Zucht

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Zucht

Beitrag#1von Herwig » Donnerstag 6. September 2007, 18:25

Ich besitze seit diesem Jahr weiße Brieftauben, früher hatte ich auch schon mal Tauben aber mehr die Fleischrassen King und so.

Also mal abgesehen davon das die Brieftauben ein zänkisches Volk ist und die sich sehr schlecht vertragen, haben die in diesem jahr auch nicht so richtig Nachzucht gehabt.
Woran kann das liegen??

Die haben eine super schöne Voliere mit Ausflug. Habe ich allerdings jetzt etwas häufiger zu, weil mir die Kamikazeflieger an einem Nachmittag 3 Tauben weggefangen haben.

Aber dennoch, Brutnischen mit Tellern und Bastmatte, bestes Futter und immer frisches wasser. Dennoch hat z.B. das eine Päärchen wieder nur ein Ei und da kommt nix raus. zum 2. mal. Ein weiteres Päärchen hat nur ein Junges großgezogen, has´t dann auch gleich der Habicht beim ersten Ausflug weggeschnappt.

Ich bin da echt etwas gefrustet!
Hat hier jemand Ahnung von Tauben?????Bild
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Beitrag#2von jirzik » Donnerstag 6. September 2007, 18:56

hallo herwig
tauben sollen ja besonders zart im fleisch sein, sehr lecker.
aber spaß beiseite, meine schweine haben auch nicht direkt beim ersten versuch ferkel bekommen. die wurden zwar immer dicker und selbst unsere schweinezüchtenden nachbarn haben auf nachwuchs gewettet, aber weit gefehlt, nix kam. beim zweiten versuch wars umso besser.
grüsse [schild=11 fontcolor=808000 shadowcolor=FF0000 shieldshadow=0]jirzik[/schild]
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Zucht ist Erfahrungssache

Beitrag#3von altsteirer.at » Samstag 6. Oktober 2007, 21:36

Hallo Herwig!

Anhand Deiner Ausführungen, ist es mit der Fruchtbarkeit Deiner 2 Paare nicht zum besten bestellt. Dennoch ist auch die Qualität des Futters für die Aufzuchtleistung wesentlich.

Brieftauben sind an sich sehr fruchtbar. Wenn eine Taube immer nur ein Ei legt, so ist das nicht normal. Jede Täubin legt in der Regel 2 Eier. Ob sie dann auch befruchtet sind, oder überhaupt schlüpfen ist dann eine Frage der Fruchtbarkeit, welche v. a. die Täubin betrifft. Wenn die Eier bei einem Paar in mehrern Gelegen unbefruchtet sind, so kann man umpaaren. Dann ergibt sich, ob der Täuber unfruchtbar ist oder, wie in den meisten Fällen, die Täubin.

Sehr oft kommen solche Fälle nicht vor. Wenn man aber Aufzeichnungen führt, so stellt man fest, dass man von bestimmten Paaren oder Täubinnen bei der selben Haltung deutlich mehr Junge bekommt, als von anderen. Gerade bei den Täubinnen gibt es hier sehr deutliche Unterschiede. Es ist auch für die Paare spezifisch, ob 2 Junge meistens schlüpfen oder im Schnitt nur eines.

So gesehen dürfte die eine Täubin nicht zur Zucht geeignet sein. Im Regelfall stellt man das nach einem Zuchtjahr, also bei mehreren Gelegen fest.

Das andere Paar scheint einigermaßen fruchtbar zu sein. Zumindest hat es ein Junges gezogen. Wenn der Druck vom Raubzeug so groß ist, so sollte man die Jungtiere erst nach einigen Wochen fliegen lassen, wenn sie schon recht geschickt sind. Auch hier gibt es bei Tauben deutliche Unterschiede. Meine Hochflieger entkommen den Greifern in der Regel, andere sind wieder ungeschickter. Jungtauben vom Nest haben die wenigsten Chancen und so wird der Taubenschlag regelrecht zum Selbstbedienungsladen für die Greifvögel.

Vermutlich hast Du die Tiere von einem Züchter bekommen, der um die mäßige Fruchtbarkeit Bescheid wusste. Daher ist es in der Regel am besten, wenn man sich die Nachzucht vor dem Kauf ansieht oder eben Jungtiere, am besten von sehr fruchtbaren Paaren nimmt. So kann man die Enttäuschungen sicherlich begrenzen.

