Hausschlachtung

Moderator: pigmama


AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 6222

Hausschlachtung

Beitrag#1von silke » Montag 20. Oktober 2008, 13:01

Hallo

Bei uns ist es wieder soweit am Mittwoch wird unsere Berta und Susi geschlachtet.
Da schlagen wieder zwei Herzen in meiner Brust zum einen tut es mir leid um die Schweine die ich ja das ganze Jahr über aufgezogen hab mit ihnen geredet und gestreichelt hab und natürlich eine gewisse Beziehung zu ihnen habe und zum anderen freue ich mich auf das Schlachtfest wenn man solch schöne Schweine schlachten kann jede hat so um die 170kg lebend mir macht das Schlachten jetzt nichts aus aber ein bischen wehmut ist schon dabei ich bin von anfang an mit dabei wenn der Metzger die Schweine aus den Stall holt schiest und absticht und ich das Blut auffange und rühre und freu mich dann auch wenn es ein schöner Schlachtkörper ist und man den Lohn seiner Arbeit sieht.
Und für mich gehört das Schlachten auf den Hof auch mit dazu das ist immer was schönes und auch Tradition auch wenn es viel Arbeit ist Zuhause zu schlachten.
Aber vorallem freue ich mich auf die frische Schlachtschüssel mit Kesselfleisch frischen Blut Brat und Leberwürsten und auch auf das frische Schnitzel einfach Lecker ganz frisch den wir schlachten warm und wird sofort nach dem Töten und saubermachen vom Schwein das fleisch warm Verarbeitet und Wurst gemacht und sowas hat man halt nicht alle Tage und freu mich riesig auf das Essen.
Wir Schlachten zwei mal im Jahr immer zwei Schweine auf den Hof und die Arbeit macht auch spass da es einfach auch mal eine abwechslung ist zum Alltag wenn geschlachtet wird.

Wer von euch schlachtet auch noch Zuhause? Und macht euch das Schlachten auch freude oder eher nicht?



Gruß Silke
Benutzeravatar
silke
...ist scheinbar Hobbyfarmer
...ist scheinbar Hobbyfarmer
Beiträge: 59
Registriert: 11.2007
Wohnort: Nürnberg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#2von Ludger » Montag 20. Oktober 2008, 13:13

Naja, das Schlachten bereitet mir keinen Spass oder Freude....es muss einfach sein.

Aber gekocht,zubereitet und gegessen wird mit Genuss und dem Wissen etwas Gutes im Ofen und auf dem Teller zu haben.
lg
Ludger
Benutzeravatar
Ludger
Highscores: 6

Beitrag#3von Conny » Montag 20. Oktober 2008, 16:27

Wir schlachten ebenfalls noch selber. Vom Geflügel, über Kaninchen, Schafe und Ziegen bis zum Schwein. Dass es mir Spaß macht, kann ich nicht gerade sagen, aber schmecken tut es auf jeden Fall bei weitem besser, als das Supermarktzeuges. Putenfleisch aus dem Supermarkt müsste eigentlich als Sondermüll entsorgt werden, soviel Medis werden in die armen Masttiere gepumpt.
Benutzeravatar
Conny
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 1522
Registriert: 05.2008
Wohnort: Schönfließ+Trampe/Uckermark
Geschlecht: weiblich

Beitrag#4von Fredo » Montag 20. Oktober 2008, 19:40

Ja da muss ich Conny beipflichten man weiß nähmlich nie was im dem Zeug aus dem Supermarkt drin ist. Und außerdem unterstützt man mit jedem stücktchen Fleisch das man kauft ohne zu wissen wie die Tiere gelebt/leben ja auch die Großindustrielen die, die Tiere im käfig halten ohne dass sie einmal im ihren leben rausgekommen sind, und sie evt. auch noch Nudeln, und ihnen Medikamente geben müssen damit die Tiere überhaupt ihr trauriges darsein im Maßenkäfig/stall überleben.Deswegem bin ich eigentlich auch für die Hausschlachtung von den eigenen Tieren aber meine Mutter noch nicht zu wirklich weil sie ist da auch um einiges Sentimentaler...

