttern sind dann ein paar Tage im Stall bis die Lämmer fitt sind zum Mitlaufen, dazu gehört also Futter und Wasser.

Noch was Stadtbauer: Das ist nicht immer so, du reitest ja gerne auf Details herum, darum die Information, auch Schäfer sind Individualisten und richten sich ihren Arbeitstag nach individuellen Kriterien ein. Alle Arbeitsabläufe sind abhängig von Witterung, Gegend, Rasse, Alter des Schäfers, Qualität des Futters, Geländestruktur, Größe der Stallungen, Familiensituation des Schäfer und was weiß ich noch alles.
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3394
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 202
Geschlecht: männlich

Beitrag#20von Herwig » Sonntag 1. März 2009, 17:36

BildIch hatte, und auch heute noch üblich, sind die Ablammboxen. Aus Hürden erstellte kleine Boxen von 1m x 1m um die Prägung von Mutter und Lamm zu verbessern in den ersten Stunden. Wenn man nämlich 2000 Schafe in einem riesen Freilaufstall hat, ist das ein Höllenlärm wenn die Muttern nach den Lämmern rufen (ist beim engen Gehüt allerdimngs nicht viel anders) da ist es wichtig das Mutter und Lamm sich gut kennen und finden. Bei deinen 4 (?) Muttern tut das nicht unbedingt not, schadet aber auch nicht wenn du die Möglichkeit hast.
Ablammbox reicht drei Tage, dann ist alles paletti. Nabel desinfizieren ist echt ein Muß, Rotlauf und andere Krankheiten werden da schnell aufgenommen, wie gesagt bei 4 Muttern ist natürlich der Infektionsdruck auch nicht so hoch. Ich habe immer Jodtinktur aus der Apotheke lose gekauft, ist billig und wegen der roten Färbung sieht man gut welche Tiere man schon behandelt hat. (In Pumsprayer umfüllen)

Die Vitalität der Lämmer ist oft auch abhängig vom Alter der Mutter, Mehrlingsgeburten und von der Eutergesundheit der Mutter. Muß also nicht zwingend Inzucht sein.
Ich persönlich halte nicht sehr viel von der Inzucht, weil ja auch negative Eigenschaften dann primär vererbt werden, aber kleine Klauentiere scheinen auch an sich empfindlich zu reagieren, ich würde über F1 nicht ohne Grund hinausgehen.
Ich habe einen Bekannten der Jahrelang Inzucht betreibt, die Tiere sahen ähnlich aus wie deine. Ohne Einkreuzung von andern rassen oder gar Herden, bekommen seit zwei jahren die ersten Lämmer Hörner... noch 10 jahre und die sitzen auf Bäumen und planen die Übernahme der WeltBild
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3394
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 202
Geschlecht: männlich


Beteilige Dich mit einer Spende
cron