Wenn die Tiere in Volieren gehalten werden und viel züchten, so ist natürlich auch ein Taubenstein von essentieller Bedeutung, weil sonst die Zuchtpausen verlängert werden, eben bis sich die Tiere wieder von der Aufzucht 2-er Junger entsprechend erholten konnten.

In der Hoffnung etwas geholfen zu haben, verbleibe ich mit vielen Grüßen.

Abendstern
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Beitrag#4von Herwig » Sonntag 7. Oktober 2007, 07:53

Hallo abendstern,

recht herzlichen Dank für die umfangreiche Antwort, ich bin um einiges schlauer!!

Das Zuchtpaar mit dem einen Ei: Das Ei war befruchtet, das Küken auch ausgebildet aber scheinbar kurz vor dem Schlupf im Ei verendet. Gerade vorgestern habe ich festgestellt, das die Täubin wieder ein Ei gelegt hat und wieder auf einem einzelnen Ei sitzt. Abgesehen davon, das ich das viel zu spät finde, habe ich das Gefühl, dass die nicht so richtig fest sitzt und zu oft unterwegs ist.
Futter kaufe ich seit Anfang an bei Raifeisen, die bieten zweierlei Sorten an, eines für Zuchttiere und ein "normales Taubenfutter". Ich füttere das Zuchtfutter im Sommer und das ander im Herbst/Winter.
Alles in allem bin ich solche Schwierigkeiten nicht gewohnt, weil meine früheren Fleischrassen völlig unkompliziert in der Aufzucht waren.

Der Züchter, von dem ich meine beiden Zuchtpaare bekommen habe, hat grundsätzlich scheinbar mehr Erfolg. Er hat einen einfachen Taubenschlag mit Voliere und kümmert sich im Prinzip sehr wenig um die Tire. Ich kann mir nicht vorstellen, das der einen Überblick hat, welches Paar wieviel Eier legt oder Junge großzieht.
In diesem Jahr habe ich also von 2 Paaren ein Jungtier als Nachzucht übrigbehalten. Ich empfinde das schon ziemlich erfolglos und bin nahedran die Sache aufzugeben.

Du sprichst von umpaaren, wie geht das? Nehme ich einfach den Täuber des einen Paares und seperiere den mit einer andern Täubin?

Vielen Dank für diene tolle Hilfe!
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Beitrag#5von altsteirer.at » Sonntag 7. Oktober 2007, 15:53

Hallo Herwig!

Das hört sich nun doch etwas anders an. Offenbar wird diese Täubin noch ein 2. Ei legen, wie es eben nach 2 Tagen der Fall ist. Die meisten Täubinnen fangen bekanntlich sofort zum brüten an. Dennoch, 1 Junges in der Zuchtsaison ist bei weitem zu wenig.

Hier in Wien gibt es etliche Halter von weißen Brieftauben, welche sie für Hochzeiten und Werbeaufnahmen recht lukrativ vermarkten.

Dennoch ist es möglich, dass dier Züchter oder Halter Bescheid weiß, welche Paare wieviel Nachzucht bringen oder eben nicht. Natürlich gibt es auch Halter, die sich nicht mal darum scheren, die Tiere nicht mal beringen. Gerade so einen Bestand and Wr. Hochfliegern betreue ich seit etlichen Jahren. Darauf beruhen auch meine Erfahrungen, den ich führe detaillierte Aufzeichnungen.

Vielleicht ist es auch ein Grund, dass die Paare sehr eng verwandt sind. In der Regel ist das aber nicht wirklich ein Grund, weil die relative Inzuchtsteigerung/Generation bei Tauben aufgrund der vielen Vatertiere sehr gering ist, auch bei isolierten Populationen.

Dennoch, Täubinnen, die so wenig fruchtbar sind, muss man bei Gelegenheit ausmerzen. Solche Beobachtungen habe ich auch bei meinem Bestand gemacht, wie ich schon erwähnt habe. Du kannst aber die Tiere mal umpaaren. Dann musst Du sie vielleicht mal trennen, wie es zur Jahreswende üblich ist und dann mit den neuen Partnern zusammengeben. Idealer ist es, wenn die Tiere zuvor geschlechtermäßig getrennt werden, etwa die Tauber und Täubinnen separat in einem Schlag. Wochen danach sind sie sehr an den Partnern interessiert und man kann sie in relativ kurzer Zeit mit dem neuen Partner verpaaren. Das ist bei Brieftaubenzüchtern eigentlich üblich.