Lg:Fredo
Benutzeravatar
Fredo
...kann schon mitreden
...kann schon mitreden
Beiträge: 100
Registriert: 08.2008
Wohnort: Friedeburg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#5von chook » Montag 20. Oktober 2008, 20:25

Wir schlachten auch auf dem Hof; Ziegen und Hähne. Spass machen tut's nicht, aber wir freuen uns über gutes Essen. Das einzige andere Fleisch ausser unserem, was ich esse, ist Rindfleisch von einem befreundeten Biolandwirt, der mich für Papierkram in Naturalien auszahlt.
Nach nicht-landwirtschaftlichem suburbanen Aufwachsen und vielen Jahren Vegetarier-Dasein war das etwas gewöhnungsbedürftig, aber muss halt sein, wenn wir Ziegenmilch wollen und Hühner züchten wollen. Ich freue mich zu wissen, was ich auf'm Teller habe.
Durch die Hausschlachtung geht alles sehr fix, kein Transport etc. Bevor die Tiere merken, das was nicht stimmt, sind sie schon über'n Jordan, so hoffe ich zumindest. Den kleinen Seelen proste ich für ihre Reise noch mit einem Whiskey (hicks Bild) zu (oder ist's vielleicht eher für meine Nerven?).


chook
Benutzeravatar
chook
...ist scheinbar Hobbyfarmer
...ist scheinbar Hobbyfarmer
Beiträge: 45
Registriert: 10.2008
Wohnort: Irland
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#6von karinenhof » Montag 20. Oktober 2008, 21:04

wir haben in diesem Jahr das erste Mal geschlachtet (schlachten lassen). Es war in unserer Familie sehr unterschiedlich mit den Gefühlen.
Das Fleisch ist super lecker und schmeckt allen. Auch die Wurst, die wir haben machen lassen, schmeckt. Im kommenden Jahr werde ich damit noch etwas experimentieren.

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
***********************************************************************
Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
Nutztier- Arche Karinenhof, Hof Nr. 81
Benutzeravatar
karinenhof
Moderator
Moderator
Beiträge: 1441
Registriert: 04.2007
Wohnort: 14662 Wiesenaue/ OT Brädikow
Highscores: 28
Geschlecht: weiblich

Beitrag#7von silke » Montag 20. Oktober 2008, 21:19

Hallo

Mir geht es ja auch ums Essen es gibt einfach nichts besseres von den eigenen Tieren das fleisch zu haben.
Wir schlachten auch Schafe Kaninchen Schweine Enten Gänse und Hühner selber auf den Hof die Kaninchen und das Geflügel schlachte ich selbst mir macht das schlachten jetzt nichts aus und ich mach die Arbeit auch gerne beim schlachten da es mal eine abwechslung ist zum Alltag und man sieht was daraus leckeres entsteht.
Nur das Töten bzw das betäuben ist nicht so toll wo ich ein bischen wehmut hab das ist aber nur die eine Sekunde bis die Schweine geschossen sind danach ist es für mich fleisch und hab freude daran die restliche Arbeit zu machen schon das stechen ist für mich nicht mehr schlimm und mach dann alles gerne.
Auch bei den Kaninchen und dem Geflügel ist es so eine Sekunde überwindung bis ich sie geköpft hab oder die Kaninchen betäubt hab und dann ist alles gut und die restliche Arbeit macht dann spass beim schlachten weil ich dann schon ans Essen denke und freu mich drauf.
Und es ist ja auch so das von anfang an klar ist das die Tiere geschlachtet werden dafür werden sie gehalten und hab damit überhaupt keine probleme einen Braten von meinen Schweinen oder anderen eigenen Tiere zu Essen.
Wie seht ihr das kostet es euch auch überwindung das Töten der Tiere oder nicht?
Wenn das Tier dann betäubt getötet ist macht euch dann die Arbeit keine freude es ist doch mal eine abwechslung zum Alltag da man ja doch eher selten mal schlachtet und sich auf frisches fleisch auch drauf freut?

Gruß Silke
Benutzeravatar
silke
...ist scheinbar Hobbyfarmer
...ist scheinbar Hobbyfarmer
Beiträge: 59
Registriert: 11.2007
Wohnort: Nürnberg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#8von Ludger » Montag 20. Oktober 2008, 23:10

Also. ich finde das langsam etwas komisch.

