Schweinepest angekommen

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Schweinepest angekommen

Beitrag#1von klosterbauer » Samstag 7. Februar 2009, 23:49

Hallo aus dem Bergischen - in einigen Teilen der Region ist die Schweinepest angekommen. Wildtiere werden geimpft, Zuchtbestände eingesperrt oder ev. getötet.

Die aktuellen Infos habe ich für unsere Kampagne "Vielfalt lebt" mal zusammengetragen. Vielleicht von Euch von Interesse, weil sich die Pest nähert und ihr Euch vorbereiten müsst.

Zusatz noch: Wer aufstallt. muss nach Einschätzung der Ämter damit rechnen, dass die Tiere mehrere Jahre im Stall bleiben müssen - und da gebe es auch kein Pardon. Wer also baut, baue Platz mit ein ...

Hier mein Link für Euch:
[url]http://www.vielfalt-lebt.de/index.php?id=46&tx_ttnews[tt_news]=35&tx_ttnews[backPid=13&cHash=03e3e701cf[/url]

Beste Grüße aus dem Bergischen von

Peter
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Beitrag#2von armin » Sonntag 8. Februar 2009, 13:51

Na super!

Wenn eine allgemeine Aufstallpflicht über mehrere Jahre kommt, geben wir unsere Tiere ab. Mehrjährige Qualhaltung kommt jedenfalls nicht in Frage! Wer Interesse an schwalbenbäuchigen Wollschweinen hat, darf sich gern schonmal bei uns melden...

Das Problem wird wohl über kurz oder lang in vielen Regionen in Deutschland wiederholen, der Wildschwein-Bestand ist in Deutschland so groß, wie noch nie in der Geschichte. Aber Hauptsache, die Preise für Wildfleisch bleiben hoch und Raubtiere weit weg... Bild Bild Bild

Geh mich jetzt erst mal abreagieren...

Armin
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Beitrag#3von löringshof » Sonntag 8. Februar 2009, 17:35

Hallo Armin,

Du bringst es auf den Punkt!!!

Alles läuft nur noch auf gewerbsmäßige Mastanlagen zu.
Hier bei uns plant auch ein größen Wahnsinniger "Landbesitzer" neben einer 700KW-Biogasanlage eine Schweinewmast mit
10.000 Schweinen und drei Mastdurchgängen pro Jahr.

Wenn ich an die Tiere denke regt sich mein Mitgefühl, wenn ich an das Fleisch denke ..... IIIIIIIIIIIbbrrrrrrrr.

Gruß

Peter
übt die Kunst der relativen Zufriedenheit
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Beitrag#4von klosterbauer » Sonntag 8. Februar 2009, 21:25

Hier der Bergische Peter,

stimmt, was Ihr schreibt. Aber was tun? Sollen - wenn Armin recht hat und die Pest sich weiter ausbreitet - die kleinen Zuchtbestände einfach aufhören und die RAssen weggeben oder wegschlachten. das kann ja auch nicht sein.

Kurzfristig bleibt eher das Durchhalten aus meiner Sicht. Politisch müssen wir - wie bei der Blauzunge - das Thema der Impfpolitik anpacken! Nur ist das nicht das Thema der regionalen Veterinärämter, das wird auf ganz anderen Ebenen bestimmt.

Es ist doch wie überall: Wir kleinen sind eigentlich beweglicher und können leichter reagieren als die großen Betriebe. Im Krieg haben die Leute auf dem Land auch die Schweine im Keller versteckt,damit der Speck nicht konfisziert wurde. Ich weiß, ist nicht die Lösung - aber aufgeben und nachher auf das Monsanto-Patentschwein warten, das will ich zumindest nicht. Darum tun wir, was wir können. Einer unserer Beiratsmitglieder war schon beim hiesigen Veterinär ...