Im übrigen sind Brieftauben in der Regel sehr fruchtbar, werden oft als Ammentauben verwendet. Auch ich hatte mal weiße Brieftauben und da gab es diesbezüglich keine Probleme.

Vielleicht macht es Sinn, wenn Du sie kommendes Frühjahr mal umpaarst, oder vielleicht kannst sie beim Vorbesitzer gegen ein reproduktives Paar umtauschen.

Viel Erfolg wünscht

Abendstern
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Beitrag#6von Herwig » Montag 26. November 2007, 10:51

Tja , es sit nicht zu fassen, jetzt fangen doch die Tauben bei dem Wetter auf einmal an, zu legen.
Ich glaube die sind nicht ganz dicht.
Kann ich da was retten, oder besser die Eier gleich den Schweinen geben.
Die Stall ist ungeheizt und die Nistschalen auch!
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Beitrag#7von altsteirer.at » Dienstag 27. November 2007, 21:54

Hallo Herwig!

Natürlich kannst Du die Tauben auch jetzt brüten lassen. Immerhin gab es kaum oder keine Nachzucht. Es kommt eigentlich ausschließlich auf den Mutterinstinkt des Paares, insbesondere der Täubin an, ob das Paar die allfälligen Jungen aufziehen kann.

Wenn die Jungen gut gewärmt und gepflegt werden, so kommen sie auch in kalten Perioden auf. Wenn sie aber die Jungen schon alleine lassen, ehe diese ordentlich befiedert sind oder auch groß genug, dann gehen sie natürlich ein. Gute Paare ziehen jedenfalls auch bei sehr kalten Perioden Junge auf.

Freilich sind bei den klassischen und eigentlichen Züchtern die Paare um diese Zeit nach Geschlechtern getrennt. Zudem ist um diese Jahreszeit, also im Spätjahr, die Libido und der Bruttrieb reduziert, gerade in den Monaten November, Dezember. Einzelne Paare wollen dennoch brüten, bzw. tun es auch. So verhält es sich auch bei jenen Wiener Hochfliegern, wo ich das Zuchtbuch führe und sie der Eigentümer prinzipiell nie trennt.

Ich würde an Deiner Stelle dem Paar die Chance geben. Ein anderer Weg wäre natürlich auch, dass Du die Paare bis Anfang März trennst, wie es die Reisetaubenzüchter machen. Dann werden sie wieder verpaart und durch die zunehmende Tageslänge und Wärme, bzw. allfällig gute Fütterung, steigen mit der Verpaarung wieder Libido und Bruttrieb an. Das ist natürlich im Wesentlichen hormonell bedingt.

Wenn die Tiere aber gut gefüttert werden, so sehe ich keinen Grund, dass Du sie trennst, wo Du ohnehin vornehmlich Liebhaber und weniger Züchter bist.

Fallst die Tiere in einer Voliere gehalten werden, ist es sehr wichtig, dass sie auch Taubensteine bekommen. Diese Mineralien und Spurenelemente sind essentiell für Zucht- und Jungtauben, weil widrigenfalls bei Volierentauben die Reproduktionsrate wesentlich verkürzt wird. Brüten sie bei guter Fütterung und Verabreichung von Taubensteinen alle 4 - 5 Wochen, so dauert es im anderen Fall bis zu 2 Monaten, wo also die Täubin wieder das Legen beginnt.

Wenn die Paare bis Sommer bei entsprechend guter Fütterung und Haltung weder brüten oder Junge aufziehen, würde ich mich um andere Tauben umsehen. Am besten sind Jungtauben aus einer guten Zucht, oder eben ein gute Zuchtpaare, welche erfolgreiche Züchter aber nur in Ausnahmefällen abgeben. Letztlich kommt man nur mit viele Leidenschaft und Interesse - wie überalls, also auch in der Zucht - zum Erfolg und zwar ausnahmslos über konsequente Selektion, anhand der relevanten Parameter, zum Erfolg.

Wenn Du auch nur ein Liebhaber bist, so geht es Dir dennoch um eine entsprechende Reproduktionsrate oder Aufzuchtleistung und somit ist auch das ein relevanter Parameter in der Zucht, den Du "notgedrungen" ernst nehmen musst, wenn du Erfolg und Freude mit den Tieren haben willst.

