Lähme nach Geburt

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Lähme nach Geburt

Beitrag#1von Canaria111 » Montag 10. Dezember 2007, 14:17

Die Sau von einen Bekannter hat letzte Woche geferkelt. Das erste mal und sie ist wohl er knapp nen Jahr, wenn überhaupt. Es wurden 12, 4 hat sie zerdrückt. 3 Tage später ruft mich mein Bekannter an, er weiss garnicht was er machen soll, die Sau wäre total krank, kommt garnicht mehr hoch.
Ich habe mich dann direkt ins Auto geschmissen. Meine erste Vermutung bestätigte sich aber nicht. Sie hatte weder einen Gebährmuttervorfall, noch stellte sich eine Entzündung ein weil nicht alles raus ist. Sie war sehr apatische und nachdem sie mit viel Mühe hoch ist, stellte ich fest, sie eine teilweise Lähmung der Hinterbeine.
Inzwischen frisst sie wenigstens wieder, darum habe ich die Ferkel nicht mit zu mir genommen (2 davon sind meine schwarze canarische Schweine). Leider weigert sich mein Bekannter einen TA zu Rate zu ziehen. Ich bin am überlegen, ob ich nicht von meinen TA Vitamin B12 holen sollte und spritzen. Das dürfte kaum schaden, was meint Ihr ?
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Beitrag#2von Herwig » Montag 10. Dezember 2007, 17:51

Hallo Cris,

wenn wirklich nix mehr in der Gebärmutter ist, (Nachgeburt, Totes Ferkel) und die Lähmung sich nur auf die Hinterhand bezieht, kein Fieber vorliegt dringend den TA holen.
Es scheint ein Virus zu sein, der gerne das "Rückgrad" der Schweine befällt, besonders häufig ist diese Erkarnkung in Beständen die mit Essenresten gefüttert werden, die nicht nacherhitzt werden zur Keimabtötung.
Nötig sind vermutlich Antibiotikagaben, die die Blut-Hirnschranke des Tieres passieren können. Normales Antibiotika ist hier wenig Erfolg versprechend.
Nicht ganz typisch für die Erkrankung ist, dass die Sau anfänglich apatisch war. Symptomatisch ist allerdings, das das Tier trotz Erkrankung frisst.
Die Lähmung wird bei Nichbehandeln weiter fortschreiten, bis das Tier nur noch sitzen kann, dann wird auch nach und nach die Vorderhand Ausfallerscheinungen haben.

Das alles muß nicht sein, kann aber durchaus möglich sein, also geht kein Weg dran vorbei die Sache vom TA abklären zu lassen.
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Beitrag#3von Canaria111 » Dienstag 11. Dezember 2007, 10:52

ok, danke Herwig. Ich fahr heute vorbei und spreche nochmal mit meinen Bekannten. Sonst muss ich einfach mit meinen TA hinfahren.
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Beitrag#4von Canaria111 » Mittwoch 12. Dezember 2007, 10:28

Hallo Herwig, kannst Du mir den Namen dieser Viruserkrankung nennen ? Am besten den Lateinischen Ausdruck ?
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Beitrag#5von Herwig » Mittwoch 12. Dezember 2007, 11:58

Ne, ich habe schon hin und her überlegt wie der heißt. Gehört glaube ich zur Gruppe der Herpes Viren!
Muß der TA eigendlich wissen.
Wenn ihr echt keinen TA holen wollt zur Abklärung, ist es letzlich egal wie der heißt, wichtig ist das Antibiotika das die Blut-Hirnschranke überwindet bzw. öffnet.

Bei laktierenden Säuen kann es aber auch mal zu Phosphormangel kommen, das hat ähnliche Symptome und kann auch zu einer Lähmung der Hinterhand führen.