Soweit und immer weiter grüßt
Peter
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Beitrag#5von armin » Sonntag 8. Februar 2009, 22:13

Lieber Peter (Schmidt),

wie soll ich Dich verstehen, denkst Du über zivilen Ungehorsam nach? Der politischen Entscheidungsebene, die Du ansprichst, traue ich eher noch weniger zu, als den örtlichen Veterinärbehören. Damit die Politik tätig wird, müssen Wählerstimmen auf dem Spiel stehen. Ist das wirklich so, bei in paar kleinen Schweinehaltern?

Die Mehrheit der Bevölkerung interessiert sich einen Dreck für uns, sondern viel mehr dafür, dass das Kilo Schweinefleich auch weiter für € 1,99 im Supermarkt zu finden ist. Und die industriellen Schweinehalter, von denen Peter (Löring) schreibt, sorgen dafür, dass das so bleibt. Die fürchten keine Aufstallpflicht, weil deren Tiere so wie so niemals das Licht der Sonne sehen. Und die wissen genau, dass sie uns mit der Stallpflicht quasi "vom Markt nehmen".

Wir werden sehen... Das Veterinäramt Remscheid/Solingen habe ich übrigens um Auskunft zu den geplanten Maßnahmen gebeten, Du hast eine Kopie bekommen. Vielleicht wir es ja nicht so schlimm wie befürchtet. Aber wenn es nicht anders gehet, wird die Schweinehaltung bei uns eben für einige Jahre ausgesetzt. Ich hab da nämlich ein Problem: Die Kellertreppe ist so steil, da krieg ich den Eber nicht runter... Bild

Gruß
Armin
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Beitrag#6von pigmama » Montag 9. Februar 2009, 08:21

Hallo, Ihr Lieben,

natürlich müssen wir das Thema Impfen anpacken. Meine Erfahrung mit Landwirten hier vor Ort, die von der Schweinemast oder "Ferkelerzeugung" leben, ist eher positiv. Ich habe noch keinen gefunden, der nicht für eine Impfung wäre. Wir diskutieren oft über dieses und ähnliche Themen. Viele, viele würden gerne weniger Tiere vernünftiger halten, wenn sie einen guten Preis dafür bekommen würden. Schwarze Schafe gibt es überall, aber nicht alle konventionellen Landwirte sind schlechte Menschen oder haben keine Achtung vor ihren Tieren. Und wenn ich so positive Resonanz sogar im "Goldenen Gülledreieck" Deutschlands erlebe, heißt für mich die Divese, dass man die Kräfte bündeln muss und nicht gegeneinander agieren sollte. Wir sitzen doch irgendwie alle in einem Boot. Ich bekomme hier übrigens von den "Konventionellen" jedwede Unterstützung, die ich brauche. Sie finden es ausnahmslos prima, dass ausgerechnet in unserer Region jemand (...und dann auch noch ein Frau Bild ) über 20 Schweine im Freiland hält.

Sollte die Schweinepest auch uns erreichen, so halte ich es mit Armin; eine Aufstallung kommt für mich nur für unsere ganz alten Tiere in Frage. Alle anderen würde ich abgeben. Ich habe hier etliche Schweine, die noch nie einen Stall von innen gesehen haben. Das würde ich ihnen nicht antun.

Liebe Grüße,

Elke
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Beitrag#7von klosterbauer » Montag 9. Februar 2009, 09:37

Hallo mal wieder von Peter (Schmidt),

ich kann Frust und Co gut verstehen, geht mir ja auch nicht anders!
Aber wenn die Vet-ämter konsequent sind (und wenn sie das sind, kann ich sie verstehen, sind Beamte, die man ganz schön am Schlawittchen kriegt, wenn die ihren Job nicht ordentlich tun und in ihrem Bezirk die Pest auf Hausschweine übergreift) und ihr alle abgebt oder schlachtet, dann kann ich das gut verstehen. Aber so dezimieren wir weiter die Bestände - eher sinnvoll ist sicherlich die frühzeitige "Ausfuhr" in pestfreie Gebiete bspw. Und die Erhaltung der Zuchtstämme.
In Sachen Impfen: Danke Elke!
Ich bin auch optimistisch, dass immer mehr Menschen auch auf Tiergerechtigkeit achten.

