Eber oder selber besamen?

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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#1von Claudia » Freitag 21. November 2014, 05:59

Ich denke das hängt von dem Platz ab den Du zur Verfügung hast.

Wenn Du genug Platz hast und gut an blutsfremde Ferkel kommst, zieh Dir ein Ferkel groß, lass ihn decken und dann kannst Du ihn die Kühltruhe umsiedeln.
So kannst Du auch regelmäßig die Blutlinien wechseln.

Ich kenne die Schwäbischen nicht und wie sozialverträglich die sind, ob die Eber immer bei den Sauen und Ferkeln bleiben können.
Aber mehr Platz brauchst Du so oder so. Entweder um die Jungssauen, die nicht gedeckt werden sollen, zu trennen oder den Eber wo die Altsauen zu sollen.

Bei mir wandert der Eber durch drei Mädelsgruppen.
Am besten geht das zusammenstellen, wenn alle zusammen in einen neuen Stall kommen, da kann ich auch gleich das absetzen mit verbinden.
Der Eber in den Mädelsstall gab immer ein wenig Zickenalarm.

Was ich auch schon hatte war den Eber bei den Eberferkeln zwischen geparkt, der hat die dann auch erzogen und die aufreiterei war deutlich weniger.Aber ich weiß nicht ob es Unterschiede bei den Rassen gibt. Die SB-Wollis sind ja extrem relaxed im Vergleich mit den roten, blonden Wollis, Bentheimern, Sattler und Husumer.

Wenn Du eine Quarantäne Box hast(die ja sowieso Vorschrift ist) kannst Du dir auch einen leihen, aber ohne Quarantäne (abgesehen vom Selbstschutz) kann passieren das Dir das Vet-Amt bei Leih-Ebern aufs Dach steigt, wegen der AK.
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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#2von Herwig » Freitag 21. November 2014, 06:34

Ich hatte für meine Bentheimer auch einen Eber, ich glaube allerdings das sich sowas nicht rechnet. Wir haben später mit 2 Höfen einen Eber gehabt, das war besser, da kam der dann immer mal für eine bestimmte Zeit vom Hof und du hattest deine Futteraufwendungen um 50% reduziert.
Ich glaube mal irgendwo eine Berechnung geshen zu haben, dass rein rechnerisch erst ab 4 Sauen ein Eber "lohnt".
Das kam gut hin, ich hatte zwei Sauen und der andere Hof hatte 3 Sauen, allerdings stimmt die Rechnung nur mit Zukauffutter. Wir haben ja nie Futter kaufen müssen, aber eben der Mehraufwand darf nicht unterschätzt werden. Man sollte eine seperate Box frei haben um mal eine Sau oder den Eber trennen zu können. Auf dem Auslauf, nur mit e-Zaun wird das schwierig.
Die Besamungskosten dagegengestellt ergeben in dem Fall natürlich einen höheren Kostenaufwand.
Besamen bedeutet auch wieder zusätzlichen Aufwand...
Es ist schwierig und richtet sich alles auch nach dem Absatz, bzw. den zu erzielenden Preisen. Ein Eber lohnt sich halt mehr, wenn man 10.- Euro per kg Fleisch bekommt statt 2,50...
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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#3von Herwig » Freitag 21. November 2014, 15:53

Also mein Alteber war 8 Jahre und alles war bestens... Libido ungebremst sozusagen.
Der ist dann wegen Zuchtaufgabe nach Holland gekommen über einen Händler, dort ist das Schlachten von Ebern kein Problem.
Er hatte bei mir immer nur zwei Sauen, zum Teil sogar nur eine. Später hatte er 5 Sauen, eben zusammen mit einem befreundeten Züchter.
Fest steht, das die meist unterschiedlich rauschen oder auch mal umrauschen oder nicht aufnehmen. Später haben In der Regel, wenn alles gut läuft, können die auch alle zusammen in einem Stall mit auslauf sein. Ich hatte aber immer draußen noch eine Hütte, da hat meistens der Eber gepennt, weil die Sauen ihn nicht reingelassen haben, war nicht gerade ein Macho... Er hat sich auch echt gut um die Ferkel gekümmert, wenn mal eines gequiekt hat, war er gleich zur Stelle.
Wenn ich weniger als 3 Sauen hätte und Futter kaufen müsste, würde ich mir aus wirtschaftlichen Gründen keinen Eber halten. Stressfreier ist es mit Eber, du brauchst dich echt um die Rausche nicht zu kümmern, eines Tages siehst du das die Milchleisten an der Sau anschwellen und dann bereitest du dich auf die Ferkel vor.
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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#4von Alex » Samstag 22. November 2014, 00:37