Letzlich gibt es von der klassischen Schweinepest bis BSE bei Schweinen hin und wieder Lähmungen der Hintehand.
Darum der TA, der müsste das am Gesamtbild des Schweines erkennen was da los ist.
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Beitrag#6von Canaria111 » Mittwoch 12. Dezember 2007, 16:13

Oh Herwig, das hat nichts damit zu tun das WIR nicht den TA holen wollen. Ich habe mir gestern den Mund fusselig geredet, bin fast rausgeschmissen worden, als ich gesagt habe, wenn es um die Kosten geht dann zahl ich die usw.... nichts zu machen und auch hier ist es verboten einfach den TA zu holen. Braucht man die Genehmigung vom Tierbesitzer. Was soll ich tun. Wir haben hier auf den Inseln vollkommen andere Verhältnisse. Er ist drauf und dran das arme Tier einfach krepieren zu lassen *schnief* Ich versuch mein Glück heute nochmal. Gestern war er drauf und dran, dass ich das Tier bekomme und ihm dafür 2 Ferkel im Schlachtgewicht gebe, wenn es soweit ist. Mehr kann ich auch nicht tun. Auch bei mir hört dann irgendwann die Tierliebe auf. Bin nicht Krösus und habe meine eigenen Tiere zu versorgen
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Beitrag#7von Herwig » Mittwoch 12. Dezember 2007, 17:41

Hallo Cris, ne habe ich schon verstanden, das es nicht deine Schuld ist.

1. Maßnahme sollte jetzt Mineralien mit Phosphor sein. Als Erstlingssau 12 Ferkel war auch ein bischen happig.

Wenn du günstig an B12 Kommst schadet das auch nix. Am besten wären echt 3 Gaben Antibiotika i.m.
Versuch doch mal da ran zu kommen.
Ansonsten quatsch dem die Sau ab und geb ihm die fehlfarbenen Ferkel wieder. Ich hoffe das einfarbige Ferkel ist eine Sau.
Dann fährst du ab und zu mit den Sauen zum Eber!
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Beitrag#8von open_mind » Mittwoch 12. Dezember 2007, 20:24

Hallo Chris,
es ist ja aus gesprochen schwer Ferndiagnosen zu stellen, wenn man das Tier nicht sieht, und gewisse Dinge testen kann.
Du müßtest auch mehr beschreiben, zum Krankheitsbild der Sau.
Du schreibst " nach dem sie mit viel Mühe hoch ist"....ist sie denn, nach dem sie gezwungen worden ist aufzustehen, stehen geblieben, oder ist sie sofort wieder umgefallen? wenn sie stehen kann, dann hat sie keine Lähmung! Hat sie Fieber?
Das wenige an Beschriebung was ich da jetzt lesen konnte, "hört sich an" wie eine schmerzhafte, entzündliche Erkrankung aus dem reuhmatischen Formenkreis.
Und etwas sehr ähnliches habe ich bei einer meiner Sauen auch erlebt!
Der Tierarzt meinte: Schlachten! Ich habe gesagt: "NÖ"! Dann hat er mir , weil er für Schweine nichts spezielles da hatte, ein Pulver gegeben das normalerweise für Pferde ist.
Es half ihr, die Symptome besserten sich.
Wir schauten als das Pulver alle war, welcher Wirkstoff drin ist und besorgten dann das gleiche Medikament, für Menschen, Voltaren, ein entzündungshemmender, schmerzstillender Muskelrelaxer.
Das habe ich ihr dann ihrem Gewicht entsprechend gegeben. Nach wenigen Tagen war sie wieder fit! Und heute fast zwei Jahre später, ist sie so als ob nie was gewesen wäre!
Wenn es ein Geschehen ist, dass durch Bakterien verursacht ist, dann kannst du auch ein Antibiotika geben, wenn es ein entzündliches ( Entzündungszeichen: Wärme, Dysfunktion, Schwellung, Röte, Schmerz) Geschehen ist dann brauchst du auch kein Antibiotika das die Hirn-Blutschranke überwindet.
Bei einer viralen Erkrankung allerdings hilft KEIN Antibiotika der Welt! Bei viralen Erkrankungen gibt man nur deshalb Antibiotika, damit sich bei dem durch den Virus geschwächten Körper, keine bakterielle Infektion aufsetzt.
Du hast die Sau vor Augen und weißt wie sie sich verhält.
Schau doch mal bei *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** da gibt es ein Lexikon der Schweine und unter anderem auch ein großes Kapitel über Schweinekrankheiten, dort sind auch die Symptome beschrieben, einige der Einträge habe ich dort nach gründlicher Recherche eingesetzt.
Vielleicht hilft dir das weiter.
Ich hoffe ich konnte dir und vor allem der Sau damit helfen!
Liebe Grüsse
Ines
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