Passt auf Euch und Eure Schweine auf - es grüßt
Peter
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Beitrag#8von mangalitza » Montag 9. Februar 2009, 11:20

Hallo Ihr Schweinehalter,

ich bin konkret betroffen von der Schweinepest: Sperrbezirk! Bedeutet für mich, dass ich Schweine nur verkaufen kann, wenn
- Blutproben genommen werden
- das für mich zuständige Vet-Amt zustimmt und eine Transportgenehmigung ausstellt
- das Vet-Amt zustimmt, das für den Käufer zuständig ist

Ich war froh, dass ich einen Käufer für meinen 6 Monate alte Eber hatte; er hatte sich das Tier angesehen und hätte es direkt mitgenommen; als er allerdings von dem ganzen Prozedere hörte, ist er abgesprungen.

Nach Auskunft des Vet-Amtes müssen wir uns aufgrund EU-Recht auf diese Vorgehensweise auf etwa 2,5 Jahre einstellen.
Michael
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Beitrag#9von klosterbauer » Montag 9. Februar 2009, 14:48

Sch... - kenn ich - ich kriege meine Schafe derzeit auch nicht nach weit weg verkauft (Blauzunge - auch im "Gefahrgebiet" oder wie das gerade heißt)

Die Seuchen, die Globalisierung - die Welt steht Kopf

Es grüßt per Handstand
Peter aus dem Bergischen
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Beitrag#10von pigmama » Montag 9. Februar 2009, 15:14

Hallo Michael und Peter,

ich kann die Leute verstehen, die aus einem Seuchengebiet keine Tiere aufnehmen möchten. Ich hatte vor wenigen Tagen eine Anfrage, zwei Schweinen aus Köln zu helfen. So leid mir das tut, aber ich kann unmöglich meine Tiere hier alle gefährden. Mir ist das Prozedere bekannt. Und gerade am letzten von Michael genannten Punkt würde eine Aufnahme von Tieren aus solch einem Gebiet scheitern; unser zuständiges Veterinäramt würde dazu niemals seine Einwilligung geben. Und mir selbst wäre das auch zu gefährlich.
Deshalb müsste ich im Fall des Falles wirklich vor dem Ausbruch der Seuche reagieren und meine Schweine verbringen. Aber wer weiß schon so genau, wann und wo der nächste Fall der Schweinepest auftritt? Als Ehefrau eines Försters muss ich sowieso immer um meine Tiere fürchten, weil die Jäger, die auf unseren Hof kommen, sich zwar zum Glück an die Weisung des Landes Niedersachsen halten, keine erlegten Wildschweine oder Fallwild auf einen Hof zu bringen, auf dem Schweine leben. Aber wir haben hier sehr viel Publikumsverkehr an Jägern. Und die Wege der Übertragung der Schweinepest sind leider vielfältig.
Axel Krampe, von dem ich meine Rotbunten Husumer habe, hatte früher immer Tiere bei einem Bekannten in einem anderen Bundesland untergebracht. Ich weiß nicht, ob er es heute noch so macht, aber das scheint mir eine praktikable Lösung zu sein, um im Falle einer Seuche nicht alles zu verlieren. Da müssen wir Nutztierarchen uns gegenseitig helfen, wenn Not am Mann ist.