Schlachten muss sein,aber ein Urlaub als Abwechslung zum Alltag ist es nicht für mich.
Benutzeravatar
Ludger
Highscores: 6

Beitrag#9von Ulrike W.-E. » Dienstag 21. Oktober 2008, 06:08

Ein Hallo in die Runde,

also ich fand das alles sehr interessant.
Ich selber stecke ja noch sehr in Anfänger-Schuhen. So suche ich im Moment einen Metzger dem ich 4 Gänse anbieten kann. Im Moment bin ich ganz cool. Aber wenn es dann so weit ist, und ich sie zum Metzger bringe, bin ich schon sehr gespannt auf meine Gefühlswelt. Aber ich Denke, die Freude auf das gute Fleisch, und somit ja zu sehen und zu schmecken wie lecker es ist, ist der Beweis von guter Arbeit. Und bis zum letzten Tag hatten die Tiere ein super Leben. Und das ist mehr wie manches Tier, das an Altersschwäche stirbt sagen kann.
Somit wünsche ich allen Guten Appetit. Bild
Ulrike
Benutzeravatar
Ulrike W.-E.
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 192
Registriert: 07.2008
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#10von Herwig » Dienstag 21. Oktober 2008, 09:45

ASlso ich finde die Einstellung von Silke ok. Sie schreibt das sehr anschaulich und ehrlich, und es beschreibt genau die Meinung meiner Großeltern. Von Urlaubsbeschäftigung ist nirgends die Rede, eher von Arbeit und den Früchten der Arbeit. Leider stelle ich immer wieder fest, das Menschen den natürlichen Bezug zum Schlachten verloren haben. Totstreicheln geht nicht!!!!

Bei uns hieß das früher Schlachtefest, schon immer, und nicht Trauertag oder gar Opfertag.

Es ist wie ein Erntedankfest.

Hier wird häufig etwas deutlich Missverstanden. Nicht der Akt des eigendlichen Tötens wird gefeiert, sondern die Verarbeitung und die Ernte des Fleisches. Wenn sich dann jemand an dem Fleisch oder den Braten erfreut, ist das mehr als legetim. Oder, Ludger, isst du das Fleisch deiner Tiere mit Ekel oder Abneigung?? Dann solltest du anonymes Fleisch bei Aldi kaufen, da kennst du dann wenigstens nicht das Tier.

Ich finde Silke hat eine tolle Einstellung, so hat früher jeder Kleinlandwirt gedacht. Zu Lebzeiten hat er für das Wohlergehen seiner Tiere gesorgt, und wenn es an der Zeit war, hat er den Metzger bestellt. Alle Nachbarn kamen vorbei, es gab für jeden einen Schnaps, das tote Schwein an der Leiter wurde angesehen und beurteilt, zu viel Fett , zu wenig etc. Dann bekamen alle am Abend einen Topf voll Brühe und eine kleine Schale mit Frischer Wurst.
Wer das einmal nachempfinden möchte sollte mal Michel aus Lönneberga lesen, ein Kinderbuch, Kapitel über das Schlachtefest oder als Michel den Armen, Blutwurst und andere Leckerein brachte...
Benutzeravatar
Herwig
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 3378
Registriert: 10.2006
Wohnort: Suderbruch, bei Hannover
Highscores: 213
Geschlecht: männlich

Beitrag#11von Ludger » Dienstag 21. Oktober 2008, 09:51

Herwig, ich finde es unmöglich wie sinnverdrehend Du meine Worte darstellst...
Benutzeravatar
Ludger
Highscores: 6

Beitrag#12von Conny » Dienstag 21. Oktober 2008, 12:02

Ich komme ja eigentlich aus einer Großstadt, Berlin, und hatte mit Landwirtschaft und Tierzucht nicht wirklich viel am Hut. Tiere und wie sie leben, hat mich von Kindesbeinen an interessiert, dementsprechende Bücher in der Stadtbibliothek habe ich verschlungen und bald konnten mit die Bibliotheken nichts mehr bieten, was ich nicht bereits gelesen hätte.

Mit der Erwerbung unseres Hobbyhofes wurde vieles anders.

Anfangs fiel mir das Töten von Tieren unsagbar schwer, zumal alle Namen hatten (heute hat das Schlachttier keinen mehr). Diese Arbeit habe ich meinem Mann überlassen. Aber mit den Jahren gewöhnt sich der Mensch an vieles, so auch an diese Tätigkeit. Angefangen hat es damit, dass ein Hahn sehr krank war und nur noch gelitten hat. Männe war nicht greifbar. Um das Tier nicht weiter leiden zu lassen, habe ich mir ein Herz gefaßt, den Hahn gegriffen, ihn mit einem beherzten Schlag auf den Kopf betäubt, usw.. Danach war der Bann gebrochen.