Viele Grüße aus Wien von

Abendstern
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Beitrag#8von Rödertaler » Samstag 15. November 2008, 10:12

Hallo, Altsteirer hat ja schon viele Tips gegeben, ich hab auch noch paar Gedanken: zwei Paare sind nicht gerade viel, und man sagt auch mindestens drei, damit sich die 2 Täuber nicht ständig bekriegen. Vielleicht noch ein zwei Paare dazu, und dann kannst Du Auslese betreiben.
Das Futter würde ich bei einem erfahrenen Kleintierfutterhändler beziehen. Da gibts auch Beratung, welches Futter zu welcher Rasse, Jahreszeit etc. paßt. Zur Zeit leben Deine Tauben sicherlich zu gut.
Weiterhin ist eine Trichonomadenkur und eine Impfung gegen Salmonellen sinnvoll. Eigentlich zuviel um hier alles aufzulisten. Am besten mal mit einem Züchter vor Ort drüber reden. Und da Rasseerhaltung ja nur über Zuchtverbände geht, vielleicht auch einem Zuchtverein anschließen.
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Beitrag#9von altsteirer.at » Samstag 15. November 2008, 12:31

Hallo Rödertaler,

nett dass auch Du Dich an der Diskussion beteiligst, doch teile ich Deine Ansichten nur zum Teil:

Ich habe Herwig so verstanden, dass er die Tiere nur als Liebhaber hält. Er hat sie irgendwie "zufällig" oder "aus einer Laune" bekommen. Natürlich hast Du vollkommen Recht wenn Du meinst, dass man mehr Paare haben sollte, auch wenn man die Zucht erst beginnt. In der Zucht ist es ja wirklich ein ungeschriebenens Gesetz, wonach man erst über die Quatität zur Qualität kommt. Das ist leider sehr vielen "Sportzüchtern" nicht wirklich bewusst.

Im Regelfall beginnt man halt mit 2 Paaren, dafür gibt es diverse Gründe. Wenn diese Paare zumindest durchschnittliche Qualtität aufweisen, dann kann man sie über die Nachzucht wieder verpaaren, sofern eben diese 2 Paare möglichst unverwandt sind. Es müssen nicht unbedingt Geschwister sein, obwohl auch das bei Tauben hinsichtlich Inzuchtsteigerung ein sehr relatives Problem ist, weil es hier - etwa im Gegensatz zu Hühnern - viel mehr Vatertiere haben und auch Vollgeschwister niemals die selbe Genetik haben.

Krankheiten, Impfungen

Hier habe ich einen ganz anderen Ansatz, als der Rest der Züchterwelt, ganz einfach weil ich nicht die Pharmakonzerne oder Tierärzte subventionieren möchte:

In meiner Aktivität als Züchter habe ich immer hinsichtlich Robustheit und Krankheitsresistenz selektiert. So ist der von mir betreute Bestand an Wr. Hochfliegern paramyxoresistent, was relativ einfach war und auch nach 2 - 3 Jahren schon der Fall. Fallweise können aber zugekaufte und nicht geimpfte oder resistente Zuchttiere erkranken und auch verenden. Alle Tiere, welche bei Paramyxo erkranken gehen im Regelfall ein, nur die resistenten überleben und auch deren Nachzucht ist interessanterweise resistent, bzw. zum überwiegenden Maße.

Etwas anderes ist es beim Hühnerschnupfen. Da hat es etwas länger gedauert, v. a. weil meine leistungsbeste Henne eine Chronikerin war. Es hat Jahre gedauert, bis ich 2 sehr gute 1,1 von ihr bekommen habe, welche zumindest im 1. Lebensjahr keine klinischen Erscheinungen gezeigt haben, obwohl sie mit den Keimen schon im Jugendalter Kontakt hatten. Hier mache ich einfach Erfahrungen, welche in keinem Lehrbuch stehen, weil alle Experten nur zum Impfen raten und das auch Standard ist, wohl auch im Bereich von Haltung und Tierschutz. Dennoch verfahre ich nach dem Selbstverständnis der Vorfahren, die so robustes und resistentes Tiermaterial haben mussten, weil es einfach keine Alternative gab.

Nicht vergessen darf man auch, dass gerade die Ratten das beste Properdin-Lysozym-System (humorale unspezifische Immunabwehr und Bestandteil des Blutes, natürlich rein genetisch determiniert). Warum das so ist, ist wohl jedem klar, weil sie stets hinsichtlich Nahrung einem enormen Infektionsdruck diverser Mikroorganismen und Krankheitserreiger ausgesetzt sind.