Liebe Grüße,

Elke
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Beitrag#11von knüllbergfarm » Montag 9. Februar 2009, 16:19

Hallo in die runde das ist ja nich auszudenken wenn die Schweinepest bei uns ankommt wir haben so gebaut das wir Auslaufhaltung haben,da können wir garnich alle Aufstallen wollen wir auch gar nicht
kann man da nicht gegen ImpfenBild.
Hallo Michael das ist ja Sch nur wegen den Papirkrieg gleich abzuspringen.
Armin da hast du recht so gross war die Wildschweinpopolation noch nie.
In Niedersachsen haben sich die Jäger geeinigt auch gezilt Jungtiere zubejagen .
Ich hoffe nur das die Schweinepest schnell eingedämt werden kann was ja nich so einfach ist da die Wildschweine bei den Winterlichen Temparaturen ja schon 2 Würfe im Jahr haben .
Armin wenn ihr den Eberhard nich die Kellertreppe runterbekommt einfach rollen Bildspass bei seite vieleicht bekommen wir eure noch unter wäre schade wenn ihr die Verkaufen müstet
Aber wie immer erstmal abwarten und nich gleich ihn panik ausufern lassen

Gruss Thomas der sich woll die Grippe eingefangen hat aber richtig
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Beitrag#12von klosterbauer » Montag 9. Februar 2009, 16:37

Hi - klar kann man impfen (die Wildschweine werden es ja auch). Aber die EU, die Beschränkungen des Exportes - also die große Politik und Wirtschaft - interessiert´s nicht. Die denken ja nur an die geschlossenen Mastviehställe.

Aber da waren wir schon, dass zu beklagen ist nicht neu und hilft heut nicht weiter. Im Bergischen sind Lösungen gefragt - und bei Euch anderen vorbeugende Maßnahmen, um die Zeit zu überstehen.

Elke: Ich hätte es auch nicht gemacht, glaube ich. Die Schweine müssen jetzt im Bezirk gerettet werden. Ausfuhr macht am meisten Sinn, wenn man früh genug ist.
Und: so,so, von Axel hast Du Deine Schweinderl also - ich sehe ihn leider viel zu selten! Obwohl so nah er wohnt.

Bis dahin grüßt
Peter
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Beitrag#13von armin » Montag 9. Februar 2009, 19:30

Hallo Peter,

das Vet.Amt bei Euch in Gummersbach scheint besonders motiviert zu Werke zu gehen, das ist wohl auch nötig, wenn man ganz plötzlich 131 "kleine Schweinehaltungen" (sprich: lästige kleine Schweinehaltungen) kontrollieren muss. Hierzu die folgende Pressemitteilung der Kreisverwaltung:

www.oberbergischer-kreis.de/cms200/aktuelles/pressemitteilungen/2009/02/artikel/2009-02-04_schweinekontrolle.shtml

Besonders aufschlussreich fand ich die folgenden Worte des zuständigen Dezernenten für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung:

„Ziel des Ministeriums ist es, für die Zeit, in der wir als,gefährdeter Bezirk’ gelten, die kleinen Schweinehaltungen aufzulösen“


Voilà, wer sagt's denn, das nenne ich mal Transparenz und Offenheit!!! Da weiß man wenigstens, wieviel Spielraum jetzt noch für "Lösungen" besteht...

Es grüßt der kleine Schweinehalter

Armin
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Beitrag#14von pigmama » Montag 9. Februar 2009, 19:53

„Ziel des Ministeriums ist es, für die Zeit, in der wir als,gefährdeter Bezirk’ gelten, die kleinen Schweinehaltungen aufzulösen“

...na, das sind ja Aussichten! Einfach nur schrecklich!

Es grüßt, Elke, ebenfalls kleine Schweinehalterin
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Beitrag#15von klosterbauer » Montag 9. Februar 2009, 21:44

Hallo aus diesem Oberbergischen -

haut mir nicht auf die falschen: Ziel des MINISTERIUMS ist es .... (nicht der lokalen Veterinäre - die sind nur beamtete Ausführungsorgane).

Außerdem sind wir mit den lokalen Veterinären im Gespräch. Und die sagen auch: Wir können/wollen die Auflösung nicht erzwingen! ...

Bislang ist auch in Oberberg keine Auflösungs- oder Tötungsanordnung rausgegangen.