Großtiere, wie Schweine etc. überlass ich aber trotzdem lieber meinem Mann, helfe aber.
Benutzeravatar
Conny
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 1522
Registriert: 05.2008
Wohnort: Schönfließ+Trampe/Uckermark
Geschlecht: weiblich

Beitrag#13von karinenhof » Dienstag 21. Oktober 2008, 12:42

hallo Ludger,

es ist doch nichts von Herwig verdreht! Auch von Urlaub hat keiner geschrieben.

Auch ich finde die Tötung nicht schön, aber notwendig. Und genau so habe ich Dich, Silke, Conny und Herwig und die Anderen verstanden.

Bildle Grüße von Karin vom Karinenhof im Havelland
***********************************************************************
Bei uns halten Soay Schafe die Wiese kurz. Sie sind auch zu finden unter http://www.karinenhof.de
Nutztier- Arche Karinenhof, Hof Nr. 81
Benutzeravatar
karinenhof
Moderator
Moderator
Beiträge: 1441
Registriert: 04.2007
Wohnort: 14662 Wiesenaue/ OT Brädikow
Highscores: 28
Geschlecht: weiblich

Beitrag#14von knüllbergfarm » Dienstag 21. Oktober 2008, 18:45

Ich kann da auch nichs von Wörterverdrehen lesen Ludger.Ich komme auch nich von Land habe ausser mit nen Hund nicht viel zutungehabt. Dafür aber seit wir unseren Hof auch nutzen da wir das Fleisch an dritte also Endverbraucher weiterverkaufen bringen wir unsere Schweine und Ziegen zum Schlachter, die Schlachttiere haben meistens keinen Namen ausser wen unsere Kinder diesen einen geben.Betti sieht den Braten schon wenn er noch läuft dan sagt sie immer hofentlich ist da genug dranBild damit sichs auch lohnt.das Geflügel Schlachte ich selber das hat Betti mir erklärt das muste so und so machn und dan ise immer schnell wechBild.
Unseren beiden Töchtern macht das auch nichts aus wenn wir dann das Fleisch und die Wurst abholen und auch selber Essen das ist für die beiden gans normal auch wen es Pigelti und Pinketi zum Essen gibt.Das waren eigentlich 2 Zuchtsauen die haben aber mal von ner anern Sau Ferkel gefressen seitdem hatten diese ihre eigenen Ferkel gefressen und nach 3 Jahren überzeugungsarbeit von mir hat Betti gesagt nagut zum Schlachter.Haben noch mit 5 und 6 Jahren gut geschmeckt selber schuld die beiden.
Gruss Bildthomas
Benutzeravatar
knüllbergfarm
... hat gut Ahnung
... hat gut Ahnung
Beiträge: 579
Registriert: 06.2007
Wohnort: 21702 Wangersen
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#15von Bartkaninchen » Dienstag 21. Oktober 2008, 19:41

Ich habe als Erzieher in einem Lehrlingswohnheim eines damaligen Volkseigenen Gutes gearbeitet. Unsere Lehrlinge wurden zu Facharbeitern für Tierproduktion / Spezialisierung Schweinezucht ausgebildet. Da ich nun als Erzieher nur nachmittags und abends meinen Dienst hatte blieb mir der Vormittag um ebnefalls den Beruf eines Schweinezüchters zu erlernen. Damals ging das über die Kreislandwirtschaftsschulen. So konnte ich wenigstens theoretisch mit den Lehrlingen mithalten. Dann habe ich mich für 6 Monate in die Praxis, einer industriellen Schweinezuchtanlage, versetzen lassen. Was amn dann dort gesehen hatt möchte ich hier micht wiedergeben. Das ahtte jedenfalls bei bestimmten Tieren mit "humanem" töten nichts mehr zu tun.
Allerdings haben wir privat jedes Jahr unsere eigene Hausschlachtung durchgeführt und machen es heute teilweise auch noch. Und in dieser Beziehung gebe ich Herwig recht wenn amn sagt das man ein Schlachtefest gefeiert hat. Gamals wie heute gibt es den ersten Schnaps wenn das Schwein auf der Leiter hängt. Der folgende Alkoholgenuss hält sich in Grenzen, denn man muß ja auch etwas tun. Wenn man dann nach getaner Arbeit zusammengesessen hat, dann war das aus Dank an den Fleischer und alle Helfer.
Ich selber habe in diesem Jahr erstmals meine Enten selber geschlachtet und gerupft. Die ersten beiden Enten gingen mir noch lauwarm durch den Magen und dann war es schon Routine.
Fazit : Wer Nutztiere hält muß einfach auch damit klar kommen dass diese irgendwann auch geschlachtet werden. Ansonsten würden wir ja alle nur einen Gnadenhof führen. Respekt vor den Leuten die Gnadenhöfe ordentlich führen und diese bewirtschaften. Aber der Tod der Tiere durch Schlachtung ist nun einmal im Kreislauf des Lebens enthalten und profitieren tuen ja viele davon. Jedenfalls ist ein Stück Schnitzelaus dem Supermarkt mit einem Stück Schnitzel vom eigenen Schwein nicht zu vergleichen.
"Man empfindet es oft als ungerecht, daß Menschen, die Stroh im Kopf haben, auch noch Geld wie Heu besitzen.”