Das gebe ich allen zu bedenken, die gegen diese klassischen Krankheiten impfem müssen und v. a. wollen, weil deren Tiere achso wertvoll sind...

Die Neuseeländer haben mit dem Entwurmen bei Schafen aufgehört, weil sie erkannt haben, dass auch die Würmer sich mit den Enwurmungsmitteln entwickeln und von diesen Medikamenten quasi hinsichtlich Resistenz selektiert werden. Die Folge ist, man braucht immer stärkere Mittel, was wieder für die Nahrungskette bedenklich ist, aber v. a. die Unkosten der Produzenten - zugunsten der Pharmaindustrie - in die Höhe schnellen lässt.

Herwig muss selber wissen, was er will. Entweder er werkt mit diesen Tieren weiter (sofern er sie noch hat), oder er holt sich das eine oder andere Paar neu dazu. Wir alle wissen aber, dass sich im Regelfall Tauben sehr schnell vermehren und so kann man aus 2 Paaren schon im folgenden Jahr 3 - 4 weitere Paare dazubekommen. Natürlich sollte man immer sehr hart selektieren, sofern man sich wirklich als Züchter sieht, solche Ziele auch verfolgt, egal ob wirtschaftliche oder eben sportliche (Ausstellungen, Taubensport). Ein Liebhaber - und davon gibt es sehr viele, wenn nicht die meisten Nutzer dieses Webs - hat einfach einen ganz anderen Zugang. Der wird auch sofort zum TA gehen und ein Medikament holen, wenn es ein vermeintliches Problem im Bestand gibt.

Soweit meine Sichtweise.

Viel Erfolg und Freude vom

altsteirer oder wr. hochflieger (wie man will.... ;-) )
Stammbaumzücher von Altsteirer weiß, nicht nur nach "rassetypischen" Merkmalen, sondern inbesondere auch hinsichtlich wirtschaftliche Parameter (Legeleistung, Eigewicht, Fruchtbarkeit (Schlupfrate je Henne) und Fitness (Schnupfen- und Marekresistenz).
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Beitrag#10von Rödertaler » Sonntag 16. November 2008, 13:36

Ja, das Selektieren, das schmerzt,aber es hilft. Und dazu braucht man eine gewisse Masse, um das verkraften zu können.

Diese Ressistenzen, ich halte die Tauben im Freiflug, Coburger Lerchen und meine Eigenkreation, die Rödertaler-rotfahle Damascener, entstanden aus Paarung mit rotfahlen Brieftauben-und impfe auch nicht gegen Paramixovirose, kann ich da von einer Ressistenz ausgehen wenn es keine Probleme gibt?

Salmonellen impfe ich mal alle paar Jahre, wenn ich wieder mal dran denke. Aber mit den Trichomonaden, das merke ich wenn die überhand nehmen, und werde in Zukunft so dreimal jährlich vorbeugend was tun.

Wenn man bei Schafen nichts mehr gegen Würmer macht, ich denk dann werden reihenweise Lämmer eingehen. Alles in Maßen und nach Notwendigkeit, so sagt es unsere Tierärztin, Frau eines Geflügelzüchters.
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Beitrag#11von altsteirer.at » Sonntag 16. November 2008, 13:53

Naja, eigentlich kann man erst von einer Resistenz ausgehen, wenn es einen gewissen Infektionsdruck gibt. Das kann bei Ausstellungen oder auch Zukäufen dann und wann der Fall sein. V. a. kommt es drauf an, ob die Tiere mit anderen Beständen irgendwie Kontakt haben.

Wenn man nicht entwurmt, sollen bei ostfriesischen Milchschafen alle Lämmer mit 4 - 6 W eingehen. Doch aus meiner Erfahrung gehen nie alle ein, vielleicht 90 %, doch alles hat mit dem individuellen Immunsystem und v. a. dem Infektionsdruck zu tun.

Bei Landschafen ist das etwas anders, vielleicht auch weil da die genet. Breite etwas breiter angelegt ist, breiter wohl als bei speziellen auf Hochleistungen gezüchteten Rassen. Hier ist Entwurmen sicher in der Form nicht nötig, kann man auch mit guter Hygiene, der Weidehygiene, gut durchkommen. Natürlich muss man in der Zucht auch selektieren, nämlich die anfälligen Tiere ausmerzen. Nichts anderes macht auch die Natur bei Wildtieren.

Zucht

Nur über Quantität kommt man zur Qualität, sonst müssten wir noch den Auerochsen melken....
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