Viele Dinge lassen sich im Gespräch viel besser lösen als man es gedruckt sieht. Wir Oberbergischen wissen aus der Blauzungen-Zeit, dass kaum ein Veterinäramt und kaum eine Kreisverwaltung in NRW so aktiv auf Seiten der Tierhalter gestanden hat. Und darum halten wir hier auch aktiv den Kontakt, arbeiten, reden, argumentieren.

Es ist halt Arbeit, die man nicht sieht und die auch nicht gedruckt wird. Aber klar bleibt auch, das schrieb ich bereits, dass wohl die Stallpflicht kommt. In der Sache müsst ihr alle aber ans Land, die geben die Order.

Euch Remscheidern, lieber Armin, gönne ich, gar nicht erst Pest-Bezirk zu werden.

Grundsätzlich sehe ich das so: Im Rahmen der Vorgaben kann man auf lokaler Ebene Lösungen suchen, wann man nicht zu stark in den Konflikt geht. Denn hier brauchen wir die Kompromissbereitschaft der Veterinäre. Auf überlokaler Ebene muss man politisch agieren. Das ist dann der zweite Schritt für uns Bergische, wir müssen erstmal hier vor Ort ran.

So haben wir u.a. eine Stellungnahme eines anderen Berg. Veterinäramtes, das sehr, sehr deutlich betont, dass es KEINEN Zwang zur Aufgabe der Schweinehaltung gibt. Und es betont, das das MINISTERIUM die Zahl der Schweinehaltungen reduzieren will. Wer weiter hält, muss sich peinlich an die Vorschriften halten. Schon aus eigenem Schutz, denn "sollte in einem Bestand wegen
Nichteinhaltung rechtlicher Vorgaben die Schweinepest auftreten, kann der Tierhalter ggf. für die Folgemaßnahmen in Regress genommen werden. Dies kann u.U. sehr teuer werden."

Leider wird auch in Bezug auf das Ministerium sehr deutlich, dass das Wohl des Schweineexportes über das Impfen geht (aber das hatten wir schon, die politische Ebene - ELKE!!!)

Es grüßt herzlich
Peter
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Beitrag#16von klosterbauer » Donnerstag 12. Februar 2009, 23:30

Liebe Leute,

es gab heute noch mal Telefonate mit den Veterinärämtern. Zu den Fakten:
Unterschieden wird bei den Ämtern, wo akut erkrankte Wildschweine gefunden werden (Gefährdungsbezirk, glaub ich, heißt es dann im Umkreis von 10 km) oder wo Wildschweine gefunden werden, die Antikörper im Blut haben (also die Pest hatten und überlebt haben). Tiere der letzten Sorte fanden sich bereits weiter im Osten (Richtung Sauerland) - und wohl auch in Rheinland-Pfalz (ev. dort auch ein akut erkranktes Tier).

Was ich damit sagen will: Ich denke, es wird kaum klappen, die Schweinepest mal eben so auf unsere seuchenerprobten Gebiete (Hallo: Blauzunge) zu begrenzen. Das ist zwar nur eine Einschätzung, aber ich denke, man muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass die Schweinepest in größerem Ausmaß zu finden sein wird.

Für uns bleibt die Wahl: Aufstallen (vielleicht mit dem Veterinäramt über den Stall verhandeln, aber Stall wird sein müssen) oder schlachten. Ich verstehe jeden, der schlachtet. Aber bitte bedenkt auch: Wenn wir alle schlachten, bleiben nur wenige Viecher übrig. Ich weiß, dass es nicht mit unserer Art der Tierhaltung übereinstimmt, die Tiere aufzustallen. (Gleiches gilt für Schafe und Rinder am Beginn der Blauzunge - viele von uns haben zeitweise aufgestallt (z.T. freiwillig - so habe ich den Blauzungenbefall wesentlich reduzieren können, schätze ich). Das machte KEINEN Spaß!!!!

Wenn wir dies aber nicht tun, dann kann es bei großflächiger Pest so sein, dass kaum einer nachher mehr anfangen kann, weil die Bestände mehr als dezimiert wurden. Dann ist unser aller Arbeit "für die Katz".