Gerhard Uhlenbruck
Benutzeravatar
Bartkaninchen
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 195
Registriert: 05.2008
Wohnort: Hohenmölsen OT Rössuln
Highscores: 1
Geschlecht: männlich

Beitrag#16von Weitersbacher Hof » Dienstag 21. Oktober 2008, 20:47

Hallo Silke,

wenn Ihr das Fleisch warm verarbeitet, wie läuft das dann mit der Fleischbeschau? Bei uns dauert es immer 2 Tage, bis das Ergebnis der Trichinenuntersuchung kommt.

Manchmal vermisse ich dieses Festtagsgefühl, das Du beschreibst, weil ich zu sehr an die Vermarktung und weniger an den Genuss denke.

Grüße
Doris
Benutzeravatar
Weitersbacher Hof
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 197
Registriert: 04.2008
Wohnort: 66903 Ohmbach
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#17von silke » Dienstag 21. Oktober 2008, 21:05

Hallo

Genau das wollte ich auch ausdrücken das das schlachten ein fest ist und die Arbeit einem spass macht wie Leckere Wurst und Fleisch entsteht und man sich auf das Essen freut mit freunden und bekannten.
Das töten der Tiere gehört nun mal mit dazu das ist das einzige was ich nicht gerne mache aber das dauert ja nur eine Sekunde und wenn die Sau dann liegt ist es schon Vergessen das töten und mach die Arbeit danach alles gerne wenn die Sau gestochen ist gibt es den ersten Schnabs und den nächsten wenn sie an der Leiter hängt und man sie begutachtet ob sie fett ist oder nicht manchmal ist es auch schon vorgekommen das wir beim schlachten zu tief ins Glas geschaut haben und ganz schön betrunken waren nach dem Essen dann weil beim Essen ist der ein oder andere Schnabs noch getrunken worden.
Drum ist für mich das schlachten auch immer was schönes und gesseliges eben ein fest was den Alltag vergessen läst für ein paar Stunden beim schlachten geht es bei uns immer heiter zu es ist fast wie ein Tag Urlaub wo man was unternimmt.

Gruß Silke
Benutzeravatar
silke
...ist scheinbar Hobbyfarmer
...ist scheinbar Hobbyfarmer
Beiträge: 59
Registriert: 11.2007
Wohnort: Nürnberg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#18von smallfarmer » Dienstag 21. Oktober 2008, 22:08

Hallo

Ich finde zur ordentlichen Hausschlachtung gehört auch das Schlachtfest.Wir sollten nicht vergessen, daß
es auch mal Zeiten gab wo man auf große Mengen eingekochte Wurst , möglich viel Fleisch und
Schmalz angewiesen war. Deswegen gabs ja auch die Speckschweine, die wir heute so gerne erhalten
würden.............. Wer A sagt, muß auch B sagen können!!!!!!!!!!!
Smallfarmer
Benutzeravatar
smallfarmer
...kann schon mitreden
...kann schon mitreden
Beiträge: 77
Registriert: 08.2008
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#19von Conny » Mittwoch 22. Oktober 2008, 12:37

Hallo,

bei uns kommt der Tierarzt einmal vor dem Schlachttermin, um sich die Schweine lebend anzuschauen, dann kommt er ein zweitesmal am Schlachttag, wenn das Schwein geschrubbt und ausgenommen ist. Die Trichinenschau macht er sofort vor Ort, dauert auch nicht lang.