Hallo,

für meine ein zwei Sauen lohnt sich auch kein Eber, aber das Problem ist, dass man dann nicht reinrassig nachziehen kann. Der teure Samen den man sich da schicken läßt funktioniert nicht wirklich, bei uns im Freilandmuseum ist ne Sau dreimal leer geblieben, und beim vierten mal mit PISamen hats geklappt. Meine sehr zuverlässige Sau, blieb ebenfalls leer mir reinrassigem Samen, mit Pi hats immer aufs erstemal geklappt. Also diesen teuren Scherz werde ich nicht nochmal ausprobieren. Hab auch schon darüber nachgedacht, ein Eberferkel bis zum decken aufzuziehen und dann lecker Salami.

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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#5von Claudia » Samstag 22. November 2014, 08:14

Ich kenn mich damit nicht aus, kenne das nur von Pferden.
Gibt es denn keine Qualitätskontrollen, Garantien oder ähnliches?
Oder eben noch eine Portion, wenn es nicht klappt?

Ich meine ja auch wirtschaftlich gesehen ist es am günstigsten mit 2 Sauen ein Eberferkel groß zu ziehen und dann ins Kühlhaus umziehen zu lassen. Man kann ja mit jedem Wurf einen dazuholen und mitwachsen lassen. Oder Eberferkel tauschen mit jemanden der das gleiche Problem hat.
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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#6von Herwig » Samstag 22. November 2014, 15:52

Gute Entscheidung!! Außerdem verbesser der Bentheimer vielleicght sogar das Fleisch deiner Sattelschweine... Bentheimer haben nicht ganz so eine dicke Rückenspeckschicht wie die Sattelschweine.
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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#7von Claudia » Samstag 22. November 2014, 18:24

Ich mach das nicht mehr mit der Kreuzerei, letztendlich weiß man sowieso welche Eigenschaften von wem durchkommen. Ich Hab ja mal einen Wolli-Eber auf eine Sattelsau gelassen, irgendwie war das ein Reinfall. Das "nervöse" vom Sattel, die Wachstumszeiten vom Wolli= höherer Futterbedarf.
Wenn Du Benti mit Sattel kreuzt, haste vielleicht Pech und völlig Fettdurchzogenes Fleisch vom Benti UND die fette Schwarte vom Sattel, im Zweifel hast Du nur Wurstfleisch und kein Fleisch.

Statitisch sind es nur 1-5% aller Eber die wirklich stinken, die nicht zu essen ist Kopfsache. MC Doof verwendet schon Jahre Eberfleisch- wissen nur die wenigsten die da an der Kasse stehen. Frag die mal vorher ob sie Eberfleisch essen würden. :biggrinn:
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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#8von Claudia » Donnerstag 27. November 2014, 17:34

Naja, meist haben die Mädels das sagen, es denn sie sind sehr jung und der Eber älter.Sauen können da schon mal sehr nachdrücklich in der Erziehung der Männer-Welt werden :biggrinn:
Gibt sich meist wenn sie rauschig werden
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Re: Eber oder selber besamen?

Beitrag#9von Herwig » Freitag 28. November 2014, 06:51

Die müssen echt erst ihre Rangordnung herstellen. Bei mir war es immer besonders schwierig fremde Schweine in die Gruppe zu integrieren, besonders die Sauen untereinander haben sich manchmal echt blutig gebissen. Obwohl sie draußen über 350m² Platz hatten. Wenn die als Ferkel in die Gruppe hineingeboren werden ist das alles kein Problem.
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