Ich fände es gut, wenn möglichst viele den schlechten Weg gehen und aufstallen. Und die, die weiter weg sind, können jetzt noch Vorbereitungen treffen und Platz schaffen oder Quartiere suchen. Sonst überleben die Stallmastschweine, und wir killen die glücklichen Freilandschweine, weil wir keine Stallzeit durchstehen. Vielleicht müssen wir hier den Umweg gehen ...

Denkt bitte mal drüber nach - es grüßt aus dem Bergischen
Peter
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Beitrag#17von armin » Freitag 13. Februar 2009, 09:21

Lieber Peter,

Deine Einstellung ist mir deutlich zu unkritisch! Hier geht es nicht einfach darum, ein notwendiges Übel akzeptieren zu müssen, sondern um die Frage nach der Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen überhaupt.

Nach § 14a Abs. 6 Nr. 2 der Schweinepestverordnung besteht für die Halter von Hausschweinen im "gefährdeten Bezirk" lediglich die Verpflichtung,
die Schweine so abzusondern, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen können
wobei der "gefährdete Bezirk" zuvor nach Abs. 1 - 3 festzulegen und bekannt zu geben ist.

Das bedeutet, die Veterinärbejörden sind keinesfalls verpflichtet, eine allgemeine Stallpflich anzuordnen. Jetzt aber werden zum Teil Aufstallungsverfügungen für ganze Landkreise erlassen, ohne Einzelfallprüfung , ohne Ausnahmegenehmigungen und mit der Aussicht einer mehrjährigen Geltungsdauer. Es gibt Aussagen "aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen", dass diese Stallpflicht für einen Zeitraum von 5 - 10 Jahren (!!!!!) aurecht erhalten werden soll.

Das ist keine Maßnahme der Tierseuchen-Prävention mehr, das ist ein Amoklauf!!!

Heute (am einem Freitag, den 13...) entscheidet sich die Zukunft unserer Schweinehaltung. Wenn ich mir den grau verhangenen Himmel ansehen hab ich schon eine Ahnung, was dabei herauskommt....

Es grüßt
Armin
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Beitrag#18von klosterbauer » Freitag 13. Februar 2009, 09:48

Lieber Armin,

ich will mich gar nicht mit Dir streiten - nur: derzeit geht es aus meiner Sicht darum, Wege zu finden.

Wir können nicht binnen weniger Tage fundamental die politische Grundrichtung in Richtung Impfen ändern, das ist ein langer Weg und ein langes Leiden, das haben wir bei der Blauzunge erlebt (die habe ich im eigenen Stall durchlitten, mehrere Jahre). Da wird jetzt geimpft.

Wenn keine Schweine mehr da sind, werden auch keine mehr geimpft.

Du bist selbst bei der Stadt und weißt, wie die Menschen dort ticken. Grundsatzfragen werden nicht im Amt geklärt. Wenn ein Amtschef keine Ausnahmen zulässt oder meint, das Ministerium lässt keine Ausnahmen zu, dann können seine Angestellten noch so im Dreieck hüpfen und anders wollen... Wenn der Amtschef dagegen mit sich reden lässt, kommen wir auch weiter - das ist der pragmatische Weg. Aber man muss sich auch auf die Ämter zubewegen, von grundsätzlicher Kritik lassen die sich derzeit nicht beeindrucken, dafür hängen denen zu viele andere im Nacken.

Und was machste gegen Amokläufer? Die Polizei therapiert, bequatscht und macht sonst was - oder final. Das signalisiert, wie man mit Amokläufern vielleicht klar kommen kann. Final wäre in unserem Fall die Abwahl (falls es eine bessere Wahl gibt - das dauert aber noch was) - also bleibt reden, reden, reden - und geduldig sein.