LG
Conny
Benutzeravatar
Conny
Site Admin
Site Admin
Beiträge: 1522
Registriert: 05.2008
Wohnort: Schönfließ+Trampe/Uckermark
Geschlecht: weiblich

Beitrag#20von Ludger » Freitag 24. Oktober 2008, 00:30

Moin an Alle,

ich habe in meinen ersten Beiträgen hier beschrieben das ich selber schlachte und mit Genuss esse,aber das Schlachten in den Bereich von Freude zu bringen,das ist in meinen Augen pervers.

Zur Verdeutlichung:
Zucht, Aufzucht und Mast: Freude und Wohlbefinden

Schlachten: muss in Kauf genommen werden,weil sie schreien sonst imOfen.

Zubereitung des Schlachtkörpers: Freude und Wohlbefinden.

Wer mich hier oder woanders fragt ob ich beim Schlachten Freude empfinde...............wird immer ein klares NEIN von mir bekommen.

Ich achte meine Tiere und verachte Menschen die Freude am töten haben.
Benutzeravatar
Ludger
Highscores: 6

Beitrag#21von Ulrike W.-E. » Freitag 24. Oktober 2008, 07:33

Hallo Ludger,

ich Denke, das wollten aber auch alle sagen. Das schlachten gehört nun mal dazu.
Und vielleicht ist so ein "Schlachtfest" auch einfach nur eine gute Möglichkeit, mit Nachbarn und Freunden, denen es beim eigentlichen Schlachten auch schlecht geht, besser damit umzugehen.

Ich kann nicht aus Erfahrung sprechen. Ich bin nicht auf einem Bauernhof groß geworden. Und ich habe nur Tiere in den Tod begleitet. Sei es beim Tierarzt, oder wenn Sie zu hause ruhig einschliefen. Aber wenn ich ans Schlachten Denke, und ich beschäftige mich da im Moment viel mit, Denke ich es ist angenehmer mit netten Menschen dies zu tun. Alleine im Stall würde ich wohl sprichwörtlich Rotz und Wasser heulen. Aber damit ist niemandem gedieht. Erst recht dem Tier nicht. Wenn ich schluchzend zu meiner Gans gehe, wittert die sofort, das da was faul ist. Und alles wird schlimmer.....

Auch kommen diese Schlachtfeste aus einer Zeit, da gab es nicht jeden Tag Wurst und Fleisch. Da war das Schlachten etwas besonderes. Die Mahlzeiten für viele Monate waren gerettet. Wenn ich heute Lust auf Schnitzel habe, hole ich mir welche - fertig. Früher war das anders.

Mit meinen Nachbarn würde ich auch kein Schlachtfest feiern, aber auf dem Land ist Nachbarschaft noch etwas anderes. Der Satz Schlachtfest ist sicher befremdend, aber es ist nicht mit einer Party zu vergleichen. Das Wort "Leichenschmaus" finde ich auch unpassend. Aber so heißt es eben !

LG Ulrike
Benutzeravatar
Ulrike W.-E.
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 192
Registriert: 07.2008
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#22von silke » Freitag 24. Oktober 2008, 13:55

Hallo

Bei uns Läuft es auch so wenn die Sau geschossen und abgestochen ist ruf ich den Tierartzt an der kommt dann vorbei und untersucht das fleisch gleich und gibt dann seinen stempel wenn alles in Ordnung ist und die Sau kann weiterverarbeitet werden und das Schlachtfest genossen werden.
Das Töten der Sau macht keinen spass aber sobald der Schuss gesetzt ist macht mir die Arbeit spass und ist für mich dann ein schönes Schlachtfest sofort nach dem schuss ist es freude den schuss selbst hab ich schnell überwunden das dauert dann keine Sekunde mehr und freu mich auf alles andere.
Also in den Stall gehe ich nicht und heul rum mir macht es nichts aus die Sau zum schlachten rauszuholen schlieslich freu ich mich drauf wenn die Sau geschlachtet wird nur eben der Schuss ist nicht schön aber gehört nun mal mit dazu danach geht es bei uns richtig heiter zu wenn die Sau Tod ist.
Für mich ist das schlachten auch heute noch was besonderes und freu mich drauf da man ja nicht so oft schlachtet da freut man sich heute noch genauso wie früher auf das Essen weil es gibt nichts besseres wie frische Wurst oder ein frisches Schnitzel.
Das Wort Schlachtfest finde ich schon passend den es ist ein fest wo jeder freude dran hat es ist schon irgend wie eine party weil es richtig Lustig zugeht wenn die Sau geschossen ist.
Auch das Wort Leichenschmaus finde ich nicht unpassend weil da gedenkt man ja an Toten über das Leben und wie schön es war man erweist ihm die letzte ehre find ich und der Leichenschmaus erleichtert es auch den angehörigen ich würde es komisch finden wenn alle nach der Beerdigung nach hause gehen würden weil da würde ich denken das er nicht beliebt gewesen wäre und niemand ihn mochte.