Und über die Länge der Aufstallungszeit kann man erst diskutieren, wenn überhaupt Tiere aufgestallt sind. Zum Glück kenne ich auch - wenige - Züchter, die ihre Schweine einstellen - nur so können wir weiter diskutieren und im Gespräch bleiben.

Wie gesagt und das ganz deutlich: Die Notwendigkeit der Maßnahme akzeptiere ich so nicht, die ist rein wirtschaftlich-EU-technisch begründet und hat nichts mit TIerschutz und Tierhaltung zu tun. Impfen wäre die Lösung.

Also: Ich denke, in der grundsätzlichen Kritik sind wir uns einig. Nur jetzt suche ich andere Wege, ich geb´s zu. Mir geht es zunächst ums "überhaupt" retten, damit wir nachher über das "wie" diskutieren können.

Ich hoffe, damit bin ich jetzt nicht missverstanden - das will ich nämlich nicht.

Beste Grüße aus dem seucherprobten Oberbergischen

Peter
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Beitrag#19von knüllbergfarm » Samstag 14. Februar 2009, 10:17

Hallo Armin hallo Peter(Schmidt)
Ich gebe euch beiden recht vorort ist natürlich ambesten,da der aufwand ja sehr hoch ist Tiere woanders unterzubringen mit Transport und soweiter aber wenn es nich anders geht weil mann es seinen tieren nicht antun möchte ist es eine sehr gute lösung Tiere woanders aufzustallen.
Noch sind wir hier im Norden nicht davon betroffen aber ich denke jetzt schon nach wo ich Tiere unterbringen könnte.
Besonders unsere Blonden Wollschweine Zuchtrichtung Lincolista werden die ersten sein wovon eine Zuchtgruppe woanders untergebracht werden.

Bei Transpporten die Schnell und kurzfristig organisrt über die Bühne gehen müssen kann ich auf alle fälle behilflich sein da ich mir die Zeit einteilen kann semtliche Fahrzeuge und Transportgräte sind vorhanden
Zaun-Stallbau(Werkzeuge vorhanden) alles ist möglich über die entstehenden kosten usw können wir reden wie immer umsonst geht leider nich.
Transpotiren dürfen Betti und ich alle Haus und Nutztierarten von Huhn bis Rind und Pferd
Bildle grüsse Thomas
Zuletzt geändert von knüllbergfarm am Sonntag 15. Februar 2009, 06:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag#20von knüllbergfarm » Samstag 14. Februar 2009, 10:59

Ich noch mal also wer mehr über die Schweinepest und soweiter wissen möchte schaut auch bei
www.schweinefreunde.de
sehr interesant und immer auf neusten standBildcherische grüsseThomas
im Forum natürlich
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Beitrag#22von klosterbauer » Dienstag 17. Februar 2009, 14:53

Hallo Gregor, der Stadtbauer

stimmt, die Homepage wird gerade von meiner Frau überarbeitet - ist also nicht wirklich aktuell. Derzeit haben wir in Zucht Braune Bergschafe und Rotes Höhenvieh, in Haltung Weiße Bergschafe. In Planung ist der Abtenauer Schlag der Noriker. Mal sehen (Bei Pferdezucht kommt ja nicht wirklich was rein, da muss schon Geld für übrig sein ...)

Bei Butox muss ich Dich enttäuschen, dieses "Nervengift" hilft nicht wirklich gegen die Gnitzen, die die Blauzunge verteilen. Am Anfang hieß es auch bei uns: Butox drauf, Schafe raus. Die Praxis zeigt: alles Quatsch! Auf Butox kannst Du genauso gut verzichten.

sagt
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Beitrag#23von klosterbauer » Mittwoch 18. Februar 2009, 09:27

Nochmal Hallo,

Gregor, dein Post hat es geschafft - unsere neue Homepage ist online (wenn auch unter Links und so noch nicht ganz fertig). Danke, ein bisschen Druck hilft schon mal weiter ...

Peter aus dem Bergischen

PS: Haste auch eine zum Gucken??
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