Gruß Silke
Benutzeravatar
silke
...ist scheinbar Hobbyfarmer
...ist scheinbar Hobbyfarmer
Beiträge: 59
Registriert: 11.2007
Wohnort: Nürnberg
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#23von Ludger » Freitag 24. Oktober 2008, 23:41

Ihr habt alle Recht.
Benutzeravatar
Ludger
Highscores: 6

Schlachtfest??? Fest???

Beitrag#24von Sanaja » Sonntag 26. Oktober 2008, 20:42

Hallo,

ich bin hier gelandet, weil ich mich über die Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen informiert habe. Über einen Link zur ViehArche lande ich nun beim Schlachtfest.
Im Gegensatz zu unserer abstoßenden und inakzeptablen Massentierhaltung finde ich es ja schon vorteilhaft, dass ihr selber schlachtet, um euren Fleischbedarf zu stillen, aber was hat denn das mit Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen zu tun.
Mir widerstrebt alleine schon der Begriff Nutztier.
Ich nehme niemandem ab, dass er beim Schlachten Spaß, Freude empfindet. Jeder, der einem Tier das Leben nimmt, aus Gründen über die sich ganz sicher streiten lässt, hat beim Ansetzen des Messers, Bolzenschussgerätes, etc. einen kurzen Moment des Zögerns in sich. Der Mensch sollte sich fragen, ob er das Recht hat, diesem Tier das Leben zu nehmen, um es zu essen.
Wir sind keineswegs auf das Essen dieser Tiere angewiesen, auch unser Körper kann ohne sehr gut auskommen. Information ist alles! Ok, der Wille muss dafür schon vorhanden sein.
Vielleicht bin ich nur schockiert, weil ich unter einer Arche etwas anderes verstehe.
Habt ihr euch schonmal bewusst gemacht, das wir, im Gegensatz zu anderen Menschen auf dieser Welt, die Wahl haben, was wir essen?
Schlachtfest - was für eine Ironie. Vielleicht binden einige dem Schwein nachher noch ein Schleifchen um seine Ohren oder stecken im ein Blümchen in sein Ringelschwänzchen.

Ehrfurcht vor dem Leben das da so leichtsinnig genommen wird lernen und begreifen, dass es in unserem modernen Zeitalter ausreichend Alternativen gibt - die Erkenntnis wäre ein Fest wert. Zusammen mit den Tieren, die unseren Herzen vielmehr zu geben haben, wenn sie zufrieden und gesund an euch vorbeilaufen, als in euren Mägen zu landen.

Ich bin schon fast wieder geneigt, mich für meine Wut zu entschuldigen, aber das tue ich nicht.
Ich hoffe, dass der ein oder die andere sich Gedanken macht, wenn das nächste Schlachtfest geplant ist.

Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweitzer)
Benutzeravatar
Sanaja
Beiträge: 2
Registriert: 10.2008
Geschlecht: nicht angegeben

Beitrag#25von Weitersbacher Hof » Sonntag 26. Oktober 2008, 20:54

Hallo Sanaja,

das hier ist eigentlich eine Seite für Nutztierrassen, die vom Aussterben bedroht sind. Das Motto unserer Nutztierarchen heißt: "Mit Genuss erhalten".

Wie stellst Du dir die Zucht alter Haustierrassen vor, wenn Du nicht schlachten willst?

Das würde mich ehrlich mal interessieren.

Grüße
Doris
Benutzeravatar
Weitersbacher Hof
... weiß ganz gut bescheid
... weiß ganz gut bescheid
Beiträge: 197
Registriert: 04.2008
Wohnort: 66903 Ohmbach
Geschlecht: nicht angegeben

Nächste

Beteilige Dich mit einer Spende